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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SY] Syrien - Kultur abseits der Straßen



Menelaos
09.01.2010, 00:53
Land: Syrien
Reisezeit: Dezember
Region/Kontinent: Vorderasien

Marhaban,

nun, ich hoffe man nimmt diesen kurzen Bericht "wärmend" entgegen zwischen all den Wintertouren-Berichten. Wer jedoch denkt, Syrien ist im Dezember wärmer, könnte fast irren. Abgesehen von ein paar Tagen war es durchgehend bewölkt und hat sogar abends geregnet - ja, in der Wüste hat es geregnet. Das war auch für mich das erste Mal.

Nun gut, kurz zu den Vorbereitungen: Flug ging über Prag mit Czech Airlines - absolut nicht zu empfehlende Airline! War das erste und das letzte Mal für mich, mehr dazu vielleicht später. Gelandet sind wir in Damaskus morgens um ca. 5 Uhr. Wir haben uns dann gar nicht lange in Damaskus aufgehalten sondern sind direkt mit dem Bus raus nach Dayr az Zawr, was im Osten von Syrien liegt. Dort wurden wir dann mittags von einem Bekannten abgeholt, bei dem wir einen Tag blieben.
Am Tag darauf ging dann auch schon unsere Tour los. Wir fuhren in die Stadt um genügend Wasser zu kaufen und besorgten die letzten Dinge. Mit dem Taxi liessen wir uns ein paar Kilometer aus der Stadt bringen und bauten dann unsere Wägen auf. Wir liefen rund 7 Tage Richtung Süden zuerst, später immer mehr Richtung Westen. Am Ende landeten wir wieder auf der Straße zwischen Palmyra und Dayr Az Zawr. Von dort trampten wir Richtung Palmyra wo wir einen weiteren Tag blieben und setzten unsere Tour dann Richtung Damaskus fort. Dort blieben wir zuerst im Hotel bevor wir noch 2 Tage in den Norden über Homs zum Krak de Chevalier reisten. Anschließend gings wieder zurück nach Damaskus wo wir wieder bei Freunden unterkamen. Und somit waren die knapp 20 Tage Syrien bereits vorbei.

Im Folgenden will ich ein paar Bilder zeigen und kommentieren ... damit kann man sich sicherlich besser vorstellen, wie das Ganze ablief. Einen ausführlichen Bericht wird es die Tage sicherlich noch geben, dafür fehlt allerdings gerade noch die Zeit. Wir haben auch noch jede Menge Videos und hochauflösende Bilder, die alle noch verarbeitet werden sollten. :D

Wichtig ist vielleicht auch noch zu sagen, dass das trotz Wüstentrip keine "richtige" Wüstentour war, wie eigentlich geplant. Wer meine anderen Tourenberichte gelesen hat, weiss wovon ich rede. Dieser Trip hatte wohl Wüste eher einen kulturellen Touch. Wir hatten sehr viel Kontakt mit den Bewohnern der Wüste im östlichen Gebiet Syriens. Wir erfuhren wahre, authentische Gastfreundschaft von Leuten, die selbst nichts haben. Wir wurden aber auch selbst Zeuge von den Problemen, die durch den Irakkrieg und den "Kampf gegen den Terror" enstanden sind und die das normale Volk am härtesten trifft. Diese Erfahrungen würde ich zunächst in den Vordergrund rücken. Die eigentlichen, touristischen Highlights Syriens wie Palmyra, Damaskus und das Krak de Chevalier sind eigentlich eher nette "Mitbringsel" im Angesicht der kulturellen Erfahrungen in der Wüste.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/29/P1030431.JPG
Einer unserer beiden Wägen in gepackter Form daheim in Bochum. Eigentlich eine Schande, dass beide die Tour nicht überstanden. Die nächste Generation ist aber bereits in Vorbereitung. :D

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Bei unseren Freunden in Dayr Az Zawr. Wie immer wurden wir einmalig verköstigt.

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In der Stadt shoppten wir noch genügend Wasservorräte - wahrscheinlich ein wenig zuviel. Aber wer konnte wissen, dass es wirklich so "kalt" war. :)
Wir nahmen knapp 80 Liter für 3 Personen mit.

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Der Untergrund war weitestgehend sehr gut, bis auf einige größere Geröllfelder, die unseren Wägen leider den Tod brachten.

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Einer unserer ersten Zeltplätze. Das mitgebrachte Zelt war wohl ein wenig die falsche Wahl. Während der abendlichen Regenschauer und Winden - ja, man kann schon fast von Schauern sprechen - riss ein bereits vorhandenes Loch ein wenig weiter auf als geplant. Wir hatten also eher Probleme mit dem Regen und dem Wind als mit der Sonne und der Hitze. :D

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Eine der zahlreichen, meist sehr freundlichen Begegnungen mit den Einheimischen. Man sollte sich aber darauf einstellen, dass diese Leute nicht wirklich viele Europäer zu sehen bekommen - dementsprechend freundlich bzw. harsch reagieren sie. Wir hatten da so einige Fälle, wo das Gespräch damit anfing, dass wir unsere deutschen Pässe vorzeigten um dem Gegenüber klarzumachen, dass wir keine Spione aus Israel sind.

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Einer der definitiven Lieblings-Beduinen die wir trafen und die uns einluden. Ich habe auf meinen ganzen Reisen in der arabischen Welt selten so einen netten, zuvorkommenden Menschen gesehen, der nichts hatte aber trotzdem alles geteilt hat.

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Aufbruch am frühen Morgen ...

