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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IS] 7 Tage Hornstrandir



windu
06.10.2009, 23:24
Land: Island
Reisezeit: Ende Juli und Anfang August
Region/Kontinent: Nordeuropa

Vorab möchte ich kurz erwähnen, warum ich gerade zu Hornstrandir meinen ersten Reisebericht schreibe. Ich war schon öfter unterwegs. Allerdings meist in Gegenden, zu denen es schon mehrere Reiseberichte hier im Forum gibt und daher habe ich dann darauf verzichtet, den xsten Bericht zu einer Gegend zu schreiben. Dieses Mal ging es aber nach Hornstrandir und dazu habe ich nicht viel im Internet gefunden. Die Reiseberichte, die ich mir im Voraus angeschaut habe, haben mir einen guten Eindruck vermittelt, wie ich mir die Gegend vorstellen könnte, wenn man mehr Glück mit dem Wetter hat als ich. Das ist auch der Grund warum ich diesen Reisebericht schreibe. Denn ich habe selten einen Reisebericht gelesen, bei dem das Wetter ständig schlecht war. Und ich hatte eigentlich fast nur schlechtes Wetter und trotzdem war die Reise sehr schön. Aber sie war anderes als 14 Tage mit fast nur Sonnenschein in Schweden.

Anreise:
Nachts um ca 1 Uhr kam ich mit dem Flugzug in Keflavik an. Nachdem ich mit dem FlyBus am BSI ankam, habe ich dort den Rest der Nacht verbracht. Am nächsten Morgen bin ich von Reykjavík mit Air Iceland nach Isafjördur geflogen. Nach ca. einer Stunde landete unser kleines Propellerflugzeug auf dem kleinen Flughafen von Isafjördur. Von dort aus ging es dann mit dem FlyBus die paar Kilometer nach Isafjördur. Der Flughafen liegt auf der anderen Seite des Fjords und ich hatte mich schon darauf eingestellt, den Weg zu laufen. In Isafjördur angekommen, habe ich mir an der Tankstelle zwei kleine Schraubkartuschen und im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel eingekauft. Danach ging es zur Touristeninformation. Dort habe ich mir eine weitere Karte von Hornstrandir gekauft. Diese hat auf der Rückseite kurze Beschreibungen der möglichen Wegstrecken inkl. einiger GPS Wegpunkte. Außerdem habe ich dort meine reservierten Tickets für die Hin- und Rückfahrt mit dem Boot abgeholt und mir die Gezeitentabelle ausdrucken lassen. Wer das schon bereits zuhause machen möchte:
http://easytide.ukho.gov.uk/EASYTIDE/EasyTide/index.aspx (Allerdings gibt es dort nur die nächsten 7 Tage kostenlos.)
Da die Wolken bereits tief hingen und ich von der Anreise noch etwas müde war, habe ich den Rest des Tages nicht mehr viel unternommen, sondern mich gleich Richtung Campingplatz aufgemacht. Am Edda Hotel, zu dem auch der Campingplatz gehört, angekommen, habe ich dann erfahren, dass in der Schlafsackunterkunft noch Betten frei sind. Der Preis war 1.700 ISK und so habe ich beschlossen, mein Zelt nicht aufzubauen. Im Nachhinein war das eine sehr gute Idee. Denn in Isafjördur hat sich die Jugend zum traditionellem "Matsch-Ball" getroffen. Dabei wird eine Wiese unter Wasser gesetzt und dann wird darauf Fußball oder so etwas Ähnliches gespielt. In der Stadt gibt es davon sogar Postkarten zu kaufen. Allerdings kommt man nicht wirklich zum schlafen, wenn man sich mit den Isländern den Campingplatz teilt, die sich abends darauf vorbereiten morgens dort mitzuspielen.
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Blick von Isafjördur Richtung Innenseite des Fjords

1. Tag: Hrafnafjördur nach Bolungarvik (Samstag)
Nach meinem Frühstück mache ich mich auf in Richtung Hafen. Von dort aus geht es mit dem Boot Richtung Hornstrandir. Samstags fährt das Boot immer früh los und macht eine kleinere Runde durch die einzelnen Fjorde. Bei etwas rauer See fährt es zuerst nach Hesteyri.

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Wellengang

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Mit diesem kleinen Boot wird man in den kleinen Fjorden und in Hesteyri bei Ebbe an Land gebracht

In Hrafnafjördur sind neben mir noch drei deutsche Studenten an Land gegangen, abholen lassen hat sich in dieser Woche niemand in Hrafnafjördur. Mit den drei habe ich mich bereits kurz im Boot unterhalten und nach einer weiteren kurzen Unterhaltung mit ihnen, breche ich zu meiner ersten Tagesetappe auf. Die anderen drei wollen heute nach Furufjördur und dann genauso wie ich die Küste entlang nach Hornvik. Bei anderen Gezeiten wäre ich vermutlich ebenfalls diesen Weg gegangen. Aber von Furufjördur nach Bolungarvik muss man unten am Strand entlang um die Felsen laufen und das geht wiederum nur bei Ebbe.

