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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NO] Solotour durch Jotunheimen



Mr.Sunrise
21.09.2009, 21:27
Land: Norwegen
Reisezeit: August/September 09
Region/Kontinent: Nordeuropa

Kleines Vorwort:
Nach einigem Hin und Her was die Planung eines Urlaubsziels für diesen Sommer angeht, eigentlich sollte es ja in den Süden gehen, ist nun doch wieder einmal Norwegen daraus geworden. Großartig, gar keine Frage, auch wenn es jetzt eine Solotour wird!
Die erste in dieser Länge für mich und entsprechend bin ich schon etwas nervös! Habe ich an alles gedacht? Ist die geplante Tour durch Jotunheimen so machbar? Ich werde es sehen, der Rucksack ist gepackt, der Flug ist gebucht und morgen geht es Los!
Norwegen ich komme!

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23.8.:
Morgens 6 Uhr - der Wecker reißt mich lautstark aus meinen Träumen! Aber was soll`s, schnell springe ich aus den Federn und mache mich schnell fertig und dann nach einem schnellen Frühstück geht es endlich los! Mein Vater bringt mich nach Weeze zum Flughafen und um kurz vor 10 sitze ich im Flieger nach Norden.
Bei schönstem Wetter lande ich knappe 2 Stunden später in Torp und weitere 1,5 Stunden später bin ich in Oslo. Nachdem ich mein Busticket nach Ovre Ardal gekauft habe nutze ich die drei Stunden Wartezeit in Oslo dazu in die Stadt zu wandern. In Akker Brygge mache ich es mir mit Blich auf das Osloer Rathaus und Festung Akershus in der Sonne bequem, packe meinen Rucksack schonmal Tourfertig und gönne mir ein köstliches Softeis zum Start in den Urlaub - ein toller Einstieg!

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Auf dem Rückweg zum Busterminal mache ich noch einen kurzen Abstecher am Schloß vorbei und um 17 Uhr geht dann endlich der Bus in Richtung Ovre Ardal - 5 lange Stunden Busfahrt stehen mir bevor. In Fagernes nutze ich den Zwischenstop und kaufe an der Tankstelle noch zwei große Gaskartuschen - jetzt habe ich alles für die Tour zusammen und kann morgen direkt zeitig starten. Gegen 22:30 steige ich aus dem Bus und eine halbe Stunde Fußmarsch später bin ich an der Utladalen-Campsite.
Rasch ist das Zelt aufgebaut und nach einem kleinen Snack kuschel ich mich schnell in die warmen Daunen - gut gelaunt und voller Vorfreude auf die morgen beginnende Tour!

24.8.:
Zeitig werde ich heute schon wach, geweckt durch ein leises trommeln auf dem Zelt - Regen! Das ist ja der perfekte Start!
Nachdem ich aus dem Zelt gekrabbelt bin stelle ich jedoch erfreut fest, dass die Tropfen nur noch von den Bäumen kommen und der Himmel schon heller wird. Also kann ich mich erstmal in Ruhe hinsetzen und frühstücken, der erste Test des guten Sicca-Vollmilchpulvers im Müsli und ich muss sagen - bestanden. Während die Espressokanne noch auf dem Kocher steht kommt der Besitzer des Campingplatzes und öffnet die Rezeption - gestern abend war niemand mehr da, deshalb habe ich mein Zelt einfach mal mitten auf die Wiese gestellt. Nach dem Frühstück wird also erstmal schnell alles gepackt und bezahlt. Dann nach einem kurzen Plausch mit dem Campingplatzbesitzer geht es endlich los - trotz des ca. 28kg schweren Rucksacks mit zügigem Schritt!

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Da ich gestern Abend auf dem Weg zum Campingplatz schon recht weit ins Utladalen gelaufen bin, ist der Weg bis nach Hjelle nicht mehr weit - zum Glück, denn bis hierhin führt mich mein Weg an der Straße entlang. Von hier an geht es erstmal nur leicht ansteigend über einen Schotterweg bis nach Vetti Gard, immer durch das Tal der Utla, immer umgeben vom rauschen des Wassers - optimal um sich einzulaufen und an den Rucksack zu gewöhnen. Danach wird der Weg zwar zu einem wunderschönen Pfad, aber es geht jetzt richtig steil bergauf! Als ich nach ein paar hundert Höhenmetern das Steilstück überwunden habe, habe ich das Gefühl mich in einen einzigen
Wassertropfen verwandelt zu haben und das trotz der angenehmen Temperaturen. Ich brauche erstmal eine Pause! Hier oben geht der Weg dann wieder flach weiter, aber mittlerweile ist der Blick frei auf die spältakuläre Landschaft rundum. Direkt links überblicke ich das tief in den Fels eingeschnittene Tal der Utla und darüber erheben sich zu beiden Seiten die mächtigen, teils von Gletschern überzogenen Berge Jotunheimens - genial, jetzt weiß ich endgültig, dass ich mich für das richtige Reiseziel entschieden habe!
Unglaublich, ich bin noch nichtmal einen Tag hier draußen unterwegs und schon habe ich die Zeit vergessen, aber warum soll ich mich hier abhetzen? Ich habe ja kein Wettrennen vor mir und so wandere ich gemütlich immer weiter, genieße die beeindruckende Landschaft und lasse die Gedanken entschweben.

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Irgendwann werde ich vom immer lauter werdenden rauschen des Wassers zurückgeholt, ich stehe oberhalb des Vettisfossens. Ein wirklich tolles Naturschauspiel, das Wasser über die Felsen in die Tiefe stürzen zu sehen!
Langsam merke ich auch, dass ich für den ersten Tag genug Strecke gemacht habe und so schaue ich auf der Karte schon einmal nach einer schönen Stelle für mein erstes Lager. Die ist auch schnell gefunden und nachdem ich eine Weile in der Sonne gesessen habe schulter ich wieder meinen Rucksack und breche wieder auf. Durch lichte Birkenwälder laufe ich an Ingjerdbu vorbei und nach einem letzten Aufstieg für heute erreiche ich das Fleskedalen. Nach kurzer Suche finde ich einen nahezu perfekten Lagerplatz - gerade groß genug für mein Zelt und direkt am Flußufer.

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Schnell ist alles aufgebaut und nach einem schnellen Sprung ins kühle und erfrischende Nass geht es an die Zubereitung meines ersten "Fjellmenüs" - eine große Pfanne frisch gesammelter Pilze mit Speckwürfeln und Polentaküchlein und zum Nachtisch Vanillepudding mit Unmengen von Blaubeeren. Großartig - so lass ich mir meine Ankunft in der Natur gerne gefallen! Und zur Krönung eines tollen ersten Tages gönne ich mir im Sonnenuntergang eine Pfeife und ein Gläschen guten schottischen Whisky!

