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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE] Kungsleden 2009



Andrea77
11.08.2009, 21:26
Land: Schweden
Reisezeit: Juli 2009
Region/Kontinent: Nordeuropa

Da hier in letzter Zeit viele Fragen zum Kungsleden und generell zur Ausrüstung und zum "wie" der "1.Tour" auftauchen, möchte ich mit dem nachfolgenden Bericht meine Tour schildern und mein erstes Posting loswerden, nachdem ich schon lange stiller Mitleser bin.

Vorgeschichte:
Gewandert bin ich schon gelegentlich, allerdings nur Tagestouren wie z.B. Brocken hoch und wieder runter oder Tagestouren in der sächsischen Schweiz. Mehrtagestouren mit Gepäck und Zelt hatte ich bis dato noch nicht gemacht. In Schweden war ich schon mehrfach unterwegs, Rundreisen mit dem Auto und dem Motorrad, alleine und mit anderen oder aber ein verlängertes Wochenende in Stockholm. Im September 2007 war ich mit dem Motorrad in Schweden unterwegs und in der Jugendherberge in Göteborg fiel mir damals ein Prospekt über den Kungsleden in die Hände. Gehört hatte ich von diesem Wanderweg ja schon, aber als ich die Bilder gesehen habe, war es um mich geschehen: das wollte ich im original erleben. Es folgten dann stundenlange Google-Sitzungen, das Buch aus dem Conrad-Stein-Verlag wurde gekauft, der Bericht von Jan-Vincent und anderen verschlungen und irgendwann wurde es konkreter. Ich wollte alleine von Nikkaluokta nach Abisko wandern und dann noch einige Tage mit Tagesausflügen rund um Abisko verbringen.
Im Februar diesen Jahres habe ich den Flug gebucht (Hannover-Stockholm und zurück) für komplett 62,00 Euro. Es folgten die Zugfahrten Stockholm-Kiruna (Sitzplatz) und Abisko-Stockholm (Liegewagen) für komplett 1711,00 SEK . Im weiteren Verlauf des Frühjahrs/Frühsommers wurden dann noch fehlende Kleinigkeiten angeschafft, wie z.B. die BD6-Fjällkarte.

Es kann also losgehen!

Andrea77
11.08.2009, 21:37
13.7.09:
Die Anreise nach Sthlm verläuft ohne Probleme, mein Rucksack geht mit 18,9 kg als Sperrgepäck auf Reise (incl. Verpflegung). Air Berlin ist superpünktlich, sogar 15 Min. früher da. Die Fahrt mit dem Zubringerbus von Arlanda zum Bahnhof wie gewohnt problemlos. Dann beginnt der 1. anstrengende Teil der Reise – Zeit totschlagen bis zur Abfahrt des Zuges um 18.12, immerhin rund 4 Stunden. So kann ich ausgiebig im Stockholmer Bahnhof die aktuelle Sony-Ericsson-Werbung betrachten und feststellen, dass Röhrenjeans immer noch in sind.
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Der Norrlands-Tåget der SJ wird erst im Stockholmer Bahnhof eingesetzt und steht bereits rund 25 Minuten vor Abfahrt bereit. Mit dem reservierten Platz gibt es keine Probleme, habe sogar das Glück, alleine an einem Tischplatz zu sitzen und kann mich ausbreiten. Die Fahrt geht mitten durch die Provinz (z.B. Ockelbo-das Nest, wo Daniel Westling herstammt). Der Speisewagen bietet erträgliche Preise für erträgliche Speisen. Als die Kasse für 20 Minuten streikt, kommt keine Hektik und kein Genörgel auf, obwohl die Schlange bis in den nächsten Wagen reicht.

14.7.09:
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Der Zug trifft morgens pünktlich in Kiruna ein. Zusammen mit rund 25 anderen Leuten geht’s zur Bushaltestelle vorm Bahnhof, um auf den Bus ins rund 65 km entfernte Nikkaluokta zu warten. Es werden 2 Busse eingesetzt, die beide gut voll sind.
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Gegen 11.30 starte ich dann die Wanderung. Das Wetter ist gut, recht warm. Der Weg ist anstrengend, da sehr steinig.
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Zwischendurch gibt es einen kurzen Schauer, das Anziehen der Regenjacke hat nicht wirklich gelohnt. Die Mücken hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Solange man sich bewegt, verschonen die einen, nur anhalten darf man nicht.
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Als ich gegen 17.00 die Kebnekaise Fjällstation erreiche, bin ich etwas geschafft - der doch ungewohnte Rucksack, der steinige Weg und der wenige Schlaf in der Nacht verlangen nach Feierabend für diesen Tag. Mein Zelt baue ich kurz hinter der Fjällstation auf.
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Ich investiere 90 SEK in eine Servicekarte, um Dusche & sanitäre Anlagen zu nutzen. Frisch geduscht und noch schnell was gefuttert, liege ich um 21.00 bereits im Zelt und bin sofort eingeschlafen.

