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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE] Kungsleden: Abisko - Vistasvagge - Nikkaloukta



Rhodan76
01.11.2009, 16:52
Land: Schweden
Reisezeit: Juni/Juli
Region/Kontinent: Nordeuropa

Abisko – Vistasvage – Nikkaloukta - Narvik

Nachdem in letzter Zeit hier doch so einige Reiseberichte über die Wetterverhältnisse zum Saisonende in Nordschweden zu lesen sind, schiebe ich doch noch einen zum Saisonbeginn ein. Reiseberichte zum Kungsleden gibt es ja schon zur Genüge, aber gerade zu der von uns gegangen Route durch das Vistasvagge konnte ich noch nicht viel lesen….


Wir, d.h. Karliene und ich hatten uns bereits im Januar nach kurzer Diskussion zur diesjährigen Urlaubsplanung auf Schweden einigen können. Nur ein paar kurze Recherchen später und dank Natides und auch Vincents äußerst amüsanten Reisebericht steht Lappland und der nördl. Kungsleden so gut wie fest. Das ganze scheint ideal für unsere erste größere Trekking-Tour – super Landschaft, Strecke gut markiert und für gut befunden von vielen Mitgliedern hier.

Also schnell die Flüge gebucht und schon mal Urlaub eingereicht. Nach einer gewissen Ausrüstungs-Inventur steht schnell fest, was in den nächsten Monaten noch angeschafft werden muss. Die Recherche rund um das Thema Kungsleden, die „Planung“ und die Organisation von An- und Abreise und so einige Globetrotter Besuche lassen die folgenden Monate kurzweilig werden….und so rückt der Abreisetag näher...

27.06.2009
Den ganzen Samstag haben wir versucht, den Ausrüstungsberg im Flur in unsere 50+10-Liter Rucksäcke zu verfrachten. Das gelingt mir noch besser als Karliene, aber spätestens nach dem Verladen von Essen für die nächsten 8 Tage geht nichts mehr. Entgegen aller guten Ratschläge und des Wollens unsererseits haben es unsere Rucksäcke doch auf ca. 20 kg geschafft – obwohl wir nur das „nötigste“ eingepackt haben. Aber so ist das halt, wenn man in (für einen) unbekannte Gefilde aufbricht – und für alles gerüstet sein will.

28.06.2009
Also noch mal schnell eine Mütze schlaf genommen, Sonntag früh um 4 aufgestanden und um halb 6 per Bus-Transfer nach Berlin. Dort empfängt uns tristes Wetter mit 15 Grad – und das mitten im Sommer. Na Prostmahlzeit. Nach (ewigen) 4 Stunden Warten schnell das Gepäck eingecheckt und gebetet, dass das Flughafenpersonal den Benzinkocher für harmlos erachtet ;-) Und 14:10 gehts dann endlich los – mit Air-Berlin nach Arlanda. Zum Glück hat uns der Flug-Kapitän schon auf das vorbereitet was uns dort erwartet – nämlich 30 Grad Bodentemperatur bei strahlend blauem Himmel!!

http://s6.directupload.net/images/user/091101/temp/b2zrn9k3.jpg[/IMG-L] (http://s6.directupload.net/file/u/25467/b2zrn9k3_jpg.htm)In der Ankunftshalle warten wir auf unser Gepäck und entfliehen dann dem ungeheuren Trubel schleunigst in Richtung Terminal 5 – aus einem Blog wussten wir, dass dort für mittellose Reisende wie uns wahrhaft traumhafte Übernachtungsmöglichkeiten existieren sollten. Und (gefühlt) einige Kilometer weiter werden wir nicht enttäuscht – Terminal 5 ist eine völlig andere Welt, alles neu, schick, modern – und mit bequemen Sesseln zum übernachten „ausgestattet“.


Also die Zeit noch etwas totgeschlagen, im praktischerweise vorhandenen McDonalds zu Abend gegessen, die Sessel bezogen – und dann so gut es ging die Nacht über uns hereinbrechen lassen. Stopp. Welche Nacht ? Dank Mitternachtssonne reichte es nur für so etwas wie Dämmerung – zum Glück brachte das wenigstens etwas Abkühlung….

29.06.2009 Stockholm - Kiruna - Abisko - Abiskojaure
Dank der Putzkolonne stehen wir nicht ganz so spät auf ;-) Nochmal schnell gefrühstückt, die Rucksäcke wieder eingecheckt und halb 11 beginnt das Abenteuer Lappland. Norwegian startet mit uns durch Richtung Kiruna.

[IMG-L]http://s2.directupload.net/images/user/091101/temp/ummv3bco.jpg[/IMG-L] (http://s2.directupload.net/file/u/25467/ummv3bco_jpg.htm)Nach einem wunderschönen Anflug mit Ausblick auf die uns erwartenden Berge legt der Pilot eine sportliche Landung hin – und schon sind wir in Lappland. Und wir können es kaum glauben – es herrschen gefühlt mindestens 25 Grad bei strahlend blauem Himmel. So ist also das Wetter in eisig Lappland – aha. Um der Sache mal vorweg zu greifen – es sollte auch die nächsten 2 Wochen kaum anders werden. In Kiruna noch schnell Sprit und Mückenmittel besorgt und uns von 2 Kölner Mitfliegern verabschiedet, deren Plan es ist von Kiruna aus erstmal zu Fuß nach Nikkaluokta vorzustoßen – querfeldein mittels GPS und Map. Es dämmert ihnen dann zwar noch, dass der kürzeste Weg, den das GPS da errechnet hatte wohl durch Dickicht und über die (sicherlich jetzt sumpfigen) Winterwanderwege führt – aber ich hoffe trotzdem, dass sie gut angekommen sind ;-)

[IMG-R]http://s2.directupload.net/images/user/091101/temp/dufq2niu.jpg[/IMG-R] (http://s2.directupload.net/file/u/25467/dufq2niu_jpg.htm) [IMG-R]http://s5.directupload.net/images/user/091101/temp/vvguq6dg.jpg[/IMG-R] (http://s5.directupload.net/file/u/25467/vvguq6dg_jpg.htm)Gut für uns hieß der Startpunkt aber ganz klassisch Abisko – und so geht es mit dem Bus von Kiruna aus noch eine reichliche Stunde dem Startziel entgegen. Die Busfahrt stimmt bei schönstem Wetter auf die Berg- u. Seenwelt Lapplands ein – einfach traumhaft.

Nach einem kurzen obligatorischen Besuch des Ladens der Fjällstation in Abisko und einem kurzen Kochertest (sicher ist sicher) brechen wir dann doch „schon“ gegen 18:00 Uhr mit dem Durchschreiten des Tores in unser Abenteuer Kungsleden auf ….

