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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tourempfehlung in Skandinavien für Weihnachten 2009 gesucht



GregiIwi
27.08.2009, 14:58
Hi!

Ich suche nach Tourempfehlungen für die Weihnachtszeit 2009/2010.
Ich bin allein, mit Ski & Zelt unterwegs. Suche etwas, wo ich einigermaßen gut hinkommen kann (Bus/Zug Verbindungen in dieser Zeit). Außerdem wäre es schön, wenn es GPS-Karten von dem Gebiet geben würde. Rondane würde mich z.B. interessieren, aber ich habe keine Karte gefunden. Karte selber bauen nur wenn's nicht anders geht ...

Ein paar Infos zu den Wetter und Lichtverhältnissen würden mich auch interessieren!

Vielen Dank schonmal!

Sarekmaniac
29.08.2009, 19:57
Jahreswechsel ist von den Bedingungen eher heikel, weil in den Bergen noch nicht viel los ist.

Ich würde da eher auf die schwedische Seite gehen. In ein Gebiet mit dichten Hüttenabständen, Rastschutz dazwischen und permanenten Markierungen.

z.B. Nördlicher Teil des nördlichen Kungsleden von Abisko bis Nikkaluokta (wird dann aber eine Nachtwanderung, aber das kann bei klarem Wetter faszinierend sein).

Oder eine Runde im Jämtland mit Start/Ziel Storlien. Wobei es insbesondere im Jämtland kein Problem ist, zwischen den markierten Wegen zu kreuzen, falls man lieber seinen eigenen Weg sucht.

Abisko und Storlien sind mit Zug erreichbar. Abisko dauert (ab Ruhrgebiet) 36 Stunden (Nacht, Tag, Nacht), Storlien 20 Stunden (Tag, Nacht).

Wie lange es hell ist, kannst Du das GPS ausrechnen lassen. (Funktion Sonnenstandsberechnung, Sonnenauf- und Untergang für einen bestimmten Punkt an einem bestimmten Tag ausrechnen).

Wenn es klar ist und vielleicht sogar der Mond scheint, kann man auch im "Nachmittagsdunkel" noch gut gehen.

GregiIwi
04.09.2009, 17:01
Vielen Dank für die Empfehlung! Ich habe in der Zwischenzeit ein bisschen recherchiert und noch ein paar Fragen (sorry, werde mich auch um Literatur bemühen und dann vielleicht auch nicht mehr Fragen müssen ...):

Könnte ich die Strecke Abisko - Nikkaluokta gut mit Pulka gehen? Habe ja Zelt usw. dabei. Bin mit Pulka nicht besonders schnell, Steigungen sind anstrengend, in Hängen kippt die Pulka, Buschwerk nervt. Was meinst du?

Stehen diese Holzkreuzmarkierungen auch ausserhalb der Wintersaison?

Kannst du die Schneesicherheit abschätzen? Ohne Schnee mit Pulka wär's schlecht... :(

Braucht man einen Schlüssel, um in die Noträume der Hütten zu kommen?

Wie könnte ich mir die An- und Abreise per Bahn organisieren (Internetseiten)?

Wie viele Wandertage schätzt du für die Strecke mit Pulka ein?

Grundsätzlich:
Meinst du ich könnte anstelle meines Keron 2Mannzeltes auch das Soulo-1Mannzelt verwenden (Windstabilität/Platz)? Suche nach Möglichkeiten Gewicht zu sparen..

Könnte ich mir das Zuggestänge sparen und anstelle dessen Seil nehmen (auch um Gewicht zu sparen)?

Könnte ich es mir sparen extra Aluschienen unter die Paris-Plastik zu schrauben (auch, um Gewicht zu sparen). In der Hardangervidda habe ich sie nicht benötigt, da hatte ich aber auch keinen Schneemangel ...

Was hältst du von der Idee eine Tour (allein, aber mit Satellitentelefon) über Weihnachten in der Hardangervidda oder Rondane zu machen?


Viele Grüße!

Sarekmaniac
04.09.2009, 17:56
Vielen Dank für die Empfehlung! Ich habe in der Zwischenzeit ein bisschen recherchiert und noch ein paar Fragen (sorry, werde mich auch um Literatur bemühen und dann vielleicht auch nicht mehr Fragen müssen ...):
Könnte ich die Strecke Abisko - Nikkaluokta gut mit Pulka gehen? Habe ja Zelt usw. dabei. Bin mit Pulka nicht besonders schnell, Steigungen sind anstrengend, in Hängen kippt die Pulka, Buschwerk nervt. Was meinst du?