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25.8.:
Zeitig werde ich heute schon wieder wach - schnell habe ich mir hier schon eine Art Rythmus angewöhnt, sobald es hell ist werde ich wach!
Da heute morgen immer noch ein kühler Wind weht, bleibe ich zum frühstücken noch in den kuschelig warmen Daunen liegen, aber das geöffnete Zelt erlaubt mir einen tollen Ausblick über den Fluß und im Hintergrund habe ich die ganze Zeit das Rauschen der Natur. Super - Frühstück im Bett mit Aussicht sozusagen! Da schmeckt auch der ohnehin gute Espresso gleich besser. Nach dem Frühstück gebe ich mich dann ans packen und da ich keine Eile habe, lasse ich mir Zeit. Doch irgendwann spüre ich die ersten Regentropfen fallen und beeile mich dann doch. Aber nachdem ich mit geschultertem Rucksack wieder auf dem Weg stehe ist das mit Anflug von schlechtem Wetter auch schon wieder vorbei, lediglich der frische Wind ist geblieben. Direkt zum warm werden geht es heute morgen gute 300 Höhenmeter bergauf, Schritt für Schritt erarbeite ich mir beständigen Schrittes Meter für Meter. Aber für diese Mühen werde ich mit großartigen Aussichten belohnt, auf die bereits zurückgelegte Strecke, als auch auf das was noch vor mir liegt. Die Gipfel der umliegenden Berge sind zwar leider in Wolken gehüllt, aber so wirkt die Landschaft rauher und auch imposanter.

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Der weitere Weg in Richtung Skogadalsboen wird immer morastiger und führt mich langsam aber sicher wieder bergab. Auf dem Weg dorthin nutze ich die Gelegenheit zu ein paar netten Gesprächen mit ein paar mir entgegenkommenden Wanderern. Es ist schon interessant, ich bin noch keine zwei Tage in der Einsamkeit unterwegs, aber schon freue ich mich über ein paar kleine Gespräche zwischendurch. Nach einer kleinen Pause bei der Skogadalsboen biege ich in Richtung Osten in das Skogadalen ab. Ab hier geht es wieder aufwärts, durch die Talsohle mache ich Meter für Meter. Der weiterhin sehr morastige Weg ist dazu noch von dichten Büschen überwuchert und entsprechend mühevoll.

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In weiter Ferne kann ich schon das Ende des Tals und den Pass erkennen, welchen ich heute noch überschreiten will. Aber bis dahin wandere ich noch einige Kilometer durch ein Birkenwäldchen, ehe ich mich oberhalb der Baumgrenze wiederfinde. Sofort schlägt mir wieder der kalte Wind entgegen, dazu setzt jetzt auch noch ein wenig Nieselregen ein, aber die paar Schauer dauern jeweils nur kurz. Aber dennoch greife ich jetzt das erste mal zu meinen Regensachen. Ich laufe das Skogadalen noch bis kurz vor den Übergang zum Ovre Mjolkedalen hinauf und schlage mein Lager an einem der ungezählten kleine Seen auf.

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Zum kochen kann ich mich noch gemütlich vor das Zelt setzen und dabei das Spiel der Wolken bewundern, doch kaum habe ich den letzten Bissen verdrückt, da treibt mich der einsetzende Regen ins innere meines Zeltes. Da es sich auch den restlichen Abend nicht bessert, mache ich es mir heute zeitig im Schlafsack bequem und lasse den Tag bei ein paar Tassen Tee und etlichen Seiten in einem guten Buch ausklingen.

26.8.:
Heute morgen werde ich von einem leichte trommeln auf dem Zelt wach, es regnet immer noch leicht und so gdrehe ich michg noch ein paar mal im
Schlafsack um - aber schlafen kann ich nicht mehr und so stehe ich dann doch auf. Während ich noch im Zelt sitzend meinen ganzen Plunder zusammenpacke lässt der Regen nach und hört schließlich ganz auf. Als ich den ersten Blick aus dem Zelt hinaus wage ist alles in dichten Nebel gehüllt. Das Rauschen der Natur wirkt dadurch irgendwie gedämpft und alle Geräusche, wenn sie denn nicht komplett geschluckt werden wirken, als kämen sie von ganz weit her. Ich ziehe meine Schuhe an und setze mich zum Frühstück auf einen nahen Felsen. Nach einer ordentlichen Ladung Müsli und dem obligatorischen Espresso fühle ich mich richtig fit für den Tag. Die beim aufwachen noch nicht wirklich vorhande Motivation ist auch wieder da und so kann die nächste Etappe nach einem kurzen Blick auf die Karte beginnen.

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Nach gut einem Kilometer stehe ich an einer Weggabelung, ein Weg biegt hier ab in Richtung Rauddalen, aber ich will dem Weg weiter in Richtung Ovre Mjolkedalen folgen. Im Nebel lässt sich so gut wie nichts von der umgebenden Landschaft erkennen, also laufe ich erstmal dem Wegweiser hinterher. Aber schon nach wenigen Metern habe ich das Gefühl, der Weg biegt in die verkehrte Richtung ab, er nimmt die gleiche Richtung wie der Weg ins Rauddalen und der Weg verläuft nur wenige Meter entfernt parallel zu meinem - kann das richtig sein?
Ich greife also erst nochmal zur Karte, hier ist es so dargestellt, als hätte der andere Weg in rechtem Winkel abzweigen müssen, aber bei dem Maßstab ist so ein kleiner Schlenker nicht unbedingt zu erkennen. Naja, aber mein Weg soll mich die ganze Zeit ostwärts bis südostwärts führen. Also schnell noch den Kompass gezückt und siehe da, ich laufe auch genau in Richtung Osten. Obwohl ich jetzt die Bestätigung habe das ich richtig bin, schaue ich mich nochmals skeptisch um ehe ich weiterlaufe. Es ist schon erstaunlich wie sehr im Nebel das eigene orientierungsvermögen irritiert werden kann.

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Nachdem ich etwa eine Stunde unterwegs bin, beginnt sich der Nebel langsam aber sicher auf zu lösen und erste Sonnenstrahlen fallen auf die umliegende Landschaft. Die noch nassen Felsen fangen silbern an zu glitzern und als die ersten Berggipfel durch den dünner werdenden Nebelvorhang zu erkennen sind kommt schon fast eine mythische Stimmung bei mir auf. Dazu habe ich hier absolute Ruhe, nur noch verstärkt durch das teils nahe und teils ferne Rauschen der unzähligen Bäche und Flüsse!