…der Weg ist wie zu erwarten ziemlich ausgetreten und anfangs noch von Birken gesäumt. Anfänglich folgt uns noch eine kleine Gruppe Studenten, die mit Kächer ausgerüstet anscheinend auf Insektenjagd gehen wollen. Doch bald schon lassen wir diese hinter uns und laufen ungestört unserem ersten Tagesziel entgegen – den Hütten bei Abiskojaure. Das Wetter hätte nicht besser sein können, die Landschaft um uns herum traumhaft und der Fluss zeigt sich abwechslungsreich von seiner wilden oder auch ruhigen Seite. Kurz nach dem Start überqueren wir die erste und wenig später die zweite Brücke dieser Etappe, füllen noch schnell unsere Flaschen auf, lassen den einzigen ausgeschilderten Zeltplatz links liegen und gehen weiter.
[IMG]http://s12.directupload.net/images/user/091101/temp/3a4fv8y9.jpg (http://s12.directupload.net/file/u/25467/3a4fv8y9_jpg.htm) http://s7.directupload.net/images/user/091101/temp/fmnvbcxo.jpg (http://s7.directupload.net/file/u/25467/fmnvbcxo_jpg.htm) http://s12.directupload.net/images/user/091101/temp/omuv4xks.jpg (http://s12.directupload.net/file/u/25467/omuv4xks_jpg.htm) http://s7.directupload.net/images/user/091101/temp/puwwt986.jpg (http://s7.directupload.net/file/u/25467/puwwt986_jpg.htm)

Bis Abiskojaure sind es insgesamt 15 km und da Zelten im Nationalparkgebiet verboten ist, müssen wir dort heute noch ankommen. Nun gut, es ist unserer erste Etappe auf unserer ersten großen Tour – und so tun wir uns mit Einschätzen der zurückgelegten Entfernung auf der Karte in Bezug zur Realität etwas schwer. Da hilft auch häufiges Stehenbleiben und Rätseln, wo wir uns laut Karte befinden müssten nicht viel weiter – es kostet nur mehr Zeit ;-) Nur gut, dass man sich auf der ersten Etappe absolut nicht verlaufen kann – einfach immer dem Weg folgen, der sich schon bald lichtet und durch offeneres Gelände führt.

http://s1.directupload.net/images/user/091101/temp/2ambbad6.jpg[/IMG-L] (http://s1.directupload.net/file/u/25467/2ambbad6_jpg.htm)Und so gehen wir weiter und weiter, auch wenn das Rucksackgewicht von 20 kg immer mehr auf unseren Schultern lastet und unserer Füße bald darauf aufmerksam machen, dass die Kombination von Rucksackgewicht und steinigem Weg doch recht anstrengend ist. Und so ziehen sich die Kilometer bis Abiskojaure doch ziemlich in die Länge und uns kommt die Etappe immer mehr wie eine TorTour vor. Aber die Landschaft rundherum entschädigt für alles. Das alles in perfekter Einsamkeit im sanften Sommersonnenabendlicht - um diese Uhrzeit ist kein Mensch außer uns mehr auf dieser Etappe unterwegs.

Ich schaffe es mich und Karliene trotz allen Wehklagens (;-) ) vorwärts zu treiben, vorbei an Samihütten, entlang dem sich zum See verbreiternden Abiskojaure und so entdecken wir nach einer gefühlten Ewigkeit in der Ferne doch endlich die Brückenpfeiler der in der Karten verzeichneten Brücke zu den Abiskojaure-Hütten. Die Füße noch mal in die Hand genommen, die Brücke überquert, herausgefunden ob es rechts/links oder obendrüber über den letzen Hügel zu den Hütten geht – und dann sind wir endlich da! Kurz nach 23:00 Uhr haben wir endlich unser Ziel erreicht.

Die Hüttenwirtin begrüßt uns noch kurz als ihre letzten Gäste für heute bevor sie sodann im Bett verschwindet, ich kann gerade noch eine Cola bestellen, die ich genieße als ob ich seit Wochen am verdursten gewesen wäre. Danach bauen wir schnell das Zelt auf und der Kocher zaubert nach einigen Überredungskünsten bzw. nötigen Düsenwechsel doch noch eine leckere Simpert&Reiter Mahlzeit. Wir genossen noch kurz die herrliche Mitternachtssonne, schauen zufrieden auf unsere Marschleistung zurück, belächeln insgeheim mitleidig alle daheimgebliebene und ziehen uns 00:30 Uhr dann in unsere Schlafsäcke zurück. Ich glaube es dauerte keine Minute bis wir uns und unseren Füßen die verdiente Erholung gönnen und selig schlummern…

[IMG]http://s3.directupload.net/images/user/091101/temp/3oi5lvar.jpg (http://s3.directupload.net/file/u/25467/3oi5lvar_jpg.htm) http://s3.directupload.net/images/user/091101/temp/ilyht2kb.jpg (http://s3.directupload.net/file/u/25467/ilyht2kb_jpg.htm)

Rhodan76
01.11.2009, 17:07
30.06.2009 Abiskojaure - Alesjaure/Radujaure

Wir lasses es früh ruhig angehen und stehen erst nach 9:00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf. In der Küchenhütte treffen wir auf ein Pärchen, wie sollte es auch anders sein, aus Deutschland, schnell kommen wir ins Gespräch und erfahren, dass es auch ihre erste Tour ist und zumindest der Mann, mit Rücksicht auf seine Frau, unser Rucksackgewicht wohl oder übel noch toppen kann. Ihre erste Etappe gestern war wohl ähnlich strapazenreich. Na gut, nach einem guten Kaffee und dem obligatorischen Müsli packen wir in aller Ruhe unsere Sachen zusammen. Wir verfolgen noch wie der Hubschrauber mit Lebensmittelnachschub neben der Station landet, bezahlen bei der Hüttenwirtin, die uns den guten Rat gibt „…it’s going up the hill today and it will be very warm – fill your bottles on the next bridge, cause it’s the last chance for the following kilometers“. Der Ehemann der Hüttenwirtin stellt noch wissend fest „ … your backpacks seems a little bit heavy“ und dann machen wir uns reichlich spät gegen halb 12 auf den Weg nach Alesjaure.

20 km liegen vor uns. Nach ein oder zwei Kilometern queren wir die Nationalparkgrenze und erreichen nach kurzer Zeit die erwähnte Brücke. Hier treffen wir das deutsche Pärchen wieder, die es sich unterhalb der Brücke bei dem Wetter gemütlich gemacht haben. Eigentlich haben sie das gleiche Ziel wie wir für heute, aber da noch einige Kilometer und der schwierigste Part für heute – der Aufstieg - vor uns liegen, füllen wir nur unsere Flaschen und nutzen den Elan den wir noch haben, um uns an den Aufstieg zu machen.


http://s2.directupload.net/images/user/091101/temp/vpfmwmt2.jpg[/IMG-L] (http://s2.directupload.net/file/u/25467/vpfmwmt2_jpg.htm)Gleich nach der Brücke geht es einige Meter steil bergan. Dann zieht sich der Weg langgezogen, soweit das Auge reichte, den Berg herauf und rum. Ich kämpfe mich Meter um Meter die Steigung voran und warte ausruhend alle paar hundert Meter auf Karliene, der der Anstieg nicht unbedingt leichter zu fallen scheint als mir. Zurück blickend spannt sich ein schönes Panorama des Abiskojaure-Sees auf. Der Weg ist auch hier ziemlich steinig und ausgetreten, links unter uns spannt sich das Gardenvaggi-Tal auf, in dem unten (unerreichbar) ein Bach rauscht. Wir kämpften uns die folgenden Kilometer den Berg herauf, immer hoffend, dass der Anstieg ja auch mal vorbei sein müsste.

Nach 3 oder 4 Kilometern erreichen wir ein kleines Rinnsal, das den Weg kreuzt. Wir brauchen nicht lange zu überlegen und beschließen, erstmal eine kleine Mittagspause einzulegen. Wir kühlen unsere Füße im Wasser und testen die mitgenommen Oat-Snacks. Das Urteil fällt nicht unbedingt positiv aus, aber würgen Sie der versprochenen Kalorien wegen trotzdem tapfer herunter, Sie haben wohl nicht das Zeug, unserer Lieblingsspeise zu werden. Wie wir so sitzen, kommt aus der Gegenrichtung ein junges Paar regelrecht (für unsere Verhältnisse) angehetzt. Das Mädel schien dem Verdursten nahe und glücklich endlich wieder auf Wasser gestoßen zu sein. Wir füllen hilfsbereit Ihre Flasche nach – und zisch, schon sind sie wieder unterwegs. Sie haben es anscheinend eilig.