Das ist eigentlich gutes Pulkagelände. Buschwerk dürfte kein Problem sein. Allzuviele steile Hänge gibt es auch nicht.


Stehen diese Holzkreuzmarkierungen auch ausserhalb der Wintersaison?

Ja. Manchmal können allerdings einzelne Markierungen überweht sein. Und außerhalb der Saison werden die Lücken, die entstehen, nicht mit zusätzlichen Markierungen überbrückt (erst ab Anfang, mitte Februar).


Kannst du die Schneesicherheit abschätzen? Ohne Schnee mit Pulka wär's schlecht... :(


Wahrscheinlich liegt nicht allzuviel Schnee. Schneefrei kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Vielleicht kann der Järven was dazu sagen, denn cih war um die zeit noch nie da.



Braucht man einen Schlüssel, um in die Noträume der Hütten zu kommen?

Nein. Aber unter Umständen eine Schneeschaufel. Um die Zeit räumt da niemand die Eingänge frei. Und ich würde nicht darauf bauen, Gas oder Feuerholz vorzufinden.

Wie könnte ich mir die An- und Abreise per Bahn organisieren (Internetseiten)?
Preiswerteste Variante bis Kopenhagen mit Nachtzugspezial oder wie das heißt (vor Weihnachten bestimmt schnell ausgebucht). Dann tagsüber nach Stockholm, und weiter mit dem Nachtzug bis Abisko. Die komplette Verbindung lässt sich über die seite von DB finden. Denn schwedischen Teil besser in Schweden buchen. Dazu gibts hier schon einen haufen Tipps.

Wie viele Wandertage schätzt du für die Strecke mit Pulka ein?
Wieviel bist Du denn bei der letzten Tour so gelaufen am Tag? Da würde ich mich dran orientieren. Das sind 110 km, plus 2 Schlechtwettertage Reserve. Und reichlich Batterien für die Stirnlampe.;-)


Grundsätzlich:
Meinst du ich könnte anstelle meines Keron 2Mannzeltes auch das Soulo-1Mannzelt verwenden (Windstabilität/Platz)? Suche nach Möglichkeiten Gewicht zu sparen..


Das geht sicher. wichtig ist, das du da drin auch bei Schlechtwetter kochen kannst (ich kenne das Zelt nicht)


Könnte ich mir das Zuggestänge sparen und anstelle dessen Seil nehmen (auch um Gewicht zu sparen)?

Das kommt auch darauf an, wie gut Du Skifahren kannst. Wenn Du eine eher schwere Pulka hast, ist das aber IMO sparen an der falschen Stelle. Die Pulka wird dir noch öfter abschmieren und und kippen. Was hast Du denn für ein Zuggestell?


Könnte ich es mir sparen extra Aluschienen unter die Paris-Plastik zu schrauben (auch, um Gewicht zu sparen). In der Hardangervidda habe ich sie nicht benötigt, da hatte ich aber auch keinen Schneemangel ...

Von der Gleitfähigkeit her sicher möglich. Ich habe nur keine Ahnung, ob die Schienen vielleicht auch den Schlitten stabilisieren? Und der ist ja recht schwer beladen. Ich bin auf Kungs- und Padjelantaleden schon mit einem Kinderplastikschlitten unterwegs gewesen, aber da waren höchstens 20 kg drin.


Was hältst du von der Idee eine Tour (allein, aber mit Satellitentelefon) über Weihnachten in der Hardangervidda oder Rondane zu machen?

Von den Wetterverhältnissen her: Hardangervidda nein, Rondane ja. Dann brauchst Du aber einen Schlüssel, musst checken, ob nicht manche Hütten komplett zu sind, und darfst nicht darauf bauen, dass Du Markierungen haben wirst.[/QUOTE]

barleybreeder
04.09.2009, 19:20
Bei uns wars letztes Weihnachten sehr scheeen....KLICK (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=29638):bg:

Sarekmaniac
05.09.2009, 15:11
Bei uns wars letztes Weihnachten sehr scheeen....KLICK (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=29638):bg:

Ihr habt Glück mit dem Wetter gehabt.;-)

Snuffy
05.09.2009, 15:17
Deswegen wars ja auch scheeen :bg:


Snuffy

GregiIwi
09.09.2009, 15:16
1000 Dank für die vielen Tipps!!! Werde mich nun mal mit Karten und Literatur schlau machen!

