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Sarekmaniac
06.07.2009, 00:02
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060319.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11994)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/J_mtland_T_lt_Gourmet_Spexial_Header.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11750)


Land: SE, NO
Reisezeit: März/April 2009
Region/Kontinent: Nordeuropa



Jämtland Tält-Gourmet-SpeXial





Ebenso wunderbarer wie wahrheitsgemäßer Bericht der ersten schweizerisch-deutschen Tält-Gourmet-Spexial-Expedition durchs schwedische Jämmtland, dargelegt von den werten Expeditionistinnen daselbst, mit einer Karte und zahlreichen photografischen Abbildungen, nebst einem Anhang der kulinarischen Genüsse, derob sie des abends frönten.

Kurz gesagt: Across und ich waren diesen Winter im Jämtland unterwegs.;-). Der Rest ist selbsterklärend, nur dies: "Tält" ist Schwedisch, "Gourmet" ist lecker, und "Spexial" ist was Spezielles, was mit Across' Langtour 2003 zu tun hat, in etwa so:

AcrossXSkanderna.

Also das rote Andreaskreuz der schwedischen Wegmarkierungen .

Das Wortspiel mit "Andreas Kreuz" fällt mir aber erst jetzt auf :grins:

Das Wort SpeXial soll angeblich bereits in die schwedischen Wörterbücher eingegangen sein.

Die zahllosen Markierungen, die das Jämtlandfjäll durchseuchen, haben wir allerdings diesmal nach Möglichkeit vermieden und sind vorzugsweise durch die freie Wildbahn galoppiert, ääh, gerutscht, bzw meistens: geweht worden. Windig war es nämlich, aber davon später mehr.

Nun Schluss mit der Vorrede, wir schreiten zur Tat, vorab nur noch (Across=Rot, Sarekmaniac=Blau, Across & Sarekmaniac im Doppelpack=Grün):


: Auf Weisung des Forumsexekutiv-Komitees musste der Googlemaps-Screenshot aus Copyrightgründen entfernt werden. Wir verweisen hiermit politisch korrekt auf die Karte zum Zoomen:

Die Karte der Rumtreiberinnen (http://quikmaps.com/show/108783)

Im Namen der Expeditionistinnenleitung und der Oberägyptischen Zensurbehörde

/Sarekmaniac

across
06.07.2009, 17:53
Sonntag, 22.3.2009

Wie Across fliegend und mit dem Dampfross ins wilde Norwegien reiste

Die Zeit für eine Winterfjälltour war für mich heuer arg begrenzt: Sonntagabend 22.3. bis Freitagabend 3.4. So wenig Zeit für die schönste Zeit im Fjäll gönnte ich mir schon lange nicht mehr. Da ich Skiwandern dem Reisen eindeutig vorziehe, wollte ich also möglichst auf dem schnellsten Weg ins Fjäll und auch wieder nach Hause. Mit dieser Zielsetzung machte ich mich ans planen. Das zweite „must“ war, eine neue Ecke des Fjälls kennenzulernen.
So wurde dann schon die Anreise zu einem kleinen Abenteuer und einer Nervenprobe: Der Flug nach Oslo sollte nicht allzu viel Verspätung haben, damit ich den Anschluss auf den Nachtzug in Richtung Trondheim noch schaffte. Mit 15 Minuten Verspätung hielt sich die Verspätung aber in Grenzen. Das Warten auf das Gepäck und die Skier forderten aber nochmals eine Geduldsprobe. Schliessich schlenderte ich mit Rucksack und Skiern und natürlich in voller Fjällmontur durch den Flughafen. Aber in Skandinavien wurde ich schon bedeutend weniger beäugt als noch in Zürich, wo ich mit meinen NN75-Stiefeln und Goretex-Kleidern ziemlich exotisch wirkte.
Per sms liess ich Kollegin Sarekmaniac noch wissen, dass ich nun auch unterwegs war, bevor ich mich für fünf Stunden aufs Ohr legte!

Montag, 23.3.2009, Reitan – Kjølihytta, 20 km, +500 Höhenmeter

Wie Across am Bahnhof von Reitan die Tour begann, wie sie in ein Schneegestöber geriet, kaum Schafe und Elche, dafür umso mehr Abbildungen derselben erblickte und schließlich zur Schaufel greifen musste, um ins Bett zu gelangen.