[IMG-R]http://s12.directupload.net/images/user/091101/temp/meynl3sb.jpg[/IMG-R] (http://s12.directupload.net/file/u/25467/meynl3sb_jpg.htm)Auch wir lösen uns schweren Herzens vom angenehm kühlen Nass und machen uns wieder auf den Weg. Wir kommen gut voran, zwar knallte die Sonne von oben, aber es weht ein angenehm kühler Wind. Kurz bevor sich das Hochtal mit Blick auf Ahpparjaure und Radujaure vor uns öffnet kommen wir an einem kleinen traumhaften See vorbei, der zum rasten noch mal kurz einlädt. Damit haben wir den höchsten Punkt der heutigen Etappe geschafft, und nun geht es wieder, soweit das Auge reicht, gemächlich bergab ins Tal. Wir überquerten den eingezeichneten Rehntierzaun und nutzen die Gunst der Stunde, dass wir an einigen Schneefeldern am Wegesrand vorbeikamen, um uns abzukühlen. Der Weg führte jetzt wieder verstärkt auf Bohlen und durch Gebüsch in einiger Entfernung zum Radujaure entlang.
[IMG]http://s2.directupload.net/images/user/091101/temp/q62bntde.jpg (http://s2.directupload.net/file/u/25467/q62bntde_jpg.htm) http://s8.directupload.net/images/user/091101/temp/2vby6m3o.jpg (http://s8.directupload.net/file/u/25467/2vby6m3o_jpg.htm) http://s8.directupload.net/images/user/091101/temp/52kefdcn.jpg (http://s8.directupload.net/file/u/25467/52kefdcn_jpg.htm) http://s6.directupload.net/images/user/091101/temp/7uvb2baf.jpg (http://s6.directupload.net/file/u/25467/7uvb2baf_jpg.htm)

So langsam machen sich die Füße wieder bemerkbar und da es auch schon auf 17:00 Uhr zugeht, wird der Plan, heute noch bis zu den Alesjaure Hütten zu kommen, ganz schnell (und ohne große Gewissensbisse) ad akta gelegt. So langsam machen wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz. Das ist einfacher als gesagt, denn ringsrum säumen den Weg hüfthohe Sträucher, die sich flächendeckend soweit das Auge reicht auch bis zum See-Ufer erstrecken. Nicht gerade geeignet zum zelten. Also heißt es erstmal weiterziehen und noch 2 bis 3 Kilometer dranhängen – dann kamen wir zu einer auf der Karte eingezeichneten Stelle, wo der Sommerweg mit dem Winterweg zusammenfällt und direkt am Seeufer verläuft.

Der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt - zwischen Weg und Ufer ist ein 2 Meter breiter Streifen mit nur sanfter Vegetation, auf dem genau ein Zelt Platz findet. Der Platz ist phantastisch, mit Ausblick über den See voraus und zurück und dem sanften Rauschen des sich in wenigen hundert Metern befindlichen Zulaufs des Alesjaure in den Radujaure. Wir bauen das Zelt auf, und während Karliene für das Einräumen verantwortlich ist, bereite ich mein Männerspielzeug (Kocher) und dann das Abendbrot für heute – Chili-Concarne- vor. Während wir dabei sind, bekommen wir noch Besuch von einem Wanderer, der die letzten paar Kilometer immer einige hundert Meter vor uns unterwegs gewesen ist, und nun extra zurückgelaufen war, um nachzusehen ob es uns auch gut geht. Sehr fürsorglich. Nachdem wir ihm versichern, dass alles bestens ist, sowie einer kurzen Unterhaltung, macht er sich wieder auf zu seinem Zeltplatz hinter dem nächsten Hügel. Wir genießen unser Abendbrot und die ringsrum in einem Anflug von „Sonnenuntergang“ golden getauchte Landschaft … und verziehen uns dann vor den Mücken zum Schlafen ins Zelt. Karliene versucht sich noch kurz im Tagebuch schreiben….und irgendwann übermannt uns trotzdem es nicht dunkel wird, der Schlaf.
http://s8.directupload.net/images/user/091101/temp/wszulywn.jpg (http://s8.directupload.net/file/u/25467/wszulywn_jpg.htm) http://s6.directupload.net/images/user/091101/temp/okgflsif.jpg (http://s6.directupload.net/file/u/25467/okgflsif_jpg.htm) http://s2.directupload.net/images/user/091101/temp/tpjnnq8g.jpg (http://s2.directupload.net/file/u/25467/tpjnnq8g_jpg.htm) http://s6.directupload.net/images/user/091101/temp/p4iyu7qf.jpg (http://s6.directupload.net/file/u/25467/p4iyu7qf_jpg.htm)

Rhodan76
01.11.2009, 22:04
01.07.2009 Alesjaure - Alesjaure Hütten

http://s8.directupload.net/images/user/091101/temp/dvqdifyn.jpg[/IMG-L] (http://s8.directupload.net/file/u/25467/dvqdifyn_jpg.htm) [IMG-L]http://s4.directupload.net/images/user/091101/temp/z8xjioke.jpg[/IMG-L] (http://s4.directupload.net/file/u/25467/z8xjioke_jpg.htm)Das Wetter hat über Nacht umgeschlagen und so ist es zum Morgen stark bewölkt und zur Abwechslung mal etwas kühler – gut so bleiben die Mücken fern. Wir frühstücken in aller Ruhe , da von der Ferne aber Regen heranzieht, gestaltet sich zumindest der Zeltabbau etwas hektischer.



[IMG-R]http://s3.directupload.net/images/user/091101/temp/37ojgm3v.jpg[/IMG-R] (http://s3.directupload.net/file/u/25467/37ojgm3v_jpg.htm)Heute stehen nur die restlichen 7 Kilometer bis zu den Alesjaure-Hütten auf dem Programm, so dass alles relativ entspannt werden sollte. Wir machen los und treffen nach dem nächsten Hügel auf den Zeltplatz des Wanderers vom Vortag. Wir schwatzen kurz und dann geht’s weiter. Der drohende Regen hat sich zum Glück in Wohlgefallen aufgelöst, so dass die Regenklamotten im Rucksack bleiben. Kurz darauf kommen wir am Anlegeplatz des Fährboots vorbei, das allerdings seinen Betrieb erst in einer Woche aufnimmt – wir sind dafür zu früh dran. Unterwegs kommen uns noch ein paar junge Schweden entgegen, die wir bei der Gelegenheit gleich mal nach den Verhältnissen am Tjäktja Pass fragen – sie erzählen von hüfthohem Schnee direkt am Pass und raten seitlich davon hochzugehen. Karlienes Begeisterung über soviel Schnee hält sich stark in Grenzen…na gut, jetzt heißt es erstmal weitergehen.

[IMG-L]http://s8.directupload.net/images/user/091101/temp/mlsrv9ib.jpg[/IMG-L] (http://s8.directupload.net/file/u/25467/mlsrv9ib_jpg.htm)Wir queren einen ersten Bach, diesmal zum Glück noch via Brett, doch 1 Kilometer weiter heißt es für uns zum ersten mal die Waat-Schuhe rauszuholen. Wir tigern zwar bestimmt 10 Minuten auf und ab um eine Stelle zu finden, wo es auch so geht…aber dafür ist das Wasser einfach zu breit und tief. Also Schuhe schnell aus, waat schuhe an. Und dann durch. Das Wasser ist äußerst erfrischend, aber solange man nicht stehenbleibt – kein Problem. Wir beglückwünschen uns zu unserer ersten bestanden Furt. Und dann geht’s weiter.