Ich habe bisher noch nie im Zelt gekocht ... Habe irgendwie Schiss das ich mir da alles abfackel und dann doof aus der Wäsche(?) guck. Das Soulo hat zwar auch eine Art Vorraum, aber der ist dann vollgepackt und ich kann in dem nicht kochen.
Apropros: Wo bringst du eigentlich deine Pulka unter über Nacht?


Zu deiner Frage:
Ich hab eine Zuggestänge von Acapulka.


Puh, die Strecke ist ziemlich lang. Ich denke, ich werde die irgendwie abkürzen müssen. Hoffentlich gibt es Möglichkeiten auszusteigen (und Bus/Bahnanschluss zu finden).

Viele Grüße!

Sarekmaniac
09.09.2009, 16:09
Ich habe bisher noch nie im Zelt gekocht ... Habe irgendwie Schiss das ich mir da alles abfackel und dann doof aus der Wäsche(?) guck. Das Soulo hat zwar auch eine Art Vorraum, aber der ist dann vollgepackt und ich kann in dem nicht kochen.

Das Keron hat 2 Apsiden, da kann man in einer dann kochen. Wenn man etwas Schnee wegschaufelt, kann man die Abside nach unten vergrößern und hat so einen größeren Abstand zur Absidenwand. Vorheizen sollte man besser draußen.


Apropros: Wo bringst du eigentlich deine Pulka unter über Nacht?

Kochen in Abside 1, Pulka in Abside 2. Kurze Pulkas sind was feines.

(Im Keron könntest Du bei Sauwetter das Außenzelt an einer Seite aushängen (nur die untersten drei Aufhängungen) und dann die Pulka der Länge nach in den Tunnel schieben. Da müsste dann immer noch eine 80-90 cm breite Liegefläche bleiben)


Ich hab eine Zuggestänge von Acapulka.

Stabiler gehts ja eigentlich nimmer. Mir scheint Du hast echt ganz schön viel Gepäck dabei.;-)



Puh, die Strecke ist ziemlich lang. Ich denke, ich werde die irgendwie abkürzen müssen. Hoffentlich gibt es Möglichkeiten auszusteigen (und Bus/Bahnanschluss zu finden).


Jupp, das finde ich auch. Direkte Möglichkeit unterwegs "auszusteigen" gibt es nicht. In der Saison gibt es einen Skootertransport ab bis Kebnekaise-Fjällstation, aber die hat Weihnachten und Neujahr zu(war in der vergangenheit zumindest so).

Oder du planst von vornherein eine kleinere Rundtour ab/bis Abisko.

Ich finde das Jämtland weiterhin keine schlechte Idee. Kannst erstmal definieren, wie viele Tage Du unterwegs bist; dann schätzen, wie viele km realistischerweise möglich sind, und dann eine entsprechende schöne kleine Rundtour aushecken oder eine kürzere Tour von einem Ort zu einem anderen. Und ein bißchen mehr Tageslicht ist auch.

gelöschter Nutzer
09.09.2009, 17:47
Ich würde mich gerne in diesen Thread mal einklinken :)

Meine Frau und ich suchen ebenfalls eine Gegend für eine kleinere Testtour über Weihnachten.

Es ist ein "schlechter" Zeitpunkt ich weis (Die Frage hatte ich im letzten Jahr schon einmal gestellt) aber es bleibt mangels Urlaubstagen nichts anderes übrig.

Frühste Abfahrtmöglichkeit. Donnerstag 23.12 Nachmittags
Späteste Ankunftszeit wieder zuhause: 03.01.10

Wenn ich jeweils 2 Tage für an und Abreise rechne hätten wir 8 Tage Zeit. 2 zur Reserve 6.

Da es unsere erste Tour ist und noch keinerlei Erfahrungen bestehen wäre mir die Tour von barley vielleicht zu HOT. Aber die Gegend wäre gut über Dänemark - Schweden relativ Spontan per Auto innerhalb von 2 Tagen zu erreichen ohne das man jetzt vorher eine Fähre buchen müsste.

Gibt es noch andere Tourenvorschlage in der Hardangervidda oder in der Nähe.

Ausrüstungstechnisch steht fast alles bereit. Vom Schlafsack bis zur Fjellpulka und BC Ski.

Bin für alle Vorschläge offen.