Andrea77
11.08.2009, 21:47
15.7.09:
Wache bereits früh um 6.00 auf und frühstücke lecker Müsli mit Wasser angerührt. Danach wird abgebaut und eingepackt und gegen 8.00 mache ich mich auf den Weg Richtung Singi. Diese Zeit behalte ich auch die nächsten Tage bei. Die Landschaft ist wunderschön und bedarf keiner großen Worte.
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Mittags pausiere ich ausgiebig und mache es mir in der Sonne gemütlich.
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Bereits am frühen Nachmittag erreiche ich die Singi-Hütte, dem ersten richtigen Punkt auf dem Kungsleden, und laufe erst mal noch weiter, mal kucken, wie weit ich noch komme.
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Ich komme sogar noch bis zur Sälka-Hütte und baue das Zelt kurz vorher in Sichtweite zur Hütte auf. Auch das nachfolgende wird sich die nächsten Tage so wiederholen - nach dem Zelt aufbauen fix was essen und danach k.o und zufrieden in den Schlafsack kriechen.

16.7.09:
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Nach dem Frühstück und dem Klamotten einpacken komme ich nur 5 Minuten weit – bis zur Sälka-Hütte. Dort teste ich erst mal das Plumps-Klo und schmökere in der Klo-Lektüre, ein Büchlein, welches mit Stift an einem Faden an der Wand hängt und in dem man sich verewigen kann.
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Weiter geht es Richtung Tjäkta-Pass, dem höchsten Punkt der Wanderung. Das Wetter ist bis mittags bewölkt, die Wolken hängen sehr tief, es bleibt aber trocken.
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Die Steigung zum Pass hat es in sich, bereitet mir aber weniger Mühe als die vielen steinigen Abschnitte, die mir auch schon zwei satte Blasen am linken Fuß eingebracht haben.
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Auf dem Pass kommen mir praktischerweise 3 Wanderer entgegen, die gleich zum Foto machen verhaftet werden, mache danach Rast in der Nothütte.
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Der Abstieg vom Pass ist nicht so steil, aber wieder fies steinig.
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Die Tjäkte-Hütte, welche ca. 3 km hinter dem Pass kommt, lasse ich links liegen und laufe erst mal weiter.
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Der Weg ist jetzt leichter zu gehen, ein kleiner Fluß ohne Brücke muß überquert werden. Ich lasse meine Wanderstiefel an und komme auch recht gut und trockenen Fußes rüber, viele andere gehen in Sandalen durch. Auch einen zweiten breiteren Bach ohne Brücke überquere ich so. Das ausgiebige Wachsen und Imprägnieren vorher hat sich gelohnt. Ganz bis zur Alesjaure-Hütte komme ich den Tag nicht, ich suche mir rund 4 km vorher einen netten Zeltplatz, dicht am Bach und von Felsen geschützt.
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Das Wasser ist kalt, bekomme aber kein Herzflimmern, als ich todesmutig die Haare und den Rest von mir wasche. Die Blasen am Fuß sind zum Glück nicht schlimmer geworden.

Andrea77
11.08.2009, 21:54
17.7.09:
Als ich aufwache, ist das Wetter eher bescheiden, regnet leicht. In einem weitestgehend trockenen Augenblick baue ich ruckzuck das Zelt ab, so das zumindest das Innenzelt trocken in den Rucksack kommt.
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Es ist kalt und windig, so dass ich erst mal mit Fleece-Mütze losmarschiere. Bis Alesjaure, welches ich schon nach einer Stunde erreiche, bleibt es auch so.
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Bereits am Vortag hatte ich beschlossen, hier etwas abzukürzen und das „Taxiboot“ zu nutzen. Dazu muß man am Anleger eine Sapmi-Fahne hissen als Zeichen dafür, dass Kundschaft da ist. Das Boot kommt dann nach rund 15 Min. angetuckert.
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Gerade im Boot fängt es richtig an zu schütten. Die 200 SEK teure Bootsfahrt dauert rund 25 Minuten und erspart rund 5-6 km. Eine gute Investition, denn die verbleibenden 14-15 km nach Abiskojaure ziehen sich ganz schön. Es regnet zuerst, meine Wanderhose ist irgendwann durch, da der Bohlenweg mitten durch die nassen Sträucher führt. Als der Regen irgendwann vorbei ist, pfeift ein kalter Wind. Die Mütze bleibt auf, aber immerhin trocknet die Hose recht fix wieder.
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Dafür wird der Weg wieder fies steinig, das geht auf die Knochen, zumal es auch immer mehr bergab geht, es gibt wieder mehr Bäume rechts und links.
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Als ich die Abiskojaure-Hütte am Nachmittag erreiche, beschließe ich hier zu nächtigen. Es ziehen wieder düstere Wolken auf und die ersten Tropfen fallen bereits, so dass ich nicht zelte, sondern in der Fjällhütte nächtige (kostet 260 SEK). Auf dem rechten Oberschenkel habe ich mir eine Stelle wund gelaufen/gescheuert durch die Hose.
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Die Hütten sind einfach und urig und urgemütlich. Die alten Öfen machen es mollig warm. Das Publikum ist bunt gemischt, von jung bis alt, Gruppen und Einzelwanderern ist alles dabei. Die Gespräche (woher/wohin/wie lange unterwegs/meine Arbeitskollegen halten mich für bekloppt usw.) sind sehr unterhaltsam.