[IMG-L]http://s6.directupload.net/images/user/091101/temp/7hysdm7t.jpg[/IMG-L] (http://s6.directupload.net/file/u/25467/7hysdm7t_jpg.htm)Die Hütten sind schon länger zu sehen, aber trotzdem noch 3 km entfernt. Der Weg wird zusehends schlammiger, aber so kurz vor dem ziel interessiert das niemand. Gegen Mittag treffen wir in Alesjaure ein – die Hüttenwirtin erklärt uns noch, wo man zelten kann und muss sich dann dem Großputz widmen. Wir inspizieren den offiziellen Zeltplatz, können aber dem abschüssigen Gelände mit begrenzten ebenen Zeltmöglichkeiten wenig abgewinnen und entscheiden uns zur kostenfreien Variante über die Brücke am anderen Ufer. Dort findet sich ein lauschiges Plätzchen, wo wir direkt am Fluss unser Zelt aufschlagen können – um es uns dann für den restlichen Tag erstmal gut gehen lassen zu können. Angesichts des stetig schlechter werdenden Wetters keine schlechte Idee. Zur Feier des Tages gibt es heute erstmal Milchreis, bevor es dann gegen Nachmittag anfängt zu regnen. Nicht alle lassen sich vom schlechten Wetter beeindrucken – wir beobachten vom Zelt aus eine athletisch gebaute Frau, die nur mit einem besseren Daypack bewaffnet Richtung Tjäktja aufbricht. Naja jeder wie er’s mag.

[IMG-R]http://s7.directupload.net/images/user/091101/temp/m97tlb53.jpg[/IMG-R] (http://s7.directupload.net/file/u/25467/m97tlb53_jpg.htm)Da Karliene immer noch Bedenken wegen dem Schnee am Tjäktja hat und uns die Zeit auch etwas im nacken sitzt, checke ich gegen Abend schon mal die Lage für unsere Alternativ-Route durch das [I]Vistasvagge ab. Die Hüttenwirtin meint, bis zur Vistas-Hütte kein Problem, ganz unten im Tal könnte es wahrscheinlich noch ziemlich nass sein. Aber da dieses Jahr noch nicht allzu viele Leute diesen Weg gegangen sind, weiß sie auch nichts Näheres. Na gut, ich stapfe durch das schlechte Wetter zurück und erstatte Bericht. Den restlichen Abend wälze ich die Karte vom Vistasvagge und frage mich, welcher Abschnitt denn mit „unten & nass“ gemeint sein könnte. Es kommen so einige Kilometer in Frage. Naja aber da das Vistasvagge seiner Schönheit wegen ein wenig als Geheimtipp gilt und es anscheinend auch in 3 bis 4 Tagen zu schaffen sein sollte, ist die Entscheidung fast gefallen….und so können wir uns beruhigt aufs Ohr hauen.

dingsbums
01.11.2009, 22:46
Schöner Bericht, ich freue mich auf mehr!

Andrea77
02.11.2009, 16:31
Schöner Bericht, ich freue mich auf mehr!

Dem schließe ich mich an.
Bitte schreib schnell weiter! :p

November
02.11.2009, 18:25
– sie erzählen von hüfthohem Schnee direkt am Pass
Bei Karliene wäre das also etwa Brusthöhe gewesen :D

So, und nun husch husch ins Vistasvagge.

Karliene
02.11.2009, 20:36
Na so ähnlich ......:D

Prachttaucher
02.11.2009, 21:41
Bin auch gespannt - :D ich war Ende August im Vistasvagge und fand´s wunderschön. Besonders interessiert mich der letzte Abschnitt :ignore: und die Mücken dort.

Rhodan76
03.11.2009, 23:47
02.07.2009 Alesjaure - Vistas

http://s4.directupload.net/images/user/091103/temp/7iudzxa8.jpg[/IMG-L] (http://s4.directupload.net/file/u/25467/7iudzxa8_jpg.htm) [IMG-R]http://s7.directupload.net/images/user/091103/temp/tijjj9ls.jpg[/IMG-R] (http://s7.directupload.net/file/u/25467/tijjj9ls_jpg.htm)Beim Blick aus dem Zelt steht man heute gerne auf, im Gegensatz zu gestern empfängt uns strahlender Sonnenschein und ein unglaublich schönes Panorama Richtung Tjäkja. Bei der Aussicht haben wir es beim Frühstück nicht eilig und ignorieren sogar tapfer die heute reichlich vorhandenen Mücken. Der Zeltabbau geht alles andere als schnell vonstatten, aber wir sind ja schließlich auch im Urlaub und nicht auf der Flucht – aber gegen halb 11 ist das dann auch geschafft. Und während alle Welt Richtung Tjäktja zieht, können wir endlich ins Vistasvagge aufbrechen.

[IMG-R]http://s1.directupload.net/images/user/091103/temp/ns3yqtvc.jpg[/IMG-R] (http://s1.directupload.net/file/u/25467/ns3yqtvc_jpg.htm)Der Weg dorthin ist nicht zu übersehen und die Etappe bis zur Vistas-Hütte soll laut Wegweiser 18 km betragen. Angesichts unserer bisherigen Durchschnittskilometerleistung habe ich so meine Zweifel, ob wir das schaffen – aber am Anfang jeder Etappe ist man ja noch voller Elan ;-) So geht es also zunächst Richtung Sami-Dorf am Ufer entlang, überraschend versperren uns 2 Bäche den Weg, die aber leicht zu durchwaten sind. Und dann geht es zunächst mal wieder ordentlich bergauf – mist, mein Verständnis von Tal sah eigentlich anders aus. Aber der Anstieg ist überschaubar und je höher wir kommen, desto großartiger wird der rückwärtige Blick über den Alesjaure. Dazu gesellen sich mehrere kleine Seen, die sich unmittelbar auf dem höchsten Punkt des Anstiegs befinden. Sehr hübsch. Vor uns spannt sich der Einstieg zum Tal auf, vom linksseitigen Bergmassiv donnern Wassermassen herunter und füllen einen größeren See, der langsam Richtung Tal abzufließen scheint. Wir gehen weiter, der Weg führt über einige Schneefelder, die irgendwie im Kontrast zu den derzeit vorherrschenden Temperaturen stehen. Aber im Großen und Ganzen ist der Weg unkompliziert zu gehen – bis wir nach 2 oder 3 Kilometern auf das erste größere Geröllfeld stoßen, der Weg führt mitten durch. Hier müssen wir ganz schön aufpassen – ein Fehltritt wäre sicherlich schmerzhaft. Karliene schafft es trotzdem umzuknicken. Zum Glück nichts Schlimmeres passiert. Und so geht’s weiter. Wir kommen an der eingezeichneten Schutzhütte aus Renntierknochen vorbei, ich bezweifle zwar, dass sie im Ernstfall allzu viel Schutz bieten würde.

[IMG]http://s4.directupload.net/images/user/091103/temp/athnrvzh.jpg (http://s4.directupload.net/file/u/25467/athnrvzh_jpg.htm) http://s12.directupload.net/images/user/091103/temp/23yxydhh.jpg (http://s12.directupload.net/file/u/25467/23yxydhh_jpg.htm) http://s4.directupload.net/images/user/091103/temp/5fewsa24.jpg (http://s4.directupload.net/file/u/25467/5fewsa24_jpg.htm) http://s12.directupload.net/images/user/091103/temp/58meswsi.jpg (http://s12.directupload.net/file/u/25467/58meswsi_jpg.htm)

Der Weg führt jetzt durch wiesenartiges Gelände und lässt sich zügig gehen. Kurz bevor wir an die erste auf der Karte eingezeichnete Brücke kommen, eröffnet sich von oben ein grandioser Blick auf das sich vor einem öffnende, langgezogene Tal! Das Vistasvagge ist vegetativ viel grüner als alles bisher gesehene, unten schlängelt sich ein Fluss durch das Tal bis zum Horizont. Irgendwie hat die ganze Szenerie etwas von „Einem Land vor unserer Zeit“, man erwartet unweigerlich, dass irgendwelche Urzeitwesen da unten überlebt haben könnten ;-)

