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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IS] 300 km Islanddurchquerung (Myvatn->Eldja) mit Freak, Barleybreeder & Cousin



barleybreeder
02.09.2009, 20:04
Land: Island
Reisezeit: August 2009
Region/Kontinent: Nordeuropa


http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3531626266646235.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3839313764613238.jpg

Wie einige sicher schon mitbekommen haben hat es uns 3 diesen August in das isländische Hochland verschlagen. Für mich und meinen Cousin war es die 2. Islandreise, für den Freak der erste Kontakt mit der Insel.

Freak wollte das ganze in gewohnter UL Manier angehen, ich und mein Cousin zwar nicht ultraleicht aber immer noch leicht genug. (Dazu gibts sicher noch ne Menge Gesprächsstoff....:grins:)

Geplant war, auf einer aus verschiedenen Reiseberichten zusammengebastelten Route, vom Myvatn in die Eldja zu laufen. Bei einigen Wegabschnitten war ich mir ob der Machbarkeit nicht ganz sicher. Ein großes Fragezeichen stand vor der Frage wie wir die Gletscherpassage meistern würden und so den Langisjör erreichen.

Vor dem eigentlichen Reisebericht gibts vorab ein kleines Video als Appetizer. Der Rest folgt die nächsten Tage.

Nur soviel vorneweg.
Es war einfach eine grandiose, anstrengende Tour mit phantastischen Eindrücken. Die 2 Wochen im Hochland haben uns die Insel von fast jeder Seite gezeigt. Sonne, Schneegestöber, Sandstürme durften wir erleben.
Schön das alles so geklappt hat....


https://www.youtube.com/watch?v=WJV4Knpr7es

Alexander
02.09.2009, 20:09
Ich bin gespannt auf den richtigen Bericht, lass dir nicht zu viel Zeit damit!! ;-)

Freak
02.09.2009, 21:06
Ich schmeiße einfach schonmal ganz plump meine Fotos (http://theotherface.wordpress.com/fotos/island-2009/) in die Runde. :bg:

loopzero
02.09.2009, 21:11
Also der Trailer schaut schonmal vielversprechend aus.....:popcorn:

Kris
02.09.2009, 21:22
Jup, ne schöne Insel... Mach(t) hin mit dem Bericht! ;-)

Ari
02.09.2009, 21:35
Absolute Klasse Basti. 5sterne5sterne++

Sah ja fast so aus als hättet Ihr Euch zu dritt ins Mark II gequetscht, ein Schelm...:bg:

Atze1407
02.09.2009, 21:36
schliesse mich dem an

Atze1407

Freak
02.09.2009, 21:37
Sah ja fast so aus als hättet Ihr Euch zu dritt ins Mark II gequetscht
Soll vor gekommen sein... :ignore:

barleybreeder
02.09.2009, 21:39
Absolute Klasse Basti. 5sterne5sterne++

Sah ja fast so aus als hättet Ihr Euch zu dritt ins Mark II gequetscht, ein Schelm...:bg:

2 Mal...gezwungenermaßen....

Der Arme wäre sonst erfroren oder weggeflogen....:grins:

Freak
02.09.2009, 21:39
Reine Mutmaßung! :bg:

MonaXY
02.09.2009, 21:51
Bin super gespannt auf euren Bericht - der Clip 5sterne weckt Vorfreude und Erinnerung an den letzten Sommer... :lol:

Kris
02.09.2009, 22:00
[
Freak wollte das ganze in gewohnter UL Manier angehen



Sah ja fast so aus als hättet Ihr Euch zu dritt ins Mark II gequetscht, ein Schelm...:bg:


2 Mal...gezwungenermaßen.... Der Arme wäre sonst erfroren oder weggeflogen....:grins:

...über das 'wollte' im ersten Posting bin ich schon beim ersten lesen gestolpert... Alles gut gegangen, ja? :cool:

Ehemaliger
02.09.2009, 22:05
Das schaut ja schon mal super aus (zumal ich ab dem 12.9. selbst in Island bin ;)

Was für eine Videokamera ist das?

Ich werde den Laugavegur laufen...habe danach aber vermutlich noch ca 4 Tage Zeit. Gibt es noch etwas anderes, was man im Anschluss empfehlen kann? Danke.

barleybreeder
02.09.2009, 22:19
... Alles gut gegangen, ja? :cool:
Jupp..alles gut, alles heil...



Was für eine Videokamera ist das?

Ich werde den Laugavegur laufen...habe danach aber vermutlich noch ca 4 Tage Zeit. Gibt es noch etwas anderes, was man im Anschluss empfehlen kann? Danke.

Eine Sony DCR-SR290E...

Laugarvegur...ich denke in Nord-Süd Richtung, sonst kommst du eventuell aus Landmanalaugar nicht mehr weg...?

Ehemaliger
02.09.2009, 22:51
Korrekt. Ich starte in Landmannalaugar (quasi mit dem letzten Bus). Falls es da gute side trips gibt, wäre das auch eine Verlängerungsoption.

barleybreeder
02.09.2009, 23:08
Ich glaube man könnte noch einen Schlenker über Strutslaug (http://www.hot-springs.org/Badlaugar/Natturulaugar/Halendi/Strutslaug/Strutslaug.html) einbauen..
Das Bad in Landmannalaugar ist ja Zitat Freak nur noch ein "SchweineColdPot" :bg:

Ehemaliger
02.09.2009, 23:38
Danke! Das klingt schon mal nach einem sehr guten Tip. Sieht fast so aus, also könnte man da einen Loop gehen (durch das Tal vor der Alftvatn Hütte...also ein bissel off track walking).

dooley242
03.09.2009, 20:43
Das Vid ist ja schon mal eine tolle Einstimmung.

Danke schonmal.

barleybreeder
04.09.2009, 01:03
Hier wie versprochen die ersten Tage ...

Anreise:

Der Flieger in Schönefeld hat 3 Stunden Verspätung. Das geht ja schon mal gut los meinen wir.

Bei der Sicherheitskontrolle darf Freak noch mal seinen sauber gepackten Mariposa öffnen um die Feuerzeuge zu entfernen. Meine habe ich dummerweise ebenfalls im Ligthwave vergessen, werden aber bei der Kontrolle übersehen. :ignore: Ich belasse es dabei.

Nach Mitternacht geht endlich der Flieger. Nach der Landung müssen wir leider feststellen, dass Freaks Rotwein auf den wir uns so gefreut haben, sich bis auf den letzten Tropfen im Gepäckabteil geleert haben muss. :(

Als wir das Zelt in Reykjavik errichten wird es schon langsam wieder hell.

Am nächsten Morgen stehen die üblichen Besorgungen an. Bonus anlaufen...Gas kaufen...20 Kilo Paket fürs Hochland schnüren....zum BSI dackeln und dort für ca. 1800 Kronen nach Nyidalur vorschicken....Daumen drücken das das auch so funktioniert.

Am nächsten Morgen soll der Flieger vom Domestic Airport nach Akureyri gehen. Die billigste und schnelleste Variante um in den Norden zu kommen.
Genialer Weise habe ich mich im Vorfeld nicht so richtig schlau gemacht wo sich denn das Terminal befindet. :roll:
Gemütlich laufen wir zur östlichen Seite des Rollfeldes wo uns ein gesetzterer Herr auf Nachfrage eröffnet, dass sich das Terminal genau auf der gegenüberliegenden Seite befindet. Wir sähen zwar fit aus, meint er, würden es aber bis zu unserem Abflug sicher nicht bis dahin schaffen....wir wollten es dennoch versuchen.
Das Mir-den-Kopf-Abreißen wollten sich die beiden Mitreisenden aufsparen für den Fall das das schiefgeht. Letztendlich warteten wir dort noch mal eine gute Stunde bis der Flieger nach Akureyri abhob.

12. August
Bus von Akureyri nach Skutustadir (Myvatn) - die ersten Kilometer bis zum Sellandafjall

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3362306334623262.jpg[/IMG-L][IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3263613637613166.jpg[/IMG-L]In Skutustadir verlassen wir den Bus und stehen an der Straße die um den Myvatn führt. Mir ist schon etwas mulmig. Die nächsten 17 Tage soll es fast auf gerader Linie zu Fuß nach Süden gehen. Dabei ist es mehr als unwahr- scheinscheinlich das alles wie am Schnürchen klappt.
Können wir die Route so wählen wie geplant? Werden wir das Ganze körperlich gut überstehen? Erwartet uns in Nyidalur unser Fresspaket, oder nur ein kopfschüttelder Hüttenwart? Fragen über Fagen....

Die nächsten 3 Kilometer geht es über Asphalt immer am Myvatn entlang. Im Norden hängen pechschwarze Wolken.
Am südöstlichen Ende des Myvatens biegen wir nach Süden auf eine Schotterstraße. Vor uns sehen wir das Ziel unserer heutigen Etappe, das Sellandafjall.
Es geht durch Wiesen auf einer Piste aus Lavasand. Das Zeug wird für die nächsten 300 Kilomter unser ständiger Begleiter werden. Kaum ein Ausrüstungsteil wo wir später nichts von dem schwarzen Dreck finden werden.

Kurz vor dem Ziel überlegen wir uns wo es denn Wasser geben könnte. Nach einem von mir gelesenen Reisebericht sollte das nicht das Problem sein.
Eigentlich hatte ich gehofft noch ein paar Schneefelder am Sellandafjall zu finden. Das das eher Wunschdenken so spät im Jahr ist, war mir aber fast klar. Nach meiner 20 Jahre alten Karte sollte sich direkt am Fjall ein Bach langschlängeln....nix
Also versuche ich doch mein Glück und laufe ohne Gepäck auf die Hänge des Fjall zu in der Hoffnung ein Schmelzwasserbach könnte wenigstens bis dorthin reichen. Fast angekommen, höre ich einen Schrei....Wasser. Freak hat den Bach doch noch gefunden. Keine 50 Meter von unsrerer Raststelle. Klares sauberes Wasser.

Am Abend steigen wir noch einmal die Hänge hoch, bis zur Grenze der Wolkendecke. Wahnsinn wie weit die Sicht reicht. Unsere 2 Zelte, 2 Punkte im Nirgendwo....




[IMG]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3939633731373562.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3161376365373536.jpg

13. August.
Selandafjall - Botni

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3832613465626533.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3161346132643530.jpg[/IMG-R]Die Etappe wir lang.
Gut das wir gestern etwas weiter als geplant gelaufen sind. Irgendwie empfinde ich sie als nicht so einprägsam wie die der kommenden Tage. Es geht anfangs durch Grün, was immer spärlicher wird. Etwa 5 km vor Botni beginnt sich der Trail durch die Lava zu schlängeln. Der Weg zieht...wir versuchen abzukürzen wo es geht. Es bleibt trotzdem anstrengend. Freak eilt vorne weg..wie so oft. Mein Cousin meint sein altes Knieleiden meldet sich mal wieder. :o
Irgendwie nicht so toll...
Die Sonne scheint und die Temperaturen erreichen mehr als 10° Celsius. Die nächsten 2 Wochen bleiben wir meist drunter.
Bei Botni sollte es laut meiner Info ebenfalls etwas ungünstig mit Wasser aussehen...unbegründet wie sich herraustellt.

Wir erreichen die "Oase", eine bestens ausgestattete, sehr komfortable Hütte mit Teich direkt davor. Den Nachmittag und Abend nutzen wir um uns und unsrere Klamotten zu waschen...und machen Faxen..





[IMG]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3738373930363461.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3330366365346266.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3562613162363334.jpg

14. August
Botni - Dyngjufjall

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6230336237616664.jpg[/IMG-L][IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3938346562393062.jpg[/IMG-L]Das Wetter zeigt sich früh von seiner besten Seite und soll den Tag auch halten. Die Piste schlängelt sich weiter duch Lava. Ab nun ist der Weg auch nicht mehr ausgepflockt. Sicher ein Grund warum es einscheinend nicht nur einen Weg zu geben scheint. Immer im Blick in ca. 25 km Entfernung erhebt sich die Askja, und dort am Fuße liegt hoffentlich die Dynjufellhütte. Irgendwann verlassen wir die Lavafelder. Die Piste füht jetzt über Lavasand, recht geradlinig auf unser Ziel zu.