18.7.09:
Das Wetter ist morgens bescheiden, es regnet, Richtung Abisko, wo ich hin will, sieht es aber nach Besserung aus.
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Ich starte erst einmal in Regenhose- und Jacke, kann dieses nach 1,5 Stunden aber schon ausziehen, da die Sonne rauskommt und es warm wird.
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Der Weg ist einfach zu laufen, schön ist der Trampelpfad , der direkt am zerklüfteten Ufer und „Canyon“ vom Abiskojakka verläuft.
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Gegen Mittag durchschreite ich dann zufrieden, stolz, glücklich und erleichtert - alles zusammen irgendwie - das Holztor zum Kungsleden. Die Jugendherberge liegt gleich auf der anderen Straßenseite und ich gönne mir ein Einzelzimmer. Danach - in der Reihenfolge - dusche/wasche ich mich, die Müffelklamotten und mein Geschirr. Der Trockenraum der Herberge ist super, nach 2 Stunden sind sogar die dicken Merinosocken schon wieder trocken, so dass ich abends schon wieder einigermaßen saubere Klamotten zum Anziehen habe.

Andrea77
11.08.2009, 22:02
19.7.09:
Habe herrlich geschlafen in einem richtigen Bett und verbringe ausgiebig Zeit am Frühstücksbuffet der Jugendherberge. Reingefallen bin ich mit einer Art schwedischem Haferschleim, optisch sah es aus wie Milchreis in tapetenkleistergrau. Das Zeug hat null Eigengeschmack, wird in einem Topf auf einer Warmhalteplatte bei Temperatur gehalten und ist nur mit einem großzügigen Klacks Marmelade zu genießen. Danach mache ich mich auf dem Weg zum Nuolja, dem örtlichen „Hausberg“. Man kann laufen oder mit dem Sessellift hochfahren, oben gibt es einen Cafe. Ich nehme den Lift, denn heute ist Pause angesagt. Es klart zunehmend auf und es kommt immer mehr blauer Himmel zum Vorschein, so dass man gut kucken kann.
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Oben ist es aber dennoch „frisch“, bin froh, dass ich 2 Jacken übereinander trage. Genieße fast 3 Stunden die schon Aus-und Fernsicht, bevor ich mich wieder nach unten gondeln lasse. Unten angekommen kann ich dann auch sofort beide Jacken ausziehen, da es mollig geworden ist.
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Am Nachmittag spaziere ich zum Torneträsk und habe eine Supersicht auf das Lapporten.
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Auf einer Felsplattform des Canyon am Abiskojakka mache ich es mir in der Sonne gemütlich und hole mir einen Sonnenbrand auf Nase und Ohren. Zurück in der Herberge statte ich der Hausbibliothek einen Besuch ab. Die ist richtig klasse, Romane in diversen Sprachen sind vorhanden, viele Bildbände und alle Jahresausgaben der Zeitschriften des Svenska Turistföreningen, von den 20er/30er Jahren bis heute. Hier lässt es sich länger beim Schmökern aushalten.

20.7.09
Das Bus- und Bahnfahren in Schweden relativ günstig ist (im Verhältnis zu D), stelle ich heute mal wieder fest. Mache mich mit dem Linienbus auf den Weg ins rund 80 km entfernte Narvik und bezahle günstige 100 SEK für die einfache Fahrt. Die 1,5 Stunden gehen schnell vorbei, da man schön kucken kann vom Bus aus.
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Auch in Narvik ist das Wetter immer noch bombig und ich schlendere durch die Stadt, die mich nun nicht sooooo wahnsinnig begeistert, da gibt es hübschere Orte. Der historische Hintergrund ist da sicherlich interessanter. Zurück nach Abisko geht’s am Nachmittag mit dem Zug. Der ist mit 165 SEK zwar teurer, dafür ist der Ausblick unterwegs noch besser - den Panoramazuschlag war’s wert. Die Zugstrecke führt schön den Rombaksbotn entlang und man hat einen Traumausblick u.a. auf das Haugfjäll.

21.7.09+22.7.09
Am 21.7. steht ein Quartierwechsel an, ich ziehe nach Kiruna um. Das Vandrarhem in Abisko ist ausgebucht und da ich nicht vorbestellt hatte, muß ich aus dem Zimmer raus. Ist aber nicht weiter schlimm, da ich mir Kiruna auch ansehen wollte. Nehme den Bus ins rund 100 km entfernte Kiruna (kostet 112 SEK) und kriege auch problemlos ein Bett in der dortigen Jugendherberge.
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Kiruna ist doch ziemlich überschaubar und auch keine Schönheit - ähnlich wie Bochum von einem gewissen Herbert G. besungen wird – die Stadt lebt von und mit der Eisenerzmiene. Die Kirche z.B. ist schön und das kleine Museum im Sapmi-Zentrum.
Am nächsten Tag geht’s dann am frühen Nachmittag mit dem Nachtzug zurück nach Stockholm.