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Fjord von Hrafnafjördur

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Ab jetzt bin ich die nächsten Tage weit entfernt von jedem möglichen Transportmittel. Die Bucht wird erst wieder in einer Woche angefahren und die Bucht von Hornvik auch erst in ein paar Tagen.

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Solche orange Nothütten findet man ihn regelmäßigen Abständen in Hornstrandir. Sie liegen meist so, dass man sie innerhalb eines Tages erreichen kann. Außerdem lagen die Hütten, die ich gesehen habe so, dass ein Boot dort in der Nähe einen aufsammeln könnte. Sie sind allerdings vom Komfort her z.B. nicht mit einem Schutzraum des STFs während der nicht bewirtschafteten Zeit zu vergleichen. Diese Hütten sind wirklich nur dafür gedacht, in Notsituationen einen trockenen Raum zu haben und um dort gegebenenfalls auf die mit dem Funkgerät gerufene Unterstützung zu warten.

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Weg von Hrafnafjördur nach Furufjördur

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Der Weg von Hrafnafjördur nach Bolungarvik geht rechts des Bergs in der Mitte Richtung Atlantikküste

Zu Beginn laufe ich auf meinem eigenen Weg und orientiere mich nur an den in regelmäßigen Abständen stehenden Stangen, die als Markierung dienen. Der Aufstieg verläuft wie auch die nächsten Tage zuerst durch etwas feuchte Wiesen. Sobald man etwas höher kommt, wird es dann meist steinig. Aber dieses Mal habe ich Glück und es wird nicht sehr geröllig. Allerdings muss ich teilweise über ein Altschneefeld. Dies sind die Stellen, in denen die Markierung auch am schlechtesten ist und ich einfach nur versuche, die Richtung zu halten, um nach dem Gebiet mit den Altschneefeldern wieder den Weg zu finden.

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Aufstieg zum Pass

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Blick vom Pass Richtung Bolungarvik

Ich beschließe noch den Pass runter zu laufen und baue dann ein paar hundert Meter vom Strand entfernt mein Zelt auf.

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Abends kommen die Wolken dann deutlich tiefer ins Tal herunter und eine so schöne Aussicht in das Tal wie heute Nachmittag werde ich auch morgen vom nächsten Pass nicht mehr haben.

2. Tag: Bolungarvik nach Smidjuvik (Sonntag)
Morgens hat sich der Nebel in der Bucht ausgebreitet. Also beschließe ich, noch etwas länger im Schlafsack zu bleiben und hoffe auf ein bisschen mehr Sicht. Gegen 11 Uhr breche ich dann auf. Ich beschließe, den ersten Teil zum Pass quer Feld ein zu laufen und nicht den Holzstangen zu folgen. Dank GPS ist dies trotz der geringen Sicht kein Problem. Erst nach mehr als der Hälfte des Anstiegs treffe ich dann auf den markierten Weg und folge diesem über den Pass.

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Bucht von Bolungarvik im Nebel

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Bucht von Bardsvik im Nebel

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Eindrücke auf dem Weg ins Tal von Bardsvik im Nebel

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Unten im Tal angekommen komme ich zu meiner ersten größeren Furtstelle. Nachdem ich auf der anderen Seite angekommen bin, sehe ich die drei anderen vom Vortag. Sie sind heute etwas früher als ich aufgebrochen, da sie bei Ebbe an der Küste entlang nach Bolungarvik gelaufen sind. Daher beschließen sie nach dem Furt ihr Zelt aufzubauen und morgen weiterzulaufen. Ich nehme mir vor, noch ins nächste Tal zu laufen. Sogar die Sicht wird zwischenzeitlich etwas besser. Der Regen wird dafür allerdings mehr. Vermutlich haben Nebel und Regen beschlossen, sich ein bisschen abzuwechseln.

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Bucht von Bardsvik

Durch den ganzen Regen werden die Wiesen noch feuchter und ab diesem Nachmittag sind meine Trekkingschuhe innen nass. Dies ist mir davor noch nie passiert. Da sie allerdings gut eingelaufen sind, bekomme ich sowohl an diesem Tag als auch an den nächsten Tagen keine Blasen. Allerings kostet etwas Überwindung jeden Morgen mit den nassen Socken in die nassen Schuhe zu steigen. Ich hatte zwar meine Gamaschen nicht mitgenommen, aber ich glaube nicht, dass damit die Schuhe innen trocken geblieben wären. Die Tage waren einfach zu feucht.

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Die Bucht von Smidjuvik hat im Gegensatz zu den bisherigen keinen Strand sondern eine beeindruckende Steilküste. Ich laufe noch bis zum Fluss in der Mitte des Tales.

