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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rettungsschwimmer Bronze



Smai
25.11.2009, 10:26
Hallo!

Ich überlege mir das Rettungsschwimmabzeichen Bronze zu machen. Ich bin sportlich, jedoch ist das Schwimmen wohl meine Achillesferse :)
Die Anforderungen habe ich mir angeguckt, und glaube, dass ich die mit etwas Training schaffen kann!

Aber eine Frage bleibt mir trotzdem:
Ist der Schwimmstil bei den 100m Schwimmen in Bauchlage vorgeschrieben? D.h. muss ich Brustschwimmen, oder kann ich da auch Kraulen?

Danke schonmal

Pico
25.11.2009, 11:48
Wenn ich mich recht erinnere (lang lang ists her) kannste auch Kraulen.

Aber da, wo man dei Prüfung machen kann, sind doch auch meist so "kurse", also irgendwie 10 Stunden oder so, und da bekommste ja auch alles gezeigt. So schwer isset auch nicht.

Anonymous
25.11.2009, 12:41
Was genau hat man von diesem Abzeichen?

eisbärin
25.11.2009, 12:43
Hallo!

Der RS Bronze ist definitiv zu schaffen - auch wenn man kein Superschwimmer ist.

Das Schwimmen in Bauchlage heißt genau so viel wie "Schwimmen in Bauchlage". Da kann man auch Hundeschwimmen oder Delphin machen, so lange man danach eigenständig das Becken verlässt. Zeit ist ja genug. ;-)
(Beim RS Silber sind dann die Schwimmstile vorgeschrieben, da ist das aber auch ausrücklich vermerkt.)
Die meisten Leute, die ein Rettungsschwimmabzeichen ablegen wollen, haben Probleme beim Streckentauchen, da das für die meisten Erwachsenen sehr ungwohnt ist...

Am Besten meldest du dich einfach mal bei der DLRG/Wasserwacht bei dir in der Nähe und fragst, wie die Regelung dort ist? Kurse gibt es häufig, aber nicht überall. Eine kurze Theoretische Ausbildung ist allerdings trotzdem Pflicht oder zumindest mit einem Fragebogen abzufragen.

Viel Erfolg!

Edit: @anonymous die polizei in nrw verlangt den zB als mindestvorraussetzung zur einstellung, aber auch sonst ist es nicht schlecht zu wissen, dass man zumindest ein paar grundkenntnisse in sachen selbst- und fremdrettung besitzt, oder?

Smai
25.11.2009, 12:47
Hi!

Danke für eure Antworten, ich werde mich demnächst mal bei der örtlichen DLRG informieren :)

Um auf Anonymous Frage zu antworten:
Ich persönlich brauche das Abzeichen um mich bei der Polizei bewerben zu können. Außerdem habe ich dann eine Art Beleg, dass ich eine Schwäche von mir ausgemerzt habe, sozusagen :D

LG, und danke nochmal für die Hilfe.

Anonymous
25.11.2009, 13:17
Praktische Prüfung:

* 200 m Schwimmen in höchstens 10 Minuten, davon 100 m in Bauchlage
und 100 m in Rückenlage mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit
* 100 m Kleiderschwimmen in höchstens 4 Minuten, anschließend im Wasser entkleiden
* 3 verschiedene Sprünge aus etwa 1 m Höhe (z.B. Kopfsprung, Paketsprung, Startsprung)
* 15 m Streckentauchen
* zweimal Tieftauchen von der Wasseroberfläche, einmal kopfwärts und einmal fußwärts, innerhalb von 3 Minuten mit zweimaligem Heraufholen eines 5-kg-Tauchringes oder eines gleichartigen Gegenstandes (Wassertiefe zwischen 2 und 3 m)
* 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen
* Fertigkeiten zur Vermeidung von Umklammerungen sowie zur Befreiung aus Halsumklammerung von hinten und Halswürgegriff von hinten
* 50 m Schleppen mit Kopf- oder Achselschleppgriff und dem Standard-Fesselschleppgriff
* Kombinierte Übung, die ohne Pause in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen ist:

1. 20 m Anschwimmen in Bauchlage, hierbei etwa auf halber Strecke Abtauchen in 2-3 m Tiefe und Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes, diesen anschließend fallen lassen und das Anschwimmen fortsetzen,
2. 20 m Schleppen eines Partners

* Demonstration des Anlandbringens
* Vorführung von Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)

Das wird doch wohl zu schaffen sein(^^)..