Die Sonne erhitzt die Luft über dem schwarzen Sand so stark das wir ab und an Luftspiegelungen ausmachen können. Wüste wie sie sein muss!
Die Dyngjufjallhütte ist ebenfalls bestens eingerichtet und verführt uns erst mal zu einem mehrstündigen Nickerchen, bevor wir uns der Futterzeremonie hingeben. Wasserprobleme auch hier Fehlanzeige, vor der Hütte fließt ein Bach mit leckerem Schmelzwasser.
Beim Studium den Hüttenbuches entdecken wir später noch einen Eintrag von 2 ODSlern....;-)

Wir warten noch auf David Carry, es kommt aber kein David Carry. :(
Laut Aushang hat er sich für diesen Tag in der Hütte eingemietet, danach in Botni. So haben wir die Hütte wieder für uns alleine....wie schön.



15.August
Dynjufell - im Nirgendwo hinter Sudarskard

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3039303462396162.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6138663761623933.jpg[/IMG-R]Der Tag wird es in sich haben.

Hinter der Hütte geht es das erste Mal richtig bergauf. Gut 600 HM wollen überwunden werden bis hinauf zum Jonskard, einem Pass auf 1200 Metern.
Bei den Anstiegen läuft meine Pumpe auf 180. Freak rennt wieder allen davon. Liegts am Alter oder am UL? Ich jedenfalls trete kürzer um meinen Cousin nicht vollkommen aus den Augen zu verlieren.
Es sieht aus wie auf dem Mond. Kein Wunder das die NASA in diesem Gebiet für ihre Mondlandungen geübt haben. Der Weg ist recht gut anhand der Pflöcke zu erkennen. Anstrengend genug ist er trotzdem. Abschnittweise geht es über recht brüchige Lava, ein Vorgeschmack auf das wovon wir noch genug bekommen werden.

[IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6239633563323162.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6337376163333262.jpg[/IMG-L]Weiter oben nehmen die Altschneefelder immer mehr zu, es wird merklich kälter und kurz vor dem Pass stecken wir in den Wolken und es fängt an zu schneien. Freak ist nicht mehr zu sehen. Wir packen uns in Vollmontur, werfen noch etwas Trockenobst ein und weiter gehts.
Am Pass angekommen sehen wir leider nicht alszuviel. Vor uns können wir dennoch die riesige Caldera erahnen, welche durch den Einsturz einer Magmakammer entstanden ist.

Wir steigen in die Askja ab und laufen, jetzt wieder zu dritt, am Rand noch recht bequem über Schneefelder in Richtung Viti Krater. 1 km vor dem Parkplatz wird es noch mal holprig. Es geht recht frische, brüchige Lava. Jeder sucht, balancierend, für sich den besten Weg.
Auf dem Parkplatz trifft uns erst mal der Kulturschock. Trotz Mistwetter lassen es sich anscheinend an die hundert Leute nicht nehmen dem Viti Krater einen Besuch abzustatten. :roll:
Wir reihen uns in die bunte Menschenkette aus bunten Ponchos uns JW Jacken ein, die sich bis zum Krater schlängelt, ziehen das Tempo noch mal an, und überholen einen nach dem anderen. :grins:

Grübelnd stehen wir am Kraterrand, schauen in das Schlammloch mit der trüben Brühe, und überlegen ob wir es wagen sollen...zu baden.
Stufen dann aber ein Nicht-Bad als unverzeilich ein und machen uns an den sehr schlammig, rutschigen Abstieg in den nach Schwefel riechenden Krater.

Schnell entkleiden wir uns bei unagenehmen 6°C und Niesel und springen im Adamskostüm in das dann doch recht frische, vielleicht 25°C kalte Wasser. Mit uns treiben noch eine Handvoll Menschen in der milchigen Suppe. So richtig warm wird uns nicht, und so schwimmen wir den See ab auf der Suche nach der "Heizquelle", ohne Erfolg. Nur die Füße in den Boden zu graben sollte man tunlichst vermeiden!
Das Klamotten-Anziehen wird zur Qual. Wir frieren wie die Hunde..es nieselt.

Die Stimmung hebt sich allerdings etwas als 4 Italienerinnen recht spontan ein Bad nehmen. Mein Cousin wird aufgefordert ein Foto der 4 posierenden Grazien im Evakostüm zu machen. Da ist das Mistwetter mal glatt vergessen. :cool:
Der Ausstieg aus dem Krater gestaltet sich zur Schlammschlacht.

Aber irgendwie war das Bad doch erholsam. Jedenfalls haben wir alle fühlbar neue Kraft getankt.

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3032373331623132.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3532643363363038.jpg[/IMG-R]Weiter geht es am Rande des Öskjuvatn, vorbei am Gedenkstein für die 2 verschollenen deutschen Forscher. Es läuft sich relativ gut über Sandflächen zwischen den Lavasteinen. Das Wetter bessert sich auch zusehends.
Schon denken wir wir schaffen es leicht aus dem Krater, da stehen wir vor einem mehreren hundert Meter breitem Lavastrom der übelsten Sorte...Hoch, brüchig, scharfkantig.
Mich und meinen Cousin legts 2 Mal um. Zum Glück bleiben Hände und Textil weitgehend ganz.

Wir quälen uns noch den Sudurskard Pass hoch. Der Ofen ist aus.... so recht können und wollen wir nicht mehr. Normalerweise war angedacht hier oben zu nächtigen. Der Pass hängt aber dermaßen in den Wolken das wir beschließen noch so weit wie möglich abzusteigen um von der Askja weg in besseres Wetter zu kommen.

Bei mir arbeitet es im Köpfchen.
Für die nächsten 2 Tage standen 2 Wüstenetappen auf dem Plan, mit einer Übernachtung in der Wüste. Bedeutet folglich Wasserschleppen. Wenn wir heute noch etwas laufen könnten wir die Strecke zur Kistufjallhütte auch in einem Tag machen und so einen Tag sparen. Sollte gehen auch wenns schwer wird....


[IMG]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3233323131313735.jpg

Wasser für heute brauchen wir trotzdem noch. Dank des südseitigen Abstiegs finden sich allerdings kaum noch Altschneefelder. Auf Bäche zu hoffen ist in dieser Umgebung sowieso illusorisch. Das Wasser versickert meist nach wenigen Metern im schwarzen Sand. gerade noch rechtzeitig entdeckt mein Cousin etwas abseits der Piste ein Altschneefeld....glücklicherweise. :o
Es sollte die letzte Möglichkeit für die nächsten 30 Kilometer sein an brauchbares Wasser zu kommen. Eine halbe Stunde verbringen wir damit Töpfe unter die tropfende Schneedecke zu stellen und für jeden 6 Liter Wasser zu sammeln.

Ein paar Kilometer laufen wir noch bevor wir es uns, total fix und alle, in einer Senke mit schwarzem Sand gemütlich machen.

Den Rest der Bilder von den ersten 4 Tagen gibts im Album...KLICK (http://picasaweb.google.de/barleybreeder/Island09Tag14#)


https://www.youtube.com/watch?v=Cwoi4SfJ2hw

Freak
04.09.2009, 01:22
Bei der Sicherheitskontrolle darf Freak noch mal seinen sauber gepackten Mariposa öffnen um die Feuerzeuge zu entfernen. Meine habe ich dummerweise ebenfalls im Ligthwave vergessen, werden aber bei der Kontrolle übersehen. Ich belasse es dabei.

War ja klar. Bei sowas habe ich immer "Glück". :roll:


Also versuche ich doch mein Glück und laufe ohne Gepäck auf die Hänge des Fjall zu in der Hoffnung ein Schmelzwasserbach könnte wenigstens bis dorthin reichen. Fast angekommen, höre ich einen Schrei....Wasser. Freak hat den Bach doch noch gefunden. Keine 50 Meter von unsrerer Raststelle. Klares sauberes Wasser.

Siehste! Ohne mich werd ihr schon am ersten Abend qualvoll dehydriert. :bg:


Wir erreichen die "Oase", eine bestens ausgestattete, sehr komfortable Hütte mit Teich direkt davor.
Ja, die Hütte war echt aller erste Klasse! Der pure Luxus.


Beim Studium den Hüttenbuches entdecken wir später noch einen Eintrag von 2 ODSlern.... ;-)
Den habe ich zu Dokumentationszwecken mal festgehalten: :bg:

http://img44.imageshack.us/img44/9048/img6816.jpg


Die Stimmung hebt sich allerdings etwas als 4 Italienerinnen recht spontan ein Bad nehmen. Mein Cousin wird aufgefordert ein Foto der 4 posierenden Grazien im Evakostüm zu machen. Da ist das Mistwetter mal glatt vergessen. :cool:
:grins:


Aber irgendwie war das Bad doch erholsam. Jedenfalls haben wir alle fühlbar neue Kraft getankt.
Das war keine Kraft, das war Frust. :ignore:


Das Wasser versickert meist nach wenigen Metern im schwarzen Sand.
Die Stelle muss ich wohl übersehen haben. Meist war das Wasser nach weniger als 20 cm schon weg.

Danke fürs Tippen. http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/89.gif

hrXXL
04.09.2009, 08:11
Die Stimmung hebt sich allerdings etwas als 4 Italienerinnen recht spontan ein Bad nehmen. Mein Cousin wird aufgefordert ein Foto der 4 posierenden Grazien im Evakostüm zu machen. Da ist das Mistwetter mal glatt vergessen. :cool:


fehlt da nicht da foto im bericht

peter-hoehle
04.09.2009, 10:28
schöner Reisebericht,danke sagt Peter

Vander
04.09.2009, 10:41
fehlt da nicht da foto im bericht

QFT ^^

Freak
04.09.2009, 10:47
Tja, das gibt es leider nicht. Da das Foto mit dem Apparat der Italienerinnen gemacht wurde. :baetsch: Aber die besten Fotos hat man ja eh im Kopf. :cool:

Biggi
04.09.2009, 11:40
Schöne Tour.

Und solch italienische Einlagen können manchmal Wunder wirken, oder?

5sterne

Mika Hautamaeki
04.09.2009, 12:47
Dascha super!5sterne

Becks
04.09.2009, 14:45
Tjo,
UL hat eben auch seine Grenzen :baetsch:

Alex

barleybreeder
04.09.2009, 23:28
..und weiter gehts

16. August
Sudurskard - Kistufell

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3936616238646535.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6365396235303563.jpg[/IMG-L]Der Tag beginnt schöner als der letzte aufgehört hat. Wir futtern und entschließen uns jeder das Wasser bis auf einen guten Liter in den Sand zu kippen. Jetzt müssen wir die Etappe schaffen, ob wir wollen oder nicht.

Wir laufen bergab bis zum Fuße der Askja um uns dann querfeldein bis zur F98 zu bewegen. Scheinbar ewig zieht sich die Piste westlich eine Höhenrückens entlang Richtung Süden, den Vatnajökull im Blick. Kurz vor dem Gletscher erreichen wir ein Flussbett was sich um diese Tageszeit, es ist früher Nachmittag, langsam mit Wasser füllt. Das Flussbett ist etwa 1 km breit...was für ein Anblick!

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3363383065636236.jpg[/IMG-R] Zum Glück müssen wir hier nicht furten, sondern laufen am Ufer entlang bis wir die offizielle PKW Furt erreichen. Bis zur Kistufellhütte sind es noch gut 10 km.
Mittlerweile sind wir so fertig das wir uns nach einem Päuschen erst mal "einhumpeln" müssen.

Der Udarhals gibt uns fast den Rest. Der Weg ist mehr als beschwerlich. Auf faustgroßen Steinen geht der Weg in Schleifen bergan bis wir vor einem großem Loch im Boden stehen....toll, aber richtig genießen können wir es nicht. Wir wollen nur noch ankommen.
Meine Fußgelenke sind langsam am ausleiern, und Freaks vermutlich auch.




