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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [USA] Out of the Desert - Zwischen Wüste und Hochgebirge in Kalifornien



Canyoncrawler
25.11.2009, 06:53
Land: USA
Reisezeit: September 2007
Region/Kontinent: Nordamerika

Hallo,

im Sept. '07 waren wir u.a. in Kalifornien unterwegs und da die High Sierra ein bei Outdoorfans beliebtes Ziel ist, stelle ich mal einen Auszug aus dem damaligen Reisebericht hier ein.

Geplant war u.a. ein Abschnitt des John Muir Trails - aber es kam anders. ;-)

Canyoncrawler
25.11.2009, 06:54
Tag 4 – Dienstag, 11.09.2007:

Death Valley NP – Yosemite NP

Beim Öffnen des Zeltreissverschlusses lacht uns bereits die Sonne an und verspricht einen weiteren heissen Tag in der Wüste. Hier im etwas höher gelegenen Panamint Springs war die Nacht etwas angenehmer und wir haben gut geschlafen. Während Frank im Bad verschwindet und anschliessend mit dem Frühstücksgeschirr klappert, versuche ich mich erneut mit dem GPS. Inzwischen kann ich bereits Wegpunkte speichern und auch Koordinaten eingeben. Wie ich allerdings anhand des winzigen Pfeiles auf dem Kartendisplay die Marschrichtung erkennen soll ist mir noch immer ein Rätsel. Daher kommt das altgediente Garmin Etrex heute wieder zum Einsatz und nach dem Frühstück hacke ich schnell ein paar Koordinaten ein, die uns die Archjagd in den Alabama Hills erleichtern sollen. Nach dem Frühstück schlagen wir das Lager ab und verschwinden für eine Dusche in dem abgewirtschafteten Bad des Campingplatzes. Nach der Dusche haben wir ein Problem mit unserem Abwasch. Das Spülbecken ist in einem noch desolateren Zustand als die Badezimmer. Die ganze Platte ist heruntergerissen und liegt hinter dem Sanitärgebäude. Wir behelfen uns mit Wasser aus dem Waschbecken das wir nach dem Spülen in die Toilette kippen, verlassen den Campground und setzen ihn gedanklich auf unsere „Nie wieder“-Liste.

Bei Dunkelheit sind wir gestern durch die Panamint Range über den Towne Pass gefahren und jetzt fahren wir auf dem Death Valley Scenic Byway (Strasse #190) weiter und schwingen uns in Kurven die Argus Range hinauf. Die Darwin Falls lassen wir links liegen und folgen den Serpentinen zum Darwin Plateau. Am Father Crowley Point biegen wir auf die kurze, unbefestigte Piste ab. Dieser Aussichtspunkt bietet eine der spektakulärsten Aussichten im Park: Panamint Valley mit den Panamint Dünen, Rainbow Canyon, die Panamint Mountains, Telescope Peak und das geschlängelte Asphaltband der 190.

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Benannt nach einem katholischen Priester, der in den 1930er Jahren hier lebte und wirkte, hat man hier einen dramatischen Überblick über die vielfältigen Landschaften der Mojave Wüste. Das beste Fotolicht hat man an diesem nach Osten ausgerichteten Viewpoint, entweder sehr früh am Morgen oder am Nachmittag. Wir sind zu spät dran und die Sonne scheint uns direkt in die Linse.

Weiter geht die Fahrt auf der Strasse 190 und schliesslich auf der 136 in Richtung Lone Pine.

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In der Ferne ist bereits die Gebirgskette der Sierra Nevada auszumachen. Zu Füssen der Sierra Nevada, jenes von Gletschern geformten kalifornischen Hochgebirges, liegt der Ort Lone Pine. Im Visitor Centre, dass unmittelbar neben der Kreuzung von CA 136 und US 395 liegt, holen wir uns ein Infoblatt über die Alabama Hills und nach einem Tankstopp biegen wir an der Ampel auf die Whitney Portal Road ein. Nach weniger als 2 Meilen, erreichen wir bereits die ersten Formationen aus verwittertem Granit: „Miss Alabama“, ein riesiger Felsbrocken dem jemand ein Gesicht aufgepinselt hat. 2,5 Meilen ab Kreuzung mit dem Highway 395 zweigt nach Osten die unbefestigte Movie Road ab. Von der Movie Road führen weitere Pisten ab, die mitten hinein führen ins Herz dieses zerklüfteten Erosionsgebiet zu Füssen der gezackten Bergkette der Sierra Nevada. Hier verstecken sich einige sehr sehenswerte Arches und präpariert mit den Koordinaten aus Isa's Alabama Hills Travelogue (http://www.isaczermak.com/california-alabama-hills-arches.html) möchten wir uns später auf die Suche machen.

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An einer grossen Ausbuchtung parken wir den Trailblazer, dass ist nicht der nächstgelegene Parkplatz für die Jagd nach dem Mobius und Lathe Arch, aber wir möchten das weitläufige Gebiet erkunden und die geschichteten Zinnen, Kugeln, Quader locken uns.

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Nachdem wir den Abschnitt „erforscht“ und unzählige Fotos geschossen haben, setzen wir die Fahrt auf der Movie Road fort und nehmen uns das nächste Areal vor.

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Wir sind begeistert von dieser Location und wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen und fahren sollen. Das Gebiet ist durchzogen mit einem Netz von unbefestigten Seitenpisten, die teilweise in gutem Zustand durch das Felsenmeer führen, abschnittsweise über steilere Anstiege und duch tieferen Sand.

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Abwechselnd zu Fuss und mit dem SUV erkunden wir die Gegend und irgendwann stellen wir wieder das Fahrzeug ab, um uns auf die Suche nach den Arches zu machen. In den kleinen Rucksack kommen neue Getränke und von unserem „Parkplatz“ sehen wir den Heart Arch.

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Dies sagt uns, dass wir uns nach Westen wenden müssen. Der GPS-Pfeil deutet in die gleiche Richtung und wir kämpfen uns vorbei an sehenswerten Felsbrocken, nicht ohne immer wieder für ein Foto zu stoppen. Die Albama Hills ziehen uns magisch in ihren Bann.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 06:55
Nach unzähligen Seitenschlenkern, kleinen Kraxeleinlagen, einfachem Vorankommen in einem Wash erreichen wir schliesslich den Mobius Arch.

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Für die Schokoladenseite des Arches sind wir fototechnisch bereits zu spät dran, der Bogen wirft einen harten Schatten, aber von der anderen Seite gelingt ein vorzeigbares Foto.

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Unser nächstes Ziel ist der Lathe Arch, der sich nicht weit weg zwischen den Felsen spannt. Auch hier wirft der Bogen aus Blickrichtung der die Bergkette einrahmenden Seite, einen harten Schatten.

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Aus anderer Richtung nutzen wir den Arch für ein gemeinsames Foto und wenn wir hier etwas angestrengt schauen, so liegt das daran, dass wir auf einem relativ kleinen Podest balancieren und ich ausserdem noch die Fernbedienung der Kamera verstecke.

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Östlich des Lathe Arches warten sehr fotogene Granitfelsen die wir von unserem Ausguck bewundern.

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Viel zu schnell verstreicht die Zeit und wir folgen dem Pfeil zum markierten Wegpunkt, wo unser Trailblazer parkt. Durch ein relativ offenes Feld, ohne nennenswerte Hindernisse, aber auch lange nicht so sehenswert wie die Kraxeltour auf dem Hinweg, halten wir direkt auf unseren Wagen zu mit dem wir anschliessend ein paar weitere Schleifen in dem riesigen Areal abfahren.

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Wir nehmen unter den Blicken von 4 Motorbikern auf Geländemaschinen die relativ steile Auffahrt zum Eye of Alabama Arch. Hier gefällt uns die Fotoposition aber nicht so gut, also wieder nach unten, ein kurzer Stopp an weiteren Formationen.

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Wer nicht so viel Zeit hat, kann auch der Wegbeschreibung zum Mobius Arch von Silke (http://www.westernladys-world.net/infos/alabamahills.php) folgen. Sie beschreibt den Weg durch das offene Feld und man benötigt kein GPS um den Arch zu lokalisieren.
Weiter geht’s auf der Movie Road, die uns im Bogen zum US Highway 395 führt. Für ein spätes Mittagessen fahren wir zurück nach Lone Pine und nach einem Menü bei Carls Jr. folgen wir der grösstenteils vierspurig ausgebauten US 395 North, durchs Owens River Valley. In Independence stoppen wir, um das schmucke Inyo County Court House zu fotographieren.

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Durch das fruchtbare Owens Valley zogen zur Zeit des kalifornischen Goldrausches viele Goldsucher. Einige blieben im Owens Valley hängen, sodass am Zusammenfluss von Independence Creek und Owens River ein Aussenposten der US-Armee eingerichtet wurde (Camp Independence). Heute weiden Rinder auf den fruchtbaren Böden im Owens River Valley vor der Kulisse der Inyo Mountains.

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Die Zeit drängt, für heute Abend haben wir eine Reservierung für einen Campground im Yosemite NP sodass wir in Bishop nur kurz Stoppen um in einem Supermarkt unseren arg geschrumpften Getränkevorrat aufzustocken und ein paar Croissants fürs Frühstück nachzukaufen. Hinter Bishop verlässt der Highway die offenen Flächen und taucht ein in den Inyo National Forrest. Fortan schneidet die US 395 durch den bewaldeten Gebirgszug der Sierra Nevada und begleitet uns mit wechselnden Aussichten (u.a. auf den langgezogenen Lake Crowley) durch Kiefernwälder zum Mono Lake.

Canyoncrawler
25.11.2009, 06:56
Der 153 km² große Mono Lake ist eine naturwissenschaftliche Sehenswürdigkeit ganz besonderer Art. Seit Urzeiten sind die Bäche und Flüsse der umliegenden Gebirge in das abflusslose Becken, das Mono-Basin, gelaufen und haben ihre mitgeführten Mineralien in den entstehenden See eingebracht. Die fortwährende Wasserverdunstung hat den Gehalt an Salzen und Feststoffen stetig ansteigen lassen, mit dem Ergebnis, daß der See heute 2,5mal so salzhaltig und 80mal alkalischer ist als Meerwasser und dadurch ein einzigartiges Ökosystem geschaffen wurde. Durch das Anzapfen der Quellflüsse für die Trinkwasserversorgung von L.A. ist der Wasserspiegeln in den letzten Jahren stetig gesunken und hat dadurch vielgestaltige Tuffas freigelegt. Die Gebilde aus Kalksediment sind zu bizarren Formen verwittert und verleihen dem See ein mystisches Aussehen. Die eindrucksvollsten Tuffa-Säulen befinden sich im südlichen Bereiche des Sees. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde begnügen wir uns mit einem Stopp an der Old Marina, nördlich von Lee Vining.

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Zahlreiche Wasservögel bevölkern den See. Zurück in Lee Vining tanken wir noch einmal voll und biegen ein auf die CA 120, eine der schönsten Gebirgsstrassen der USA.

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Besser bekannt unter dem Begriff Tioga Road, führt uns diese Strasse aussichtsreich vorbei an Ellery Lake und Tioga Lake zur Tioga Pass Entrance Station.

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Es ist bereits nach 18.00 Uhr und die Wilderness Station in der Nähe der Tuolumne Meadows Lodge ist bereits geschlossen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere reservierten Backcountry-Permits morgen in Empfang zu nehmen. An der Einfahrt zum Tuolumne Meadows Campground klebt ein Zettel und wir entnehmen diesem die Nummer unseres reservierten Stellplatzes. Für uns wurde Site Nummer C 78 reserviert und wir befahren die Schleifen um zum Loop C zu kommen.
Mit dem zugeteilten Stellplatz sind wir sehr zufrieden, kaum Nachbarn und nicht allzu weit bis zum Sanitärgebäude.

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Schnell steht der kleine Geodät und während Frank unsere Lebensmittel- und Kosmetikartikel in der metallenen Bearbox verstaut, packe ich den Laptop aus und überspiele Bilder von der Speicherkarte auf das Notebook. Frank kümmert sich jetzt um unser Lagerfeuer und ich verstaue die restlichen Dinge in der Bearbox. Plötzlich ertönt lautes Rufen und mein Blick wandert über den Platz. In kaum 50 m Entfernung läuft ein ausgewachsener Schwarzbär langsam über den Platz, genau in unsere Richtung. Geistesgegenwärtig versuche ich die Tür der Bearbox zu schliessen. Die Konstruktion ist fummelig und bis das Schloss eingerastet ist, hat der Bär die Richtung geändert und läuft jetzt etwa 20 m über unserem Stellplatz quer über den Platz. Die anderen Camper treiben ihn mit lauten Rufen und dem Schlagen auf Kochtöpfe weiter. Frank und ich stehen einfach nur da und schauen und staunen. Wir sind kaum 30 Minuten auf dem Zeltplatz und schon haben wir unseren ersten Bären gesehen.

Restlos begeistert können wir dieses Glück kaum fassen und bereiten in Hochstimmung unser Abendessen vor und als es Dunkel wird, entfacht Frank im Feuerring ein Lagerfeuer mit dem mitgebrachten Firelog. Mehrmals patrouillieren an diesem Abend die Ranger. In der Ferne vernehmen wir noch häufiger an diesem Abend geräuschvolles Topfschlagen und laute Rufe. Der Bär ist noch immer auf dem weitläufigen Gelände des Campingplatzes und das sorgt für ein wenig Thrill, als wir später nur im Schein der Stirnlampe zum Sanitärgebäude laufen für Abwasch und Abendtoilette. Peinlich genau reinigen wir unsere Campsite von allem was Bären anlocken könnte. Aufgrund der fatalen Trinkwassersituation (es ist so trocken, dass viele Bachbetten völlig trocken sind und der Duschbetrieb für Camper in der Tuolumne Meadows Lodge eingestellt wurde), wird derzeit das abspritzen der Campingtische mit Wasser nicht empfohlen. Essensreste auf dem Tisch sollen bereits im Vorfeld vermieden werden.

Vom heissen Tag noch ziemlich aufgeheizt, merken wir erst spät, wie kalt es hier in der Höhe ist. Mit Waschlappen und unserer zur Waschschüssel umfunktionierten Salatschüssel spülen wir uns den Schmutz des Tages ab und kriechen anschliessend zufrieden in unsere Schlafsäcke.