Ixylon
25.11.2009, 13:47
Das hab ja sogar ich geschafft, so mal nebenbei bei der Trainer-Ausbildung. Einen Tag Theorie und zwei, drei Stunden im Wasser und dann am nächsten Morgen gleich die Prüfung.

Und in der Tat hab ich mich mit dem Tauchen schwergetan, besonders weil es kein Becken mit 2-3m gab, nur das normale mit 1,8m und dann das vom Sprungturm mit 5m. Ratet mal aus welchem wir den Ring rausholen mussten?

casper
25.11.2009, 14:25
Dann viel Erfolg.
Lass dir aber zuvor von einem Erfahrenen (oder einer sie) einige Dinge vorab zeigen.
Wenn du keinerlei Erfahrung im Retten aus/im Wasser hast, solltest du zumindest die entsprechenden Griffe bei Umklammerungen, dem ziehen + schieben einer Person sowie das "an Land bringen" vorher geübt haben.
Schwierig ist es eigentlich nicht.

Fernwanderer
25.11.2009, 14:48
Schwierig ist es eigentlich nicht.
In der Theorie!

Fernwanderer

Anonymous
25.11.2009, 15:01
Und in der Tat hab ich mich mit dem Tauchen schwergetan, besonders weil es kein Becken mit 2-3m gab, nur das normale mit 1,8m und dann das vom Sprungturm mit 5m. Ratet mal aus welchem wir den Ring rausholen mussten?
Aus dem 1,8m Becken?
Früher haben wir immer Ziegelsteine am Ende eines Wasserfalls reingeworfen(sicher fast 6-7 meter tief)...und dann raufgeholt..
Aus den 3 Kilo werden schnell gefühlte 20kg...und man kommt kaum nach oben..

Pico
25.11.2009, 15:32
In der Theorie!

Fernwanderer

Mit etwas Übung gehts in der Praxis auch. Nur im Echtbetrieb isset leider selten so einfach... ;)

A.P.
25.11.2009, 16:01
Hallo,

aus meiner Erfahrung als Ausbilder/Prüfer bei Rettungsschwimmprüfungen der DLRG kann ich sagen, dass die meisten Probleme beim Tieftauchen Fusswärts und beim Streckentauchen auftauchen. Vereinzelt gibt es noch beim Schleppen Probleme. Das hängt aber meistens mit einem sehr schwachen Brustbeinschlag zusammen.

Die Prüfungsteile sind auch für "Otto-Normalschwimmer" nach etwas Übung machbar.

Viele Grüße

A.P.

Fernwanderer
25.11.2009, 16:13
Mit etwas Übung gehts in der Praxis auch. Nur im Echtbetrieb isset leider selten so einfach... ;)
Eine entspannte, wohlwollende Übungswasserleiche mit schön aufgeblasenen Lungen durchs Becken ziehen, das ist es, was ich als theoretisch einfach bezeichnen wollte.
Einen krampfenden 90kg Kerl aus dem Wasser wuchten, das z. B. meinte ich mit Praxis.

fraizeyt
25.11.2009, 16:28
Sowohl DLRG als auch Wasserwacht schaffen es, das Kleiderschwimmen durch UH-Kleidung sehr realistisch zu gestalten. Vielleicht sollte die UL-Fraktion dort mal eingreifen. ;-)

Anonymous
25.11.2009, 16:36
Einen krampfenden 90kg Kerl aus dem Wasser wuchten, das z. B. meinte ich mit Praxis.
eine Praxis die niemals angewendet werden muss...grad unsere Deutschen Polizisten...wenn jemand ertrinkt, läuft sowas in 2 Minuten ab..
Aber schadet ja nicht es zu lernen..ein "wie behalte ich mein Ego unten" Kurs wäre durchaus angebrachter

Ixylon
25.11.2009, 17:04
Ich hoffe auch, dass ich das ganze nie anwenden muss, zumindest nicht bei jemandem, der schwerer ist als ich.

Mein Ausbilder hat sich damals bei den Befreiungsgriffen einfach an mir festgeklammert und ist mit mir untergegangen. Wenn er nicht am Beckengrund irgendwann freiwillig losgelassen hätte, wär ich unweigerlich draufgegangen.

Sowas kann man zwar immer wieder und wieder üben, aber der krampfende Ertrinkende lässt halt nicht freiwillig los.

Chouchen
26.11.2009, 00:56
Ihr Lieben, klärt mich bitte auf: Was ist ein Paketsprung?

lina
26.11.2009, 01:16
Eine Lieferung aus Australien mit einer Überraschung in einer kleinen Extra-Tasche, die auf dem Postweg zu Dir reist.

