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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlafsack Anwendung auf Wintertouren



mstoffel
01.02.2004, 19:24
Hallo zusammen!

Gestern Nacht verbrachten wir anlässlich unserer in 2 Wochen startender Ski-Tour in Lappland im Kühlhaus. Dabei wollten wir vorallem mal den Schlafsack (Ajungilak Tyin Arctic und TNF Darkstar) testen. Die Temp. im Kühlhaus lagen bei ca. -25 Grad. Mit langer Unterwäsche und dicker Thermarest wäre es eine mollig warme Nacht geworden, wenn da nicht die dröhnende Klimaanlage alle 20 Minuten eingesetzt hätte... :bash:
Wir haben als VBL je einen Notbiwacksack benutzt (0 Atmungsaktiv) um sicherzustellen, dass der Schlafsack nicht feucht wird. Der Kollege hatte aber am Morgen ziemlich feuchte Kleider in Folge der VBL. Ich hatte das Problem nur bei den Füssen (Ajungilak Booties).
Was empfehlt ihr bei Kunstfaser Schlafsäcken (bitte keine Glaubensdiskussions) VBL oder nicht. Bei uns stellt sich einfach die Frage ob man ohne VBL nicht einfach viel weniger schwitzt und desshalb auch praktisch keine Feuchtigkeitsprobleme von innen hat (zumindest bei -25 Grad). Wenns dann mal warm werden würde, könnte man ja immer noch VBL benutzen, oder?
Oder habt ihr andere wichtige Tipps und Tricks die einem das Leben in der kalten Polarnacht erleichtern?

Was meint Ihr?

Gruss Marc

Christoph1972
01.02.2004, 20:20
Äöhh......bin ich unterbelichtet? VBL=..........? :-?

ich
01.02.2004, 20:24
Vapor Barrier Liner

Gruß
Bene

Maico Schulz
01.02.2004, 20:47
Was empfehlt ihr bei Kunstfaser Schlafsäcken (bitte keine Glaubensdiskussions) VBL oder nicht. Bei uns stellt sich einfach die Frage ob man ohne VBL nicht einfach viel weniger schwitzt und desshalb auch praktisch keine Feuchtigkeitsprobleme von innen hat (zumindest bei -25 Grad). Wenns dann mal warm werden würde, könnte man ja immer noch VBL benutzen, oder?

Generell ist eine VBL auch bei KuFa tüten sinnvoll. (Ab etwa -15°C kann man das andenken...) Aber: Eine VBL ist auch immer eine sehr individuelle Sache. Der eine kommt damit klar, der andere nicht. Die Idee ist ja, daß sich eine normale Luftfeuchte bildet und die Haut daher nicht mehr schwitzt. Wenn doch, isses halt einfach noch zu warm :bg: Aber wann die "normale" Luftfeuchte erreicht ist, ist recht individuell. Darum kanns bei manchen scheitern.

Ansonsten lüftet jeden Morgen eure Schlaftüten ausgiebig. Die trocknen auch bei kalten Temperaturen noch einigermaßen.

so weit
Maico

jackknife
02.02.2004, 00:42
Also, wenn Du bei einer lockeren -25° Nacht in einem Tyin Arctic noch Bootys über die Füße stülpst, dann soltest Du schon etwas schwitzen. Ich finde auch euren Ansatz schlecht. Im Februar sind doch des öfteren Temperaturen um -35° und noch tiefer in Lappland. Wenn ich dann schon meine Sicherheitsreserven in einem ziemlich warmen Frosthaus voll einsetze, wie weiß ich dann, wo der normale Grenzbereich meiner Ausrüstung ohne Tricks liegt? Wenn ich einen Schlafsack teste, dann doch in der minimal Ausrüstung, sprich leichte Socken, leichte Unterhose (lang), leichtes Shirt,. Dieses aber nur wegen des VBL's. Ohne VBL nur in kurzer Unterhose und T-shirt. Dann weiß ich was meine Penntüte leistet. Mit Bootys und co weiß ich das nicht.
Zum VBL: Bei 14 Tagen im Schnee mit Kochen im Zelt, zieht dein Schlafsack soviel Feuchtigkeit, das man spätestens nach fünf, sechs Tagen Leistungsverluste in der Isolation spürt. Deshalb immer mit VBL und nicht erst ab -15°, wie Maico meint. Weil man mit einem so warmen Winterschlafsack bei höheren Temperaturen auch mehr schwitzt und daher der Sack noch feuchter wird. Deshalb empfehle ich euch vor allem noch einen Schutz gegen die Kondenzfeuchtigkeit im Zelt, so eure Schlafsacke nicht schon mit einem Wasserabweisenden Material ausgerüstet sind. Ich möchte nämlich nicht -40°( hatte mein Kumpel Jan schon vor ein paar Jahren am Kungsleden im Februar)in einem kolbiertem Wassersack erleben. Das wird unangenehm und man bekommt die Feuchtigkeit, außer in einer Schutzhütte, auch garantiert nicht mehr heraus während der Tour.
Matthias

mstoffel
02.02.2004, 08:28
Also über die Booties streite/diskutiere ich jetzt sicher nicht... :wink:
Was genau meinst du aber mit dem Kondensschutz im Zelt? Meinst du Biwacksack über den Schlafsack, damit er nicht von aussen feucht wird?

Merci und Gruss
Marc

jackknife
02.02.2004, 09:54
Ja, Bivaksack über den Schlafsack, sonst ganz schnell feucht und danach gefroren. Es sei denn dein Schlafsack hat Dryloft oder etwas ähnliches als Bezug. Da Du ja die Möglichkeit mit dem Gefrierhaus hast, probier doch mal aus, wie sich dein Schlafsack über mehere Tage ( ein Wochenende) in dem Froster hält. Nach drei Tagen in dem Dauerfrost, nachts Eure Körperfeuchtigkeit, mit normalem Lüften im Froster, tagsüber den Schlafsack auch im Froster lassen, so das er keine Zeit zum Trocknen hat. Wäre doch mal ein interessantes Experiment. Das ganze einmal mit, einmal ohne VBL. Dann weißt Du wie sich das auswirkt.
Matthias

mstoffel
02.02.2004, 10:20
Danke aber soviel Zeit und Lust hab ich leider nicht mehr dieses ausgiebige Testverfahren durchzuführen. Da frag ich doch lieber Euch Experten!
Hat mein Tyin Arcic Dryloft? Ich finde das leider nirgens im Web.
ist das wirklich notwendig mit dem Biwacksack als Überzug. Ich meine der Schlafsack wird im Kopfbereich ja sowieso nass von der Atemluft. Aber ich denke das kann man am Morgen gut abbürsten oder nicht?

jackknife
02.02.2004, 11:57
Ich glaube der Tyin hat nur normales Nylon, aber ich glaube jetzt ist es an der Zeit ganz laut nach Cooooooortooooooon zu rufen, der kennt sich damit nämlich aus, und weiß genau auf welchem Feld das Nylon gewachsen ist.
Matthias