Übernachtung: Tuolumne Meadows CG 20 $
Gefahrene Meilen: 220

Canyoncrawler
25.11.2009, 06:57
Tag 5 – Mittwoch, 12.09.2007:

Yosemite NP – Yosemite NP

Unser Wecker klingelt um 6.30 Uhr und hier auf 2600 m Höhe ist es empfindlich kalt, als ich den Reissverschluss des Schlafsacks aufziehe und schnell wieder schliesse. Frank ist mutiger und angelt bereits nach seiner Fleecejacke. Während Frank Richtung Sanitärgebäude verschwindet mummele ich mich noch mal in den Schlafsack ein und beschliesse erst dann mein warmes Lager zu verlassen, wenn das Wasser für den Kaffee kocht und ich mich von innen wärmen kann. Etwas später wäre ich froh gewesen, wenn ich aufgestanden wäre. „Hey Bear, go away“-Rufe gepaart mit Händeklatschen. Die Rufe klingen verdammt nah und während ich noch überlege, ob ich aus dem Zelt soll oder nicht, ist Frank zur Stelle und fordert mich aufgeregt auf, das Zelt zu verlassen. Bis ich mich aus Schlafsack und Inlett befreit habe, erhalte ich die Meldung, der Bär wäre ausser Sicht. Hatten mich zunächst noch Zweifel geplagt, ob ich den Bär sehen will, bin ich jetzt ziemlich enttäuscht. Vor unserer Campsite sind die Camper der Umgebung zusammen gekommen. Unser Nachbar von oberhalb hat den Bär über die benachbarte Campsite laufen sehen, direkt durch eine kleine Schneisse, etwa 10 m neben unserer Bearbox und der Tischgruppe. Frank stürzte aus dem Bad, als der Bär gerade an dem Gebäude vorbeigelaufen war und sich entfernte. Der Camper in dem VW Bus schräg gegenüber hat nur noch das Hinterteil des Bären gesehen, als er zwischen den Bäumen verschwand.

Der Gedanke, dass gerade 15 m neben mir ein Bär vorbei gelaufen ist, ruft einen Zwiespalt hervor, einerseits freue ich mich unheimlich darüber, andererseits denke ich bereits mit Schrecken an unsere Nacht im Camp Sunrise. Während wir noch über das Bärenerlebnis diskutieren, kommt ein Ranger-Fahrzeug angefahren und ein junger Ranger steigt aus. Ob wir den Bär gesehen hätten. - Ja und Nein. - Der Jungbär ist ein Sorgenkind der Parkverwaltung. Er treibt sich immer wieder auf dem Campground herum, hätte aber seine natürliche Scheu vor den Menschen noch nicht verloren und flüchtet bei Lärm. Trotzdem wird er überwacht und soll lernen, dass der Campground kein geeigneter Platz für ihn ist. Daher die Instruktion, sobald der Bär gesichtet wird, ihn zu vertreiben und unbedingt Meldung machen, damit die Ranger geeignete Maßnahmen treffen können, um den Bären dauerhaft vom Campground zu vertreiben. Wir geloben dies und nach einer kurzen Unterhaltung über die extreme Trockenheit, steigt der Ranger wieder in sein Fahrzeug und fährt davon. Frank findet es richtig gut, dass in der Nähe unserer Campsite ein Bärenpfad verläuft, ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll.

Jetzt wird es Zeit fürs Frühstück aus mitgebrachtem Amaranth-Wildbeerenmüsli, zubereitet mit Wasser, da wir zu Hause schon Milchpulver untergerührt haben. Nach einem Kaffee brechen wir auf in Richtung Tuolumne Meadows Wilderness Centre.

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Um kurz nach 8.00 Uhr morgens stehen wir vor dem Tresen und werden von zwei freundlich blickenden Angestellten empfangen. Eine junge Officer winkt uns heran und fragt nach unserem Anliegen. Wir haben eine Permitreservierung für heute, würden diese aber gerne, wenn möglich, umschreiben auf den morgigen Tag, da wir gestern Abend erst angekommen sind. Lisa schaut sich unsere Reservierungsbestätigung an, blickt dann in den Permitkalender, banges Hoffen bei uns und die Erleichterung. Es ist möglich das Permit um einen Tag zu verschieben und wir erhalten unser Wunschpermit für Entry: Sunrise Lakes – Exit: Cathedral Lakes für den 13.09. bis 14.09.07. Anschliessend folgt eine ausführliche Unterweisung über die Verhaltensregeln im Hinterland des Parks. Danach kennen wir die Campingverbotszonen, die Bärenregeln, Lagerfeuerregeln, alles über Essensaufbewahrung, Holzsammeln, Lagerfeuer, Toilettengänge etc..

Dazwischen werden immer wieder Fragen gestellt die es zu beantworten gilt. Auf die Frage was wir mit benutztem Toilettenpapier machen habe ich mit meiner Antwort mehr Glück als die Backpacker die beim Parkkollegen unterwiesen werden. Ich sage „Carry out“, während die Amerikaner „burnen“ möchten, was eine weiterführende Belehrung über die grosse Trockenheit und die Gefahr von Bränden mit sich bringt. Einpacken und raustragen ist erforderlich. Fürs grosse Geschäft ausserdem ein mind. 6 inch (ca. 15 cm) tiefes Loch graben und das ganze anschliessend mit Erde bedecken. Eine passende Schaufel steht zum Verkauf. Wir lehnen dankend ab, da wir unseren Minispaten dabei haben. Nachdem wir noch Instruktionen erhalten haben, dass nahezu alle Wasserläufe trocken sind und wir Trinkwasser nur in den Seen erhalten werden sind wir nach 20 Minuten Frage- und Antwortritual fertig. Unsere 2. Permitreservierung für die Übernachtung bei Glen Aulin geben wir zurück damit andere Backpacker in den Genuss dieser Möglichkeit kommen. Gegen eine geringe Gebühr erhalten wir unseren Miet-Bearcanister und fahren zurück zum Campground, um die Registrierung zu erledigen.

Wir haben als Schlechtwetter-Variante zum Backpack eine 2. Nacht auf dem Tuolumne Meadows Campground vorgebucht, die wir jetzt in Anspruch nehmen werden. Nachdem unsere Anmeldung erledigt ist, fahren wir zum Zelt um den Rucksack für die Wanderung zum Elizabeth Lake zu packen. Frank hat es sich beim Anblick des strahlend blauen kalifornischen Himmels aber anders überlegt und möchte unbedingt zum Glacier Point. Habe ich mich verhört und er meint Olmstead Point? Nein, der Glacier Point soll es sein, da wir am Glacier Point bei unserem letzten Yosemite-Besuch sehr schlechtes Wetter hatten. Meine Argumente, wir könnten den Glacier Point doch wie besprochen vor der Weiterfahrt zum Sequoia NP effektiver einbinden, schlagen fehl. Frank hat sich heute den Glacier Point in den Kopf gesetzt und möchte ausserdem die Wanderung um den Tenaya Lake machen. Ich füge mich, da es Schlimmeres gibt als eine Fahrt durch den ganzen Park zu einem gegenüberliegenden Aussichtspunkt, ziehe aber die schweren Bergstiefel wieder aus und schlüpfe in die leichten Sneakers.

Von Tuolumne Meadows bis ins Yosemite Valley sind es 55 Meilen. Wegen des gebirgigen Charakters der Strecke etwa 1,5 Stunden Fahrt. Dazu kommen 32 Meilen und eine weitere Stunde bis zum Glacier Point – ohne Stopps. Aus der Bearbox packen wir Vorräte ins Auto und starten unsere Tour. Vorbei am Tuolumne Meadows Visitor Centre folgen wir der Tioga Road bis zum Ostufer des Tenaya Lake.
Der Highway 120 windet sich durch die alpine Hochgebirgslandschaft der Sierra Nevada und wurde 1882 bis 1883 als Zufahrt für eine Mine angelegt, 1961 neu trassiert und ausgebaut. Die Straße schlängelt sich durch eine malerische Berglandschaft aus glitzernden Seen, duftenden Wiesen, von Gletschern geformten Felskuppen und glatt gehobelten Bergkuppen, die vor nur 10.000 Jahren noch unter den Massen eiszeitlicher Gletscher begraben lagen. Am Tioga Pass auf 3031 m Höhe erreicht die Aussichtsstrasse den Kamm der Sierra Nevada und ist damit die höchstgelegene, mit dem Auto befahrbare Strasse Kaliforniens. Vom Herbst bis in den Frühsommer (in der Regel Ende Oktober bis Ende Mai/Mitte Juni) liegt die Strasse unter Schneemassen begraben und ist nicht befahrbar. Heute ist sie geöffnet und zwischen Reisebussen und PKW finden wir einen Parkplatz am Tenaya Lake, schnappen uns die Rucksäcke und laufen am sandigen Ufer entlang und haben alsbald die Busladung Reisender hinter uns gelassen.


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Wie fürs Foto platziert, liegen einige Äste und Stämme in den seichten Ausläufern des Sees und nachdem wir den Tenaya Creek gequert haben, verläuft der Trail ebenmässig durch Nadelwald am Südufer entlang. Am Westufer verlässt der Trail den Wald und da wir keine Lust haben, auf der Fahrstrasse zurückzulaufen und den Trail am Westufer morgen auf der Wanderung zu den Sunrise Lakes kennen lernen werden, kehren wir um und laufen erneut durch den Wald und geniessen immer wieder die Aussichten auf die blauschimmernde, spiegelnde Wasserfläche des Tenaya Lakes.


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Nach etwa 1,5 Stunden und 3 Meilen Fussweg schütten wir uns am Auto eine Ladung Kiessand aus den flachen Schuhen und fahren weiter zum Olmstead Point. An dieser Stelle wachsen Bäume direkt aus dem glattgeschliffenen Granitplatten und die Strasse #120 nimmt dahinter in Fahrrichtung Yosemite Valley einen S-förmigen Verlauf um die Granitplatten. Wir stellen das Auto ab und erklimmen mit leichtem Gepäck die Felsen.


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Von hier oben blicken wir auf die Rückseite des Half Dome und steigen immer weiter nach oben.

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Die leuchtend blaue Wasserfläche des Tenaya liegt malerisch eingebettet in der grauen Granitlandschaft und rechterhand erblicken wir den versteckt im Wald liegenden Hidden Lake.

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Auf den glattgeschliffenen Granitflächen liegen immer wieder dicke Felsbrocken und verdreht gewachsene Bäume und Sträucher klammern sich durch Ritzen in die Erde unter dem Granit. Bei unserem ersten Besuch sind wir nur ein paar Meter auf den Platten nach oben gekraxelt, da uns damals noch die Half Dome Wanderung vom Vortag in den Knochen steckte und jeder Schritt gut überlegt sein wollte.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 06:58
Doch heute sind wir fit und klettern immer weiter nach oben. Die Sonne scheint inzwischen kräftig und da sich niemand die Mühe gemacht hat, soweit aufzusteigen, entledigen wir uns oben, geschützt vor neugierigen Blicken, der langen Sportunterwäsche und verspeisen anschliessend auf unserer Aussichtsplattform einen Cliff Bar. Als wir fast wieder abgestiegen sind, fällt Frank ein, dass er seine lange Unterhose vergessen hat und so mühen wir uns in der dünnen Luft erneut den Anstieg hinauf. Nach kurzer Suche finden wir die blaue Hose und diesmal wandert sie in den Rucksack und zurück am Auto setzen wir zur Mittagszeit die Fahrt zum Glacier Point fort.

Weiter geht es, vorbei an Trailheads und durch Wald bevor wir nach längerer Fahrt auf die Big Oak Flat Road treffen. In mehreren Kehren fahren ab zum Yosemite Valley und stoppen am Rainbow View und Valley View Point, wo Half Dome und El Capitain über bewaldete Bergflanken lugen.

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Ausserdem blicken wir auf den mäandernden Merced River auf dem Talgrund.

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Wir sortieren uns auf die Strasse 41 in Richtung Wawona, halten am Tunnel View Point und fahren wegen Gegenlicht weiter. Bei der Auffahrt zum Glacier Point (26 km über eine kurvige Strasse ab Chinquapin Junction) halten wir einige Male und merken uns den Trailhead des Sentinel Dome Hikes. Washburn Point bietet eine sehr lohnende Aussicht bevor wir den wohl spektakulärsten per Auto zugänglichen Viewpoint im Yosemite NP erreichen.

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Der Glacier Point ist 2119 m hoch gelegen, 980 m über dem Talboden. Es bietet sich eine spektakuläre Aussicht auf den Half Dome (2695 m). Dieser scheint hier zum Greifen nahe zu sein. Neben dem dominierenden Half Dome, bietet sich auch ein guter Blick auf Vernal Fall (97 m lang), Nevada Fall (181 m lang) und auf Liberty Cap (2157 m hoch).

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Vom äußersten Rand des Glacier Point schaut man auf Yosemite Valley und die Yosemite Falls, die in drei Kaskaden insgesamt 739 m tief hinunterstürzen und damit die höchsten Wasserfälle von Nordamerika sind. Soweit zu den Fakten.

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Gegen Ende eines langen, heissen Sommers blickten wir auf die zusammengeschrumpften Reste der im Frühsommer so imposanten Yosemite Wasserfälle.

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Vernal Fall ein dünnes Rinnsal, Nevada Fall ein wenig kräftiger und an den Yosemite Falls scheint jemand das Wasser komplett abgedreht zu haben. Da wo der Mirror Lake sein sollte, nur noch ein morastiger Sumpf. Wo ist all das Wasser hin, dass wir bei unserem letzten Besuch Ende Juni 2000 noch so reichlich ins Tal hinab stürzte. Trotzdem ist die Aussicht auf den dominierenden Half Dome spektakulär

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und nach einem gebührend langen Stopp machen wir uns auf den Weg zum Sentinel Dome Trail. Wir finden keine Parkplatz direkt am Trailhead und parken etwas weiter unten an einer Ausbuchtung. Mittlerweile knurren unsere Mägen gewaltig und so packen wir für jeden eine Dose Chef Boyarde Nudeln, einen kleinen Kochtopf, Minidosenöffner, Gaskocher, Kartusche und Besteck ein und wollen uns ein geeignetes Fleckchen für ein verspätetes Mittagessen entlang des Trails suchen. Auf einem grossen Felsbrocken am Trail werden wir fündig, doch oh Nein, wir haben das Feuerzeug vergessen. Auch im zweiten Rucksack findet sich keines und mit dem Magnesiumfeuerstarter würden wir wohlmöglich den halben Park in Brand setzen. Frank findet es nicht schlimm, den kurzen Weg hin und zurück würden wir schon schaffen. Im Gegensatz zum ihm ist mir schon flau und mit dem Loop über den Taft Point sind es 5 Meilen, viel zu lang. Ich bestehe auf einer Mahlzeit und löffle die Spaghetti mit Meatballs kalt aus der Dose. Der Müll wandert gut verpackt in den Rucksack und wir folgen dem bewaldeten Trail zu der runden Kuppe des Sentinel Dome, der zunächst halb um den halben Berg führt.

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Von hinten besteigen wir diesen phantastischen Aussichtsfelsen und werden für die kleine Mühen mit einer phänomenalen 360° Panorama-Aussicht belohnt.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 07:01
Diese Wanderung bietet eine spektakuläre Rundumsicht in jede Richtung. Im Westen Yosemite Valley und der Merced River Canyon.

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Im Norden Yosemite Valley mit El Capitain und Yosemite Falls (hier stand leider genau die Sonne drüber und ein vernünftiges Foto war nicht möglich). Im Osten Nevada Fall, Half Dome, Couds Rest und viele weitere High Sierra Gipfel. Die gefallene Jeffrey Pine ist ein beliebtes Motiv.

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Nach über einer Stunde auf dem Gipfel wird es Zeit für den Rückweg.

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Gemütlich laufen wir an bemoosten Bäumen zurück zum Auto anstatt zum Taft Point.