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Um die Mittagszeit überschreite ich einen Pass in Richtung Snoholsvatntnet. Auf dem Weg dorthin müssen erste Schneefelder gequert werden, ehe ich mich für die nächsten Stunden mühevoll über großes Geröll am Ufer des Sees entlangarbeite. Aber mittlerweile habe ich schönstes Wetter und werde für meine Mühen mit reichlich Sonne belohnt - so macht das wandern richtig Spaß! Nachdem ich den doch recht großen See passiert habe, mache ich es mir also ersteinmal schön in der Sonne bequem und hänge eine ganze Weile allerlei Gedanken nach. Ausgeruht geht es dann am Nachmittag weiter. Als ich dann am Abzweig ins Rauddalen ankomme, kommt mir eine große Gruppe Amerikaner entgegen, seit gestern vormittag die ersten Menschen die mir wieder begegnen. Nach einem kurzen Schwatz, sie sind auf dem Weg nach Gjendebu, schwenke ich dann ins Rauddalen ein in Richtung Olavsbu.

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Hier pfeift mir dann auch wieder ein kaltrer Wind um die Ohren, so dass sich das wandern mit kurzen Ärmeln für heute dann wohl erledigt hat. Am späten Nachmittag finde ich dann mal wieder ein tolles Plätzchen für mein Zelt, direkt am Seeufer und eingerahmt von zwei hohen, teils schneebedeckten Bergketten. Heute kann ich mal wieder den ganzen Abend vor dem Zelt verbringen. Nach dem Essen genieße ich wieder bei einer schönen Pfeife und einem Glas kostbaren schottischen Lebenswasser den Sonnenuntergang und nutze den Abend zum lesen nachdenken.

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27.8.:
Nachdem der letzte Wetterbericht, den ich bei der Skogadalsboen gelesen habe eigentlich schon für gestern richtig mieses Wetter vorrausgesagt hat, ist es dann wohl heute soweit. Hatte ich gestern abend bei diesem tollen Wetter doch noch auf den ein oder anderen sonnigen Moment gehofft, muss ich mich heute morgen leider damit begnügen im Zelt zu Frühstücken. Da der Regen nicht aufhören will, lasse ich mir Zeit, danach packe ich im Zelt alles zusammen und stelle mich dem Wetter. Sämtliche Berge sind in dichte Wolken gehüllt und auch wenn der Regen nicht stark ist, hält er sich aber dennoch beständig dran. Meine gute Laune lass ich mir davon aber nicht vermiesen!

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Nach kurzer Zeit erreiche ich die Olavsbu und mache mich an den Aufstieg über das Rauddalsbandet. Auf dem Weg nach oben kommt es dabei fast zum Super-GAU - mein Außenzelt, welches ich heute morgen außen am Rucksack befestigt habe löst sich aus der Halterung, verfängt sich aber zum Glück in der Regenhülle des Rucksacks. Nur durch einen zufälligen Griff nach hinten merke ich das Missgeschick und behebe es schnell, diesmal bringe ich das Zelt besser an!
Über flechtenbedecktes Geröll, welches heute große Vorsicht erfordert, da es extrem rutschig ist und über Schneefelder geht es über den in Wolken gehüllten Pass. Hier oben kommen mir ein paar Wanderer entgegen, aber nach einem kurzen Gruß und den üblichen Floskeln über den voranliegenden
Weg - niemand scheint in diesem naß-kalten Wetter heute Lust auf eine längere Pause mit Schwätzchen zu haben - geht wieder jeder seinen Weg.
Nach dem Abstieg in Richtung Langvatnet steht mir eine recht lange heikle Flußquerung bevor. Die großen Felsen, welche eigentlich einen ganz guten und vor allem trockenen Weg über den Fluß bieten, sind größtenteil vom Fluß überspült und dazu auch noch ziemlich glitschig. Aber ich meistere auch diese Passage, ohne dabei ein ungewolltes Bad zu nehmen.

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Danach führt mich der Weg langsam aber sicher wieder bergauf in Richtung Leirvassbu. Eigentlich hatte ich mir gestern abend überlegt, heute einen Abstecher auf die 2032m hohe Kyrkja zu machen, aber bei dem Wetter hat das recht wenig Sinn, der Gipfel ist in dichte tief hängende Wolken gehüllt und meine Hoffnung auf eine großartige Aussicht ist damit erfüllt. Naja, als Ersatz für den Gipfel gönne ich mir halt in der Hütte eine große Tasse heiß Schokolade - köstlich und vor allem wärmend. Mittlerweile komplett nass ist das wirklich der reinste Luxus!
Nach dieser tollen Stärkung kaufe ich noch schnell Schokolade und ein paar Kekse und mache mich dann noch einmal auf den Weg - schwer fallen mir die
ersten Schritte beim Blick zurück - in Gedanken immer noch in der warmen Stube. Ein paar Kilometer weiter schlage ich dann mein Zelt auf, direkt
unterhalb der Nordwand der Kyrkja. Ich nutze die recht kurze Regenpause um mich einzurichten und ein eisiges Bad zu nehmen, danach mache ich es mir im Zelt bequem und verbringe den Abend im wärmenden Schein der Gaslaterne mit heißem Tee und lesen - ein entspannender und gemütlicher Abend, das beste was man bei so einem Wetter machen kann!

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28.8.:
Heute morgen ist meine Motivation zum weiter laufen besonders groß! Heute morgen prasselt es zwar nur ganz leise auf mein Zelt, es nieselt also nur, aber ein ganzer Tag im Niesel kann auch ganz schön naß sein. Dazu kommen meine nassen Schuhe, nachdem ich gestern über weite Strecken mehr durch Bäche und Seen gewandert bin als über Wege, haben meine geliebten Wanderstiefel doch eine Menge Wasser ins innere durch gelassen und nasse Socken haben leider die Eigenart, unangenehm an Fersen und Zehen zu scheuern. So ist natürlich das passiert, wovon ich bisher auf meinen Touren verschont geblieben bin - ich habe mir an der rechten Ferse eine große Wunde Stelle gelaufen. Na toll und das schon nach dem ersten Drittel der Tour!
So liege ich also noch eine ganze Weile unentschlossen in meinem Schlafsack, bevor ich mich dazu durchringe, zumindest schonmal die Espressokanne fertig zu machen. Ich öffne den warmen Schlafsack also ein winziges Stück - gerade nur soweit, dass ich mit meinen Armen nach draussen komme - rolle den Eingang des Innenzeltes auf und werfe den Kocher an. Während das Wasser langsam anfängt zu kochen, wird es im Zelt so richtig schön warm. Als dann wenige Minuten später der erste köstliche Tropfen dieses tiefschwarzen Getränks über meine Lippe fließt, steigt meine Motivation aber schlagartig. Ein kurzer Blick aus dem Zelt hinaus zeigt mir, dass es langsam ein wenig aufklart. Sämtliche umliegenden Gipfel sind frei von Wolken - sollte es heute morgen doch möglich sein die Kyrkja in Angriff zu nehmen, nachdem mir gestern der Gipfel verwehrt wurde?
Bei diesem Gedanken werde ich auf einmal hell wach und beeile mich mein Frühstück zu mir zu nehmen und allen Plunder den ich gestern abend im Zelt
verteilt habe wieder in den Rucksack zu packen. Vom ersten Schluck Espresso bis zu dem Punkt, dass ich abmarschbereit im Kyrkjeglupen stehe ist maximal eine halbe Stunde vergangen - ich frage mich eigentlich immer noch wie ich das geschafft habe.

