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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion - Zeltprojekt



felö
27.11.2009, 15:11
Bin am Überlegen, ein Single-Wall Zelt zu nähen und schlage mich mit verschiedenen Ideen zum Design rum.

Mir geht´s nicht um eine Diskussion Einwandzelt - Doppelwandzelt,da ich mir bewußt bin, dass ich so ein Zelt seeeehr selten brauche und nutzen werde - mir geht´s eher um die Realisierung einer Idee.

Prinzipiell soll es ein einfaches Kuppelzelt werden, eventuell mit angenähter Apside.

Nun bin ich etwas unschlüssig, ob ich das Gestänge

1. lieber im Zelt unterbringe (wie z.B. bei den Bibler Tents): wahrscheinlich einfach zu nähen, am Gestänge könnte man Licht/Hängekocher usw. befestigen oder

2. außenliegende Gestängekanäle annähe (z.B. Terra Nova Gemini): Zelt ist einfach von außen aufzubauen und man hätte kein Problem mit dem Kondenswasser am Gestänge, allerdings z.B. mehr Nähte oder

3. Dritte Variante wäre, das Gestänge einzuklippen (z.B. Hilleberg Staika/Mountain Hardwear): nicht so mein Favorit, u.a. schwieriger zu konstruieren.

So dass ich zwischen Lösung 1 und 2 schwanke.

Gibt´s Meinungen/Anregungen/Designvorschläge?

Gruß Felö

buntekuh
27.11.2009, 15:27
1. lieber im Zelt unterbringe (wie z.B. bei den Bibler Tents): wahrscheinlich einfach zu nähen, am Gestänge könnte man Licht/Hängekocher usw. befestigen oder

2. außenliegende Gestängekanäle annähe (z.B. Terra Nova Gemini): Zelt ist einfach von außen aufzubauen und man hätte kein Problem mit dem Kondenswasser am Gestänge, allerdings z.B. mehr Nähte oder

Bislang hab ich noch kein Zelt mit innenliegendem Gestänge in Natur gesehen oder aufgebaut. Außeliegende Gestänge stelle ich mir einfacher aufzubauen vor, aber da kann ich mich teuschen. Sollte das Gestänge mal brechen, ist ein außenliegendes Gestänge sicher im Vorteil, da es sich nicht durch das Außenmaterial, sondern nur den Gestängekanal bohren kann. Ein innenliegendes Gestänge bietet weniger Windangriffsfläche.

Prachttaucher
27.11.2009, 15:51
Mein Tatonka Mountain Dome Plus hat innenliegendes Gestänge. Das Innenzelt wird eingeklickt, das Überzelt wird rübergeworfen und über die durchgehende Firststange fixiert. Das Gestänge wird so durch das Überzelt zusätzlich stabilisiert. Ich denke irgendwie muß das Gestänge aber schon am ÜZ fixiert werden. Vielleicht nur mit Bändchen ?

Gersprenzfischer
27.11.2009, 16:18
Prinzipiell soll es ein einfaches Kuppelzelt werden, eventuell mit angenähter Apside.


Gruß Felö

Die Gretchenfrage ist, soll es selbsttragend sein, oder magst Du auch Häringe benutzen. Bei letzterem, weißt Du, welche Zeltform ich Dir empfehlen würde.:bg:

Ein Kuppelzelt finde ich extrem schwer zu realisieren, Du brauchst entweder ein gutes Modell, oder eine gute Software, damit das ganze später schön in Form kommt. Dann brauchst Du geeignetes Gestänge. Für seltenen Einsatz ein ganz schöner Aufwand... Dazu kreuzen sich die STangen an der Dachspitze, ein konstruktives Problem, was gut bedacht werden will (Es sei denn Du dachtest an einen Geodäten, da hast Du aber noch mehr Kreuzpunkte...)

Falls Du jetzt immer noch ein Kuppelzelt willst, wären vielleicht Innenschlaufen, auf jeden Fall keine durchgehenden Gestängeschläuche eine Lösung. Dadurch wurde das Gestänge teilweise blank liegen und Du könntest es tatsächlich für Halterungen etc. nutzen. Statt Apside würde ich eher das Zelt vergrößern, da Apsiden sowieso nie freistehend sind und in den Außenrundungen der Kuppel genug schwer nutzbarer Platz ist. Außenschlaufen wären natürlich die gegenteilige Option, aber Schlaufen sind wieder Undichtigkeitsstellen. Ach ja, die Belüftung ist bei einer Kuppel auch mehr als problematisch...