Chouchen
26.11.2009, 01:20
Ahh, ich dachte schon es wäre ein UPS-Fahrer, dessen Navi anstatt der Fähre eine Brücke angezeigt hat! ;-)

Nee, im Ernst, was ist das? Die restlichen Anforderungen kenne ich ja, aber "Paketsprung" habe ich noch nie gehört.

lina
26.11.2009, 01:25
Guckstu hier (http://www.dlrg.de/Gliederung/Baden/Frankenland/Mosbach/rettungsschwimmen/sites/wasser/springen/bilder/paketsprung.php?doc=paketsprung) (und ich dachte als Kind immer, das Bebilderte ist eine Hüpf-Methode, um möglichst viele Leute vom Beckenrand ins Wasser zu spülen ... :grins: )

Chouchen
26.11.2009, 01:29
Ah, danke! Die Bombe hat also auch einen vornehmen Namen! :D

lina
26.11.2009, 01:37
Kann ja nicht wirklich das selbe sein, oder?
Vielleicht macht der Hüpfer mit seinen Armen ja noch zusätzliche Flatterbewegungen in Lichtgeschwindigkeit, um die Wasserverdrängung zu steigern?

Pico
26.11.2009, 10:18
Paketsprung ist quasi tatsächlich die Arschbombe, wobei es darauf ankommt möglichst wenig unterzutauchen.

Fernwanderer
26.11.2009, 10:19
eine Praxis die niemals angewendet werden muss...grad unsere Deutschen Polizisten...wenn jemand ertrinkt, läuft sowas in 2 Minuten ab..
Und warum hatte ich dann mal das Vergnügen?
Du paddelst arglos im Wasser und auf einmal geht neben dir nach einem kurzen Schrei die Bleikugel abwärts.

Anonymous
26.11.2009, 23:35
Und warum hatte ich dann mal das Vergnügen?
Du paddelst arglos im Wasser und auf einmal geht neben dir nach einem kurzen Schrei die Bleikugel abwärts.

Bist Du denn Polizist?

SlaX
27.11.2009, 15:03
Um nicht extra ein neues Thema öffnen zu müssen, wäre es gut für mich (16 Jahre) den Rettungsschwimmer zu machen ?

Diesen Sommer im Schulsport habe ich folgende Leistungen erzielt,

50m kraulen - 52 sek.
Streckentauchen - 26,5m
zwei mal Drei Tauchringe aus 4 M Tiefe geholt.
200m Brustschwimmen 4:46.....

Sind diese Leistungen vertretbar ?

Manichean
29.11.2009, 00:58
Um nicht extra ein neues Thema öffnen zu müssen, wäre es gut für mich (16 Jahre) den Rettungsschwimmer zu machen ?

Diesen Sommer im Schulsport habe ich folgende Leistungen erzielt,

50m kraulen - 52 sek.
Streckentauchen - 26,5m
zwei mal Drei Tauchringe aus 4 M Tiefe geholt.
200m Brustschwimmen 4:46.....

Sind diese Leistungen vertretbar ?
Rettungsschwimmabzeichen haben mit mehr zu tun als nur der reinen Schwimmleistung. Da kommt noch erste Hilfe und Theorie dazu.
Ob das Abzeichen gut für Dich ist, mußt Du letzten Endes selbst entscheiden. Persönlich kann ich die Ausbildung empfehlen. Auch wenn ich hoffe, die Fähigkeiten nie zu brauchen, ist es doch gut zu wissen, dass ich im Zweifelsfall zumindest versuchen kann, mich selbst oder andere Leute zu retten. Und die (meines Wissens allerdings nur mit den höheren Scheinen) damit verbundene erste Hilfe- Ausbildung ist auch nützlich.

Lemming
29.11.2009, 10:35
Hallo zusammen,

Mal kurz zum Sinn des Abzeichen:
Sinn des Abzeichen ist das Erlernen von Methoden zur Selbst- und Fremdrettung sowie zur Vermeidung von Unfällen am und im Wasser. Das geht weit über das 'Baywatch'-mäßige Hinschwimmen und Zurückschleppen (und anschliessendes Beatmen der schönen Blondine :D ) hinaus.

