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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rucksack für 14 Tage Tour - 45 Liter utopisch?



heinze
15.11.2009, 15:45
Hallo,

Ich bin 1,96m lang und will mir einen Rucksack für 2 wöchige Tour (Spanien/Marokko) zulegen.

Bis jetzt habe ich mal den Deuter Guide 45+ ins Auge gefasst. Der soll laut einigen Erfahrungen hier im Forum auch für lange Rücken geeignet sein.
Sind nach eueren Erfahrungen 45 (+10) Liter genug für eine Mehrtagestour? Das ganze soll mit einer eher spartanischen Ausrüstung (leichte Ausrüstung) ohne Zelt, aber mit DSLR-Kamera und Objektiv vonstatten gehen.
Utopisch? Was sind eure Erfahrungen mit Rucksackvolumen auf solchen Touren. Braucht man wirklich die 60 + X Liter Monster?

Danke!

Carsten010
15.11.2009, 15:52
Da muss zwangsläufig eine Antwort aus dem UL-Bereich kommen.

45 Liter sollten vom Volumen prima reichen, nur das Gewicht vom
Deuter würde mich dann stören. 1920 Gramm sind einfach zuviel.

Da gibts deutlich leichtere Alternativen wie den Golite Jam2 oder
den Osprey Exos, der hier im Forum immer recht gut weg kommt.

CU

Carsten

Pax
15.11.2009, 16:06
Auf gar keinen Fall Utopie, und ich habe wieder mal eine Gelegeneheit den Osprey Exos über den grünen Klee zu loben!

Ich bin mit dem 45ger Modell fast einen Monat über die Alpen gelaufen, und hätte auch noch mehr reinkriegen können. Dabei war unter anderem das komplette draußen-Übernachtungsset, also Tarp, Isomatte und Schlafsack (sogar Kufa xD) dabei, allerdings immer nur Essen für 1-2 Tage.
Den Osprey gibt's auch in L, sollte dir passen. Probieren geht aber auch hier über studieren. Und das gute Teil sollte auch in L kaum mehr als einen Kilo wiegen, und (zumindest meinem Empfinden nach) angenehm zu tragen sein. 17kg ist so meine Komfortgrenze, wobei ich ungern mehr als 15kg trage.

Ich bin übrigens eher ein Komfort-Mensch, will sagen ich betreibe Gewichtsreduzierung, da ich zu faul bin, viel zu schleppen. Aber wahren UL-Fanatikern würde bei meiner Packliste immer noch schlecht werden ;-)

EDIT:
Es gibt noch eine Möglichkeit, beim Volumen etwas zu schummeln: Der Exos hat außen Schlaufen, ich habe mir einen maßgeschneiderten wasserdichten Packsack für meine Isomatte (geht genauso mit Schlafsack) gebastelt, der sich 1A an selbigen befestigen lässt (Schlaufen vom Exos durch angenähtes Gurtband am Packsack). Hab ich zwar noch nie gebraucht, aber getestet. Soll dann für eine Tour im Sommer 2010 zum Einsatz kommen, bei der ich Essen für über eine Woche dabei habe.
Das nur als Vorschlag, sollte im Rucksack sonst nicht genug Platz für DSLR-Kamera und Objektiv sein.

-wf-
15.11.2009, 16:07
Ob das reicht, hängt vor allem vom Gewicht und der Größe (mehrere lange Telebrennweiten?) der Fotoausrüstung ab. Wenn schon mehr als 5 kg Fotoausrüstung, dann laß dir auf keinen Fall einen Ultraleichtrucksack aufschwatzen, schließlich kommen noch geschätzte 10 kg Essen, Wasser, Ausrüstung usw zu, und da wirst du mit einen UL Beutel nicht glücklich, vor allem dann nicht, wenn der Hüftgurt ein dünner Riemen ist und kein Tragesystem außer einer Isomatte im Rücken vorhanden.

Ohne Zelt und Schlafsack käme ich mit meinem Bergans Alpinist 40 bestimmt auch auf einer Tour zurecht, aber der Schlafsack nimmt schon 12 Liter Platz ein. Da nehme ich auf kürzeren Reisen trotzdem den großen Rucksack ,85 Liter, auch wenn er dann nur halb voll ist. Dann reicht es auch noch bequem für ein großes 300er Tele.

heinze
15.11.2009, 16:54
Danke für eure Antworten! Den Osprey Exos kannte ich noch nicht. Das Gewicht ließt sich gut und 900 Gramm Ersparnis sind verlockend :bg:
Wie schätzt ihr die Robustheit vom Osprey ein? Kann man den als Gepäck am Flughafen aufgeben, ohne Angst zu haben, dass am Schluss nur noch Fetzen übgrig sind?
Der GoLite Jam2 hat ja im Vergleich zum Osprey ein relativ hohes Gewicht in Relation zur Ausstattung. Wird dort besseres bzw. robusteres Material eingesetzt?

