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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [PL] [SK] Überschreitung der Hohen Tatra



flosi79
08.07.2009, 14:44
Land: Polen / Slowakai
Reisezeit: 02.-06. Juli 2009
Region/Kontinent: Osteuropa

Mein Faible für Osteuropa ist wohl allen bekannt. Die Vorliebe fürs Reisen per Bahn bestimmt auch. Und dass ich mich gerne da rumtreibe, wo es sonst nicht jeden hinverschlägt, dürften einige von euch seit meinem Reisebericht über das Altai-Gebirge auch bemerkt haben.

Um so mehr war mein Interesse geweckt, als mein langjähriger Reisepartner und Bekannter Helmut sich vor ein paar Monaten mit einer Idee meldete.....

Es folgt nun Anti-Mainstream-Outdoor-Tour-Bericht der etwas anderen Art.
Ob es sich rentiert, weiterzulesen, muss jeder selbst entscheiden. Daher die wichtigsten Eckdaten in Kürze:


drei Ösis und ein Deutscher
An- un Abreise mit der Bahn
Überschreitung des kleinsten Gebirges der Welt in 2 Etappen
und die Begehung des höchsten Berg Polens, den Rysy



Tag 1, Donnerstag den 02.07.
Für mich beginnt die Reise bereits am Donnerstag Nachmittag. Um 14:16 besteige ich den ICE in Richtung Wien. Der Regen klatscht während der ganzen Fahrt mit voller Wucht gegen die Scheiben. Irgendwie zweifel ich am Wetterbericht, der für das Wochenende etwas Sonne vorhergesagt hat. Spannend wird es in den Momenten, wenn der Zug bremst. Die Klimaanlage hat so mit dem schwülen Wetter zu kämpfen, dass regelmäßig kleine Rinnsale Kondenswassers in das Zuginnere auf die Köpfe der Reisenden plätschern. Ich stelle fest: Mein Rucksack der Marke Crux ist tatsächlich wasserdicht. Die Familie aus Wien neben mir vermuten, dass der preussische ICE undicht ist.
Irgendwann nach 21 Uhr komme ich in Wien Westbahnhof an. Eine Dose Bier und ein Hühner-Kebap verkürzen die Wartezeit auf Helmut. Um 22:12 starten wir im Liegewagen nach Krakau. In Wien-Meidling stossen noch Rene und Tamira zu uns. Wir sind komplett. Nach einem kurzen Blick in die Rotweinflasche sinken wir einen kurzen Schlaf. Unser Zug rattert durch Tschechien und Polen, Passkontrollen gibt es keine mehr, Schengener Abkommen sei Dank. Die Nacht wird trotzdem kurz, um 6 Uhr weckt uns der Schaffner und wenig später rollen wir nach Krakow Glowny ein.

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Hexe
08.07.2009, 18:06
Obwohl ich höchst wahrscheinlich nicht die Geduld hätte, so lange Strecken mit der Bahn zu fahren ( ich würde sicher irgendwann alle mit meinem rum gezappel nervös machen ), find ich die Reisen gen Osten die du machst, sehr interessant.
Also schön weiter schreiben und FOTOS :grins: !

Gruß Hexe

flosi79
08.07.2009, 20:55
Obwohl ich höchst wahrscheinlich nicht die Geduld hätte, so lange Strecken mit der Bahn zu fahren ( ich würde sicher irgendwann alle mit meinem rum gezappel nervös machen ), find ich die Reisen gen Osten die du machst, sehr interessant.
Also schön weiter schreiben und FOTOS :grins: !

Gruß Hexe

Du kannst das Zugfahren im Osten nicht mit dem bei uns vergleichen. Vor allem nicht bei Nachtfahrten, das ist was ganz anderes.
Fotos kommen morgen; und auch der Tag 2. Bin noch am Sortieren ;-)

KuchenKabel
09.07.2009, 07:34
Klingt nett aber....

