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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE] Sarek - von Ritsem nach Aktse



Tob1
12.10.2009, 21:12
Sarekdurchquerung von Ritsem nach Aktse

Ich hänge gelangweilt mit meinem Kopf auf einem Tisch im Wartebereich und spiele mit meinem Ticket herum, plötzlich SCHOCK, noch einmal betrachte ich eingehend die Zahl unter „Gate“ und vergleiche Sie mit der Nummer auf dem Schild an der Decke.
Mist, tatsächlich am falschen Gate, wie sind wir nur darauf gekommen, uns hier niederzulassen? Egal, schnell Christoph auf dem Handy angerufen, der vor einer Minute kurz weggegangen ist. Als er einen Moment später um die Ecke kommt geht es im Laufschritt den langen Gang entlang, über Laufbänder und vorbei an diversen Passagiergrüppchen die uns im Weg stehen. Endlich wir sind da, und reihen uns in die, nur noch kleine, Schlange an der Ticketkontrolle ein. Gerade noch rechtzeitig zum boarding.
Wir sind am Frankfurter Flughafen auf dem langen Weg zum Sarek Nationalpark.

Die Reise hat begonnen.

Unser Aufenthalt in Schweden dauerte insgesamt vier Wochen und war unsere Variante der „Abi-Fahrt“, unser Urlaub bestand aus der Trekkingtour und einer knappen Woche in Stockholm, jedoch gehen wir hier nur auf die Tour durch den Sarek ein.

Zu Beginn möchten wir erst einmal erzählen, wie es überhaupt zu der Reise nach Schweden gekommen ist. Im Herbst letzten Jahres (2008), entschieden wir uns nicht mit unserer Stufe die sonst obligatorische „Abi-Fahrt“ zu machen, sondern auf eigenen Faust etwas zu unternehmen. So schauten wir uns nach einem Reiseziel um das zum einen tolle Fotomotive und zum anderen die Möglichkeit einer Trekkingtour bietet. Recht schnell kamen wir auf Schweden und nach genauerer Recherche dann auch auf den Sarek-Nationalpark im Norden Schwedens.

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Nach eingehender Vorbereitung und Planung ging es dann am 29.06.09 endlich in Richtung Schweden. Zuerst wurden im Globetrotter Frankfurt noch letzte Einkäufe getätigt, bevor wir zum Flughafen fuhren. Dort mussten wir aufgrund unseres Übergepäcks noch einmal zittern, aber die netten Leute am Check in haben unser Gepäck zum Glück ohne Beanstandungen angenommen. Nachdem der ganze Stress vorbei war, konnten wir erst einmal im Flieger entspannen. Die Vorfreude auf das ganze Vorhaben stieg umso mehr, als wir schließlich das schwedische Festland unter uns erblickten. Am Flughafen Stockholm-Arlanda angekommen, ging es dann gleich per Arlanda-Express in die Stockholmer Innenstadt und zu unserem Hostel. Am nächsten Tag wurden dann noch Gaskartuschen eingekauft, ein wenig die Stadt angeschaut, bevor wir uns am Abend in Richtung Bahnhof und den dort ankommenden Nachtzug begaben. Um 19 Uhr begann dann schließlich, nachdem wir das Schlafabteil bezogen hatten, die Fahrt in Richtung Norden. Wir hatten ein Dreierabteil, und es ging schon etwas eng zu, doch unser netter Mitfahrer verzog sich den Abend über in den Speisewagen, und so war das ganze eigentlich kein Problem. Nur die Nacht war relativ unruhig und zumindest ich konnte durch das dauernde Gewackel und die Geräuschkulisse nicht wirklich gut schlafen.