Dazu gehört unter anderem das richtige Verhalten an Gewässer, bzw. die Einschätzung von Gefahren, das richtige Verhalten in einer Notsituation ohne euch selbst zu gefährden und der Einsatz von 'Rettungsmittel' die an jedem Strand zu finden sind, z.B. Surfbrett, Luftmatratze,....

!Es geht nicht darum, in dem Kurs Helden auszubilden, die im Alleingang versuchen den um sich schlagenden 120kg-Typ aus dem Wasser zu ziehen, sondern darum das richtige Verhalten in so einer Situation zu lernen.

Damit macht das Abzeichen meiner Meinung für jeden Sinn, der Schwimmen kann und sich öfter an Gewässer aufhält.

Wie schon geschrieben, kann ein Ertrinkungsunfall ziemlich schnell gehen und dann ist es wichtig, dass sofort ein Helfer vor Ort ist. Ist wie mit dem EH-Kurs. Wenn ich erst auf den Notarzt warte, kann es schon zu spät sein...

kurz zu den Kursen:
Vorgeschrieben sind mindestens 12 Übungseinheiten. In denen bekommt ihr normalerweise alles beigebracht. Kürzere Kurse dürfte es eigentlich nicht geben, machen aber auch keinen Sinn, da die einzelnen Techniken nur Sinn machen, wenn man sie öfter übt.


Mein Ausbilder hat sich damals bei den Befreiungsgriffen einfach an mir festgeklammert und ist mit mir untergegangen. Wenn er nicht am Beckengrund irgendwann freiwillig losgelassen hätte, wär ich unweigerlich draufgegangen.

Sowas kann man zwar immer wieder und wieder üben, aber der krampfende Ertrinkende lässt halt nicht freiwillig los.

Da hat der Ausbilder leider etwas falsch verstanden. Vorneweg: In der Prüfungsordnung heißt es


'Fertigkeiten zur Vermeidung von Umklammerungen sowie zur Befreiung aus Halsumklammerung von hinten und Halswürgegriff von hinten.'

D.h. ich sollte erstmal eine Umklammerung wenn möglich vermeiden, d.h. auf Abstand bleiben, versuchen den Ertrinkenden zu beruhigen bzw. wenn er versucht auf mich zuzuschwimmen, in Richtung Land zu lotsen und im etwas zuzuschieben, woran er sich festhalten kann (s.o. Luftmatratze, etc.).
Wenn er mich zu fassen bekommen hat, bin ich halt sein 'Auftriebsmittel'. In diesem Fall sollte man dann abtauchen bzw. sich von ihm nach unten drücken lassen. Der Ertrinkende will ja über Wasser bleiben und wenn er merkt, dass das nicht geht, weil ich abtauche, wird er normalerweise recht schnell loslassen. Vor allem, da ihm wahrscheinlich in seiner Panik recht schnell die Luft ausgehen wird. Dass dich der Ertrinkende mich, wie dein Prüfer, also in 3m Tiefe noch weiter umklammert ist eher unwahrscheinlich...


eine Praxis die niemals angewendet werden muss...grad unsere Deutschen Polizisten...wenn jemand ertrinkt, läuft sowas in 2 Minuten ab.

In die Situation kommt man leider schneller als man denkt, z.B. http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Passant-rettet-Mann-aus-Seerhein;art372448,3784598

Lemming

Fernwanderer
29.11.2009, 11:09
Bist Du denn Polizist?
Nimmst Du manchmal Drogen?
Deine Beiträge erscheinen öfters recht sinnfrei.

In die Situation kommt man leider schneller als man denkt, z.B. http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Passant-rettet-Mann-aus-Seerhein;art372448,3784598
Die Umstände der Rettung dürfte den anwesenden Polizisten noch ein paar Problemchen bereiten.

Fernwanderer

Lemming
29.11.2009, 11:33
Die Umstände der Rettung dürfte den anwesenden Polizisten noch ein paar Problemchen bereiten.

Eher nicht. Wurde ausführlichst in der örtlichen Presse diskutiert, aber: Wassertemperatur bei ca. 10-12°, Strömungsgeschwindigkeit >6km/h, Nacht, dunkler Abschnitt des Seerheins ohne Beleuchtung. Bei solchen Bedingungen geht Eigensicherung eindeutig vor Fremdrettung. Der Polizist war übrigens wohl selbst jahrelang in der DLRG aktiv.