...wann fahren wir mit der Bahn nach China :grrr:?!
:bg:

Hexe
09.07.2009, 08:35
Wie? Du sitzt immer noch nicht im Zug nach China, da wird´s aber langsam mal Zeit, das müssen wir beim nächsten Stammtisch aber mal ändern...:grins:

flosi79
09.07.2009, 10:02
Tag 2, Freitag den 03.07.
Es regnet. Nein, es schüttet!
Nach unserer usprünglichen Planung wollten wir direkt einen Anschlusszug nach Zakopane nehmen und noch am Mittag unsere Wanderung starten. Tamira hatte die gloreiche Idee, die Wanderung von 3 auf 2 Tage zu verkürzen und dafür den Freitag noch entspannt mit etwas Sightseeing zu verbringen.
Nun stehen wir also im Morgengrauen im nassen Krakau und müssen irgendwie die Zeit bis 11 Uhr totschlagen. Also ab zum Gepäckschalter, Rucksäcke abgeben, Geldautomat suchen und dann in die City.
Genau in dem Moment, als Rene und Tamira sich zwei Regenschirme kaufen, hört es auf zu regnen. Danke ihr beiden!

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Nach einem Kaffee und einem leckeren Schokomuffin schlendern wir durch die Stadt. Es ist toll, dass sich um 8 Uhr noch keine Touristenströme durch die Gassen drücken.

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Bei Jan Pavel II. holen wir uns den letzten Segen für unsere Wanderung.

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Pünktlich um 11 Uhr stehen wir wieder voll bepackt in Krakow Glowny am Peron 1, Sektor 4, Tor 11. Es ist verwunderlich, dass dieser alte Regionalzug noch so gut erhalten ist. Wir machen uns auf zwei gegenüberliegenden Sitzgruppen breit. Die Fahrt für die 150 km nach Zakopane wird fast 4 Stunden dauern.

flosi79
09.07.2009, 13:42
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Zakopane ist so etwas wie das Ischgl Polens, kombiniert mit ein bisschen Mallorca. Mit Englisch kommen wir dort überall weiter, die Leute sind allesamt nett. Es herrscht ein riesiger Trubel in der Stadt, als wir am Nachmittag am Bahnhof ankommen. Zu Fuss geht es die 800 Meter bis ins Stadtzentrum. Helmut hatte vorab über das Internet ein Hotel reserviert. Wir richten uns häusslich in den beiden Doppelzimmern ein und erkunden die Stadt. Neben jeder Fressbude kommt ein Outdoor-Laden, daneben Souvenirs, Kitsch und ein 5D-Kino. Wir vervollständigen unsere Vorräte für den morgigen Tourstart und hauen uns den Bauch noch mal richtig mit Steaks & Co voll.
Um 22 Uhr legen wir uns in die Betten. Aufgrund der kurzen letzten Nacht schlafen wir rasch ein. Um 5:30 wird die Nacht vorbei sein.

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flosi79
09.07.2009, 14:01
Tag 3, Samstag den 04.07.

Der Wetterbericht sollte Recht behalten.
Um 5:30 klingelt der Wecker; rasches Duschen, zusammenpacken, Wasser abfüllen. Wie die ganz grossen Sportler das nun mal so machen, beginnt unsere Wanderung erst mal mit einer Busfahrt, gefolgt von einer Seilbahnfahrt.

Todesmutig lauern wir um 06:32 auf den herannahenden Bus.
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Nach 10-minütiger Wackelfahrt erreichen wir die Talstation der Seilbahn, die auf den 1984 Meter hohen Kasprowy Wierch, den Hausberg Zakopanes, führt. Wir hatten einen gewagten Plan: Wir wollten bei den ersten sein, die mit der ersten Fahrt um 7 Uhr nach oben kommen. Irgendwie dachten das auch einige hundert Polen und Turnschuhwanderer, also reihten wir uns brav in die Schlange vor dem Kassenhäusschen ein. Eine halbe Stunde später und 30 Zloty ärmer geht es dann hinauf.

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Oben gibt es für die ganz Hungrigen erst mal ein zweites Frühstück. Ich übe inzwischen ein bisschen Grenz-Hopping: Innerhalb von Sekunden überquere ich mehrmals die polnisch-slovakische Grenze. Vor 10 Jahren noch standen hier oben Grenzer die das zu verhindern wussten.

