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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlafsack oder Reihenhaus?: Rab Q600 oder Alternativen



Lightfoot
03.03.2004, 08:09
Hallo,

habe mich nach einigen schlechten Erfahrungen entschlossen, über den Kauf eines eher hochpreisigen Schlafsacks nachzudenken. Würde mal ganz gerne die Meinung der Experten im Forum dazu hören.

Bin 1,84m lang, sehr dünn und ein absolutes Kälteloch (z.B. war's mir heute nacht in meinem ME Glacier 300 bei 8 Grad Temp. und Windstille auch mit langer Fleece-Hose, Fleecepulli, Schal, Mütze und gefütterter Jacke ungemütlich, dabei vollgefressen und ausgeruht).

Einsatz: frühes Frühjahr bis später Herbst, milde Winternächte in Mitteleuropa. Wasserabweisendes Gewebe wichtig, da meistens ohne Zelt, bzw. mit Mini-Tarp unterwegs.
Bin eher Ultraleichtfan, da zu faul zum Tragen schwerer Rucksäcke.

Dachte z.B. an den Rab Q600 mit Pertex Endurance-Hülle, der nur ca. 1000 gr. wiegen und bis -12 Grad ausreichen soll; vielleicht kann ich in dem bei ca. 0 Grad gemütlich schlafen. Ist das realistisch bei 600 gr. Daune mit 750 cuin? Hat einer Erfahrungen mit dem Teil?

Was wären für Alternativen denkbar?

Ich hoffe, die Ermüdung der Profis beim Schlafsack-Thema (hab mich durch fast alle Threads gefressen und eine gewisse Tendenz dazu festgestellt) ist noch nicht so groß, daß ich dumm sterben muß. :ill:

Corton
03.03.2004, 08:41
Zum Rab Q600: Der ist nur 210cm lang, was bei Deiner Größe extrem knapp werden düfte. Die Gewichtsangabe von 1.000g gilt wohl für eine Kompletthülle aus Pertex Quantum, mit Pertex Endurance wird er etwas schwerer sein. Beziehst Du Dich auf die Seite www.parkasite.de? 500 EUR ist für nen Schlafsack mit 600g Füllung wirklich irrsinnig teuer. Meinst Du wirklich, dass Du so ein absolutes High-End-Teil brauchst? Wenn ja, warum?

Lightfoot
03.03.2004, 13:29
Tja, was heißt schon brauchen.

Ich brauche einen warmen, möglichst leichten, wasser"festen" Schlafsack. Mein Gepäckgewicht (ohne Essen und so) liegt unter 5 kg, weil ich Rucksäcke mit Hüftgurt nun mal hasse, und sollte auch darunter bleiben. Na ja, mehr als 1200 gr. sollte der Sack besser nicht wiegen.

Sicherlich wäre ich für günstigere Alternativen offen! Gibt's die?

Da ich beim Q600 Version extra lang brauchen würde, dürften ja 500 € noch nicht mal ausreichen (hab bei parkasite nach der längeren Version nachgefragt) . Das ist in der Tat heftig, geb ich zu.

Hatte bisher eher auch so an Mittelklasse wie ME Glacier 750 oder Yeti Powerizer 700 gedacht, weiß aber mittlerweile nicht mehr, ob die Temperaturleistung ausreichte. Ich werde jedenfalls (mit zunehmendem Alter, ächz) immer frösteliger. Globetrottel gibt den ME Glacier 750 merkwürdigerweise mit -5 Grad an; bisher lief der doch immer bis -14 Grad.

Wenn man WM mit Dryloft leichter kriegen könnte, wären auch die nicht schlecht; habe aber keine Lust auf 'nen endlos langen Festauftrag.

Bin etwas ratlos!

tereglu
03.03.2004, 13:58
Hallo,

1. aus eigener Erfahrung (bin auch 'ne Frostbeule) und
2. nachdem ich den Schlafsacktest in der aktuellen ALPIN gelesen habe,

würde ich überhaupt nichts mehr auf die Cuin-, Temperatur- und Gewichtswerte der Hersteller geben !!
Die TEstergebnisse waren fast durchweg katastrophal, oder ander gesagt die Firmen übertreiben maßlos.