Irgendwann ist auch das geschafft. Wasser gibt es nicht, wie ich es geahnt habe. Zum Glück ist liegt in ein paar hundert Meter ein dreckiges Schneefeld, wo wir uns säckeweise mit Schnee eindecken.
In der Hütte treffen wir auf 2 Franzosen mit übel aussehenden Füßen und schwerem Gepäck. Der Abend wird bei ihnen genutzt ihre Knie zu massieren und Blasen zu versorgen. Umso erstaunlicher welche Kilometerleistungen sie die nächsten Tage verbringen.



[IMG]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6466653234303163.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6435316262313263.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3966666636656430.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3063326535613932.jpg

[U]17. August
Kistufell - Gesavötn

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6335366233306638.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6431323636306538.jpg[/IMG-R] Dieser Tag wird kürzer getreten, was aber immer noch 15 Kilometer laufen bedeutet. Die dreckigen Ausläufer des Vatnajökulls zu unserer Rechten geht der Weg recht bequem zu den 2 grün gesäumten Gesavötn.
Eine Wohltat fürs Auge! Zartes Grün nach Tagen von schwarz und grau. Die Hütte ist leider verschlossen, ich hätte auch nicht mit einer offenen gerechnet. Der Platz für die Zelte dafür aber erste Sahne.

Wir bauen unsere Zelte in einiger Entfernung zu der privaten Hütte auf. Gut so..später kommt noch der Besitzer, hisst als erstes die isländ. Flagge und pflanzt danach Blümchen auf der dauerbewässerten Wiese. Wir hoffen wir stören nicht....











18. August
Gesavötn - Snapadalur

[IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6538633632306637.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6164613338643132.jpg[/IMG-L]Keine Ahnung obs klappt. Der Plan ist runter von der Gaesavatnaleid sydri und in gezogener Linie von den Gesavötn zum Vonarskard.
Kurz vor dem Zeltabbau kommt der Hüttenbesitzer auf uns zu und fragt nach dem Woher und Wohin. Man unterhält sich sehr freundlich ein paar Minuten um zu erfahren das der Mann unter anderem die Botni Hütte unterhält, dieser vor ein paar Tagen einen Besuch abgestattet hat und sie in einem hervoragenden Zustand vorgefunden hat. Puhh die Welt ist klein...gut das wir noch mal nass gewischt haben. :roll:

Wichtig für uns zu erfahren ist die Tatsache das die Flüsse wohl sehr wenig Wasser führen. Gut für uns...Er wünscht uns noch bestes Gelingen...

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6536303634373334.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3061613461343266.jpg[/IMG-R]Ein halbes Dutzend Furten stehen für diesen Tag an. Jede ist anders. Am eindrucksvollsten ist der Kilometer über schwarzen Quicksand. Die wassergefüllten Rinnen tragen ohne Probleme das Körpergewicht. An Stellen wo man es nicht vermuten würde versackt man schlagartig bis fast an die Knie im schwarzen Sand. In Neosocken und Waldies kein Problem und eher eine angenehme Veranstaltung die wir genießen. :bg:

Freak hat bei der letzten Furt irgendwie keinen Bock mehr auf Neos und will so....er bereut es dann doch. Ein Bach nach dem anderen kühlt seine Zehen runter bis sie schmerzen. :o


[IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3330396334373533.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3262366661346462.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3361623831323161.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3834636339363364.jpg[/IMG-L]Das Wetter hält bis Vonarskard und weiter. Über der Bardabunga zieht es aber grau zu...lässt für die nächsten Stunden nichts gutes ahnen.
Wir sind auf der Suche nach den heißen Quellen im Snapadalur. Der erste Bach den wir erreichen ist nur lauwarm. Wir sind schon etwas enttäuscht, steigen aber die lockeren Halden weiter in Richtung Eggja auf. Uns siehe da..Dampf in der Ferne!

Wir finden mehrere heiße und sehr heiße Bäche und einen mit Steinen angelegten Hot Pot der den Namen wirklich verdient. Leider beginnt es nach dem Zeltaufbau sofort zu regen. Wir warten und beschäftigen uns mit Essenmachen.
Irgendwann lässt es nach, und wir beschließen dem weiter oben gelegenen heißen Quellen noch einen Besuch abzustatten.

Dort zischt, brodelt und blubbert es an jeder Stelle anders, es riecht nach Schwefel....nur für uns. Wir müssen das phantastische Schauspiel mit Blick auf den Gletscher mit niemandem teilen.

Auf der Rückweg laufen wir den Hot Pot an und verbrinegn mindestens 20 Minuten damit die heißesten Bäche umzuleiten, damit das Wasser im Pot auf erträgliche Tempraturen sinkt. Was für ein Genuss. Das erste warme Bad bei 6°C Außentemperatur. Irgendwann halten wir es vor Hitze nicht mehr aus. Mit einbrechender Dunkelheit beginnt es auch wieder zu regnen und der Wind frischt auf.

Nachts legt er noch mal zu. Man hört wenn eine besonders starke Böe anrollt. Zum Glück bieten die Halden um uns herum etwas Schutz.
Mitten in der Nacht plötzlich ein Fu**. :o Zeitgleich wird unser Mark II ordentlich durchgeschüttelt. Martin sitzt oben ohne da! Seine Heringe haben sich verabschiedet und das Shangri La liegt am Boden. Er richtet es wieder auf und sichert die Heringe mit großen Steinen diesmal besser.
Die Nacht wird ungemütlich.

[Das es Martins Zelt entwurzelt hat lag einzig an den zu klein bemessenen Heringen. Das Shangri La an sich steht bombenfest, auch wenn die Plane recht flattert. Auch unseres hatte später Probleme, da sich die Heringe in dem losen Boden auch mit Steinbeschwerung losrütteln. Das nächste Mal kommen definitiv Sandheringe mit. Was anderes hält im Hochland nicht!]




















19. August
Snapadalur - Nyidalur

Zum Glück erwartet uns heute eine Hütte!
Es regnet und nieselt...wir packen fix unser Zeug. Freak ist wie so oft der erste. Es geht sofort steil bergan rechterhand an der Eggja vorbei, auf einen Pass zu.

[Ich glaube an dieser Stelle zweifeln meine Mitreisenden das erste Mal an meinen Führungsqualitäten. Vermutlich liegt es auch daran, dass ich die Angaben zum Wegverlauf meist im Konjuktiv zum besten gebe....Da hinten müsste, sollte, könnte...eventuell....wahrscheinlich...vermutlich....
Ich bin mir meiner Sache aber (eigentlich) immer sicher. :grins:]

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3236623330643837.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3237363139303966.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6564346565323931.jpg[/IMG-R]Nach dem Pass geht es bergab. Wir folgen einem Bach der sich tief in einen Schutthang gegraben hat. Laufen auf den Hängen ist nicht möglich also bleiben wir im Bachbett. Weiter unten verengt er sich noch mal,,,zwängt sich durch einen Canyon aus Lava.

Kurz danach kapituliert das Goretex in meinen Inovs. Freak und ich laufen den Rest des Tages in patschnassen Schuhen. Auch die Gamaschen nützen nichts mehr. Nach einer weiteren Furt könnne wir die Socken erst mal auswringen. Aber die Füße sind warm..das wichtigste überhaupt. :sad:

Es geht auf und ab über rutschige Hänge aus losem Material. Es dauert ewig. Hier sollen wir morgen wieder herauf? Mit vollen Rucksäcken, maximalem Gewicht?...Never!
Wir beschließen den nächsten Tag auf der Sprengisandur nach Süden zu laufen, um dann wieder nach Richtung Vatnajökull auf den geplanten Track zu schwenken.

Die letzte Furt kurz vor der Hütte bleibt uns zum Glück erspart. Ein Jeep setzt uns über. Wir sind ganz schön gesschafft.
Die 10 km haben uns mindestens genauso geschlaucht wie die 23 am Vortag. Wir quartieren uns in der Hütte ein, genießen eine warme Dusche und trocken was geht.

Und unser Paket? Nach etwas kramen in der Abstellhütte können wir es mit großen Augen vom Hüttenwart in Empfang nehmen. Wir scheinen die einzigen zu sein die diesen Service dieser Tage in Anspruch nehmen. Der Fortführung unserer Tour steht also von verpflegungstechnischer Seite nichts mehr im Wege.

In der Nacht regnet es fast durchweg, die Wolken hängen verdammt tief....wir trösten uns mit der isländischen Unbeständigkeit des Wetters und hoffen auf Besserung.

Die restlichen Bilder vom Tag 5 - 8 gibts wieder im Album..KLICK (http://picasaweb.google.de/barleybreeder/Island09Tag58#)



https://www.youtube.com/watch?v=N6WtdyHuJAo

Ehemaliger
05.09.2009, 00:00
Wirklich schön und sehr interessant der Bericht incl. Videos.

Weisst Du bzw. sonst jemand, ob man auch für den Laugavegur lieber Sandheringe mitnimmt? Thx.

barleybreeder
05.09.2009, 00:20
Eher nein...

-Landmannalaugar...Geröll
-Hrafntinnusker...Geröll..relativ geschützt hinter Steinmauern...sollten spät im Jahr genug frei sein
-Alftavatn....Grünzeug
-Botnar....Rollrasen
-Langidalur...Wiese
-Fimmvörduhals...Geröll...bei Sturm eventuell die veranzte Hütte 1 km südlich..

Ari
05.09.2009, 00:59
Geht spannend weiter :D. Und ein tolles, klares Licht wie es das nur im Norden (ok, wahrscheinlich auch im fernen Süden) gibt.

Auf Eure Trailrunner bin ich aber wirklich nicht neidisch. Auf den oft felsigen Pfaden in Norwegen bin ich selbst auf Tagestouren mit leichtem Gepäck froh feste Treter anzuhaben und ich habe eher kräftige Fußgelenke. Das würde ich mir nicht antun.
Was ich cool finde, dass ihr solche Dinge offen ansprecht.

Und wenn ich mir dann noch überlege was bei ungünstigen Bedingungen vom üppigen Loft meines Alpinlite übrig bleibt...

Was de Heringe angeht, sind diese hier vielleicht einen Blick wert: http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=bls15801&k_id=0611&hot=0&GTID=a6a368b7456c503407ab754203008e6ea31

Sehen zwar eher unscheinbar aus, taugen aber was.
Die langen verwende ich für ein großes Baumwoll Tarp über meiner Terasse (415x580cm).
Hab alles mögliche probiert, bei Sturm und nassem Wetter (und damit aufgeweichtem Boden) hat es auch die fettesten Heringe irgendwann rausgezogen.
Diese Teile halten (und man bekommt die auch in festeren Boden rein).

Es gibt auch andere Schraubheringe (Stichwort Wurmi->Sandwurm) die für lockeren Boden was taugen könnten.

Freak
05.09.2009, 03:47
[Ich glaube an dieser Stelle zweifeln meine Mitreisenden das erste Mal an meinen Führungsqualitäten. Vermutlich liegt es auch daran, dass ich die Angaben zum Wegverlauf meist im Konjuktiv zum besten gebe....Da hinten müsste, sollte, könnte...eventuell....wahrscheinlich...vermutlich....
Ich bin mir meiner Sache aber (eigentlich) immer sicher. :grins:]
Du hast "Ich glaube..." vergessen. :baetsch:

paddel
05.09.2009, 09:05
Klasse Bericht! Super Bilder und Videos!

Nach dem ersten Teil war ich mir ziemlich sicher, daß ich mir das nie zu Fuß antun würde.
Bin froh, daß es im zweiten Teil nicht mehr ganz so "öd" aussah.

Bin gespannt wie es weitergeht. Wirds vielleicht mal etwas grüner? ;-)

barleybreeder
05.09.2009, 09:27
Nach dem ersten Teil war ich mir ziemlich sicher, daß ich mir das nie zu Fuß antun würde.
Bin froh, daß es im zweiten Teil nicht mehr ganz so "öd" aussah.