Nach kurzem aber tiefem Schlaf hielt der Zug in Støren. Endlich frische, winterliche Luft schnappen! Mir blieb nochmals eine halbe Stunde, um meinen Rucksack fjälltauglich umzupacken und sowas wie ein Frühstück einzunehmen – meine obligatorische Koffeindosis gönnte ich mir danach im Zug nach Reitan. Mich erstaunte, wie viele Leute schon frühmorgens in diesem Bummelzug von Trondheim nach Røros unterwegs waren; auch viele Touristen – und, ich traute kaum meinen Ohren: ich hörte schon wieder heimatliches Schweizerdeutsch!
Was mir als Eisenbahnerin enorm gefiel: der Zug war mit einem Schaffner bemannt! Hierzulande fahren Regionalzüge nur noch und wenn überhaupt, nachts, mit mehr als einem Lokführer bemannt. In Reitan war meine Zugfahrt durch das idyllische Gauldalen zu Ende.
Schneegestöber! Ein perfekter Empfang morgens um acht in diesem Weiler mit schmuckem Bahnhof. Wie ich später in der Kjølihytta lesen konnte, wurde hier Erz aus den Kupfergruben rund um die Kjølihytta verladen. Wohl deshalb besteht bei dieser Haltestelle mehr als ein zugiges Wartehäuschen. Der Mann, der mit dem Schneeräumungsfahrzeug seine Runde durch den Weiler fuhr, wollte natürlich wissen, wohin ich des Weges sei. Und um sicher zu sein, dass ich auch wirklich den Weg finden werde, erklärte mir die Route dorthin genauestens.

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Die Dampfross-Station von Reitan

Der Winterweg folgt auf den ersten 11 km dem Fluss Gaula und der nur im Sommer befahrbaren, mautpflichtigen Strasse zum Riasten. Bis zu den letzten ständig bewohnten Häusern und dem Skoterparkplatz wird die Strasse weissgeräumt, so dass man den Weg nicht verfehlen kann. Nach dem Skoterparkplatz, etwa 3-4km nach dem Bahnhof Reitan, folgt man weiter der Strasse, die im Winter Skoterpiste ist. Der Skoterverkehr war an diesem Montagmorgen aber sehr bescheiden und störte nicht.
Das Wetter: um die Null Grad, praktisch windstill und leichter bis mässiger Schneefall. Ich war froh, dass es nicht gleich viele Minusgrade gab, so hatte mein Körper die Chance, sich langsam an das Leben draussen zu gewöhnen.
Auf den ersten 11 km bis zur Abzweigung zur Hütte hoch legt man etwa 200 Höhenmeter zurück und die meisten gleich zu Beginn. Man läuft durch lichten Birkenwald, vorbei an unzähligen Hytter und fast ebenso vielen Strassenschildern! Von letzteren habe ich auf jeden Fall noch nie so viele an einem einzigen Tag auf Skiern gezählt. Aber ich fand sie schön, denn die Schafe und Elche, von denen man sich achten sollte, sind sehr detailliert abgebildet.

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Europas schönste Strassenschilder...

Nach 11 km erreichte ich ein abgewettertes Hinweisschild. Hier musste wohl der markierte Winterweg zur Kjølihytta beginnen. Zur Sicherheit noch einen Blick auf die Karte und das GPS… Ach ja, und markiert sollte er sein, dieser Winterweg. Gut, ich erwartete nicht gleich die schwedische Supermarkierung mit knallroten Andreaskreuzen in definiertem und stets genau eingehaltenem Abstand. Aber wo war sie hier, die Markierung??? Glücklicherweise sah ich durch die Skibrille (orangefarbenes Glas sei Dank!) eine alte, verwehte Spur, welche mich auf den richtigen Weg brachte. Aber zuerst gönnte ich mir mal eine Mittagspause, denn es stand ein kurzer, ruppiger, Aufstieg bevor.
Ich sank tief in den flauschigen Neuschnee neben der Skoterpiste/Strasse ein. Felle rauf! Nachdem ich diese kurze Steigung hinter mir hatte, sah ich die Markierung: verwitterte Holzstangen ohne jegliches Kennzeichen, dass dies eine Markierung darstellen sollte und wie sich später herausstellen sollte, sind sie mal in kurzen mal in längeren Abständen aufgestellt, wie es gerade so kam. Mich erinnerten diese Stangen, wie auf die Hälfte gekürzte Telefonmasten! Auf alle Fälle hiess es wachsam sein und sich nicht allzu sehr auf die Stangen zu verlassen.
Es ging weiter bergauf. Die Felle konnte ich nach dem kurzen Aufstieg, der auf der Karte übrigens nicht ersichtlich ist, wieder wegnehmen und mich weiter auf die Schuppen meiner „Europa 99“ verlassen. Bald war der Nedre Kjølitjønna erreicht, wo auch eine Hütte steht, aber eben nicht die DNT-Hütte, wie ich zuerst aus der Ferne glaubte. Also nochmals etwa 60 Höhenmeter und gut 2.5 km weitertrampen.
Ist man da, ist man vielleicht noch nicht ganz angekommen… Der Hüttenschlüssel war auch mitgekommen, so stand einer wohlig warmen indoor Übernachtung (fast) nichts mehr im Wege. Ausser mir und haufenweise Schnee war niemand da. Ich versuchte mein Glück mal bei der kleineren Hütte. Das Schloss sprang auf, aber die Türe war vereist. Mit Repschnur und vollem Körpereinsatz gelang es mir, die Türe aufzusperren. Doch hinter der Türe fand ich nur den Vorratsraum und eine Art Not-Raum, welche für Hundebesitzer reserviert war. Es sah nicht so einladend aus, dort zu übernachten. Aber um in die Haupthütte zu gelangen, musste ich zuerst mal eine Viertelstunde lang Schneeschaufeln. Gut, dass ich meine Schaufel dabei hatte und der Schlüssel auch dort passte.