23.7.+24.7.09
Komme morgens früh und pünktlich in Sthlm an und mache mich auf dem Weg zur Af Chapman, dem Jugendherbergsschiff, für welches ich mir ein Bett im Vorfeld gebucht habe.
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Auf das Schiff komme ich allerdings erst ab 15.00. Lasse den Rucksack solange im Gepäckraum des Servicegebäudes der Herberge, als ich den ersten kleinen Rundgang starte. Als ich dann auf’s Schiff komme, bin ich begeistert. Die Af Chapman ist erst überholt worden, ober und unter Deck sieht’s klasse aus. Liege in einem geräumigen 6-Bett-Zimmer, auf dem Flur gibt es reichlich Duschen und WC’s, der Gemeinschaftsraum ist groß, hell & freundlich. Zugang zum Schiff erfolgt nur über Keycard, welche auch gleichzeitig Zimmerschlüssel ist, auch einige Zwischentüren auf dem Schiff sind so verschlossen.
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Am nächsten Tag geht gegen Mittag dann der Flieger zurück nach Hause und ein toller Urlaub zu Ende.

Andrea77
11.08.2009, 22:08
Und nun noch meine Packliste:

Schleppen & Schlafen:
Rucksack: Deuter Aircontact Pro 65+15 SL Women
Schutzhülle Rucksack für den Flug: Tatonka Schutzsack einfach aus PE- Fasergitterfolie
Zelt: Salewa Micra: Die original Zeltnägel habe ich durch Wechsel Alu-Nägel ersetzt
Zeltunterlage: grüne PVC-Plane aus dem Baumarkt mit Ösen (Preis um die 3,00 €); auf Grundmaß des Zeltes zugeschnitten
Schlafsack: Ajungilak Tundra 3-Seasons im Zwergenformat bis 165 cm
Isomatte: Ajungilak Light Mat 183 (183 x 51 x 2,5 cm)

Rucksack ist bequem und passt mir ganz gut (bin 1,63 groß/klein), keine Druckstellen gehabt. Platz ist mehr als ausreichend in dem Teil; Zugriff von oben und von vorne; reichlich Befestigungsmöglichkeiten außen. Der Schutzsack ist stabil und großzügig groß. Habe den Sack mit dem normalen mitgelieferten Band zugeknotet und zusätzlich mit 2 Spannriemen umschnürt-das ganze ließ sich dann einfacher tragen.

Das Zelt habe ich mir vor 2 Jahren für Motorradtouren gekauft, ist aber auch für 1 Person beim Wandern gut geeignet. Es gibt sicherlich leichtere Zelte und qualitativ besseres, aber für den Preis absolut ok. Die Zeltunterlage ist aus dem Baumarkt, selber auf Maß zugeschnitten und soll einfach den Zeltboden vor Rissen/Löchern und Dreck/Nässe schützen, was auch gut funktioniert hat. Ist die Plane irgendwann hinüber, kann man sie bei dem Preis auch ohne sich zu ärgern entsorgen.

Schlafsack und Isomatte: auch ursprünglich für Motorradtouren angeschafft. Beides ist leicht und gering im Packmaß. Habe noch nie gefroren im Schlafsack und die Isomatte isoliert gut. Von der Bequemlichkeit ist sie so, was man von 2,5 cm eben erwarten kann.


Kleidung:
“Regenjacke”: 1 x Meru Keene Jacke Women
Softshell: 1 x Meru Keene Softshell Jacke Women, lässt sich in die “Regenjacke” einzippen
Fleece 200er: Haglöfs Frost Q-Jacke
1 x Regenhose: so ein blaues Tchibo-Restpostenteil
Wanderhose: 1 x Pinewood Kilimanjaro
1 x dünne Stoffhose für die Rückreise
jeweils 1 x ¾ Lauftight (auch Tchibo) und 1 x ¾ Funktions-Laufunterhose RP
1 x Langarm-Funktionsuntershirt (auch Tchibo-wurde vor 3 Jahren als Skiunterwäsche angeboten)
3 Paar Socken Ullfrotté/Woolpower Merino 400er
3 Funktions-Schlüpper
2 Sport-BH
3 x T-Shirt: TNF-Polartec-Powerdry, Yeti-Polartec-Powerdry, Adidas-Laufshirt
1 x Fleece-Mütze
1 x Handschuhe (dünne Laufhandschuhe vom Aldi) - nicht benötigt
Schuhe: Meindl Borneo Pro MFS Women; Nike-ACG-Sandalen

Ich wollte bei den Klamotten kein Vermögen für Neuanschaffungen ausgeben, deshalb habe ich teilweise auf vorhandene Kleidung zurückgegriffen bzw. bin Kompromisse eingegangen.

Die Wanderstiefel habe ich schon einige Jahre und ziehe diese sowohl zum Wandern, als auch als Ausweichstiefel auf dem Motorrad oder im Winter bei Schmuddelwetter an. Komme mit dem Stiefel gut zurecht und bin zufrieden damit. Auf dieser Tour habe ich mir das erste Mal Blasen darin gelaufen. Die Sandalen habe ich mir vor ca. 5 Jahren ohne Hintergedanken gekauft und wurden jetzt mitgenommen, weil sie eben vorhanden waren. Gibt sicherlich leichtere Sandalen inzwischen, sind sonst aber ok.