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Wir hatten knapp einen Tag mit einem doch recht heftigen Sandsturm zu kämpfen. Er kam leider genau aus Süd-West, also unserer Gehrichtung. Ich hatte diese Stürme anfangs auch unterschätzt vor allem in der "Schmirgelwirkung". Man ist innerhalb von Minuten komplett mit Sand bedeckt, bis in den letzten Winkel der Socken. Nichtsdestotrotz machten wir uns eher einen Spaß daraus die gegenseitige Verdrecktheit zu diskutieren. :D

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Thumbs Up im Wüstensturm! Alles halb so tragisch ... ;) Wobei ich echt sagen muss, dass es mir diese Erfahrung wert war - sehr interessant.

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Ich empfehle jedem, der in irgendwelche sandigen Gebiete geht, einen Schal oder ähnliches mitzunehmen. Gerade in solchen Situationen kann es sehr ungemütlich werden, wenn die Nase und der Mund nicht geschützt werden können. Micha, rechts im Bild, band sich seine Thermounterhose um den Kopf - funktioniert auch. :D

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Eines der größten Probleme ist es anscheinend, dass man die Orientierung verliert. Läuft man ohne modernes GPS oder Kompass usw. wird es also recht schnell schwierig zu navigieren. Wir liefen zu dieser Zeit einer uralten Straße bzw. Weg hinterher, der genau in die geplante Richtung verlief.

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Meetup mit ein Mitarbeitern einer Ölfirma, die in der Gegend Anlagen besaß. Fotografieren war strengstens verboten!! :D

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Wieder einmal zu Gast bei Beduinen.

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Einer der wundervollen Sonnenuntergänge in der Wüste.

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Nächtlicher Stangenbruch - suboptimal. Wir mussten den Wagen leider zurücklassen da dieser Bruch irreparabel war.

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Zu guter Letzt möchte ich Euch die Komfort-Toiletten unserer Absteige nicht enthalten - was ein Genuß! Eigentlich darf man in diesem Zug nicht erwähnen, dass wir dort die Weihnachtsnacht verbracht haben oder? :)

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http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/29/P1030572.JPG

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/29/P1030582.JPG
Dafür zum Ende noch ein paar Pics des Krak de Chevalier - sehr empfehlenswertes Ausflugsziel. Die Burg ist wirklich sehr gut erhalten und riesengroß.

So, das wars mal kurz und knapp soweit. Es wird sicherlich noch ein weiterer Bericht folgen - vielleicht kopier ich ihn auch hier rein. Weitere Bilder, Videos usw wirds dann hoffentlich bald auf www.desert-trekking.com geben.

Beste Grüße

paddel
09.01.2010, 10:02
Das sieht ja sehr spannend aus. Freue mich schon auf den ausführlichen Bericht.

Und vielen Dank für die Badezimmerbilder. WOW! :o

Jaerven
09.01.2010, 10:37
Sandsturm statt Schneestrum wäre auch mal was.

peter-hoehle
09.01.2010, 10:56
Schöner Anfang
Solche Sanitäranlagen,welche diesen Namen nicht
verdienen gab es auf dem Inka-Trail in Peru auch.:ignore:
Da hilft nur:ab in den Wald

Gruß Peter

Nammalakuru
09.01.2010, 13:18
Sehr schöner Bericht, Domber! Sieht nach ner netten Tour aus. In der doch etwas öden Landschaft sind kulturelle Erlebnisse doch umso mehr wert :grins:
Mit Wüste und regen hatte ich ja kürzlich zumindest mal Berührungspunkte ... ich fands ziemlich überraschend dass das Wasser einfach liegen bleibt. Ein bisschen nass von oben und alles säuft ab - in den Städten war das schon problematisch ... Zumindest für alle die kein 4wd hatten :baetsch:

kann mittlerweile nachvollziehen, dass es dich dort immer wieder hinzieht. Hat was!

Nam

Ro
09.01.2010, 13:33
kann mittlerweile nachvollziehen, dass es dich dort immer wieder hinzieht.
Um ehrlich zu sein sehe ich persönlich den Reiz einer solchen Tour noch nicht so ganz, verfolge den Bericht aber äußerst gespannt und lass mich gerne bekehren. (Muss gleich mal nach Deinen anderen Berichten suchen.). Syrien als Reiseland interessiert mich auch schon seit langem.

Menelaos
09.01.2010, 13:54
Nun, es ist wie mit allen anderen Touren auch: Man sucht eben das, wo man sich selbst am besten verwirklichen kann - wo man sich wohl fühlt und das erlebt, was man erleben möchte. Für mich war das in den letzten Jahren oftmals die Wüste.

Ich kanns nur immer wieder wiederholen: Wir Europäer haben grundsätzlich erst einmal eine starke Ablehnung gegenüber der Wüste. Dies liegt aber zu 90% an der Unwissenheit darüber. Wir scheuen sie weil wir sie als nicht belebbaren Lebensraum kennengelernt haben. Für uns ist sie doch primär Ort des Todes und des Untergangs.
Ganz anders die Bewohner anliegender Gebiete: Diese schätzen die Wüste und respektieren sie ... man hat sozusagen gelernt mit den gegebenen Umständen zu leben. Es ist immer wieder interessant dieses Phänomen zu betrachten.

@Nam
Oman steht bei mir auch noch auf der Liste. Mein Kollege war bereits da und hat interessante Dinge erzählt. Ich hoffe wir können uns demnächst mal wieder darüber austauschen.