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Pünktlich um 8 Uhr starten wir. Vor uns liegen ca 8 Stunden Gehzeit.
Der Weg ist zu Beginn eben und wir kommen rasch voran.

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Hexe
09.07.2009, 18:56
Das sieht schonmal echt wunderschön aus (sowohl die Landschaft als auch das essen;-) ).

Weiter schreiben.

Gruss Hexe

konamann
09.07.2009, 19:17
das essen noch eher!
ich komm grad von der uni und der bauch is so leer wie der kopf ;-)

bin mal sehr gespannt, die östlichen gegenden hab ich noch nie geschafft!

Mr.Sunrise
09.07.2009, 19:25
Landschaftlich ist es ind er Gegend wirklich schön. Ich bin letzten Winter in der Hohen Tatra gewesen, allerdings auf der südseite in der Slowakei.
Im Sommer werde ich da auch mal hin müssen.

Ich bin auf den weiteren Bericht gespannt!

Beste Grüße,
Daniel

hrXXL
09.07.2009, 21:12
wie keine currywurst flo
sehr geile bilder die du da gemacht hast. konnte deinen bericht nicht abwarten und hab schon mal vorgeschaut :)

Windflüsterer
09.07.2009, 22:02
der Frage schließe ich mich an... wieso keine Currywurst ?

aber wenigstens fotografierst du anscheinen immernoch sehr gerne dein Essen... wieso eigentlich ;-) ?? - das beweist mal wieder das jeder einen Fetisch hat

... bist du jetzt eigentlich alle 2 wochen auf Tour ?... Lern mal lieber für Sa.... viel Glück übrigens

flosi79
10.07.2009, 10:10
Getrieben von den drei Österreichern steuern wir auf unseren ersten Gipfel zu: Den 2301 Meter hohen Svinica. Der gut markierte Weg wird immer ausgesetzter. Auf den letzten 200 Höhenmeterm muss dann gekraxelt werden. Aber das ist kein Problem - es sind viele Ketten zum Festhalten angebracht.

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Noch vor dem Mittagessen erreichen wir den Gipfel.

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Nach einer kurzen Rast, etwas heissem Tee und ein paar Müslisnacks steigen wir zuerst auf der gleichen Route ein paar Meter ab, bevor der markierte Weg nach links in ein Tal abzweigt.

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Hier erwischt uns dann der erste kurze Regenschauen. Kaum haben wir uns in die Regenklamotte geschmissen hört es auch schon wieder auf. Wir queren ein erstes Schneefeld. Der Schnee ist feste und es lässt sich gut gehen.

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In der Ferne tauchen zwei Seen auf, am linken See steht die Hütte "Wielki Staw Polski". Dies wäre unser erstes Tagesziel für unsere usrprüngliche Planung gewesen. Da wir aber mit einem Tag Verzögerung gestartet sind müssen wir noch 4 Stunden weitermaschieren. Vorerst aber legen wir eine kleine Mittagspause ein.

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gelöschter Nutzer
10.07.2009, 11:06
Mehr davon bitte :)

Hexe
10.07.2009, 12:46
Schöööööööööön. War das sehr schwierig mit dem Klettern??? Braucht man da Übung? Oder würde ich als Leie und mit etwas Höhenangst das auch schaffen??

Gruss Hexe

flosi79
10.07.2009, 13:16
Kinners, wir waren im wilden Osten, nicht im Harz oder am Edersee :bg:
Currywurst und Radler bedeutet da drüben Steak und Slivovic :bg:

Zum Kletterteil: Das was bisher zu sehen war - ja, das packt man auch als Hexe mit Höhenangst. Schwieriger wurde es erst am nächsten Tag, als wir den Rysy von polnischer Seite aus bestiegen haben. Schwierigkeit Klettersteig A/B mit einigen heiklen Passagen, wo es rechts und links mal gute 200 Meter senkrecht runter geht. Sicherungsmöglichkeiten nicht vorhanden, nur eine Kette. Mit Höhenangst nicht zu empfehlen. Bilder kommen bald!