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Zuerst die Arbeit, dann das Bett!

Die Kjølihytta ist sehr schön auf 1050 m.ü.M.gelegen, mit meilenweiser Aussicht in Richtung Riasten, Rien und das schwedische Jämtlandsfjäll. Nachdem ich angefeuert hatte, war das nächste Abenteuer, etwas Essbares im Vorratsschrank zu finden. Welche Enttäuschung: Was ich fand, war fast ausschliesslich Dosenfutter! Keine Spaghetti, kein Reis, keine Saucen. Dafür entdeckte ich Margarine und Kaviar, deren Verfalldatum schon 2 respektive 3 Jahre überschritten waren… Guten Appetit! (Ich entschied mich schlussendlich, eine Dose „Lapskaus“ aufzutauen bzw. zu wärmen. Ich lebe noch!!!)

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Kjølihytta und im Vordergrund die "abgesägten Telefonmasten"

Dienstag, 24.3.2009, Kjølihytta - Væktarstua/Stugudal, 15 km, -400/+50 Höhenmeter

Wie das vegetarische Vielfrassfell seine erste Bewährungsprobe bestand, wie Across zum ersten Mal das Sylarnamassiv erblickte und wie sie den Landhandel von Stugudalen plünderte.

Sonnenschein, rosa Himmel, steifer Wind und etwa -15°C – mein erster Eindruck vom Tag. Und in meinem Schlafzimmer in der Hütte lag immer noch der Schnee von gestern auf dem Fussboden…

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Frühmorgendliche Ausblicke von der Kjølihytte aus Richtung Sylarna und Riasten

Ich ging relativ früh los, weil ich unbedingt noch im Landhandel von Stugudal einkaufen wollte, der aber schon um 16.00 schloss. Der Skitag begann dann auch gleich rasant, mit einer schönen Abfahrt, gut 100 Höhenmeter am Stück. Nicht nur der Fahrtwind blies mir um die Ohren, sondern auch ein starker Nordwest-Wind. Mein vegetarisches Fell an der Kapuze hatte seine Bewährungsprobe – und sie voll bestanden.
Mal folgte ich den Markierungsstangen, mal einfach der Nase nach, bis ich wieder irgendwo eine Stange oder alte Spuren entdeckte, zog ich meine Spuren durch lichten Birkenwald langsam zum See Storøvlingen runter. Nach einem kurzen Anstieg folgte eine weitere Abfahrt zur Strasse 705. Doch zuerst musste nochmals die herrliche Aussicht genossen werden, über den Stuggusjøen, das Stugudalen und vor allem: den Blick auf das Sylarna Massiv!

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Stugudalen

Als ich die Strasse 705 überquert hatte, folgte noch der heftigste Teil der Abfahrt nach Stugudalen runter: zuerst einem tiefeingeschnittenen Bach entlang, dann unter einer Stromleitung und im Birkenslalom durch knietiefen, luftigen Neuschnee, schliesslich über eine weite, offene Fläche. Und hier gab es dann endlich schöne Telemarkschwünge, während von den nahegelegenen Gehöften lautes Hundegebell zu hören war. Als ich unten angekommen war, musste ich nochmals raufschauen, es war so fantastisch, dazu Sonnenschein!
Ich dachte auch an Sarekmaniac, die ja nun auch irgendwo unterwegs war zu unserem vereinbarten Treffpunkt, der Nedalshytta. Hatte sie auch einen solch tollen Tag? Hoffentlich!