@Ro
Ich weiss nicht in welchen Gefilden Du Dich am liebsten rumtreibst, aber ich kann die Wüste nur empfehlen. Vor allem für Leute die eine gewisse Spiritualität suchen, kann so ein Ort ideal sein. (Dann aber bitte nicht Syrien bzw. nicht die Route die wir nahmen :-))
Wie oben bereits geschrieben: Primär ist es die Unwissenheit über das Gefilde und die Angst davor ... wer jedoch einmal dort war und vom Fieber infiziert wurde, der wird immer wieder dahin zurückfahren, glaub mir. :D

Ro
09.01.2010, 14:05
@Ro
Ich weiss nicht in welchen Gefilden Du Dich am liebsten rumtreibst, aber ich kann die Wüste nur empfehlen. [...] wer jedoch einmal dort war und vom Fieber infiziert wurde, der wird immer wieder dahin zurückfahren, glaub mir. :D
Letztes Jahr habe ich auch mal ein ganz bisschen Wüste geschnuppert, mit dem Fahrrad in Marokko (siehe auch mein Profilbild ;-)). Aber nur ein bisschen am Rand auf ausgetretenen Pfaden, zwei Tage etwa. Das Fahrrad ist in der Wüste natürlich auch nicht ideal als Fortbewegungsmittel. Also geil wars schon in dem begrenzten Rahmen, aber bei mir reichts nicht um mich zu so etwas zu motivieren:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/29/P1030497.JPG

Aber ich glaub Dir gerne, dass es Dich nicht mehr loslässt. Unabhängig von der Wüste empfinde ich die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen in islamischen Ländern generell auch als stark süchtig machend.

Gassan
09.01.2010, 14:25
Wow, der Bericht macht definitiv Lust auf mehr.
Toller Bericht :)

Hmm wer weiß, vielleicht werde ich meine kleine Tour ausdehnen. Von unserer Klimazone aus eigener Kraft bis in die Wüste, reizt mich schon irgendwie.

Nammalakuru
09.01.2010, 16:23
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/29/P1030546.JPG


... und wie sahen die sanitären Anlagen aus bevor ihr eingezogen seid? :grins:

wesen
09.01.2010, 16:33
Mal wieder was ganz anderes als die weißen Wintertouren. Obwohl ihr auf den Sandsturmbildern auch nicht viel anders ausseht als Hardangerviddawanderer im Whiteout. :bg:

Ansonsten: Auf euren Bildern sind nur Männer zu sehen.

Wie würden die Bilder aussehen, wenn eine Frau dort reiste?

Menelaos
09.01.2010, 17:41
@Gassan
Ich habe relativ viele Leute getroffen, die per Rad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Mitteleuropa anreisen. Das lässt sich rein visa-technisch auch relativ gut realisieren.

@Nam
Du weisst doch wie stubenrein ich bin :D

@Wesen
Ja, das Reisen mit Frauen in arabischen Ländern ist so eine Sache. Ich selbst habe das noch nicht extensiv betrieben, sondern immer nur kurz aber die Frauen mit denen ich unterwegs war hatten alle selbst genügend Erfahrung in Sachen arabischer Alltag.
Ich weiss daher nicht wirklich, wie das Ganze ausgegangen wäre. Unsere Beduinen haben ihre Frauen erstaunlicherweise sehr gut behandelt, als Europäerin solltest Du aber prinzipiell keine wirklichen Probleme bekommen. Also anfassen wird Dich niemand, leidiglich auf eine Menge Blicke kannst Du Dich sicherlich gefasst machen.
Alleine würde ich solche Trips nicht machen als Frau ... dazu waren die Leute in der Gegend wirklich ein wenig zu "crazy". :D

Ari
10.01.2010, 03:18
Ein sehr interessanter Bericht aus einer Gegend von der man (touristisch) eher selten was hört. Vielen Dank dafür :D

Ich habe mich auch deshalb sehr gefreut, weil ich als Kind ein paar Jahre (4 1/2) dort verbacht habe und z.B. das Krak mehr als einmal auf der Besuchsliste unserer Familie stand.

So sah das dort Anfang der Siebziger aus (Dias von meinem Vater):

Mich haben damals die Wassergräben sehr beeindruckt:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/krak1.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/8947)

Hinten rechts, das bin ich als Stift.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/krak2.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/8948)

Menelaos
10.01.2010, 20:17
@Ari
Sehr nice ... aber da hat sich nicht viel verändert, das kann ich Dir versichern. :)

Die restlichen Bilder kann man hier einsehen: http://fotos.code-foundation.de/syria2009/

Dominik
10.01.2010, 20:25
Hey Mene,

sieht alles sehr spannend aus. Auch der Kontakt zu den Einheimischen ist sehr reizvoll - es muss nicht immer die völlige Einsamkeit sein.

Freue mich über den Bericht
Grüße aus Bonn
Dom

Ewald
11.01.2010, 12:30
Ich mag das Foto, ohne Scheixx:
http://img696.imageshack.us/img696/4251/eself.jpg

yetimensch
15.01.2010, 03:38
Mich wundert, dass ihr dort so ohne grössere Probleme durch das Gelände gelaufen seit. Ich hatte letztes Jahr in einem bestimmten Teil von Syrien Full-Service-Betreuung durch die netten "Passport please, Father/ Mother name..."-Mitarbeiter. War echt toll, brauchte nie nach dem Weg oder Verkehrsmittel fragen, ging nur von einem Auto/ Bus in den nächsten :bg:. Ob da wohl was in der Wüste versteckt ist... :wohoo:

Das mit der Gastfreundschaft kann ich übrigens nur bestätigen. Einzig in den Touristenzentren (Damaskus, Tadmor, Aleppo...) sollte man sich nichts gefallen lassen, probieren einen teilweise wirklich auf die dummdreiste Methode abzuzocken. Kommt mittlerweile vermutlich auch durch die vielen Sprachtouristen, die ihrerseits auch manchmal die Gastfreundschaft etwas überstrapazieren. Denn man findet dort auch Armut in einer anderen Grössenordnung als bei uns, und von wem sollen sie es sonst holen, als von den relativ wohlhabenden Touristen.