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Der Plan hat eine weitere Änderung erfahren: wir möchten im Curry Village Essen und duschen. Auf dem Weg stoppen wir noch am Tunnel View Point

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und erreichen nach etwa einer Stunde das Valley. Auf dem Southside Drive hat es gebrannt und da wo wir einst durch sattes Grün fuhren, stehen jetzt nur noch verkohlte Reste. Wir nehmen uns vor im Visitor Centre nach dem Zeitpunkt des Brandes zu fragen und erreichen den Grossparkplatz des Curry Village. Da wir uns hier länger aufhalten möchten, packen wir die restlichen Lebensmittel die wir noch im Auto gebunkert haben und auch die Kosemetika in den Bearcanister. Die Wasserflaschen verstecken wir unter den Handtüchern im Kofferraum, denn mit Einbruch der Dunkelheit werden die Schwarzbären aktiv und es kann zu Autoaufbrüchen durch diese intelligenten Tiere kommen. Im Curry Village steuern wir den gut sortierten Outdoor Laden an, stöbern ein wenig und kaufen eine dieser Mini-Gaskartuschen von Snow Peak um das Gepäck für die Wanderung weiter abzuspecken. Auch ein T-Shirt für Frank wandert über den Tresen.

Am Food Court bestellen wir an einem Pizzastand eine Peperoni with Cheese und erhalten eine Art Klingel die uns sagen soll, wann unsere Bestellung fertig ist. An einem freien Tisch warten wir mit knurrenden Mägen auf unsere Pizza und etwa 15 Minuten später fängt der elektronische Schlüssel an zu blinken und zu vibrieren. Frank kehrt kurz darauf mit unserer Super-Size Pizza zurück, die besser aussieht als sie schmeckt. Dem Teig fehlt jegliche Würze und der Käse zieht zähe Fäden. Dafür hat die Peperoni-Wurst die nötige Schärfe und überdeckt ein wenig den ansonsten sehr faden Geschmack. Frank gibt sein Bestes um die riesige Pizza zu vertilgen, was ihm nicht ganz gelingt. Ich habe mit der Dose Spaghetti als Grundlage schon früher kapitulieren müssen.

Mittlerweile ist es dunkel geworden und wir sind froh, an die Stirnlampe gedacht zu haben als wir auf dem riesigen Areal des Curry Village Camps eines der beiden Badehäuser suchen. Nachdem wir mehrere der schwach beleuchteten Wege abgelaufen haben und ich bei jedem Knacken zusammengefahren bin (rechnete ich doch jederzeit mit einem Schwarzbären), finden wir das Badehaus und laufen zurück zum Auto um unsere Duschsachen und frische Kleidung zu holen. Unsere Badeschuhe stehen in der metallenen Bearbox auf der Campsite, aber wir haben die Trekkingsandalen im Auto. Nachdem wir uns erneut ein wenig auf dem weitläufigen Gelände verlaufen haben, sind wir 1 Stunde später frisch geduscht zurück am Auto und treten die lange Fahrt durch die Nacht an – zurück zu unserem gelben Zelt auf dem Tuolumne Meadows Campground. Nach 22.00 Uhr erreichen wir den Platz und gehen sofort schlafen.

Übernachtung: Tuolumne Meadows CG 20 $
Gefahrene Meilen: 170

Canyoncrawler
25.11.2009, 07:06
Tag 6 – Donnerstag, 13.09.2007:

Yosemite NP – Yosemite NP

Der Wecker reisst mich aus einem unruhigen Schlaf. Im Traum habe ich bereits die anstehende Backcountry-Wanderung verarbeitet und dabei von Schwarzbären geträumt und mir im Schlaf Sorgen darüber gemacht, was wäre wenn der Bär unser Zelt so interessant findet dass er hinein möchte oder mit unserem Bearcanister Fussball spielt und dieser in einen Fluss oder See landet.
Als ich Frank davon erzähle, hat er nur, ein das wird schon nicht passieren übrig.
Ich bin mir nicht so sicher und entsprechend angespannt beginnt dieser Morgen für mich. Nach Morgenhygiene und ausgiebigem Frühstück liegt weitere 30 Minuten später ein ansehnliches Häufchen Ausrüstungsgegenstände zum Verpacken auf dem Rücksitz des Trailblazers.

Ausser Zelt, Schlafsack, Isomatten, Bearcanister mit Lebensmitteln und Kosmetik, möchten noch Kleidung, Wasserfilter, Messer, Campingaxt, Taschenlampen, Gaskocher, Gaskartusche, Kochgeschirr, Spülschwämmchen, Feuerzeuge, Wanderkarten, Kompass und nicht zuletzt Film- und Fotoausrüstung verstaut werden. Zu Hause haben wir probegepackt um zu Testen, ob unsere kleinen Trekkingrucksäcke ausreichend gross wären für die Mehrtagestour. Auch wenn wir nicht alles bis zum letzten Gegenstand zusammengetragen hatten, waren wir uns sicher, dass in unseren 50 + 10 L bzw. 40 + 10 L grossen Rucksäcken alles seinen Platz finden würde. Frank verstaut das Zelt, Kochgeschirr, Wasserfilter und diverse andere Ausrüstungsgegenstände. Für meinen Rucksack war Bearcanister (toll dass ich mit dem Essen herumlaufen darf :o ) und die Fotoausrüstung geplant.

Der Schlafsack belegt bereits das komplette Fach bis zum Zwischenboden, die Isomatte wird in den Schlaufen aussen festgezurrt. Kleidung wandert hinein, die Inlets zurück ins Auto, kein Platz dafür. Fehlen noch Kameratasche und Bearcanister. Hilfe – wohin damit ? Der Rucksack ist voll und es liegen noch diverse kleinere Ausrüstungsgegenstände auf der Rückbank die in meinen Rucksack sollen. Frank erbarmt sich der Ersatzbatterien und der 2-D-Cell-Maglite-Taschenlampe, die wir zusätzlich zu den kompakten Stirnlampen mitnehmen möchten. Die Campingaxt landet im Kofferraum, zu schwer und zu sperrig. Dafür wandert der Kunststoffhammer für die Heringe in den Rucksack hinein und wieder hinaus. Frank meint, mit diesem Spielzeug könnten wir überhaupt nichts anfangen und zur Not würden wir mit einem Stein die Heringe einschlagen.

Der Minispaten muss mit, zum Buddeln fürs grössere Geschäft. Bleibt immer noch die Rolle Toilettenpapier und die Gefrierbeutel und Ziplocs für das Carry Out des benutzen Papiers. Auch Bearcanister und Foto-Filmausrüstung warten noch aufs Verstauen. Der Camcorder wird im Auto versteckt, es wird keinen Film geben. Doch für den Bearcanister ist noch immer kein Platz, die Fototasche habe ich inzwischen gedanklich schon um den Hals baumeln. Brauchen wir die Trekkingjacke? Ich meine ja – wegen der Kälte, Frank meint nein - wegen des Platzes.

Hilfe es wird wahrscheinlich frieren und die Kleidung wird gnadenlos abgespeckt. Ich weigere mich ohne Trekkingjacke und Fleecehose loszuziehen. Frank meint in der langen Sportunterwäsche könnten wir auch schlafen, steckt aber trotzdem brummelnd meine Fleecehose in seinen Rucksack. Die Trekkingjacke solle ich dann unter den Rucksackdeckel stopfen. Aber der Platz wird bereits vom Bearcanister belegt, der auch nach zigfachem umpacken und komprimieren noch immer nicht ganz in meinen Rucksack passen will. Frank hängt ihn vorne in die Schlaufen unter seinen Rucksack, ich bekomme dafür seine Isomatte doch er ächzt unter dem Gewicht. Er trägt jetzt geschätzt deutlich mehr als 15 kg und das Tragesystem stösst an die Grenzen.

Zur Unterstützung ist unser Campingnachbar von gegenüber herbeigeeilt. Er ist ein erfahrener Backpacker und will uns beim Abspecken der Ausrüstung helfen. Nachdem alles wieder ausgepackt und auf einer Plane neben dem Auto liegt schüttelt er nur den Kopf. Weniger könnten wir nicht mitnehmen, wegen der Wassersituation unterwegs bräuchten wir die Wassersäcke und die zehren einen guten Teil des Platzes in den Trekkingrucksäcken auf. Ein Taschenmesser könnten wir noch aussortieren, aber das hilft uns nicht weiter. Erneutes Einpacken, inzwischen ist auch die Freundin des amerikanischen Backpackers dazugekommen und meint, sie würde nicht ohne Schlafsackinlets aufbrechen. Es wäre ziemlich kalt und wenn wir die Inlets in den Nächten bisher benutzt hätten, würden wir diese draussen auch benötigen für einen erholsamen Schlaf.

Jetzt kommt das Zelt in meinen Rucksack aber auch so geht es nicht, da ich jetzt meine Kleidung nicht mehr einpacken kann. Wir sind ratlos und inzwischen ziemlich genervt und frustriert. Unsere 70 und 80 L Rucksäcke liegen zu Hause, da diese zu unförmig fürs Handgepäck sind. Die könnten wir jetzt gut gebrauchen.

1,5 Stunden sind vergangen und für eine Gewalttour über Sunrise Lakes – Cathedral Pass – Cathedral Lakes ist es zu spät und so fit fühle ich mich hier in der Höhe (noch) nicht, dass ich die Runde als Tagestour gehen könnte. Frank hat sich schon besser akklimatisiert und meint, wir könnten es schaffen. Wir wären ja bereits die Half Dome Tour gelaufen, die ein knackigeres Höhenprofil aufweist und in den Dolomiten schon lange alpine Touren gegangen. Selbst wenn wir bereits seit 2 Stunden unterwegs wären, ist mir die Runde als Tagestour zu weit und zu anstrengend und ich lasse mich nicht umstimmen.

Wir fassen einen Entschluss: eine Tageswanderung und da die Cathedral Lakes die schöneren Seen sein sollen steht der Plan: Dayhike zu den Cathedral Lakes anstatt Overnight-Backpack. Die jetzt überflüssige Ausrüstung wird schnell ausgepackt. Der Bearcanister bleibt wie er ist und verschwindet in Franks Rucksack. Ich bekomme dafür die Kamera und jetzt ist auch noch Platz für die Camcorder-Tasche. Zufrieden mit diesem Plan plauschen wir noch ein wenig mit den Backpackern die uns von ihrer geplanten Tour erzählen in der Carson-Iceberg Wilderness. Mit ein paar Worten Deutsch, die er noch von einem längeren beruflichen Aufenthalt in den Niederlanden kann, verabschiedet er uns und gegen 10.00 Uhr fahren wir mit unserem Trailblazer vom Platz.

Im Auto purzeln mir noch meine Bären-Wildnis-Camping-Sorgensteine vom Herzen und befreit und vergnügt fahren wir am Tuolumne Meadows Visitor Centre vorbei zum Trailhead. Am Trailhead (ca. 1 Meile westlich des Visitor Centre, Haltestelle #7 des saisonalen Tioga Shuttles) parken zahlreiche Autos. Bis zur Dämmerung möchten wir zurück sein, daher lassen wir unsere Lebensmittelkiste im Wagen. Beim Backpack hätten wir diese in einer der bärensicheren Metallboxen verstauen müssen.

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Die weitläufigen Wiesenlandschaften gegenüber des Trailheads verwandeln sich im Frühsommer in einen Wildblumenteppich, jetzt zum ausklingenden Sommer zeigen sie sich ob der grossen Trockenheit gelb-braun und ein wenig niedergetrampelt. Trotzdem möchte man direkt loslaufen und sich den einladenden Granitdomen nähern. Wir nehmen den Trail auf der anderen Strassenseite und informieren uns am Trailhead über die möglichen Gefahren auf den Hinweistafeln: Schwarzbären, Blitzschlag, Abstürze von Felsklippen.

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Mit Fleecejacke gegen die Kälte folgen wir dem Trail in den Wald. Wegen der Trockenheit und zerstampft von Tausenden von Bergstiefeln besteht der Untergrund aus mehr oder weniger verfestigtem feinem Sand. Um ein Wegschwemmen des Trails bei Regen zu verhindern sind Wegearbeiter dabei den Pfad mit Steinbrocken zu befestigen. Mit Spitzhacke, Rechen und Hammer für die Befestigungseisen schwitzen die jungen Leute trotz der kühlen Temperaturen. Trotzdem sind sie gut gelaunt zu ein paar Worten aufgelegt und wünschen uns einen „safe Trip“. In jeder Kehre des zunächst ansteigenden Trails ist ein junger Mann und eine junge Frau mit Instandsetzungsarbeiten beschäftigt und da wo sie gerade mühsam die lockere Erde gehackt und gerecht haben, setzen wir kurz darauf unsere Stiefel hin und hinterlassen in dem lockeren Sand unsere Fussabdrücke. Zwischendurch passieren wir einige felsige Passagen, aber überwiegend sind wir auf dem gut ausgebauten Trail auf lockerem, fein zermahlenen Waldboden unterwegs.

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Durch mehr oder weniger dichten Wald laufen wir vorbei an riesigen Granitfelsbrocken.

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An einer der wenigen noch nicht versiegten Quelle rastet eine Gruppe Backpacker mit ausladenden Aussengestellrucksäcken und füllen mit dem Wasserfilter die Wasservorräte auf. Sie fragen uns ob wir auch tanken müssen und bieten uns eine Flaschenfüllung Quellwasser an. Wir lehnen dankend ab, da wir für die Tagestour mit der Füllmenge unserer Trinkblasen und je zwei zusätzlichen ½ Quart Wasserflaschen hinkommen werden. Wir unterhalten uns kurz und erfahren, dass sie bereits seit 2 Wochen dem John Muir Trail folgen und die Wasserversorgung sehr mühsam ist, sodass sie jede Gelegenheit nutzen um Quellwasser zu filtern.

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An einem umgestürzten Baum legen wir eine kurze Rast ein, ziehen die Jacken aus und trinken einen kräftigen Schluck bevor wir uns wieder auf den Weg machen. An der Weggabelung zu Upper und Lower Lake treffen wir die nächsten Wanderer, ebenfalls Backpacker die kurz darauf weiterziehen. Wir entscheiden uns zunächst für den Lower Lake und laufen über Wiesen den ausgetretenen Pfad bis zum Seeufer.

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Frank meint, dass der ausgetretene Pfad eigentlich der versiegte Zufluss wäre und ein Blick auf die Karte und er hat Recht. Der Trail quert den Tenaya Creek auf der Topo Map ein um das andere Mal.

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Über den Wiesen trohnt der markante zweizipfelige Cathedral Rock der uns beim Erkunden des Uferbereichs aus unterschiedlichen Perspektiven begegnet.

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Im Uferbereich finden sich ockerfarbene, rote und schwarze Ablagerungen die zum hellgrauen Granit einen reizvollen Kontrast bilden.

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Besonders fotogen sind auch die Bäumchen die direkt aus den Felsspalten wachsen oder im Wasser stehen.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 07:07
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Nach einer Mittags- und Fotopause umrunden wir den See und treffen auf dem Rückweg ein Pärchen das mit ausladenden Rucksäcken unterwegs ist und alsbald weiterzieht.

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Zwei Damen mit leichtem Gepäck erklimmen die Felsen des Ostufers und kürzen so den Weg zum Upper Lake ab.

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Wir nehmen den offiziellen Trail zurück zur Weggabelung und folgen schliesslich dem John Muir Trail in Richtung Camp Sunrise und Yosemite Valley.