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Uriges Hotel Vaektarstua

Im Hotel Væktarstua nahm ich mir ein Zimmer, zog aber gleich wieder los, um noch eine Runde Shopping im Landhandel einzulegen. Ich war erstaunt über das breite Sortiment, das von Skiwachs über exotische Früchte, Brot, Käse & Milch bis zu Schrauben und Gartengeräten reichte. Ich deckte mich mit ein paar Köstlichkeiten für den Abend und auch für die kommenden Tage im Fjäll ein: Lefser, Käse, Wurst, Brot und ein paar andere Sachen. Ich dachte, dass ich mir Knäckebrot, Schokolade und Makkaronen vielleicht in der Nedalshytta (Selbstbedienungshütte) besorgen könnte, aber nach der Dosenfutterorgie in der Kjølihytta, war ich vorsichtig geworden... Nach Shopping folgte Sightseeing: doch leider war die Kapelle gleich gegenüber des Hotels nur von aussen zu besichtigen.

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Kapelle in Stugudalen

Also weiter im Programm: Duschen & Haarewaschen und bald schon stand das Nachtessen auf dem Programm. Für Rømmegrøt fehlte mir den Mut, ich genoss stattdessen einen Nachos-Tallrik!

Mittwoch, 25.3.2009, Væktarstua/Stugudal – Nedalshytta, 18 km, +300/-100 Höhenmeter

Wie Across bei Eiseskälte den abgesägten Telegraphenmasten Richtung Grenze folgte und zwischen lauter Utensilien der Stromerzeugung die Auf- und Abstiege gar nicht mehr merkte, wie sie eine Hütte ohne Ofen vorfand und wie Sarekmaniac aus gänzlich falscher Richtung auftauchte, was dem fröhlichen Wiedersehen der Expeditionistinnen jedoch nicht abträglich war

Brrr… -22°C zeigte das Thermometer, als ich meine Nase abmarschbereit nach draussen hielt. Aber: Windstill und knallblauer Himmel!
Der Schnee knirschte unter meinen Füssen und der Atem kratzte ein wenig in der Nase – aber genau das löst unheimliche Glücksgefühle in mir aus! Winter, ich liebe Winter. Also los, beim Landhandel montierte ich die Skier und folgte wiederum einer weissgeräumten Strasse, welche zu den zahlreichen Freizeithäuschen führte. Es ging sanft bergan, durch lichten Wald und über Sumpfflächen. Bald schon hatte ich genug Höhe gewonnen, um zurück auf den Stuggusjøen blicken zu können. In meiner Marschrichtung war mein Blick, auf das majestätisch wirkende Sylarna-Massiv fokussiert. Im Takt des Gehens durfte ich immer mehr Details dieses wie eine Burg in der Landschaft stehenden Massivs ausmachen. Gewaltig –und dies alles in gleissendem Sonnenlicht, in absoluter Stille. Ich schreibe zwar von einer „Strasse“ – aber Verkehr hat es darauf zum Glück keinen (vielleicht an Wochenenden?).
Bald erreichte ich den Ort, wo der offizielle markierte Winterwanderweg auf meinen Weg einbog. Ich entdeckte wieder eine Reihe von „Telefonstangen“ und tiefen Pulverschnee, weit und breit keine Skispur. Wahrscheinlich tut sich niemand den Umweg über Vektarhaugen und den paar extra Höhenmetern an.
Der Weg folgte weiter der Nordflanke des Nimmehetsgaesjsie und stieg auf gut 900 m.ü.M. an. Langsam wärmten mich die Sonnenstrahlen und mit dem Aufwärmen des Schnees kam auch Bewegung in die Luft, so dass sich ein sanftes Windchen einstellte, das mich die Kälte wieder spüren liess. So fiel meine Lunchpause nicht allzu lange aus; ich genoss stattdessen die herrliche Aussichte beim Gehen.

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Auf der "Strasse" zwischen Stugudalen und Nedalshytta, Blick Richtung Stugudalen

Weil mich inzwischen ein Raupenfahrzeug überholte, das die Baustelle beim Sylsjön bediente, hatte ich eine überaus bequeme Spur. Doch diese endete dort, wo sich der Fahrweg zum Sylsjön und der zur Nedalshytta teilte. Von nun an hangelte ich mich wieder von Markierungsstange zu Markierungsstange, um mich in diesem unübersichtlichen Wirrwarr von kleinen Berghuckeln nicht zu „verirren“… Es folgte eine Abfahrt und gleich wieder einen Anstieg, der mir beim Kartenstudium gar nicht so richtig aufgefallen war. Die unzähligen Starkstromleitungen und Transformatorenhäuschen schon! Nach dem Aufstieg folgte nochmals eine Abfahrt zum Nea (Fluss), die ich so richtig genoss, denn es rutschte einfach bequem bergab, ich musste weder zu einem Schwung ansetzen noch bremsen, was auf dem Windharst doppelt mühsam gewesen wäre.
Von weitem entdeckte ich schon das recht stattliche Gebäude der Nedalshytta im Birkenwald. Und eine Skispur, die dorthin führte.