Das beste Kebab gibt es übrigens in Abu Kamal. Wo man als :hahaa: Ausländer aber eher auffällt... :D

Menelaos
15.01.2010, 17:36
Mich wundert, dass ihr dort so ohne grössere Probleme durch das Gelände gelaufen seit.
Nunja ... ich hab die schwierigen Passagen bisher rausgelassen... die wahre Story werden wir aber wohl eher für uns behalten bzw. teilweise vielleicht in einem kommenden Bericht einbauen.
Tatsächlich war es alles mehr als schwierig dort mit den politischen Umständen. Syrien würde ich daher als Wüstenreiseland NICHT empfehlen.

Menelaos
05.02.2010, 16:44
Hier nun unser endgültiger Reisebericht. Das ganze bebildert mit weiteren Infos gibts auch noch hier:

http://www.desert-trekking.com/adventures.html#5

Spät in der Nacht auf den 14. Dezember 2009 flogen wir zu dritt aus zwei verschiedenen Städten nach Prag um von dort gemeinsam nach Damaskus zu fliegen. Es sollte die erste größere Tour zu dritt werden.

Ausgerüstet mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten, den beiden Wüstensulkys und Studienunterlagen freuen wir uns auf rund 20 Tage Syrien. Gegen 3:30 Uhr kommen wir in Damaskus INT an und begeben uns von dort auch direkt Richtung Deir ez-Zor im Osten Syriens. Diese Stadt, an den Ufern des Euphrat gelegen, ist heute die wichtigste Region für die Erdölförderung in Syrien. Touristisch gesehen bietet Deir eu-Zor allerdings nicht wirklich viel.

Gegen Mittag kommen wir am Busbahnhof an und werden eher unfreundlich von der lokalen Geheimpolizei begrüsst. Das anschließende Frage-Antwort Spiel ist in dieser Stadt anscheinend üblich, da immer wieder ausländische Reporter als Touristen getarnt, versuchen, über Deir ez-Zor Richtung Irak zu gelangen. Auch wir und der Bekannte, der uns am Bahnhof abholt, werden hartnäckig nach unseren weiteren Absichten befragt. Darüber dass wir nicht regulär in einem Hotel untergebracht waren, sondern bei einem Kollegen von Michael unterkamen, den er aus einer früheren Syrienreise bereits kannte, war der fragende Polizist nicht gerade erfreut. Nach etlichem Hin und Her verließen wir die Busstation um mit einem Taxi rund 20 Km in ein kleineres Dorf zu fahren.

Wir verbrachten den restlichen Tag bei Michaels Freund mit dem Genuss der arabischen Gastfreundschaft. Das Brot, im hauseigenen Ofen hinter dem Haus gebacken, war ein wahrer Genuss. Nach einer geruhsamen Nacht brachen wir am nächsten Tag wieder Richtung Deir ez-Zor auf. Wir wollten an diesem Tag bereits in die Wüste starten und mussten noch einige Besorgungen machen.

In der Stadt stellt sich die Frage der Wasserbesorgung als nicht ganz einfach heraus. Es gab zunächst keinen Laden wo man eben mal 90 Liter Wasser kaufen konnte. Dagegen war der Einkauf von rund 160 Fladenbroten eher einfach zu realisieren. Mit Hilfe einiger Studenten gelang uns aber auch der erfolgreiche Einkauf des benötigten Wassers und gegen Abend konnten wir den Besitzer eines Ladens davon überzeugen, uns für ein kleines Trinkgeld ein paar Kilometer aus der Stadt zu fahren. Die Tour konnte beginnen. Wir waren allerdings bis zur Dämmerung mit dem Aufbau der Sulkies zu Gange so dass an diesem Tag nicht mehr viel Kilometer zu machen waren.

Die ersten 3 Tage verliefen etwas zögerlich, da wir unsere eigentlich geplante Route einige Male ungewollt ändern mussten. Es stellte sich nach und nach heraus, dass der Einstiegspunkt für die Tour nicht gut gewählt war. Wir waren noch viel zu weit nördlich, so dass wir etliche Ölbor-Anlagen, von den Arabern liebevoll Bim-Bam genannt, umgehen bzw. queren mussten. Wir waren alle genervt von der Situation.

Die Situation spitzte sich zu als wir am dritten Tag inmitten der Wüste auf eine riesige Mülldeponie stießen. Mit hohem Stacheldraht umgeben bildete diese ein riesiges, hässliches Hindernis, was es nun galt zu umgehen. Die Stimmung war mehr oder weniger am Tiefpunkt und wurde durch aggressive Begegnungen mit lokalen Beduinen nur noch schlimmer. Zwei Beduinen, die uns mit ihrem Motorrad verfolgten, nahmen uns ohne zu Fragen mehrere Brote ab. Wir wurden nun durch die aggressive Haltung der lokal ansässigen Menschen verunsichert. Bei einem weiteren Treffen wurden wir beschimpft und um ein Haar körperlich angegriffen, da zwei Beduinen dachten, wir wären illegal eingereiste Israelis. Erst das Vorzeigen des deutschen Passes verhinderte Schlimmeres.

