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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlaue und dumme Fragen zum Rucksackkauf



Moving Hobbit
24.02.2010, 19:14
Liebe Leute,

einige von Euch kennen sich toll mit Rucksäcken aus und ich möchte Euch gerne mit ein paar Fragen quälen...

Ich habe meinen alten (omg - türkisfarbenen) Vaude-Rucksack seit inzwischen etwa 15 Jahren. Modellname? Keine Ahnung. Jedenfalls hätte ich gern mal was Neues. Nicht nur, dass sich seit meiner Jugend mein Farbgeschmack geändert hat, vor allem fände ich ein besseres Tragesystem super. Mein Plan: In ein Fachgeschäft gehen, Rucksack probieren (ich weiß: mit Gewicht). Nun war ich schon da, aber die Auswahl erschlägt mich immer geradezu. Etwas Beratung wär deshalb toll, damit ich besser weiß, wonach ich genau zu suchen habe.

Verwendungszweck: multipurpose, also Trekking und Backpacking.(Anmerkung: Gehöre keinesfalls zur UL-Fraktion)

Folgende Fragen zum Neukauf:

1. Ich bin eine 1,60 Meter große Frau, nach welchem Volumen sollte ich da maximal schauen? Ich schleppe schon manchmal so einiges mit mir rum... Zu groß und zu schwer sollte der Rucksack aber auf jeden Fall auch nicht sein.

2. Was mich meinem alten Rucksack genervt hat, ist dass er quasi keine Außentaschen hat. Überhaupt haben Trekkingrucksäcke häufig wenig Außentaschen. Gibt es dafür einen bestimmten Grund? Gibt es Modelle mit sinnvoll angebrachten Außentaschen, die Ihr empfehlen könnt?

3. Diese ganze Trekking-Industrie entwickelt so viele wichtig klingende Begriffe für irgendwelche angeblichen Innovationen. Gibt es irgendetwas, worauf man wirklich achten sollte? Außer, dass das Ding insgesamt bequem ist?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

shorst
24.02.2010, 19:17
Das Rucksackvolumen hängt zwar im Maximum auch etwas von deiner Gr´ße ab, aber wesentlich mehr davon was du damit machen willst? Zeltttouren, Hütte, Proviantnachkauf möglich, Sommer Winter ...?

Moving Hobbit
24.02.2010, 19:30
Da ich derzeit leider nicht das notwendige Kleingeld habe, mir verschiedene Rucksäcke zuzulegen, strebe ich eine Art Allround-Lösung an (irgendwo muss man ja sparen).
Das heißt, ich suche einen Rucksack, mit dem ich sowohl für herkömmliches Backpacking (dann regelmäßig ohne Zelt und mit Möglichkeit zum Proviantnachkauf, dafür aber mit allerlei Quatsch im Gepäck wie Taucherbrille etc.) als auch für Trekking (also mit Zelt und zumindest für einige Tage ohne Möglichkeit zum Proviantnachkauf) gewappnet bin. Bei dem Zelt handelt es sich um ein Wechsel Outpost Zero G. Klimatisches Einsatzgebiet: 3 seasons, also keine Wintertouren.

shorst
24.02.2010, 19:38
Schickes Zelt, in welchem geldlichen Rahmen soll denn der neue Rucksack sein, weißt du ungefähr wie groß der alte ist?
Außentaschen und ähnliches heißen halt auch immer Mehrgewicht und eventuelle Schwachstellen, aber es gibt trotzdem jede Menge Rucksäcke mit Außentaschen, wo hast du dich schon beraten lassen?

Moving Hobbit
24.02.2010, 19:42
Beraten lassen habe ich mich in Hannover bei Bluesky, das ist halt ein ganz normales Fachgeschäft, würde ich sagen. Der alte hatte sicher so Minimum 50 l. Ich weiß, meine Fragen sind ziemlich vage, aber das liegt daran, dass ich einfach nicht so weiß, worauf ich wirklich achten sollte.