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Von der Nedalshytta aus

Sarekmaniac war noch nicht da, als ich ankam. So richtete ich mich mal ein, kaufte die letzte und einzige Toilettenpapierrolle und ein paar Beutel Trinkschokolade. Mit Holzhacken und Feuern war hier nix, denn die Hütte hat Stromanschluss und Elektroheizung – wie unromantisch! Dann machte ich mich auf in Richtung Ekordörren, denn ich vermutete, dass Kollegin aus dieser Richtung kommen würde. Auf dem Weg studierte ich ein bisschen das Gelände, um für den nächsten Tag gewappnet zu sein und schrieb ein paar Willkommensbotschaften in den Schnee, die leider vom inzwischen ziemlich starken Wind gleich wieder zugeweht wurden. Und Sarekmaniac kam, wie ich dann am Abend erfuhr, gar nicht aus dieser Richtung…
So las ich, schrieb Tagebuch und wusste, dass Sarekmaniac dann schon auftauchen würde! Und da stand sie plötzlich vor dem Hüttenfenster! Wow!
Kennengelernt haben wir uns übrigens im Winter 2005 auf der Kutjaurehütte in Lappland. Dank Regenwetter (es war Winter!) hatten wir genug Zeit, zu fachsimpeln, Tipps und Tricks auszutauschen usw. Seither hielten wir den Kontakt und dieses Jahr kam die Idee auf, mal einen Teil unserer Winter-Tour gemeinsam zu verbringen.
Gutes Essen auf Tour ist ja für uns beide nicht von geringer Bedeutung – das Wettkochen konnte starten und ich machte den Anfang: Salsiz (Bündner Rohwurst-Spezialität, von meinem Mann hergestellt) – Fjällgulasch – weisse Schokolade à la Crème brulée – Irish Coffee.

konamann
06.07.2009, 20:27
schön!

Susanne
07.07.2009, 12:31
Tolle Bilder und schön geschrieben. Schreibt doch büdde büdde weiter!!! :D

Sarekmaniac
07.07.2009, 12:38
17.3.2009 Anreise

Wie Sarekmaniacs Reise ins wilde Svealand mit einer Verspätung begann, wie eine Eingeborene ihr eine neue Fahrkarte besorgte und wie sie im Gepäckraum des Nachtzugs nach Storlien den ersten Biwak baute.

Urlaub. Es gibt nichts Schöneres, als morgens um sechs auf dem HBf-Dortmund zu stehen und die Durchsage zu hören: „Der Intercity XYZ nach Hamburg hat circa 45 Minuten Verspätung“. 45 Minuten. Um sechs Uhr morgens. So begann meine Reise ins wilde Svealand, und so ging es weiter den ganzen Tag. In Puttgarden verpasste der Zug nicht eine, nein zwei Fähren, ich rannte in Kopenhagen, ich rannte in Malmö - vergeblich. Fast vier Stunden strategisch klug über den Tag verteilter Pufferzeit waren dahin, der Nachtzug gen Storlien fort.

Rettung nahte in Gestalt einer Schaffnerin, der ich im Öresundzug mein Leid geklagt und die in Malmö ihre Schicht beendet hatte: Sie war ob der affenartigen Geschwindigkeit, mit der ich mich selbst, eine 40-kg-Pulka, einen 40-l-Rucksack, ein Paar Ski, ein Paar Festlängenstöcke und ein nicht teilbares Pulkagestänge von Bahnsteig 5 zu Bahnsteig 17 expediert hatte (in maximal zwei Minten, und alles auf einmal, versteht sich) derart beeindruckt, dass sie mich kurzerhand zum SJ-Schalter schleppte. Nach einer längeren Diskussion und einem freundlich Hinweis der Dame hinterm Schalter, dass eine Verspätung der Deutschen Bahn kein Problem von SJ sei, erhielt ich ein kostenloses Umtauschticket für den schnellen X2000 nach Stockholm und für das Stück meines Nachzugs, das dort angekoppelt wird. In Stockholm hatte ich sogar zwei Stunden Aufenthalt, welch unerwarteter Genuss. Einziger Wermutstropfen: Einen Liegeplatz gab es nicht mehr. Und so baute ich mir im Gepäckabteil einen Biwak. Da hatte niemand was gegen, so ist das in schwedischen Dampfrössern. Nur einmal weckte mich des Nachts ein Zugbegleiter, um rechts und links von meiner Isomatte einige Rucksäcke und Ski von neuen Fahrgästen unterzubringen.