Wir eilen der Brücke entgegen, es geht noch mal straff einige Höhenmeter runter, und dann sind wir endgültig angekommen unten im Tal. Wir überqueren die Brücke über den tobenden Fluss und wissen sofort, dass genau hier und jetzt gerastet wird. Es ist einfach traumhaft, wie bei herrlichstem Sonnenschein die glasklaren Wassermassen mit ungeheurer Kraft dahintosen. Wir begeben uns zu den Felsen direkt am Fluss und lassen die Füße im eiskalten Wasser baumeln, versuchen uns mal wieder am Oat-Snack und lassen die nächste halbe Stunde die grandiose Landschaft ganz entspannt auf uns einwirken…

http://s5.directupload.net/images/user/091103/temp/dev98yzw.jpg (http://s5.directupload.net/file/u/25467/dev98yzw_jpg.htm) http://s2.directupload.net/images/user/091103/temp/w6bftibj.jpg (http://s2.directupload.net/file/u/25467/w6bftibj_jpg.htm) http://s8.directupload.net/images/user/091103/temp/q4oczft3.jpg (http://s8.directupload.net/file/u/25467/q4oczft3_jpg.htm) http://s1.directupload.net/images/user/091103/temp/wfybrab5.jpg (http://s1.directupload.net/file/u/25467/wfybrab5_jpg.htm)

Jaerven
04.11.2009, 08:04
Schutzhütte aus Renntierknochen

Nein, das sind Birkenstämme :grins:
Rentierknochen wären etwas klein.
Aber ein schöner Bericht...

Prachttaucher
04.11.2009, 08:36
Noch mal eine andere Ansicht von den "Knochen". Innen war´s ja leider etwas müllig. Die Stelle an der Brücke zum Schluß fand ich auch absolut super. Es ist einfach toll wenn man so nah an das wilde Wasser ran kommt. Mein Zeltplatz war dort um die Ecke.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/H_tte.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/7897) .http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/H_tte21.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/7898)

Rhodan76
04.11.2009, 09:50
Nein, das sind Birkenstämme :grins:
Rentierknochen wären etwas klein...

Hehe, jetzt wo du's sagst :grins:


Mein Zeltplatz war dort um die Ecke...
Ein schönes Plätzchen hast du dir da ausgesucht...

Fjaellraev
04.11.2009, 17:55
Kann mich den Vorschreibern nur anschliessen, es ist ein schöner Bericht - Irgendwann schaffe ich es sicher auch mal noch ins Vistasvagge ;-)

Der Zeltabbau geht alles andere als schnell vonstatten, aber wir sind ja schließlich auch im Urlaub und nicht auf der Flucht – aber gegen halb 11 ist das dann auch geschafft.
Das ist die einzig richtige Einstellung :p

Wir kommen an der eingezeichneten Schutzhütte aus Renntierknochen vorbei, ich bezweifle zwar, dass sie im Ernstfall allzu viel Schutz bieten würde.
Deshalb steht auf der Karte ja auch Förfallen (Verfallen) daneben ;-)

Gruss
Henning

Stephan Kiste
04.11.2009, 18:12
Ja, auch ich möchte mich für diesen schönen Bericht und die Fotos bedanken,
so kann ich mal die gegend im Sommer sehen.
Vistasvage ist schon auf der Wunschliste für nächsten März,
vieleicht treffe ich wieder nette Outdoorseitler wie Henning;-)
Hast auf jeden Fall Fernweh geweckt!!!!

Karliene
04.11.2009, 18:15
Im Winter ?????????????

Stephan Kiste
04.11.2009, 18:16
nur im Winter :cool:

Fjaellraev
04.11.2009, 18:17
Im Winter ?????????????
Ja auch da ist es dort schön :p einfach etwas kälter, dafür muss man nicht waten ;-)
Bei mir wird es aber wohl Sommer/Herbst bis ich wieder da rauf kann, dabei möchte ich unbedingt auch wieder im Winter los.

Gruss
Henning

Jaerven
04.11.2009, 18:35
Vistasvagge steht bei mir auch auf der Winterliste- war zwar erst im September dort, abe es ist einfach schön...


http://www.skarja.de/upload/vistash.jpg

Karliene
04.11.2009, 18:38
Es ist auf alle Fälle ein Knaller, von den ganz ganz doofen Geröllfelder mal abgesehen..... :D

Atze1407
04.11.2009, 19:14
Feiner Bericht und schöne Fotos.

Gruss Atze1407

Stuggi
04.11.2009, 19:50
Sehr gut geschrieben und super schöne Bilder!
Freue mich auf die nächsten Tage auf dem Kungsleden

Prachttaucher
04.11.2009, 22:39
Vistasvagge steht bei mir auch auf der Winterliste- war zwar erst im September dort, abe es ist einfach schön...
[/IMG]

Schönes Bild und doch deutlich anders ein paar Wochen später. Wie läuft sich´s eigentlich auf der anderen Seite vom Fluß ? Sehr sumpfig ? Mir war der Weg von der Vistasstugan Richtung Alesjaure am Anfang zu sehr im Wald und zu weit weg vom Fluß. Andererseits lief da der Hauselch von Vistas rum und hat mich beobachtet.

Rhodan76
04.11.2009, 22:42
....Andererseits lief da der Hauselch von Vistas rum und hat mich beobachtet.
Hehe, den haben wir auch getroffen - gut zu wissen, daß der dort Stammgast ist. Der Weg führt in Nähe der Vistas Hütte wirkl. ziemlich durch den Wald, aber zum Glück nicht zu lange. Viell. weiß Järven was zur anderen Flussseite...

Prachttaucher
04.11.2009, 22:58
http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Vistas1.jpg

Ein sehr bescheidenes Bild von dem gut versteckten Burschen, ohne Tele. Als Nichtfachmann für Elche ist man aber froh drum. Beinahe hätte ich Ihn/Sie garnicht bemerkt.

Jaerven
04.11.2009, 23:10
Es gibt einen Pfad auf der anderen Seite ab der Vistashütte.
Man kann auch dort entlang gehen, ist aber sumpfiger und anstrengender.
Schön ist auch Lisas Stuge, aber besser im Winter zu erreichen.
Hauselch- dem hab ich gerade ein paar Äpfel vor die Tür gelegt ;-)
http://www.skarja.de/upload/elk4.jpg

Der treibt sich seit ein paar Tagen im Garten herum.


Und das ist der (die) von der Vistasstuga:
http://www.skarja.de/upload/vistaselk.jpg

Rhodan76
04.11.2009, 23:12
Ist doch ein schönes Bild - ich konnte leider meine Kamera nicht schnell genug zücken,da war er schon wieder im Wald verschwunden....

Mika Hautamaeki
05.11.2009, 11:50
Sehr schöner Bericht, weiter machen!

Rhodan76
05.11.2009, 22:53
Alesjaure - Vistasstuga Teil 2

http://s8.directupload.net/images/user/091105/temp/ybixnmts.jpg[/IMG-R] (http://s8.directupload.net/file/u/25467/ybixnmts_jpg.htm)… irgendwann müssen wir uns dann doch losreißen, wir haben ja schließlich auch noch ein Stück Weg vor uns. Also die Rucksäcke wieder geschultert und dann müssen wir uns erstmal entscheiden, direkt unten am Fluss entlang oder parallel dazu etwas höher am Talrand. Wir entscheiden uns für die obere Variante und hoffen dass beide Wege zum selben Ziel führen ;-) In der Ferne biegt das Tal leicht ab, unten schlängelt sich der Fluss entlang und für uns führt der Weg gut sichtbar durch eine heideartige Landschaft, öfters geführt auf Spangen, die erahnen lassen, dass es hier auch ab und zu nässer sein kann als jetzt gerade. Direkt am Wegrand kommt es auch zu unserer ersten Begegnung mit der Tierwelt – ein Schneehuhn (?) hockt von uns völlig unbeeindruckt in den Sträuchern und lässt sich bereitwillig fotografieren. Wir erinnerten uns, das das Vistas ist nicht nur für seine Pflanzen- sondern auch Tierwelt bekannt ist.