Windflüsterer
10.07.2009, 13:30
na das nenne ich mal fotos

flosi79
10.07.2009, 14:00
Mit Blick auf den kommenden Aufstieg wünsche ich mir doch lieber wieder ein paar Wolken. Sie Sonne brennt unermüdlich in bester Mittagsmanier auf unsere Köpfe, als wir uns an die nächsten 400 Höhenmeter wagen. Über uns liegt der Grenzkamm zur Slovakai mit dem 2114 Meter hohem zpiglasowa Przełęcz.
Was nun folgt ist das Highlight des Tages: Eine Nonne in voller Kluft schwebt den Berg hinab. Anstatt Bergstiefel trägt sie nur einfache Schuhe zum reinschlupfen. Keiner realisiert schnell genug, was wir da eben gesehen haben. Die Outdoor-Nonne bleibt unfotografiert.
Über weitere Schneefelder nähen wir uns dem Bergkamm.

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Gegen 14 Uhr sind wir oben. Helmut bekommt die verantwortungsvolle Aufgabe auf unsere Rucksäcke zu achten. Tamira, Rene und ich nehmen noch einen Gipfel mit, überqueren noch ein paar mal die Polnisch/Slovakische Grenze und sind keine halbe Stunde später wieder bei unserem Aufpasser. Von nun an wird fast 2 Stunden und über 650 Höhenmeter bergab gehen, bis wir um 17 Uhr an unserem Tagesziel, einer Hütte am "Morskie Oko", dem grössten Bergsee der Tatra, ankommen.

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Die Hütte ist gut besucht, vor allem von polnischen Tagesausflüglern. Wir hatten telefonisch ein Zimmer reserviert, was sich als sehr sinnvoll erweist. Unter dem Dach in einem Giebel stehen unsere Betten, Dusche gibts auch. Was will man mehr nach so einem anstrengenden Tag. Man glaubt es kaum, aber nach einem ausgiebigem Mahl auf der Terasse mit grandiosem Blick auf den See verkriechen wir uns alle freiweillig gegen 20:30 in die Betten.

Hinter dem See ragt der fast 2500 Meter hohe Nordwestgipfel des Rysy in den wolkenverhangenen Gipfel. Der höchste Berg Polens wird morgen unser erstes Zwischenziel sein. 1100 Meter Aufstieg erwarten uns.

bergzwerg61
10.07.2009, 14:53
Schöne Bilder!

Meine letzte hohe-Tatra-Wanderwoche liegt schon 19 Jahre zurück,
müßte auch mal wieder dorthin....

provodnik
13.07.2009, 09:59
Da ich ja bei der Aktion auch dabei war, möchte ich dem Bericht von Florian ein paar praktische Infos für potentielle Nachahmungstäter anschliessen:



ÜBERNACHTUNGEN:

Zakopane Hotel Orbis Giewont: gebucht via www.hotels.de, 24 EUR pro Person im DZ ohne Frühstück

Schronisko PTTK Morskie Oko: http://www.schroniskomorskieoko.pl/, telefonisch unter +48 18 2077609 (englisch wird verstanden) vorreserviert. 50 PLZ (12 EUR) pro Person im 4er-Zimmer.

Berghotel Popradske Pleso: http://www.popradskepleso.sk, via E-Mail (recepcia@popradskepleso.sk, auch kein Problem mit englisch) vorreserviert. 27 EUR pro Person im DZ.

Man kann die Tour auch anders planen, dann sind vielleicht folgende Hütten von Interesse:
http://www.piecstawow.pl/
http://www.murowaniec.e-tatry.pl/index_en.php
http://pl.wikipedia.org/wiki/Schronisko_PTTK_na_Hali_Kondratowej



SEILBAHN KASPROW WIERCH:
http://www.pkl.pl/index.php. Bergfahrt kostet 30 PLZ (7 EUR).


KARTEN:
Viele verschiedene Karten gibt es in Zakopane und sicher auch auf slowakischer Seite zu kaufen. Wahrscheinlich hat Freytag&Berndt in Wien etwas im Angebot.
Für die Planung kann man aber auch auf http://www.e-gory.pl/content/view/584/211/ zurückgreifen.
Ich habe mir dann in Zakopane um 20 PLZ eine ganz gute Karte im Massstab 1:30.000 gekauft, die istr einlaminiert und somit auch wetterbeständig.