Obwohl wir von Anfang an versuchten, den Kontakt zu Menschen so minimal wie möglich zu halten, kam es immer wieder zu solchen Vorkommnissen. Wir vermuten nach wie vor, dass die eigentliche Intention dieser Menschen nicht böse war, sondern dass sie genauso verunsichert waren wie wir und es dadurch zu diesen teilweise bedauerlichen Zusammentreffen kam. Neben den unerfreulichen Vorkommnissen gab es aber auch immer wieder sehr freundliche Treffen wie die folgenden Tage zeigen sollten.

Am 4. Tag weitete sich das Land mehr und mehr und auch der teilweise sehr sandige Untergrund wich härterem Boden. Dies war ein Segen für unsere Sulkies aber auch für unsere Stimmung - wir begannen die Tour zu geniessen. Wir passierten am frühen Abend in respektvollem Abstand eine Beduinensiedlung, als uns ein älterer Herr auf einem alten Fahrrad folgte. Wir wurden nach den standardmässigen Begrüssungsfloskeln von diesem sehr charmant wirkenden Mann gefragt, ob wir nicht die Nacht in seinem Zelt verbringen möchten. Nach kurzer Überlegungszeit entschieden wir uns gegen unseren eigentlichen Plan, irgendwo wieder in der Wüste zu zelten und ergriffen diese Chance auf ein warmes Feuer und etwas schmackhaftes zu Essen. Grund für diese Entscheidung war unter anderem, dass ein Sulky gerade auf dem besten Wege war, den Geist aufzugeben - Stangenbruch, irreparabel!

Im Zelt unseres Gastgebers angekommen, wurden wir von einer Menschentraube mit höchster Gastfreundlichkeit empfangen und fast wie Götter behandelt. Es war eine Wohltat bei diesen freundlichen, zuvorkommenden Menschen Gast zu sein. Obwohl unser Gastgeber nicht viel mehr als ein Zelt und eine kleine Herde Ziegen und Schafe besaß, wurden wir köstlich bekocht. Allerdings hielt das fröhliche Beisammensein nicht lange an. Mit der Ankunft eines Allrad-Jeeps neben dem Zelt kündigte sich die Geheimpolizei an. Die gute Stimmung war umgehend verflogen. Respektlos wurde unser Gastgeber samt Sippschaft des eigenen Zeltes verwiesen und wir waren mit einem Polizisten alleine. In gebrochenem Englisch und mit einem zwanghaften Lächeln auf den Lippen wurden wir nach unseren Pässen und einigen Informationen wie den Vornamen unserer Väter gefragt. Der Polizist notierte all dies mehr oder weniger sauber in ein Michey-Maus Schulheft. Nach weiterem Smalltalk hatte der Spuck aber auch ein Ende und die Polizei verschwand genauso schnell wie sie gekommen war.

Auch wenn die Konversation mit unserem Gastgeber und den Menschen, die aus allen Richtungen auftauchten, schwierig war, hatten wir alle unseren Spaß. Wir merkten, dass in dieser Gegend wohl noch nie ein Tourist wirklich halt gemacht hatte, denn gerade für die Kinder waren wir Menschen von einem anderen Planeten. Europäer! Wir schliefen diese Nacht sehr gut und weich, nachdem wir auf einem riesigen Lager Matratzen nächtigten, die man hinter dem Zelt für uns hergezaubert hatte.

Am nächsten Morgen wurden wir sehr früh geweckt und begaben uns auch kurze Zeit später mit nur noch einem Sulky auf den Weg. Den zweiten Sulky liessen wir inklusive Räder, sonstigem Zubehör und einem unserer Wassersäcke bei unserem Gastvater zurück. Eine der Querverstrebungen war gebrochen dies konnte man ohne Ersatzteile vor Ort nicht mehr reparieren. Bereits während des frühen Mittags begann der Gegenwind stärker zu werden. Mit der Zunahme des Sturms begann die Situation nach und nach unbequem zu werden. Niemand von uns hatte zuvor so einen heftigen Sandsturm erlebt. Obwohl es am Anfang noch interessant zu sein schien, zog ganz plötzlich der Himmel zu und die Sichtweite wurde drastisch eingeschränkt. Wir entschieden uns dennoch weiter zu laufen und gegen Abend ließ der Sturm nach und es klarte wieder auf.

Am sechsten Tag waren es noch rund 100 Kilometer bis Palmyra und wir entschieden uns dafür, einige Kilometer im Gewaltmarsch hinter uns zu bringen. Dies funktionierte auch recht gut, bis wir am Abend rund 40 Km Luftlinie gelaufen waren und die Stange des zweiten Wüstensulkies auch noch brach. Somit war auch unser letzter mobiler Wasserspeicher am Ende und wir mussten auch diesen in der Wüste zurücklassen.

Wir liefen noch einige Kilometer mit dem restlichen Wasser auf dem Rücken, entschieden uns dann aber zu nächtigen und weiter zu überlegen, was wir tun würden. Wir entschieden uns am nächsten Tag wieder nördlich Richtung Straße zu laufen, da die Motivation nun am Tiefpunkt angelangt war und beide mobile Wasserspeicher nicht mehr einsatzfähig waren. Angelangt versuchten wir Richtung Palmyra zu trampen, was uns auch nach ca. 1 Stunde gelang - damit war das Wüstenabenteuer diesmal bereits nach 7 Tagen vorbei, was sich aber nicht als weiter schlimm herausstellte. Syrien bietet eine Menge Sehenswürdigkeiten sowohl für den touristischen Mainstream als auch für den ausgefalleneren Individualtouristen.