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18.3 2009, Enafors–Snasahögarna, 11 km, + 400 Höhenmeter

Wie Sarekmaniac an der Dampfrosstation von Enafors die Tour begann, wie sie zwar keine Abbildungen von Rentieren an der Straße entdeckte, dafür aber oben am Berg Hunderte wolliger, drolliger Exemplare in natura, und wie sie im Tal des Norder Tvärån das erste Mal das Zelt aufschlug

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Immer wieder erstaunlich...



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...dass alles reingeht;-)

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Ein letzter Blick in den Spiegel - Rucksack sitzt, Frisur auch.

Im Bahnhof von Enafors packte ich die Pulka um, montierte das MYOG-Gestänge (Premiere) und gegen eins gings los. Ich warf nur einen kurzen Blick auf die rumpelige Skootertrasse längs der Bahnlinie und entschied mich lieber für die schneebedeckte Straße Richtung Handöl. Ein, zwei Minusgrade, Sonnenschein, ringsum lichter Kiefernwald - ein schöner Tag, ein schöner Start.

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Hinter dem Weiler Oppdalsvallen testete ich die Schneedecke auf ihre Tragfähigkeit - ganz schön weich, aber es hätte schlimmer sein können. Und so bog ich ab, genau Richtung Nord, wobei mein Weg eher ein leichter Slalom war: Langsam hangelte ich mich von Lichtung zu Lichtung durch den Wald hinauf, die konzentrierte Wegsuche lenkte von der schweren Pulka ab, die im weichen Schnee doch ganz schön bremste.

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Als die Kiefern verschwanden und die Birken kleiner wurden, war die Baumgrenze bald erreicht. Es musste ordentlich geblasen haben in den Tagen zuvor, weite Teile des Hanges waren blankgefegt. Die schneefreien Flächen hatten Rentiere angelockt, es waren wohl an die zweihundert Tiere, die über die Bergflanke verteilt nach Flechten suchen. Auch wenn nach einigen Skandinavienbesuchen Rene nichts „Besonderes“ mehr sind: Gerade diese Begegnungen in der winterlichen Natur gefallen mir immer wieder ungemein. Die Rene waren wohl auch froh über die Abwechslung. Sie musterten mich sehr gelassen und gaben gemächlich den Weg frei, während ich mich auf etwa 800 m Höhe an die Umrundung des Storsnasen, dem Hauptgipfel des Snasafjälls machte.

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Am späten Nachmittag bog ich ins Tal des Norder Tvärån ein und stieg noch einmal etwa 100 Höhenmeter auf. Dann schlug ich das Zelt auf, Storsnasen zur linken Tvärånklumparna zur rechten. Schon bald fegte über den Pass ein strammer Westwind das Tal hinunter und rüttelte am Zelt, was der Schönheit dieses ersten Abends im Fjäll aber keinen Abbruch tat.

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Blick Richtung Tväraklumparna.


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Blick Richtung Lillsnasen

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Blick talabwärts Richtung Handölan

Mika Hautamaeki
07.07.2009, 16:25
Das fängt ja schonmal super an...weiter, weiter...

November
08.07.2009, 23:22
Dies ist eine erste Antwort von november, die ganz entzückt ist ob eurer altertümlich anmutenden, an die "gute alte Zeit" und die damit verbundenen abenteuerlichen Reisebeschreibungen erinnernden Sprache.

Soll heißen: besonders mag ich (neben den Photos natürlich) eure Kapitelüberschriften. Laßt euch die Ideen nicht ausgehen!

Werner Hohn
12.07.2009, 20:32
Sehr geehrte Damen, hallo Mädels,

ist euch bewusst, dass es in diesem Forum Menschen gibt, die einer theoretisch(!) möglichen Altersinkontinenz näher sind als der Erinnnerung an die erste große Liebe?
Im Klartext. Kann ich damit rechnen die Fortsetzung, vielleicht sogar das Ende, dieses vergnüglichen Berichts zu erleben, bevor meine Nachkommen RIP in die Vibramsohlen meiner Wanderschuhe schnitzen?

Grüße, Werner

shorst
12.07.2009, 20:35
Bei mir ists eher die Ungeduld der Jugend;-) aber ich will, ich will, ich will auch mehr!

across
12.07.2009, 20:45
Keine Sorgen, werte Verehrer, liebe Leserinnen und Leser!
Ich weiss, dass meine treue Expeditionspartnerin, werteste Sarekmaniac, mit Hochdruck an ihrem Text feilt und die tollen Bilder in Forumshape bringt.
Zweitens, wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten... ;-) und brauchen etwas Zeit!