Bin gespannt wie es weitergeht. Wirds vielleicht mal etwas grüner? ;-)

Grüner wirds kaum...erst am Ende etwas, die letzten Tage am Langisjör. Aber sicher freut man sich unterwegs über jedes Fitzelchen Grün, was meist irgendwelche Moose sind, eher selten Gras.

An Island muss man ganz klar die Landschaft mögen, die skurilen Felsgebilde, die wechselnden Untergründe, die dutzende Arten von Lava, Flussdeltas von mehreren Kilometern Breite und auch das Wetter...;-)
Viele laufen den Laugarvegur eben aus dem Grund, weil sich alle Stunde etwas ändert...im Hochland kann das schon mal einen Tag dauert.

Ich fand die Route welche wir gewählt haben trotzdem sehr abwechslungsreich im Gegensatz zur klassischen Nord-Süd Verbindung, der Sprengisandur. Manche wählen diese zur Durchquerung. Uns hat ein Tag auf der Piste gereicht....das war mal öde. :-?

paddel
05.09.2009, 09:35
Grüner wirds kaum.

Macht nichts, ich lese trotzdem weiter :grins:

hrXXL
06.09.2009, 00:19
sehr geiler bericht aber der nächste teil ist schon ne zeit überfällig :)

barleybreeder
06.09.2009, 00:23
Gut bemerkt..
aber ich setzte mal 1-2 Tage aus.. :grins:
2 Teile kommen noch...versprochen!

hrXXL
06.09.2009, 00:25
:o:grrr:
du willst nur künstlich die spannung hochhalten

eijeijeijeijei sowas auch und ich hatte mich schon drauf gefreut schön ein video zum frühstück schauen zu können :(

Chouchen
07.09.2009, 15:35
Am nächsten Morgen soll der Flieger vom Domestic Airport nach Akureyri gehen. Die billigste und schnelleste Variante um in den Norden zu kommen.
Genialer Weise habe ich mich im Vorfeld nicht so richtig schlau gemacht wo sich denn das Terminal befindet. :roll:

:bg: Da bin ich ja froh, dass ich nicht die Einzige bin, der so etwas passiert. :bg: Ich bin zwei Wochen vorher auch zur falschen Rollfeldseite gelatscht und musste dann ebenfalls ganz schön die Beine in die Hand nehmen um meinen Flug um 8 noch zu erreichen.

Schöner Bericht übrigens.

Dieter
08.09.2009, 21:24
Jetzt muß ich aber ein großes Lob für diesen tollen Reisebericht loswerden. Vor allem die Videosequenzen sind super! -jede Einstellung ist ein Wiedersehen mit alten Hochlandrouten :p
Immer wieder muß ich breit grinsen wenn ich Eure Abenteurer nacherlebe. Hehehe - der Verhauer ins Jökuldalur hinunter nach Nýidalur, kein Wunder daß die Kollegen Dir den Kopf abreißen wollten - der Normalweg verläuft nach einer Querung des Blockhanges auf dem nördlichen Höhenzug - ganz easy, keine Schkuchten, keine Furten, dafür Superaussicht :bg:
Bin richtig gespannt wie es weitergeht, denn südlich von Nýidalur geht es ans Eingemachte.

Dieses Jahr waren ja viele Leute in diesen Gebieten unterwegs. Mir scheint mehr, als in den ganzen Jahren zuvor.

Also: ich warte ungeduldig auf eine Fortsetzung der Berichte.

Viele Grüße,

Dieter

barleybreeder
08.09.2009, 22:13
Danke Dieter, das adelt wirklich. :bg:

Ohne deine tolle Seite und die Hinweise im Islandforum wäre die Sache so sicher nicht möglich geworden.
Das es noch einen anderen Weg nach Nyidalur gibt, dessen war ich mir nicht bewußt. Na irgendwie gings auch so...man tritt halt auch zu oft in die Fußspuren anderer und denkt das passt..:grins:

Der 3. Teil folgt noch heute..

barleybreeder
08.09.2009, 22:30
Tei 3 von 4...

20.August
Nyidalur - Sprengisandur (bis kurz hinter Abzweig Haguengulon)

[IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3135636264393036.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6235363534616636.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3266336633303935.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3332376131616533.jpg[/IMG-L]Es kübelt die ganze Nacht. Wir haben es irgendwie diesen Morgen nicht wirklich eilig loszukommen. Anscheinend hat aber der Wind auf Süd gedreht und löst wenigstens auf eine Wetteränderung hoffen. Es kann nur besser werden.

Unsere Rucksäcke wiegen nun wieder soviel wie am Anfang der Tour. Das heißt bei mir und meinem Cousin gut 18 Kilo, beim Freak an die...

Normalerweise war der Plan wieder nach Snapadalur zu laufen. Allerdings haben wir gestern gesehen was 10 Kilometer mit uns anstellen können! Zudem scheinen die Regenwolken sich förmlich an den Bergen festzukrallen, was noch ein Tag in dem Mistwetter bedeuten würde. Dazu hatten wir schon gestern keine Lust mehr.

Als Alternative bietet sich uns eine Ausweichroute an. Nach Süden auf der Sprenisandur bis zum Abzweig nach Westen in Richtung Haguengulon Stausee. Das diese Variante möglich ist musste Thorsteen (http://forum.outdoorseiten.net/member.php?u=5488) auf seiner Tour sicher schmerzhaft feststellen. Ohne ihn würde ich sicher diese Variante nicht wählen. Kurz hinter dem Stausee gilt es nämlich ein ca. 10 km breites Lavafeld zu queren. Nur gibt meine Karte natürlich nicht an wie dieses genau aussieht. "Frische" Lava wäre auf diese Entfernung so gut wie unmöglich zu queren. Eine Piste oder Pfad durch dieses Feld gibt es ebenfalls nicht.
Mir ist zu diesem Zeitpunkt nur bekannt das Torsten es in relativ kurzer Zeit geschafft haben muss. Zum Glück habe ich seinen ungefähren Wegverlauf noch im Kopf. Darauf setzen wir....Danke noch mal an Dich Thorsteen, und gute Besserung! ;-)

Das Laufen auf der Sprengisandur empfinden wir als eintönig. Uns ist absolut nicht klar wie manch einer diese monotone Strecke für eine Islandquerung wählen kann. Das einzige fürs Auge ist der rechts von uns gelegene Hofsjökull über dem schon die ganze Zeit die Sonne scheint.
Überhaupt scheinen wir mit jedem Kilometer in besseres Wetter zu kommen. Es hört bald auf zu regnen. Das hebt die Stimmung wenigstens etwas...

Die Strecke zieht sich. Matze bekommt nach etlichen Kilometern Probleme mit dem Schienbein dank der monotonen Hatscherei, meckert aber nicht, sondern beißt weiter, tritt nur etwas kürzer.
Anhalten und übernachten könnten wir sowieso nicht mal so einfach. Um Gewicht zu sparen hat jeder nicht mehr als einen Liter Wasser in seinem Wassersack aus Nyidalur mitgenommen.
Viel zuwenig um abends Essen zumachen! Auch wenn ein Tag ohne Wasser uns nicht dem Verdursten näher bringen würde, angenehm wäre es nicht. :sad:
Ich setzte voll darauf an der Furt kurz vor dem Abzweig nach Osten Wasser zu finden. Viel weiter wollen und können wir nicht gehen.....fast 30 Kilomter bis dorthin.

Wir erreichen die verdammt breite Furt.....Trocken...bis auf etwas feuchten Sand vom Regen ist nicht mal ein Pfützchen Wasser zu finden. So langsam wirds eng. Nochmal 10 Kilometer können wir unmöglich laufen. :o
Was nur? Die Papierkarte die ich immer wieder bemühe ist fast 20 Jahre alt, viele Daten darin sicher älter. Den Stausee gabs noch nicht, selbst die Piste zu diesem ist in ihrem Verlauf noch nicht eingezeichnet.
Was sich noch geändert hat...keine Ahnung? Aber uns bleibt keine Wahl. Etwa 1 km östl. des Abzweig sind 2 kleinere Seen markiert. Bis zu diesen wollen wir noch. Wenn dort kein Wasser zu finden ist bleibt die Küche heute kalt.

Auf dem Weg dahin laufen wir etwa 100 Meter parallel neben einem Bach welcher die trockene Furt weiter unten speisen soll. Ich will mein Glück versuchen, kann nicht glauben das in einer Senke nicht doch noch eine Pfütze zu finden ist. Ich verlasse die Straße und laufe querfeldein auf das Bachbett zu....Glück muss man haben. In der Senke fließt klares Wasser und sammelt sich in einem Tümpel. :grins: Das reicht, der Platz ist gut, bietet durch eine Wand auch einen vernünftigen Schutz gegen den Wind, welcher seit ein Stunden gedreht hat und erneut aus Norden bläst.

Unsere Zelte heizen sich auf angenehme 20 Grad und mehr auf. Die Sonne verwöhnt uns diesen Abend noch mal ordentlich. Das soll sich morgen ändern....

20. August
Sprengisandur (bis kurz hinter Abzweig Haguengulon) - Siljafurt am Kerlingar

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3538666235373533.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3065626464323731.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6435653239353766.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3931643161626130.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6265663765633536.jpg[/IMG-R]Schneefall begrüßt uns. Wir sind froh die Zelte einigermaßen geschützt abbauen zu können. Matze und ich ziehen uns warm an, Freak muss das später noch nachholen. Der Schnee bläst waagerecht. Zum Glück kommt er meist von der Seite. Buff und Kapuze schützen so ganz ordentlich.
Wir umrunden den Sydri Hanganga und treffen auf den Stausee. Der Wind legt noch mal ordentlich zu. Auf der Dammkrone misst Freak über 70 Stundenkilometer. Wir müssen uns schräg in den Windstemmen um auf die andere Seite zu gelangen.

Wir blicken zurück und sehen die Hänge um Nyidalur alle weiß gezuckert. Ja bricht denn schon der Winter an...? :roll:

Und da stehen wir. Im Dunst am Horizont im Osten können wir ausmachen wo wir noch hinmüssen. 10 km Lava liegen vor uns. Und keine Ahnung wie gangbar das Lavafeld im Inneren ist, nur die Gewissheit, dass Thorsteen hier durch musste. Wir laufen durch weichen Sand und festes Gestein auf den Anhöhen. Es schlaucht ganz schön. Dazu kommt das der Wind den losen Sand immer wieder in Dreckfahnen durch das Lavafeld treibt. In einer Pause verweilen wir hinter einem größeren Lavabrocken. Aber auch hier gibt es keinen wirklichen Schutz von dem Sand. Der Wind verwirbelt hinter dem Stein, und plötzlich kaut man mit dem Keks auch Steinchen. :grrr:
Das Ganze geht immer im Wechsel. Bläst einem mal kein Sand um die Ohren ist es ein Schneeschauer.

Aber "Es könnte schlimmer sein"...unser Leitspruch für die Tage wenns mal nicht so toll ist. Irgendwann liegen die 10 Kilometer hinter uns und wir stehen vor den Schutthalden des Hamarin.

Somit sind wir wieder auf unserer eigentlich geplanten Route, nur dass wir jetzt etliche Kilometer mehr gelaufen sind. Allerdings haben wir auf dieser Route auf eine Vielzahl Furten umgangen. Ob es nötig gewesen ist können wir nicht beurteilen.

Auf meiner alten Karte sind 2 winzige Seen eingezeichnet. Als wir dort ankommen sind die zu unserer Erbauung natürlich leer...so ein Mist! Mittlerweile sind es bis hierher wieder knapp 20 Kilometer gewesen. Soweit wollte ich eigentlich und nicht weiter. Meine Ansagen, dass es die Tage ab Nyidalur kilometermägig leichter werden soll nimmt mir eh schon lange keiner mehr ab.