Ich würde wohl nicht so viel Geld in ein "extravagantes" Modell investieren, sondern eher auf ein bewährtes (vielbenutztes) Modell eines guten Herstellers setzten - und gleich mal 5-10 Grad vom angegebenen Komfortbereich abziehen.

Gruß

Corton
03.03.2004, 16:31
Hatte bisher eher auch so an Mittelklasse wie ME Glacier 750 oder Yeti Powerizer 700 gedacht, weiß aber mittlerweile nicht mehr, ob die Temperaturleistung ausreichte. Ich werde jedenfalls (mit zunehmendem Alter, ächz) immer frösteliger. Globetrottel gibt den ME Glacier 750 merkwürdigerweise mit -5 Grad an; bisher lief der doch immer bis -14 Grad.
Na ja, -14°C ist die Herstellerangabe, die spielt keine Rolle. Sowohl der ME als auch der Yeti haben ein sehr schlechte Daunenfüllung. Das reale Komfort-Limit (Mann) dürfte bei beiden zwischen -5 und -8°C liegen.

(Teure) Alternativen zum Q600: Marmot Helium EQ, FF Lark Event, WM Apache (oder Antelope) Dryloft oder PHD Diamir 500 (oder 700). Beim Helium EQ verwendet Marmot eine beschichtete Version von Pertex Quantum, also eine Art "Pertex Endurance Light" - IMO sehr interessant. Frag doch einfach mal bei Globetrotter nach dem Preis für eine Sonderbestellung. Der US-Preis beträgt 429 $.

Corton

P.S. Auf der ME Seite (UK) tauchen die Glacier Modelle merkwürdigerweise gar nicht mehr auf. :roll:

Lutz
03.03.2004, 17:27
Globetrottel gibt den ME Glacier 750 merkwürdigerweise mit -5 Grad an;

Globetrotter und Fehler im Katalog bzw. auf der Homepage, eigentlich ja nichts Neues, oder??? Wir erinnern uns doch sicher alle noch gerne an die Geschichte mit den snowpeak-Kartuschen... :bg:

Auf der Homepage gibt Globetrotter den Classic Dragon 500 (wie bisher) und den Glacier 750 mit -5°C an - Schwachsinn :bash:

Im Globi-Katalog (Seite 289) hat der Glacier gar keine Temperaturangabe...

ciao
Lutz

felö
03.03.2004, 18:54
Den Empfehlungen von Corton ist mal wieder nichts hinzuzufügen :bg: .

Zum Schalfsacktest im Alpin (oder sollen wir ´nen neuen Thread öffnen?):
Die Tendenz war schon, daß die "Verdächtigen" z.B. Marmot zwar auch gemogelt haben, aber halt doch die beste Daune hatten. Leider hat sich Alpin nicht dazu durchgerungen vergleichbare Temperaturempfehlungen auszusprechen und vergleicht dann auch noch Äpfel mit Birnen, nämlich 1200g Schlafsäcke mit 2200g Schlafsäcken, wie paßt das
Das ist ungefähr so, wie wenn man die S-Klasse mit ´nem Porsche vergleicht und beim Porsche das Raumangebot bemängelt.

Außerdem dürfe es bei Größe L und 1200g im gewünschten Temperaturbereich knapp werden, da allein die Hülle, sofern sie wasserdicht sein sollte schon um die 600-700g (mindestens) wiegt.


Felö

Grashalm
03.03.2004, 21:51
Kann man sich den Test irgendwo online angucken?

-Grashalm

Lightfoot
04.03.2004, 08:05
Vielen dank für Eure Antworten. Ich hab jetzt einen etwas besseren Überblick.

Was natürlich noch zu fragen wäre, ist die Sinnhaftigkeit des wasserabweisenden Bezuges. Wenn man auf den verzichten würde, hätte man ja eine viel größere Auswahl an Modellen. Würde dann vielleicht einen WM bei Globetrotter oder einen Joutsen beim örtlichen Händler nehmen.