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1.07.09 Nach einer relativ erholsamen Nacht sind wir dann schließlich nach ungefähr 13 Stunden Fahrt und 1 Stunde Verspätung in Gällivare angekommen. Dort ging es dann bei strahlendem Sonnenschein mit dem Bus in Richtung Ritsem. Doch schon auf halber Strecke kündigte sich an, was uns erwarten würde: Regen und Temperaturen um die 14°C. Positiver weiße drangen wir aber auch immer weiter in eine faszinierende Landschaft ein, was über das andere hinwegsehen lies. So langsam wurde einem aber auch klar, was uns erwarten würde. Nachdem wir in Ritsem angekommen waren, ging es direkt mit dem Boot weiter über den Akkajaure zum Bootsanleger von Änonjalme. Dort wurden noch einmal unter einem heftigen Angriff von Moskitos die Rucksäcke gepackt und schon ein Teil der Tour vom nächsten Tag absolviert. Der Weg war noch sehr gut zu gehen da er zum Padjelantaleden gehört und so meist mit Bohlen ausgelegt ist, Die aber durch den einsetzenden Regen zu einem rutschigen Unterfangen wurden, und so waren wir dann auch froh als wir einen Zeltplatz gefunden hatten und bei Spaghetti-Napoli in unseren warmen Schlafsäcken saßen. Nachdem wir uns noch einmal die Route für den nächsten Tag angeschaut hatten, waren wir dann auch so müde, dass wir recht schnell einschlafen konnten.

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2.07.09 Nachdem wir aufgestanden waren, sah das Wetter schon besser aus. Die Sonne zeigte sich und es schien ganz aufzuklaren. Die Nacht war sehr erholsam, obwohl es aufgrund der Mitternachtssonne so gut wie taghell war und so ging es mit neuen Kräften auf Reise. Unter heftigen Moskitoattaken (im weiteren Verlauf der Tour sollte es nicht besser werden) packten wir unsere Ausrüstung zusammen und gingen der ersten richtigen Etappe entgegen. Die Sonne schien nun vom strahlend blauen Himmel und es herrschten angenehme Temperaturen um die 20 °C. Schnell kamen wir an die Hängebrücke, die über den imposanten Vuojatädno führt. Ein gigantischer Anblick, wie der Fluss seine riesigen Wassermassen in Richtung Akkajaure transportiert. Hier haben wir natürlich einige Bilder gemacht, bevor es dann durch einen lichten Birkenwald weiter ging. Auch dort war der Weg noch sehr gut ausgebaut und so kamen wir schnell voran und konnten nach einiger Zeit den Berg Nijak am Horizont erkennen. Somit waren wir nun bald dort angekommen, wo wir hin wollten – der Sarek Nationalpark. Doch erst einmal musste noch der Hügel Sjnjuvtjudis umlaufen werden. Die Strecke war wie schon gesagt nicht besonders anspruchsvoll, doch so langsam machten sich die schweren Rucksäcke bemerkbar, weshalb wir einige Pausen machen mussten. Doch das war auch nicht weiter schlimm, denn wir hatten ja keinen Zeitdruck, da wir einen Teil der Strecke sowieso schon am Vortag absolviert hatten. So erreichten wir dann am späten Nachmittag die Nationalparksgrenze und so langsam war es auch Zeit, sich nach einem Zeltplatz umzuschauen. In der Nähe der Kisurisstugan, oberhalb des Flusses Sjnjuvtjudisjahka fanden wir eine freie Fläche vor, die so aussah, wie wenn hier schon viele Leute gezeltet hätten, bei dem schönen Ausblick den man hier hatte auch kein Wunder. Da sonst keine anderen Camper zu sehen waren, zögerten wir nicht lange, und bauten direkt am Steilhang, der zum Fluss hinunter geht, unser Zelt auf. Dann konnten wir uns noch schön im Fluss waschen gehen und den Abend draußen vor dem Zelt genießen, da hier dank des leichten Windes, nur wenig Moskitos unterwegs waren. Dieser Zeltplatz war wirklich einer der schönsten unserer ganzen Tour, eine grandiose Landschaft vor Augen und was natürlich auch wichtig ist, eine relativ ebene Fläche als Untergrund – hier ließ es sich vorzüglich schlafen.