Fazit:

Syrien ist, wie alle arabisch geprägten Länder, ein Platz für Abendteuer, 1001-Nacht und einprägsame Erfahrungen. Allerdings werden dem Individualreisenden in den östlichen Gebieten auf Grund der geografischen Nähe zum Brennpunkt Irak einige große Hindernisse in den Weg geschmissen, die das Reisen dort nicht gerade angenehm machen. Es ist dennoch zu empfehlen, von den Mainstream Touristenhochburgen einen Schritt ins Ungewisse zu wagen und die Plätze zu besuchen, die nicht rot markiert auf der Landkarte sind. Wie in unserem Fall wird man dort meistens mit offenen Händen und einer unvergesslichen Gastfreundschaft empfangen.

Snorri
06.02.2010, 11:02
Echt interessanter Bericht, und tolle Bilder!
Meine Freundin will schon lange mal in die Wüste oder in Wüstenähnliches Gebiet, ich selbst bin mir da immer noch unschlüssig, aber je mehr tolle Berichte ich lese desto mehr reizt es mich auch. Ich würde dir gerne noch einige Fragen stellen:
Auf den Bildern seht ihr immer so locker beladen aus, wo habt ihr das ganze Wasser versteckt? ;-)
Welche Länder bzw. Gegenden würdest du für Anfänger empfehlen, ein Land wie Syrien wäre mir nämlich erhlich gesagt zu Unsicher bzw. wegen Irak einfach zuviel Stress.
Diese Sulkys sind die komplett selbstgebaut? Was kostet so ein Teil?

Grüsse

Snorri

Menelaos
06.02.2010, 19:22
Meine Freundin will schon lange mal in die Wüste oder in Wüstenähnliches Gebiet, ich selbst bin mir da immer noch unschlüssig, aber je mehr tolle Berichte ich lese desto mehr reizt es mich auch.
Dann solltest Du vielleicht den Wünschen Deiner Frau nachkommen. Ich kann sie da durchaus verstehen - dadurch dass wir Europäer noch (!!!) nicht in den Genuss gekommen sind, eine eigene richtige Wüste bei uns zu haben, interessieren wir uns natürlich dafür. Wobei das Interesse bei vielen jedoch nur oberflächlich ist, da es gleichzeitig von Angst und Langeweile vor der anscheinenden Monotonie der Wüste erdrückt wird. Nur bei wenige, die es vorhaben, fahren auch wirklich in die Wüste.


Ich würde dir gerne noch einige Fragen stellen:
Auf den Bildern seht ihr immer so locker beladen aus, wo habt ihr das ganze Wasser versteckt? ;-)
Auf den Sulkys ... das is ja der Witz bei der Sache. Da wir autonom sein wollen, bzw. alleine sein wollen, lösen wir so das Wasseproblem. Vielleicht sieht das recht easy aus alles, aber von alleine läuft der Wagen auch nicht. :D
Und wie ich schon immer zu sagen pflegte: Alles steht und fällt mit dem Untergrund!


Welche Länder bzw. Gegenden würdest du für Anfänger empfehlen, ein Land wie Syrien wäre mir nämlich erhlich gesagt zu Unsicher bzw. wegen Irak einfach zuviel Stress.
Kann ich verstehen, würde ich ähnlich sehen. Die Frage ist immer, wie Ihr Euch den Einstieg vorstellt ... Ihr könntet beispielsweise erstmal den Einstieg mit einer geführten Tour wagen ... siehe auch diesen Thread: http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?t=39705

Würde ich definitiv empfehlen, da die Wüste keine Spielwiese ist. Zitat von meiner Seite:

"Wüstentouren können prinzipiell von jedem Menschen absolviert werden. Wer bereits ausgedehnte Trekkingtouren in Europa erfolgreich gemeistert hat, der kann auch alleinige Touren in die Wüste planen! Wüstenläufer sind keine Übermenschen oder Extremsportler per Definition. Sicherlich sollte man nicht gleich mit den mehrwöchigen Touren starten, sondern vielleicht erstmal mit einer 2-tägigen Tour ein wenig Vorschnuppern. Allerdings sind Wüstentouren kein Zauberstück!"

Ich fänds natürlich super, wenn Ihr irgendwann Eure eigene Tour plant und erfolgreich durchziehen würdet - aber für den Anfang ist das ein wenig zuviel verlangt. Habt Ihr denn allgemein Trekkingerfahrung?

Zwecks Länder:
Marokko und Ägypten sind imho recht gute Einstiegsländer. Dort gibts genügend Anbieter für Wüstentrips ... seid Euch aber im Klaren, dass gekaufte Touren nur wenig mit der eigentlichen "Wüste" zu tun hat. Ich habe solche Trips selber mitgemacht und letztendlich ist das meistens nur "erkauftes" Vertrauen. DAs ist aber ok für den Anfang.

Pauschal ein perfektes Einstiegsland zu definieren ist schwierig ...