Der zwei Retter war übrigens entgegen des ersten Berichts wegen dieser Bedingungen auch nicht in der Lage, die Person an Land zu bringen, konnte ihn aber über Wasser halten, bis DLRG-Einsatzkräfte vor Ort waren. (Soll seine Leistung nicht schmälern, ich hab' da einen Höllenrespekt vor, nur klarstellen, wie schwierig die Bedingungen waren)



Lemming

Fernwanderer
29.11.2009, 11:56
Eher nicht. Wurde ausführlichst in der örtlichen Presse diskutiert, aber: Wassertemperatur bei ca. 10-12°, Strömungsgeschwindigkeit >6km/h, Nacht, dunkler Abschnitt des Seerheins ohne Beleuchtung.

In diesem Fall geht Eigensicherung eindeutig vor Fremdrettung.
Denen wird nicht der Kopf abgerissen (wäre auch vollkommen unangemessen), aber für "Berufshelfer" gelten andere Maßstäbe in Sachen Eigensicherung als für Hinz und Kunz und so werden die Herrschaften sich mindestens einem peinlichen Verhör gestellt haben müssen.


D.h. ich sollte erstmal eine Umklammerung wenn möglich vermeiden, d.h. auf Abstand bleiben, versuchen den Ertrinkenden zu beruhigen bzw. wenn er versucht auf mich zuzuschwimmen, in Richtung Land zu lotsen und im etwas zuzuschieben, woran er sich festhalten kann (s.o. Luftmatratze, etc.).
Wenn er mich zu fassen bekommen hat, bin ich halt sein 'Auftriebsmittel'. In diesem Fall sollte man dann abtauchen bzw. sich von ihm nach unten drücken lassen. Der Ertrinkende will ja über Wasser bleiben und wenn er merkt, dass das nicht geht, weil ich abtauche, wird er normalerweise recht schnell loslassen. Vor allem, da ihm wahrscheinlich in seiner Panik recht schnell die Luft ausgehen wird. Dass dich der Ertrinkende mich, wie dein Prüfer, also in 3m Tiefe noch weiter umklammert ist eher unwahrscheinlich...
Das hab ich anders gelernt. Demnach kannst Du eben nicht davon ausgehen, daß der klammernde Ertrinkende los läßt.
Das dazu passende Erlebnis dazu hatte mein Cousin, der mal jemanden aus dem Schwarzen Meer gezogen hat, als er an den Strand kam wurde klar warum die Frau in Nöten war, an ihren Beinen hing noch jemand.

Meine persönliche Story meinte übrigens krampfend, nicht klammernd, mein Schwimmnachbar war nur noch eine sperrige 90kg Kugel, kaum zu fassen und beschissen zu ziehen.

Annina
28.12.2009, 17:35
*ausgrab*
Hallo zusammen,

noch ein paar Fragen zum Rettungsschwimmer:

Wie lange ist denn der Rettungsschwimmer "haltbar"? Verfällt der irgendwann, wenn man ihn nicht auffrischt? Und gibts da Unterschiede im "Verfallsdatum" zwischen Bronze, Silber und Gold? (z.B. im Hinblick auf eine Bewerbung, bei der ein Schein erforderlich ist)

Wenn ich mir den Rettungsschwimmer Bronze zutraue, aber Zweifel habe, ob ich Silber schaffe - der Unterschied scheint ja eher quantitativ als qualitativ zu sein - kann ich mich dann für beides gleichzeitig zur Prüfung anmelden?

Gruß, Annina

Manichean
28.12.2009, 17:44
*ausgrab*
Hallo zusammen,

wie lange ist denn der Rettungsschwimmer "haltbar"? Verfällt der irgendwann, wenn man ihn nicht auffrischt? Und gibts da Unterschiede zwischen Bronze, Silber und Gold?
Gruß, Annina
Die Abzeichen selbst muß man nicht wieder auffrischen, aber der damit verbundene Erste-Hilfe- Schein verfällt.
Die Unterschiede sind (aus der Erinnerung und schon ne Weile her) der Umfang der Theorie und die Schwierigkeit der praktischen Übungen. Genaueres gibts aber z.B. bei der DLRG (http://www.dlrg.de/angebote/rettungsschwimmen.html) oder vermutlich auch nach ganzganz kurzem googlen.

Annina
28.12.2009, 18:03
Vielen Dank Manichaen für die rasche Antwort, auf der Seite war ich natürlich schon. Dass ein Rettungsschwimmer Silber mehr kann als einer in Bronze war mir schon klar, sogar ohne Google ;-)
Meine Frage bezog sich auf die unterschiedliche "Haltbarkeit" der einzelnen Scheine, weil die DLRG-Seite darüber gar nichts schreibt. Aber wenn Du sagst, dass sich das lediglich auf die EH bezieht, erübrigt sich das ja. Überrascht mich trotzdem, weil man ja - auch wenn man viel im/am/ums Wasser ist - nicht ständig Leute aus dem Wasser rettet und mir eine gelegentliche Auffrischungspflicht irgendwie sinnvoll erschiene, aber seis drum.