Moving Hobbit
24.02.2010, 19:45
Ach, eine Frage fällt mir da noch ein: Gibt es eine Formel zum Verhältnis zwischen Volumen und Beladung?

shorst
24.02.2010, 19:54
Nee, die gibts nicht;-), du kannst nen 100 Liter Sack hjalt auch mit 10 kg vollmachen und 30 kg in nen 50 Liter Teil packen.
Generell gilt schon je größer der Rucksack für umso mehr kg sollte das Tragesystem ausgelegt sein, aber ist dann halt doch nen Unterschied zwischen nem Gregory und nem Golite.
Sag doch einfach mal konkret was dein Rucksack können sollte, du bist 1,6m, er sollte mindestens 50? l haben, max kg tragen, max kosten, Eigengewicht des Rucksacks, oder anders gefragt ist Dir nen stabiles Tragesystem wichtiger oder geringes Eigengewicht, Außentaschen sollte er haben, Deckelfach?, Trinksystem möglich? ...?

wesen
24.02.2010, 20:02
Lieber bewegter Hobbit,

bei 1,60 Größe bist du wahrscheinlich auch nicht sehr breit. Ich würde an deiner Stelle darum erstmal Frauenrucksäcke durchprobieren. Ein Frauenrucksack, den ich sehr bequem fand, war der (alte) Gregory Deva. Ich habe mich damals wegen der vielen Taschen dagegen entschieden. Die erhöhen nicht nur das Gewicht und machen ihn anfälliger, sondern verringern auch die Möglichkeiten, zusätzlich was daran zu befestigen.

Das aktuelle Modell gibt's in 60, 70 und 85 l-Versionen (http://www.gregorypacks.com/products/womens/technical). Das alte Modell - mit den aufgesetzten Seitentaschen gibt es manchmal noch im Angebot, manchmal auch bei ebay (http://cgi.ebay.de/Rucksack-Gregory-Deva-60_W0QQitemZ220558829930QQcmdZViewItemQQimsxZ20100220?IMSfp=TL100220146004r30028). (Rückenlänge S für 1,80 große Personen???? Ich bin 1,78 und mir passte er in M.)

Ich denke, vorrangig ist nur die Passform. Ob ein Rucksack wirklich passt, findet man leider nur durch Probieren raus.

Moving Hobbit
24.02.2010, 20:04
Tja, vielleicht sollte auch hier mal ein Rucksackfragebogen eingeführt werden ;-)
(Hoffe, den gibt es nicht schon und ich hab's dummdreist übersehen)

Also: Er sollte schon 15 kg aushalten, Eigengewicht und Stabilität sollten in einem guten Verhältnis stehen (kann nicht sagen, dass mir eins deutlich wichtiger ist), Außentaschen sind wie gesagt wichtig (damit man nicht für alles und jedes an das Hauptfach muss), Schnallen um notfalls mal was dranzuschnallen wären schön (aber bloß keine speziell für Eispickel oder so'n Zeug), Trinksystem ist nicht erwünscht. Habe gehört, es gibt Modelle, wo das Deckelfach als Daypack verwendet werden kann, das klingt nicht blöd, ist aber auch keine Voraussetzung. Und Kostenpunkt: Absolut maximale Obergrenze 200 €, aber ist ja klar: Je günstiger, desto besser.

Moving Hobbit
24.02.2010, 20:12
@ Wesen: Danke, sieht durchaus nach einer Möglichkeit aus!
2.660 gr kommen mir zwar nicht wenig vor, aber ich sehe ja ein, wenn ich Taschen will, wird es schwerer...

shorst
24.02.2010, 20:19
http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=mss32900&k_id=0402&hot=1
http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=ta_30701&k_id=0400&hot=1
http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=ms_30803&k_id=0400&hot=1
http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=osp30601&k_id=0400&hot=1

Nur mal so als Vorschläge, ansonsten gilt wie immer wesens Ratschlag, anprobieren.