Fortsetzung der Jämtland Tält-Gourmet-SpeXial Berichterstattung folgt.
Demnächst in diesem Th(eater) :ignore: ähh, Thread wollte ich schreiben.

Im Namen der Expeditionistinnen-Leitung
across

jasper
12.07.2009, 22:00
Die Sehnsucht wächst, obschon sie seit langer Zeit in mir schlummert, beim Lesen dieser überaus kurzweiligen und interessanten Reisebeschreibung, in einen fast schon unbeschreiblichen Drang selbst die Ski aus dem Keller zu holen und anzuschnallen.

In der Hoffnung auf eine baldige Fortsetzung wartend,

Jasper

Sarekmaniac
12.07.2009, 23:49
18.3 2009, Snasahögarna–Stor Ulvåfjället, 14 km, +400, –400 Höhenmeter

Wie Sarekmaniac von einer eisernen Libelle angegriffen wurde und in den Windschutz von Snasahögarna floh, wie sie eine Eule kennenlernte und mit dem Wetter haderte.

Morgens hatte es 2,3 Plusgrade, es war windig und sonnig. Vor dem Frühstück stiefelte ich in Biwakschuhen eine runde ums Zelt, um ein paar Bilder zu schießen. Doch die Idylle nahm ein jähes Ende: Schon lange, bevor ich ihn sah, hörte ich den Hubschrauber. Er tauchte über der Passhöhe auf und blieb über mir stehen: Ein Zelt! Er ging niedriger - ein Zelt!. Nach einer Minute hatte der Pilot seine sensationelle Entdeckung verdaut und trollte sich.:roll: Aber er blieb in Hörweite. Bis in den frühen Nachmittag hörte ich, mal lauter mal leiser, nervende Hubschraubergeräusche aus der Richtung Storlien/Blahammerenfjäll. Da führte wohl jemand Übungsflüge durch.

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Der Tag begann, wie der letzte endete: Aufwärts. Noch mal 350 Höhenmeter bis zur Passhöhe, und das letzte Stück war richtig steil. Bei der Wärme war ich ordentlich verschwitzt als ich ankam, und begann im frischen Wind gleich zu frieren. Da war mir der eisüberkustete Windschutz oben im Pass sehr willkommen.

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Erst 8 Menschen hatten sich diesen Winter im Gästebuch eingetragen, kein Wunder, liegt die Hütte doch abseits der populären Routen. Ich inspizierte den besonders hübschen Kanonenofen - das nödved - Notfallholz, war unangetastet, was fast einem Wunder gleicht. Allzuoft verheizen (sommers wie winters) Wanderer aus reinem Vergnügen das Holz, dass mit großem Aufwand eingeflogen oder im Winter mit dem Skooter antransportiert wird, obwohl es nur in einem wirklichen Notfall benutzt werden darf.

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Allzu lange hielt ich mich nicht auf, dazu war ich zu verschwitzt und fröstelig. Die nächsten sechs km waren sehr angenehm, ganz allmählich verlor ich die mühsam erarbeiteten Höhenmeter auf einer langezogenen Abfahrt entlang eines markierten Wegs bis zur nächsten Rastschutz Ulvatjärn. Das mühelose Gleiten befreite den Kopf, beim Blick auf das Blahammerenfjäll denke ich an meine Langtour 2007. Damals war ich auf einer Route etwa 6 km von der jetzigen nordwärts gegangen, in den ersten Februartagen, bei minus 30 Grad und knallblauem Himmel.

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Das Blahammerfjäll im Februar 2007 bei -30 Grad

Von so einem Wetter konnte ich heute nur träumen, es trübte immer mehr ein, und als ich den Ulvatärnen erreichte, war es ganz neblig geworden. Ich macht nur eine kurze Schokopause stehend neben der Hütte. Dann ging es weiter an den Markierungen entlang, doch nach 3 km hatte ich auf die Andreaskreuze keine Lust mehr. Gerade bei Whiteout ist das Latschen von Markierung zu Markierung besonders stumpfsinnig. Und so bog ich ab Richtung südost und machte nochmal etwa 50 Höhenmeter aufstieg über die Ausläufer des Stor- Ulvafjäll. Noch ein Dreiviertelstündchen stapfte ich durchs weiße Nirgendwo, dann begann ich nach einem windgeschützen Zeltplatz Ausschau zu halten. Ein dicker Fels, der urplötzlich im Nebel vor mir auftauchte, kam mir da wie gerufen.

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Schnell war der Tunnel aufgestellt, 20 Minuten später hatte ich das erste Heißgetränk intus und knabberte mein Trockenfleisch, während Hühnerrisotto vor sich hin köchelte. Ausflüge ums Zelt machte ich heute nicht mehr, dazu war das Wetter einfach zu trübselig.