Die Pinewood-Hose lässt von der Verarbeitung etwas zu wünschen übrig, Nähte an den Taschen gehen inzwischen leicht auf.Tragekomfort ok, trocknet schnell, wenn sie nass geworden ist und die meisten Mücken kamen auch nicht durch. Der Stoff ist nicht so ganz dick, was ich als angenehm empfunden habe, wenn man den ganzen Tag darin in Bewegung ist und vor sich hindampft. Das Teil ist ungefähr halb so teuer wie ein Fjäll Räven G1000-Teil, von daher kann ich mit den „Mängeln“ durchaus leben, zumal den teuren G1000-Hosen ja auch häufig eine schlechte Verarbeitung nachgesagt wird.

Die Tchibo-Regenhose erfüllt ihren Zweck. Sie ist wasserdicht, allerdings so gut wie gar nicht atmungsaktiv. Wenn man nicht zu lange darin rumlaufen muß, bleibt es erträglich.

Die Meru-Jacken sind für mich als Gelegenheits-Wanderer völlig ausreichend gewesen. Die Regenjacke war von außen dicht, die Softshelljacke ist bequem, leichter Mieselregen geht auch nicht durch und bei Bewegung ist sie ausreichend warm und luftdurchlässig. Bei richtig Bewegung (z.B. den Tjäkta-Pass hoch) habe ich im T-Shirt in der Regenjacke ganz schön gedampft. Ob das in 250 Euro-Jacken besser ist, keine Ahnung. Beide Jacken haben die Tour und den Rucksack unbeschadet überstanden und werden jetzt zum Winter ineinandergezippt meine Winterjacke werden.

Die Haglöfs-Fleecejacke ist eines meiner Lieblingsteile geworden. Herrlich kuschelig, mollig warm und zusammengeknautscht im Zelt ein schönes Kopfkissen. Zum Wander-Feierabend bin ich immer in die Fleecejacke geschlüpft und hatte was trockenes, warmes an.

Zu den T-Shirts: Das TNF-Teil dient mir seit ca. 3 Jahren als Sport-T-Shirt und hat schon viele Umdrehungen in der Waschmaschine hinter sich und sieht auch schon entsprechend verwaschen aus. Yeti ist dieses Frühjahr zum gleichen Zweck dazugekommen, Adidas gab’s im letzten Jahr beim Sportscheck-Nachtlauf geschenkt. Alle drei erfüllen Ihren Zweck, bequem, leicht, schnell wieder trocken, knitterfrei und müffelarm. Adidas bekommt durch ungünstige Ziernähte beim Gebrauch mit großem Rucksack allerdings etwas Abzug, wobei man natürlich sagen muß, dass es dafür eigentlich auch nicht da ist. Sonst gilt das gleiche wie bei den Jacken: auch die T-Shirts haben durch den Rucksack nicht gelitten.

Die ¾ - Lauftight habe ich im Schlafsack angezogen bzw. unter der Regenhose. Die ¾-Laufunterhose sowie das langärmlige Funktionsuntershirt habe ich in den Jugendherbergen als Schlafanzugersatz getragen. Mitgenommen hatte ich die Dinger als potentiellen Kälteschutz (auf dem Motorrad oder im Winter im Fußballstadion funktioniert das ganz gut mit den Teilen), dafür aber nicht benötigt unterwegs.

Die Socken habe ich schon einige Jahre. Die Dinger sind bequem, warm, robust und müffelarm.


Hygiene + 1. Hilfe:
1 x Fine Well Sport-Handtuch aus Microfaser- super Teil, ganz schnell wieder trocken

alles kleine Tuben bzw. Behälter: Zahnbürste; Zahnpasta; Mini-Reisedeo; Sebamed-Frische Dusche; Linda-Reisewaschmittel in der Tube; Sonnenschutz in der Tube mit Lippenpflege: Zahnpasta, Deo und Duschzeugs hab ich aus den Kleinverpackungs-Musterkörben der Drogerie; das Reisewaschmittel hab ich kostenlos als Probe in der Apotheke meines Vertrauens geschenkt bekommen; die Sonnenschutztube ist eine Probe aus dem Starterbeutel des 2008er Hamburger Jedermann-Radrennens

angefange Rolle normales Klopapier (nein, habe weder gezählt noch gewogen); einige Blätter feuchtes Klopapier (dieses einzeln verpackte); einige Brillenputztücher; einige Einweg-Papier-Waschlappen

Mückenschutz: Care Plus Deet- Anti-Insekt Lotion 50%

1.Hilfe-Set: habe meine Motorrad - Verbandtasche um diese monströse Verbandsschere erleichtert und mit zusätzlichen Pflastern und einer Nagelschere und etwas zum Desinfizieren sowie wenigen Kabelbindern erweitert. Die Reparaturhülse fürs Zelt und der Flicken für die Isomatte passte da ebenfalls wunderbar rein.