Moving Hobbit
24.02.2010, 20:25
Vielen Dank erstmal Euch beiden! :bg:
Ich werd dann nochmal los in den Laden, und sollten sich konkretere Fragen ergeben, melde ich mich wieder.

Monika
25.02.2010, 21:22
Nur mal so als Idee: wozu viele Aussentaschen?
1 Netz um z.B. die Regenjacke/Poncho reinzustecken nach einem Regen ist nicht soo schlecht. Aber die klassischen Rucksäcke haben ja ein Deckelfach und manchmal noch eine 2. Fronttasche.
Im Deckelfach habe ich meist Geldbeutel/Taschanlampe/Messer/Sonnencreme etc.
Oft haben die Rucksäcke noch ein Fach innen im am Rücken - da ist meist meine Fahrkarte (in einem Gefrierbeutel) und diverses Papierkram drin.
Alles andere ist im Rucksack thematisch sortiert in Packsäcke. Je nach Wetter sind die Sachen, die ich brauch schnell zu erreichen. Wenn ich ein Schlafsackfach habe, ist meist direkt hinter dem Reisverschluss die Erste Hilfe und oben unterm Deckelfach z.B. die Regensachen oder die warmen Sachen.

Je schwerer der Ruckack ist, desdo mehr muss man durch die Gegend tragen. Irgendwann stellt man einfach fest, dass ein leichter Rucksack mehr Spass macht. Daher verzichten die Leute gerne auf Aussentaschen, wenn man die nicht wirklich braucht.

Monika

Moving Hobbit
01.03.2010, 13:57
Du hast ja grundsätzlich recht, Monika. Aber es gibt doch eigentlich nichts, was mich an meinem alten Rucksack mehr genervt hat... Vielleicht liegt es daran, dass ich zwar immer versuche, alles schön in Packsäcke zu ordnen, in der Praxis mein mir eigenes Chaos aber stets die Oberhand gewinnt. Ich werde die Vor- und Nachteile nochmal abwägen, aber zumindestens mehr als nur ein Deckelfach muss diesmal drin sein.

Zorro4504
01.03.2010, 17:52
Moin Hobbit,
Ich denke bei deiner Größe und zu erahnenten Statur spricht viel dafür dass du dich bei die Frauenmodelle der großen Rucksackhersteller umschauen solltest, damit die Proportionen möglichst gut stimmen.
Bei der Größe des Rucksackes, bin ich mir nicht so sicher, ich denke fast dass du mit einem 55+ gut zurecht kommen solltest, wenn du vollkommen sicher gehen willst dann nimm eines der großen Frauenmodelle welche bei Deuter und Lowe Alpine jeweils 65+ Liter liegen.
Die Frauenmodelle von Deuter haben das Kürzel SL die von Lowe Alpine ND am Ende, bei Bach kommt ein einfaches Lady hinten dran.
Die Frage wieso es so wenige Trekkingrucksäcke mit zusätzlichen Taschen gibt, ist wohl auch relativ einfach zu beantworten, die bringen mehr Nachteile also praktisch sind. Trekkingrucksäcke sind ja schonmal von Natur aus so geschnitten dass sie möglichen genauso breit sind wie der Rücken des Trägers, wenn man an die Seite noch Taschen dran macht, bleibt man nur überall hängen, macht man eine Tasche nochmal hinten aufs große Fach, verbaut man sich den Frontzugriff und was wohl gravierender ist, hat man eine Rückenferne Tasche die für die Lastenkontrolle und Gewichtsverteilung schlecht ist. Für leichte Dinge wie Papiere Karten Geldbörse usw. gibt es in den gut ausgestatteten Rucksäcken eigentlich genügend Taschen, und Verstaumöglichkeiten.
Wenn du Probleme mit der Ordnung hast, könnte man ja auch noch mal eine Diskussion über sinnvolle Tips beim Rucksackpacken angebracht. Mein Tip hier weil ich auch ein Packchaot bin, leichte Müllbeutel für die unterschiedlichen Kleidungsstücke, einer für Socken, Unterbuchsen, T-shirt, Futteralien usw. das funktioniert ganz gut und mit nem Rucksack mit großem Frontzugriff wird das dann noch einfacher.
Meine Frau klein (1,56) und schmal gebaut kam mit dem Cerro Torre 55+ ND von Lowe Alpine am besten zurecht, Alternative dazu ist der Deuter Aircontact Pro SL, Bach Lite MAre Lady sieht auch noch ok aus... und was sonst noch die Frauenrucksacksparte hergibt, einfach im Laden testen.
Willst du wirklich einen Rucksack mit Seitentaschen dann musst du mal bei Bergans oder Fjällräven schauen.
BWG
Zorro