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Ich laufe also los in der Hoffnung, bald eine grandiose Aussicht über die gestrige als auch die heutige Etappe genießen zu können. Da ich beschlossen habe, den Berg von Nordosten her anzugehen, laufe ich erst noch ein Stück in Richtung Visdalen und quere dann zwischen dem Panna und Kyrkjetjonne den Fluß, nachdem ich einige Zeit nach einer geeigneten Stelle gesucht habe, um trockenen Fußes ans andere Ufer zu gelangen. Von hier aus geht es sofort aufwärts, aber erst noch recht gemächlich über einen erdigen Hang. Ich laufe direkt auf die Spitze des Berges zu und begutachte dabei skeptisch das Spiel der Wolken. Erst sind sie noch sehr hoch, doch sobald ich mich an den Aufstieg gemacht habe sinken sie immer weiter in Richtung Tal hinab. Zuerst sind nur die umliegenden Gipfel verschwunden ehe auch "mein" Gipfel
im grau der Wolken verschwindet. Ich bin erst wenige Minuten im Aufstieg und jetzt stocke ich erst einmal - soll ich den Aufstieg auf mich nehmen, auch wenn ich oben sehr wahrscheinlich in den Wolken stehe und wieder nichts aus der Aussicht wird? So stehe ich eine Weile unentschlossen am Berghang und überlege hin und her. Während dessen klart der Himmel um den Gipfel immer mal wieder auf und zieht sich wieder zu, was meine Entscheidung nicht gerade leichter macht!
Am Ende entscheide ich mich dazu, den Versuch schon wieder zeitig zu beenden und statt dessen weiter das Visdalen hinunter zu wandern. Der Weg hier runter ist grandios, auch wenn ich sehr oft durch knöcheltiefen Morast wandern muss, zumindest solange es keine Bäche und Flüße zu queren gibt. Das einzige was mich heute den Tag über beim wandern bedrückt ist die Entscheidung mit der Kyrkja - hätte ich es nicht doch versuchen sollen? Da der Berg am Ende des Visdalen über das ganze Tal thront, muß ich mich immer wieder umdrehen - irgendwie scheint mich der Berg zu verfolgen. Um dem ganzen ein wenig zu entgehen, versuche ich zügig weiter zu kommen und aus dem Blickfeld des Berges zu entkommen, dabei genieße ich die einsame Landschaft vor mir.

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Irgendwann, es ist mittlerweile nachmittag geworden frage ich mich, wann denn jetzt der Abzweig nach Süden ins Urdadlen kommt? Ich lege einen Stop ein um einen Blick auf die Karte zu werfen. Mir ist sofort klar, dass ich eiskalt an dem Abzweig vorbei gerannt bin - ein kurzer Blick aufs GPS zeigt mir, dass ich sogar ein ganzes Stück weiter gelaufen bin - so ein Mist, wie konnte das denn jetzt passieren? Jetzt bin ich dann doch ein wenig genervt und genehmige mir erstmal eine ordentliche Portion Schokolade. Ich schultere also wieder meinen Rucksack und drehe um, mittlerweile hat auch wieder Regen eingesetzt, was die Freude über den zusätzlichen Weg nicht gerade steigert. Da habe ich den halben Nachmittag mit mir gerungen, ob die Abbruch Entscheidung an der Kyrkja richtig war oder nicht und war gewissermaßen froh, aus ihrem Blickfeld entkommen zu sein und jetzt darf ich erstmal wieder direkt auf den Berg zulaufen! Noch ein wenig wütend über mich, weil ich den Weg verfehlt habe und mit frischer Schokoladenpower renne ich den Weg förmlich zurück. Als ich an dem Wegweiser, welcher den Abzweig markiert ankomme, bin ich gerade mal 45 Minuten unterwegs - für gut 4,5 Kilometer durch Morast. Ein Blick auf den GPS-Track verrät mit jetzt auch, warum ich diesen riesigen Wegweiser talabwärts nicht gesehen habe - auf dem Abstieg bin ich dem Weg direkt am Fluß entlang gefolgt und jetzt stehe ich etwa 200m weiter oberhalb am Hang. Ich wandere noch ein paar Kilometer ins Urdadalen hinein und baue bei kräftigem Wind und im strömenden Regen mein Zelt auf. Schnell verkrieche ich mich ins innere. Der Ärger des Tages ist so gut wie verflogen, als ich den Kocher anwerfe und meine erste Tasse Tee trinke. Während ich mich mit der Zubereitung meines Essens beschäftige frischt der Wind noch weiter auf und dazu setzt ein kräftiges Gewitter ein - endlich mal extremes Wetter für das Zelt!;) Unterdessen krieche ich tief in meinen Schlafsack und falle schnell in einen tiefen Schlaf.

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29.8.:
Nach dem Tag von gestern tut es richtig gut, dass ich heute morgen von der Sonne geweckt werde! Aber es ist kühl geworden in der letzten Nacht, ein Blick nach draußen zeigt mir, dass sämtliche umliegenden Gipfel weiß überzuckert sind, dazu weht auch immer noch ein eisiger Wind. Ich bereite mein Frühstück also mal wieder im Zelt, aber das ist ja auch garnicht so ungemütlich. Aber zum Rucksack packen gehe ich dann raus, endlich nicht mehr alles sitzen auf 2m² verpacken. Am späten Vormittag komme ich dann los und direkt geht es bergauf in Richtung Urdadalsbandet. Auf dem Weg dorthin bewundere ich das beeindruckende Spiel von Sonne und Wolken, welche um die Berggipfel spielen.

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Als ich die Passhöhe erreicht habe tun sich bereits große Löcher, durch die kräftig das Blau des Himmels durchschimmert, in der Wolkendecke auf. Dazu strahlt mir der in der Sonne liegende Gipfel des Semeltinden entgegen. Über die Nordflanke zieht sich ein großes Schneefeld bis fast auf den Gipfel rauf
und schreit geradezu nach einem Besteigungsversuch. Also gut, nachdem es gestern mit dem Gipfel nich gklappt hat, setze ich heute erneut zum Gipfelsturm an. Zuerst geht es noch ein Stück mühevoll über Geröll bis an den Rand des Schneefeldes, danach geht der Aufstieg zügiger voran. Aber auch heute bleibt das Wetter nicht stabil, von der Südseite des Bermassivs ziehen wieder dichte und vor allem tief hängende Wolken herauf und in der Ferne sieht man schon den einsetzenden Schneefall! Ich bin bisher noch nicht weit aufgestiegen, vielleicht 150 Höhenmeter. Schnell steht der Entschluß und ich beginne den Abstieg in südlicher Richtung, so habe ich zumindest keinen Umweg für diesen Versuch unternommen. Nachdem ich mich gestern noch so schwer getan habe mit einer solchen Entscheidung, ist es heute eine Selbstverständlichkeit, auch bin ich mir jetzt sicher, gestern das richtige gemacht zu haben!
Der Versuch heute ist zwar wieder nicht vom Gipfelerfolg gekrönt, allerdings habe ich ein paar tolle Ausblicke über das Urdadalen, durch welches ich hierher aufgestiegen bin.