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Nach etwa einer weiteren Meile stehen wir in den sumpfigen Wiesen am Uferbereich des Upper Lakes.

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Tiefblau glitzert die Wasserfläche des Sees und wir erkunden die schlammige Uferzone.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 07:08
Immer wieder treffen wir auf die Fährten von Wildtieren und ich versuche in dem Wirrwarr von Spuren den Abdruck eines Bären ausfindig zu machen. Da wo wir jetzt mit schmatzenden Schritten durch den Schlamm schreiten ist normalerweise Wasser und wir ziehen uns auf die sumpfige Wiese zurück. Zwei Tageswanderer haben es sich auf einer Felszunge zum lunchen gemütlich gemacht.

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Für die Komplettumrundung fehlt uns die Zeit

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und wir beschliessen, noch ein kurzes Stück dem John Muir Trail zu folgen um einen Eindruck vom weiteren Verlauf Richtung Cathedral Pass zu erhaschen.

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Wir gehen nicht ganz bis zum Pass, da wir an den Rückweg denken müssen. Auf gleichem Weg geht es zurück. Insgesamt steigen wir jetzt etwa 300 Höhenmeter (Angabe aus dem Wanderführer „Hiking Yosemite“ von Suzanne Swedo) wieder ab die sich mit einigen Bergaufpassagen abwechseln. Auf dem Rückweg finden wir die flach ansteigende Rückseite des Cathedral Rocks ohne störendes Gegenlicht vor und kommen kurz in Versuchung den Aufstieg zu wagen um nach zu sehen, ob man von oben die Seen sieht.

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Der Abstecher kostet geschätzt eine Stunde und mit Blick auf die Uhr sehen wir lieber zu, dass wir vor der Dämmerung zurück beim Auto sind bevor uns ein Bär die Lebensmittel ausräumt. Der Magen macht inzwischen wieder Nahrungsfordernd auf sich aufmerksam und wir überlegen uns, dass wir uns für diesen improvisierten aber bisher sehr gelungen Tag etwas vom Grill gönnen. Mit dem Gedanken an gegrillte Pork Choin Lops und frischen Salat fliegen wir förmlich zurück zum Auto und stellen fest, dass es noch locker für den Aufstieg zum Cathedral Rock gereicht hätte.

Wir haben für die nominal 8 Meilen etwa 6 Stunden gebraucht. Durch die Umrundung des Lower Lakes und den Abstecher zum Cathedral Pass sind es tatsächlich wohl eher 10-12 Meilen gewesen.

Vor lauter Freude über die Wanderung zu den glitzernden Cathedral Lakes versäumen wir den Tankstopp bei Tuolumne Meadows und fahren gut gelaunt die Tioga Road hinab in Richtung Valley. An der Kreuzung mit der Crane Flat Road fällt uns die Tankstelle wieder ein, da wir bereits gestern gesehen hatten, dass die Tankstelle bei Crane Flat wegen Baumassnahmen geschlossen ist. Ein Blick auf die Füllstandsanzeige bringt Erleichterung - für ein paar Runden durchs Valley haben wir noch genügend Benzin.

Die California Road Map des AAA ziert ein Motiv des Yosemite: das steinige Flussbett des Merced River, flankiert von El Capitan und den Cathedral Spires mit Bridalveil Fall. In einem Werbefoto für Trekkingstöcke läuft Hans Kammerlander genau dort durch den Fluss und Frank hat sich in den Kopf gesetzt, dieses Bild zu machen (nur ohne Kammerlander ;-) ). Leider auch ohne Bridalveil Fall, denn gestern haben wir schon bemerkt, dass der Wasserfall komplett trocken ist. :(

Ich vermute die Stelle irgendwo entlang des Northside Drives und da es noch nicht dunkel ist und wir eine Reservierung für den Campground im Valley haben, gehen wir auf Viewpoint Suche. Beim Spähen verrenke ich mir beinahe den Hals, aber ich bin erfolgreich und dirigiere Frank auf einen ziemlich unscheinbaren und unbeschilderten kleinen Parkplatz. Ein kurzer Weg die Böschung hinunter und wir sind richtig. Die Sonne steht ziemlich ungünstig und an ein gelungenes Foto mit den Cathedral Spires ist nicht zu denken. Wir fotographieren stattdessen die Seite wo die Schmelzwasserfluten entwurzelte Bäume, Felsbrocken und Geröll angespült haben. El Capitan erhebt sich mit seiner senkrecht abfallenden 1066 m hohen Wand majestätisch über dem Talgrund.

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Einige Zeit später fahren wir auf dem Southside Drive gen Yosemite Village. Wir stoppen beim Trailhead des 4 Mile Trails, suchen mit dem Fernglas die gewaltige Wand des El Capitan nach Sportkletterern ab und sehen den Seilschaften eine Weile zu wie sich abmühen.

Als es langsam dunkel wird, fahren wir zum Village Market um uns für das Abendessen einzudecken. Leider sind die Grillkoteletts und Steaks bereits ausverkauft. Stattdessen gönnen wir uns eine Packung Würstchen die wir schon öfters gegrillt haben. Dazu eine fertige Salatmischung im Beutel. Erleichterung macht sich breit, als wir an der Einfahrt des Upper Pines Campground meinen Namen in der Liste der Late Arrivals entdecken. Nach einigen Runden finden wir unseren Stellplatz und errichten das Zelt auf dem voll belegten Campground.

Mit der Ruhe und Beschaulichkeit ist es hier vorbei, die Stellplätze sind ziemlich eng und so campt man beinahe direkt neben den Nachbarn. Der beissende Geruch von Campfires weht über den Platz, vermischt mit Grilldüften. Inzwischen sind wir so hungrig, dass wir nicht abwarten möchten, bis unser Firelog grillfertig verglüht ist und wir braten die Würstchen in der Pfanne, erhitzen zwischendurch Wasser für das Kartoffelpüree und ich zaubere mit Knorr Fix Salatkrönung ein würziges Dressing für die Blattsalatmischung. Für den Salat wird unser grosser Nudelkochtopf zweckentfremdet, da wir die Salatschüssel als Waschschüssel genutzt haben.
Nach dem Essen verschwinden wir zum Duschen im Curry Village und lassen den Tag anschliessend vor dem Zelt am Lagerfeuer ausklingen.

Übernachtung: Upper Pines CG 20 $
Gefahrene Meilen: 60

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Hier noch ein paar Angaben zu dem Hike:

Die Cathedral Lakes (Upper und Lower Lake) sind neben den Sunrise Lakes und Elizabeth Lake die populärsten Seenwanderziele in der Region Tuolumne Meadows an der Tioga Road (Strasse #120) im Yosemite National Park in Kalifornien.

Distanz: 8 Meilen hin und zurück für beide Seen (nur Lower Lake: 6,6 Meilen/ nur Upper Lake: 7 Meilen)

Zeitbedarf: 4 - 8 Stunden (nur Lower Lake: 3 - 4 Stunden/ nur Upper Lake: 4 - 5 Stunden)

Schwierigkeit: Mittel

Höhenunterschied: 1000 ft (305 m)

Trailhead: Cathedral Lakes Trailhead, ca. 1 Meile westlich des Tuolumne Meadows Visitor Centre an der Tioga Road. Erreichbar mit dem PKW oder mit dem kostenlosen Shuttle Bus, der zwischen Memorial Day und Mitte September verschiedene Destinationen an der Tioga Road verbindet (Haltestelle #7)

Trailmarkierung/-beschilderung: Cathedral Lakes/ Sunrise High Sierra Camp / Yosemite Valley via John Muir Trail

Beste Zeit: Ende Juni bis Oktober

Anmerkung: die Angaben zu Zeitbedarf, Länge und Höhenunterschied habe ich der offiziellen Parkwebseite entnommen bzw. den Falcon Guides "Hiking Yosemite" bzw. "Hiking the Sierra Nevada"

Canyoncrawler
25.11.2009, 07:15
Tag 7 – Freitag, 14.09.2007:

Yosemite NP – Yosemite NP

Ausgeschlafen und gut gelaunt rollen wir uns um 07.00 Uhr aus unseren Schlafsäcken. Gestern Abend wurde eine weitere Planänderung besprochen. Jeder darf mal das angedachte Programm über den Haufen werfen und seine Wünsche äussern. ;-) Diesmal war ich an der Reihe. Der Panorama Trail erschien mir nicht mehr so erstrebenswert, da wir sowohl John Muir Trail als auch Mist Trail zwischen Nevada Fall und Happy Isle von unserer Half Dome Wanderung kennen. Ein Blick in den Yosemite Wanderführer von Suzanne Swedo und der Alternativ-Hike stand: Wapama Falls. Der Wapama Fall stürzt im Hetch Hetchy-Gebiet des Yosemite NP in den Tuolumne River, der heute von einem Damm zum Hetch Hetchy Reservoir aufgestaut wird. Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir die Rucksäcke und fahren den North Side Drive und die Strasse #140 in Richtung Merced zum Tanken. Im Gegensatz zum von den Gletschern der Eiszeit geformten Yosemite Valley war der westlich des Parks gelegene Bereich des Merced Canyon nicht vergletschert und wurde nicht zu rundlichen Kuppen poliert. Der Merced River fliesst hier durch einen V-förmig eingeschnittenen Canyon. Etwa 1 Meile nach der Siedlung El Portal gönnen wir unserem Trailblazer an der altmodischen Shell-Station eine Füllung Regular Unleaded und machen uns anschliessend auf den Weg zurück in den Park. An der Archrock Entrance Station werden die Autos zügig abgefertigt und schon bald sind wir erneut auf Parkgebiet entlang des Merced Rivers auf der Strasse 140 unterwegs. Anstatt ins Valley fahren wir in Richtung Tioga Road und Big Oak Flat und sortieren uns an der Kreuzung in Richtung 120 West ein. Erneut verlassen wir den Park, diesmal durch den Big Oak Flat Entrance und nehmen in der Nähe der Hogdon Meadow Ranger Station die Forest Road 12 Richtung Camp Mather/ Hetch Hetchy. Wir sind jetzt auf der Evergreen Road unterwegs und die Strasse gereicht ihrem Namen zur Ehre. Wir fahren durch alten Mischwaldbestand vorbei an einigen malerisch gelegenen National Forest Campgrounds und drehen auf zwei der Plätze eine kleine Besichtigungsrunde. Ruhig und abgeschieden und mit ähnlicher Sanitärausstattung wie die Plätze im Park.

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Erneut passieren wir eine Entrance Station des Yosemite und müssen am Hetch Hetchy Entrance zusätzlich zum National Park Pass unsere Ausweise vorzeigen. Im Gegenzug erhalten wir einen Besucherpass, den wir bei Ausfahrt wieder abgeben müssen. Aus dem Hetch Hetchy Reservoir bezieht die Großstadt San Francisco ihr Trinkwasser und seit den Ereignissen des 11. Septembers gelten, wie an anderen Staudämmen, auch hier erhöhte Sicherheitsmassnahmen. Der Campingplatz im Hetch Hetchy Bereich ist nur für Backpacker mit Permit. Hetch Hetchy Valley gilt als friedliches Pendant zum überlaufenen Yosemite Valley und bezauberte vor der Flutung mit einer ähnlich imposanten Szenerie wie das bekanntere Tal des Merced Rivers.

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Durch die niedrigere Lage ist Hetch Hetchy auch im Winter zugänglich und ein beliebtes Schneeschuhrevier und Wandergebiet von Frühling bis Spätherbst. Der Grand Canyon of the Tuolumne River gilt als eine der schönsten Schluchten Kaliforniens und verwöhnt den Backpacker mit einer ganzen Reihe von Wasserfällen, bevor er schliesslich von der 100 m-Staumauer des O’ Shaughnessy Dammes gezähmt wird.

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Seit Baubeginn des Staudamms im Jahr 1913 liegen Naturschützer und Befürworter des Projektes im Streit. In den letzten Jahren verstärken sich die Bemühungen und ein Abriss des Staudamms und Rekultivierung des Hetch Hetchy Valleys ist nicht mehr ausgeschlossen. Für Tagesbesucher bietet sich die 5 Meilen Wanderung zum Wapama Fall an.

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Der 335 m Wasserfall soll das ganze Jahr über Wasser führen und wird vom ein paar Meilen entfernt gelegenen Lake Vernon gespeist und ergiesst sich über 3 Kaskaden ins Tal. Entlang des Trails passiert man einen weiteren Wasserfall: Tueeulala, der mit einer eindrucksvollen Fallhöhe von 268 m aufwarten kann. An der Picnic Area in Hetch Hetchy gönnen wir uns eine Chef Boyarde-Nudel-Mahlzeit aus der Konserve und erkunden anschliessend das Gebiet. Ein Private Property-Schild beendet unseren Entdeckerdrang und wir fahren bis zum Ende der Strasse und folgen dem gut ausgebauten Trail über den Staudamm.

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Unterhalb der Staumauer fliesst der Tuolumne River smaragdgrün durch die felsige Schlucht und bildet einen reizvollen Kontrast zur anderen Seite der Staumauer. Hier dominiert ein riesiger tiefblauer Stausee, begrenzt von den gletschergeschliffenen Granitwänden des Grand Canyon of the Tuolumne Rivers.

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Wie fürs Foto platziert, schwimmt ein weisses Boot an einer roten Boje mitten auf dem See.

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Der Kolana Rock erhebt sich rechterseits gegenüber der Felswand des Hetch Hetchy Domes.

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Bereits von der Staumauer sehen wir, das Tueeulala Fall ausgetrocknet ist. Ein Blick durchs Fernglas – die schwarze Färbung ist kein Wasserfilm sondern eine Ablagerung. Jetzt hoffen wir auf Wapama Fall, dessen ganzjähriger Wasserstrom auch in heissen Sommern nicht gänzlich versiegen soll.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 07:17
Im Tunnel hallen unsere Schritte und die Stimmen anderer Besucher wieder. Es herrscht Gelächter, da man kaum die Hand vor Augen sieht und der Trail hier uneben aus dem Fels gehauen wurde und man immer wieder vorsichtig mit den Füssen vorantasten muss, besonders wenn man mit Sonnenbrille unterwegs ist und die Fernbrille im Auto liegt. ;-)

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Nach etwa 200 m treten wir aus dem Tunnel hinaus in gleissendes Sonnenlicht und nach wenigen Metern kehren die anderen Besucher um. Nach einer Meile erreichen wir Tueeulala Fall und entdecken nur noch einen kleinen Rest Feuchtigkeit an der Basis. Bei der Wanderung sollten die Augen nicht nur nach grösseren Tieren wie Schwarzbären Ausschau halten, sondern ein Blick auf den Boden und unter Büsche ist angebracht.