PS: Für die große Wintertour (März 2010) - 2 bis 3 Wochen - Kungsleden / Sarek mache ich später einen eigenen Post auf. Auch hierfür benötige ich noch viele Informationen.

Vielen Dank Tomie

skullmonkey
09.09.2009, 18:27
Ich schlag dann einfach mal Finnland vor, da ist man ja auch ruck-zuck aus Deutschland.

Ganz konkret kommen mir der Urho Kekkonen National Park (http://www.luontoon.fi/page.asp?Section=5392), Lemmenjoki NP (http://www.luontoon.fi/page.asp?Section=5076) oder die Hammastunturi Wilderness Area (http://www.luontoon.fi/page.asp?Section=5563) in den Sinn. Die letzten zwei haben sogar Hütten, und wo ist es schöner zu Weihnachten als in der Heimat vom Weihnachtsmann?!

gelöschter Nutzer
09.09.2009, 18:56
Finnland ist sicher auch spitze. Die Anreise per Auto aber um einiges weiter da hoch. Beim Thema Flugzeug mache ich mir sorgen um das Thema Kocher, Ski & Platz für Pulka usw. Auch wäre das ganze dann nicht mehr "spontan" je nach Schneelage händelbar. Finnland kommt aber sicherlich auch noch dran. (Hast du vielleicht auch konkrete Tourenvorschläge für diese Gebiete? )

Thx Tomie

skullmonkey
10.09.2009, 06:48
Finnland ist sicher auch spitze. Die Anreise per Auto aber um einiges weiter da hoch. Beim Thema Flugzeug mache ich mir sorgen um das Thema Kocher, Ski & Platz für Pulka usw. Auch wäre das ganze dann nicht mehr "spontan" je nach Schneelage händelbar. Finnland kommt aber sicherlich auch noch dran. (Hast du vielleicht auch konkrete Tourenvorschläge für diese Gebiete? )

Thx Tomie

Ich denke Du könntest zB die Fähre Rostock - Helsinki nehmen, dann den Autozug von Helsinki nach Rovaniemi und dann den Rest fahren. Flugzeug wäre mit soviel Gepäck sicher ein wenig umständlich =)

Konkrete Tourenvorschläge habe ich nicht, aber wenn Du Dir die links mal anschaust, sind auf der linken Seite im Submenü "Trails and Maps" zu finden, die könnten erste Ideen liefern. Wald(e?)mann, welcher gerade in der Hammastunturi und im Urho Kekkonen NP unterwegs ist, kann vielleicht was dazu sagen, und auch Inarijoen Peter kann bestimmt Auskunft geben wenn es um konkrete Tourenvorschläge geht!

nordwärts
10.09.2009, 21:29
vielleicht kommt auch die Setesdalsheiane in Frage. Das ist das Tourengebiet südlich der Hardangervidda und westlich des Setesdal. Der südlichste Einstieg ist Ljosland und gut mit dem Auto oder auch per Bus von Kristiansand zu erreichen. Die Hütten liegen relativ nah beieinander und es sind (Not-)Ausstiege ins Setesdal oder auch in westliche Richtung möglich. Ich hatte mir die Strecke Ljosland - Haukeliseter dieses Jahr Ostern als Einstiegswintertour ausgesucht, habe aber die Tour am 4. Tag mangels Winter abgebrochen. Bei Interesse hab ich daher weiter Infos. Zum Einlesen ist vielleicht der englischsprachige Tourbericht von James Baxter interessant:
http://www.skipaddlenorway.com
Er ist Anfang Januar am Kap Lindesnes gestartet und über Ljosland nach Haukeliseter und weiter zum Nordkap gelaufen, zurück ist er gepaddelt.
Gruß
Ulrich

GregiIwi
11.09.2009, 09:57
Ok, also dann kümmer ich mich erstmal um Jämtland-Informationen und plane da was. Irgendwie hat mich das Gebiet nicht so richti interessiert ... In erster Linie aber wohl nur, weil ich kaum etwas darüber weiß.
Mein Motto: Immer das machen, was Sarekmaniac sagt. Das ist schon die halbe Miete!

gelöschter Nutzer
11.09.2009, 10:11
Das ist ja das schöne an diesem Forum. Es gibt viele mit praktischen Erfahrungen und man kann sich auf die Aussagen der "Profies" verlassen. Zum Schluss sammelt man die Erfahrungen dann auf den eigenen Touren. :)

Sarekmaniac
11.09.2009, 10:30
vielleicht kommt auch die Setesdalsheiane in Frage.

