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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NO] Dovrefjell um Snøhetta



wulxc
06.09.2009, 10:56
Reisezeit: Mitte August 2009

Region: Nordeuropa


Tag 01: Zug Oslo Kongsvoll, erster Aufstieg über Baumgrenze (ca. 1.100 m)

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Kongsvoll Bahnhaof

Wir kommen kurz nach 18:00 in Kongsvoll an und steigen in leichtem Regen bis über die Baumgrenze auf, da wir vorher keinen guten Zeltplatz finden. An der Nationalparkgrenze steht ein Hinweisschild, dass man sich den Moschusochse nicht weiter als 200 m annähern soll - wir werden und dran halten. Oberhalb der Baumgrenze treffen wir einen Briten wieder, den wir am Bahnhof getroffen hatten. Wir bauen unser Zelt nahe seinem auf und haben noch ein nettes Abendgespräch.


Tag 02: nach Reinheim (ca. 1.320 m)

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Morgendliche Sonne

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Moschusochse

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Sandstrand

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Blick auf Reinheim

Morgens scheint die Sonne, wir können das Zelt trocken einpacken. Nach einiger Zeit im breiten Stroplsjødalen begegnet uns unser erster Moschusochse, der sehr an Pferde in einer Koppel einer Hütte interessiert ist. Wir warten, bis er sich weit genug vom Weg entfernt hat und passieren dann recht zügig. Da auf der Karte ein nicht markierter Fußweg auf der anderen Bachseite in die von uns geplante Richtung eingezeichnet ist, durchfurten wir den Bach, was wegen des guten Wetters ein großer Spaß ist. Den Weg finden wir aber nicht, sondern nur den nach Reinheim, also gehen wir in diese Richtung. In der weiteren Umgebung finden wir einen guten Zeltplatz an einem Schmelzwasserbach. Abends zieht ein Gewitter auf.


Tag 03: nach See zwischen Snøhetta und Svånåtindan (ca. 1.500 m)

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Nach dem Bad im Schmelzwasserbach

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Da kommen wir her

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und davor geht der Weg rechts lang

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Durch die Engstelle führt morgen der Weg, sieht steinig aus

Nach einem sehr frischem Bad im Schmelzwasserbach steigen wir über ein Schneefeld bis auf ca. 1.550 m auf,um die Snøhetta im Uhrzeigersinn zu umrunden. Oben ist es recht steinig, aber hin und wieder gibt es auch einen ebenen Platz für die Füße. In Snøheim wird das Berghotel saniert, die nahe Straße sorgt für viele Tagestouristen. Entlang der Flanke der Snøhetta gehen wir weiter in unsere Richtung. Die Berge werden schroffer, in der Ferne sehen wir den Einschnitt, durch den es morgen weitergehen wird. Weit voraus quert der Weg ein Schneefeld, die Steine darauf entpuppen sich durch das Fernglas als Moschusochsen. Wir machen wieder einen großen Bogen und finden später über einem See ein guten Zeltplatz. Der Ausblick auf die schroffen Berge ist eindrucksvoll. Das dumpfe Grollen stellt sich als ein weiteres Gewitter raus.


Tag 04: nach Åmotsdalshytta (ca. 1.300 m)

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Zeltplatz vor schroffer Kulisse

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Aufstieg über Stein

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Beinahe oben am Pass

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Abstieg durch ekliges Großgeröll

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Die erste Blume erfreut uns, das Steingrau ist vorbei