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Der Tuolumne River Canyon ist aufgrund seiner Trockenheit ein Verbreitungsgebiet für Klapperschlangen. Nach einer weiteren Meile sehen wir durchs Fernglas bereits, dass die oberen Kaskaden des Wapama Falls ausgetrocknet sind bzw. die Kerbe in der Felswand nur noch von einem kleinen Wasserfilm benetzt wird und hoffen auf die kleine Kaskade an der Basis. An der Brücke wird auch diese Hoffnung zerstört. Ausser ein paar feuchten Steinen und bizarren Granitfelsen gibt es nichts zu sehen. :(

Der Trail wird jetzt steiniger und schmaler und verläuft mit An- und Abstiegen weitere 4,5 Meilen bis zu den Rancheria Falls (so jedenfalls steht es in unserem Wanderführer). Doch wir haben genug von ausgetrockneten Wasserfällen und machen uns nach einer kurzen Pause ein klein wenig enttäuscht auf den Rückweg. Hier gibt es doch noch ein kleines Highlight: ein Falke kreist schreiend bei den Klippen in der Nähe des Tunnels. Leider bin ich zu langsam mit der Kamera und erwische den schön gezeichneten Vogel nicht im Flug. Nach einer Weile sind wir zurück am Auto und überlegen den Lookout Point.

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Dieser 2 Meilen Trail startet an der Fahrstrasse und man soll das Hetch Hetchy Reservoir überblicken können. Am Trailhead angelangt hat sich eine gewisse Faulheit ausgebreitet und wir sparen uns den steilen Aufstieg in der Hitze.

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Dafür möchte Frank gerne in den Tuolumne Grove of Giant Sequoias. Diese 2 Meilen-Wanderung startet in der Nähe der Kreuzung Tigoa Road/Big Oak Flat Road und wir verlassen Hetch Hetchy und passieren zwei weitere Male eine Parkeinfahrt/-ausfahrt. Bis zum Trailhead ändern wir wieder unseren Plan, schliesslich werden wir im Sequoia National Park noch viele Mammutbäume sehen. Stattdessen möchten wir jetzt unsere verpatzten Fotos des Vernal Falls nachholen. Bei unserer 1. Reise wollten wir besonders schöne Fotos des lieblichen Wasserfalls im Yosemite Valley machen und haben gnadenlos überbelichtet und kein einziges verwertbares Foto gemacht. Der Mist Trail zum Vernal Fall startet am Happy Isle Nature Centre und ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass wir es gerade noch schaffen können, wenn wir uns beeilen. Zurück im Valley fahren wir auf dem Southside Drive zum Curry Village und parken unser Auto auf dem Großparkplatz und steigen in den kostenlosen Shuttlebus. Die Busfahrerin unterhält die Fahrgäste mit Hinweisen auf die Sehenswürdigkeiten, die man aus dem fahrenden Bus heraus sehen kann. Eine Sehenswürdigkeit hat sich vor etwa 30 min. davon gemacht. Auf einer grossen Wiese hätte den ganzen Tag eine Schwarzbärin mit zwei Jungtieren herumgetollt. Die kleinen wären abwechselnd im Gras und auf einem Baum gesessen, während Mama Bär sie nicht aus den Augen gelassen hat. Jetzt ist Familie Bär verschwunden und ein wenig Enttäuschung macht sich breit im Bus. Wir verlassen den Bus und laufen vor der Fussgängerbrücke nach rechts. Durch die Gärten des Nature Centres laufen wir am Merced River entlang und suchen die Brücke die den Fluss zum Mist Trail hin quert. Wir suchen und suchen und mit uns suchen noch weitere Hiker den Übergang. Wir sehen auch noch die Betonverankerungen, aber keine Brücke mehr. Zurück an der Informationstafel des Happy Isle lesen wir auch den Grund dafür: die Brücke wurde von den Wassermassen mitgerissen und seitdem nicht mehr erneuert. Da es nach diesem Spaziergang durch die Gärten des Happy Isle jetzt bereits zu spät ist um zum Vernal Fall aufzusteigen steigen wir wieder in den Shuttle Bus. Die Wanderung zum Mirror Lake sparen wir uns, denn vom Glacier Point haben wir gesehen, dass anstelle des Mirror Lakes nur noch sumpfige Wiesen zu sehen wären. Da wir mit den Resultaten unseres Fotoshootings am Gates of the Valley-Viewpoint noch nicht so zufrieden sind, fahren mir mit dem Auto nochmal zu diesem unscheinbaren Parkplatz am Northside Drive. Hier hat gerade die Bimmelbahn eine Ladung Besucher ausgespuckt und die Felsen sind belagert von einer ganzen Reihe schwadronierender Reisender die sich gegenseitig im Bild herumlaufen. Da wir uns mit eigenem Fahrzeug klar im Vorteil sehen, warten wir einfach ab, bis 10 Minuten später einer nach dem anderen wieder in die gelbe Minibahn klettert und wir das Gebiet für uns alleine haben. Leider ist es bereits zu spät.

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Schatten verdunkeln den Talgrund. Dafür sorgen zwei überhaupt nicht scheue Raben für Unterhaltung.

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Sie posen und schmusen so schön auf einem Baumstamm, dass man meint, sie würden eigens hier sitzen und auf Publikum warten. Am Four Mile Trailhead halten wir noch mal an und schauen durchs Fernglas den Seilschaften in der Felswand des El Capitan zu

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bevor wir zurück zum Village fahren und den Abend beim Bummel im Village Shop, Curry Village und anschliessend auf dem Campground ausklingen lassen.

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(Leider bei sehr schwachem Licht mit lichtdämpfendem Polfilter ohne Stativ fotographiert und ziemlich unscharf und verwackelt, aber das einzige Bild was ich auf dem Campground im Valley gemacht habe.) :grins:

Übernachtung: Upper Pines CG 20 $
Gefahrene Meilen: 110

Buck Mod.93
25.11.2009, 10:32
Hi canyoncrawler.Das is ja ein halbes Buch was du da abgetippt hast.Die Bilder sind wirklich schön...jedoch finde ich,dass nicht unbedingt alle Bilder durch einen Rahmen noch schöner werden.


Warum benutzt du auf dem Zeltplatz auch nen Polfilter:D?

Canyoncrawler
25.11.2009, 17:50
Hi canyoncrawler.Das is ja ein halbes Buch was du da abgetippt hast.Die Bilder sind wirklich schön...jedoch finde ich,dass nicht unbedingt alle Bilder durch einen Rahmen noch schöner werden.


Warum benutzt du auf dem Zeltplatz auch nen Polfilter:D?

Tja, das mit dem Polfilter ist dumm gelaufen. Der sollte da nicht drauf sein. :-?

Ich schreibe noch eine Fortsetzung des "Buches", ist gar nicht viel Auwand, ich habe den Text samt Bilderlinks nämlich auf der Festplatte gespeichert.

Ich hoffe ihr könnt auch ein bißchen Kalifornien für Touris vertragen. Längere Wanderungen hatten wir nämlich erst wieder im Canyoncountry von Utah. ;-)

Canyoncrawler
25.11.2009, 17:51
Tag 8 – Samstag, 15.09.2007:

Yosemite NP – Kings Canyon NP

Um 4.00 Uhr ist es mit der Nachruhe vorbei. Auf einer benachbarten Campsite werden lautstarke Vorbereitungen für die Half Dome Wanderung getroffen. Geschirr klappert, Autotüren schlagen, Stimmengewirr. Da wir wach sind, nutzen wir die Gelegenheit für einen Toilettengang und finden auf dem Rückweg nicht direkt zurück zum dicht belegten Zeltplatz. Im Schein der Stirnlampen nehmen wir den Fahrweg über den Loop um zu unserer Tentsite zu kommen. Die Nachbarn sind inzwischen beim Frühstück und fordern uns auf mit auf den Berg zu steigen. Frank ist angesichts des Lärms und der frühen Stunde noch etwas unwirsch und erwidert nur, dass wir den Trail vor 8 Jahren um 5.30 Uhr in der Frühe gestartet sind und das ohne den ganzen Campingplatz aufzuwecken. Irgendwie verstehen sie den Wink und fortan wird die Unterhaltung etwas leiser geführt. Wir rollen uns noch mal für zwei Stunden in die Schlafsäcke, finden aber keine richtige Ruhe mehr, da der Lautstärkepegel auf der Campsite neben uns alsbald wieder zu nimmt. Frank verkündet unterdessen, dass dies für alle Zeiten seine letzte Zeltnacht im Valley wäre. Künftig würde er freiwillig einen Zeltplatz abseits des Tales wählen. Ganz so heftig sehe ich es nicht, sehne mich aber auch nach der Ruhe und Idylle auf dem Tuolumne Meadows Campground.

Wir schlafen dann doch noch mal ein und werden von rumpelnden Fahrgeräuschen geweckt. In aller Frühe ist die Müllabfuhr des Parks unterwegs und lehrt geräuschvoll die Müllcontainer, die am Ende jeden Loops stehen. Inzwischen ist es ohnehin Zeit für das Frühstück und wir zaubern uns aus den geschrumpften Vorräten ein Frühstück, bauen anschliessend das Zelt ab und parken erneut auf dem Parkplatz des Curry Village. Der nächste Shuttle Bus bringt uns zum Happy Isle Nature Centre und die Busfahrerin schockt die Fahrgäste mit der Nachricht, dass der Mist Trail closed ist. Zunächst sind wir ziemlich entgeistert, aber nach kurzer Zeit durchschauen wir die Ankündigung als Scherz und nach offlizieller Verkündung, das alle Trails im Valley open sind, macht sich Erleichterung breit im Bus.

Vergnügt steigen wir an der Haltestelle #16 aus dem Bus und überqueren diesmal den Merced River auf der Fahrbrücke und biegen dann direkt nach rechts auf den Mist Trail ein. Das verschafft uns einen kleinen Vorsprung vor der Meute aus dem Bus, die noch mit der Orientierung und dem Schultern des Rucksacks beschäftigt sind. In gut ausgebauten aber etwas steilen Kehren führt der Trail in 1,5 Meilen one-way zum Vernal Fall. Wir haben es eilig, da wir laut Planung eigentlich den Park bereits in Richtung Kings Canyon verlassen haben sollten und hasten unter den etwas verwunderten Blicken der anderen Besucher den Trail nach oben. Bis zur Fussgängerbrücke ist der Weg noch breit und gut ausgebaut. Danach wird er etwas schmaler und vor allem steiniger, führt aber teilweise über gut ausgebaute Treppenstufen nach oben.

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Aus der Nähe betrachtet ist der Anblick der kümmerlichen Restmenge Wasser die über den Granitrand in die Tiefe stürzt, so gänzlich anders als der breite, tosende Wasserfall den wir bei unserer 1. Yosemite-Reise Juni 2000 kennen und schätzen gelernt haben.

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Wie erwartet müssen wir auch noch gegen das Licht fotographieren. Aber Frank lässt sich nicht beirren und schraubt sich in atemraubender Geschwindigkeit auf dem Trail immer weiter nach oben. Er meint, er wäre so gut in Form und wir wären in der kurzen Zeit schon so hoch gestiegen, wir könnten doch bis zum Nevada Fall weiter gehen. Dafür habe ich aber überhaupt keine Lust. Meinen Einwand dass wir nicht genügend Getränke dabei haben, lässt Frank nicht gelten. Da oben gibt es eine Quelle und wir haben doch die chemische Keule dabei und ausserdem einige Cliff Bars (Anm.: Micropur forte Tabletten in der Rucksackapotheke zur Wasserdesinfektion). Ich frage Frank ernsthaft, ob er wirklich diese Mühen auf sich nehmen will, um dann festzustellen, dass Nevada Fall auch nur noch ein Schatten seines imposanten Anblicks ist, den wir vor Jahren gewinnen konnten. Das überzeugt ihn und nach einem ausführlichen Fotostopp beim Vernal Fall wo aber leider keine gescheiten Bilder bei herumkommen, steigen wir zurück ins Tal.

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An der Fussbrücke des Vernal Fall findet eine offizielle Zählung und Erhebung zur Nutzung der Trails und des Shuttles statt. Ein freiwilliger Helfer drückt uns einen Zettel in die Hand worauf er zuvor die genaue Uhrzeit geschrieben hat. Diesen Zettel sollten wir unten dem nächsten Freiwilligen an der Shuttle-Station des Happy Isle in die Hand drücken. Mit noch schnellerem Tempo steigt Frank den Trail wieder ab und ich frage mich, womit ich an diesem Morgen dieses Trailrunning-Workout verdient habe. Doch für solcherlei Überlegungen bleibt auch nicht viel Zeit, da ich meine liebe Not habe, Frank in dem vorgegebenen Tempo durch den nicht endenden Strom von Wanderern zu folgen. Unten angekommen sehen wir den Freiwilligen und übergeben ihm den Laufzettel. Er blickt zunächst einmal irritiert auf die Uhr, hat seine Zweifel, dass die Einstiegsuhrzeit korrekt ist. Frank meint nur lachend, es wäre alles korrekt, wir hätten den Abstieg für eilige Wanderer genommen. Das Gesicht zeigt jetzt auch noch Staunen und Verwirrung und ich erkläre ihm daher, dass wir den Trail schon mehrmals gegangen sind und uns daher heute nicht mit der Bewunderung der Natur aufgehalten hätten, sondern schnell bis zum Top of Vernal Fall gesprintet sind und wieder zurück, da wir eigentlich bereits unterwegs aus dem Park sein sollten. Mit einem undefinierbaren Brummen schreibt er die Uhrzeit auf den Zettel und wirft ihn in die Umhängedose für die Erhebung. Die afroamerikanische Busfahrerin ist noch immer zu Scherzen aufgelegt und unterhält die Fahrgäste mit einigen Anekdoten über Wildtiere neben der Fahrbahn und gibt Informationen zu den Sehenswürdigkeiten im Park wieder.

Auf dem Parkplatz des Curry Vilages ordne ich gedanklich unseren Reiseplan neu: Bear Canister im Wilderness Centre abgeben und raus aus dem Park. Frank ist aber noch nicht bereit dafür, Yosemite zu verlassen. Er hat sich inzwischen überlegt, dass er auch gerne die Combo aus Baseballcap und T-Shirt mit Yosemite-Schriftzug hätte und ausserdem die Ansel Adams Gallerie besuchen möchte. Stöhnend erweitere ich die Aktivitätenliste um den Besuch des Village Stores und der Gallerie. Wenn wir schon im Village sind, würde ich gerne noch mal ins Visitor Centre. Mit dem Auto fahren wir bis zum Day Use Parkplatz des Villages, klemmen uns den Bear Canister unter den Arm und steigen in den nächsten Shuttle, den wir an Haltestelle 4 oder 5 verlassen und der Beschilderung in Richtung Visitor Centre folgen.

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Vorbei an der Poststelle gilt unser nächster Besuch dem Wilderness Centre, wo wir die Bearbox in den Container werfen.

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Damit haben wir uns auch offiziell aus der Wildnis zurück gemeldet und unser Auftauchen in der Zivilisation wird im Backcountry Office über die Registrierungsnummer der Bear Box aktenkundig.

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Auf dem Platz vor dem Visitor Centre erhält eine deutschsprachige Busreisegruppe gerade die letzten Instruktionen von ihrer Reiseleitung: „Rechts finden sie die Ansel Adams Gallerie“. (Das lustige daran: ausgesprochen nicht in englischen Lauten: Änsel Ädäms, sondern wirklich in Deutsch: Ansel Adams). Frank und ich schütteln uns vor Lachen und die Verballhornung - Amsel Adams - wird zum Running Gag, wann immer wir im Verlauf auf eine deutschsprachige Busreisegruppe treffen. Ich muss schon wieder grinsen bei dem Gedanken an das Gehörte, man mag es nur verstehen, wenn man es mit eignen Ohren gehört hat.