ANREISE/ABREISE:

Wien - Krakau:
Wir sind mit dem Nachtzug gefahren, man kann aber auch tagsüber fahren.
Die Fahrkarte Breclav Grenze - Krakau kostet 41 EUR, mit Vorteilscard 31 EUR.
ÖBB-Inlandsfahrkarte bis Breclav Grenze separat kaufen, ab Wien ca. 16 EUR (mit Vorteilscard 8 EUR). Ab 2 Personen ist das Minimax-Ticket sinnvoll, siehe http://www.oebb.at/pv/de/Guenstiger_Reisen/Gruppen/Minimax-Ticket/index.jsp
(dabei zu beachten: Wenn zumindest 2 Fahrgäste die Vorteilscard besitzen, fahren bis zu drei weitere Mitfahrer ebenfalls zum VC-Preis).
Liegewagenaufpreis ist 13,4 EUR im 6er-Abteil und 20 EUR im 4er-Abteil. Schlafwagen gibt es auch, Zuschlag im 3er-Abteil ist ca 25-30 EUR, im 2er-Abteil ca. 40-50 EUR.

Krakau - Zakopane:
Fahrkarte für den Regionalzug (pociag osobowy) vor Ort in Krakau kaufen, kostet 4-5 EUR. Expresszüge kosten deutlich mehr, sind aber nicht wesentlich schneller.

Strbske Pleso - Wien:
Im Prinzip gibt es alle 2 Stunden eine Zugverbindung, man ist ca 6,5 Stunden unterwegs. In Strbske Pleso Fahrkarte nur bis Marchegg Grenze kaufen (dann geht das als slowakische Inlandsfahrkarte, ist billiger als eine internationale Fahrkarte, man muss aber erst die Verkäuferin am Schalter etwas überzeugen, dass das als Inlandsfahrkarte geht; ansonsten kann man auch nur bis Devinska Nova Ves kaufen, das ist der letzte Bahnhof vor der Grenze). Preis: ca 15 EUR pro Person.
Der Bummelzug Bratislava - Marchegg - Gänserndorf hat einen ÖBB-Fahrkartenautomaten, da kann man dann die Fahrkarte bis Wien (ca. 7 EUR) oder wohin auch immer kaufen (ggf mit VC-Rabatt oder Minimax-Ticket). Wenn man einen direkten Zug Bratislava - Wien erwischt, dann müsste man die ÖBB-Fahrkarte beim österreichischen Schaffner kaufen.

Fahrpläne Wien - Krakau - Zakopane und Strbske Pleso - Wien gibt es auf http://fahrplan.oebb.at


WETTERPROGNOSEN

http://pogoda.wp.pl/miasto,zakopane,mid,1201312,mi.html
http://pogoda.onet.pl/0,401,38,zakopane,miasto.html
http://www.weatheronline.pl/Polska/Zakopane.htm

flosi79
13.07.2009, 10:22
Tag 4, Sonntag den 05.07.

7 Uhr, der Wecker klingelt. Nach fantastischen 10,5 Stunden Schlaf weiss ich nicht, ob ich vor Muskelschmerzen oder Hunger aufwache. Der Blick aus dem Fenster ist fantastisch.

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Wir waschen und packen uns flott, danach geht es runter in den Gastraum. Aber weder die Rezeption noch die Küche hat auf. Somit vergnügen wir uns am Kaffeeautomaten, der unsere letzten Zloty schluckt und machen uns über unseren Proviant her. Punkt 8 Uhr stehen wir vor der Hütte.

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Langsam gehen wir auf der linken Seite des Morskie Oko entlang. Nach den ersten Höhenmetern befinden wir uns am oberen See.

Der Blick zurück:
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Wir starren auf die Schneefelder und versuchen einen Weg auszumachen. Irgendwo da soll es weitergehen. Ab und zu sieht man kleine Gruppen Wanderer an den Hängen.

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Mit einem lieb gemeinten "der schweste zuerst" werde ich über die Schneefelder geschickt. Der Schnee ist immer noch sehr fest und es geht sich gut.

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Die nächsten beiden Stunden sind sehr angenehm. Es geht zwar steil nach oben, aber Kletterpartien bleiben vorerst aus.