hotdog
01.03.2010, 18:00
Es gibt auch, von Deuter z.B., separate Aussentaschen (auch external pockets genannt), die man seitlich am Rucksack anbringen kann. Ich habe mir zu meinem Rucksack damals welche mitbestellt, sie aber noch nie benutzt, weil mir das Deckelfach für den ganzen Kleinscheiss gross genug ist und es auch immer anders gibt, das seitlich an den Rucksack muss, z.B. Zeltstangen, Wasserflasche, etc.

tDoc
22.03.2010, 17:48
kann nur empfehlen die rücksäcke ausführlich anzuprobieren. bin letzten sommer mehrmals in verschiedene läden gegangen um rucksäcke anzuprobieren. dadurch konnte ich mein auswahl immer weiter eingrenzen, bis ich den für meinen rücken geeignesten rucksack hatte.
wegen deiner knappen größe würde ich an deiner stelle zu max 65 l raten.

dierike
22.03.2010, 20:30
ich bin 1,64 und habe

einen 55+15 lowe alpine cerro torre. der dienst für trekking mit halbem zelt und campingkram oder für eine längere (z.b. 14 tage) tour, bei der ich zwar in hütten schlafe aber einiges an proviant, z.b. badesachen u.ä. mitkommen. also kein strenges ultralight herrscht. ich bin mit dem sehr zufrieden, hat auch mehrere außentaschen und zusätzlichen eingriff von der vordertasche. die paar gramm mehr ist mir das wert. mehr als diese größe könnte/wollte ich auf bergtouren nicht tragen (ich hab einen uralt 65l rucksack, den ich früher für rucksackreisen benutzt habe, den kann ich schon mal 1-2 std tragen, aber keine 8-10 stunden und 1000-1500hm)

einen vaude tour40. der ist fürs klettern, klettersteiggehen, paartageshüttentouren ohne campingkram. ehrlich gesagt nicht meine allererste wahl, sondern dritte wahl damals. hätte den deuter sl noch besser gefunden und der kleinere lowe alpine ist auch toll (hat aber ein recht hohes eigengewicht und damals gabs ihn nur in dunkel, was ich im sommer nicht toll find), ich habe ihn aber um den halben preis gekriegt und bin im gesamtergebnis schon sehr zufrieden.

ich bin froh um die beiden tourenrucksackabstufungen. würde nicht drauf verzichten wollen. aber gut, musst du entscheiden.

generell bin ich auch ein freund der damenmodelle.

spiels gedanklich für dich durch, welche taschen du außen tatsächlich brauchst und wofür. an was willst/musst du wirklich schnell ran? gut finde ich eine "spinne" also eine gumminetz, in das man mal nasse klamotten stecken kann.

climberBS
24.03.2010, 09:58
Hallo,

würde Dir auch auf Grund der kürzeren Rückenlängen zu einem Damenmodell raten. Favoriten wären hier:
Gregory Deva Serie
Osprey Ariel Serie

Mit m.M.n. leichten Abstufungen am Tragesystem der
Deuter Aircontact Pro SL

Wobei die Tragesysteme durchaus unterschiedlich gut zum "Träger" passen. Anprobieren ist das Maß der Dinge! :oldman:
Falls du mal nach Braunschweig kommst kann ich dir einen Laden nennen der alle drei Firmen und Modelle zum Vergleich da hat.

Frank