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Da der Fluss deutlich kleiner ist als der vorherige und ich auf der Seite vor dem Überqueren einen netten Zeltplatz gefunden habe, beschließe ich, ihn erst am nächsten Morgen zu Furten.

windu
06.10.2009, 23:35
3. Tag: Smidjuvik nach Hrolaugsvik (Montag)
Gestern Abend hat es angefangen zu regnen und die ganze Nacht nicht mehr aufgehört. So liege ich lange im Schlafsack, lese in meinem Buch und verschiebe meinen Aufbruch immer weiter nach hinten (vermutlich sowohl wegen dem Wetter, aber auch wegen dem Buch). Gegen 12 Uhr kommen dann die drei anderen an meinem Zelt vorbei. Sie erzählen mir, dass heute die Furt von gestern unpassierbar sei. Sie machen den Vorschlag, den nächsten Fluss deutlich höher und nicht in der Nähe des Strands zu furten. Aufgrund des schlechten Wetters schließe ich mich ihnen an. Wir beschließen vom nächsten Pass aus, uns den Fluss anzuschauen und dann zu entscheiden. Denn selbst mein kleines Flüsschen vor meinem Zelt ist über die Nacht zu einem reißenden Bach geworden.

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Steilküste bei Smidjuvik. Unten am Strand liegt wie fast überall in Hornstrandir Treibholz und andere Dinge, die die Schifffahrt verloren hat.

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Smidjuvikbjarg: vielleicht nicht so bekannt und so oft fotografiert wie Hornbjarg, aber auch sehr beeindruckend und der Nebel hatte es dort gut mit uns gemeint.

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Bucht von Drifandi

Oben angekommen, beschließen wir den nächsten Fluss weiter oben zu furten und nicht ins Tal runter zu laufen. Auf der Karte ist zwar ein Weg eingezeichnet, aber er ist nicht mit Stangen oder Steinmännchen markiert. Im Nebel sehen wir den Weg nicht wirklich und suchen uns deshalb unseren eigenen Weg. Dabei erweißt sich das GPS als sehr hilfreich wenn es darum geht unsere Position regelmäßig mit der Karte abzugleichen. Wenn ich die drei nicht getroffen hätte, wäre ich stattdessen wohl ins Tal hinuntergelaufen und hätte einen halben Pausentag eingelegt. Denn alleine hätte ich dort oben im Nebel nicht unbedingt unterwegs sein wollen. Und die anderen drei hätten wohl ebenfalls einen Pausentag eingelegt, da ohne GPS man seine eigene Position nur grob hätte schätzen können.

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Aufgrund des ganzen Regens führten alle Bäche und Flüsse sehr viel Wasser und es gab sehr viele imposante Wasserfälle. Das war genial zum photographieren. Da vergaß man fast, dass es regnet und man auf die andere Seite des Flusses muss.

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Allerdings war es an diesem Tag sehr kalt. Das lag bestimmt auch ein bisschen an den nassen Schuhen und der mittlerweile nassen Regenhose und so blieben wir nicht auf 200 oder 300 Meter sondern machten uns wieder auf dem Weg Richtung Küste.

4. Tag: Hrolaugsvik nach Höfn (Dienstag)
Die Nacht über hat sich das Wetter etwas normalisiert und so stehe ich heute gut gelaunt auf. Ich bin sogar heute früher als die anderen drei dran. Am Abend zuvor hatten wir uns darauf geeinigt gemeinsam nach Höfn in der Bucht von Hornvik zu laufen.

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Hrolaugsvikura und Blick Richtung Küste

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Morgens streift ein Polarfuchs um mein Zelt und ich schaffe es gerade noch, ein Bild von ihm zu machen.

Nach dem Anstieg laufen wir direkt zum Kyrskard und ersparen uns damit den Abstieg nach Latravik und den darauf folgenden Anstieg.

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Kurz vor dem Pass finden wir dann den ersten und einzigen Wegweiser der ganzen Tour.

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Wie üblich werden wir auf dem Pass nicht mit einem genialen Ausblick sondern mit Nebel belohnt.

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Der Abstieg nach Hornvik erweist sich teilweise als etwas knifflig, besonders da alles nass und feucht ist.


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Während des Abstiegs kommen wir dann unterhalb der Wolken und sehen zum ersten Mal die Bucht von Hornvik und stellen fest, die Karte irrt sich nicht: das nächste Furt wird lang!

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Wir laufen noch fast bis vor zur Küste. Dort wird das Furt etwas schmaler und soll auch dort passierbar sein. Gut gelaunt laufen wir dann durch das Wasser. Dadurch dass es viel geregnet hat und es sich nicht nur um Gletscherwasser handelt, ist das Wasser auch nicht unangenehm kalt und ich hole sogar die Kamera heraus, um das Ganze zu dokumentieren. Auf der anderen Seite werden wir von einer englischen Familie mit ihren beiden kleinen Töchtern empfangen und mit Schokolade für unsere Tat belohnt. Sie zelten seit ein paar Tagen in Höfn und habe sich noch nicht durch die Furt getraut. Allerdings war Hornbjarg größtenteils in den Wolken und konnte somit vermutlich ihre Motivation nicht steigern. Sie sind die ersten anderen Menschen, die ich seitdem ich in Hornstrandir bin, treffe. In Höfn zeltet noch eine isländische Familie und ansonsten sind wir dort alleine. Die ganze Bucht für 12 Menschen.
Wir haben bei diesem Furt darauf geachtet bei Ebbe durchzulaufen und das Wasser war an vielen Stellen dann nur ein paar cm hoch und ging uns nie bis zum Knie. Wie das Ganze zu anderen Gezeiten aussieht, weiß ich nicht. Ich könnte mir aber anhand des Strands vorstellen, dass der Wasserstand teilweise deutlich höher ist.