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200-300 Meter unter dem Gipfel verwandelt sich der Weg dann in einen einfachen Klettersteig. Man glaubt es kaum, aber ich merke bereits die dünner werdende Luft. Wir bleiben alle 20-30 Meter stehen und schnaufen kurz durch.

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4,5 Stunden nach unserem Start am morgen erreichen wir den polnischen Gipfel des Rysy.

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Wie es sich gehört steht hier oben ein Grenzschild mit Zolldeklaration. Wir haben nichts Verbotenes dabei. :bg: Während wir uns über unser Mittagessen hermachen, reißen auf einmal die Wolken auf und geben den Blick in die Slovakai frei.

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Als es in der Ferne zu donnern anfängt beeilen wir uns und packen uns wieder rasch zusammen.

Alley
13.07.2009, 17:09
Wie schön... Bin richtig sentimental geworden...
Vor 5 Jahren war ich auch dort - mit der Seilbahn auf den Kasprowy Wierch, dann Swinica, Zawrot (hier hatte ich richtig Angst):angst:, am Dolina Pieciu Stawow vorbei, dann Morskie Oko... Allerdings war es nicht so schön grün, da wir die Wanderung erst im Herbst gemacht haben. Aber dafür bunt :p
Habt ihr auch einen Flossfahrt auf dem Dunajec gemacht?
Hmmm, muss wieder dahin ;-)

flosi79
14.07.2009, 10:12
Und weiter gehts....
Bergab geht es immer schneller. Wir fliegen nur so über die Felsbrocken, das Gewitter im Nacken. Nach 100 Höhenmeter Abstieg fängt es zu regnen an. Wir müssen nur noch über ein grösseres Schneefeld, dann liegt eine Hütte auf unserem Weg. Rene zeigt wie es geht. Er nutzt seine Sohlen als Skiersatz und ist in 20 Sekunden unten. Ich probier's, aber lande natürlich auf dem Hosenboden. Also doch langsam zu Fuss.....

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Nach einer Sprite für mich und etwas Süssem für die Ösis lässt der Regen nach und der blaue Himmer kommt wieder zum vorschein. Erwähnenswert und bemerkenswert ist noch, dass diese Hütte ausschliesslich von Sherpas versorgt wird. D.h. alles wird hochgetragen, keine Materialseilbahn und kein Heli. Beim weiteren Abstieg rast an uns ein Sherpa vorbei:

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Gegen 17 Uhr erreichen wir wieder unsere Behausung am Popradske Pleso:

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Im Flur der Hütte hängt eine Werbung für die Sherpa-Rally.... Wer hat Zeit im Oktober?

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Nach dem obligatorischen Tatra-Steak und zwei Bier geht es wieder recht früh in die Heia. Trotz der 1100 Meter Aufstieg sind wir heute nicht ganz so k.o. wie gestern. Trotzdem schlafen wir wieder fast 10 Stunden.


Tag 6, Montag den 06.07.

Heute wird es wieder mega unsportlich. Nach Rührei und Speck starten wir um 9 Uhr gen Tal. Nach ziemlich genau einer Stunde über eine Waldautobahn erreich wir schliesslich Strbske Pleso:

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Eine schweizer Zahnradbahn bringt uns in 15 Minuten ganz ins Tal:

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Dank Helmuts perferkter Planung reicht die Zeit gerade noch, um eine Flasche Wasser zu kaufen. Keine 5 Minuten später fährt der Anschlusszug nach Bratislava ein. Die nächsten Stunden sind dann eher langweilig. Wir teilen unser Abteil mit zwei Nicht-Wanderern, die besorgte Blicke auf unsere Füsse werfen. Ja, ich stinke. Ich weiss das.
Helmut und mich verschlägt es dann in den Speisewagen. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Unser Schnitzel wird noch frisch geklopft, dazu Bratkartoffel und ein Bier.
Auch die Umsteigezeit in Bratislava ist kurz. Mit einer Bimmelbahn geht es dann die letzte Stunde bis nach Wien. Es schüttet mal wieder wie aus Eimern, als wir schliesslich um halb 6 ankommen...