Aber am einfachsten ist und bleibt ein Lavvu. Einfach zu nähen, tausende Jahre bewährtes Prinzip, windstabil, leicht, einfach aufzubauen etc. Wie wärs denn alternativ mit einem freistehenden Lavvu, vielleicht nur als 4-Eck, wobei das durch das Gestänge deutlich schwerer werden wird.

schmiedin
27.11.2009, 17:07
Hei,

finde 3 am praktischsten. Man braucht beim Zeltaufbau nicht so viel Platz rundum zum Stangen in die Tunnels popeln, wenn Du Gummi fürs annähen der Clips verwendest spannt sich das Zelt von selbst nach, der Aufbau geht schneller und Du kannst die Clips im Winter auch noch mit Handschuhen problemlos befestigen.
Habe selbst ein Zelt mit Tunnels (Tatonka Sherpa Dome), Clips kenne ich vom Vaude Marc II das einem Freund gehört. Würde schon tauschen aber mehr wegen dem Aufstellsystem, also weil beim Marc II Innen- und Aussenzelt gleichzeitig aufgestellt werden können. Wenn mich mal die Muße küsst bau ich mein Tatonka um.

btw. macht ein Clipsystem an einem selbsgemachten Zelt schon Eindruck find ich.;-)

Freak
27.11.2009, 17:16
Zu 1.:
Ich hab bei meinem BD Firstlight die Erfahrung gemacht, das sich besonders an dem Gestänge im Inneren Kondens bildet. Dies läuft dann an den Stangen entlang und tropft mir irgendwie immer ins Gesicht. :bg:

wulxc
27.11.2009, 17:17
Hallo,

einige Überlegungen zu den Varianten

zu 1: Die spannende Frage für mich ist, wie bei dem Gestänge im Zelt die Dehnung des Stoffes aufgenommen werden soll. Ansonsten die leichteste Variante.

zu 2: Die klassischen Gestängekanäle sind einfach zu bauen, wenn sie als Schlauch mit in die Verbindungsnaht eingelegt werden (ich hatt emir eine Faltvariante ausgedacht, die nicht so gut war).

zu 3: Bei zwei sich kreuzenden Stangen (bzw. den zwei Basisstangen von Geodäten) meiner Meinung nach Unfug, da sich zwei Stangen ohne Probleme einschieben lassen. Dazu sollte aus statischen Gründen eine lineare Kragteinleitung in das Gestänge weniger Tendenzem zum Knicken erzeugen als eine punktuelle. Einziger Vorteil ist, dass Du keine Kuppel, sondern ein Multi-Eck mit geraden Kanten und dadurch einfacher zu nähen hast. Bei weiteren Stangen z.B. einer dritten Stange für die Apsis aber eine gute Variante (aber nur für die Stangen 3 und mehr).

Zu Gestängekanälen gibt es drei Möglichkeiten:
1- Gestängekanal außen senkrecht abstehend
2- Gestängekanal flach liegend im Soff (sozusagen Außenzelt stellenweise aufgedoppelt)
3- Gestängekanal senkrecht abstehend innen (mit Stange drin dann anliegend).
Bei Tunneln finde ich 2 am interessantesten, bei Kuppeln sollte es auch gehen.

Ich glaub, shorty hat ein Zelt mit innenliegendem Gestänge. Kannst ihn ja mal zu seinen Erfahrungen fragen.

grüße, wulxc

barleybreeder
27.11.2009, 18:39
Wie spannt man bei einem Zelt mit inneniegenden Gestänge a la BD Firstlight eigentlich den Stoff?
Bei Gestängekanälen sollte das einfacher zu realisieren sein.

Ansonsten gefällt mir die erste Variante mit am besten. Lässt sich sicher am einfachsten nähen, ohne Schnickschnack...
Das mit den tropfenden Tropfen ist natürlich blöd...:(

Ixylon
27.11.2009, 21:06
Ich wär ja fast für innenliegende Gestängekanäle, bei denen kurz über dem Boden die Stangen an einer Seite nach außen geführt und dort dann gespannt werden. Helsport macht das bei seinen Zelten so. Gibt eine flache windschnittige Shiluette, lässt sich gut spannen und die Stangen sind leicht einzufädeln. Ist sicher etwas aufwändiger zu nähen, aber felö ist da ja kein Anfänger.