Wir finden uns schon fast damit ab heute eine Nacht ohne Wasser, nur mit dem Rest aus unsereren Beuteln zu verbringen. Da fällt mir auf, dass sich anscheinend das Mundstück meines Beuteln unter meinem Hüftgurt eingeklemmt und geöffnet hat. Bis auf einen letzten Schluck ist der vollkommen leergelaufen. Durch die nassen Klamotten und die Regenhose ist es mir nicht weiter aufgefallen...toll! :roll:

Wir rasten und beschließen nun doch noch die 4 Kilometer bis zur Siljafurt zu laufen. Dort sollte sich auf jeden Fall Wasser finden lassen, wenn auch trübes. 4 Kilometer hört sich nicht viel an, in der Gegend läuft es sich eher wie 6-7.
Es geht ganz gut. Auch wenn wir denken es geht nichts mehr wundern wir uns über uns selbst was möglich ist...

Im Hraungil finden wir eine sehr komfortabel eingerichtete Hütte, welche aber verschlossen ist. Wir drücken nur unsere Nasen an den Scheiben platt und bedauern das wir nicht reinkönnen. Wasser fließt in einem Rinnsal aus der Hraungil. Wir entschließen aber noch die letzten Geröllhalden in Angriff zu nehmen um bis zur Silja zu gelangen. Die Geröllhalden sind praktisch die Endmoränen welche der Vatnajökull auf seinem Rückzug hinterlassen hat.
Unschön anzusehen, wie eben erst abgekippt. Aber dann sehen wir was, womit wir hier nicht gerechnet hätten. In den Halden stehen mehrere Pfützen mit klarstem Regenwasser. Wir sind froh noch bis hier hingegangen zu sein.
Vor uns fließt die Silja, im Hintergrund steht das Kerlingar, der Schnee hat aufgehört, das Wetter bessert sich....es passt wieder alles. :grins:

Als Zeltplatz entscheiden wir uns für eine ebene Stelle, welche fast völlig von Geröllhalden umgeben ist, und damit besten Schutz bietet.

Abends machen Freak und ich uns noch mal auf dem Gletscher und Matze stattet der Silja einen Besuch ab. Wir wollen wissen was uns morgen erwartet. Wir überspringen mehrere Bäche und stehen kurz vor den dreckigen Ausläufern den Vatnajökull. Und tasten uns vor und machen die ersten Erfahrungen mit Schneesumpf. Der Fuß des Vatnajökull und der Drecksind dermaßen wassergesättigt, das man wie durch ein Minenfeld läuft.
Man tritt auf einen kopfgroßen Stein, denkt er müsse einen tragen, und plötzlich versackt er im wassergesättigten Dreck. :o
Wir hüpfen schnell von Stein zu Stein und stehen plötzlich auf Eis. Etwas mulmig ist uns schon, die Ausmaße sind einfach gewaltig. Wir gehen noch etwas bergan um eine bessere Sicht zu bekommen. Soweit wir hinauf sehen können ist der Gletscher eisfrei.

Auf dem Rückweg treffen wir Matze der sich die Silja angeschaut hat. Ein ordentlicher Strom wie er meint, nicht unmöglich zu furten auch jetzt abends nicht, aber schwierig. Wir setzen auf den nächsten Tag. Es sieht aus als will die Nacht kalt werden. Wir spüren es. Es ist fast wolkenlos und die Temperaturen sind jetzt abends schon ordentlich kühl.

Wir beschließen Freak für diese Nacht bei uns im Mark II einzuquartieren. Mit seinem Sumerlite könnte die Nacht für ihn sonst zur Zitterpartie werden. Wir haben Recht..es wird Frost geben...

21. August
Siljafurt am Kerlingar - in die Halden nördlich des Langisjör

[IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6363626265613235.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6161646138323638.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3035663861383732.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3131383662626632.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3730386566393664.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3562393837326466.jpg[/IMG-L]Wir stehen früh auf. 3°C im Zelt...Eis in der Platypus...und ein Phänomen das bis jetzt noch keiner von uns gesehen hat. Aus dem Boden sprießt "Eisgras"! Dünne Einspitzen bis zu 4-5 cm lang. Wie kurios und wunderschön! Sie werden den Tag wohl nicht überdauern. Wir packen schnell zusammen, da wir die kühlen Stunden so gut wie möglich nutzen wollen um voran zu kommen.

Eine Furt steht an. Außerdem wollen wir versuchen über den Gletscher zu laufen und so die Tungnaafurt zu umgehen. Das Wetter bietet dazu beste Vorraussetzungen. Wir queren die ersten überfrorennen Pfützen und stehen vor der Silja. Der Wasserstand ist deutlich zurückgegangen, die Furt absolut kein Problem mehr. [Ich frage mich langsam wozu ich das 1 Kilo Extragewicht Sicherheitsequipmnt, bestehend aus 35 Meter 5mm Reepschnur, Karabiner und 2 "Sitzgurten" mitgeschleppt habe.] Drüben angekommen laufen wir noch ca. 500 Meter in Neos und Waldies.
Es kommen noch ein paarnasse Stellen aber nichts aufregendes.

Es geht weiter nach Süden direkt am Jökulgrindur entlang. Bei der erstbesten Möglichkeit machen wir uns an den Aufstieg. Hinauf, wir wollen sehen...auf den Gletscher schauen. Wir rechnen mit einer Reihe von Furten der Tungnaazuflüsse bevor wir auf dem Eis stehen können.

Doch erst mal sehen wir 3 wundeschöne Seen. Der südliche besitzt keinen Abfluss. In den beiden gletschernahen treiben Eisblöcke. Weiter unten stehen wir am Abfluss de Sees. Hier fließt noch verdammt viel Wasser, trotz der niedrigen Temperaturen. Wir wollen eine geeignete Stelle suchen um auf die andere, gletschernahe Seite zu gelangen. Wir gehen 100 Meter flussab..und plötzlich verschwindet der Fluss in einem riesigen Tor wieder im Gletscher. Wir staunen! :o

Wie...sollte es möglich sein ohne einen Fluss zu furten auf das Eis zu gelagen?
Wir wollen unser Glück versuchen, gehen weiter auf den Endmoränen. Das dies nicht ganz ungefährlich ist beweist Matze. Er läuft hinter 10 Meter hinter mir, tritt nur 2 Meter neben meine Spur, und steckt plötzlich bis zur Hüfte im Sand. Was für ein Schreck! Das Sediment und Geröll ist nicht so fest wie es aussieht, man erkennt Höhlen unter dem weichen Sand. Vermutlich Ausspülungen der Gletscherbäche oder Toteislöcher.
Wir gehen noch vorsichtiger, halten uns nur an die höchsten Punkte der Halden, die Senken meiden wir. Dann ist es geschafft! Wir stehen auf dem letzten Dreckhügel vor dem Eis.
Wir rasten. Das GPS sagt 12 Kilometer, in gerader Linie übers Eis, bis zur vermuteten Ausstiegstelle an der Wasserscheide zwischen Tungnaa und Skafta. Dort sollte es uns möglich sein genauso leicht wieder vom Eis zu kommen, ohne in Schneesumpf oder anderes zu geraten.

Wir laufen los. Noch etwas unsicher. Der Gletscher zieht sich flach dahin bis zum Horizont, wir sehen unser Etappenziel. Die Oberfläche ist uneben verharscht, voller schwarzem Grus und Sand. Wasser fließt zum Glück noch kaum, was sich aber ändern soll. Das Laufen ist kein Problem. Nur die unebene Oberfläche setzt meinen Gelenken zu. Das dauernde Ausbalancieren strengt an und ermüdet.

Kleine Bäche fließen in Rinnsaalen auf dem Gletscher, vereinigen sich und verschwinden in tosenden Gletschermühlen. Voller Respekt machen wir einen großen Bogen um diese Löcher. Immer wieder müssen wir Ansammlungen von Ablationskegeln (http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/geogr/36) umgehen oder überklettern.

Die Stunden verstreichen, wir kommen nur recht langsam voran. Mit der Zeit wird auch das Wasser auf dem Gletscher mehr. Kein Wunder scheint doch über uns die Sonne völlig wolkenlos. Wie so oft herrscht auf dem Eis das schönste Wetter, wenn die Umgebung wolkenverhangen ist.

Der Ausstieg geht problemlos, wesentlich leichter als erwartet. Der Wind hat wieder zugenommen und wird uns bis zum Ende der Tour begleiten. Wir laufen durch die Endmoränen und suchen eine Stelle für unsere Zelte. Es dauert mal wieder länger als gedacht.
Wir haben bis hierhin 2 Tage rausgelaufen. Nicht schlimm. Besser so als anders. Wir überlegen wie wir die letzten Tage sinnvoll rumbringen. Ein Tag in Landmannalaugar wäre schön. Immer öfter kreisen die Gespräche um die erste Mahlzeit in Reykjavik...heute aber erst mal wieder Travellunch und Co....:grins:

22. August
in die Halden nördlich des Langisjör - zu einem See im Fögrufjöll

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3566643166396338.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3634383638316634.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3861336332326662.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3638366665343461.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6361346233326164.jpg[/IMG-R]Endlich Grün nach soviel Grau! Im Norden des Langisjör laufen wir durch eine riesige Ebene aus weichem Moos. Was für ein Anblick! Wir laufen am Nordufer entlang in Richtung Fögrufjöll. Auf einem Trampelpfad geht es bergauf, in die Bergkette hinein.
Plötzlich erschrickt Freak....ein Köter kommt um die Ecke gerannt und kläfft ihn an. 3 Tage keine Menschenseele und dann sowas! Kurz danach erscheint Frauchen mit noch einem Hund und einem riesigem Rucksack. Sie grüßt und geht weiter nach Norden.

Am Utfall herrscht fast Sturm. Der Wind, eingezwengt durch die Berge, beschleunigt hier enorm. Er peitscht senkrecht auf das Wasser, wirbelt es in die Luft. Freak ist wieder am Messen..83 km/h. Man muss schreien um sich was zu sagen.

Wir laufen den flussab und furten. Der Weg zieht sich auf schmalen Trampelpfaden die doch sehr steilen Hänge entlang. Stolpern sollte man hier nicht. Manchmal sind wir uns nicht sicher ob wir nicht einfach Schafpfaden folgen. Wir wollen versuchen einen See nach dem anderen anzulaufen um nach einer Stelle zu suchen wo wir zelten können.

Es ist aussichtslos. Der Wind eintwickelt sich zwischen den Bergen der Fögrufjöll zum Sturm. Wir fühlen uns wie im Windkanal. Zum Glück kommt er von hinten. Eine Senke nach der anderen laufen wir ab. Kein steiler Abbruch der Windschutz bietet, dazu sind die Senken flach....
Immer wieder sehen wir Steinkreise von Übernachtungstellen...schön wärs gewesen, doch hier würden wir unsere Zelte in dem weichen Boden nicht zum Halten bekommen. :(
Der Wind verwirbelt in den Senken, treibt Dreckfahnen von den Hängen und Wasser aus dem See. Die Steinchen zwiebeln auf der Hose, man fühlst sich wie sandgestrahlt. Wir suchen wieder Schutz hinter einem Stein. Sinnlos...nach der nächsten Bö haben wir die volle Ladung Grus in Augen, Ohren, Mund und Nase. Vermummungsgebot wird ausgegeben!

Eine See als Hoffnung auf der Karte bleibt noch. Ein ganz kleiner, dicht umschlossen von steilen Bergen. Und siehe da womit wir gerechnet haben tritt ein. Es ist fast windstill. Nur ab und schafft es eine Böe hinter die Berge....es passt erneut alles....:grins:

Wir beschweren die Heringe mit den schwersten Steinen die wir finden können. Es wird Freak nicht viel nützen....aber noch ist alles gut.

Wir machen routiniert Essen. Der Spruch dazu..."Tütsche auf, drüwer, fertsch"...passt eigentlich immer. Anscheinend schleichen sich auf Tour solche Running Gags ein ob man will oder nicht.
Sobald Freak mal wieder Steine schleppt um sein Zelt zu pimpen fällt schon seit Tagen von mir oder Matze garaniert die Ulbricht-Nach-Äffe "Niemand hat die Absicht..." :bg:

In der Nacht wird es mehr als ungemütlich. Anscheinend hat der Wind ordentlich an Stärke gewonnen. Immer öfter schaffen es Böen in den geschützten Talkessel und rütteln ordentlich am Zelt. Jedes Mal hört es sich so an als würde jemand mit einer Schaufel Sand aufs Zelt werfen. :roll:
Dann tröpfelt es...Seewasser.
Man hört die Böen kommen, kann in etwa abschätzen was einen in 3 Sekunden erwarten.