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Nach einer kurzen Pause geht es jetzt eine weite Strecke abwärts. Erst über Geröll, wird der Weg heute wieder zunehmend morastiger. Auch geht der Schneefall mit abnehmender Höhe langsam aber sicher in Regen über. Das wandern wird unangenehm, da der Wind mir jetzt genau entgegenschlägt und ich nur kurz den Kopf heben kann um meinen Blick über die umliegende Landschaft schweifen zu lassen. Am Hellerfossen lege ich noch eine kurze Pause ein, ehe ich das Storadalen weiter abwärts wandere. Zuerst hatte ich noch mit dem Gedanken gespielt, hier unten im Tal mein Lager auf zu schlagen, aber bei der gewaltigen Menge von Schafshinterlassenschaften beschließe ich dann doch noch ein Stück in Richtung Memurutunga auf zu steigen. An einer kleinen, recht exponierten Stelle baue ich - mal wieder im strömenden Regen - mein Zelt auf. Mal wieder verziehe ich mich schnell ins innere. Beim kochen fällt mir dann noch was ein, was ich fast vergessen hätte - heute ist Bergfest, die Hälfte der Tour liegt hinter mir, zur Feier des Tages gönne ich mir heute abend mal wieder ein Gläschen köstlichen
Whisky!

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Mr.Sunrise
21.09.2009, 21:27
30.8.:
Wie schon so oft in den letzten Tagen heißt es auch heute wieder - Frühstück im Zelt. Auch das Packen im Zelt ist fast schon zur Routine geworden und dann kann es auch fast schon los gehen - nur noch kurz den GPS-Track von gestern speichern und auf geht`s. Aber dann der Schock, beim rumtippen mit Handschuhen muss ich wohl irgendwie eine falsche Taste getroffen haben - nach dem speichern erscheint die Meldung im Display, dass der Track erfolgreich gelöscht wurde! Der Tag geht ja richtig gut los, aber was soll`s, das fehlende Teilstück kann ich mir ja zuhause mit der Karte auch wieder zusammenbasteln, halt leider ohne so ein schickes Höhenprofil.

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Oben auf der Memurutunga pfeift mir ein kräftiger, kalter Wind um die Ohren - das kommt mir doch bekannt vor, das war vor zwei Jahren ähnlich, halt nur mit Sonnenschein - aber dafür läßt der Regen schnell nach bis es schließlich ganz aufhört. Der Regen scheint in der Bergkette südlich vom Gjende hängen zu bleiben. Trotz dieser in grau gehüllten Landschaft ist das Erlebnis großartig, hier ist mir die Landschaft wieder bekannt, schließlich war ich vor zwei Jahren schon einmal hier. Aber dennoch wirkt die Landschaft ganz anders als damals, die von dunklen Wolken verhangenen Berge wirken heute fast schon bedrohlich und stellen so einen gewaltigen Kontrast zum kräftig türkis heraufschimmernden Gjende dar.

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Da hier oben auf der Memurutunga ein eisiger Wind weht, lege ich nur kurze Fotostops ein und wandere zügig weiter in Richtung Memurubu. In ständigem auf und ab führt der Weg über Felsen und an unzähligen kleinen und großen Seen vorbei, umrahmt von den schneebedeckten Gipfeln und dem Gjende.
Während ich über den Höhenzug des Sjugurtinden wandere, tut sich langsam aber sicher der Blick über das Memurudalen auf. Dort unten werde ich,
wie schon vor zwei Jahren, mein Zelt aufschlagen. ABer erst steht mir noch ein sehr steiler Abstieg nach Memurubu bevor. Dort genieße ich, nachdem ich bisher nur eisiges Wasser hatte, die erste heiße Dusche seit einer Woche - was für eine Wohltat! Nachdem meine Schokoladenvorräte wieder aufgefüllt sind, wandere ich noch ein Stück das Memurudalen hinauf und schlage dort maien Lager auf. Als großartiges Sonntagsmenu steht heute Pfannkuchen mit Nüssen und Trockenfrüchten, um es kurz zu fassen - sakriköstlich!

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31.8.:
Nachdem der gestern ausgehängte Wetterbericht in Memurubu für heute richtig schlechtes Wetter vorausgesagt hat, habe ich mich eigentlich schon auf einen Ruhetag eingestellt. Entsprechend schlafe ich erstmal recht lange und bin dann doch sehr überrascht, als ich von Sonnenschen geweckt werde. Ein kurzer Blick aus dem Zelt macht mir darüber hinaus Hoffnung, dass sich das Wetter heute hält. Also mache ich mich doch wieder fertig zum weiterlaufen und nach dem Frühstück - naja eigentlich ist es fast schon mein Mittagessen und es ist großartig, Rührei mit Speck - mache ich mich dann auf den Weg nach Glitterheim. Nachdem ich das Memurudalen wieder bis Memurubu gelaufen bin, erwartet mich direkt ein steiler Aufstieg um hinüber ins Tal des Russvatnet zu gelangen. Für die Mühen des Aufstiegs werde ich aber mit ein paar tollen Ausblicken über meinen letzten Lagerplatz im Memurudalen und die Gipfel südlich des Gjende entschädigt.

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Nachdem ich die Passhöhe überwunden habe, geht es ähnlich steil wie im Aufstieg wieder talwärts in Richtung Russvatnet, den See immer im Blickfeld.
Und hier wird der bisher steinige und trockene Weg auch direkt wieder naß und morastig.

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Wie schon in den letzten Tagen ist die Landschaft hier absolut einmalig, auch wenn die Berggipfel immer noch in Wolkenb gehüllt sind. Dieses Spiel der Wolken in den Felsen ist einfach nur beeindruckend. Am Russvatnet lege ich trotz des kalten Windes eine längere Pause an einem der tollen Kiesstrände ein. Hier könnte man es sich so richtig gemütlich machen, aber leider treibt mich der langsam wieder einsetzende Niesel dazu, wieder auf zu brechen. Frisch gestärkt nehme ich den zweiten langen Anstieg des Tages in Angriff. Mein Weg führt mich über den Pass zwischen der Vestre und Austre Hestlaegerhoe hinüber ins Tal der Veo, an der Glitterheim liegt. Der Pass verschwindet langsam in den Wolken, welche mir von der Höhe herab entgegenkrichen. Es dauert nicht lange und ich werde komplett von ihnen verschluckt und dazu habe ich dann noch den eisigen Wind im Rücken, so das ich fast das Gefühl habe, das hinter mir liegende Tal will mich endlich loswerden und durch die Engstelle ins nächste Tal spucken. Nach einem langen Weg über viel Geröll und ein letztes kleines Schneefeld ist die Passhöhe überwunden und fast schlagartig läßt hier auch der Wind nach!