Die Hüttendichte ist groß, und alle Hütten sind ganzjährig offen. Aber:

1. Setedalsheiene sind ähnlich wetteranfällig wie die Hardangervidda.

2. In den Setedalsheiene sind fast alle Seen reguliert, d.h. im Dezember/Januar dürfte man sehr schwierige Eisverhältnisse haben.

3. Die Täler sind z.T sehr steil. Die Lawinengefahr in Zusammenhang mit viel Neuschnee ist erheblich. Ich habe 2008 einen Belgier kennengelernt und ich weiß von einem sehr erfahrenen Norweger, die beide auf ihrer NPL-Langtour im Dezember in den Setedalsheiene von einer Lawine verschüttet wurde. Beide überlebten nur knapp.

James Baxter ist auf diesem Abschnitt recht schnell gewesen, aber er hatte eben Glück und ein gutes Wetterfenster erwischt.

Wenn man sich andere NPL-Berichte anschaut, stellt man schnell fest, dass die Langtourgeher für die 160 km von Ljosland nach Haukeliseter in der Regel 12-14 Tage brauchen, und für die nächsten 90 km, Haukeliseter - Finse (durch die Hardangervidda) bis zu 9-10 Tage. An mangelnder Fitness oder Erfahrung liegt das bei denen sicher nicht, sondern an den Verhältnissen so früh im Winter.

nordwärts
11.09.2009, 16:29
Ich wollte eimoti keinesfalls die Stecke Ljosland-Haukeliseter über den Jahreswechsel in 8 Tagen vorschlagen. Ich hatte eher an eine Tour in der südlichen Setesdalsheiane gedacht.

z. B. an Ljosland-Gaukhei-Öyuvsbu-Svartenut-Bossbu-Stavskar-Valle im Setesdal, eine eher kurze Strecke, die durch Abstecher zu anderen Hütten ergänzt werden kann

auch von Öyuvsbu-Hahelleren-Taumevatn-Adneram-und über die Straße (Suleskarveien) vorbei an Öyuvsbu nach Nomeland im Setesdal müsste eine Tour möglich sein.

Ich würde die Situation in der südlichen Setesdalsheiane als nicht so problematisch einschätzen als im nördlichen Bereich oder in der Hardangervidda (ich hoffe, ich liege damit nicht völlig daneben und krieg jetzt Schelte von den Profis) :
man ist deutlich tiefer unterwegs, nur an wenigen Stellen kommt man über 1000 m
auf den vorgeschlagenen Strecken sind laut Karte nur 3 Seen reguliert, von denen ist nur das Südende des Langevatnet nördlich von Ljosland als problematisch gekennzeichnet, z. T. kann man diese Seen auch umgehen (natürlich würde ich mich in der Ljosland Fjellstuva nach den Verhältnissen erkundigen)
die DNT-Route (wird allerdings erst später, im Jahr 2008 ab dem 15.02., markiert) zwischen den Hütten Ljosland und Taumevatn nicht als sehr eng und steil in Erinnerung (das sieht weiter nördlich allerdings anders aus)

Grundsätzlich ist die Zeit Dezember/Januar problematischer als z. B. im März oder April, aber das wurde ja schon angesprochen. Das war auch in den Hüttenbüchern an den Eintragungen aus diesem Jahr zu erkennen, die NPL-Kanditaten haben z.T. mehrere Tage zum Abwettern in einer Hütte verbracht .

Ich war in dem Gebiet Ostern (Ljosland-Hahelleren-wintergesperrte Straße ins Setesdal) und diesen Sommer anfang August (Ljosland-Haukeliseter) unterwegs.

@Sarekmaniac
Ist Dir bekannt, wo die Lawinenunfälle passiert sind?
Sind die DNT-Winterrouten nicht so gelegt, dass die Lawinengefahr möglichst gering ist?

Gruß
Ulrich

Sarekmaniac
11.09.2009, 17:12
@Sarekmaniac
Ist Dir bekannt, wo die Lawinenunfälle passiert sind?
Sind die DNT-Winterrouten nicht so gelegt, dass die Lawinengefahr möglichst gering ist?