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Die restliche Strecke laufen wir am Strand entlang Richtung Höfn.

Da es gerade nicht regnet, beschließe ich in Höfn meine Sachen durch den Wind trocknen zu lassen. Ein paar Dinge werden wirklich sogar trocken bzw. etwas weniger feucht und in mir kommt die Hoffnung auf, dass das schlechte Wetter jetzt vorbei ist und ich morgen im Sonnenschein weiterlaufe. Allerdings meint Petrus es nicht wirklich gut mit den Leuten in der Bucht von Hornvik. Am späten Nachmittag beginnt es wieder zu regnen und später kommt auch noch ein ordentlicher Sturm dazu. Am Freitag erfahre ich von dem Kapitän des Boots, das mich in Hesteyri abholt, dass es 20 m/s waren. Das unangenehmste des Sturms war, dass er mit Böen von allen Seiten am Zelt gerüttelt hat.

windu
06.10.2009, 23:50
5. Tag: Höfn nach Kjaransvik (Mittwoch)
Nach dem Aufstehen ist das Wetter immer regnerisch und stürmisch. Ich überlege sogar am Donnerstag mit dem Boot von Hornvik nach Isafjördur zu fahren und die beiden letzten Etappen nicht mehr zu laufen. Allerdings verdränge ich diese Idee sehr schnell wieder. Denn die Bootsfahrt von Höfn nach Isafjördur ist deutlich länger als von Hesteyri nach Isafjördur und dazu auch noch die ganze Zeit im Atlantik und nicht durch die Fjorde geschützt wie der andere Weg. Gegen Mittag wird der Wind dann deutlich weniger und ich verabschiede mich von den drei anderen und breche auf in Richtung Kjaransvik.

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Zuerst geht der Weg an der Küste unten am Strand entlang. Auf dem Weg muss man dann auch mal wieder kurz klettern bevor es wieder 5 m runter zum Strand geht. Die Stelle ist allerdings mit einem Seil zum Festhalten etwas "ausgebaut". Kurz danach sehe ich seit langer Zeit mal wieder eine Stange und wundere mich mal wieder eine Markierung zu sehen. Nach ein paar hundert Metern am Strand entlang, habe ich eine Vermutung, was die Stange mir sagen wollte. Denn ich stehe vor einer Klippe, um die ich unten am Strand nicht herumlaufen kann. Als ich dann zurückgelaufen bin, sehe ich in der Nähe der Markierung einen steilen Trampelpfad, der sich einen Weg nach oben bahnt.

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Blick Richtung Küste

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Bucht von Rekavik

Beim Aufstieg nach Atlaskard begegne ich zwei Franzosen, die mir erzählen, dass das Wetter auch im westlichen Teil von Hornstrandir die letzten Tagen nicht gut war und sie sogar einen Pausentag einlegen mussten.

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Nach dem Pass geht es dann auf einer Hochebene Richtung Bucht von Hlöduvik. Ich habe Glück mit dem Nebel und finde meinen Weg sehr gut. Die isländische Familie, die ich in Höfn getroffen habe, erzählt mir später in Hesteyri, dass sie sich dort oben im Nebel verlaufen haben. Ich konnte teilweise sogar deutlich weiter als den nächsten Steinhaufen sehen. Allerdings gab es auch dort oben wie fast überall auf dem Weg Flüsse und Bäche zu Furten. Vermutlich sind diese bei trockenem Wetter gut mit den Wanderschuhen zu Furten. Für mich heißt es nach dem ganze Regen wieder einmal, Wanderschuhe aus, Tevas an und durch.


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Der Abstieg nach Hlöduvik ist sehr steil und die Bucht liegt im Nebel. Je weiter ich absteige, umso mehr sehe ich. Auch gibt es auf dem Weg herunter wieder eine Stelle, an der man etwas klettern muss.