Das mit den tropfenden Tropfen ist natürlich blöd...:(

Reden wir über den Zeltstoff, den wir auf dem MYOG-Treffen in der Hand hatten (Der mit dem LKW)? Wenn ja, dürfte da kaum was tropfen, so saugfähig wie der war. :ignore:

barleybreeder
27.11.2009, 21:10
@Ixylon

Ne nicht der Stoff...aber an den Stangen selbst kondensiert wohl soviel Feuchtigkeit das diese nach innen tropft. Meint jedenfalls der Fraek bei seinem Firstlight. Wird ja wohl ähnlich sein von der Konstruktion.

Aber das was du beschreibst (mit den Stangen nach außen führen) könnte ich mir auch gut vorstellen...

Ixylon
27.11.2009, 21:20
Ah, verstehe. Aber das Problem ließe sich ja mit innenliegenden Gestängekanälen lösen, oder?

provisorium
12.01.2010, 00:16
Wie weit bist du mit deinem Zelt-Projekt? Kannst du vielleicht ein paar Zwischenergebnisse in die Runde werfen oder hast du das Zelt bereits "verworfen"?

Vielen Dank!

felö
12.01.2010, 16:45
Habe den Stoff noch nicht hier und andere Projekte haben Vorrang (s. Forum:D), wird wohl noch etwas länger dauern....mich aber rechtzeitig mit Ergebnissen melden.

Gruß Felö

Sarekmaniac
10.05.2010, 21:33
Und up.;-)

Ad acta gelegt, oder verschoben?

felö
10.05.2010, 21:38
Muss noch reifen, schließlich hast Du die Latte ganz schön hoch gelegt.

Habe leider (oder zum Glück) noch einige Projekte die Vorrang haben, der Stoff liegt aber schon hier, Ideen habe ich einige, zeitmäßig ist derzeit nicht so viel zu machen.
Außerdem braucht´s für so ein Projekt richtig Motivation ...

Gruß Felö (außerdem kann ich ja Jacken schon nicht:ignore::grins:)

Sarekmaniac
10.05.2010, 21:47
(außerdem kann ich ja Jacken schon nicht:ignore::grins:)

;-)

j.c.locomote
10.05.2010, 21:49
(außerdem kann ich ja Jacken schon nicht:ignore::grins:)
:gosche:



:kapituliere:

JonasB
22.09.2010, 18:16
schon fertig, das Ding?

felö
23.09.2010, 14:58
Hi Jonas,

leider noch nicht weiter. Frühjahr/Sommer sind die anderen Hobbies so aufwändig, jetzt stehen schon wieder andere Projekte im Vordergrund (Weihnachten...) - da ich das Ding in erster Linie aus Neugier und "haben wollen" nähen will und nicht, weil ich so ein Zelt dringend benötige, wird der Stoff wohl noch ein paar Monde in meinem Keller reifen...:bg:

Gruß Felö

Christian Wagner
23.09.2010, 19:19
Ha, warum sehe ich den fred erst jetzt (eh klar wenn man seit, gefühlt, einer ewigkeit nur so alle zwei Monate mal hier vorbeiguckt).

Sei es drum.
Empfehle unbedingt ein kleines schnuckeliges Zweibogen- Kuppelzelt. Habe das als so ziemlich letztes größeres Projekt realisiert, kurz bevor ich mich aus dem Outdoorbereich (LEIDER) ziemlich zurückgezogen hatte. Heute ist es das am Meisten genutze Ausrüstungsteil. Liegt im Auto, wiegt unter einem Kilo und ist wirklich das Zelt zum immer dabeihaben. Miniabmessungen- etwa 2x1,2x1m- zu zweit, nach einem wunderschönen Abend am Lagerfeuer ruck zuck aufgebaut, zwei Isomatten rein und gut is.
Innenliegendes Gestänge ist bei einem so simplen Zelt kein Nachteil- von wegen Nasses Innenzelt beim Aufbau im Regen etc. Das Zelt ist in unter einer Minute aufgebaut- was soll da groß reinregnen durch den Minieingang.
Kondens habe ich bei meinen vier Lüftern (zwei kleine oben, zwei große unten seitlich) ordentlich- so what- bei ein oder zwei Nächten im Biwak hatte ich damit noch nie ein Problem (dafür wurde das Teil konstruiert). Für lange Wanderungen würde ich das Zelt eh nicht nehmen.
Bildchen gibts hier (es ist nur halb so faltig wie es auf dem Foto aussieht- der Schattenwurf täuscht):
http://instant-trout-company.de/schw2-28.html