Dann wieder Freaks Schrei. :o
Wir ahnen es. Die letzte Bö war zu kräftig für die dünnen Heringe. Wir stürmen raus in die Dunkelheit um zu helfen. Ein nochmaliger Aufbau wäre sinnlos. Wir packen das Zeug unter die Apsis vom Mark II und nehmen den Obdachlosen auf. Bevor wir uns wieder ins Zelt verkriechen setze ich noch mal alle Spannschnüre neu. Obwohl mit Steinen beschwert zieht es sie doch unter dem Stein aus dem losen Untergrund.

Wir versuchen noch ein paar Stunden zu schlafen, was kaum möglich ist. Nach jeder Bö ist man wieder wach. Man denkt das Zelt explodiert. Freak wundert sich wie wir so ruhig bleiben können.....ein paar Attacken machen mich dann doch nervös....die Nacht neigt sich zum Glück den Ende.
[CENTER]
Den Rest der Bilder gibts wie immer im Album..KLICK (http://picasaweb.google.de/barleybreeder/Island09Tag912#)


https://www.youtube.com/watch?v=J8uFpJxWS5c

Ehemaliger
08.09.2009, 23:50
Das wird ja immer besser. R E S P E K T.

Ari
10.09.2009, 12:47
Schließe mich Nat an.

Eine Frage hab ich aber. Warum seid ihr nur mit 1l Wasser pro Person losgezogen?
Wenn ich Durst habe, bin ich kein Mensch und ich würde deshalb immer einen vollen Wassersack (4 oder 6l) mitnehmen, wenn die Aussichten auf Nachschub unklar sind.
Ihr hattet ja zudem nicht so viel Gepäck.

barleybreeder
10.09.2009, 20:03
Durst war unterwegs nie das Problem. Wir haben am Tag höchstens 1/2 Liter getrunken durch die doch recht "milden" Temperaturen unter 10°C.

Stimmt schon, den einen Tag sind wir etwas ins Blaue gestartet. Nur da die Rucksäcke wieder die vollen 18 Kilo gewogen haben, war kilo- und volumentechnisch mehr Wasser mitschleppen kaum drin..

hrXXL
13.09.2009, 22:45
jetzt fehlt nur noch der rest
*ungeduldigwart*

Scar
14.09.2009, 18:45
Mehr, mehr!

barleybreeder
14.09.2009, 19:13
Ruhig....
Sind ja bloß noch 3 Reisetage. Die gibts noch die Woche...;-)

Dieter
14.09.2009, 22:34
Ruhig....
Sind ja bloß noch 3 Reisetage. Die gibts noch die Woche...
... aber heute ist erst Montag :cry:
Dieter

Waldwichtel
16.09.2009, 13:39
Die Woche ist bald um...:gosche:

barleybreeder
20.09.2009, 21:50
So wie versprochen der letzte Teil der Islandsaga...:bg:

23. August
vom See in Fögrufjöll - Hütte Sveinstindur

[IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6334653065393138.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3336306561313335.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3339306230363434.jpg[/IMG-L] [IMG-L]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3364336537633136.jpg[/IMG-L]
So eine Nacht haben wir noch nicht erlebt. Bis kurz nach Mitternacht geht das mit dem Schlafen noch recht gut. Danach legt der Sturm spürbar zu. Ich wache ab und zu auf wenn es wieder mal eine Böe in den Talkessel schafft. Zu unserer Erbauung kann man ganz gut abschätzen in welcher Stärke uns die nächste Böe erwischt. Wir hören ein Rauschen 100 Meter oberhalb am Pass...nach 3 Sekunden wackelt das Zelt, das Innenzelt bläst sich auf als wollte es explodieren.

Mittlerweile ist an Schlaf kaum noch zu denken

Dann höre ich wieder ein Rauschen und denke nur noch....Ooh..... das Zelt wackelt wie selten zuvor. Von recht tönt wieder ein „Fu**“ :o durch die Nacht. Uns ist klar was passiert ist. Martins Zelt ist nicht mehr. Matze und ich kriechen raus in den Wind. Schnell wird klar dass wir das Zelt nicht wieder aufstellen können.
Auch bei meinem Mark II lockern sich nach jeder Bö die Heringe, obwohl gut vergraben und mit Steinen beschwert.
Wir sammeln Freaks Habseligkeiten zusammen und packen alles unter die Apsis vom Mark II. Martin wird für die restliche Nacht wieder bei uns einziehen.

Wir dösen noch etwas...etwas lässt der Sturm noch nach...von 2 bis 4 bekommen wir doch noch ein Auge zu. Gegen 4 geht’s wieder los. Eine Ladung Dreck nach der anderen landet auf unserem Zelt, es regnet...Nein!....das ist Wasser aus dem See welches der Wind gegen unser Zelt treibt! :roll:

Ganz langsam beginnt es zu dämmern.....endlich! Beim Aufstehen bemerke ich plötzlich dass sich unsere Neosocken und mein Handtuch nicht mehr im Vorzelt befinden.
Das Handtuch finde ich etwa 20 Meter den See hinunter, eine meiner Socken hat es 50 Meter weit den Strand entlang getrieben. Die anderen 3 Socken findet Matze nach längerer Suche. Der Wind hat sie weit den Hang herauf getrieben. Dort hätte ich sie nicht vermutet.

Wir packen unsere Säcke im Inneren des Zeltes um ein weiteres Vordringen des Drecks in unsere Sachen zu verhindern. Zum Schluss müssen wir zu dritt das Zelt abbauen um zu verhindern dass es das Weite sucht wie zum Beispiel der Aufbewahrungsbeutel für mein Gestänge. Eine Sekunde nicht aufgepasst und er treibt schon auf dem See. Auch hier macht sich Matze auf, um am anderen Seeufer das gute selbst genähte Teil zu retten.

Wir machen uns auf dem Weg nach Süden, versuchen uns an den Trampelpfaden an den Seen zu orientieren. Und versteigen uns glatt.... Ich gehe voraus und plötzlich ist der Weg am See vor einer senkrechten Wand zu Ende. Der Rückweg wird zur Kraxelei auf der Klippe...bei Windgeschwindigkeiten um die 80 km/h nicht ganz ohne. Der Wind zwängt sich zwischen den Klippen hindurch und gewinnt ordentlich an Fahrt. Für Freak dauert der Rückweg noch etwas länger. Er muss sich festhalten und ausharren, auf eine Pause zwischen den Böen warten ehe er ohne von der Klippe geblasen zu werden absteigen kann. :grins:

Wir finden den richtigen Weg aber recht schnell. Direkt am Langisjör geht es zwischen dem See und dem Sveinstindur bis zum Südende des Sees.

Den Pass hinauf müssen wir kaum laufen, der Wind schiebt uns sehr schön. Dach kommt eine trockene, staubige Ebene. Der Wind treibt wieder Sand von den Hängen. Dust-Devils tanzen über die staubtrockene Fläche. Ab und zu erwischt und eine Böe und Dreck hüllt uns ein. Zum Glück scheint die Sonne, das macht das Ganze wenigsten etwas angenehm.

Beim Abstieg zur Sveinstindur Hütte kommen uns 2 Männer entgegen. Die Begrüßung ist nicht mehr als einsilbig. Nach dem Equipment zu urteilen Deutsche, wir werden Recht behalten wie sich noch zeigen wird.

Die Hütte ist der Wahnsinn, hat alles was man sich wünscht. Fließend kaltes Wasser, Saubere Betten, Gas- und Petroleumheizung. Leider ist letztere defekt so das sich Matze und ich uns dran machen das Teil in Gang zu bekommen. Nach ein paar Minuten ist das Teil fast vollständig zerlegt und der Fehler gefunden. Zum Schluss läuft sie wenigstens auf kleinster Flamme. Wir nutzen die gute Ausstattung und waschen erst mal fast alle Klamotten.

Eine Stunde nach Ankunft ist es vorbei mit dem „schönen“ Wetter. Zu dem Sturm gesellt sich jetzt auch noch Regen, der mehr waagerecht als senkrecht fällt. Wir sind uns sicher dass die 2 Männer die Nacht nicht draußen verbringen werden. Wir wären bei diesem Wetter jedenfalls unter keinen Umständen in deren Richtung gelaufen. Zumal es auf den nächsten 15 Kilometern am Langisjör fast unmöglich sein dürfte ein Zelt aufzustellen.

Nach einer weiteren Stunde stehen die 2 triefend nass in der Hütte. Sie sind doch umgekehrt. Man kommt ins Gespräch. Sie wollten eigentlich am See nach Norden, der Wind war allerdings so stark das er sie regelrecht um geschmissen hat. Wir ahnten so etwas schon!

Als sie uns das erste Mal am Hang entgegen kommen sahen, vermuteten sie wir wären Tagestouristen, aufgrund unserer doch recht spärlichen Rucksäcke. Ihnen ist es absolut unbegreiflich wie man mit weniger als 10, Freak sogar weniger als 7 Kilogramm Basisgepäck auskommt. Uns ist auch unbegreiflich wie mal mit Edelstahltöpfen mir Glasdeckel und Sandwichboden trekken kann. :baetsch:
Sie erzählen uns noch ein paar gruselige Stories die sich auch dieses Jahr wieder auf dem Laugarvegur mit völlig unzureichend ausgerüsteten Wanderer zugetragen haben. Bei einem hätte wohl nicht mehr viel gefehlt und er hätte das „weiße Licht“ gesehen. :(

Nachts meinte man die Hütte würde vibrieren, so sehr rüttelte der Wind in den Böen am Dach. Regen prasselte gegen die Fenster. Wir waren heilfroh diese Nacht nicht in unseren Zelten verbringen zu müssen. Wenn das Wetter morgen nicht zum Weitergehen einlud, wollten wir einen Tag in der Hütte aussitzen. Immerhin hatten wir 2 Tage herausgelaufen. Meine Tour - Planung war halt doch etwas zu vorsichtig...besser so als anders.

24. August / 25. August
Hütte Sveinstindur - Hütte Skerlingar

[IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3263666139633764.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3730353164383030.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_6561313534653565.jpg[/IMG-R] [IMG-R]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3530333738386430.jpg[/IMG-R]
Der nächste Morgen ließ uns hoffen. Der Regen hatte nachgelassen, teilweise riss sogar die Wolkendecke wieder auf. Die 2 Deutschen wollten ihr Glück doch noch mal Richtung Langisjör versuchen. Wir verabschieden uns und wünschen ihnen das Beste. Wir lassen uns Zeit mit dem Loskommen, da die Etappe heute mit 15 Kilometern mit die kürzeste der ganzen Tour werden sollte.
Kurz nach der Hütte erreichen wir das Pegelhäuschen an der Skafta. Von da an folgen wir dem Pfad immer am Ufer der Skafta entlang bis in die Hvanngil. Wunderschöne Schluchten taten sich auf. Das viele Grün würde bei Sonnenschein sicher noch besser zur Geltung kommen. Leider ziehen schon schon wieder Wolken auf. Ein Schauer nach dem anderen erwischt uns.

Die letzte Furt der Tour steht uns bevor. Nach den Bächen geht es verdammt steil bergan. Sollte das der Weg sein? Ein Blick auf das GPS zeigt, dass sich der eigentliche Pfad auf der anderen Seite des Berges entlang zieht. So bewegen wir uns die nächste halbe Stunde in mehr als heiklem Gelände. Ein Stolperer hier würde den sicheren Absturz nach sich ziehen! :o

Nach ein paar Kilometern Querfeldein-Gehatsche nach Navi erreichen wir den Fahrweg der uns zur Skerlingarhütte führen soll. Freak schaltet wieder auf Autopilot und düst davon. Verlaufen sollte er sich ja nicht mehr....