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In der Gallerie sind wir noch so albern, dass an einen ernsthaften Besuch der Ausstellung nicht zu denken ist und wir verlassen daher die Ausstellung mit den noch immer eindrucksvollen Schwarz-Weiss-Werken des Landschaftsfotographen Ansel Adams – äh Änsel Ädäms ohne diese richtig gewürdigt zu haben. Das ein zufällig aufgeschnappter Satz Auswirkungen auf unsere Urlaubsaktivitäten haben kann, hätten wir nicht gedacht. Etwas ernsthafter sind wir dann im Visitor Centre. Als wir in die Verkaufsecke kommen und ich ein Buch von Ansel Adams äh Änsel Ädäms entdecke, ist es jedoch auch hier vorbei. Wir verlassen ungehemmt vor uns hin glucksend das Visitor Centre. Besucher die uns auf dem Vorplatz entgegen kommen, schauen uns etwas irritiert an, was uns noch mehr zum Lachen bringt und wir beissen uns in die Wangen als wir den Village Store betreten.

Die Bücherecke lassen wir wohlweisslich aus und erstehen in der Textilecke die Cap-T-Shirt-Combo für Frank und ein paar Souvenirs, wie Porzellan-Schwarzbärchen die das Yosemite-Banner halten und ausserdem einen Kalender. In der Lebensmittelabteilung gönnen wir uns gebratene Chicken Wings und mit der Aussicht auf derlei Mahlzeit legen wir auch allmählich die unfreiwillige Ansel-Adams-Albernheit ab. Auf dem Parkplatz verzehren wir die würzigen Hähnchenteile und sagen dann entgültig Lebewohl.

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Zuvor steht aber – ich ahne es bereits – ein weiterer Stopp ein. Frank ist mit den Resultaten unseres Shootings am Gates of the Valley-Viewpoint noch immer nicht zufrieden. Jetzt am späten Vormittag annähernd Mittagszeit, haben wir endlich optimales Licht, obwohl es schon beinahe ein wenig zu hell ist.

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Eine Stunde früher, so etwa 10.30 – 11.00 Uhr wäre um diese Jahreszeit wohl der ideale Zeitpunkt. Bis zum Halt der Bimmelbahn haben wir den Viewpoint für uns alleine, genügend Zeit für ein paar Bilder.

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Nach diesem Stopp ist jetzt auch Frank bereit für den Abschied aus einem unserer Lieblingsparks und wir schrauben uns kurze Zeit später die kurvige Strasse #41 in Richtung Wawona nach oben. Auf halbem Weg schliessen wir auf eine Stretch-Limousine auf, die in sehr gemächlichem Tempo um die zahlreichen Kurven zirkelt und so geniessen wir bei ausgesprochen langsamer Auffahrt die Schönheiten und die Ausblicke im Yosemite NP. Am Parkausgang ein Stopp fürs obligatorische Nationalpark-Schild-Foto und weiter geht’s.

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Wir verlassen den ältesten National Park Kaliforniens in Richtung Fish Camp und Oakhurst. Diese Strecke kennen wir noch nicht und sind gespannt auf die Ausblicke. Bis Oakhurst verläuft die Strasse #41 sehr idyllisch und kurvenreich durch Kiefernwälder und wir merken, dass dies keine Zufahrt für Eilige ist. Geduldig folgen wir den zahlreichen Windungen und in Oakhurst stoppen wir im Safeway (oder war es ein Vons?) um unsere arg geschrumpften Vorräte aufzustocken. In Oakhurst finden an diesem Wochenende die Frontier Days statt und das Städtchen hat sich für die Feierlichkeiten mit Wimpeln und Fahnen herausgeputzt und allerlei Reisemobile mit Nummernschildern der westlichen Bundesstaaten bevölkern eine eigens ausgewiesene RV-Parkfläche für die Festivitäten. Im Supermarkt ist man auch auf das Ereignis eingestellt und die Angestellten freuen sich mit Anstecknadeln und Strohhüten auf die Festivitäten. Die Kassiererin möchte wissen, ob wir auch zum Fest gekommen sind und ist leicht enttäuscht, als wir antworten, wir wären nur auf der Durchreise. In dieser Kleinstadt ist es wahrscheinlich das Fest des Jahres. Mit einer stattlichen Rechnung verlassen wir den Supermarkt und anschliessend haben wir unsere liebe Mühe, unsere Einkäufe im Kofferraum zu verstauen. Hier im Markt haben wir unseren Lieblingswein gefunden. Den Moscato California, ein lieblicher Weisswein, haben wir bisher nur in den Vons und Safeway-Märkten gesehen, während die anderen Supermarktketten nur die trockenen, von uns überhaupt nicht geschätzten, Chardonnays, Sauvignans und Pinot Grigios führen. Und da wir später in Utah überhaupt keinen Wein im Supermarkt mehr nachkaufen können, haben wir uns entsprechend eingedeckt.

Weiter geht die Fahrt. Je näher wir Fresno kommen, desto weniger idyllisch ist die Landschaft. Längst fahren wir durch landschaftlich genutzte Flächen, flankiert von Obst- und Gemüseplantagen. Es herrscht ausgesprochen heisses und trockenes Klima und der Anbau ist nur unter Einsatz immenser Bewässerungstechnik möglich. Wir haben uns unsere Meinung schnell gebildet: bloss weg hier. Das ist nicht das Kalifornien mit den herausragenden Naturlandschaften dass wir weiter im Norden lieben gelernt haben und das wir uns in der Fortsetzung der Gebirgskette der High Sierra eigentlich auch weiter südlich erhofft haben.

In Fresno passiert es, wir verfehlen die Auffahrt zur State Road 180 die uns zu unserem nächsten Etappenziel führen soll. Wir nehmen eine der nächsten Abfahrten und fahren durch ein heruntergekommenes Wohngebiet, wo Unrat und Autowracks im Vorgarten die sozialen Verwerfungen im modernen Amerika aufzeigen. Bloss nicht anhalten und schleunigst zurück auf den Freeway. Wir warten nicht bis die Strassen in Downtown wieder auf die 41 treffen, sondern nehmen direkt die Strasse #99, eine der Hauptverkehrsadern von Fresno. Nichts wie weg hier aus diesem Stadtviertel, das uns selbst im Hellen nicht ganz geheuer vorkommt.

Diesmal erwischen wir die State Road #180 die als Kings Canyon Road aus der Stadt in Richtung National Park führt. Bei unserer Irrfahrt haben wir ganz vergessen, dass wir noch tanken wollten. Aber zurück in dieses unschöne Fresno wollen wir auch nicht und wir beschliessen die nächste Tanke zu nehmen. Wir fahren vorbei an Farmland und die Besiedelung wird spärlicher, die Häuser sehr einfach, zeitweise ärmlich. An einer etwas heruntergekommenen Tankstelle verfluchen wir nicht zum letzen Mal die Zip-Code-Funktion und zahlen anstatt draussen an der Pumpe im Kassenhäuschen. Der Besitzer der Tankstelle macht einen ganz präsentablen Eindruck, jedenfalls besser als die etwas abgewirtschafteten Gebäude und Gerätschaften vermuten liessen. Daher habe ich auch kein Problem damit, dem Herren meine Kreditkarte anzuvertrauen und damit der Vorauszahlungspflicht nach zu kommen.

Insgesamt ist dieses Zip-Code-Gebahren in Kalifornien ziemlich lästig. Manchmal geht es mit der Postleitzahl der heimischen Bank, manchmal mit der Postleitzahl von Visa, manchmal überhaupt nicht und so ist man in Kalifornien darauf angewiesen, die Tankstellen während der Kassenzeiten anzufahren oder darauf zu vertrauen, dass die Shell-Tankstellen überall ohne Zip Code funktionieren (was bei uns fast immer der Fall war). Mit derlei Gedanken an blöde Zip-Tankstellen und öde Farmlandschaften sind wir zunächst nicht vorbereitet für das was uns noch erwarten wird.

Je weiter wir uns von Fresno entfernen, desto spektakulärer wird die Landschaft. Der Kings River hat eine gewaltige Schlucht in die Sierra Nevada gegraben, jenes gewaltige kalifornische Hochgebirge, das sich als scheinbar unüberwindliche Barriere zwischen den Wüsten in der Ebene und der Pazifikküste erhebt. Wir fahren am frühen Abend über den Kings Canyon Scenic Byway in Kehren hinab in die imposante Schlucht des Kings Rivers, verzaubert von einem überwältigenden Licht- und Schattenspiel über den bewaldeten Hügeln und den weitläufigen Abgründen.

Eine Szenerie die sich nicht angemessen auf ein Foto bannen lässt. Dafür laufen einige Minuten Mini-DV-Band durch den Camcorder bevor wir uns von diesem friedlichen Anblick losreissen können, die Big Stump-Eingangsstation passieren und den Azalea Campground ansteuern. Auf dem ganzjährig geöffneten Platz suchen wir uns eine schöne Campsite und erledigen die Self Registration. Bevor es Dunkel wird steht unser Zelt in gebührendem Abstand zu den Nachbarsites unter mächtigen Bäumen und wir geniessen bei einer Flasche kalifornischen Wein ein gepflegtes Abendessen vom Gaskocher und anschliessend die Stille und den Zauber einer Campingnacht in den Weiten eines kalifornischen Nationalparks.

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Übernachtung: Azalea CG 18 $
Gefahrene Meilen: 165

Canyoncrawler
25.11.2009, 17:53
Tag 9 – Sonntag, 16.09.2007:

Kings Canyon NP – Sequoia NP

Nach einer ruhigen Nacht ohne Bärenbesuch werden wir von Vogelgezwitscher geweckt. Da die public Showers in der Nähe des Visitor Centres liegen verschieben wir die Dusche auf den Abend und verschwinden mal kurz mit der umfunktionierten Salatschüssel im Bad. Nach dem Frühstück brechen wir das Lager ab, verlassen den Campground und fahren die Strasse weiter zum Grant Grove. Im Grant Grove steht der zweitmächtigste Sequoia – der nach dem 18. amerikanischen Präsidenten und Bürgerkriegsgeneral Ulysses S. Grant benannte Baumriesen General Grant Tree.

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81,5 m hoch und mit einem Stammdurchmesser von 10 m war der Gigant 1926 der offizielle Weihnachtsbaum der Nation (Nation’s Christmas Tree) und ist seit 1956 nationale Gedenkstätte für die Gefallenen des Krieges.

Ein gepflegter Spazierweg erschliesst die Baumriesen des Grant Grove. Zwischen den mächtigen Stämmen bricht das Morgenlicht herein und zaubert ein einnehmendes Licht- und Schattenspiel aus wogenden Ästen in schwindelerregend hohen Baumwipfeln.

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Wir kommen uns vor wie David im Angesicht von Goliath und sind begeistert von den bis zu 2000 Jahre alten Baumgiganten.

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Die Einzäunung, die die Besucherströme auf den Wegen lenkt, wirkt winzig gegen die imposanten Stammdurchmesser der Sequoias.

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Der Trail passiert die Gamlin Cabin und die übermannshohe Baumwurzel des Fallen Monarch. Einige Seitenwege erschliessen weitere Baumriesen. Zurück am Parkplatz finden wir unseren Wagen zwischen einem Pulk Harleys wieder, die zu einem niederländischen Motorradreiseveranstalter gehören. Die letzten Maschinen rollen gerade blubbernd auf den Parkplatz und die Gruppe sammelt sich für die Wanderung.

Wir setzen unseren Trailblazer zurück auf Kurs und folgen der Strasse #180 - dem Kings Canyon Highway - in Richtung Kings Canyon National Park/ Cedar Grove. Wir passieren die Parkgrenze des Sequoia National Park und erreichen den Sequoia National Forest, gleichzeitig Giant Sequoia National Monument. Uns soll es recht sein, folgen wir doch alsbald aussichtsreich der Schlucht des Kings Rivers.

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Von grossartigen Ausblicken belohnt fahren wir nach dem einen oder anderen Stopp in einer Haltebucht hinab in den imposanten Canyon, der von teilweise über 1500 m hohen Felswänden begrenzt wird. Die tosende Strömung des Kings River hat hier in den südlichen Ausläufern der von eiszeitlichen Gletschern geformten Sierra Nevada ein U-förmiges Tal geschaffen.

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Kings Canyon ist eine der tiefsten Schluchten in Nordamerika, mit einem Höhenunterschied von 2500 Metern vom Wasserlauf am Zusammenfluss von Middle und South Fork bis zum Gipfel des Spanish Mountain ausserhalb der Parkgrenzen.

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Die bewaldeten Hügelketten der Tief- und Mittellagen bieten einen farbigen Akzent zu den bleichen Granittürmen der Hochlagen. In der tiefe schäumt das smaragdgrüne Band des Kings Rivers. Nach Erreichen der Parkgrenze öffnet sich die Schlucht und wir fahren durch ein liebliches Tal in Richtung Roads End. Wir stoppen am Trailhead zur Knapp’s Cabin.

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In den zwanziger Jahren nutzte der Geschäftsmann George Knapp aus Santa Barbara diese Unterkunft als Ausrüstungslager für seine ausgedehnten Streifzüge in die Sierra und kommerzielle Angelausflüge. Knapp’s Cabin ist das älteste Gebäude im Park und über einen kurzen Spaziergang zugänglich. Die Umgebung der Hütte ist auch sehr nett anzuschauen.

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Zurück im Trailblazer ist unser nächster Stopp der Trailhead der Roaring River Falls. Nach kurzem Fussweg ist bereits das Donnern des Wasser hörbar und nach etwa 5 bis 10 Minuten stehen wir vor dem smaragdgrünen Pool in den aus einer Felsspalte im Granitgestein reissend das Wasser schiesst.

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Canyoncrawler
25.11.2009, 17:56
Der Anblick ist imposant. Nach den Pleiten mit den Wasserfällen im Yosemite sind wir richtig happy über diese unbändige Wasserkraft die sich donnernd in das Becken ergiesst. In den natürlichen Pools haben sich einige Badewillige eingefunden die sich unerschrocken in die Fluten stürzen.

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Wir testen die Temperatur vorsichtig mit den Füssen und stehen schliesslich bis zu den Knien im kühlen Nass und lassen danach auf einem Stein sitzend Füsse und Unterschenkel trocknen um anschliessend wieder in die Wandersocken/-stiefel zu schlüpfen. Bei knapper Zeit lassen wir den Zumwalt Meadow Trail (1,7 Meilen) ausfallen und erreichen Roads End und den Trail zu den Mist Falls. Die 4 Meilen one-way bis zu diesem populären Wasserfall sind zu lang für den eiligen Besucher und wir überlegen, ob wir eine Nacht auf einem der einladenden Campingplätze verbringen sollen, die sich am Flussufer aneinander reihen. Gleichzeitig sind wir aber auch neugierig auf den Sequoia National Park und wir verschieben das Hinterland des Kings Canyon National Park auf eine andere Reise.

Auf dem Rückweg biegen wir in die unbefestigte River Road ein und rumpeln an den Reitställen vorbei durch dichten Wald. Die Piste bietet direkten Zugang zum Fluss, was von einigen Anglern genutzt wird.