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Der Abstieg geht jetzt recht zügig, erst über rutschiges Geröll, später dann wieder durch Morast. Am späten Nachmittag kommt Glitterheim in Sicht. Allerdings nur trübe zu erkennen, da die Gebäude, genauso wie die umliegenden Gipfel von leichtem Nieselregen eingehüllt sind.
Ich laufe noch ein Stück bis zur Talsohle und schlage dort mein Zelt direkt am Ufer der Veo auf - mal wieder ein absolut genialer Platz!
Da es noch nicht so spät ist, laufe ich noch kurz den guten Kilometer bis nach Glitterheim - ohne den schweren Rucksack habe ich fast das Gefühl zu fliegen - um mir den Wetterbericht für morgen zu holen. Es soll besser werden und der Hüttenwirt meint, eine Besteigung des Glittertinden wäre sehr wahrscheinlich gut machbar. Toll, also mache ich mich freudig auf den Rückweg zu meinem Zelt und plane während dem Essen schonmal die Etappe für morgen und verkrieche mich zeitig in die Daunen.

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1.9.:
Heute morgen beeile ich mich wieder mit dem Frühstück und mit packen. Der Himmel ist zwar auch heute wieder grau, aber sämtliche der umliegenden
Gipfel sind klar zu erkennen. Nachdem alles gepackt ist breche ich gegen 9 Uhr auf, ich will den Glittertinden überschreiten und dann morgen den Bogen um den Berg herum machen und nach Glitterheim zurück kommen. An der Hütte angekommen mache ich noch einen kurzen Stop und werfen einige
Postkarten ein und dann geht es los - Gipfel ich komme.

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Zügig komme ich voran und arbeite mich Meter für Meter in die Höhe. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter nimmt der Wind merklich zu und auch erste Wolken spielen um die Gipfel und werfen vereinzelte Regentropfen von sich! Aber heute lasse ich mich nicht zur Umkehr bewegen, jedenfalls noch nicht.
Nach knapp zwei Stunden Aufstieg stehe ich am Rand des Glitterbrean, etwa 200 Meter unterhalb des Gipfels. Dieser ist mittlerweile in dichte Wolken gehüllt und der Wind hat sich fast schon zu einem Sturm entwickelt. Eigentlich steht mein Entschluß zur Umkehr schon, aber ich will noch eine weitere bestätigung für diese Entscheidung. Also mache ich zumindest noch ein paar Meter auf den Gletscher, die ersten Meter geht es durch tiefen und nassen Schnee, danach führt der Aufstieg über blankes Eis weiter - mit den Wanderschuhen so absolut unmöglich zu gehen - ich drehe um!

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Der Abstieg dauert nur eine gute Stunde, aber durch den stärker werdenden Regen bin ich ziemlich lass, als ich wieder in Glitterheim ankomme. Dort kaufe ich mir schnell noch ein paar Kekse und Schokolade und dann mache ich mich auch direkt auf den Weg zu meiner gestrigen Lagerstelle. Ich nutze eine kurze Regenpause um das Zelt aufzubauen und dann verziehe ich mich schnell ins innere, auch wen es erst früher Nachmittag ist. Aber es ist gut, dass ich heute so zeitig dran bin, denn das Zelt steht noch nicht langer, als ein kräftiges Gewitter losbricht. Den restlichen Tag verbringe ich also lesend und schreibend im gemütlich warmen Schlafsack und hoffe auf etwas besseres Wetter für die letzten Tourtage!

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2.9.:
Nach dem extrem schlechten Wetter der letzten Nacht - es hat geschüttet ohne Ende und ein stürmischer Wind hat heftigst am Zelt gerüttelt, aber der Tanzpalast war vollkommen unbeeindruckt - bin ich überrascht, von der Sonne geweckt zu werden und beim ersten Blick nach draußen den blauen Himmel zu sehen. Da wird meine Hoffnung auf schöneres Wetter doch tatsächlich erfüllt!
Der Wind bläst zwar immer noch sehr kräftig, ich frühstücke also mal wieder im Zelt, aber das stört mich nicht wirklich. Bevor ich wieder losziehe nutze ich also die Gelegenheit sämtlich nassen Sachen zu trocknen und das geht schnell, sehr schnell. Anschließend ziehe ich los, wieder in Richtung des Russvatnet, aber nicht auf dem gleichen Weg den ich hier her genommen habe, sondern weiter östlich in Richtung Tjonholet.

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Heute geht es über einen unmarkierten Weg los - naja, die Pfadspuren sind zu Beginn deutlich zu erkennen und vereinzelt weist auch ein Steinmännchen
den richtigen Weg, aber in dem Geröll ist es ohnehin einfacher, sich seinen eigenen Weg zu suchen. Im Anstieg habe ich immer wieder tolle Blicke auf
das hinter mir liegende Veodalen und hier oben laufen mir auch die ersten Rentiere über den Weg. Nach etwa zwei Stunden habe ich die Passhöhe erreicht und da es noch zeitig ist, beschließe ich mal wieder, einen Gipfelversuch zu starten. Anstatt direkt ins Tjonholet ab zu steigen, schlage ich den Bogen ostwärts über den Nautgardsoksle auf den Nautgardstinden ein. Über grobes Geröll geht es zügig aufwärts, auch ohne Weg, aber die Orientierung hier oben ist leicht. Ich finde es aber sehr faszinierend, dass die zum Beginn des Aufstiegs noch hoch liegende Wolkendecke mit jedem Meter Höhe den ich gewinne scheinbar die gleiche Strecke absinkt. Auf dem Gipfel des Nautgardsoksle stehe ich noch knapp unter der Wolkendecke und habe eine grandiose Aussicht über das Veodalen, den Russvatnet und die umliegenden, auch von Wolken eingehüllten Berggipfel. Auch wenn der eigentlich angestrebte Gipfel in den Wolken liegt will ich heute weitergehen. Der Weg ist nicht mehr weit und es ist trocken, auch der Wind ist nicht ganz so stürmisch wie gestern auf dem Glittertinden. Eine halbe Stunde später stehe ich auf dem 2258m hohen Gipfel des Nautgardstinden - doch noch der lang ersehnte "hohe" Gipfel!