Küche und sonstiger Kram:
Plastik-Tasse; Tupper-Imitat Schüsselchen mit Deckel als Tellerersatz; Esslöffel; normales Herbertz-Taschenmesser; Esbit Trockenbrennstoff-Kocher 585 ml-Inhalt mit Brennstofftabletten; 3 Feuerzeuge; Stirnlampe; 3 Karabinerhaken (nicht benötigt); 6 Spanngurte; Meru-Alu-Trinkflasche; 2 St. 0,5er-PET-Wasserflaschen; diverse Tüten und Müllsäcke; Ladegerät Kamera-Akku; USB-Ladekabel-Handy; Handy; Digitalkamera in kleiner Kameratasche; Kugelschreiber+Papier; Tickets; wasserdichte PVC-Hülle in DIN A4-Format mit Roll-Klettverschluss für Dokumente; Brillenetui; Mini-Reisewecker mit Thermometer

Verpflegung:
6 x Tütensuppe diverse Geschmacksrichtungen (Nudel, Kartoffel, Linseneintopf usw.)
600 gr. Minisalami
ca. 1000 gr. Amaranth-Müsli mit Haferflocken und Trockenobst vermischt
400 gr. Nussmischung aus dem Aldi
6 Snickers, 200 gr. Tafel Schokolade
225 gr. Mini-Doppelkeks
160 gr. Mr. Tom
320 gr. Carazza
300 gr. Müsliriegel
Instant-Kaffee in diesen kleinen Portionstütchen

Mein Plan sah wie folgt aus: zum Frühstück großen Pott Müslimischung und schönen Kaffee; tagsüber Minisalami, Müsliriegel, Nüsse, Carazza und Schokolade –je nach Lust und Laune; abends Tütensuppe mit Leckerli hinterher. Wirklich verbraucht habe ich in den ganzen Tagen - also auch vor/nach der Wanderung in der Jugendherberge und im Zug - ca. 50% des Müslis, 3 Tütensuppen, Nussmischung, 400 gr. Salami, Snickers, Mr. Tom, Carazza, Doppelkeks, 50 % der Müsliriegel. Denn Rest habe ich teilweise unterwegs an andere Wanderer weiterverschenkt bzw. wieder mit nach Hause geschleppt. Ich hatte beim Wandern viel weniger Hunger als gedacht bzw. als mir eingeredet wurde („Du musst doch was essen, die Energie muß doch irgendwo herkommen.“) und auch mitunter abends keine Lust auf warme Suppe oder Nudeln, sondern lieber morgens und abends Müsli gegessen, allerdings kleine Portionen. Hätte ich den Esbit-Kocher ganz zu Hause gelassen, wäre es auch nicht schlimm gewesen. Ich hätte es nicht als großen Mangel empfunden, nicht kochen zu können draussen. Bei permanent schlechtem Wetter mag es anders aussehen, so habe ich schlicht zuviel mitgeschleppt. Bei zukünftigen Touren werde ich weniger Lebensmittel mitnehmen, gerade wenn man unterwegs nachkaufen kann. Bei dieser Verpflegungsfrage scheint jeder anders zu ticken, der eine benötigt mehr als im Alltag, andere kommen mit weniger aus. Da hilft dann wohl wirklich nur ausprobieren.

Die Alu-Trinkflasche war auch überflüssig, auf dem gelaufenen Stück reichen 2 kleine PET-Wasserflaschen aus. Der kleine Esbit-Kocher funktioniert übrigens tiptop, Wasser ist schnell heiß und eine Brennstofftablette reicht z.B. dicke aus, um diese Instant-Kartoffelsuppe zu köcheln. Die mitgenommene Taschenlampe habe ich genau 1 x benötigt, nämlich in Kiruna auf dem fensterlosen Klo des Busbahnhofes, in welchem die Beleuchtung nicht funktionierte.

Wie ich meinen Rucksack gepackt habe:
Innen- und Außenzelt habe ich jeweils einzeln in Mülltüten gestopft und diese dann in das Schlafsackfach. Da war dann immer noch genug Platz über, um alle Klamotten-bis auf die Jacken- dort auch noch reinzustopfen.

Den Schlafsack habe ich ohne Kompressionsbeutel ebenfalls in einen Müllbeutel gestopft und diesen dann nach ganz unten in das Rucksackhauptfach. Zeltgestänge und Heringe kamen ins Hauptfach an den Rucksackrücken. Auf den Schlafsack kamen dann die „sperrigen“ Sachen wie Kocher, Plastikschüssel etc., die Zwischenräume wurden mit Verpflegung gefüllt. Danach folgte dann noch Isomatte, Fleecejacke, Regen-oder Softshelljacke und zuoberst im Hauptfach lag der zusammengefaltete Rucksacktransportsack. Die Zeltunterlegplane habe ich mir so gefaltet, dass sie genau unter den Rucksackdeckel auf den Hauptsack passte und nicht überstand.

In die Seitentaschen und ins Deckelfach kam der restliche Kleinkram wie Waschzeug, Handtuch, 1. Hilfe-Tasche, Mückenmittel, Taschenlampe, Verpflegung.

Außen am Rucksack habe ich mit einem Spanngurt lediglich die Sandalen befestigt sowie die Trinkflaschen in die beiden seitlichen Taschen gesteckt. Ich hab’s lieber, wenn möglichst wenig außen am Rucksack hängt. Das kann dann nicht rumbammeln und verloren gehen. Die Kameratasche hatte ich normal um Hals hängen bzw. an den Träger des Rucksackes befestigt.