Habe im Forum ein bißchen was (eher Positives) über die wasserabweisenden Hüllen gelesen. Bei meinem ME Glacier mußte sie noch nie zeigen, ob's was bringt; hatte bisher aber auch immer unverschämtes Glück mit dem Wetter. Mit Feuchtigkeit von innen gab es wegen des Wetters auch keine großen Probleme; ich bin da aber etwas skeptisch, wenn man mehr in Frühjahr/Herbst kommt und 'nen wärmeren Schlafsack hat.

Wie sieht's bei längeren, feuchten Touren mit dem Trocknen des Schlafsacks aus. Hat da jemand Erfahrungen?

Reicht aus Eurer Sicht auch eine normale Hülle (wie gesagt, schlafe meist unter Minitarp/Poncho)?

Grashalm
04.03.2004, 09:12
http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php/t.4337/

Die Frage stell ich mir auch immer noch, obwohl ich ja antworten bekam.
Ich bezweifle, dass ein wasserabweisender Bezug gegen Bodenfeuchtigkeit, Nebel, Wasserdampf, etc. hilft.

Ich habe genau wie du vor, mir einen teuren Schlafsack zu kaufen, jedoch hab ich wenig Erfahrung mit Daune. Ich frage mich wieviel der Isolationswert durch ein bischen Feuchtigkeit abnimmt...

Corton
04.03.2004, 09:47
Ich bezweifle, dass ein wasserabweisender Bezug gegen Bodenfeuchtigkeit, Nebel, Wasserdampf, etc. hilft.
Ein wasserabweisender Mikrofaser Bezug bringt in diesem Punkt gegenüber einem "normalen" Nylon Bezug schon deutliche Vorteile, was aber nichts daran ändert, dass der Hauptanteil der Feuchtigkeit in den meisten Fällen von innen kommt. Ganz ohne Zelt und Biwaksack kämen für mich persönlich nur die (bis auf die Nähte) wasserdichten (i.S.v. > 1.500mm WS) Bezüge in Frage. Ein Tarp ist sicherlich ein Grenzfall - hängt stark vom Gebiet/Wetter und von der Länge der Tour ab, ob man sich für einen Mikrofaser- oder einen wasserdichten Bezug entscheidet.

Corton

Lightfoot
04.03.2004, 14:27
Merci, ich weiß jetzt Bescheid.

Der Rab Q600 in meiner Größe soll übrigens ca. 535,- € kosten und ca. 1300 gr. (?) wiegen. Meine Begeisterung ist nicht gerade grenzenlos.

Parkasite hat angekündigt, daß ab 01.04.04 neue interessante und etwas günstigere Modelle auf der Homepage zu bestaunen sein werden.

Mal abwarten. Ansonsten freunde ich mich mit dem ME Glacier 750 an.

FlipFlop
01.10.2004, 00:04
ME Glacier 750:
Habe ihn 4 Tage getestet, im Biwak mit Gewitterregen(Dauer 1h) von der Seite.
Aus Sorge um die Daunen zog ich einen"gelben Sack" über die Füße. Bereits nach Sekunden kondensierte an der Innenseite der Mülltüte Feuchtigkeit. Also schnell wieder runter damit. Die Regentropfen perlten doch ganz gut ab.
Morgens legte ich den Glacier einmal außen um den Rucksack, und am nächsten Biwakplatz hing er nochmal 3 Std. im Apfelbaum. Danach war er trocken. Ich glaube, er war mehr von innen durchfeuchtet als von außen. Ich habe ziemlich geschwitzt. Über 5 Grad ist er mir pers. zu warm (mit leichter Unterwäsche und Seideninlett)
Du frierst auch schnell? -Mir bringt eine dicke Evazotematte mehr als ein superwarmer Schlafsack!

Falls du eine empfindliche Nase hast: Jeder Glacier hat eine eigenwilligen Geruch zwischen Gänsestall und Chemiefabrik, besonders wenn er feucht wird, also ständig...... :wink:

mfG, Flip

Carsten010
01.10.2004, 20:50
Temperaturangeben bei Schlafsäcken...

Auch Mountain Equipment wird ab 2005 nach der "neuen" EN13... Norm testen wodurch die Komforttemperaturen deutlich konservativer werden.

Bei Ajungilak haben wir das ja auch schon sehen dürfen.

CU

Carsten