Ein solches Zelt kann ich jedem Nur ans Herz legen.

felö
23.09.2010, 20:58
Hi Christian,

schön mal wieder von Dir zu hören.
Hast Du das Spitzenzelt auch mit Deiner Zeltformel für Kuppelzelte konstruiert? - gefällt mir sehr gut.
Wie hast Du die Länge der Stangen berechnet? ... oder einfach am Muster abgemessen?
Was für Stangen verwendest Du?
Ideal wären natürlich die Carbonteile, schön leicht aber unbezahlbar. Schon die Scandiumteile kosten ungefähr 100 Euro.
Wie hast Du das GEstänge innen fixiert?

So wie Deines, habe ich mir das in etwa vorgestellt. Etwas größer (130x230x110cm) und im Moment tendiere ich eher zu einem außenliegenden Gestänge, ist aber aufwändiger zu nähen. Material (hast Du anscheinend nicht gesehen) ist Gore für Zelte: dürfte wie ToddTex von Bibler sein: Außengewebe/PTFE/Fleece Innengewebe, Gewicht: 120g/m2. Das Ding würde damit deutlich schwerer, was mir eigentlich erstmal egal ist.

Vielleicht muss ich jetzt doch mal ran, noch schnell die (gefühlten) 100 wichtigeren Pojekte angehen und dann endlich los? (warum hat ein Tag nicht 36 Stunden?)

Gruß Felö

JonasB
23.09.2010, 22:18
Ideal wären natürlich die Carbonteile, schön leicht aber unbezahlbar. Schon die Scandiumteile kosten ungefähr 100 Euro.
Wie hast Du das Gestänge innen fixiert?

Empfehlung (http://globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=133002&k_id=0609&hot=0)
Gestängebögen: 3 / DAC Featherlite / 9,5 mm






Ein solches Zelt kann ich jedem Nur ans Herz legen.

Habe schon oft drüber nach gedacht und dafür wäre für mich dann das o.g. Gestänge die Wahl- gute Qualität, Top Preis :cool:

Blaues Zelt, Chistian? Ich dachte bei dir immer an das Orange (http://www.flusslinie.de/winterzelt.htm)

felö
24.09.2010, 16:56
Danke für den Tip mit den Gestängebögen - sind wirklich günstig, leider habe ich keine Länge gefunden?

Die entsprechendne Gestängebögen für´s Starpole, was den Abmessungen, die ich geplant habe näher kommt, kosten schon 37 Euro, damit kann fast die Scandiumteile kaufen.

Gruß Felö

Christian Wagner
25.09.2010, 12:06
Das Gestänge ist ein gebrauchtes Aluteil von ebay gewesen. Hat gerade Mal einen Zehner gekostet. Verbiegt sich schon beim hingucken und bleibt dann auch so. Was solls. Bei meinen non- hardcore Anwendungen hats bisher prima gehalten. Sollte es wirklich Mal in die Berge gehen (4000er oder so dann kann ichs ja immer noch tauschen).

Das Zelt ist tatsächlich mit der Zeltformel von meiner hompage entstanden.

Fixierung des Gestänges:
Habe außen an der Zelthaut an den Bögen Abspannpunkte mit Verstärkungspatches aufgenäht. Von innen sitzt an den Verstärkungen eine kleine Klettlasche, nur wenige cm lang. Diese wird dann um das Gestänge gewickelt. Hält bombig. Oben am Kreuzungspunkt ist ebenfalls eine Lasche zum Fizieren der Bögen aneinander. Was wars. An den Zeltecken habe ich Corduraflecken eingeklebt. Diese Stellen sind hochbelastet und können wahrscheinlich sogar noch eine Lage Cordura vertragen. Langsam wird die erste Lage fadenscheinig(!).

Gestängelänge:
Ursprünglich hatte ich ein viel größeres Zelt im Hinterkopf. Ich bin aber nie dazugekommen die Gestängebögen zu verlängern. Letztendlich habe ich dann den Zeltboden wieder abgeschnippelt und alles gekürzt und wieder zusammengenäht. Somit habe ich das Zelt genau auf das Maß der Gestängebogen geschnitten (minus etwa 2 cm pro Bogen um die Stoffdehnung mit drinzuhaben).
Deshalb ist das ganze Teil jetzt auch so kuschelig klein und leicht;).

felö
25.09.2010, 13:14
Danke für die schnelle Antwort.