Leider gibt die Seite keinen Aufschluss über die Prüfungsmodalitäten, auch die Seite meines örtlichen Schwimmvereins, bei dem ich den (die) Schein (e) machen würde, geht nicht so genau ins Detail. Und jetzt zwischen den Jahren anrufen... naja...

Gruß, Annina

eisbärin
28.12.2009, 18:14
Ich kann auch hier noch ein mal Infos aus der DLRG geben:

- der Schein selbst verfällt nicht, wenn du ihn aber irgendwo vorweisen musst, gibt es dort meist eine Frist ("Nicht älter als 2 Jare" ist gängig)

- der Rettungsschwimmer Silber ist der Schein, der (so weit ich weiß) deutschlandweit berechtigt, offiziell Badende zu beaufsichtigen. Als alternative dazu kann man an einigen Stellen eine Rettungsübung vorzeigen und einen EH-Nachweis erbringen

- regelmäßiges Üben im Wasser ist nach der Prüfung nicht vorgeschrieben, sollte aber allein schon deshalb im Sinne eines Schein-Inhabers sein, weil ein ausgewiesener Rettungsschwimmer in einer Garantenstellung ist und man Rettungsfähigkeit von ihm erwartet.

Ich hoffe, ich konnte ien bisschen helfen!

LG eisbärin

Edit:
Du fragst, ob du dich für zwei Scheine gleichzeitig anmelden kannst - In aller Regel sollte dich keiner dazu zwingen, den Rettungsschwimmer Bronze abzulegen, bevor du Silber in Angriff nimmst!D enn wenn man es so sehen will, hätte ich noch mal beim Seepferdchen anfangen müssen, weil ich das nie gemacht habe ;-)

Survival1193
28.12.2009, 22:51
Ich bin selbst im DLRG.Die Rettungsschwimmscheine kann man ab 16 ablegen.
Unser Trainer hat einfach mal gefragt wer lst hätte.Ich werde im Sommer den Rettungsschwimmer Bronze in Angriff nehmen.
Soll nicht so schwierig sein.

fraizeyt
29.12.2009, 06:52
Ich bin selbst im DLRG.Die Rettungsschwimmscheine kann man ab 16 ablegen.


Rettungsschwimmer Bronze geht schon ab 12. (siehe hier (http://www.dlrg.de/angebote/rettungsschwimmen.html))

Survival1193
29.12.2009, 10:11
Schon ab 12?Uns wurde gesagt wir können den erst ab 16 ablegen.
schon wieder was gelernt:bg:

Gruß Survival1193

lutz-berlin
29.12.2009, 10:35
http://www.dlrg.de/angebote/rettungsschwimmen.html

mit 10 kann man erstmal mit dem Junior Retter anfangen.

Lemming
02.01.2010, 12:52
Wie lange ist denn der Rettungsschwimmer "haltbar"? Verfällt der irgendwann, wenn man ihn nicht auffrischt?

Wie schon geschrieben haben die Rettungsschwimmschein kein 'Haltbarkeitsdatum'. Allerdings verlangen viele Institutionen dass der Schein nicht älter ist als zwei Jahre.


Wenn ich mir den Rettungsschwimmer Bronze zutraue, aber Zweifel habe, ob ich Silber schaffe - der Unterschied scheint ja eher quantitativ als qualitativ zu sein - kann ich mich dann für beides gleichzeitig zur Prüfung anmelden?

Prinzipiell kannst du Silber machen ohne vorher Bronze gemacht zu haben. Macht allerdings wenig Sinn, da die Kurse normalerweise aufeinander aufbauen. Es gibt einige Ortsgruppen, die direkt Silber ausbilden, z.B. für Polizei- oder Lehramtsanwärter. Wenn du ausreichend Zeit hast, würde ich dir allerdings empfehlen, die Kurse nacheinander machen. Wenn nicht, einfach mal mit der Ortsgruppe vor Ort in Kontakt treten und nachfragen. Eventuell kannst du, wenn du fit genug bist während des Kurses wechseln....