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Ansonsten gibt es aber nichts Besonderes auf dieser 3 Meilen langen Einbahnstrasse, sodass man einen PKW nicht unbedingt über diesen rumpeligen und unebenen Weg quälen müsste. Der Beifahrer wird im SUV ordentlich durchgeschüttelt während der Fahrer diese kurze Offroad-Einlage sichtlich geniesst. Unser nächster Stopp gilt den Grizzly Falls.

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Diesen 23 m hohen Wasserfall erleben wir jetzt im Spätsommer als dreistufiges Rinnsal, trotzdem ist er sehr nett anzuschauen. Die Picnic Area nutzen wir anschliessend für ein Lunch, stoppen am Visitor Centre und verlassen Kings Canyon NP nach ein paar weiteren Stopps an Aussichtspunkten.

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Über den malerisch gelegenen Hume Lake

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(direkt am See ein paar Campingplätze, in der Nähe ein Feriendorf, ein kleiner Laden, Tankstelle …) erreichen wir den Generals Highway der durch den Sequoia NP führt. Nach ein paar Fotostopps fahren wir durch bis zum Lodgepole Campground und erhalten vom Parkangestellten eine Karte des Platzes und dürfen uns einen Stellplatz aussuchen. Nachdem wir die Schleifen abgefahren sind, entscheiden wir uns für eine der Tentsites in der ausgewiesenen Zeltcampingzone an der Marble Fork des Kaweah Rivers. Wir haben einen hochgelegenen Platz im Loop mit hübschem Baumbestand, die durch einen kleinen Graben vom Nachbarplatz abgegrenzt wird.

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Hinter und über unserer Site beginnt direkt die Wildnis. Ausser einem ebenen Tentpad haben wir einen Wasserhahn in der Nähe des Zeltes und wir hoffen dass hier die Vorcamper keine Essensreste weggespült haben, die Bären anlocken könnten. Nach dem Aufbauen fahren wir direkt wieder los und müssen uns für Sightseeing oder Duschen (schliessen um 18.00 Uhr) entscheiden. Wird entscheiden uns für Sightseeing und die Waschschüssel und verschieben die Dusche auf den nächsten Morgen, da wir ohne schweisstreibende Wanderungen an diesem Tag eigentlich noch ganz frisch duften.

Einige Meilen südlich auf dem Generals Highway biegen wir in der Nähe des Giant Forest Museum in die Crescent Meadow Road ab. Die Stichstrasse endet nach 3 Meilen an der Picnic Area der Crescent Meadows Wiesen. Zuvor passiert man den Auto Log, inzwischen nicht mehr befahrbar und den bekannten Tunnel Log – einen gefallenen Sequoia durch den man mit dem PKW fahren kann. Hier halten bereits mehrere Fahrzeuge für die Durchfahrt, sodass wir den Baum umfahren. An den Crescent Meadows treffen wir ein paar Rehe, die in der Abenddämmerung auf einer Lichtung das saftige Gras abweiden. Mit dem aufgesetzten Polfilter gelingen nur ein paar verwackelte Aufnahmen. Auf dem Rückweg stoppen wir wieder am Tunnel Log, den wir jetzt für uns alleine haben.

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Ein paar mal chauffiert Frank den Trailblazer durch den getunnelten Baum und anschliessend wird noch jeder der beiden Canyoncrawler nebst Fahrzeug abgelichtet bevor es weiter geht zum Moro Rock. Der 2050 m hohe markante Granitmonolith Moro Rock erhebt sich über den Kaweah River Canyon und fällt an den Seiten beinahe senkrecht bis zu 600 m ab. Nach einem etwa 20 minütigem Aufstieg über 400 Stufen wird man mit einer überwältigenden Aussicht über die bewaldeten Täler und Gipfel der Sierra Nevada belohnt.

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Die tiefstehende Sonne erhellt die dunklen Schatten der Schluchten nicht mehr. Der Blick schweift weit, obwohl es ziemlich dunstig ist. Wir überlegen, ob wir bis zum Sonnenuntergang bleiben sollen, aber hier oben ist es bereits ziemlich frisch, die Jacken liegen im Auto und keiner hat Lust heute erneut die 400 Felsstufen zu erklimmen.

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Nach einer halben Stunde auf der Aussichtskanzel steigen wir wieder ab und beschliessen am nächsten Morgen nochmal für ein paar Fotos hoch zu laufen, wenn die Sonne in der anderen Richtung steht.

Zurück auf dem Campground entfachen wir ein Lagerfeuer, zaubern auf dem Gaskocher ein Abendessen und köpfen eine Flasche kalifornischen Wein und lauschen den Geräuschen der Nacht, bevor wir gegen 23.00 Uhr die Glut löschen und in unsere Schlafsäcke kriechen.

Übernachtung: Lodgepole CG 20 $
Gefahrene Meilen: 140

Canyoncrawler
25.11.2009, 17:59
Tag 10 – Montag, 17.09.2007:

Sequoia NP – Lake Isabella

Ohne Wecker sind wir um 7.00 Uhr wach. Die Duschen werden um 9.00 Uhr geöffnet und wir lassen uns Zeit mit dem Frühstück und beratschlagen dabei, ob wir das Zeltlager abbrechen oder eine weitere Nacht im Sequoia NP verbringen sollen. Den ursprünglich geplanten Trail zu den Tokopah Falls (1,7 mls one-way) haben wir bereits gestern Abend auf eine „wasserfallfreundlichere“ Zeit verschoben. Der Lakes Trail ab Wolverton Picnicarea zu einer Kette von Bergseen (Heather Lake 4 mls, Emerald Lake 5,7 mls, Pear Lake 6,7 mls one-way) würde zu viel Zeit verschlingen, bleibt der Giant Forest zum Wandern für unseren Erstbesuch im Park. In Ruhe bauen wir das Zelt ab, schaffen die Lebensmittelkiste aus der Bear Box ins Auto und sortieren den Kofferraum neu. Um kurz vor 9.00 Uhr verlassen wir die Campsite und stoppen am Lodgepole Village Market wo sich die Public Showers befinden.

An einem Automaten wechseln wir Dollarscheine in Quarters und gönnen uns eine wohlverdiente Dusche. Blitzsauber kaufen wir im Village Market noch ein paar Souvenirs und verlassen das Village in Richtung Generals Highway um erneut zum Moro Rock aufzusteigen. An der Abzweigung zur Crescent Meadow Road reiben wir uns verwundert die Augen: Road closed. Wir parken das Auto und gehen zum Infoboard. Road Construction seit heute Morgen. Etwas ratlos stehen wir dort und überlegen, was wir tun sollen. Wir könnten den Moro Rock Trail (6 km one-way), Bear Hill Trail oder Soldiers Trail nehmen. Aber so richtig motiviert für diese längeren Wanderungen sind wir nicht.

Karte (http://maps.google.com/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=giant+forest&sll=37.0625,-95.677068&sspn=49.57764,76.289063&ie=UTF8&ll=36.556843,-118.766799&spn=0.024751,0.037251&t=p&z=15)

Wir verschieben die Entscheidung und fahren zum oberen Parkplatz am Giant Forest (der untere ist nur für Rollstuhlfahrer) um uns den mächtigsten Sequoia Baum anzuschauen, den General Sherman Tree. Der Parkplatz ist bereits sehr gut besucht und die Familie Petz vom Schild an der Parkplatzeinfahrt würde wir gerne kennen lernen.

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Mit leichtem Gepäck laufen wir los zum gewaltigsten Baum der Welt. Ich weiss nicht mehr genau wie weit es vom oberen Parkplatz bis zum Baum ist, aber wir müssen nicht lange laufen bis der 1879 erstmals erwähnte und nach dem Bürgerkriegsgeneral General William T. Sherman benannten Baum ins Blickfeld kommt.

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Vorbei an weiteren Baumriesen führt der gut ausgebaute Trail.

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Das Alter des mächtigsten aller Mammutbäume wird auf etwa 2500 Jahre geschätzt und er misst stattliche 83 m Höhe und ca. 12 m Stammdurchmesser und ca. 31 m Umfang am Boden.

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Der dickste Ast des Baumes hat einen Durchmesser von über 2 m.

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Nach einem Fotoshooting laufen wir den 2 Meilen langen Rundweg über den Congress Trail durch die beeindruckenden Baumgiganten.

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Jetzt müssen wir uns entscheiden, Trail of the Sequoias oder zurück zum Auto ? Wir entscheiden uns für das Auto und einen Besuch des Giant Forest Museum und schauen uns dort die Ausstellung an. Ein etwa 15minütiger Film informiert u.a. auch über die Geschichte des Holzeinschlags im Bereich des Sequoia/Kings Canyon NP und etwas nachdenklich verlassen wir das Museum in Richtung Beatle Rock.

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Von diesem einfach zugänglichen Aussichtsfelsen am Beatle Rock Educational Centre geniessen wir den dunstigen Ausblick.

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Anschliessend lockt der Big Trees Trail.

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Die Zeit vergeht wie im Flug und längst ist es früher Nachmittag. Zurück am Auto verwerfen wir den Moro Rock Trail und entscheiden uns für die Weiterfahrt um heute noch so weit wie möglich Richtung östliche High Sierra zu fahren. Am Generals Highway stoppen wir für weitere Fotos, darunter der obligatorische Stopp an den Four Guardsmen, wo 4 in wenigen Metern Abstand voneinander stehende Sequoia Bäume die Fahrbahn teilen.

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Etwa in Höhe des Abzweiges zur Crystal Cave kommt der Verkehr auf dem Generals Highway völlig zum Erliegen. Die Fahrbahn wird erneuert und für etwa eine halbe Stunde ruht der Verkehr in beiden Richtungen. Die Reisenden verlassen die Fahrzeuge und mit Blick auf die serpentinenreiche Abfahrt schauen wir den Baufahrzeugen zu. Der Verkehr wird zunächst für die Gegenrichtung freigegeben und wir stehen eine weitere Viertelstunde, an denen eine endlose Schlange von Motorrädern, PKW, Geländefahrzeugen, Reisebussen und Wohnmobilen an uns vorbei zieht.

Inzwischen knurren unsere Mägen heftigst und wir bedauern, dass wir unser Mittagessen auf die Picnic Area beim Foothills Visitor Centre verlegt haben. In der Kolonne kommen wir nur sehr langsam voran und die Abfahrt entlang der Marble Fork des Kaweah Rivers wird zur echten Geduldsprobe. Am Visitor Centre angekommen sind alle Picnictische besetzt, sodass wir nicht mit Ruhe kochen können und wir verdrücken im Stehen ein paar Plätzchen, Obst und Cliff Bars. Wir statten dem Visitor Centre einen kurzen Besuch ab und verlassen anschliessend den National Park und stoppen weiters Mal für ein Foto vor dem „Indianerschild“ des Sequoia National Parks.

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Wir fahren weiter an der Marble Fork des Kaweah Rivers entlang und durch den Baumbestand am Flussufer ergeben sich immer wieder einladende Blicke auf den Flusslauf. An einer Parkbucht stoppen wir und laufen ein kurzes Stück einen Wanderweg entlang der zum Kaweah River hinab führt.

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Ein paar Fotos später steigen wir schnaufend wieder hinauf und folgen der Strasse 198 nach Three Rivers. Die Landschaft gefällt uns ausgesprochen gut und an einer Haltebucht stoppen wir erneut und überblicken die Foothills der Sierra Nevada, die sich über dem unwirklich grünen Tal des mäandernden Kaweah River erheben. Ein Ausblick, der sich nur schwer aufs Foto bannen lässt.

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Wir erreichen den Lake Kaweah, entstanden durch den in den 1960er Jahren vom Terminus Dam aufgestauten Kaweah River. Bei Visalia nehmen wir den Highway 99 in Richtung Bakersfield und kommen bis Bakersfield zügig voran. Ab Bakersfield folgen wir der State Route 178, entlang des Kern River. Als Tagesziel haben wir uns inzwischen einen Campground am Lake Isabella gesetzt und wir fahren bei immer länger werdenden Schatten auf kurvenreicher Streckenführung durch das malerische Kern River Valley und den Kern River Canyon.

Den Ort Lake Isabella erreichen wir bei Sonnenuntergang und wir suchen den Paradise Cove Campground. Dort angelangt sagt uns dieser überhaupt nicht zu: direkt unterhalb der Strasse gelegen und mit Stellplätzen die von allen Seiten einsehbar sind. Dazu kommt, dass die Sites sehr ungepflegt sind: verbrannte Abfallreste in den Feuerringen, Asche überall auf den Stellplätzen verteilt und jede Menge Glasscherben. Und ein See der unter akutem Wassermangel leidet.

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(Anmerkung: Das Foto und das untere stammt vom nächsten Morgen)

Vom abgesunkenen Wasserpegel kündet ein breiter morastiger Uferbereich. Wir verlassen den Campground und fahren zurück zum Abzweig mit der SR 155. In 1,5 Meilen Entfernung liegt der Pioneer Point Campground (mit Duschen) im National Forest. Als wir den Platz erreichen ist dieser geschlossen. Was tun? Wir haben beide wenig Lust, auf dem wenig paradiesischen Paradise Cove Campground zu übernachten und wir fahren in den kleinen Ort Lake Isabella um nach einem Motelzimmer zu fragen. Bei 59 $ + Tax für den One-Queen-Bed-Room ist die Entscheidung gefallen, wir kehren zurück ins „Paradies“.

Es sind nur wenige Stellplätze belegt und während wir auf den freien Plätzen nach demjenigen mit den wenigsten Glasscherben suchen, kommt ein weiterer Zeltcamper. Er inspiziert die Plätze und unterhält sich mit uns über den ungepflegten Zustand und fährt weiter. Wir finden keinen Stellplatz ohne Glasscherben in dem nicht asphaltierten Zeltbereich und fegen daher mit einem Ast den geteerten Teil einer Campsite, verlängern mit Reepschnur die Zeltleinen und errichten unseren kleinen Geodäten auf dem Asphalt. Es gibt weder einen Host noch eine Self Pay Box. Ein Schild kündigt an, dass die Campinggebühr am nächsten Tag kassiert wird.

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Zu weit fortgeschrittener Stunde kochen wir unser Abendessen aus der Konserve und fallen in die Schlafsäcke. Gegen 23.00 Uhr kommt ein Cruise America Wohnmobil vorgefahren und dreht einige Runden, bevor es dann etwa 5 Stellplätze neben uns parkt. Die Passagiere sind sofort verschwunden, aber die ganze Nacht rattert der Generator. Zunächst ziemlich angenervt versuchen wir zu schlafen. An Schlaf ist nicht zu Denken, der Lautstärkepegel ist enorm. Ich bin inzwischen auf 180, schäle mich aus dem Schlafsack und bin auf dem Weg ans Wohnmobil zu klopfen. Frank hindert mich daran.

Stattdessen laufe ich zum Infoboard um dort die Bestimmungen zu den Betriebszeiten des Generators nachzulesen. Es gibt keine. Der Campground wird mir immer unsympathischer, normalerweise sind auf Campgrounds die Zeiten des Generator Use geregelt. Mit hilflosen Flüchen und Verwünschungen kehre ich zurück. Wären nicht auch noch andere Camper die Leidtragenden, würde ich liebend gerne mal hupend über den Platz fahren um die gestörte Nachtruhe zu vergelten. Stattdessen nehme ich vor, am nächsten Morgen den RVler auf die Lautstärke des ratternden Generators anzusprechen. Irgendwann holt uns der Schlaf ein wir schlafen mehr schlecht als recht auf diesem ungeliebten Campground.