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Die Wolken hängen heute wieder sehr tief, aber ich bekomme trotzdem einen Eindruck wie das Tal bei Sonnenschein sein könnte

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In Budir angekommen läuft mir eine kleine Gruppe von Polarfuchse über den Weg. Allerdings bin ich zu langsam und bekomme nur noch einen aufs Photo. Die anderen haben sich bereits unter der Hütte versteckt. Eigentlich wollte ich hier in der Gegend heute übernachten und obwohl es schon nach 18 Uhr ist, beschließe nach einer kurzen Pause zumindest noch den nächsten Fluss zu furten. Nach der Furt finde ich die Campingwiese mit dem Toilettenhäuschen leer vor. An den Hauptstellen, wie z.B. in Hofn, Hlöduvik oder Hesteyri sind kostenlose Campingplätze eingerichtet. Aber bis auf ein Toilettenhäuschen und eine Wasserversorgung in Hofn und Hesteyri haben diese keinerlei Infrastruktur. Da mir die Wiese nicht gefällt und morgen eine lange Strecke bis nach Hesteyri ansteht, laufe ich noch weiter am Strand entlang bis nach Kjaransvik. Kurz nach der Furt baue ich dann mein Zelt auf, esse noch etwas und schlafe danach sehr schnell ein.

6. Tag: Kjaransvik nach Hesteyri (Donnerstag)
Der Blick morgens aus meinem Zelt heraus gibt mir zu erkennen, dass ich heute wohl wieder im Nebel den Pass laufen werde. Allerdings täusche ich mich da zumindest teilweise.

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Der Weg folgt die meiste Zeit dem Fluss.

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Und je höher ich komme, desto schlechter wird am Anfang die Sicht. Irgendwann sehe ich nicht einmal die nächste Markierung und die Markierung wird immer weniger, da es durch ein Geröllfeld geht.

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Doch plötzlich sehe ich das Ende meiner Anstrengungen

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Und fast oben angekommen, bin ich den Wolken entflohen.

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Beim Zurückschauen sehe ich das Tal, aus dem ich komme, mit Wolken ausgefüllt. Erst jetzt erkenne ich auch, dass ich mich im Nebel etwas vom Weg habe abdrängen lassen, ein paar Höhenmeter zu viel erklommen habe und nicht die niedrigste Stelle des Passes erwischt habe. Diese Vermutung hatte ich während des letzten Teils des Aufstieges ebenfalls, als ich mein GPS angemacht habe. Allerdings habe ich auch auf meiner gewählten Route einen Weg nach oben gesehen und bin daher einfach weiter nach oben gelaufen.

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Blick zurück zum Pass

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Hesteyrarfjördur. Jetzt ist der Wetterknoten geplatzt und ich habe nur noch gutes Wetter in Hornstrandir.

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Auf dem Weg nach Hesteyri trocknet nach und nach meine ganze Kleidung am Körper und es wird mir irgendwie sehr arm. Erst dann merke ich, dass ich immer noch meine ganze Schlechtwetter-Kleidung anhabe. Ich ziehe mich um und zum ersten Mal in Hornstrandir laufe ich jetzt in meiner G1000 und einem T-Shirt. Ich muss sagen, ich könnte mich an dieses Wetter gewöhnen.
Auf halber Strecke kommen mir dann ca 20 Isländer mit Tagesgepäck entgegen. Sie sind auf dem Weg nach Budir. Der Rest ihrer Ausrüstung inkl. Essen wird ihnen dorthin mit dem Boot gebracht.

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Kurz vor Hesteyri nehme ich die kürzeren Weg über ein kleines Altschneefeld. Die frischen Spuren, die ich dort sehe, gehören zu dem gestrigen Ausflug meiner späteren Zeltnachbarin. Falls du diesen Bericht liest, wie war der Rest deines Urlaubs?

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In Hesteyri angekommen, gehe ich erst einmal Pfannkuchen essen. Ich war selbst überrascht, aber für die Tagestouristen gibt es hier ein kleines Cafe und wenn man länger bleiben möchte sogar eine Schlafsackunterkunft. Bei dem schönen Wetter beschließe ich allerdings, weiterhin zu zelten.

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Das schöne Wetter nutze ich, um meinen Schlafsack wieder richtig zu trocknen.


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Abends wird es zwar heute sehr kalt, aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch ein paar Bilder zu machen.

7. Tag: Hesteyri (Freitag)
Heute steht bei mir nichts Besonderes auf dem Plan. Ich sitze viel vor dem Zelt, genieße das nette Wetter und unterhalte mich mit meinen Zeltnachbarn. Neben den Isländern, die bereits in Höfn neben mir gezeltet haben, stehen noch zwei weitere Zelte auf der Zeltwiese. Eines gehört einem amerikanischen Ehepaar aus Idaho und das andere gehört der tapferen jungen Frau, deren gelbes Pyramidenzelt (Shangri-La 3) unseren amerikanischen Zeltnachbarn sehr beeindruckte. Im Laufe des Tages werden dann sogar unsere beiden Zelte mit uns jeweils davor photographiert, um für die Bekannten zuhause festzuhalten, dass diese beiden Deutschen jeweils alleine mit ihren Zelten dem schlechten Wetter und den Stürmen der letzten Tagen getrotzt haben.

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Mit dem Boot geht es dann am späten Nachmittag zurück nach Isafjördur. Heute ist die See sehr ruhig und ich mache noch ein paar Photos vom Boot aus.

