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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : limits für jugendliche



freaklimber
11.01.2004, 00:18
hi all,

ich bin jetzt schon öfters auf den verweis gestoßen, dass bei intesivem training bei jugendlichen sich muskelfugen schließen könne, was wiederum unangenehme folgen haben kann.

da ich ja nun kletter, das regelmäßig tue und auch mein campusboard sowie meine klimmzugstange nutze um zu trainieren, wollte ich wissen ob mir jemand den sachverhalt näher erläutern könnte.

vielleicht weiss ja auch jemand wie ich das training eingrenzen sollte?

ich wäre sehr dankbar. :roll:

Tobias
11.01.2004, 12:28
@Freaklimber
Wie alt bist Du denn?
Solange Du kein intensives Wiederstandstraining durchführst befor Du ausgewachsen bist kannst Du ruhig was für Deine Muskeln tun. Mit Übunge die das eigene Körpergewicht nutzen kannst Du Dir definitiv nichts tun.
Gruß.
Tobias

Schoolmann
11.01.2004, 13:06
Ich glaube du meinst nicht Muskelfugen, sonden Epiphysenfugen, das sind die Wachstumsfugen bei den langen Röhrenknochen, welche bei Kindern bei starker Überanpuchung sich lösen bzw. abrutschen können und somit zu Knochendeformitäten oder Wachstumstörungen führen können. Betroffen sind da oft kleine, dicke Jungen, die beim Spielen irgendwo runterspringen und sich z.B. die Hüfte verletzen. Sofort den Arzt rufen!!!

Beachte: Bei Hüftverletzungen bei Kindern tut oft nur das Knie weh, aber Ursache ist oft die Hüfte!

http://www.gesundheit.de/roche/ro10000/r10303.html

http://www.gesundheit.de/roche/ro10000/r10317.html

Kinder also nicht zu überanstengen, mehr Wert auf Koordination und Ausdauer legen, Krafttraining in Maßen!

freaklimber
12.01.2004, 00:00
17

nee sorry, bin nicht klein und dick. :wink:

also wenn ich mein körpergewicht an vier aufgestellte finger hänge und klimmzügel mach ich mir schon gedanken. vor allem weil ich so etwas in diese richtung gelesen habe. (verletzungen bei kletterern)

aber danke vorerst für die info :)

felö
12.01.2004, 17:08
Hi Freaklimber,

gemeint sind die Wachstumsfugen (wie schoolman geschrieben hat auch Epiphysen genannt), das sind Bereiche, in denen sich das Längenwachstum der Knochen abspielt.
Durch starke Belastungen kann es zu Verletzungen derselben kommen, was z.T. zu irreparablen Schäden führen kann: z.B. zu frühzeitigem Verschluß der Wachstumsfuge, frühzeitigem Verschleiß, erhebliche Deformitäten im Gelenk,...

Besonders betroffen sind Jugendliche, bei denen die Wachstumsfugen gerade noch nicht geschlossen sind, d.h. in der Regel im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Das kann aber von Person zu Person unterschiedlich sein, bei einen ist die Wachstumsfuge mit 16 bereits geschlossen, beim anderen erst viel später. Festzustellen wäre das nur durch Röntgenaufnahmen.
Zusätzlich ist das gerade das Alter, in dem i.d.R. eine Gewichtszunahme stattfindet, die durch mehr Kraft oft kompensiert werden soll, die Belastung in diesen sensiblen Bereichen also noch erhöht wird.

Im Kletteralltag ist es nur schwer zu vermeiden, auf´s Klettern mit aufgestellten Fingern zu verzichten (auch wenn das optimal wäre), für´s Training sollte man diese Belastungen aber in jedem Fall (eigentlich auch wenn die Wachstumsfuge geschlossenist) vermeiden. Zudem sollte man nach Möglichkeit um´s Campusboard als Jugendlicher einen großen Bogen machen (ich weiß, leichter getan, als gesagt).

Eine weitere Problematik sind die oft sehr athletischen Routen in der Kletterhalle, wo die Finger durch sehr überhängende Routen und ungünstige Griffe oft maximal belastet werden.

What to do?