[IMG-R]http://s4.directupload.net/images/user/091105/temp/54uiy3ye.jpg[/IMG-R] (http://s4.directupload.net/file/u/25467/54uiy3ye_jpg.htm)Das Tal schlängelt sich bis in die Ferne durch die umgebenden Bergwelt und so folgen wir dem Weg mit Ziel jeweils die „nächste“ Biegung zu erreichen. Leicht gesagt, aber in der Praxis immer ganz schön weit weg ;-) In der Ferne ist eine kleine Hütte zu erkennen, der wir aber schon von weitem nicht zutrauen unser heutiges Tagesziel Vistasstuga zu sein. Da man auf dem Weg genug Zeit zum nachdenken hat, stellt sich natürlich auch insgeheim die Frage, ob da jemand wohnen könnte. Viell. ein Sami ? Immerhin gibt es ein Toilettenhäuschen. Da die Karte unsere Frage nicht beantworten kann und die Hütte auf der anderen Flussseite liegt, muss die Frage wohl oder übel unbeantwortet bleiben. Und so ziehen wir vorbei. Der Weg wird nie langweilig, es gibt immer was zu sehen – und schon von weitem kündigen sich zu Karlienes großer Freude mächtige Geröllfelder an. Und die sind diesmal nicht von schlechten Eltern, mit Galgenhumor mutmaßen wir, dass die Schweden hier heimlich ganze Berge gesprengt haben müssen, so wie’s hier aussieht. Aber es hilft nichts, da müssen wir durch. Das Geröllfeld zieht sich ganz schön, aber ist irgendwann doch vorbei – nur um wenige hunderte Meter weiter vom nächsten gefolgt zu werden. So geht es eine ganze Weile abwechselnd, Geröllfeld, normaler Weg, Geröllfeld. Das ganze kostet uns ganz schön Kraft u. Zeit und so sind wir froh, als es doch mal ein Ende hat.

[IMG]http://s3.directupload.net/images/user/091105/temp/mmszyphz.jpg (http://s3.directupload.net/file/u/25467/mmszyphz_jpg.htm) http://s3.directupload.net/images/user/091105/temp/lyan9nt5.jpg (http://s3.directupload.net/file/u/25467/lyan9nt5_jpg.htm) http://s5.directupload.net/images/user/091105/temp/9yibui26.jpg (http://s5.directupload.net/file/u/25467/9yibui26_jpg.htm)

Und dann passiert das, womit wir schon fast nicht mehr gerechnet hätten – unvermittelt steht ein junger Wanderer aus der Gegenrichtung vor uns. Sofort fallen mir wieder die Warnungen der Hütttenwirtin in Alesjaure ein – und so erkundigen wir uns doch gleichmal nach dem weiteren Weg. Alles kein Problem meint er – bis auf die untersten Kilometer, dort sei es „…very, very wet“, wiederholt es mehrmals und zeigt auf seine Schuhe, die wohl immer noch nicht richtig trocken sind. Naja wohlwissend, dass uns dieses Schicksal heute nicht mehr droht, schieben wir die Information erstmal nach ganz hinten, verabschieden uns und machen uns wieder auf den Weg.

http://s5.directupload.net/images/user/091105/temp/6u4r5tcr.jpg[/IMG-R]Das Tal wird zunehmend breiter, es breiten sich Wiesen aus und der Fluss fließt gemütlicher. Wir marschieren noch ein gutes Stück, überqueren immer mal wieder den einen oder anderen Seitenarm bis wir an eine offizielle Feuerstelle gelangen. Ideal um mal wieder eine Rast einzulegen. Inzwischen geht es ja auch schon auf 17:00 Uhr zu. Es ist so entspannt hier, dass Karliene ein kleines Nickerchen einlegt. Und es passiert Wunder Nr.2 für den Tag, wir entdecken 2 Wanderer, die wenige 100m hinter uns rasten. Irgendwie können sie sich aber schneller losreißen als wir. Komischerweise trennen sich beide dann, der erste kommt an uns vorbei, wir grüßen freundlich und müssen erkennen, dass er [I]ohne Rucksack (das erklärt den Vorsprung) aber dafür in Schuhen unterwegs ist, die den Begriff eigentlich nicht mehr verdienen. Seltsam. Wenig später kommt Nr.2 vorbei, ein älterer, sympatisch wirkender Mann, diesmal mit Rucksack, aber zu unserer weiteren Verwunderung mit Gummistiefel bewaffnet. Und wie wir noch so darüber nachdenken, ob man denn darin überhaupt ordentlich laufen kann müssen wir bereits feststellen, dass der ältere Herr uns ohne Mühe davoneilt – und so lassen wir ihn lachend ziehen und meinen nur, dass wir uns an der Vistasstuga treffen werden….

Jaerven
05.11.2009, 23:10
ber zu unserer weiteren Verwunderung mit Gummistiefel bewaffnet. Und wie wir noch so darüber nachdenken, ob man denn darin überhaupt ordentlich laufen kann

Unterschätz die schwedischen Wandergummistiefel nicht. :grins:

Prachttaucher
06.11.2009, 15:45
Wirklich nett geschrieben, bin gespannt auf die Fortsetzung...5sterne

Zwar kein Elchbild, aber das mit dem Fjällhuhn ist auch schön. Die waren bei mir immer sofort weg und ohne Tele ist´s schwierig.

Mit den Hütten ist´s lustig, manche sind eingezeichnet, manche (z.T. relativ neue) aber auch nicht. Etwas gefährlich sich danach zu orientieren.

:ignore: Waren da wirklich Geröllfelder ? Hab´ ich irgendwie ganz vergessen. Da waren wohl anderswo mehr davon gewesen.

Jaerven
06.11.2009, 19:52
Die Geröllfelder im Vistasvagge sind wirklich harmlos.

Knochenbrecherfelder sind so:

http://www.skarja.de/lappl08/photos/IMG_0065.jpg

Rhodan76
07.11.2009, 11:26
Ja, die Geröllfelder lagen größtenteils an den Talhängen u. der Weg führte nur stellenweise durch Ausläufer davon. Im Großen und ganzen kein Problem - nur mit schwerem Rucksack etwas beschwerlicher zu laufen. Im allg. fand ich sie recht imposant anzuschauen, mal was anderes.
Hab leider nicht so viele Fotos von, da wir mit vorwärts kommen beschäftigt waren, aber wenn man auf dem einen oder anderen Foto oben die Talhänge mal näher betrachtet, sieht man was ich meine...aber auch von mir nochmal, der Weg durchs vistasvage ist zu keiner Zeit irgendein Problem ;-)

Knochenbrecherfelder sind so....
Ja schlimmer gehts immer ;-)

Poro
07.11.2009, 14:12
Knochenbrecherfelder sind so:

http://www.skarja.de/lappl08/photos/IMG_0065.jpg

sieht mühsam zu gehen, aber von der Landschaft dennoch interessant aus.
OT @Järven: Wo hast Du das Bild aufgenommen?

Karliene
07.11.2009, 17:04
Ich finde das alles andere als einladend.... Für mich sind Geröllfelder nichts, wie Rhodan schon bemerkte... :o

NilsAc
07.11.2009, 22:44
Hallo!

Finde den Bericht und die Fotos ebenfalls spitze!
Wenn ich nächstes Jahr Zeit finde würde mich die Gegend stark interessieren!