Leider gibt die Seite keinen Aufschluss über die Prüfungsmodalitäten, auch die Seite meines örtlichen Schwimmvereins, bei dem ich den (die) Schein (e) machen würde, geht nicht so genau ins Detail. Und jetzt zwischen den Jahren anrufen... naja...

Die Prüfungsmodalitäten finden sich in der Prüfungsordnung:

http://www.dlrg.de/fileadmin/user_upload/DLRG.de/Fuer-Mitglieder/Ausbildung/Downloads/po1.pdf

Bronze übrigens ab 12 Jahre
Silber ab 15 Jahre
Gold ab 16 Jahre



- regelmäßiges Üben im Wasser ist nach der Prüfung nicht vorgeschrieben, sollte aber allein schon deshalb im Sinne eines Schein-Inhabers sein, weil ein ausgewiesener Rettungsschwimmer in einer Garantenstellung ist und man Rettungsfähigkeit von ihm erwartet.

Stimmt so nicht! Eine Garantenstellung (Straftatbestand §13STGb Begehen durch Unterlassen - sonst §323StbG Unterlassene Hilfeleistung) hat man nur dann, wenn man in einer Pflichtenposition steht, in der man dafür einzustehen hat, dass ein bestehendes Rechtsgut vor Schäden geschützt wird oder in der man dafür einzustehen hat, dass sich die Gefahren, die von einer bestimmten Gefahrenquelle ausgehen, nicht realisieren. (bevor ich versuche es selbst zu formulieren gekürzt aus Wikipedia)

Eine Garantenstellung entsteht nicht durch das Absolvieren einer Ausbildung, sonder durch die Position, die man mit dieser Ausbildung einnimmt! Als Rettungsschwimmer Silber habe ich bspw. keine Garantenstellung, wenn ich mit dieser Ausbildung Aufsicht im Schwimmbad mache, habe ich in der Funktion als Aufsichtsperson eine Garantenstellung. Sobald ich das Schwimmbad verlasse endet diese Stellung. Zudem ist der Rettungsschwimmschein keine Berufsausbildung, sondern IMHO mit einem EH-Schein gleichzusetzen.

Gruß

Matthias

ShortBrini
03.01.2010, 20:19
Hallo!

Also Rettungsschwimmer Bronze ist wirklich super einfach, wenn man sich bei der DLRG für sonen Kurs anmeldet sollte das ohne große Anstregung zu schaffen sein. Silber ich auch einfach, finde ich zumindest. Ich empfand silber nicht als Herausforderung. Werde nächste Woche auch meinen Rettungsschwimmer neu machen, muss ja alle zwei Jahre erneuert werden, wenn man ihn benötigt. Mal schauen, vielleicht nehme ich danach auch mal Gold in Augenschein +gg+


Brini

eisbärin
03.01.2010, 21:15
Eine Garantenstellung entsteht nicht durch das Absolvieren einer Ausbildung, sonder durch die Position, die man mit dieser Ausbildung einnimmt! Als Rettungsschwimmer Silber habe ich bspw. keine Garantenstellung, wenn ich mit dieser Ausbildung Aufsicht im Schwimmbad mache, habe ich in der Funktion als Aufsichtsperson eine Garantenstellung. Sobald ich das Schwimmbad verlasse endet diese Stellung. Zudem ist der Rettungsschwimmschein keine Berufsausbildung, sondern IMHO mit einem EH-Schein gleichzusetzen.


Gut, das habe ich bisher anders verstanden und auch erklärt bekommen. Vielleicht ist auch der Begriff "Garantenstellung" einfach unpassend für das, was ich mit meinem Beispiel meinte...

Ich erkundige mich da noch mal genauer, was man mir bei uns in der OG versucht hat, beizubringen!

Lemming
03.01.2010, 21:42
Hallo,


Gut, das habe ich bisher anders verstanden und auch erklärt bekommen. Vielleicht ist auch der Begriff "Garantenstellung" einfach unpassend für das, was ich mit meinem Beispiel meinte...

Ich erkundige mich da noch mal genauer, was man mir bei uns in der OG versucht hat, beizubringen!

Wurde in meiner Ausbildung auch immer wieder diskutiert, allerdings nicht im Zusammenhang mit den Rettungsschwimmabzeichen, sondern mit der Fachausbildung Wasserrettungsdienst, die aber eher der Grundausbildung der Feuerwehr gleichzusetzen ist. Aktuelle Rechtsprechung ist allerdings wie oben geschrieben. Da die DLRG in vielen Bundesländern im Rettungsdienst tätig ist, kann es allerdings durchaus sein, dass sie in diesem Zusammenhang auch eine Garantenstellung hat.
Eine gute Zusammenfassung hab' ich übrigens auf die schnelle hier gefunden:

http://notfallmedizin.de/download/gesetze.pdf

(oder wikipedia/ google...)