Gruß
Ulrich

Die beiden wurden an ihrem (geplant) letzten Tag in den Setedalsheiane, bei der Abfahrt nach Haukeliseter verschüttet. Durch welches Tal sie runter sind, weiß ich jetzt auswendig leider nicht genau. Es war übrigens im Januar, nicht im Dezember, und eine Route war da nicht gesteckt. Außerdem sind sie, in "Gewaltmarschstimmung", trotz fehlender Sicht und viel Neuschnee aufgebrochen und im Whiteout unter einen Steilhang geraten.

Die Details beschreibt Nicolas, der Belgier, in seinem Blog:

Klick (http://pulka.over-blog.com/article-16104434-6.html)



NPL-Kanditaten haben z.T. mehrere Tage zum Abwettern in einer Hütte verbracht .


Genau. Und da liegt der Hund begraben. NPLer (steht übrigens für Norge pa langs), die das ganze klug und überlegt angehen, bringen viel Geduld mit und planen für diesen frühen, ersten Teil der Tour reichlich Wartezeit/Schlechtwettertage ein. Und Einheimische, die ihre traditionelle Neujahrstour machen, entscheiden kurzfristig. Die Wettervorhersage ist gut, ich fahre mit dem Zug nach Finse und laufe drei Tage durch die Hardangervidda, das Wetter ist schlecht, dann mache ich eben einen Picknickausflug auf der Loipe irgendwo in der Oslomarka.

Das ist was total anderes, als wenn jemand im September seinen Flug nach Oslo bucht und sagt: Vom 25.12. bis 6.1. laufe ich ("komme was da wolle, ist ja schließlich mein kostbarer Urlaub") von Haukeliseter nach Finse.

nordwärts
11.09.2009, 18:22
@sarekmaniac
Dank für den Link

zu Deinen letzten beiden Absätzen (muss mich mal ums Zitieren kümmern;-)
gerade darin sehe ich einen großen Vorteil der Setesdalsheiane: reichlich Hütten zum abwettern und man kommt halt bei Wetterverschlechterung oder sonstigen Problemen an etlichen Stellen (relativ problemlos) runter und "muss" nicht bis zum Endpunkt durchlaufen.

Sarekmaniac
11.09.2009, 19:10
@sarekmaniac
Dank für den Link

zu Deinen letzten beiden Absätzen (muss mich mal ums Zitieren kümmern;-)
gerade darin sehe ich einen großen Vorteil der Setesdalsheiane: reichlich Hütten zum abwettern und man kommt halt bei Wetterverschlechterung oder sonstigen Problemen an etlichen Stellen (relativ problemlos) runter und "muss" nicht bis zum Endpunkt durchlaufen.

Ja, die konkrete Tour die Du da beschreibst, scheint absolut geeignet zu sein
(weniger für GregIwi, weil er mit dem Zug anreisen will). Ich habe aus ähnlichen Gründen das Jämtland, konkret die Gegend um Storlien oder Ljungdalen im Sinn. Bei Setedalsheiane geht bei mir aufgrund der verlinkten und ähnlicher Geschichten immer ein bißchen die Warnlampe an. Auch weil es wohl oft unterschätzt wird - so weit im Süden, so schnell zu erreichen...

Unter Langtouraspekten (man träumt ja gern;-)) ist das der Abschnitt, vor dem ich, neben der Hardangervidda, den meisten Respekt habe.

Und Du hast den Punkt getroffen: bei einer Tour am Rande der Saison braucht man keine "Durchquerung" auf Teufel komm raus, sondern ein Gebiet mit reichlich Ausstiegs-, Rückzugs- und Abkürzungsmöglichkeiten.

Bin mal gespannt, was noch so an Ideen hier aufläuft.

Spontan fallen mir noch ein: Treriksröset, also das Dreiländereck rings um Kilpisjärvi hoch im Norden (reichlich Hütten für eine variabel ausgestaltete Rundtour), und das Ringebu-/Lillehammerfjell (z.B. Start in Masaplassen, dann Jammerdalsbu, Djupslia, Vetabua, Sjuesjoen, Lillehammer.

gelöschter Nutzer
11.09.2009, 20:00
Hoch im Norden wäre zwar super. Macht bei der kurzen Zeit weniger Sinn leider, da die An -und Abreisezeiten sich ja auch verlängern würden. :(

Gibt es eine brauchbare "Kurzrundtour" in der Hardangervidda. Vielleicht ab - bis Geilo. Zu dieser Zeit sollte ja noch nichts markiert sein. Überquerungen von Seen würde ich daher gerne vermeiden. So 3 bis 5 Tourtage wären schon OK. Es muss auch nicht sooo weit gehen.