Die Hütte liegt an einem Bach, inmitten von sehr skurril aussehenden, baumartigen Lavaformationen, wie sie selbst für Island einzigartig sind. Die Wände der Hütte sind aus Lavasteinen aufgeschichtet. Die Hütte hat keinen Vorraum, ist im Ganzen sehr einfach gehalten. Das verleiht ihr einen recht rustikalen Charme. Wir machen es uns in der Hütte gemütlich. Das übliche...Wasser aufsetzen, Essen machen. Da die Hütte recht groß ist und nur ein kleiner Petroleumheizer vorhanden ist, beziehen wir die oberen Betten um es einigermaßen warm zu haben.
Wir beschließen einen Tag länger hier zu bleiben. Der Plan war eigentlich einen Tag in Landmannalaugar zu verbringen. Allerdings lässt das Wetter uns das schnell vergessen. (Wenn man weiß wie der Platz dort nach einem Tag Regen aussieht…..)

Zum allgemeinen Zeitvertreib hat ein Gunther „Das lustige Taschenbuch“ da gelassen. Nach den 2 Tagen hat jeder von uns es gelesen....wir fanden es nicht wirklich witzig…

Am nächsten Morgen dann die Überraschung. Wir sehen endlich den Verursacher der Kothaufen welche den Boden der Hütte zieren. Auf den unteren Betten liegt eingerollt ein Hermelin und nimmt kaum Notiz von uns, möchte nur in Ruhe gelassen werden und schlafen. :bg:
Nachdem wir aufgestanden sind und Lärm gemacht haben verzieht er sich dann aber doch. Der Tag vergeht unspektakulär. Wir essen die letzten Futterreserven und träumen von Megapizzas in Reykjavik.

Den Tag verbringen wir damit auf Wetterbesserung zu hoffen. Die 5 Minuten Regenpausen nutzen wir um draußen das notwendigste zu besorgen.

Irgendwann kommen noch 3 Jeeps mit Isländern. Irgendwie traut sich aber keinen von denen in die Hütte. Eine halbe Stunde springen die Kinder nur zwischen den Lavasteinen herum, machen Fotos und laufen um die Hütte. Kurz bevor sie fahren schaut das doch ein älterer Herr zu uns rein und fragt nach dem Befinden… ob wir die letzen Tage gut überstanden hätten. Haben wir! Er meint noch das morgen das Wetter besser werden soll…wir meinen das ist sicher so ein Standardsatz aller Isländer…

26. August
Hütte Skerlingar - Eldja

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Um 11 Uhr soll der Bus in der Eldja ankommen…12 Uhr wieder abfahren. Entsprechend früh machen wir uns auf den Weg. Es sind nur noch 9 Kilometer und so lassen wir es langsam angehen.

Der alte Isländer hat tatsächlich Recht gehabt. Es regnet mal ausnahmsweise nicht, der Wind hat ebenfalls nachgelassen, die Sonne guckt zwischen den Wolken …was für ein Ausklang der Tour.
Wir folgen der Fahrspur, überspringen die letzen Bäche und philosophieren über die besten Zeltplätze die sich hier so finden lassen. Freak ist der Meinung ein neues Zelt muss her.
Resümee wird gezogen…was hat gepasst, was weniger…das meiste hat natürlich.

So langsam schwingt Wehmut mit auf den letzten Metern. Freak bedauert es sehr nach 303 Kilometern das Laufen einstellen zu müssen. Anscheinend tat es stellenweise noch nicht weh genug?! :grins:

Beim Abstieg in die Eldja sind wir der Meinung nach 2 Wochen Island auf die Besichtigung des Wasserfalls verzichten zu können und machen es uns bei der Sitzgruppe gemütlich. Wir beobachten die ankommenden Fahrzeuge und witzeln über die Insassen, wie das halt so üblich ist.

Es ist 11:20 Uhr…noch immer kein Bus da…sollte er eventuell vorne an der Kreuzung warten? Wir beschließen den Kilometer entgegenzulaufen. Dort angekommen warten wir wieder 20 Minuten. 11:40 taucht er auf….ignoriert meinen Daumen und fährt wieder den Kilometer in die Eldja. :motz:

Etwas angesäuert laufen wir wieder zurück. Der Bus ist sehr voll. Der Fahrer meint… wenn wir Glück haben hat er noch 3 Plätze frei. Toll… wir gedulden uns die Stunde und warten bis die Bustouris ihre Besichtigung der Schlucht beendet haben.
Wir dürfen als letzte einsteigen und mit einer Stunde Verspätung geht es los Richtung Landmannalaugar.

Dort angekommen finden wir uns schon damit ab nicht den Hot Pot aufsuchen zu können, da die Zeit gerade so zum Umsteigen reicht. Dann heißt es aber „Bus kaputt“….Wartezeit 3 Stunden…:o

Also doch noch Zeit für den Pot…Wir sind enttäuscht. Die Quelle hat sich dermaßen abgekühlt das man es nur noch direkt vor dem Zulauf aushält. Das hatten wir vor 2 Jahren noch ganz anders erlebt. Matze und ich sind nur am nörgeln… Freak bringt es auf den Punkt…“Schweine-Cold-Pot“ :grins:

Nach dem kühlen Bad geht es wieder zum Bus, der alles andere als repariert ist. Irgendwas an der Hydraulikdämpfung der vorderen Stoßdämpfer. Es wird geflickt und überbrückt von einem 2. Bus. Dann geht die Tour weiter.
Anscheinend kümmert es den Fahrer recht wenig, dass die Federung völlig versagt. Bei den kleinsten Löchern fühlt und hört es sich so an als würde sich die vordere Achse jeden Moment verabschieden. Wir fahren auf dem blanken Metall so scheint es. Dem Fahrer ist das egal, er versucht die verlorene Zeit rein zu fahren, was natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist.

An der Hekla stoppen wir, zum Aussteigen hat allerdings keiner der Fahrgäste Lust. Es wir abkassiert, da erst hier das Kreditkarten-Funk-Dingens wieder Empfang hat.

Irgendwann des Nachts erreichen wir dann auch Reykjavik, statten erst mal Subway einen Besuch ab…:bg:

Wir sind angekommen….2 Wochen marschieren haben ein Ende

[CENTER]Den Rest der Bilder gibts wie immer im Album..KLICK (http://picasaweb.google.de/barleybreeder/Island09Tag1316?authkey=Gv1sRgCMbKubC76d64sQE#)


https://www.youtube.com/watch?v=QXPOtlJQ0Lw

Biggi
20.09.2009, 22:07
@Barleybreeder: Wind, Klippen, steiles Gelände, Absturzgefahr? Hattest Du nicht eine 1Kilo-Notfallausrüstung dabei?

Absolut geile Tour 5sterne.

barleybreeder
20.09.2009, 22:14
@Barleybreeder: Wind, Klippen, steiles Gelände, Absturzgefahr? Hattest Du nicht eine 1Kilo-Notfallausrüstung dabei?


Wie wahr..war aber eher zum Furten gedacht..


Absolut geile Tour

Auch wahr...:grins:

Freak
20.09.2009, 22:16
Absolut geile Tour.

Oh ja! Ich will wieder hin... :(

Biggi
20.09.2009, 22:25
Naja, Island ist bei mir auch noch offen.

Und wer mich kennt, weiß, daß der Sonnenschein recht häufig mein Begleiter ist....

Pfad-Finder
20.09.2009, 22:42
Respekt, meine Herren, Respekt!

Von mir 5sterne

Pfad-Finder

hrXXL
20.09.2009, 22:46
sehr sehr geile tour ich will auch hin ich auch

Ari
20.09.2009, 23:47
Schön geschrieben, tolle Fotos und Videos - habt ihr wirklich fein gemacht :D.

BubiBohnensack
15.10.2009, 15:37
Ja, eine großes Dankeschön auch von mir!
Zwei Fragen habe ich:

1.) Ich habe vor langer Zeit quasi jeden Reisebericht von Dieter gelesen. Dabei fiel mir auf, dass die Routen im Hochland sehr häufig den kleinen 4x4 Tracks folgen oder irre ich mich da? Falls ja, wie häufig kommt da was vorbeigerauscht? Einsamkeitsgefühl vorhanden?

2.) Auch wenn ich noch keine Wintertour gemacht habe, und zu Trainingszwecken sicher andere Gegenden besser geeignet sind: Wäre so eine Island Querung auch im Winter möglich?

Viele Grüße

barleybreeder
15.10.2009, 16:14
Hi Jan,

Zu deiner ersten Frage. Wir sind auch zu einem Großteil den Pisten gefolgt. Je nachdem was es für Tracks sind sind diese unterschiedlich von Autos befahren.
Die ersten Tage bis zur Askja haben wir nur 2 Autos gesehen. An der Askja, speziell auf dem Parkplatz, logischerweise etwas mehr.

Auf der Gesavatnaleid sydri nur ein einziges , was sicher auch mit der sehr anspruchsvollen Piste (Furten, viel Sand, Geröll) zu nun hat.

Ab Nyidalur sind wir einen Tag der Sprengisandur gefolgt. Da dies die Hauptroute Nord-Süd ist, folglich auch mehr Betrieb. Ich glaube es waren 11 Autos, 3 Busse, 3 Motorräder. :bg:
Mein Cousin hat Strichliste gemacht.

Die nächsten 3-4 Tage Richtung Gletscher und Langisjör nicht ein Auto.

Noch mal zählen....wenn man den Parkplatz an der Askja und die Strecke Sprenisandur weglässt, warens ungefähr...8-10 Autos an 16 Tagen
Geht doch, oder?

Islandquerung im Winter...ist sehr speziell. Wegen der eher milden Temperaturen. Sehr stürmisch. Haben schon einige gemacht, andere mussten abbrechen weil kein Schnee da war.
Und dann wird "lustig", weil man da oben nicht einfach mal abbrechen kann! Im Winter ist das Hochland für PKW praktisch nicht passierbar, je nach Routenwahl und Wetter. Die Straßen sind alles gesperrt.
Wer dich da rausholt muss sich auskennen.

Wäre definitiv nix für mich! Die Chance das es klappt sicher so 50/50..

http://http://www.lomur.de/issprengis.htm
http://www.patriceschreyer.com/2007islande/menu.html
http://www.martin-huelle.de/start/index.php?page=20&child=3&lang=de (http://www.patriceschreyer.com/2007islande/menu.html)
http://pagesperso-orange.fr/montagnexpe/islande_html.htm (http://www.patriceschreyer.com/2007islande/menu.html)

Jofu
15.10.2009, 16:50
Klasse Bericht. Muss ich mir später nochmal mit Ruhe durchlesen.

Da werden schöne Erinnerungen wach, auch wenn ich nur ganz kommod mit Zelt und Bus dort war und wir Tageswanderungen gemacht haben.

Aber eine etwas kürzere und leichtere Mehrtageswanderung (oder gar Ritt :o) steht auch noch auf meiner Lebensplanung.

Dieter
15.10.2009, 18:00
Jetzt muß ich auch noch mal schreiben wie sehr mir dieser dieser Tourenbericht gefallen hat. Wiklich erste Sahne! Habe diese Wanderung Dank des Berichts mit Spannung nacherlebt und mit meinen eigenen Erfahrungen verglichen. Der Langisjór ist für mich eine der schönsten Gegenden Islands. Ganz sicher aber der schönste See auf dieser Insel. Seine Abgeschiedenheit macht ihn dabei als Trekkingziel besonders interessant.

Soweit ich sehe, seid Ihr am Langisjór .zweimal einen anderen Weg gegangen. Würde mich interessieren wo und wie. Hast Du die Route auch als GPS Waypoints?

Eines muß ich aber noch loswerden:
der See heißt und schreibt sich Langisjór nicht Langgisjör
Das macht vor allem in der Aussprache einen großen Unterschied: ou statt ö
:oldman:

Auch wenn es etwas OT ist:

Jan schrieb

1.) Ich habe vor langer Zeit quasi jeden Reisebericht von Dieter gelesen. Dabei fiel mir auf, dass die Routen im Hochland sehr häufig den kleinen 4x4 Tracks folgen oder irre ich mich da? Falls ja, wie häufig kommt da was vorbeigerauscht? Einsamkeitsgefühl vorhanden?