An einem türkisfarbenen See vorbei näher wir uns dem Pass. Der Weg besteht nun beinahe vollständig aus Steinen, das Seeufer eines späteren Sees ist eine einzige Kletterei über teilweise Auto-große Felsen. Auf dem Pass in ca. 1.650 m Höhe sind wir in den Wolken, die Steine werden teilweise glatt. Der Abstig hinunter zum Lagvatnet ist auf der Karte nur kurz, dauert jedoch mehrere Stunden und erfordert volle Konzentration. Jeder Fuß will mit Bedacht so gesetzt sein, dass er nicht Abrutschen kann – bei den großen Löchern zwischen den Steinen wäre dies vielleicht fatal. Diverse Pausen später erreichen wir das Tal, die ersten Blumen begeistern uns nach der Steinwüste. Bis zur Åmotsdalshytta dauert es nicht mehr lange. Dort treffen wir auf eine bunt gemischte Belegung. Der Versuch, die Öfen im Aufenthaltsraum zu befeuern endet in einer Rauchhöhle, der Schornstein scheint zugesetzt zu sein (merkwürdiger Weise sprechen die Rauchmelder nicht an -am nächsten Tag macht einer bei ein wenig Dampf in der Küche Krach). Abends trifft noch ein schwedisches Pärchen ein, dass den gleichen Weg gegangen ist. Wir sind uns einig, dass wir Abstieg durch das Geröll nicht noch einmal machen würden – als Aufstieg könnte es besser machbar sein.


Tag 05: Ruhetag in Åmotsdalshytta

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Åmotsdalshytta

Der gestrige Tag hat Ermüdungserscheinungen hinterlassen, daher verbringen wir einen Ruhetag in der Hütte, wobei es die meiste Zeit regnet. Eine norwegische Vierergruppe hat uns Rotwein und Whiskey hinterlassen (mache schleppen anscheinend wirklich zuviel). Der Abend in der norwegisch, schwedisch, deutschen Hüttengemeinschaft wird lustig.


Tag 06: nach Loennechenbua (ca. 1.350 m)

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Abschied vom Åmotsdal

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Pause - wird es regnen?

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Sitzende auf Flügel

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Beste Hütte für uns

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Abend (und saukalt draußen)

Die Norweger haben uns die kleine Hütte Loennechenbua sehr empfohlen, daher stellt sie unser nächstes Ziel dar. In den höheren Berglagen hat es Neuschnee gegeben, glücklicherweise bleiben wir tiefer. Wir steigen aus dem breiten Åmotsdal auf, ab ca. 1.400 m Höhe gibt es nur noch Steine. Der Wind weht kräftig, die Wolken kündigen mehr Regen an, als später eintritt. Nach einer etwas steileren Passage erreichen wir Loennechenbua. Die kleine Steinhütte über einem See hat genau zwei Betten, da keine weiteren Wanderer kommen, haben wir sie für uns alleine. Es wird ein sehr gemütlicher Abend am Ofen mit den Geschichten von Sherlock Holmes.


Tag 07: nach Gammelsetra (ca. 830 m)

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Kalter Morgen

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Windsee

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Haus eines Riesens

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Letzte Steinebene, ab jetzt geht es bergab

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Mehr Grün


Am Morgen zeigt das Thermometer plus zwei Grad an, der Wind weht kräftig. Am See Wasser zu holen, ohne durch den Wellenschlag nass zu werden, stellt eine Herausforderung dar. Wir putzen die Hütte und machen uns auf den Weg. Im Verlauf der beiden Seen gibt es ein paar steilere Passagen zu bewältigen, nach dem Abstieg am vierten Tag kann uns das aber nicht mehr schrecken. Entlang eines Baches steigen wir ab, mit jeder Kurve kommt neues Grün dazu. Wir freuen uns über die ersten spärlichen Blaubeeren. Nach und nach tragen die Blaubeeren immer mehr, wir kommen nur langsam voran. Gammelsetra stellt sich als eine bei Familien sehr beliebt Hütte heraus. Da aber im Tal außer dem Moor keine ebenen Flächen vorkommen, Zelten wir bei der Hütte.