Was vielleicht damit verwechselt wird, ist, dass die Ausbildung bei der Beurteilung der Zumutbarkeit bei einer Unterlassenen Hilfeleistung eine Rolle spielen kann, sprich einem ausgebildeten Rettungsschwimmer ist eventuell mehr zumutbar, als einem 'normalen Schwimmer.

Gruß

Matthias

eisbärin
03.01.2010, 23:02
Was vielleicht damit verwechselt wird, ist, dass die Ausbildung bei der Beurteilung der Zumutbarkeit bei einer Unterlassenen Hilfeleistung eine Rolle spielen kann, sprich einem ausgebildeten Rettungsschwimmer ist eventuell mehr zumutbar, als einem 'normalen Schwimmer.


Genau das meinte ich. Nach der Lektüre deiner Links scheint es das ja so zu geben wenn auch nicht unter dem von mir verwendeten Begriff.
Aber ich denkea aber, die Essenz bleibt die gleiche: Wer meint, rettungsschwimmer sein zu wollen (also die Prüfung ablegt), sollte in seinem Interesse auch zusehen, dass er nicht selbst absäuft wenn er seiner Aufgabe/Pflicht/Erwartung/... nachgeht.

Ich gehe mal lieber schlafen, ehe dass wir allzu sehr vom Thema abdriften. ;-)

LG!

Annina
06.01.2010, 12:36
Ihr seid wunderbar, so viele Antworten....
Ich hab noch Fragen zu den Sprüngen, nachdem ich jetzt die Prüfungsordnung genau studiert habe: Was ist der Unterschied zwischen Schrittsprung und Fußsprung und zwischen Startsprung und Kopfsprung? Ich vermute zwar, dass man beim Fußsprung mit beiden Beinen gleichzeitig abspringen muss und beim Schrittsprung mit einem Fuß voraus geht und dass man beim Startsprung flacher eintaucht als beim Kopfsprung (wo ist dann die Grenze zwischen "flach" und "nicht flach"?), aber genau weiß ich es nicht.

Und was mich eigentlich noch mehr interessiert - wofür braucht man diese vilen verschiedenen Sprünge in der Praxis? Startsprung klar - schnell zum Hilfesuchenden gelangen. Paketsprung auch klar - möglichst wenig eintauchen. Und ein "Fuß-voran-Sprung" ist ja vielleicht auch noch irgendwie nützlich, aber der Rest...?

Darf man sich bei den "Fuß-voran-Sprüngen" die Nase zuhalten bzw. eine Klammer benutzen? Das mag jetzt etwas blöde klingen, aber ich krieg davon immer Nasenbluten...
Jaja, ich weiß, all diese Fragen wird man mir auch im Kurs beantworten, aber der fängt erst im Februar an und ich wills doch jetzt schon wissen, weil ich so hibbelig bin... ;-)

Froh's Neu's übrigens euch allen,
Annina

eisbärin
06.01.2010, 13:31
Ich fange mal ganz grob an:

Beim Fußsprung und Kopfsprung versucht man dem Wasser möglichst wenig Aufprallfläche zu bieten um möglichst tief nach unten zu kommen ohen dafür arbeiten zu müssen. Deshalb ist das Zuhalten der Nase natürlich ein bisschen kontraprodzktiv, denn es erhöht den Wasserwiderstand. Ob du die Nase zu halten darfst, oder nicht, hängt vor allem vom Ausbilder/Prüfer ab.

Schrittsprung und Paketsprung sollen dafür sorgen, dass man wenig Eintauchtiefe erreicht indem man seine Aufprallfläche, die einen Abbremst möglichst groß macht. Beim Schrittsprung macht man mit den Beine einen sSchritt und spreizt die Arme zur Seite, habe ich vorher so noch nie gesehen...

Der Startsprung soll vor allem schnell sein, das heißt, du musst möglichst viel Kraft vom Beckenrand weg bringen und tauchst wie du vermutet hast logischerweise recht flach ein.

Was ich noch ganz wichtig finde: Der Schrittsprung sollte nicht mit Anlauf ausgeführt werden, da man sich sonst schnell mal die Leistengegend zerrt. ;-)