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Leider ist die Sicht gleich null und so mache ich nur kurz eine Pause für einen Schokoriegel und das obligatorische Gipfelfoto mit dem vereisten Steinmännchen. Der einsetzende kräftige Schneefall drängt mich zum raschen Aufbruch. Jetzt muß ich wirklich aufpassen und jeden Schritt mit Bedacht setzen, der Schnee läßt die ohnehin schon glitschigen Felsen auch noch leicht überfrieren! Dazu kommt die schlechte Sicht, die den geplanten Abstieg in Richtung Südosten erschwert. Aber ohne einen Blick auf den Kompass zu werfen treffe ich exakt den Schutthang, der mich ins Tjonholet bringt - perfekt!
Während ich auf den Gipfel gestiegen bin ist die Wolkendecke noch einige 100 Meter abgesunken und so öffnet sich mir die Aussicht auf das Tal erst, als ich nur noch knapp oberhalb der Talsohle stehe. Kaum bin ich hier angekommen verziehen sich wieder sämtliche Wolken und geben sogar die Gipfel der Berge frei - unglaublich, irgendwie sind mir die Berge scheinbar nicht wohlgesonnen auf dieser Tour. Naja, zumindest habe ich so einen guten Grund, um wieder her zu kommen!
Der weitere Abstieg zum Russvatnet ist wunderschön, die mittlerweile wieder scheinende Sonne spendet mir für den restlichen Weg reichlich Wärme und läßt den Schweiß wieder fließen. Aeer ich genieße es, endlich mal wieder ohne Jacke wandern zu können. Direkt am Russvatnet stehe ich plötlich
mitten in einer recht großen Rentierherde, aber sie nehmen dann doch recht schnell reiß aus. Am Ufer des Sees schlage ich an einem gemütlichen Platz mein Lager auf und genieße den späten Nachmittag in der Sonne. Endlich kann ich auch den Abend wieder mal vor meinem Zelt verbringen. Während ich gemütlich koche, plane ich meinen Weg für die letzten beiden Tourtage.

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3.9.:
In der Nacht hat der Wind komplett nachgelassen und entsprechend habe ich heute morgen ein wenig Kondens im Aussenzelt, aber danke der Sonne, welche heute morgen von einem stahlblauem Himmel strahlt ist das Zelt schnell wieder trocken. Frühstück gibt es heute direkt am Ufer des spiegelglatten Russvatnets und dabei beobachte ich, wie sich in der Ferne vereinzelte Wolken an den Berggipfeln fangen. Es ist noch früh am Morgen als ich aufbreche.

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Ich wandere erst noch die letzten Kilometer am Ufer des Sees entlang bis zur Russvassbue und schwenke dann nach Süden ab in Richtung Bessvatnet.
Allmählich ziehen wieder dichtere Wolken auf, aber immer noch strahlt durch die noch großen Lücken kräftig die Sonne. Langsam spüre ich, dass sich meine Jotunheimenrunde dem Ende entgegen neigt und so lege ich immer wieder kleinere Pausen ein, um die sonnige Landschaft noch einmal so richtig zu genießen. Am Bessvatnet angekommen, schlage ich auch hier den Weg am Seeufer entlang ein, um zum Besseggenbandet zu kommen. Auf dem Besseggen war ich ja schon zweimal und da es dort oben meistens recht voll ist, nehme ich lieber einen anderen Weg und genieße die Natur in aller Stille. Als ich den Bessvatnet passiert habe, mache ich es mir auf einem großen Felsen gemütlich und lege eine etwas längere Mittagsrast ein. Hier passieren mich einige richtig große Gruppen, die auf den Besseggen wollen - gut das ich mir das heute nicht antue!
Frisch gestärkt nehme ich die letzten Kilometer nach Memurubu in Angriff. Nur noch vereinzelt kommen mir jetzt Wanderer entgegen, dem großen
Menschenstrom bin ich entgangen. In dem ständigen Auf und Ab des Weges tun sich immer neue Ausblicke auf den Gjende und die mittlerweile fast schon fernen schneebedeckten Gipfel Jotunheimens auf.

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Dann zum Ende des Tages steht mir noch ein letzter, heftiger Abstieg ins Memurudalen bevor und dort, wo ich schon vor ein paar Tagen gewesen bin schlage ich auch heute wieder mein Lager auf. Zur Feier des Tages stehen hier direkt ein paar wunderschöne Braunkappen direkt neben meinem Zelt und so kann ich heute abend nochmal eine schöne Pilzpfanne mit Schinkenwürfeln genießen!

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4.9.:
Der letzte Tourtag!
Leider hat sich das gute Wetter der letzten Tage nicht gehalten und ich werde wieder von leichtem Nieselregen auf dem Zelt geweckt!
Aber wie auch schon den ganzen Rest der Tour über, lasse ich mir meine gute Laune nicht verderben. Da ich heute nur noch bis nach Gjendesheim laufen muss, von wo ich morgen zurück nach Oslo fahre, habe ich reichlich Zeit und so früstücke ich in aller Ruhe bevor ich mich aus meinem Schlafsack pelle. Am späten Vormittag komme ich dann los. Ich ziehe an Memurubu vorbei und nehme den Weg am Seeufer entlang. Zum Abschluß darf ich nochmal durch Bäche und richtig schön tiefen Morast wandern. Immer wieder bleibe ich stehen, um meine Blicke über den türkisen Gjende streifen zu lassen. Die Nähe zum See bildet einen schönen Kontrast zu den Bildern der
letzten Tage, in denen ich den See immer nur von weit oben gesehen habe.

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Insgesamt brauche ich für die heutige Etappe nicht sehr lange und so stehe ich schon am Nachmittag in Gjendesheim. Ich könnte sogar heute noch den letzten Bus nach Oslo nehmen, aber ich möchte lieber noch eine letzte Nacht hier draußen in der Natur verbringen!
Also bleibe ich hier und nach einer heißen Dusche mache ich es mir mit einer heißen Schokolade und einem großen Stück Kuchen im Gastraum bequem und lasse die letzten 12 Tage Revue passieren. Hier und Heute ist meine Tour also zu Ende - eine großartige Tour, mit Höhen und Tiefen - aber sie hat einen tiefen Eindruck in mir hinterlassen!
Nachdem ich bestimmt 2 Stunden auf dem gemütlichen Sofa mit Seeblick verbracht habe breche ich noch einmal kurz auf, um ein Stück am See entlang ein letztes Lager zu errichten. Auf einer Anhöhe zwischen den Bäumen habe ich einen tollen Platz gefunden! Von hier kann ich am letzten Abend bei einer Pfeife und einem letzten Glas Whisky noch einmal mit Blick auf den Gjende die Ruhe der Natur genießen, ehe es morgen zurück nach Oslo und damit in den Lärm der Zivilisation geht.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/25/thumbs/2009-09-04_11-34-12_Jotunheimen12.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/7272) http://fotos.outdoorseiten.net/data/25/thumbs/2009-09-04_13-04-42_Jotunheimen21.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/7273) http://fotos.outdoorseiten.net/data/25/thumbs/2009-09-04_17-11-24_Jotunheimen28.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/7274)