Mir bzw. uns geht es nur darum die Landschaft zu geniesen und unser ganzen Equiment ausgiebig in Realbedingungen zu testen.

Grüße Tomie

Sarekmaniac
11.09.2009, 22:16
Immer diese Hardangervidda.:grins:

Also, wenn es denn sein muss, dann würde ich eher in Haugastöl losgehen (westlich von Geilo) damit man nicht gleich am ersten Tag so viele Höhenmeter stemmen muss. (Haugastöl liegt ca 200 Höhenmeter höher). Von da südwärts parallel der Straße Nr. 7 bis Lagreidstölen/Lagreidvatnet; dann ostwärts bis nach Tuva und dann wieder runter via Verpestölen nach Ustauset, oder wenn es etwas länger sein soll, ab Haugastöl bis Kraekkja, von da bis Halne, weiter parallel der Straße (konnt ja 2 km Abstand halten, dann ist garantiert Ruhe) bis Lagreidstölen/Lagreidvatnet und weiter bis Ustauset wie beschrieben. Dann bleibt man im Dunstkreis von Straße/Zivilisation und hat vermutlich (keine gewähr) auch ständig eine Handyverbindung.

Wegen der Seen solltet ihr Euch vorher in Haugastöl erkundigen, aber die düften IMO eigentlich nicht problematisch sein.

gelöschter Nutzer
13.09.2009, 12:17
Danke! Werde versuchen die Schnee und Eisverhältnisse vorher per Mail zu erfragen. Es soll ja rechtzeitig kalt da oben werden :)

gelöschter Nutzer
21.10.2009, 10:44
So die Planung für Weihnachten ist im Gange.

Kennt jemand einen Helicopter Shuttle in der nähe von Geilo?
Oder ein Taxiunternehmen mit dem er vielleicht gute Erfahrungen gemacht hat? Und vielleicht auch in etwas die Preise? :)

Wir möchten das Auto gerne in Geilo abstellen und die Route von einem anderen Punkt aus starten und dann zurück laufen.

Danke und Gruß Tomie

Susanne
21.10.2009, 11:08
Hi Tomie,

ich habe diesen Sommer notgedrungen gute Erfahrungen mit norwegischen Taxiunternehmen gemacht. :bg: Als Anhaltspunkt mal diese Zahlen: Für ca. 25 km haben wir gut 500 NOK gezahlt. Mit gutem Verhandlungsgeschick vor Beginn der Fahrt ist auch weniger drin. So haben wir am selben Tag für gut 50 km nur 640 NOK gezahlt. Aber da hatte sich der Fahrer dann auch mit angesch.... ;-)

Die Fahrten waren tagsüber, nicht am Wochenende oder an Feiertagen. Da sind dann noch Aufschläge fällig. Und von Region zu Region mag das auch anders sein.

Gruß Susanne

Stephan Kiste
22.10.2009, 16:33
Auf die Vidda kommt man auch schön von Süden.
in Rjukan gibts eine Seilbahn, dort kann man einfach parken.
Leider kommt man nicht "gans oben" an, sondern hat noch eine Steigung vor sich, danach geht es normal Hügelig weiter.
Richtung Geilo hat man dann die Hütten wie auf ner Perlenschnur?!

Sarekmaniac
22.10.2009, 16:41
Richtung Geilo hat man dann die Hütten wie auf ner Perlenschnur?!

Über Weihnachten allerdings u.U. geschlossene Hütten an der Perlenschnur.;-)

gelöschter Nutzer
22.10.2009, 16:54
Jup die meisten Hütten haben zu. Die Liste mit den paar offenen gibts ja aber glücklicherweise immer beim DNT. Die Strecke an sich zum wandern ist planbar. Doof ist immer das "WIE" Wie zurück zum Auto bzw. Ausgangspunkt. Selbst einige Strassen sollen ja teilweise nicht mehr befahrbar sein.