Bärli hat genau die Erfahrung gemacht: Auf den "Rennstrecken" trifft man öfters oder wenigstens von Zeit zu Zeit auf ein Auto, aber sobald man eine der kleinen Nebenpisten kann man sich über Einsamkeit nicht beklagen. Ich finde man sollte diese Suche nach der Einsamkeit nicht überbewerten. Wenn man sich eine Route über das Hochland zusammenstellt, dann folgt diese zwangsläufig den natürlichen Gegebenheiten - ebenso wie viele Pisten. Also bezieht man diese eben in die Routenführung ein, wenn es Sinn macht. Es gibt genug Routenabschnitte wo man auf Fußpfaden oder auf vielleicht sogar weglos unterwegs ist.


2.) Auch wenn ich noch keine Wintertour gemacht habe, und zu Trainingszwecken sicher andere Gegenden besser geeignet sind: Wäre so eine Island Querung auch im Winter möglich?
Islands Fluch im Winter ist, daß es eine Insel im Nordatlantik ist und sich polare und milde atlantische Strömungen abwechseln. Und dieser Wechsel verläuft in der Regel über heftige Stürme. In der Jahreszeit, die wir Hochwinter nennen, sind dies Wechsel am ausgeprägtesten. Dazu kommen noch knapp südlich des Polarkreises die sehr kurzen Tage und eine in den letzten Jahren leider zunehmende Schneeunsicherheit. Im Spätwinter (April) sieht es dann ein wenig besser aus: es ist wieder hell und die Scheedecke sollte ihre maximale Mächtigkeit erreicht haben. Bleiben noch die unvorhersehbaren Wetterwechsel.
Bärli schätzt eine Erfolgsquote von 50%. Ich glaube das ist weit zu hoch gegriffen. Die meisten Hochlanddurchquerungen im Winter müssen vorzeitig abgebrochen werden. Auf dem Sprengisandur ist meist bei Landmannalaugar Schluß und auf dem Kjölur am Bláfell. In diesem Fall muß man sich schon vorher ein "Mountaintaxi" organisieren das einen dann bei Bedarf abholt. Kein billiger Spaß.

Dieter

barleybreeder
15.10.2009, 18:29
Danke dir Dieter für deine Einschätzungen! :p

Das mit dem Ö im Langisjór war mir schon irgendwie bewusst. Gibt ja noch so ein paar Laute die ich dank Faulheit unterschlagen habe. Asche auf mein Haupt! :-?

Und einen GPS Track gibt es tatsächlich...
http://barleybreeder.wordpress.com/2009/09/04/island-track-im-downloadbereich/

Auf der rechten Seite im BOX.NET Fenster einfach auf Islandquerung2009.gpx klicken...:grins:

Libertist
02.12.2009, 13:38
Hallo Barleybreeder,

ich würde mir die Route auch gern mal auf einer Karte ansehen. Nur grob. Könntest du sie bitte auf irgendeinem Bild einzeichnen und hier posten? Hab versucht, die Tour auf googlemaps nachzuvollziehen, aber die meisten von dir aufgezählten Orte sind dort unbekannt.

Ich plane auch gerade eine 3-wöchige Island-Tour und suche Informationen über mögliche Routen. Danke schon mal.

Freak
02.12.2009, 17:49
Barley hat auf seinem Blog (http://barleybreeder.wordpress.com/) den GPS-Track zum runterladen. Damit kannst du dir z.B. in Google Earth den genauen Wegverlauf unserer Tour ansehen.

Libertist
02.12.2009, 19:26
Und wie kann ich die Datei in GE laden? Das Programm erkennt doch keine .gpx - Dateien.

MichaMobil
03.12.2009, 01:13
Mit GPSBabel (http://www.gpsbabel.org/) kannst Du sie in's kml-Format bringen.

barleybreeder
03.12.2009, 15:37
Und wie kann ich die Datei in GE laden? Das Programm erkennt doch keine .gpx - Dateien.

Also mein Google Earth kann meine .gpx Datei öffnen...importiert die jedenfalls ordungsgemäß...dauert ein paar Sekündchen

Hier sieht man den Track auch noch mal..
http://barleybreeder.wordpress.com/2009/08/31/back-from-iceland/

barleybreeder
13.01.2010, 23:43
Da die Frage aufkam wie es denn auf dem Gletscher bei unserem Übergang aussah hab ich noch mal alles Videomaterial zusammengekratzt was ich vom Gletscher habe.
Irgendwie waren wir sehr mit hatschen beschäftigt so dass ich recht wenig gefilmt habe...:roll:

Bei 2:10 sieht man in der Mitte die Moräne wo wir am Südende wieder abgestiegen sind. Ging dort sehr gut.

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geronimo
13.01.2010, 23:49
SUPER! Danke!
Gibt einen tollen Eindruck wie es dort oben ist/war.

Freu mich schon extremst auf unsere Tour. Vorfreude ist doch die schönste Freude. :D

Polarpics
01.02.2010, 14:57
Hi,

wir hatten es ja in diesem Threat schon mal mit dem Für und Wieder was Gletscherbegehungen anbetrifft.

Bekam gerade von meinem isländischen Kumpel eine länger email aus TRAURIGEM ANLASS zu diesem Thema:

Er und sein Team waren am vergangenen Samstag zu Landsbjörg Fahrtrainingszwecken mit mehreren Fahrzeugen aauf dem Fimmförduhals als sie einen Einsatzbefehl für den Langsjökull erhielten. Wie sich herausstellte war eine Frau mit Ihrem 7 jährigen Sohn auf dem Langsjökull in eine Gletscherspalte gestürzt........( wie die genauen Umstände sind konnte er mir nicht schildern......es steht auch nichts genaueres zu den Umständen die zum Unglück führten auf der Website von Landsbjörg........!

Insgesamt wurden fast 120 Rescueteam-Members aus dem gesamte Süd- bzw. Südwesten Islands zur Rettung zusammen gezogen.

Die Frau konnte nach dem Sturz in ! ! ! ca. 30 Metern ! ! ! Tiefe nur noch tot geborgen werden. Der Junge wurde nach einer 4 Stündigen Rettung schwerstverletzt geborgen und vom Gletscher ausgeflogen, liegt aber laut meines Freundes immer noch in Reykjavik im Koma..........:cry::cry::cry:

Soviel zum Thema Gletscherbegehungen ohne Guide und ohne fundierte Ortskenntnisse

barleybreeder
01.02.2010, 15:20
Danke für die Info. Eventuell kannst du ja noch Infos nachliefern falls sie dir zugängig werden...

Ich nehme aber mal an das um diese Jahreszeit auf dem Langjökull bis an den Gletscherfuß schon Schnee liegt. Jedenfalls geben das die Webcams so her. Wenn man dann zu Zweit mit einem kleinen Kind auf den Gletscher geht ist das nat. schon recht lebensmüde.

Hätten wir so sicher nicht gemacht. Bei uns war Vorraussetzung spaltenarm und aper also keine Schneeauflage.

Chouchen
01.02.2010, 15:30
Ganz kurz hier:
http://www.icenews.is/index.php/2010/02/01/woman-dies-on-iceland-glacier-tour/

...und ein bisschen mehr hier:
http://www.icelandreview.com/icelandreview/daily_news/?cat_id=16539&ew_0_a_id=357236

Polarpics
01.02.2010, 15:31
Danke für die Info. Eventuell kannst du ja noch Infos nachliefern falls sie dir zugängig werden...

Ich nehme aber mal an das um diese Jahreszeit auf dem Langjökull bis an den Gletscherfuß schon Schnee liegt. Jedenfalls geben das die Webcams so her. Wenn man dann zu Zweit mit einem kleinen Kind auf den Gletscher geht ist das nat. schon recht lebensmüde.

Hätten wir so sicher nicht gemacht. Bei uns war Vorraussetzung spaltenarm und aper also keine Schneeauflage.


Hi Barleybreeder,

mache ich gerne wenn ich weitere Info`s direkt aus Reykjavik erhalte.........ich wollte Eure Gletscherbegehung auch in keinster Weise schmälern.......aber wie auch gerade im Islandforum nochmals von mir geposted........bei Euch gings gut........der andere hat weniger Glück oder "nimmt`s lockerer".......und weg ist er........

Mein Kumpel schreib weiter......das sie dieses Jahr total wenig Schnee im Hochland haben........was mich doch mehr als verwundert......in anbetracht der Tatsache was bei uns in Deutschland in der letzten Zeit alles runtergekommen ist............bin mal gespannt ob sich das in den kommenden Wochen auf Island noch ändert......den um ehrlich zu sein hatte ich für meine Tour in Mai/Juni noch mit erheblichen Schneefeldern und Schmelzwasserabflüssen gerechnet.........und überlege gerade ob weniger Schnee nun für mich eher besser oder schlechter ist.....;-)

Aber da wir darauf ja Gott sei Dank keinerlei Einfluss haben........ist`s eh wurscht.....:grins:

Polarpics
01.02.2010, 15:42
Ganz kurz hier:
http://www.icenews.is/index.php/2010/02/01/woman-dies-on-iceland-glacier-tour/

...und ein bisschen mehr hier:
http://www.icelandreview.com/icelandreview/daily_news/?cat_id=16539&ew_0_a_id=357236

Hi Couchen,

ohje ohje.......auch noch eine geführte und organisierte Tour.........sprich ortskundige Tourguides waren mit dabei........und die Spalte war soo schmal das die Rettungsteams Mann für Mann kopfüber abgeseilt werden mußten......:o.

Also war die Spalte nicht groß und oder zugeschneit .......also nicht sichtbar........!

Na dann kann dann ja jetzt jeder seine eigenen Schlüsse & Konsequenzen für seine Tourplanung drauß ziehen.........wäre das einem einzelnen Trekker oder einer sehr kleinen 2-3 Manngruppe passiert........???????

Und ich denke mal das in 20-30 Metern Tiefe auch kein Sateliten-Telefon oder PBL mehr Kontakt zur Außenwelt aufbauen kann.........und nach Hilfe rufen......da hören einen dann wohl nur noch die Elfen !

Skysurfer
10.02.2010, 19:18
Auch von mir herzlichen Dank für den wunderbaren Bericht!
Übrigens, wenn man langsam liest und direkt am Anfang die Videos der Reihe nach startet läuft das sogar recht synchron ab! War das beabsichtigt?

Freak
10.02.2010, 19:19
Äh ja, klar. :bg:

barleybreeder
10.02.2010, 19:27
Übrigens, wenn man langsam liest und direkt am Anfang die Videos der Reihe nach startet läuft das sogar recht synchron ab! War das beabsichtigt?

Natürlich...:o

Das das erst jetzt auffällt?! :grins:

Polarpics
11.02.2010, 15:09
Danke für die Info. Eventuell kannst du ja noch Infos nachliefern falls sie dir zugängig werden...



So hier die abschließenden Infos`s:


Habe gestern über meinen Kumpel den aktuellen Stand von Landsbjörg erhalten.

Die Tour war durch Guides geführt. Aber das Kartenmaterial das benutzt wurde war ca. 20 Jahre alt.....und selbst der blutigste Laie kann sich nun denken, wieviel davon noch der Realität entspricht, da Gletscher ja bekanntlich wandern.

Das aktuellste Kartenmaterial welches Landsbjörg verwendet ist aber auch schon 3 Jahre alt......noch aktuelleres gibts nicht....!

In diesem Sinne....seit immer schön vorsichtig...... ;)

Sabine38
08.06.2010, 23:45
Super Bericht! Klingt nach einer Wahnsinnstour! Ich freue mich schon auf meinen Islandurlaub - auch wenn wir in den 10 Tagen die wir da sind bei weitem keine 300 km planen. Das würde einige von uns vermutlich überfordern - und wenn ich ehrlich bin mich im Moment wohl auch. ;-)

Sabine