5.9.:
Die letzte Nacht im Zelt geht zu Ende, ein letztes mal Frühstück im Zelt - das Espressopulver reicht so gerade noch - und ein letztes mal packen, heute allerdings für den Rückflug! Alles heute hat irgendwas endgültiges!
Danach laufe ich die letzten Meter zurück nach Gjendesheim, wo schon der Bus nach Oslo wartet. Ein schneller Blick zurück und dann steige ich ein. Als der Bus losfährt sitze ich am Fenster und versuche noch ein paar letzte Eindrücke von Jotunheimen zu sammeln, ehe die Berge dieser grandiosen Landschaft endgültig aus meinem Blickfeld entschwinden. Fünf Stunden später bin ich in Oslo, irgendwie fühle ich mich hier in den Menschenmassen noch nicht wieder ganz wohl. Ein wenig wehmütig denke ich an die Ruhe unterwegs zurück! Zum Abschluß des Tages und des Urlaubs genieße ich in Aker Brygge ein gutes Essen und ein köstliches "Luxusbier"!

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6.9.:
Rückflug!
Am morgen nehme ich den Bus nach Torp und steige in den Flieger nach Deutschland. 14 Uhr - Landung! Ich bin zurück, hier ist der Urlaub zu Ende,
einerseits ist es schon schade, am Ende waren die zwei Wochen einfach viel zu schnell vorbei, aber andereseits freue ich mich auch wieder zurück zu sein bei Familie und Freunden!
Nach zwei Wochen Solotour habe ich erstmal wieder genug vom alleine sein!



Mehr Bilder gibt es hier (http://picasaweb.google.com/Daniel.Krommen/Norwegen_09?authkey=Gv1sRgCJT2yNbpzJOAIA&feat=directlink#)!

Lightfoot
22.09.2009, 13:10
Schöne Tour, schöner Bericht, schöne Bilder. :D Manchmal wirkt die Gegend darauf wirklich finster und bedrohlich, kein Wunder, daß die bösen Riesen sie als Wohnstätte ausgesucht haben. :bg:

Jiriki
22.09.2009, 19:25
Anspruchsvolle Tour, die Du da gegangen bist - Kompliment!

Ich bin immer ganz fasziniert, wie man sich tagelang mit Zelt durchs Regenwetter schlagen kann ohne zu verzweifeln. Ich hatte bis jetzt auf meinen Touren immer großes Glück mit dem Wetter, und war zudem nicht immer aufs Zelt angewiesen. Aber ich frag mich immer wie man nach so langer Zeit sein Zeugs wieder halbwegs trocken kriegt - im Zelt muss es ja nur noch dampfen!? :o Und mit draußen Wäscheleine spannen is es im Regen ja wohl auch nix...

Wie auch immer, schöner Bericht! :D

Julia
22.09.2009, 20:36
Oh Mann, war das dieses Jahr ein besch...ener Sommer! Ich hätte Dir wirklich ein wenig mehr Sonnenschein gewünscht! Und ein paar mehr Gipfel :bg:. Aber die laufen ja zum Glück nicht weg.

Toller Bericht, und ich schliess mich meinem Vorredner an - ich bin fasziniert davon, dass Du von dem Wetter die gute Laune nicht hast verderben lassen! Hut ab!

Mr.Sunrise
22.09.2009, 23:40
Hey,
danke für das nette Lob!

Also vom Wetter her war dieses Jahr der Norden allgemein nicht ganz so freundlich zu mir, aber ich sag mir bei sowas halt immer - es ist Urlaub und am Wetter kannst du ohnehin nichts machen. Also nehme ich es wie es kommt und mache das Beste daraus. Ich glaube sonst wäre ich nach der Tour ziemlich frustriert gewesen. Was ich eigentlich viel schlimmer finde, morgens wieder in die immer noch nassen Stiefel steigen zu müssen, das sind die schlimmsten Sekunden am Tag, danach kann es nur aufwärts gehen.

Aber bis auf die Schuhe habe ich meine Klamotten dank Gaslaterne eigentlich immer ganz gut trocknen können, die war echt Gold wert. AUch wenn nicht immer alles ganz trocken war hatte ich so zumindest nicht das Gefühl in triefende Sachen steigen zu müssen!

Aber trotzdem fahre ich glaube ich im nächsten Jahr zur Abwechslung mal wieder in den Süden und hoffe, das der auchhält was er verspricht - Sonnenschein! Oder doch wieder Jotunheimen in der Hoffnung, dass mir die Berge dann besser gesonnen sind?
Naja, vielleicht nicht im nächsten Jahr, aber auf jeden Fall wird es mich wieder dorthin führen!

Beste Grüße,
Daniel

Fenris
12.10.2009, 13:34
Hallo,

schöne Tour und schöne Bilder!!!

Ich war knapp zwei Wochen nach dir dort und bin erstaunt, wie sich die Vegetation geändert hat! Deine Einstellung zum Wetter hab ich genauso gehandhabt. Es waren meist Tagsüber maximal "Wanderfreundliche" 8°C, dazu sehr starker Wind, aber was solls! Hat auch was tolles! Ist alles etwas dramatischer:D

Schöne Grüße

Fenris

Scar
12.10.2009, 18:54
Toller Bericht!!!
Für die Schuhe kann ich nur zwei Taschenöfen mit Kohlestäbchen empfehlen.
Meine Schuhe habe ich damit gut trocken bekommen(Größe 9 1/2).
Einfach ein Stäbchen abends darein packen, und eins morgens. Der Trick ist dabei den Taschenofen offen zu lassen, sonst geht das Kohlestäbchen aus...

Mr.Sunrise
12.10.2009, 21:10
Das mit den Taschenöfen ist eine gute Idee, die hatte ich unterwegs auch schon, aber da war es ja schon zu spät!
Steht auf jeden Fall ganz oben auf meiner Einkaufsliste, genauso wie ein paar leichte Wasserdichte Handschuhe. Die hätte ich mir an zwei Tagen auch als Ersatz für meine Windstoper Handschuhe gewünscht.

Gruß,
Daniel

Anja2
17.10.2009, 16:07
Jetzt hatte ich endlich Zeit deinen Bericht zu lesen. Superschön, Danke !!!! Eins der Bilder ist ein "Synonym" für dich, ich denke du weist Welches ich meine?:cool::bg:
Du hast m.e. die Begabung auch wenn es schwierig ist, die Dinge immer in einem positiven Licht zu sehen und zu schildern.

L.G.
Anja

Sebastianos
04.03.2013, 15:55
Danke für den Bericht (bin noch über'm Lesen).

Hihi, jetzt weiß ich auch, warum dein Rucksack 28 kg wog. :bg:
Der Genießer!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/25/medium/2009-08-26_19-39-49_Jotunheimen71.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=7197&title=2009-08-26-19-39-49-jotunheimen71&cat=25)