Übernachtung: Paradise Cove Campground 0 $
Gefahrene Meilen: 180

Canyoncrawler
25.11.2009, 18:03
Tag 11 – Dienstag, 18.09.2007:

Lake Isabella - Tonopah

Die Sonne kitzelt uns mit den ersten Strahlen aus dem Schlaf und der Morgen beginnt friedlich. Es ist 7.00 Uhr Morgens und etwas fehlt. Das eintönig ratternde Geräusch des Generators ist verstummt. Scheinbar hat der Camper doch noch in der Nacht das Ding abgeschaltet. Frank blinzelt aus dem Zelt und meint das Wohnmobil ist weg. Ich, noch nicht ganz wach, frage etwas verdutzt, welches Wohnmobil. Doch es fällt mir direkt wieder ein und auch ich robbe auf den Knien zum Zeltausgang. Der Stellplatz ist leer und der Camper hat uns nicht nur um einige Stunden Schlaf betrogen, sondern auch den US Forrest Service um die Campinggebühr. Ein Blick in unsere Vorräte entlockt Frank ein genervtes nicht schon wieder Getreideringe zum Frühstück und wir beschliessen, zum Frühstück etwas Leckeres aus dem Safeway in Lake Isabella zu holen. Während ich schon mal den Morgenkaffee aufsetze, verschwindet Frank für ein paar Fotos am See und als das Wasser im Kesselchen kocht, folge ich Frank mit den Edelstahltassen, den Kaffeeportionsbeuteln und unseren Faltkissen zum Seeufer. Das ist ziemlich matschig, wir finden aber zwei grössere Steine und geniessen mit Blick auf den etwas trostlosen See den Morgenkaffee.

Die Pläne sind gemacht. Es wird mehr oder weniger ein Fahrtag werden. Frank baut das Zelt ab und ich verschwinde zum Duschen in den Sanitärräumen anschliessend verstaue ich das restliche Gepäck im Wagen und Frank nimmt die Dusche. Langsam könnte der US Forrest Service zum kassieren der Campinggebühr kommen, Frank ist längst wieder da, noch immer keine Spur von einem Angestellten. Wir warten noch 10 Minuten mit knurrenden Mägen und werden schliesslich unfreiwillig auch zu Zechprellern indem wir den Campground in Richtung Ortszentrum Lake Isabella verlassen. Der Supermarkt ist bereits geöffnet und wir ergänzen unsere Vorräte, laden im Weinregal ein paar Flaschen Moscato California auf, ausserdem ein paar Leckereien fürs Mittag- oder Abendessen. Das Frühstück besteht aus frischen Croissants aus dem Bäckereiregal und einem Kaffee aus der Starbucks-Filiale. Da wir das Bärengebiet heute verlassen und nichts mehr in einer Bear Box verstauen müssen, bleiben die Tüten lose im Kofferraum, sortieren können wir noch heute Abend.

Über die Isabella Walker Pass Road (Strasse Nr. 178 ) fahren wir entlang der South Fork des Kern Rivers durch die trockene Hügellandschaft des Kern Valleys durch ziemlich verschlafene Dörfer in Richtung Ridgecrest.

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Am Walker Pass erreichen wir den höchsten Punkt der State Road 178 (5250 ft./ 1600 m).

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Ein Historical Marker erinnert an den Bergläufer und Pfadfinder Joseph Reddeford Walker. Joe Walker stand 1834 in Diensten einer Pelztierjäger Expedition die von Benjamin Bonneville finanziert wurde. Er wählte für den Übergang über die Gebirgskette der Sierra Nevada zwei Routen aus. Die südliche Route verband San Joaquin Valley und Mojave Wüste und avancierte in den 1840er Jahren zu einer beliebten Routenvariante auf dem California Trail. 1845 zog der Landvermesser Edward M. Kern über den Pass, der die Fremont-Expedition begleitete. Nach den Siedlern und Goldsuchern nutzten in den 1860er Jahren die Minengesellschaften den Übergang als Zugangs- und Frachtroute ins Owens Valley. Heute ist der Pass eine der wenigen ganzjährig befahrbaren Traversen über die Sierra Nevada.

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Wir nutzen die Gelegenheit um ein kurzes Wegstück auf dem Fernwanderweg Pacific Crest Trail zurückzulegen.

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In nördliche Richtung laufen wir durch Pinyon-Kiefern und Joshua Trees auf die Hügelketten der Sierra Nevada zu. Nach etwa einer halben Meile drehen wir um zurück zum Auto und nehmen im Trailblazer Fahrt auf nach Inyokern und ab dort die US 395 North. Ab Olancha fahren wir den Highway bereits zum 3. Mal und trotzdem begeistert uns dieser State Scenic Highway erneut. Durchs Inyo County führt er ins Mono County und bietet spektakuläre Ausblicke auf die höchsten Gipfel der Sierra Nevada.

In Lone Pine stoppen wir kurz an einer Kirche

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und am Filmmuseum für ein Foto des Planwagens

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bevor wir weiter durch den Inyo National Forrest in Richtung Bishop fahren. Inzwischen ist es früher Nachmittag und bei Carls Jr. gönnen wir uns einen Burger mit Speck, frittierten Zwiebelringen und Barbecue-Sauce und anschliessend in Erick Schatts Bakery ein Blätterteiggepäck zum Nachtisch.

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An der Union Bank schauen wir uns die Murrals an.

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Nach einem grossen Schluck Benzin für den Trailblazer geht es weiter zum Mono Lake. Nach einem Blick auf die Uhr sind die South Tuffas gecancelt und wir fahren über die Strasse #167 nördlich des Mono Lakes

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um den kurzen Abstecher zu den Black Point Fissures zu machen. Der Normalweg zu diesen vulkanischen Felsspalten verläuft über die Cemetery Road und ist mit einem etwa 2 Meilen Cross Country Hike verbunden. Im Internet haben wir jedoch eine Beschreibung gefunden, nach der man von der 167 auf kürzerem Weg, ebenfalls querfeldein dorthin gelangen kann. Wir finden aber den unmarkierten Trailhead nicht und brechen die Suche ab. Anschliessend folgen wir der Beschilderung nach Bodie.

Die Cottonwood Canyon Road beginnt als gute Gravel Road, wird zwischendurch sehr steinig und ausgewaschen und der Trailblazer rumpelt langsam durch breite Schlaglöcher und über dicke Felsbrocken die aus der Piste lugen. Mit Strassen-PKW ist diese Zufahrt nicht zu empfehlen. So atmen wir auf, als wir nach etwa 11 Meilen und deutlich mehr als 30 Minunten Fahrt am Kassenhäuschen zum Bodie State Historic Park stehen.

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Der Parkplatz ist gut gefüllt und nach einem Zwischenstopp bei den Restrooms machen wir uns auf den Weg, die Geisterstadt zu erkunden. An einer Tafel erhält man einen kurzen Überblick über die Geschichte von Bodie:

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1859 wurde von William S. Bodey in dieser Gegend Gold gefunden. Auf dem Weg zu seiner Familie kam er in einem Schneesturm ums Leben. 1861 begann die Familie mit dem Goldabbau und gründete die Stadt Bodie. Um makabere Wortspiele zu vermeiden, wurde die Schreibweise von Bodey (Body = Leiche) in Bodie abgeändert.
Mitte der 1870er Jahre wurde Bodie durch den Einstieg der Minengesellschaften in den Goldabbau zur Boomtown und bis in die 1880er Jahre siedelten sich in Bodie über 8500 Menschen an, in der Umgebung über 10.000 Menschen Goldsucher und Minenarbeiter.

Bodie wuchs an auf etwa 2000 Gebäude und Gold im Wert von über 100 Millionen Dollar wurde gefördert. Über 60 Saloons und Tanzhallen säumten die Strassen und Bodie verkam zu einem der gesetzlosesten Orte im Westen. Ende der 1870er Jahren kamen die Chinesen und in 1881 lebten einige Hundert von ihnen in bestimmten Stadtvierteln innerhalb der Stadt und die erste Chinatown im Westen war geboren. Nachdem die Goldvorkommen zur Neige gingen, verliessen die Bewohner die Stadt. Um 1886 lebten noch ca. 1500 Einwohner in Bodie, 1892 zerstörte ein Feuer Teile der Stadt, anschliessend ein schleichender Niedergang bevor im Jahr 1932 ein weiteres Feuer nahezu 90% der Stadtstrukturen zerstörte.

In den 1940er Jahren wurde Bodie zur Geisterstadt, die Mine wurde jedoch noch bis in die 60er Jahre von Arbeitern aus den Nachbarstädten betrieben ehe sie ganz geschlossen wurde. 1962 wurde Bodie zum State Historic Park ausgerufen und wird seitdem im vorgefundenen Zustand konserviert und ist heute mit noch etwa 170 existierenden, gut erhaltenen Gebäuden die wohl eindrucksvollste Ghost Town im Westen der USA.

Auf der Webseite von California State Park kann man sich eine Karte der Stadt downloaden.
http://www.parks.ca.gov/pages/509/files/BodieMap.pdf

und eine Infobroschüre:
http://www.parks.ca.gov/pages/509/files/BodieBrochure.pdf

Impressionen aus Bodie:

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Nach einem Besuch der Ausstellung im Museumsshop und nach beinahe 3 Stunden Rundgang durch die Stadt in dem wir noch immer nicht alles gesehen haben, erkunden wir den Friedhof.

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Mehr über Bodie, hier. (http://www.bodie.com/)

Zurück am Parkplatz werden wir Zeuge wie direkt neben uns mit einem ohrenbetäubenden Knall ein Hinterradreifen eines parkenden Rangerfahrzeugs platzt. Geborstene Reifenteile fliegen uns um die Füsse und nachdem wir uns von dem Schreck erholt haben und am Rangerkiosk den Plattfuss gemeldet haben, verlassen wir die Stadt mit einem letzten Blick über die State Road 270.

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Die Schotterpassagen der SR 270 sind bis auf ein paar winzige Schlaglöcher und waschbrettartige Querrillen in perfektem Zustand. Den Knall des Reifenplatzers noch in den Ohren fahren wir zum ersten Mal eine ebene, gut ausgebaute Schotterstrasse mit weniger als Tempo 45 zurück zum Highway. 5 Meilen südlich von Lee Vining biegen wir auf die längste Berg- und Talbahn der Welt ein. Die California State Road #120 verläuft mit vielen Dips und Kurven durchs Mono County. Die Strasse erklimmt kleine Erhebungen um anschliessend direkt wieder an Höhenniveau zu verlieren. Dabei erzeugt sie merkwürdige Gefühle im Magen. Das wiederholt sich viele Male und wir haben so viel Spass daran, dass Fahrer und Beifahrer mit der maximal erlaubten Geschwindigkeit johlend um die Kurven und über die Dips fahren.

Eine Strassensperre stoppt uns. Wir sind das 2. wartende Fahrzeug und der State Trooper kommt mit gewichtigen Schritten auf uns zu. Ein Officer wie aus dem Film: breitschultrig, mit Spiegelbrille und einem beeindruckenden Ausrüstungssortiment am Gürtel. Er setzt uns in Kenntnis dass die Strasse für etwa eine halbe Stunde gesperrt sei, da BWM (ein breitgezogenes BeEmDouplejuu) den neuen Geländewagen eingeflogen hat und gerade einen Werbefilm dreht. Ein paar weitere Worte und der Officer hat sichtlich Spass daran, dass wir aus Germany sind. Er unterrichtet das nachfolgende Auto von der Sperrung und kommt kaugummischmatzend zurück zu unserem Wagen. Frank findet plötzlich seine verschütteten Englischkenntnisse wieder (sonst schickt er mich meistens vor) und unterhält sich beinahe 20 Minuten mit dem Officer. Da Frank als CAD-Konstrukteur bei einem Automobilzulieferer arbeitet und der Officer ein Autofan ist, haben sich die beiden viel zu erzählen. Er berichtet uns, dass der neue SUV grosse Ähnlichkeit mit dem Porsche Cayenne hätte und ist sichtlich stolz, dass er schon einen Blick auf die Neuerscheinung werfen durfte. Uns rät er, nach Freigabe der Sperre ohne Fotographieren direkt weiter zu fahren.

Nach diesem kurzweiligen Stopp erreichen wir nach etwa einer halben Meile den Drehort. Ein Kamerakranwagen steht noch direkt neben der Strasse, ein Hubschrauber mit stillstehenden Rotorblättern etwas weiter hinten, Trucks mit Equipment und einige PKWs und SUVs. Die Crew steht in Gruppen zusammen und unterhält sich. Unter einer schwarzen Plane erkennt man die Konturen eines Geländewagens – das ist der neue BMW. Wir verrenken uns ordentlich die Hälse, aber wir können nichts sehen. Dafür erkennen wir auf den folgenden Meilen die Spuren des Drehs im Gelände. Autospuren führen ins Gelände, dass aus intakten lichten Kiefernwäldern und anschliessend aus verkohlten Nadelbaumständen besteht. Ziemlich neugierig auf diesen Werbefilm fahren wir weiter über die bergige 120.

Zur Zeit des Sonnenunterganges sind wir irgendwo auf der US 6 durch Nevada unterwegs. Wir haben noch immer keinen genauen Plan davon, wo der Tag heute für uns enden soll, aber bei dem Panorama aus einer endlos erscheinenden Strasse die auf rotglühenden Hügelketten zuhält, geniessen wir einfach den Augenblick und fahren in die einbrechende Nacht hinein.

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Den Montgomery Pass überqueren wir bereits bei Dunkelheit und erhaschen nur einige flüchtige Impressionen im Lichtkegel der Autoscheinwerfer von der eindrucksvollen Landschaft am Wegesrand. Weiter geht die Fahrt durch die Nacht. Wildwarnschilder veranlassen uns zu langsamer Fahrt und das ist berechtigt als eine kleine Herde Rehwild etwa 20 m vor uns den Highway quert. Der nächste grössere Ort ist Tonopah und wir beschliessen uns hier ein Motel für die Nacht zu suchen.

Nach zweimaliger Ortsdurchfahrt entscheiden wir uns für das gut besuchte Clown Motel und fragen nach einem freien Zimmer. Wir erhalten für 34,95 + Tax, also etwas mehr als 37 Dollar einen geräumigen und sauberen Bedroom mit 2 Queenbetten und sind hochzufrieden. Das Abendessen besteht aus kalten Hähnchenteilen und Weissbrot und wir schauen zum ersten Mal seit Tagen wieder Fernsehen und laden Fotos von der Speicherkarte aufs Laptop. Traditionell sagt uns der History und Discovery Channel am meisten zu. Der Weather Channel meldet in den Westen hereinziehende Unwetter und etwas beunruhigt schlafen wir ein.

Übernachtung: Clown Motel, Tonopah 37,61 $
Gefahrene Meilen: 435 mls

Mika Hautamaeki
26.11.2009, 12:22
Sehr schöner Bericht mit super Fotos.
Schön mal was aus der Gegend zu lesen.
Vielen Dank.