Gruß Felö

felö
07.10.2010, 21:06
Dank Christian kommt Bewegung ins Projekt - znächst mal allerherzlichsten Dank für die Zeltformel, die einem das Leben sehr erleichtert.

Geplant war ein Einwandzelt, in Kuppelform, leicht, ausreichend Platz für 2, schnell aufzubauen,...

Nach langem Überlegen (und den Diskussionen hier) habe ich mich dafür entschieden, das Prinzip der Bibler Zelte zu übernehmen und ein innenliegendes Gestänge zu verwenden.

Hier ein kleines Preview (allerdings wird´s zur Fertigstellung noch dauern, zumal ich noch passende Stangen organisieren muss):

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/6539376466336133.jpg
der Plan (mit Wagner´scher Zeltformel) und das "berühmte" rote Stöffchen

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3331363739623863.jpg
... sieht schon ziemlich komplett aus, leider nicht die richtigen Stangen:( ...

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3739376638613266.jpg
ein kleiner Ausschnitt:bg:

Leider ist´s wohl eher ein Prototyp (wenn auch einer, der gut funktionieren wird), da ich mit einigen Details nicht zufrieden bin:

- Größe: ca. 130x230x115cm (die Höhe muss ich mit passendem Gestänge mal nachmessen)
- Material: Gore für Zelte (mit Fleece Innenseite): bin gespannt, wie´s sich in der Praxis bewährt, unterm Wasserhahn ist´s sehr dicht,das Fleece saugt schön und entgegen der Versuche beim MYOG-WE habe ich keine Angst, dass das Zelt zerreisst, das Gewebe ist schon recht stabil. Boden ist PU beschichteter Zeltboden. Daneben habe ich auf Polyesterband mit Reflexfäden gesetzt (um die Zeltschnüre zu befestigen), die Stangen werden mit Klett fixiert und der Eingang wird mit einem YKK #5 Spiral-RV verschlossen.

Es fehlt noch Einiges, was noch etliche Stunden im Nähzimmer erfordert, daneben bin ich noch auf der Suche nach dem richtigen Gestänge.

Was gefällt nicht? - die Verarbeitung. Leider habe ich mich hinreissen lassen und auf die Doppelkappnaht gesetzt. Ein völliger Schwachsinn: erstens kann ich´s net (was man leider am Ergebnis sieht) und zweitens bei dem Gewebe Unsinn, da eine Einfachnaht wie der Name schon sagt einfacher wäre, dann noch ein zweites Mal darüber gesteppt und das Ding wäre genauso haltbar. Zudem werden die Nähte sowieso getaped!
Der Eingangsbereich könnte auch ansprechender sein...

Gewicht: mit Gestänge und Tape vorraussichtlich 1900g (ohne Häringe und Zeltschnüre), d.h. komplett ca. 2100-2200g - für ein Einwandzelt dieser Größe völlig okay. Sollte das Ding fertig werden, wird das Gewicht nachgeliefert.

Abschließend muss ich sagen, dass das Projekt dank der Umsetzung mit der Zeltformel gar nicht so schwer ist, ich noch ein paar Meter von dem "Roten" rumliegen habe und es vielleicht irgendwann mal noch eine Kleinvariante des Prototyps mit einem Wunschgewicht um 1800g komplett geben wird :ignore:.

Mehr irgendwann .... Gruß Felö

konamann
07.10.2010, 21:30
bin ich mal sehr auf das komplettergebnis gespannt!

hab ich nach meinen ganzen tarp-projekten auch schon länger mal im kopf... mal gucken, nach dem examen...

JonasB
07.10.2010, 21:47
ich habe bei meinem Lavuu nach einigen nicht wirklich schönen Versuchen mit (sogar vorfixierten) Doppelkappnaht auch aufgegeben und habe mich für eine leichtere Variante entschieden.
Das sind nur 2 Schritte.
nicht ganz so stabil, aber dafür schön.