Ende, aus, vorbei. Schön wars!

hrXXL
14.07.2009, 10:17
fein fein
hast du bei den ganzen kulinarischen genüssen überhaupt abgenommen auf der tour

flosi79
14.07.2009, 10:38
fein fein
hast du bei den ganzen kulinarischen genüssen überhaupt abgenommen auf der tour

nö, gutes essen gehört ja immer irgendwie zu einem tollen erlebnis dazu ;-)
leider war der aufenthalt in bratislava zu kurz, dort gibts das weltbeste Lángos.

abgenommen also nicht, aber fett in muskeln verwandelt :bg:

konamann
14.07.2009, 13:26
immer den kulinarischen reiseführer dabei, oder?

geile tour!

flosi79
14.07.2009, 13:46
immer den kulinarischen reiseführer dabei, oder?

geile tour!

wenn man mit mir verreist muss man nicht hungern :bg::bg::bg:

hrXXL
14.07.2009, 13:57
wenn man mit mir verreist muss man nicht hungern :bg::bg::bg:

das stimmt bei unserer kleinen tour im harz habe ich nicht abgenommen :(

jeskodan
15.07.2009, 15:48
ach da werden erinnerungen an vor 2 jahren wieder wach.

die kletterschweirigkeiten würde ich aber anders sehen, zumindest am rysy bestehen eiegntlich keine, die versicherrungen sind nicht nötig ( wir haben komplett einen eigenen weg gewählt). es gibt allerdings teils auf den wegen in anderen gegenden schon stellen die eine gewisse bergerfahrung vorraussetzen, aber man hat gerade mit leichtem gepäck selten punkte wo die hand an den fels/ kette muss.

im herbst wirds allerdings ziemlich voll man sollte sich auf längere warte zeiten einrichten auf den normalwegen( deswegen ham wir uns was eigenes gesucht).

insgesamt aber super zu empfehlen die gegend sit einfach geil.

flosi79
16.07.2009, 15:31
die kletterschweirigkeiten würde ich aber anders sehen, zumindest am rysy bestehen eiegntlich keine, die versicherrungen sind nicht nötig ( wir haben komplett einen eigenen weg gewählt). es gibt allerdings teils auf den wegen in anderen gegenden schon stellen die eine gewisse bergerfahrung vorraussetzen, aber man hat gerade mit leichtem gepäck selten punkte wo die hand an den fels/ kette muss.


Der Aufstieg zum Rsys von polnischer Seite (wichtig! die slovakische Seite ist viel einfacher) wurde von zwei erfahrenen Klettersteiggehern mit A/B gewertet.

Der Aufstieg zum Swinica wurde nach UIAA-Skala mit 1 gewertet.

Ich weiss, für viele ist das absolut easy. Aber Personen mit Höhenangst sollten es trotzdem lassen.

jeskodan
20.07.2009, 21:42
ich weiß wir sind ja von Polen hoch, in 2,5h:) das ging halt nur indem wir alle an der seite überholt haben. aber A/´B ist ja sowieso nur ein halber klettersteig.

aber ne tolle tour ists trotzdem wirklich zu empfehlen

flosi79
21.07.2009, 14:35
ich weiß wir sind ja von Polen hoch, in 2,5h:) das ging halt nur indem wir alle an der seite überholt haben. aber A/´B ist ja sowieso nur ein halber klettersteig.

aber ne tolle tour ists trotzdem wirklich zu empfehlen

Richtig, das bestreite ich ja auch nicht ;-)
Es ging nur um die Frage von Hexe, ob man mit Höhenangst das machen kann.

cabinfan
23.07.2009, 14:25
Erwähnenswert und bemerkenswert ist noch, dass diese Hütte ausschliesslich von Sherpas versorgt wird. D.h. alles wird hochgetragen, keine Materialseilbahn und kein Heli. Beim weiteren Abstieg rast an uns ein Sherpa vorbei:

Als ich mit meine Elten vor 23 Jahren den Rysy erklommen habe waren einige Sherpas mit Ofenkacheln für einen neuen Ofen zur Hütte unterwegs.
Und die Ladung sah nicht gerade leicht aus.

Ich glaub die Tratra währe mal wieder ein lohnendes Ziel.

Gruß Torsten