Zum Thema Geröllfeld habe ich dieses Foto aus der Femundsmarka anzubieten...
Eines dieser Geröllfelder hat meinen schönen Trekkingstock in zwei Teile zerbrochen;-)

Aber Leki hats kostenlos für mich repariert!:D



http://www.alice-dsl.net/nilsreuther/CIMG1123k (http://www.alice-dsl.net/nilsreuther/CIMG1123m)

Rhodan76
08.11.2009, 14:29
Alesjaure - Vistasstuga Teil 3

… laut Karte sind es noch ca. 6 km bis zur Vistasstuga. Der Abgleich der Karte mit der Realität zeigt uns, dass wir „...nur noch um diesen Berg da vorne“ müssen. Das wird zum Motto für die nächste Stunde - der Bogen zieht sich ;-) Der Weg wird bald immer mehr von Birken gesäumt, entfernt sich etwas vom Fluss und am Ende laufen wir durch so etwa wie Birkenwald. Glücklicherweise ist von der von mir befürchteten Mückenplage nichts zu sehen. Wir haben inzwischen den Bogen um den Berg geschafft, aber auch Karlienes Level für heute erreicht. Trotzdem gibt sie selbst die Parole heraus „…dass es heute noch bis zur Hütte geht!“. Ich motiviere sie wiederkehrend alle halbe Stunde, indem ich meine, dass es „…nur noch 1 km“ wäre.

Wir stapfen also durch den recht dunkel wirkenden Wald, der Weg wird immer mal wieder leicht morastig und zwingt von Zeit zu Zeit zu kleineren Ausweichrouten. Mit einmal entdecke ich, wie sich kurz vor mir, auf einer kleinen Lichtung eine große dunkle Gestalt aus dem Staub macht – es muss wohl an den Entbehrungen des Marsches liegen, dass ich im ersten Moment „…aah, der Hüttenhund!“ denke und schon frohlocke, dass wir da wären. Im nächsten Moment realisiere ich doch noch, dass die Gestalt ganz schön groß für einen Hund ist – und schon schaltet es: „Ein Elch !!!“. Gedanke Nr. 2: „Wo ist Karliene ?“. Wenn hier einer seit Tagen auf eine Elch-Begegnung wartet, dann Sie. Ich dreh mich um und entdecke Sie einige dutzend Meter hinter mir, winke ihr wie verrückt zu und lasse mir aber keinen Mucks entgleiten, um den Elch nicht zu verschrecken. Leider hat der Elch schon andere Pläne und macht ihr nicht die Freude so lange zu warten, bis auch sie mal eintrifft. Er verdrückt sich durch das Unterholz in Richtung Fluss, an eine Verfolgung ist bei dem Dickicht nicht zu denken. Für den Rest der Reise darf ich das Wort „Elch“ nicht mehr so oft in den Mund nehmen, ohne von ihr straffende Blicke zu ernten.


[IMG-L]http://s5.directupload.net/images/user/091108/temp/4ocu3v29.jpg[/IMG-L] (http://s5.directupload.net/file/u/25467/4ocu3v29_jpg.htm)Und so geht es weiter und weiter, ich halte immer wieder Ausschau nach der Brücke, die über den Fluss Richtung des schon lange sichtbaren Abzweigs zum Nallo-Gletcher gehen sollte und gleichzeitig den Standort der Vistas-Hütte markiert. Nach einer schier endlosen Zeit stoßen wir kurz nach 20:00 Uhr dann doch endlich auf einen Wegweiser, der die Vistashütte in 0.5 km ankündigt, die Stimmung bessert sich und wir eilen die letzten Meter bis zur Hütte. Endlich. Geschafft – im wahrsten Sinne des Wortes. 18 km waren eindeutig genug für heute. Dort treffen wir auf unsere beiden Vorauswanderer von vorhin (René u. John aus Dänemark, wie sich noch herausstellen sollte), die wohl schon eine ganze Weile da sind. Der Hüttenwart ist auch ein lustiger Kauz, der ein dutzend Sprachen und sogar ein paar Brocken Deutsch spricht. [IMG-R]http://s3.directupload.net/images/user/091108/temp/ozaxqu5y.jpg[/IMG-R] (http://s3.directupload.net/file/u/25467/ozaxqu5y_jpg.htm)Nach kurzer Diskussion entscheiden wir, dass nach der heutigen Tour eine Übernachtung in einem richtigen Bett doch mal angebracht wäre. Wir haben Glück, zusammen mit John u. Rene sind wir die einzigen Gäste von Vistas für heute und so kann jede Partei eine Hüttenhälfte mit je 8 Betten für sich alleine beziehen. Wir gönnen uns eine verdiente Cola und erfahren nebenbei vom Hüttenwirt, dass das letzte Stück des Weges wohl wirklich noch ziemlich nass wäre, aber auch – aufgehorcht - das von hier aus nach 22 km die Möglichkeit besteht, die letzten 12 km mittels Boots Transfer abzukürzen.


Im Anschluss kommen wir mit John und Rene ins Gespräch und erfahren so, dass beide eigentlich eine Tour in Norwegen geplant hatten, aber der eine sich eine wunde Stelle am Fuß und der andere Probleme mit der Achillessehne eingehandelt hat. [IMG-L]http://s3.directupload.net/images/user/091108/temp/lrsmx2vi.jpg[/IMG-L] (http://s3.directupload.net/file/u/25467/lrsmx2vi_jpg.htm)So konnten beide ihre Wanderschuhe nicht mehr tragen und so ging es für den einen in geliehenen Gummistiefeln und für den anderen in besseren Straßenschuhen auf die kleinere Alternativroute durchs Vistasvagge. Karliene verarztet bei beiden hilfsbereit noch die Wunden mit Hilfe unseres 500g schweren Medi-Packs und dann ziehen wir uns langsam zur Nachruhe zurück. Draußen ist es erstaunlich frisch geworden, ein Blick aufs Hüttenthermometer zeigt nur noch 4 Grad und so bin ich froh, dass wir heute nicht im Zelt übernachten…

Rhodan76
08.11.2009, 14:43
03.07.2009 Vistastasstuga – Bootsanleger – Nikkaloukta

http://s6.directupload.net/images/user/091108/temp/m4ef6j6k.jpg[/IMG-L] (http://s6.directupload.net/file/u/25467/m4ef6j6k_jpg.htm)Am nächsten Morgen werden wir wieder von schönstem Sonnenschein geweckt und so schön dass Bett auch ist, so viel haben wir heute auch noch vor uns. Wir haben uns gestern abend noch darauf geeinigt, dass wir alle 4 das Boot nach Nikkaloukta nehmen wollen. Zusammen ist es günstiger. D.h. heute stehen nach den anstrengenden 18 km gestern dann sogar 22 km ins Haus. So quäle ich mich gegen 8 dann doch raus, der Blick auf’s Hüttenthermometer zeigt schon morgens unglaubliche 30 Grad (zugegebenermaßen) in der Sonne. Wir machen keine Hektik, der Hüttenwirt kümmert sich rührend um uns und gibt uns die Telefonnummer des Sami’s, den wir rechtzeitig vor Eintreffen am Bootsanleger anrufen sollen, damit er da ist. Dann lässt er uns erstmal alleine zurück, da er zu einem Kontrollausflug zur Marmasstugan aufbricht. Wir frühstücken gemütlich und dann beginne ich damit, unser Grundproblem zu beseitigen: Wenn wir heute 22 km schaffen wollen, müssen wir am Rucksackgewicht abspecken. Und da wir heute noch in der Zivilisation eintreffen, bieten vor allem unsere noch für mehrere Tage ausgelegten Essensvorräte Einsparpotential. So bleiben vor allem die ungeliebten Oat-Snacks u. der eine oder andere Milchreis in Vistas zurück. Ich lade noch einige Sachen aus Tina’s Rucksack in meinen um und dann sollten wir beide ein Kampfgewicht erreicht haben, mit dem sich die Etappe viell. meistern lässt.