Nach zwei Hamburgern und einen Besuch im Supermarkt, geht es dann wieder zum Edda Hotel. Dort treffe ich dann auch wieder meine Zeltnachbarin und den kleinen Paul, der zusammen mit seinem Papa ein paar Tage in Hesteyri verbracht hat. Wir sitzen draußen, obwohl es wieder angefangen hat, etwas zu tröpfeln. Aber das bisschen Regen kann uns nichts anhaben. Später verabschiede ich mich von den anderen, da mein Flugzeug nach Reykjavík morgen um ca 9 Uhr abfliegt. In meiner Schafsackunterkunft treffe ich dann noch einen Vater mit seinen beiden Kindern, die morgen ebenfalls in die Westfjorde aufbrechen.

Abreise:

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Blick auf Hornstrandir aus dem Flugzeug

In Reykjavík angekommen habe ich noch knapp zwei Tage Zeit bis Montagmorgen um 1 Uhr mein Flugzeug nach Deutschland abfliegt. Nachdem ich letztes Jahr nicht in Pingvellir war, geht es dort am Samstag hin. Danach geht es zum Campingplatz und dort treffe ich zufällig einen ehemaligen Studienkollegen. Er war im Hochland wandern. Wir quatschen abends noch eine Weile und tauschen Urlaubserlebnisse aus. Am nächsten Tag gehe ich noch Seekajak fahren und schaue mir Papageientaucher an. Abends geht es dann nach Keflavik.


Resümee:
Die Tour war ein einmaliges Erlebnis, welches ich nicht missen möchte. Allerdings möchte ich nicht alle meine nächsten Urlaube mit so viel Nebel, Regen und Sturm verbringen. Aber jetzt weiß ich, dass ich auch bei schlechten Wetterbedingungen noch einen schönen Urlaub haben kann. Vermutlich werde ich jedoch nach diesem Urlaub nie ein Ultralight Wanderer. Ich war eigentlich für alles, was ich in mein Rucksack hatte, dankbar. Ich hatte zwei komplette Kleidergarnituren mit Ausnahme des Hardshells dabei. So konnte ich abends immer mit trockenen Kleidern in meinem Zelt sitzen. Ich würde auch jederzeit mein Nallo 2 wieder für eine solche Tour mitnehmen. Mir persönlich wäre ein solcher Urlaub in meinem Akto zu unkomfortabel gewesen. Aber so war der Urlaub bis auf das etwas höhere Rucksackgewicht sehr erholsam.

blitz-schlag-mann
07.10.2009, 09:14
Solche schönen Berichte tragen dazu bei, dass ich mich so gerne in diesem Forum rumtreibe, auch wenn ich Aufgrund von Familie etc. momentan maximal ein verlängertes Woe in die Wildnis darf :bg:

Lightfoot
07.10.2009, 09:48
Schöner Bericht, schöne Fotos. :D Ehrlich gesagt, passen die Nebel+Nässebilder irgendwie gut zu Island. Besonders gut gefällt mir das eine, wo man die Bucht von Hlöduvik aus dem Nebel erahnt, sowie die Furtbilder, wo man Leute sieht. Und ein rotes Zelt hat was für sich bei diesem Wetter. ;-)

Dieter
07.10.2009, 15:39
Hallo,

ein super Bericht. Tut mir leid, daß Du so ein Pech mit dem Wetter hattest. Aber es scheint das Erlebnis nicht geschmälert zu haben!
Wann warst Du in diesem Sommer unterwegs? Ich vermute irgendwann nach Mitte Juli und im August. Das Wetter in Island war in diesem Sommer ungewöhnlich zweigeteilt. Von Mitte Juni bis Mitte Juli ein Traum, danach eher das Gegenteil. Ich hatte Glück und hatte während 4 Wochen Island nur einen verregneten Tag :cool:

Viele Grüße,

Dieter

Prachttaucher
07.10.2009, 15:39
Hast Du gut hinbekommen, den Schlechtwetter-Reisebericht. Könnte mir vorstellen, daß man sich da manchmal ziemlich einsam fühlt. Schön daß am Schluß noch ein paar Bilder kommen, wie es bei gutem Wetter aussehen kann. Bei den anderern Bildern könnte mancher ja versucht sein, mit Bildbearbeitung etwas anzuhübschen.

;-)Ich hoffe Du hast Dich aber irgendwann so gut von diesem Urlaub erholt, daß Du nicht mehr tagelang die Schnarcher in den STF-Hütten ertragen mußt.

Gruß Florian

ulfs
07.10.2009, 17:26
Danke für den schönen Bericht. Hornstrandir steht schon etwas länger auf meiner Merkliste, vielleicht sollte ich da mal die Planungen konkretiesieren.
Dieser Bericht ist mal wieder ein Beweis, dass jedes Wetter auf seine Art schön ist!
Liebe Grüße

windu
07.10.2009, 19:49
@Dieter: in Hornstandir war ich vom 1. bis 7. August. Letztes Jahr war ich ebenfalls Ende Juli und Anfang August in Island. Beim nächsten Mal wird es wohl eher Anfang Juli. Das letzte Boot von Ísafjörður nach Hrafnfjörður ging dieses Jahr am 8. August. Ich war also schon ziemlich spät in der Reisezeit.