- Training nur mit "hängenden" Fingern
- bei geringsten Schmerzen aufhören zu klettern, bei starken Schmerzen unbedingt Kletterpause, eigentlich auch Vorstellung bei einem Arzt, der sich auf Handchirurgie spezialisiert hat - in Deutschland haben wahrscheinlich Dr. Hochholzer und Dr. Schöffl die meiste Erfahrung mit Verletzungen beim Klettern
- kein Training mit Zusatzgewichten
- Maximalkrafttraining immer nur im frischen Zustand, nicht bis in ide Erschöpfung
- besser noch: Schwerpunkt auf Technik, Bewegung und Koordination
- um weitere Schäden im Bewegungsapparat vorzubeugen unbedingt Training der Muskelgegenspieler (sonst kommt´s zum bei Kletterern so verbreiteten Schildkrötenrücken und entsprechenden Schmerzen) auch wenn´s manchmal nervt :roll:

Sollte Dich das Thema weiter interessieren, findest Du im Buch "Soweit die Hände greifen..." von o.g. Doktoren interessante Infos.

Weiterhin viel Spaß und Erfolg beim (hoffentlich) schmerz- und verletzungsfreien Training.

Felö :D

Tobias
12.01.2004, 18:09
@Felo
Du schreibst, dass er ein Training mit Zusatzgewichten vermeiden soll, da stimme ich Dir voll zu. Allerdings schreibst Du, dass er ein Maximalkrafttraining nur unter bestimmten Bedingungen absolvieren soll. Wie passt das zusammen? Ein Maximalkrafttraining bedeutet mit maximaler Belastung 1-3 Wiederholungen auszuführen, ich denke gerade das ist für Ihr das was er am meisten meiden sollte. Vielleicht meinst Du mit Maximalkrafttraining etwas anderes?
Gruß.
Tobias

freaklimber
12.01.2004, 21:26
das ist doch mal was!

fetten dank felö! :D

david0815
12.01.2004, 22:04
"Soweit die Hände greifen"

Lecker Buch.

Rate aber wenn man gerade agefangen hat da nicht reinzuschauen, dann läßt man es schnell wieder!

Sind so ziemlich alle Kletterverletzungen drin. njamnjam

felö
13.01.2004, 17:54
@ Tobias
Da hast Du mich natürlich erwischt und das "Kleingedruckte" wieder ganz genau gelesen :D . Es ist sichrlich richtig, daß Maximalkrafttraining nur sehr wenige (wie Du geschrieben hast 1-3) Wiederholungen umfaßt.

Ich bin etwas ungenau gewesen und habe als Kletterer mehr an schwere Boulder beim Trainieren gedacht, die von der Belastung eher 5-10 Züge umfassen. Auch diese Belastung ist für Jugendliche eher nicht so sehr zu empfehlen, wobei die Empfehlung eher Theorie ist, da auch Jugendliche sich gerne an schweren Bouldern messen. Wenn sie das schon nicht lassen können, dann eben nicht am Ende einer Trainingseinheit, sondern nach gutem Aufwärmen (was auf keinen Fall vernachlässigt werden darf!).

Gruß Felö

Tobias
14.01.2004, 12:50
@Felö
Ich lese immer das kleingedruckte!
Ich kann Dir da Recht geben, allerdings sind 10 Wiederholungen mit Körpergewicht noch ok, sofern man sich langsam zu dieser Leistung hin entwickelt hat.
Gruß.
Tobias

freaklimber
14.01.2004, 16:29
ich sollte vielleicht noch ergänzen, das ich einer derjenigen bin, die durchaus gerne den ganzen tag bouldernt verbringen.
aber ich kletter auch schon ne weile, bin also nicht das newbie, welches anfängt sich nach einem halben jahr klettern an sein frischgekauftes campusboard zu hängen.

ich trainiere auch am campus board und hatte bisher noch nie probleme (abgesehen von sehr vereinzelten tagen) kleine leisten schmerzfrei zu halten.

ich glaube zwar nicht das es jemanden von euch was sagt, aber in berlin gibt es einen alten nazibunker, der klettermäßig nutzbar gemacht wurde. der "blau beton" bot mir mit seinen sehr kleinen leisten bisher immer eine menge spaß. :D