Das soll's erst mal gewesen sein. ;-)

xe3tec
11.08.2009, 22:36
5 Sterne für einen TOP ausgearbeiteten und bebilderten Reisebericht mit extra massenhaften Information zu Kleidung und Co :bg:

dooley242
11.08.2009, 23:51
Das nenn ich einen optimalen Einstand hier On Board.:wohoo:

Und der Beurteilung von Xe3tec kann ich mich nur anschliessen.

Sternenstaub
12.08.2009, 00:49
feiner Bericht! Als ich zum ersten Mal vom Kungsleden hörte (vor etwa 1000 Jahre) weollte ich unbedingt dorthin, dachte aber, ich sei da nicht fit genug dafür.
Wer weiß, wann ich meinen Kungsledenbericht schreibe ;) - deine Beschreibung macht Mut.

5-oclock-charlie
12.08.2009, 07:09
Super Bericht! Hat viel Spaß und Fernweh beim Lesen gemacht ...

Mika Hautamaeki
12.08.2009, 13:37
ICh sag nur: 5sterne

peter-hoehle
12.08.2009, 14:20
5 Sterne für einen TOP ausgearbeiteten und bebilderten Reisebericht mit extra massenhaften Information zu Kleidung und Co :bg:Ich schliesse mich dem an. 4sterne
Da macht Lesen Spass und weckt die Reiselust. http://www.smileygarden.de/smilie/Sommer/Sommer-Drink.gif (http://www.smileygarden.de)

Gruß Peter

Dino
12.08.2009, 16:45
Ich kann ebenfalls nur sagen:
Es war mir eine Freude, deinen Bericht zu lesen. Nicht zuletzt wohl auch, weil ich in 7 Tagen selbst aufbrechen werde zu einer Tour auf dem nördlichen Kungsleden; durch die vielen Fotos (finde ich immer besser und aussagekräftiger als viel Text) hast du auf jeden Fall meine Vorfreude noch verstärkt :D
Mal sehen, ob's dann von mir auch einen Bericht geben wird, geplant ist auf jeden Fall einer. Aber 3 Wochen lang jeden Tag alles aufschreiben!?!? Oh je... :(

Ach und meinen Respekt hast duauf jeden Fall auch verdient:
Ich wäre als Frau (was ich ja eben auch bin :bg:) niemals auf die Idee gekommen, so eine Reise alleine zu machen... (Wäre ich ein Mann geworden, wahrscheinlich auch nicht :baetsch:)

Gruß,
Dino.

Grauwolf
12.08.2009, 17:33
Hallo Andrea77,

erstmal danke für den Super Bericht.
Und dann gleich einen anraunzer hinterher: du bist schuld!
Das war der Tropfen der das Faß zum überlaufen gebracht hat.
Jetzt ist es engültig hin mit der Ruh... ich muss da hin. :bg:

Irgendwie verschaffen einem solche Reiseberichte übelstes Fernweh.
Danke dafür.

Gruß
Martin

Andrea77
12.08.2009, 20:06
Erstmal vielen Dank für Euer Lob :D!

Für mich als Alleinreisende ohne rechte Ahnung (anlesen ist eine Sache, die praktische Umsetzung eine andere) ist das gewählte Stück Kungsleden und die Jahreszeit schon gut gewesen. Man ist zwar schon recht einsam unterwegs, mitunter hab ich 3 Stunden keinen Gegenverkehr gehabt, aber irgendwann kommt doch jemand. Dann ist der Weg wirklich gut markiert bzw. ausgetreten, Verlaufen geht eigentlich nicht, und man hat eben die "Sicherheit" durch die zahlreichen Fjällhütten unterwegs.

Das mit der Fernweh geweckt kommt mir übrigens bekannt vor. Und je mehr schöne Berichte man zu Gesicht bekommt, um so unentschlossener wird man, wo man als nächstes hin möchte.....Schottland...oder lieber doch die Alpen...Finnland sieht auch hübsch aus.......:roll:....und dann die Frage, wie geht's da hin: mit dem Auto und Rad dabei oder doch lieber per Motorrad oder wieder eine reine Rucksacktour......:roll:

Rainer Duesmann
12.08.2009, 21:15
Hallo Andrea.
Besten Dank für einen tollen Reisebericht.
Fotos und Wegbeschreibungen sind eine Sache.
Noch wertvoller sind allerdings die genauen Beschreibungen der Ausrüstung und ihrer Verwendung.

Also: Top! :D

Besten Dank,
Rainer

gelöschter Nutzer
13.08.2009, 07:51
Danke für den schönen Bericht ;-)

In 7 Tagen geht bei uns die Fähre nach Schweden *freu*

Warum müssen die letzten Arbeitstage immer zu qual werden ^^

isis
13.08.2009, 10:50
Ganz toller Bericht!!

Danke!

Jetzt bin ich überzeugt unbedingt auch da hin zu müssen ;)

Stuggi
13.08.2009, 19:26
Super klasse Dein Bericht. DANKE!
Sehr schöne Bilder!
Da muss ich hin…

Raus
16.08.2009, 23:25
Du hast dir sehr viel Mühe gegeben bei deinem Reisebericht .