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3.07.09 Am nächsten Tag sind wir dann schon relativ früh in Richtung Nijak, unserem nächsten Etappenziel, losgelaufen. Nachdem der Weg anfangs noch leicht war, stießen wir nach einiger Zeit auf Sumpfgebiete, die wir weitläufig umrunden mussten. Trotzdem lies es sich nicht vermeiden, einige durchlaufen zu müssen, was eine ziemlich riskante Angelegenheit war. Ein falscher Schritt und man hatte die zum Teil stinkende Brühe im Schuh. Glücklicher weise kamen wir einigermaßen trockenen Fußes hindurch und sind dabei so gelaufen, dass wir die Weidengestrüppfelder im Tal nicht durchqueren mussten. Zwar lag nun so ein anstrengender Aufstieg am Hang entlang vor uns, doch wir wurden auch mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Doch auch hier blieben wir nicht verschont und mussten zwei Weidengestrüppe durchqueren, was keine angenehme Angelegenheit war. Dauernd blieb man mit der Iso-Matte Irgendwo hängen und es ist ziemlich Kräfte raubend sich jedes mal wieder loszuziehen. Gerade mit dem schweren Gepäck musste man ganz schön aufpassen, dass man das Gleichgewicht nicht verlor. Doch nach einiger Zeit hatten wir auch dieses Hindernis überwunden und ruhten uns erst einmal auf einer schönen Wiese aus. Hier hatte man einen wunderbaren Ausblick auf den gigantischen Berg Nijak. Doch trotz des schönen und noch warmen Wetters mussten wir nach einer Weile weiterlaufen. Dabei konnten wir eine Rentierherde beobachten, wie sie etwas erhöht von uns nach Nahrung suchte. Ein Rentier traute sich sogar auf ungefähr 50 Meter an uns heran, leider hatten wir Gegenlicht und so war das Fotografieren nicht ganz so leicht. Bei diesem schönen Anblick merkten wir erst gar nicht, dass ein kalter Wind aufgekommen war, der vom Gletscher über uns herunter blies. Ein Fehler war wirklich, dass wir uns nach der letzen Pause nicht wieder etwas Warmes angezogen hatten und so waren wir, als wir das ganze merkten schon leicht ausgekühlt. Trotzdem erreichten wir noch gut unseren nächsten Zeltplatz in der Nähe des Berges Nijak, der eine fantastische Sicht auf diesen majestätischen Berg bot. Doch aufgrund des immer kälter und stärker werdenden Windes verkrochen wir uns dann schnell ins Zelt, und kochten uns dort etwas zu Essen. Selbst nach dem warmen Essen war es mir immer noch kalt, doch der Schlafsack konnte dann für etwas Wärme sorgen. Aufgrund des guten Wetters hatte ich (Christoph)mir dann vorgenommen um Mitternacht noch einmal aus dem Zelt zu gehen um die Mitternachtssonne zu fotografieren. Ein Glück, dass ich es geschafft habe mich aus dem Schlafsack zu quälen. Das Licht, mit der diese wunderschöne Landschaft beschienen wurde, war einfach umwerfend ich glaube diesen Augenblick werde ich nie vergessen. Ich machte noch schnell ein paar Bilder und dann ging es auch wieder schnell zurück ins Zelt, es war einfach verdammt kalt draußen. Ein Blick auf das Thermometer im Zelt bestätigte das, es zeigte nur 7°C an. Durch den Wind und die Kälte wurde es eine sehr unruhige Nacht doch trotzdem konnten wir uns gut erholen.

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4.07.09 Als wir am nächsten Morgen aufgewacht sind, war es immer noch sehr kalt und stürmisch. So warteten wir noch einige Zeit im Zelt, bis die Sonne heraus kam. Nun wurde schnell gefrühstückt und dann zusammengepackt. Bei Sonnenschein ging es zügig los, und es bewahrheitete sich, was wir schon vorher im Sarek-Führer über diese Etappe gelesen hatten – es war im Vergleich zu gestern ein Spaziergang. So kamen wir relativ zügig im Rouhtesvágge voran und die Landschaft war wirklich wunderschön. Aufgrund des vielen Schnees oben auf dem Ruohtestjahkka-Gletscher haben wir uns entschieden den Ruhetag einfach unterhalb des Gletschers zu verbringen, und dann eventuell zu ihm hoch zu steigen. Durch die geänderte Route stand dann noch eine Flussdurchquerung an, die aber kein großes Hindernis darstellte, da der Fluss gerade glücklicher weise nicht so viel Wasser führte - es hätte auch anders aussehen können. An diesem Tag haben wir auch die meisten Menschen auf der ganzen Tour getroffen, das lag wahrscheinlich daran, dass hier das Tal nicht so weitläufig war wie davor und man sich hier praktisch über den Weg laufen muss, da es hier auch einen relativ deutlich zu sehenden Pfad gibt. So kamen wir rasch voran, nur Christops Hüfte bereitete ihm zunehmend Schwierigkeiten, weil das Tragesystem des Rucksacks einfach völlig überfordert war und so der Hüftgurt scheuerte. Trotzdem konnten wir unser Etappenziel erreichen und als dann endlich ein Zeltplatz gefunden war, legten wir uns nach einem leckeren Essen und dem Fotografieren der Mitternachtssonne erschöpft und zufrieden schlafen.