Schaut erstmal wie Euer Körper und Geist reagiert. Denn die Wüste belastet vor allem Europäer ungemein auf die verschiedensten Arten - körperlich wie geistig. Wir sind es nicht gewohnt in Gegenden zu sein, wo zunächst eine vollkommene Leere zu sein scheint. Hinzu kommen die körperlichen Anstrengungen durch Hitze, Sand und der ständigen Problematik durch Dehydration. Abgesehen davon wirkt die Wüste auf uns zunächst als Bedrohung. Es existiert dort ein Lebensraum, für den wir uns als nicht geschaffen ansehen. Diese Angst besitzt aber absolut ihre Daseinsberechtigung und sollte eigentlich immer unser Begleiter sein, denn sie könnte es sein, die uns nacher vor dem eigentlichen Unglück bewahrt.


Diese Sulkys sind die komplett selbstgebaut? Was kostet so ein Teil?
Antworten auf diese Frage gibts hier:
http://www.desert-trekking.com/equipment.html#1
und hier:
http://www.desert-trekking.com/preparation.html#4

Snorri
07.02.2010, 10:48
Hallo Menelaos, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Als Ort finde ich die Wüste schon sehr reizvoll, aber ich habe vorallem Bedenken bezüglich der Hitze, weil ich mit dieser einfach relativ schlecht klar komme. Und der Punkt mit der Monotonie, wenn mann im Winter durch gewisse Gebiete Lapplands geht ist auch nur Fels und Schnee, also Schneewüste und das fand ich auch nie Langweilig. Daher denke ich wäre das sicherlich kein Problem.

Also wir würden schon eher eine geführte Tour machen, obwohl es zwar nicht das gleiche ist wie wenn man alleine losgeht und alles allein geplant hat gibt es doch Sicherheit und eine schrittweise Annäherung ans Thema. Als wir im Winter 2004 das allererste mal in Lappland waren hatten wir auch eine Blockhütte gemietet und dann gebuchte Touren mit Hundeschlitten und Skis und Rentiertour etc. gemacht um einfach mal langsam an das ganze ran zu gehen, zu Fuss auch nur so Eintagestouren. Aber ich fand, dass es für später viel bringt.

Also unsere Trekkingerfahrung beruht auf 7 Wochen Irland Rundreise mit Rucksack und Zelt, Mehrere 1-3 Wochentrekks in Skandinavien im Sommer und auch im Winter, und hier in der Schweiz gehen wir wann immer möglich in die Berge wandern bzw. seit kurzem klettern. Ausserdem waren ich noch 2 Wochen in Kanada im Nationalpark unterwegs. Daher würde ich sagen ist unsere Erfahrung solide aber sicher nicht wie die von einem alten Hase, nach den Forumskriterien (1-7) würde ich sagen 4.

Hehe genau von Marokko schwärmt mein Schatz immer bzw. sagt Sie immer ich will mal nach Marokko und Marakesh anschauen und dann mit Kamelen in die Wüste oder zu Fuss. Vielleicht könnte man ja eine Kulturreise mit einer kleinen Schnuppertour in die Wüste verbinden.
Findet man auch so geführte Touren für z.B. 3 Tage? Weil ich möchte nicht eine Woche buchen und wenn ich mit der Hitze nicht klar komme dann nach 2 Tagen abbrechen müssen.

Grüsse

Snorri

pushbike
07.02.2010, 11:52
Hi snorri,

mach Dir mal wegen der Hitze keinen Kopf. Fahr im Winter, dann hast das Problem nicht. Im Gegenteil, nachts ist sogar Frost drin.

Was Guides etc. betrifft, dürften die vor Ort recht leicht zu finden sein.

Gruß

Menelaos
07.02.2010, 11:53
Marokko ist hierfür sicherlich keine schlechte Wahl. Marrakesch ist atemberaubend - sehr sehenswert für 2-4 Tage.
Anbieter für kleine Touren gibts im Süden jede Menge ... in Zagora gibt es einen kleinen, wirklich sehr netten Campingplatz namens "prent ton temps". Der Besitzer kann supi deutsch, war 8 Jahre in Köln und hat dort gekellnert. Er kann Dir sicherlich helfen und zum Ausspannen nach der stressigen Fahrt von Marrakesch über den Atlas sicherlich angebracht.

Aber Du wirst auch anderswo sicherlich gute Anbieter finden - ich kann Dir da leider nicht mit Erfahrungswerten dienen. Meine Empfehlung ist aber: Hole Dir von mehreren Leuten Erfahrungsberichte usw ... und entscheide Dich dann.

Wegen der Hitze:
Wie gerade von pushbike angemerkt wirds nachts relativ kühl. Hitze entsteht nur dann, wenn kein Wind geht und die Sonne erbarmungslos brennt. Es ist also mehr Sache des nicht vorhandenen Schattens ... und wenn man sich dann noch körperlich betätigt, wirds halt sehr schnell sehr warm. :bg:

Snorri
07.02.2010, 13:24
Ok, vielen Dank. Ich werde mich mal mit dem ganzen auseinander setzen und mich mal informieren, habe ja keinen Stress da bis Frühling 2011 eh unsere ganzen Ferien schon verplant sind.

Grüsse Snorri

Markus K.
11.02.2010, 09:29
Hey Alter!
Respekt für Eure Tour. Interessant wie sich die beiden Berichte unterscheiden. Nach dem ersten konnte man denken. Alles locker, alles easy. Nach dem zweiten mit der Geheimpolizei, aggressiven Einheimischen sieht die Sache anderst aus.

Was denkst Du war das Problem mit den Sulkies? Ist eigentlich ungewöhnlich, dass beide kaputt gehen. Hattet Ihr die Teile überladen? Was war das Gewicht je Karren? Sind beide an der gleichen Stelle gebrochen? Hattet Ihr zu grosse punktuelle Belastungen?