[IMG-R]http://s6.directupload.net/images/user/091108/temp/7mmpj7vv.jpg[/IMG-R] (http://s6.directupload.net/file/u/25467/7mmpj7vv_jpg.htm)Und so brechen wir gegen halb 10 dann auf, der Weg führt von Vistas aus zunächst wieder durch Birkenwald, und spätestens an den nächsten kleineren zu durchwatenden Rinnsälen hängen uns John und Rene dank Gummistiefel oder der Augen-zu-und-durch Methode ab. Wir vereinbaren einen Treffpunkt an der nächsten Brücke in 6 km Entfernung. Der Weg nähert sich wieder mehr dem Fluss und bietet die ganze Zeit einen grandiosen Blick in den Seitental des Vistasvagge, der von der Vistashüte zum Nallo Gletscher führt. Wer von Vistas aus nicht zurück in die Zivilisation will, dem bietet sich mit dem Weg bestimmt eine interessante Alternative, wieder auf den Kungsleden Richtung Sälka zu stoßen. Wir lassen die nächste Brücke über den Visttasjohka rechts liegen und wählen an der Weggabelung wie vom Hüttenwirt empfohlen den höher gelegen Weg zur Brücke über den Vassajohka.

Dort treffen wir auch wieder auf die beiden und während sie schon wieder eher aufbrechen, genießen wir noch ein Weilchen den sich bietenden Ausblick. Dann füllen wir unsere Flaschen und auch für uns geht’s weiter. Der Weg ist gut, führt durch offene Birkenwäldchen, mal rauf und runter und bietet immer einen sehr schönen Blick in das sich immer weiter öffnende Tal hinein. Rechts und links breiten sich immer mehr Wiesen aus, und die durch sie führenden Bretter lassen erahnen, dass es auch öfters morastig ist. Wir kommen sehr gut voran und so haben wir gegen 15 Uhr schon fast 2/3 des Weges geschafft. An einem lauschigen schattigen Hügel direkt am Fluss treffen wir wieder auf John und René, die dort auf uns gewartet haben. Wir legen erstmal die fällige Mittagspause ein und genießen bei der Hitze den angenehm kühlen Wind im Schatten.
[IMG]http://s8.directupload.net/images/user/091108/temp/pcx9gdax.jpg (http://s8.directupload.net/file/u/25467/pcx9gdax_jpg.htm) http://s6.directupload.net/images/user/091108/temp/l7rbyv2o.jpg (http://s6.directupload.net/file/u/25467/l7rbyv2o_jpg.htm) http://s8.directupload.net/images/user/091108/temp/wtkpl758.jpg (http://s8.directupload.net/file/u/25467/wtkpl758_jpg.htm)

John u. René brechen wie gewohnt früher auf und übernehmen den Part, das Boot rechtzeitig zu bestellen und dann am Bootsanleger, na? – wieder mal auf uns zu warten ;-) Wir erholen uns noch 10 Minuten und dann geht’s auch für uns an die letzten 7 km. Es geht erstaunlich gut vorwärts, wir sind inzwischen anscheinend gut im Training, auch wenn wir einsehen müssen, dass 2 Fußlahme immer noch schneller sind als wir ;-) Schon von weiten sehen wir links oben auf dem Berghang die „RenvaktarStuga“, an der wir uns gut orientieren können, da es von ihr aus nur noch ca. 1 km bis zum Boot ist.
Wir furten auf dem Weg zu ihr nur noch 2 kurz aufeinanderfolgende Bäche und treffen hier auch die einzigen Wanderer in Gegenrichtung für heute, einen Vater mit seinen 2 Söhnen. Wir berichten von den guten Wegverhältnissen und machen uns dann auf zum Endspurt. Keine halbe Stunde später treffen wir auf den verstohlenen Wegweiser, [IMG-L]http://s8.directupload.net/images/user/091108/temp/8gv4g4uu.jpg[/IMG-L] (http://s8.directupload.net/file/u/25467/8gv4g4uu_jpg.htm)der den Abzweig zum Bootsanleger kennzeichnet – nur noch kurz einem farbig markierten Band über eine Wiese gefolgt und dann stehen wir am „Anleger“, wo alle schon seit fast einer Stunde auf uns warten ;-) Der Bootsführer ist ein älter, betont cooler, original Sami – er reicht uns noch schnell einige Decken und dann geht’s schon los – mit Vollgas über den Visttasjohka Richtung Nikkaloukta. Wir sind froh über die Decken, denn der Fahrtwind pfeift uns ganz schön um die Ohren – aber dafür bietet sich während der ganzen Fahrt rundum ein schöner Ausblick auf die Landschaft des Vistasvagge …

Eine halbe Stunde später erreichen wir nach einigen schlenkern übern den Fluss/See dann tatsächlich das Ziel unserer heutigen Etappe.Mit Nikkaloukta hat so ein kleiner Hauch von Zivilisation uns zurück – [IMG-L]http://s4.directupload.net/images/user/091108/temp/qszs5c83.jpg[/IMG-L] (http://s4.directupload.net/file/u/25467/qszs5c83_jpg.htm) [IMG-R]http://s1.directupload.net/images/user/091108/temp/2zijobhe.jpg[/IMG-R] (http://s1.directupload.net/file/u/25467/2zijobhe_jpg.htm) und wir beziehen für den heutigen Abend auf Einladung von John + René eine 4er-Hütte um uns von den Strapazen erstmal zu erholen. Es folgt noch eine lange vermisste Dusche und dann werden wir an diesem Abend nicht mehr alt.

Rhodan76
08.11.2009, 14:58
Bin auch gespannt - :D ich war Ende August im Vistasvagge und fand´s wunderschön. Besonders interessiert mich der letzte Abschnitt :ignore: und die Mücken dort.
Tja, wie du siehst, haben wir das letzte Stück leider auch abgekürzt. Interessieren würde es mich auch, die Berichte der Leute die wir unterwegs trafen, klangen ja schon etwas abenteuerlich - auch wenn ich sagen muss, bis inkl. des Boots-Anlegers war der Weg wirklich trocken. Kein Moor und keine Mückenplage.

Viell. kennt ja jemand anders noch den Zustand des letzten Stückchens bis Nikkaloukta ?

Prachttaucher
08.11.2009, 15:05
Ging ja auch gut mit dem letzten Stück ! Hätte ich mir heftig vorgestellt zu der Jahreszeit mit Matsch und Mücken.

"Der Weg nähert sich wieder mehr dem Fluss und bietet die ganze Zeit einen grandiosen Blick in das Seitental des Vistasvagge, der von der Vistashüte zum Nallo Gletcher führt. Wer von Vistas aus nicht zurück in die Zivilisation will, dem bietet sich mit dem Weg bestimmt eine interessante Alternative, wieder auf den Kungsleden Richtung Sälka zu stoßen."

Da kam ich her und war sehr beeindruckt : Zuerst Nebel, dunkle Wolken, Gletscher, schwarze Felsen und dann das sonnige, liebliche Vistasvaggi.

Rhodan76
08.11.2009, 15:32
...Da kam ich her und war sehr beeindruckt : Zuerst Nebel, dunkle Wolken, Gletscher, schwarze Felsen und dann das sonnige, liebliche Vistasvaggi.
Ja, die Gegensätze sind schon gewaltig - aber beides hat seinen Reiz. Auf jeden Fall "Thumbs up" für das Vistasvaggi...

Alfadis
11.11.2009, 17:59
Viell. kennt ja jemand anders noch den Zustand des letzten Stückchens bis Nikkaloukta ?

Ich war 2007 dort, der Weg war kein Problem, da er meistens etwas am Hang verläuft war es ziemlich trocken - viel weniger nass als in der Gegend um die Hütte.
Ausserdem war er auch sehr gut markiert - irgendjemand muss da einmal mit einem Farbtopf von der Strasse aus gestartet sein und wollte nicht zu viel Farbe mitschleppen und hat sie deshalb fleissig überall verteilt ;-)

Karliene
11.11.2009, 21:02
Das ist uns auch aufgefallen, diese Kleckse überall...