Aber ich denke dein Zelt wird trotzdem schön. Allein solche Details wie die Reflexbänder sind ja schon toll.

felö
07.10.2010, 21:58
Naja, die Versuche waren vielversprechend, sonst hätte ich mich in die Gefahr gar nicht begeben, da ich die Doppelkappnaht schonmal mit Innenzeltgewebe versucht habe:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3362393666323161.jpg
... so hätte das Ergebnis aussehen sollen ..:(


Der Gorestoff ist ja recht stabil und ich habe vorher gebügelt, aber durch die Wölbung und die Stoffmengen (die mit entsprechendem Gewicht an allen Ecken und Enden ziehen) haut´s dann doch nicht hin.

Felö

Sarekmaniac
08.10.2010, 23:49
Gratulation. Und Du musst jetzt, anders als ich, noch nicht mal ein Innenzelt nähen.

Ich fand das Vorfixieren für die Kappnaht mit Elastosil ideal. Das hielt bombenfest, auch wenn ich in meinem Fall (Tunnelzelt) beim Annähen der zweiten Apsis praktisch das ganze Zelt und große Mengen Stoff unterm Nähfuß herziehen musste.

Besorg dir mal rasch ein passendes Gestänge, wir wollen Actionbilder sehen.

felö
16.10.2010, 13:23
Seit Jahren (-zehnten) träume ich von einem Einwandzelt, hatte vor vielen Jahren ein tolles Angebot für ein Bibler, war da aber schon nicht mehr wirklich im Gebirge unterwegs und habe darauf verzichtet.
Letztes Jahr beim MYOG-Treffen hatte ich mir vorgenommen bei Martin mal anzufragen, ob´s nicht Aussicht auf einen brauchbaren Stoff für ein Einwandzelt gibt und er schlägt mit dem schönen roten Gore auf ( ist wohl Schicksal :bg:), Christian Wagner lieferte die Zeltformel und so konnte (musste)ich in die Pötte kommen ...

... und jetzt ist´s so ziemlich fertig (das Zelt und ich:grins:):

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3530313131653564.jpg
... komplett - nicht abgespannt ...

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3964376162346136.jpg
offen

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3536366636373062.jpg
Lüfter innen

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3961626638363232.jpg
Gewicht mit Hilli-Beutel (und Gestänge)

Da steht es nun das "Rote" und ja, es wird wahrscheinlich gut funktionieren, auch wenn ich das Ganze eher als Prototyp ansehen würde und es sicherlich nicht halb so perfekt genäht/konstruiert/überdacht wurde wie das schöne Winterzelt von Sarecmaniac, mit dem sie die benchmark gesetzt hat, ein wahnsinniges Teil.

Material:
- Gore für Zelte (innen mit Fleece) in tollem rot
- PU beschichteter Zeltboden
- RV im Eingangsbereich YKK #5, am Lüfter YKK #3
- RV Abdeckung: SilNylon
- Bänder zum Anbringen der Zeltschnüre aus Polyesterband mit Reflexfaden
- Versteifung der Bögen am Lüfter+Eingang: EVA
- Befestigung der Stangen: Klett mit 3M-Reflexmaterial zum besseren Finden
- Gestängeendkanäle: TPU
- Stangen: fehlen noch, genau wie Zeltschnüre jemand eine Idee (leicht+reflektierend?)
- Nähgarn: ich glaube das hier: Nähgarn rasant, 75Nm, PES-BW-Corespun

Muster: nach der Zeltformel von Christain Wagner (Danke, Danke, Danke)

Größe: 128x228x120(!)cm (BxLxH)

Gewicht: im Hilleberg Beutelchen mit 80er Jahre Fjällräven Gestänge 1906g (ohne Nahtversiegelung/Zeltschnüre/Häringe), ohne Gestänge und Beutel 1230g

Arbeitszeit: keine Ahnung, aber gar nicht mal so lange (20-25 Stunden?)
Materialkosten: mit Gestänge (ca. 100 Euro) werden´s wohl so 200 Euro werden
Einsatzbereich: wie die Einwandzelte von Bibler und Co: im Gebirge, wo´s auf wenig Stellfläche (und Gewicht) ankommt und das Zelt trotzdem als "Bunker" funktionieren muss.

Wie man auf den Fotos sieht, sind die Nähte alles andere, als perfekt, das Einnähen der Gestängeendkanäle in die Ecken (inklusive der Abspannbänder) könnte man sicherlich verbessern und die obere Abdeckung des Eingangs-RV ist auch nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Die Nähte sind noch nicht versiegelt und ich bin am Überlegen, ob da SeamGrip (nicht so schön) oder Nahtband (schwer) zum Einsatz kommt.