Gruss Markus

Menelaos
12.02.2010, 13:34
Was denkst Du war das Problem mit den Sulkies? Ist eigentlich ungewöhnlich, dass beide kaputt gehen. Hattet Ihr die Teile überladen? Was war das Gewicht je Karren? Sind beide an der gleichen Stelle gebrochen? Hattet Ihr zu grosse punktuelle Belastungen?


Hi Markus,

das mit der Polizei ist einfach nur nervig ... und das mit den Einheimischen auch. Alles in Allem haben die positiven Erfahrungen überwogen. :D

Problem für die Sulkies:
Der Untergrund war teilweise zu felsig ... dadurch waren die Geräte sehr belastet worden. Überladen hatten wir sie eigentlich nicht. 30-50 Kg pro Teil.

Insgesamt sind diese Sulkies aber nicht für harte Trips ausgelegt. Dafür ist die Konstruktion einfach zu primitiv. Da muss schon eigentlich ne professionelle Eigenkonstruktion her, die genau auf die Anforderungen zugeschnitten ist.
Ich glaub ja, es sind beide an der gleichen Stelle gebrochen. :D

Egal, die nächste Konstruktion ist schon in Planung - diesmal mit professioneller Unterstützung, hoffentlich.

Markus K.
12.02.2010, 14:25
Egal, die nächste Konstruktion ist schon in Planung - diesmal mit professioneller Unterstützung, hoffentlich.

Hi Mene,
und was wird das Teil dann wiegen? Hast Du die vorherigen Sulkies mal gewogen? Nur mal so zum Vergleich...
Willst Du Dir mal meine anschauen? Soll ich sie Dir mal zukommen lassen?
Hast Du zufällig die vordere Querstange mitgebracht?

Gruss Markus

utor
12.02.2010, 20:02
vielen dank für den interessanten bericht. bestätigt aber auch meinen eindruck von letztem jahr, dass das land zu wandern nur mäßig geeignet ist, eben wegen der mißtrauischen staatsmacht und anderen problemen. nichtsdestotrotz will ich dort auch wieder hin, einfach wegen der überwältigenden gastfreundschaft.

5sterne
utor

Menelaos
14.02.2010, 17:39
Hi Markus,

es gibt erst sehr unkonkrete Pläne. Hast Du denn ein neuen Sulky gebaut oder noch den alten aus Australien?
Die Querstange liegt noch in Syrien :D

Markus K.
16.02.2010, 09:27
Habe natürlich noch den fast unzerstörbaren alten. Mir ging es weniger um das Gestänge sondern mehr um die Auflagefläche aus 1000er Cordura.
Wenn ich mir die Bilder von Euren Sulkies anschaue, war durch die Zurrbändel, die die Auflage an dem Rahmen befestigt haben, die punktuelle Belastung so gross, dass ein der einen Stelle ein Bruch entstanden ist. Bei meiner Auflage, wird das Gewicht auf die ganzen Querstangen übertragen.

Was haben Eure Sulkies eigentlich gewogen?

Gruss Markus

Menelaos
16.02.2010, 12:31
Jeweils voll beladen, ich denke so +- 40Kg ... man hätte das auch noch runterschrauben können. Anyway, vielleicht isses auch gut, dass sie gerade jetzt in Syrien den Geist aufgegeben haben, so ist Platz für Neues.
Und irgendwo in den großen Wüsten, abseits von jeglicher Zivilisation, hätte das wohl bei Weitem schlechter gepasst.

Enja
28.02.2010, 15:28
Hallo,

ich halte Syrien für eine gute Wahl für Einsteiger. Tatsächlich ist es im Moment mein Lieblings-Reiseland im Nahen Osten.

Vielleicht ist gerade so eine Männer-Gruppe der Grund, weshalb es manchmal unangenehm wurde? Ich war dort sowohl allein, als auch mit meinem Mann und zweimal sogar auch mit den Kindern unterwegs. Allein würde ich allerdings wohl eher nicht durch die Wüste laufen.

Die Kälte ist tatsächlich manchmal barbarisch. Ich erinnere mich noch gut an Ostern in Palmyra im Schneesturm. Selten so gefroren.

Wo war denn das schicke Hotel? Erinnert mich an unseres in Deir az Zor. Aber das war es ja wohl nicht.

In Syrien finde ich es ziemlich hilfreich, dass mein Arabisch relativ brauchbar ist. Andere Verständigungsmöglichkeiten finde ich ziemlich knapp.

yetimensch
23.05.2010, 00:28
@menelaos

Seid übrigens froh, dass ihr da "nur" über die Müllkippe gestolpert seid ;-). Allgemein lässt sich aber sagen, solange man sein Handy (lokaler Provider) eingeschalten hat, ist man in Syrien auf der relativ sicheren Seite unterwegs :bg:. Wobei ich trotzdem davon ausgehe, dass man da wo man nicht hinsoll auch nicht hinkommt, andererseits konnte ich mich 10km vor der irakischen Grenze im äussersten Süden mutterseelenallein bewegen (was eigentlich nicht hätte sein dürfen), dafür hatte ich an der türkischen Grenze im Norden, die schon angesprochene Rundumdieuhrbetreuung (ebenso ungewöhnlich). War allerdings echt praktisch von Kamishli bis Deir in Rekordzeit ohne einmal nach dem Weg fragen, oder selber den richtigen Bus suchen zu müssen...:bg:... man vermisst diese arabische Serviceoase dort recht schnell in unserer globalen Dienstleistungswüste :lol:.