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5.07.09 Der Ruhetag verlief relativ unspektakulär. Das Wetter war nicht wirklich gut und so haben wir die meiste Zeit im Zelt verbracht und uns ausgeruht. Mittags wurde das Wetter dann kurzzeitig besser und so sind wir ein bisschen fotografieren gegangen. Unten am Fluss waren viele Möwen und auch die im Sarek-Nationalpark vorkommenden Falkenraubmöwen zu finden. Letztere waren leider sehr schwer abzulichten. Im Gegensatz dazu konnte man die sehr häufigen Flussregenpfeifer mit etwas Geduld sehr gut auf den Sensor bannen. Diese Vögel waren überhaupt nicht scheu und kamen dicht vor die Linse. Als wir einige viel versprechende Bilder gemacht hatten, ging Christoph noch zu dem Fluss, den wir am nächsten Tag durchqueren mussten, und so konnte er einen guten und leichten Weg über den Fluss finden. Das Wetter wurde dann wieder schlechter und so wurde der Abend noch im Zelt verbracht.

mehr Bilder auf meiner Seite unter Fototouren/Galerie --> http://www.blende36.com (http://www.blende36.com)

Teil 2 folgt (hoffentlich) bald

Prachttaucher
30.12.2009, 08:13
Schöne Bilder, geht´s noch weiter ?

Tob1
31.12.2009, 12:33
Ja es geht noch weiter, der Text liegt schon auf meinem Rechner, muss nur nochmal durchgelesen und mit Bildern versehen werden.

loopzero
31.12.2009, 16:04
Super, also ich freu mich schon...

Tob1
06.01.2010, 16:57
so nun nach deutlich längerem Abstand als ursprünglich gedacht folgt der 2. Teil von unserem Reisebericht.

06.07.09

Heute trafen wir auf die zentrale Schutzhütte im Sarek „Mikkastugan" http://www.blende36.com/eins.jpg[/IMG-L], wo wir eine Rast einlegten. Die 2 Watstellen an diesem Tag waren kein Problem. Es war zwar windig und kühl jedoch konnten wir den Ersten von Stein zu Stein überspringen und den Zweiten ebenfalls ohne Umwege über eine Schneebrücke überqueren. Im Gegensatz dazu machte Christophs Rucksack zu Beginn große Probleme. Das Tragesystem war mit dem hohen Gewicht einfach völlig überfordert und so ging der Hüftgurt immer wieder auf, da die Schnalle versagte. Nach dem Austauschen dieser an der Mikkastugan ging es wieder mit weniger Schmerzen weiter. Am Tagesziel angekommen, mitten im Sarek kurz vor dem steilen Aufstieg zum See, zeigte sich das Hauptprobleme des heutigen Tages, nämlich die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz. Das Gelände war hügelig und stark Bewachsen. Zum Glück fanden wir dann doch noch einen guten Zeltplatz. In der Nacht regnete es sehr stark was auch noch von starken Windböen untermalt wurde, die Temperatur im Zelt betrug ca. 6C und auch die Stimmung war an diesem Abend auf dem Tiefpunkt. Am nächsten Morgen stellte sich dann heraus das einige Meter höher sogar ein wenig Neuschnee liegen geblieben war.