@Florian: Du meinst, ich soll zukünftig einfach nur noch zelten?
Übrigens, Axel ist immer noch der Meinung, dass andere langsam laufen und will nicht zu der Einsicht kommen, dass er "rennt". Wir hatten es letzten Sonntag mal wieder davon.

Prachttaucher
07.10.2009, 21:00
Ich kann sehr gut verstehen, daß Du nach der Tour (bei der sofort gestarteten nächsten Tour) Sehnsucht nach fester Unterkunft hattest - das wäre mir auch so gegangen. Ich hatte mich ja ohne diese Vorerfahrungen getraut, fernab der Hütten zu zelten und fand es wunderbar (mit freundlicher Unterstützung des Wetters). Zu wissen, daß es auf der ganzen Tour keine Hütte als Plan B gibt ist sicher deutlich härter.
Es gäbe da ein gutes Buch für Axel : "Die Entdeckung der Langsamkeit" vom Nadolny

windu
07.10.2009, 21:21
Ja, nach dieser Woche stand der Plan, auf dem Nordkalottleden die Hütten aufzusuchen. Aber für nächstes Jahr freue ich mich schon auf meine nächste Zelttour. Vielleicht geht es dann in den Sarek. Dort ist Anfang August in den Haupttälern bestimmt mehr los.

tah
08.10.2009, 14:26
Das ist genau das Wetter, in welches ich mich auf Island "verliebt" habe - extrem flach ziehende Wolken oder Nebel, teils hohe Windgeschwindigkeiten, häufige Wetterwechsel.
Und natürlich mag ich auch die Sonnentage:-) ... aber der "Rest" ist dort eben viel spannender.

Die Bilder sind für mich Sehnsucht pur.

Gruss Tom.

QuiverTree
17.11.2009, 11:35
Hallo windu,

beim Surfen bin ich auf Deinen Bericht gestoßen und habe ihn mit Interesse gelesen. Hut ab, dass Du bei dem Wetter durchgehalten hast und am Ende noch ein positives Résumée ziehen kannst.

Wir waren zu viert etwa vier Wochen vor Dir auf Hornstrandir. Auch wir hatten typisch isländisches Wetter (das gehört einfach dazu), aber vorwiegend doch schöne Tage, so dass wir von der grandiosen Landschaft auch etwas gesehen haben. Wenn es Dich interessiert, findest Du meinen Reisebericht auf quivertree.de.

Noch viele Erlebnisse auf Deinen Treks und auch mal besseres Wetter wünscht

QuiverTree

Goettergatte
17.11.2009, 22:40
Sehr schöner Bericht, beeindruckende Witterung, ich mußte beim lesen immer wieder an Halldor Laxnes "Glückliche Krieger" denken, der Roman spielt zum Teil in der Gegend um Hornstrandi.

Pax
18.11.2009, 15:52
Wow, super Bericht!
Das Wetter verhält sich sehr analog zu Wales und Schottland, wo ich in letzter Zeit viel unterwegs bin... wir witzeln immer, das wir uns genauso gut in ein kaltes, zugenebeltes, weiß gefließtes Badezimmer hocken könnten ;-)
Aber wie manch einer schon gesagt hat, das Wetter hat eben auch seinen Reiz. Und wenn dann mal die Sonne durchkommt, holla die Waldfee!

Und mal ehrlich: Wozu kauft man sich eigentlich die ganze sauteure Ausrüstung, wenn immer nur eitel Sonnenschein herrscht? Hier zeigt das Geraffel mal, was es kann!

Mensch, Island... *auchhinwill*

PS:
Solche Bedingungen sind übrigens so ziemlich das beste Navigationstraining, das ich mir vorstellen kann.. bin noch nicht ganz dahintergekommen, wie man sich bei 0 Sicht mit Kompass und Karte zurechtfindet.

windu
18.11.2009, 18:25
@QuiverTree: wenn man deine Bilder anschaut, möchte ich am Liebsten nächstes Jahr wieder nach Hornstrandir und hoffen, beim nächsten Mal das andere Wetter zu haben.

@Pax: ich würde dir Hornstrandir nur bedingt zum Üben der Navigation mit Karte und Kompass empfehlen. Dazu sind die Karten einfach ein bißchen zu "ungenau". Ich hatte ein GPS dabei und war darüber sehr froh.

Pax
18.11.2009, 23:26
@ windu:
Nee, nee.. geübt wird in Schottland, wo man im schlimmsten Fall einfach immer in eine Richtung latscht, und früher oder später auf eine Straße trifft. Je nach Gegend kann das auch mal eher länger sein.
Auf Island üben.. wäre für mich suboptimal. Da sollte man es schon können. Auch mit GPS, die ja nicht unbedingt immer funktionieren.

