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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ca 10 Tage Norwegen/Schweden mit Rucksack und Zelt



birdy1986
08.01.2004, 16:45
Hallo,
Wir haben vor im August 2004 eine 10 taegige Wandertour in Norwegen zu unternehmen. Bis jetzt hab ich ueber die Hardangervidda im Netz schon viel gefunden, was mir eigentlich alles auch zu sagt. Nur gefaellt mir nicht unbedingt, das es da so viele Privat bewirtschaftete Huetten gibt ( vor allem im Norden der Vidda ), da wir mit Zelt laufen wollten und moeglichst wenigen Wanderern begegnen wollen.
Aber was gibt es da noch fuer Alternatieven die vielleicht weniger gelaufen werden?
Ich habe noch Setesdal-Rogaland und die Femundsmarka-Norddalarna ( an der Grenze zu Schweden ) gefunden.
Weis jemand was ueber laengere Zelttouren in den zuletzt genannten Gebieten? Wichtig ist auch, dass man da gut mit oeffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt, was bei der Hardangervidda ja super geht.
vielen Dank schonmal,
Mfg

Traeuma
08.01.2004, 16:57
Sarek... (Nord-Schweden)
Sehr gut hinzukommen bis Kvikkjokk.
Wenn du abseits der Wege gehst, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du nicht allzuviele Menschen dort treffen wirst.
Ansonsten den Padjelantaleden, wobei der um diese Zeit bestimmt von einigen anderen Wanderern gegangen wird.
Wenn du im Sarek abseits der Wege gehst, solltest du allerdings wissen, was du tust und dich mit Karte, Kompass, (GPS) auskennen. So gut wie kein Handy-Empfang da oben.

Grashalm
08.01.2004, 20:03
Nehmt doch ein anderes norwegisches Gebirge. Die sind alle sehr schön. Hardangervidda zwar das bekannteste, aber so wie ich finde gar nicht mal das schönste.
z.B. Rondane, Jotunheimen,...oder Telemark, ist auch eher lieblich aber soll schön sein und nicht zu schwer.

alfi
09.01.2004, 10:58
@Traeuma,
du kannst mich gerne berichtigen. Was ich vom Sarek gesehen habe, besteht das Gebiet aus unbegehbaren Bergen (außer man mag Klettereinlagen) und langen Tälern, sowie sehr wenigen aber (wenn man sich nicht im Kreis bewegen will) notwendigen Brücken. Und diese Täler sind im August nicht menschenleer. Zwar wird man im Sarek kaum ganzen Schulklassen (wie auf der Hardangervidda) begegnen, aber für absolute Einsamkeit müsste man sich schon ein gutes Versteck suchen.

@birdy1986,
nach meiner Erfahrung ist es im zerklüfteten Westteil der Hardangervidda (Süd-Nord- Überquerung z.B. von Haukeliseter nach Eidfjord) wesentlich leichter einen einsamen Zeltplatz zu finden als beispielsweise in den Tälern des Sarek - unterwegs wirst du im August überall Leute treffen. In der Praxis ist es meist aber so, dass man nach einer Tagesetappe keine Zeit (und Kraft) mehr verschwenden will, ein einsames Plätzchen abseits des Weges zu suchen.

Alfons

birdy1986
09.01.2004, 23:40
Tja, Hardangervidda hat mir ( was ich bisher gefunden habe ) gut gefallen. Ich hatte auch an die Sued-nord Durchquerung gedacht. Aber weis denn jemand hier im Forum was ueber die Femundsmarka oder das Setesdal-Rogaland Gebiet? Die sind jedenfalls nicht so bekannt wie die Hardangervidda und das Setesdal Gebiet grenzt ja suedlich direkt an die Vidda. Haukeliseter kann man da auch als Ausgangspunk benutzen.
Danke fuer die Antworten.
Mfg

mary
24.04.2004, 18:10
Hallo,

ich kann einige Erfahrungen aus dem Setesdal-Gebiet beitragen.
Sehr frequentiert ist die Gegend meiner Meinung nach nicht. Wir haben eine 8-tägige Tour mit Zelt Anfang bis Mitte August vor einigen Jahren gemacht, und sind dort kaum Leuten begegnet.

Es gibt verschiedene "Einstiegsmöglichkeiten" für Setesdal-Vest-Heiene -
am einfachsten ist es von Haukeliseter nach Süden loszugehen, wo einen eine Busverbindung von Oslo aus hinbringt (und die meisten sich nach Norden wenden zur Hardangervidda).
Und dann liegen erst einmal ein paar Tage vor einem, wo man keinerlei Zivilisationsberührung hat, ausgenommen eine Anzahl von in der Regel selbstbedienten DNT-Hütten.
Nach etwa einer Woche kreuzt man die Lysefjord-Straße, die das Setesdal (abzweigend bei Brokke) mit dem Lysefjord/ Richtung Stavanger verbindet. Da könnte man evtl. trampen (vielleicht gibt es auch einen Bus?), wenn man nicht noch ein paar Tage weiter möchte.
Sonst könnte es dann evtl. etwas schwieriger sein, wieder an öffentliche Verkehrmittel zu gelangen (zumindest war das unsere Erfahrung). Allerdings gibt es auch die Möglichkeit über Stakkedalen direkt ins Setesdal hinunter abzusteigen (dort Bus).

Die Landkarte ist im Maßstab 1:80 000 und heißt Sirdal-Setesdalsheiene, sie deckt allerdings den nördlichen Rand nicht komplett ab.

Landschaftlich werden die Setesdalheiene von Norden nach Süden "weicher", niedriger. Man bewegt sich in der Regel zwischen 1400 und 1000 m. Vielleicht ist die Landschaft nicht ganz so spektakulär wie in Jotunheimen, aber auf jeden Fall sehr, sehr schön. Viele große Seen laden zum Baden ein (ja, echt - wir konnten jeden Tag baden; war ein warmer Sommer) ... und andererseits kann man auch mal ein Schneefeld queren (jedenfalls im Norden). Blaubeeren, Pilze ...

Übrigens: Recht einsam habe ich Norwegen immer ab Mitte August erlebt - da kann man dann fast überall hin, ohne sehr viele Leute zu treffen (mal abgesehen von den Wochenenden).

Viel Spaß,
Mary

Julia
29.04.2004, 10:34
Wenn Du in Norwegen einsam sein willst, wander durch Reinheimen. Da gibt es weder Pfad noch Hütte, und Du bist ganz auf Dich gestellt. Es ist Südnorwegens grösstes noch völlig unberührtes Gebiet.
Es kann natürlich sein, dass Du zwischendurch mal auf ein oder zwei Leute triffst, die auf die Gråhø (2014 m) wollen (dort solltet Ihr auch vorbeigehen, das ist die spektakulärste Ecke Reinheimens mit Steilabbrüchen, Gletschern und Gletschersee(n)). Wenn Ihr wollt, lauft Ihr weiter in Richtung Westen durch die Tafjordfjella. Dort ist dann allerdings wahrscheinlich ein klein wenig mehr los.

Einstiege: Im Osten, Süd- und Nordosten Vågåmo, Otta, Dombås, Lesja
Ausstiege: im Südwesten Billingen (Skjåk), Grotli und Langevatnet, im Westen wahrscheinlich am besten Geiranger oder Tafjord. Busverbindungen ab/und nach Oslo: www.nbe.no

Viel Spass!