[IMG]http://blende36.com/zwei.jpg


07.07.09


Schon als wir zusammenpackten war das Wetter wechselhaft. Als wir dann schließlich loszogen, regnete es auch schon wieder und die Temperaturen fielen immer weiter.http://www.blende36.com/drei.jpg[/IMG-L] Der Anstieg zum See war sehr anstrengend, da der Pfad zunehmend enger und steiler wurde. Mit dem ganzen Gepäck auf dem Rücken war das ganze keine leichte Angelegenheit und wir mussten zum Teil die Hände zur Hilfe nehmen, um das Gleichgewicht zu halten. Doch bei den ganzen Strapazen wurden wir mit einer wunderbaren Aussicht auf den Anfang des Rapadalen belohnt. Oben angekommen, wollten wir erst einmal eine Pause machen, doch uns wurde so schnell kalt, dass wir lieber weiterliefen. Als wir den Snávvájávvre hinter uns gelassen hatten sank die Temperatur dann schließlich auf den Tagesiefpunkt dieser Tour, es zeigte 3°C an. Ein leichter Graupelschauer und starke Winde gestalteten das Ganze nicht gerade angenehmer, einzig den Rentieren schien es nichts auszumachen. Der Weg der noch vor uns lag war durch teils dichte Nebelbänke bedeckt, der Abstieg war genauso schlimm wie der Aufstieg es ging über ein Geröllfeld bergab. Christoph rutschte auf den nassen Steinen aus, zum Glück ging dies glimpflich aus. Als sich der Graupelschauer gelegt hatte, bekamen wir eine herrliche Aussicht auf das wunderschöne Rapadalen. Nach dem ganzen schlechten Wetter und den Strapazen, wurden wir endlich dafür belohnt. Knapp oberhalb der Baumgrenze fanden wir einen recht guten Zeltplatz, erstaunlicherweise gab es hier auch noch nicht allzu viele Mücken. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, regnete es immer mal wieder leicht, aber das machte uns in unseren Schlafsäcken nun nichts mehr aus. Am späten Abend konnte Christoph sich noch einmal aus dem Zelt quälen um eine paar Aufnahmen zu machen.


08.07.09


[IMG-L]http://www.blende36.com/vier.jpg[/IMG-L]Heute sind wir ins Rapadalen vorgedrungen. Der Weg war schon am Anfang Zeitweise sehr beschwerlich, was auch durch die tausend Mücken verursacht wurde. So eine Mückenplage hatten wir auf der ganzen Tour noch nicht erlebt und es sollte bis zum Ende auch nicht besser werden. Doch nachdem wir uns unsere Moskitonetzthüte aufzogen, war wenigstens das nervige Geschwirr um den Kopf nicht mehr da. Auch das Mückeschutzmittel „DEET" half ganz gut jedoch wurde dies durch den Schweiß wieder recht schnell davongespült. Der Weg führte zuerst durch dichten, wunderschönen Birkenwald und nahe an den Ráhpaädno. Gerade hier war der Weg sehr zugewuchert und man musste aufpassen sich nicht im Gestrüpp zu verfangen. Im Gegensatz dazu, war die Wegbeschaffenheit am Ende der Etappe eine ganz andere. Wir mussten uns durch Sumpfwiesen kämpfen, auf denen das gehen mit dem schweren Gepäck wirklich unglaublich anstrengend war. Zu allem Überfluss verloren wir auch noch den Pfad und Tobi versank auf der Suche nach diesem mit dem Schuh in einem stinkenden Sumpfloch. Irgendwann fanden wir den Weg jedoch wieder und konnten nach zwei Watstellen, welche leicht zu meistern waren, unser Lager an einem sehr schönen Platz aufschlagen. Mittlerweile war es auch schon relativ spät geworden, zum Glück war das Wetter schön und wir hatten angenehme Temperaturen.


09.07.09


Am nächsten morgen sah es schon wieder anders aus.
Als wir aufgewacht waren, hat es schon leicht geregnet. So sind wir noch etwas liegen geblieben und haben die heutige Tour noch einmal durchgesprochen. Als wir schließlich zusammenpackten und losliefen, klarte das Wetter auf und wir kamen gut voran. Die Natur in den Ausläufern des Rapadelta war schon sehr faszinierend und trotz der vielen Sumpfgebiete gab es erstaunlich wenige Mücken, was aber vielleicht auch an dem etwas strammeren Wind lag. Nach einiger Zeit zeigten sich Nammasj und

[IMG-L]http://www.blende36.com/fuenf.jpg[/IMG-L]

Skierffe vor uns - ein grandioser Anblick. Langsam wurde der Weg auch schon zunehmend ausgetretener und an einigen Stellen waren sogar Bohlen verlegt, um das Laufen zu erleichtern. Einige kleine „Flüsse" und Sumpflöcher mussten noch überquert werden, dann standen wir endlich am Fuße des Nammasj, welchen wir am nächsten Tag erklimmen wollten. Doch dazu sollte es nicht kommen, irgendwie fanden wir die Abzweigung nicht, von der aus der Weg zum Gipfel führt und so fanden wir uns auf einmal am Bootsanleger nach Aktse wieder, wo wir eine Familie trafen, die das Boot schon per Walkie-Talkie angefordert hatte. Da der Himmel schon wieder ziemlich ungemütlich ausgesehen hat und wir uns wieder ein Stück weit nach der Zivilisation sehnten, entschieden wir uns doch schon an diesem Tag zur Fjällstation zu fahren. Nach einer kurzen rasanten Fahrt fanden wir uns am Anleger von Aktse wieder. Mit neuer Kraft und voller Erwartung ging es schnell den letzten Kilometer hoch nach Aktse. Dort zelteten wir auf der Wiese der Fjällstation und gönnten uns aus dem Shop eine Packung Chips und eine Dose des schwedischen Wasserbieres