Das ganze erschwert die Planung ungemein :(

Stephan Kiste
22.10.2009, 17:29
Sorry,
Das ist ja gans schön doof,
hab nicht dran gedacht.
Bekommt man denn nicht als Mitglied des DNT einen Schlüssel für
die Hütten auch schon vor der Tour nach Hause geschickt?
Hab es noch nie ausprobiert, da immer mit Zelt unterwegs?

gelöschter Nutzer
22.10.2009, 17:57
Der Schlüssel nutzt nur bei manchen Hütten. Diesen haben wir auch. Bei den meisten ist er aber nutzlos. Aber da wir ein Zelt haben ist das mit den Hütten nich so wichtig. Mehr Fragezeichen wirft die Rückreise zum Auto auf ^^

Sarekmaniac
22.10.2009, 19:42
Der Schlüssel nutzt nur bei manchen Hütten. Diesen haben wir auch. Bei den meisten ist er aber nutzlos. Aber da wir ein Zelt haben ist das mit den Hütten nich so wichtig. Mehr Fragezeichen wirft die Rückreise zum Auto auf ^^

Aber selbst die meisten DNT-Hütten in der Hardangervidda, die normalerweise "selvbetjent" sind, sind um diese Zeit "stengt". Stengt heißt "zu". Tutto completto. Siehe DNT-Turplanlegger. Dass sie entgegen dieser Angabe vielleicht trotzdem mit dem DNT-Schlüssel zugänglich sind, darauf würde ich mich nicht verlassen.

Geilo ist ein großer Touri-Ort mit reichlich (Abfahrts)Skirummel, und es sollte kein Problem sein, dort bei Ankunft ein Taxi zu nehmen und zum Startpunkt bringen zu lassen. Oder bei der Touristeninformation die Adressen von Taxiunternehmen geben lassen und vorab von Deutschland aus ein Taxi reservieren (die Gepäckmengen, Pulkas, mit angeben). Wenn nicht gerade das Wetter so ist, dass Autofahren unmöglich ist, sehe ich da kein Problem. Und wenn Autofahren nicht möglich ist, ist Skilaufen erst recht nicht möglich. Braucht euch also keine Sorgen machen.;-)

barleybreeder
22.10.2009, 19:56
Bei der Kjeldebu - Hütte steht vom 16.10. - 28.02. "Strengt"

Nichtsdestotrotz hatten wir einen dort einen sehr schönen "Heiligen Abend"...:grins:
Ich glaube wir brauchten nicht mal den Schlüssel

Darauf verlassen kann man sich natürlich nicht..:-?

gelöschter Nutzer
22.10.2009, 20:03
Auf Hütten verlassen wir uns auch sicher nicht :) 1 bis 2 offene auf der Strecke wären trotzdem schön hehe. Zumindest zu Weihnachten :bg:

Sarekmaniac
22.10.2009, 20:17
Darauf verlassen kann man sich natürlich nicht..:-?

Ja, das ist der Punkt. Gerade um diese Zeit kann man ja nicht nach dem Motto "Wird schon werden" losgehen. Ich habe auch schon öfter gelesen, dass die Langtourgeher, die ja sehr früh durch die Hardangervidda gehen, manche Hütten nutzen. Auf der sicheren Seite ist man aber IMO nur, wenn man vorab beim DNT erfragt, wer die fraglichen Hütten betreut (z.T. ehrenamtliche "Hüttenpaten"). Und die Person sollte man dann fragen, denn die schließt im September/Oktober höchstpersönlich ab (oder auch nicht).

@barleybreeder: Bei Eurem schönen Weihnachtsessen habt ihr ja Glück gehabt, dass auf war.;-)

Susanne
23.10.2009, 08:50
Hi eimoti,

habt ihr denn schon ungefähr eine Ahnung, von wo ihr loslaufen wollt? Die kleinen Zufahrtsstraßen in die Vidda an deren Ost- und Nordseite dürften tatsächlich unbefahrbar und geschlossen sein. Anbieten würde sich da natürlich ein Startpunkt entlang des Rv 7 (z. B. Haugastøl, Fagerheim, Halne). Die Straße ist zwar auch ab und zu wegen schlechtem Wetter geschlossen, meist aber nur stundenweise. Mit kolonnekjøring (Kolonnefahrten zu bestimmten Zeiten) müsst ihr natürlich auch rechnen.

Um dem zu entgehen, könnt ihr auch mit dem Zug nach Finse, Hallingskeid fahren und von dort eine Tour drehen. Haben hier im Forum ja auch schon Leute gemacht.

Susanne

gelöschter Nutzer
23.10.2009, 09:08
Die genaue Route steht noch aus. Als Startpunkt könnte es aber Halne oder Finse werden. Das Auto wird wohl in Geilo stehen bleiben.
Ob dann ein anderes Ziel oder direkt nach Geilo zurück ist die große Frage.