Tag 08: nach Ålbu Campingplatz

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Seeufer

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Es gibt sie doch noch

Da uns die Schweden auf der Åmotsdalshytta von dem Linndalen vorgeschwärmt hatten, entscheiden wir uns, nicht direkt nach Gjøra zu laufen und dort den Bus zu nehmen, sondern durch das Tal nach Dindalshytta zu wandern. Der Sonnenschein am morgen erleichtert diese Entscheidung. Auf dem Weg treffen wir auf viele Blaubeeren, wir machen viele Pauen. Durch die Heidelandschaft des Dindalen zieht sich der Weg in die Länge, hier begegnen wir dann doch noch ein paar Schafen. Oben in den Bergen haben wir sie doch vermisst. Dindalshytta stellt sich als verschlossene, recht verkitschte Hütte im bebauten Bereich dar. Wir beschließen, doch lieber noch weiter zu laufen, um nach Möglichkeit einen Campingplatz mit Dusche zu erreichen. Auf einem Parkplatz sprechen wir ein Pärchen mit großem Kombi an – den Campingplatz erreichen wir dann im Auto (geht also auch in Norwegen).


Genrell:
Die Gegend, in der wir unterwegs waren, ist geprägt von breiten, langgezogenen Tälern und teilweise recht schroffen Bergen. Oberhalb von 1.400 m Höhe ist der Untergrund meistens rein steinig bzw. geröllig und dementsprechen anstrengend zu gehen. Die Wegmarkierung ist hier dann auch eher eine Richtungsangabe.
Der Weg im SW der Snøhetta wurde von allen als die anstrengendste Variante angesehen, das schwedische Pärchen beobachtete hier mehrer Steinschläge.

Es gibt im Dovrefjell ganz tolle Glitzersteine, die im Sonnenlicht unglaublich funkel und bei Nässe sehr rutschfest sind.
Moschusochsen lieben wie Schafe die Wege, was für Wander recht anstrengend werden kann.
Gruppen, die für einen Wein und Whiskey hochschleppen, sind ein super Luxus.
Uns haben die Moschusochsen nicht geschadet, ein Fernglas ist praktisch, um Ochsen von Steinen zu unterscheiden (Was sollen Moschusochsen auch im Sommer auf einem Schneefeld?).

Ari
06.09.2009, 14:57
Schöner Bericht und schöne Fotos. Sehr fotogen Euer Zelt :D.

Mika Hautamaeki
06.09.2009, 15:35
Schöner Bericht und schöne Fotos. Sehr fotogen Euer Zelt :D.

kann mich da nur anschließen.

Mo667
06.09.2009, 16:44
Sehr schön!

Jaerv
09.09.2009, 10:40
Hihi, die lustigen Schafe.
Auf meiner ersten Tour in Rondane, am ersten Tag (der Weg war von Hjerkinn, ich glaube zur Grimsdalshytta, bin mir aber nicht mehr sicher), waren wir oben im Fjell und alles war total neblig. Auf einmal fing es an zu bimmeln...wir hatten keine Ahnung, dass da Schafe unterwegs sind. Das war echt :o

peter-hoehle
09.09.2009, 13:16
schöner Bericht,fein gemacht. Danke;-)

Gruß Peter

merlin2
09.09.2009, 13:41
Hallo,

ist das das Exped Vela was ihr als Zelt dabei hattet ?
Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht. Gerade mit dem Aufbau in so einer ´steinigen´ Gegend ?

Grüsse
Peter

Goettergatte
09.09.2009, 14:49
Ist das das Exped Vela was ihr als Zelt dabei hattet ?



Nee. Ich weiß es. Schau mal hier (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=22593)

casper
09.09.2009, 21:50
Schöner Bericht mit feinen Bildern!
Und rote Zelte sehen doch geil aus :grins: :baetsch:

guesch47
27.09.2009, 16:28
....ja guter Bericht über das Dovrejfell.Das sind wir schon desöfteren durch gefahren.Leider war es immer auf der Rückfahrt wo uns die Zeit im Nacken war.Welche Hütte war es denn dort.Wir sind in Dombas o.Hjerkeli immer raus gekommen.

Nicmu
05.02.2015, 15:49
Großartiger Bericht und umwerfende Landschaft!

Dwalinn
07.02.2015, 18:00
Ich schließe mich an, sehr schön! Das die Moschusochsen die Wege lieben haben wir 2011 auch festgestellt :D ...

Gruß,
Henning