Danke!

PS: Meine Fotoausrüstung umfasst nur 1 Objektiv (evtl. noch ein Weitwinkel). Ist also eher klein.

Borderli
15.11.2009, 17:27
Gerade vor zwei Monaten praktiziert: 12 Tage Schottland mit Zelt, Schlafsack&Co, und einem 45+10l deuter Rucksack. Foto (DSRL & zweites Objektiv) war in einer größeren Hüfttasche untergebracht, Zelt war in einer Seitentasche vom Rucksack, der Rest, incl Futter für acht Tage, war im Rucksack. Passt schon.

Pax
15.11.2009, 17:35
Also ohne Schutz würde ich meinen Osprey nicht als Gepäckstück aufgeben... versteh das jetzt nicht falsch, ich schleife meinen Osprey ständig durch die Alpen, und da ist noch nie was passiert, aber als Vielflieger weiß ich halt, was mit Gepäckstücken so passiert...
Da hat sich auch schon mal sehr robustes Dyneema verabschiedet :grrr: Dann wären da noch Bedenken wie verbiegen des Rahmens und dergleichen. Ich würde es einfach nicht riskieren wollen.
Meine Lösung: Nicht-Handgepäck-fähige Sachen in einen stabilen Karton verpacken und einchecken, am Ankunftsort umpacken. Der Osprey geht auch prall gefüllt als Handgepäck durch (zumindest bei Lufthansa, kann aber auch sein, das ich Glück hatte).

trekkingfanatic
16.11.2009, 00:09
Für eine 14-tägige Tour find ich nen 45L Rucksack echt knapp. Schon allein das ganze Essen nimmt doch ungeheur viel Platz weg. Da sind min. 28 Beutel Trekkingkunch, Müsliriegel etc. Ich glaub nicht das da noch soviel Platz für Zelt, Schlafsack, Isomatte etc. bleibt. Also ich war auch schon nen paar mal auf längeren Touren, und nen 60L wars mindestens bei so langen Touren.

filidee
16.11.2009, 09:41
Der GoLite Jam2 hat ja im Vergleich zum Osprey ein relativ hohes Gewicht in Relation zur Ausstattung. Wird dort besseres bzw. robusteres Material eingesetzt?

Der Golite wird mit einem stabilen Ripstop Material genäht. Er hat auf jeder Seite 1 Tasche (Flasche) und 2 Kompressionsriemen. Auf der "Rückseite" sind eine große Tasche und 2 "Pickelhalter". Oben sind zwei Durchlässe für Tringsystem/Kabel, ein Rollverschluss ohne Deckeltasche. Innen ist ein Fach für das Trinksystem. Das Tragesystem ist ohne Rahmen/Metallstreben aber mit Mesh. In Form gehalten wird der Rucksack durch eine "Isomatte", die man sogar entnehmen kann um Gewicht zu sparen. Der Bauchgurt hat zwei Taschen für Kleinkram. Es ist ein leichter aber kein ultraleichter Rucksack.
Ich laufe sehr gerne mit meinem Golite. Ich habe maximal 10kg dabei. Mehr als 14kg würde ich nicht mit dem Golite tragen. Das Volumen beträgt bis zu 55 Liter je nach Größe.

Für den Flug würde ich auch Messer, Kocher usw. separat verpacken und als Fluggepäck aufgeben. Achte darauf, welche Kocher ins Flugzeug dürfen.
Alternativ wäre es sinnvoll den kompletten Rucksack in einen stabilen Plastiksck oder Seesack zu verpacken. Auf jeden Fall "fressen" die Gepäckbänder gerne die außen liegenden Riemen, Ösen und Gurte.

Auf den ersten Blick würde ich sagen, Du kommst sehr gut hin mit 45 Litern und weniger als 10kg Gepäck.

filidee
16.11.2009, 10:11
Auf den zweiten Blick würde ich sagen, 8kg und 35Liter gehen auch inklusive Nahrung für drei Tage. Voraussetzung sind leichte und kleine Gegenstände im Rucksack. Der Schlafsack ist meist der größte Volumenfresser.

So, jetzt geht ein Aufschrei durch das Forum. Die Ultralight-Fraktion würde soviel nur im Winter schleppen. Die 60-Liter-Rucksack-Fraktion knirscht mit den Zähnen und rasselt mit den Säbeln.

Meer Berge
16.11.2009, 16:42
heinze, wenn du ohne Zelt wandern willst - heißt das auch ohne Schlafsack und ohne Küche (Kocher/Frühstück+Abendessen)?
Oder heißt das nur, statt dem Zelt kommt ein Tarp oder Biwaksack mit?

Also ohne Schlafzimmer und Küche reichen 45 L superlocker. Da reichen auch 35, wenn es die für deine Rückenlänge gibt.


Gruß,
Meer Berge