So, das war ganz schön viel Kritik, was gefällt?
- die Größe: insbesondere aufgrund der Höhe, d.h. man sitzt wirklich bequem drin und für 2 ist ausreichend Platz, bei der Höhe könte man auch einen "hanging stove" einsetzen.
- Gewicht: unter 2kg, mit dem richtigen Gestänge bleibt das wahrscheinlich sogar mit Nahtversiegelung so.

Ach ja, Moskitonetze hat´s nicht, braucht man beim geplanten Einsatzbereich eher weniger.

Was wird noch nachgearbeitet?
- Einkleben von kleinen Taschen für Brille usw.
- Versiegelung der Nähte
- Anbringen von Zeltschnüren
- Packbeutelchen aus SilNylon


Pläne?
Wie oben bereits geschrieben, vielleicht irgendwann ein Zweitmodell in kleinerer Ausführung mit einem Zielgewicht von 1800g, das besser genäht ist (nimmt man sich immer vor), keine Doppelkappnaht hat und einige Details eher auf Gewicht getrimmt werden (Lüfter, Eingang,..) .... schließlich liegen noch ein paar Meter von roten Stöffchen rum :ignore:.

Felö

david0815
19.10.2010, 09:15
Boah! Das will ich in live und Farbe sehen!

-> MYOG-Treffen ich komme.

P.S.: Das Winterzelt von Sarekmaniac ist natürlich auch schon gebucht ;-)

JonasB
19.10.2010, 21:07
oh ja, so viele tolle neue Zelte.
Darf ich mein Lavuu auch mitbringen?

barleybreeder
20.10.2010, 18:18
Hi Felö..hast Du es also doch noch geschafft... Respekt....
Konntest also noch ein paar Meter ergattern..;-)
Schreib mal bitte etwas wenn Du erste Erfahrungen mit dem Teil sammeln konntest.

Sieht jedenfalls verdammt geil aus.

NoPanik
16.11.2010, 18:52
Wenn du noch stangen suchst...

ich hab bei Fliegfix welche gesehen - bin grad am überlegen ob ich mir da welche bestellen soll.. meine eltern haben, die von ihrem Zelt geschrottet. Rucksack ist wo runtergekippt und natürlich auf den Stangen geladet.....

http://www.fliegfix.com/webshop/produkte.php?id=FLISCANSWA

alternativ bin ich noch über die hier gestolpert.. gut die Enden sind für dein Zelt eher ungeeignet.. aber scheint ja plaste zu sein .. entweder rundhobeln oder einfach nen anderen "Endstecker" einbauen...

http://www.trekking-lite-store.com/trekkingshop/Zelt/TarpTent-Moment-Crossbow::82.html

laut Anzeige 447 cm lang.. bei 190 Gramm und 20 Euronen.. und scheint ne ordentliche bis gute Qualität zu sein und in schickem schwarz :D

felö
17.11.2010, 10:47
Danke für den Tip. Fliegfix kenne ich natürlich (ist hier im Forum ja sehr populär), aber die Stangen liegen schon im Shop meines Vertrauens, der leider ein Stückchen weg von mir ist, bereit: Hilleberg DAC 9mm.

Felö

NoPanik
17.11.2010, 15:25
edel geht die Welt zu Grunde.. :grins: :grins:

aber was soll´s, edles Zeit trifft edles Gestänge,... Hut ab vor der roten Hütte, die du dir "gebastelt" hast, wünsche dir immer guten :corton: da drinnen.

felö
28.12.2010, 12:38
So, endlich ist das Gestänge (Hilleberg Unna) abgeholt und angepasst und eine schöne Überraschung:

Zelt+Leinen+Gestänge+Packsack: 1700g :bg:

d.h. mit Häringen ungefähr 2kg.

Und letzte Nacht wurde es standesgemäß eingeweiht:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/3661626538303436.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/90/972390/6538356430383933.jpg


... eine schöne Nacht mit den Kindern :corton: nur 4km von zu Hause weg, leider war´s nicht wirklich kalt (um 8:00 Uhr -3 Grad).

Bei den Bedingungen ist das Material super, minimal gefrorenes Kondenswasser am Gestänge.

Am Morgen dann eine nette Abfahrt mit den Ski bis 400m vor´s Haus :cool:.

Gruß Felö