Was war denn (ca.) dein Gesamtgewicht für die Ausrüstung?

windu
19.11.2009, 16:48
Mein Startgewicht war ca zwischen 23 und 24 kg. Ich hatte für ca. 9 bis notfalls 10 Tage Essen dabei. Die 2 bis 3 Reservetage verleihen einen ein gewissen Sicherheitsgefühl, da die Boote teilweise aufgrund des Wetters nicht fahren können. Der Rucksack war ein Gregory Palisade.
Bei einem weiteren Besuch in Hornstrandir würde ich diegleiche Ausrüstung mitnehmen. Wie oben beschreiben hatte ich zwei Kleidergarnituren und ein Nallo 2 (mit Bodenplane und ordentlichen Heringe ca. 2,7kg) dabei. Der Kocher war ein Primus Pack Lite (ca 700g) und der Schlafsack war ein ME Glacier 750 mit einem wasserdichten Kompressionssack von SeaToSummit (ca1,6kg). Denn ich koche gerne und mache auf der Tour nicht nur Wasser warm. Bei Interesse kann ich auch die komplette Packliste hochladen.

Pero
23.11.2009, 12:58
Hallo Windu,

ich habe mich sehr über deinen Bericht gefreut. Wir waren Anfang August auf Hornstrandir und mußten leider unsere Tour abbrechen. Sobald ich einwenig Zeit habe werde ich das mal hier in einem kleinen Bericht näher erleutern.

Wir waren scheinbar kurz nachdem du von Hornvik aufgebrochen bist auch dort. Wir haben die englische Familie, sowie auch deine 3 Weggefährten noch getroffen.
Also danke für den schönen Bericht, da wissen wir nun was wir noch alles so verpasst haben;-).

Gruß
Pero

windu
29.11.2009, 13:36
Hallo Peru,

ich habe mir in Hornvik auch mal kurz überlegt, abzubrechen. Ich habe es allerdings verworfen, weil ich nicht bei starken Seegang von Hornvik aus zurückfahren wollte. Und außerdem hatte ich ja noch drei Tage Zeit bis Hesteyri.

Ich hoffe, es war nur das Wetter oder kaputte Ausrüstung, warum ihr abbrechen musstet und nichts schlimmeres.

Viele Grüße,
Stefan

Pero
29.11.2009, 19:52
Hallo Stefan,

ein wenig mehr war es leider doch. Abgesehen von einem völlig deformiertem und teils gebrochenem Zeltgestänge war es leider noch die angebrochene Nase meiner Frau.
Daraus resultierend noch ein am Boden liegender Gemütszustand.
Ich werde mich mal an´s Schreiben machen. Es war im Nachhinein eine sehr, sehr gute Erfahrung.

Gruß
Pero

windu
24.01.2010, 15:06
Hallo Pero,

schade, dass ihr in Hornvik abbrechen musstet. Nachdem es noch keinen Reisebericht von Euch gibt, wo seid ihr eigentlich gestartet und wo wolltet ihr hin?

Viele Grüße,
Stefan

Pero
31.01.2010, 16:55
Hallo Stefan,

der Bericht ist in Arbeit. Wird aber auch noch einwenig dauern. Ich komme momentan leider nicht sehr oft zum Schreiben.

Ursprünglich wollten wir in Hornvik starten. Auf Grund des schlechten Wetters hat das Boot uns aber dann in den Veidileysufjordu gebracht...

Gruss
pero

Snorri
01.02.2010, 00:32
Cooler Reisebericht, mit echt tollen Fotos! 4sterne
Da kann man sich so richtig in die ganze Situation reinversetzen, wird schon fast nass beim lesen ;-).
All die Berichte über Island machen echt Laune dort mal hin zu gehen, aber dieses Jahr wirds wohl nix, vielleicht nächstes Jahr wer weiss.
Jedenfalls Klasse windu!
Was für Schuhwerk hattest du?

Grüsse Snorri

windu
03.02.2010, 23:21
Meindl Island hatte ich dabei. Ich würde sie auch wieder mitnehmen.

Und bis zu diesem Urlaub hatte ich auch immer tockene Füße. Aber Blasen habe ich trotzdem keine bekommen.

Grüße, Stefan

hochers
17.08.2011, 15:13
Hallo Windu,
Dein Reisebericht hat uns sehr geholfen. Wir wollten den gleichen Weg wie du laufen, mussten aber wegen eines Mitreisenden in Hornvik aussteigen. Auch wenn ich mich jetzt zum Feind mache: Wir hatten 6 Tage Sonnenschein.
Ich kann mir vorstellen wie es gewesen wäre wenn es bei uns auch 7 Tage geregnet hätte. Wirklich Hut ab vor dieser Leistung!!!

Hier noch ein paar Bilder von unserer Tour:
http://imageshack.us/photo/my-images/709/p1010709m.jpg/