Respekt Andrea, als Frau allein...da gibts nicht viele von...

Am Essen würde ich nicht sparen, lieber die Ausrüstung um einige Kleidungsstücke erleichtern.

HelmutK
01.11.2009, 01:09
Hallo Andrea,

Toller Beitrag, besonders mit Deiner Ausrüstungsliste.

Man kann ja diskutieren, ob man von dem einen oder anderen etwas mehr oder weniger mitnimmt. Aber auf jeden Fall eine wertvolle Richtschnur, damit man sich nicht von Anfang an schon zu sehr den Kopf zerbrechen muss.

LG, Helmut

Andrea77
02.11.2009, 16:47
Danke für Euer Lob.

Hier nochmal 2 Bilder hinterher, die ich im Bericht nicht drin hatte, aber auch ganz nett für die Fernweh sind ;-):

http://img101.imageshack.us/img101/7550/cimg0110k.jpg

http://img101.imageshack.us/img101/6954/cimg0111.jpg

rudolf
01.12.2009, 19:42
Hallo Andrea ein tolle Bericht ,schöne Bilder ,es ist auch für mich ncht so lange her wir sind im August den Fjäll gelaufen ,war etwas voller aber auch sehr schön .
Gruß Rudolf

Shania
02.12.2009, 21:07
Hallo Andrea,
Dein Bericht hat mir sehr imponiert. Nicht nur, dass deine Bilder auch das Fernweh in mir weckten, nein, auch Deine Packliste hat mir sehr geholfen.

Ich werde nächstes Jahr den Fjällräven Classic mitwandern und freue mich schon riesig darauf. Bisher habe ich auch größtenteils nur Tageswanderungen gemacht. Habe allerdings auch schon zweimal eine Hüttenwanderung in den Stubaier Alpen gemacht, aber dort brauchte ich nicht das ganze Zubehör, wie Zelt, Isomatte, Schlafsack (nur dünnen Hütten-Schlafsack), Kocher und was noch zu einer Mehrtagestour ohne Hüttenaufenthalt dazugehört.
Deshalb ist Deine Packliste sehr wertvoll für meine weitere Planung.

Das Wichtigste, was mir noch fehlt, ist ein Zelt, bei dem ich nicht das Innenzelt zuerst aufbauen muss. Denn bei Regen kommt das gar nicht gut. Allerdings ist das Zelt, das Du hattest eine Nummer zu teuer für mich, da ich nicht weiß, ob ich jemals nochmal eine solche Wanderung unternehmen werde. Mein Mann ist nicht wirklich ein Wander-Typ und hat auch Probleme mit seinem Knie. Eventuell kann ich mir irgendwo mal ein gebrauchtes gutes Zelt kaufen. Ich werde mal die diversen Internet-Verkaufsportale durchforsten.

Nochmals vielen Dank für Deine Mühe. dein Bericht ist wirklich 7-Sterne wert.

Lieben Gruß
Babs

Andrea77
03.12.2009, 20:01
Hej Babs,
für die FRC im nächsten Jahr wünsche ich Dir/Euch viel Spaß. Das wird sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.

Ihr seid zu zweit unterwegs, wenn ich das richtig verstanden habe? Das Salewa Micra wäre dann eh zu klein. Wegen dem Preis wird es aber sicherlich nicht einfach für Euch was zu finden, was deutlich unter ca. € 170,00 liegt, was das Micra zur Zeit so kostet. Den Schlafsack habe ich damals bei Globetrotter als HotOffer günstig bekommen (40,00 €), die Matte war mit rund € 75,00 da schon deutlich teurer, allerdings wollte ich was wirklich kleines vom Packmaß haben. Ihr habt ja noch etwas Zeit bis zum Start, da gibt es bestimmt noch passende Angebote.

Shania
03.12.2009, 21:10
Hej, hej Andrea,

nein, ich werde alleine unterwegs sein. Mein Mann hat Probleme mit seinem Knie. Ich hatte allerdings zwei Karten bestellt. Nun habe ich eine übrig. Meine zukünftige Schwiegertochter Sakia überlegt noch momentan, ob sie mitkommt. Allerdings zweifle ich ein bißchen daran. Aus finanziellen Gründen.

Ich habe mir erlaubt, Deinen Bericht auszudrucken, da ich ihn so schön fand, dass ich ihn nun Saskia zum Lesen schicken. Um ihren Mund ein wenig wässrig zu machen, hihi...

Außerdem ist Deine Liste mit den Klamotten und Zubehör sehr interessant. Das hilft mir bei meinen Vorbereitungen. Wie schwer war Dein Rucksack ungefähr als Du loszogst?

LG
Babs

Andrea77
05.12.2009, 20:32
Wie schwer war Dein Rucksack ungefähr als Du loszogst?

Ca. 19 kg, wobei ich zuviel Verpflegung dabei hatte. Beim nächsten Mal bin ich da auch schlauer und werde sicherlich auch noch woanders optimieren können und auf ca. 15 kg kommen.