10.07.09


Heute ging es noch zum Skierffe, es war neblig und die Sicht nur schlecht. Oben angekommen riss der Nebel aber immer wieder auf und wir konnten doch ein paar Bilder machen. Als dann aber immer mehr und stärker der Nebel aufzog traten wir den Rückzug nach Aktse an. Beim Abstieg regnete es dann noch und wir waren froh als wir unser Zelt erreicht hatten.

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11.07.09

Nun ging es endlich weiter, zunächst erneut mit dem Boot über den See, von dort waren es noch 24km über den Kungsleden bis parte, dort zelteten wir eine Nacht und gingen dann noch die letzte Etappe von 18km bis wir in Kvikkjokk ankamen.

Fazit:

Die Sarektour war unsere erste Trekkingtour gewesen, daher war natürlich nicht alles perfekt. Sowohl was die Ausrüstung betraf aber auch das Wetter hätte sich etwas freundlicher zeigen können, hierauf hat man natürlich keinen Einfluss, außer die richtigen Klamotten mitzunehmen. So haben wir nun unsere eigenen ersten Erfahrungen gesammelt was das Thema „Trekking" angeht, bei der nächsten Tour werden wir wohl manches anders machen vor allem was die Ausrüstung angeht. Dennoch war es für uns die richtige Entscheidung die Tour durch den Sarek zu machen.

weitere Bilder unter: http://www.blende36.com

Mika Hautamaeki
06.01.2010, 22:51
Endlich gehts weiter, und dann auch noch mit solch fantastischen Bildern. Juhu!

Vielen Dank für den Bericht!

Tob1
09.01.2010, 09:37
Danke, vielleicht schiebe ich bei Gelgenheit noch ein paar Bilder nach.

Prachttaucher
13.01.2010, 16:59
Von mir auch ein Danke für´s zu Ende schreiben. Ist bei der genaueren Planung schon hilfreich und wenn auch Schwierigkeiten angesprochen werden ist das ja gut. :o Erstaunt mich allerdings, daß Ihr als erste Trekkingtour gleich durchs Rapadalen geht ! Der Vorschlag dazu kam aber nicht hier aus dem Forum, oder ?

Jaerven
13.01.2010, 17:25
Ist ja die normale Sarekroute Ritsem- Aktse.
Die ist nicht so schrecklich schwer zu gehen. Den Weg kann man auch kaum verfehlen.
Als erste Trekkingtour- im Sommer, warum nicht.

Tob1
14.01.2010, 18:28
"Empfohlen" wurde es uns nicht wir dachten uns eben auch, nach eingehender Recherche, dass die Hauptroute wie von Järven angesprochen, kein all zu großes Problem sein sollte. Die Moore/Sümpfe sind da das größte Problem gewesen, da man hier oft außen herum gehen musste um dann vllt doch wieder festzustellen, dass man hier doch nicht weiterkommt. Sonst war die Orientierung an sich kein Problem und mit Karte, und ab und zu Höhenmesser, sehr gut möglich.

Prachttaucher
14.01.2010, 21:16
:D Ist doch schön wenn´s gut ging. Meine erste Tour war eben eine reine Hüttentour auf dem Padjelanta und in den Sarek habe ich´s immer noch nicht geschafft. Gibt aber auch so viele andere Ziele.

Tob1
14.01.2010, 22:34
Natürlich, da geb ich dir Recht. Wir sind ja auch ein kleines Stück Padjelantaleden bzw. Kungsleden gegangen, die sicherlich als Einstieg grundsätzlich doch besser geeignet sind als eine Sarektour, einfach weil mehr Leute vorbeikommen. Es gibt Hütten und die Wege sind einfacher zu gehen (zumindest da wo wir waren) die Landschaft ist natürlich ebenfalls sehr schön.

Tob1
17.01.2010, 17:10
So, nun noch ein paar Bilder.

Zuerst ein paar Impressionen von unsere Reise bis zur Nationalparksgrenze.

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