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19.3 2009, Stor Ulvåfjället–Storforsen, 11 km, +60, –100 Höhenmeter

Wie Sarekmaniac erfolgreich ein großes Geschäft verrichtete und am Ende trotzdem die Hosen voll hatte, wie sie eine Fluszexpedition unternahm und dem Wind ein Schnippchen schlug

http://img193.imageshack.us/img193/3725/p1060002l.jpg

Am nächsten Morgen haderte ich erstmal ausgiebig mit dem Wetter,:motz: drehte mich noch viermal im Schlafsack um und dehnte das Frühstück bis an die Grenzen des Vertretbaren aus. Nasser klebriger Flugschnee pappte am Zelt, Wind, Nebel, Temperaturen um Null - bääh. Am späten Vormittag brach ich leicht missmutig auf. Viel zu sehen war nicht und ich nahm das GPS zur Hilfe, um einen guten Kurs zwischen Lill Ulvåfjället und Östra Endalshöjden zu finden. Doch als ich die Ostseite der Endalshöjden erreicht hatte, begann der Wind, den Nebel auseinanderzutreiben. Immer wieder waren für einige Sekunden die andere Talseite und der mäandrierende Handölan sichtbar. Großes Kino, dass ich ausgiebig genießen wollte. Hinter einem steilen Fels grub ich einen windgeschützen Sitz, flätzte mich mit der Isomatte in den Schnee und machte ein ausgiebig Mittagspicknick (so gesehen hatten die milden Temperaturen auch ihr Gutes). Feiner Flugschnee stäubte über die Felskante und schnell war der Rücken des Softshells weiß, doch da es warm war, machte das nichts. Bevor ich aufbrach, nutzte ich den schönen gemütlichen Platz noch für ein Geschäft, das keinerlei Aufschub mehr duldete. Leider berechnete ich die Windverhältnisse nicht ganz richtig. So brachte ich meine Hinterlassenschaft zwar unfallfrei im dafür geschaufelten Loch unter, doch leider war die runtergelassene Buchse voller Triebschnee, als ich fertig war.:ignore:

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Aus dem Windschutz des Felsen heraus, merkte ich, wie stark der Wind inzwischen geworden war. Langsam fuhr ich Richtung Süd/Südost zum Handöl ab, bis ich auf den markierten Weg stieß, der von Gamla Sylan nach Gåsen führt. Nach anderthalb km entlang den Markierungen kreuzte ich einen tief eingeschnittenes Flußtal. Ein kleiner Nebenfluss des Handölan hat einen regelrechten kleinen Canyon mit bis zu 15 m hohen Wänden gegraben. Angesichts des perfekten Windschutzes zögerte ich nicht lang, und lief ca 300 m den Flußlauf entlang, bis ich zwischen einigen Birken ein schönes Plätzchen fand. Bevor ich das Zelt aufbaute, ließ ich Pulka und Rucksack stehen und erkundete noch ein halbes Stündchen den kleinen Canyon.

Sternenstaub
13.07.2009, 01:10
das verspricht ja, ein wirklich guter Bericht zu werden. Selbst mir als Nichtwintermensch gefällt das total.

5sterne

Sarekmaniac
17.07.2009, 09:35
20.3 2009, Storforsen– Gåsen, 8 km +300 Höhenmeter

Ballanders kommt zu Simplicissimo, und lehret ihn mit Mobilien und Immobilien reden und selbige verstehen

:o

Obs, falsches Jahrhundert. Und Ballanders ist nicht Wallander. Und ich wüsste jetzt auch nicht, ob mein Zelt eine Mobilien oder Immobilie ist. Reden tue ich allerdings mit ihm.:grins: Und es versteht mich. Glaube ich. Hoffe ich.



Also, zweiter Anlauf:

Pantagruel erhält die Nachricht, dass die Dispoden in das Land der Amauroten eingefallen sind, und verlässt Paris, desgleichen weshalb die Meilen in Frankreich so kurz sind.

:(

Sorry, schon wieder daneben. Wieder falsches Jahrhundert. Und auch noch das falsche Land. Schwedische Meilen sind auch viiiiel länger als französische.

Nun denn:

Wie Sarekmaniac weniger als eine schwedische Meile ging, wie sie erst hinweggespült, sodann hinweggeweht wurde, wie sie den Berg Gåsen erklomm und 13 (ach was: 300!) Fuder Schnee hinwegräumte, um in einem hölzernen Refugium ihre Mobilien zu trocknen, desgleichen wie sie ebensolches Refugium mit einer Rotte eingeborener Schamanen teilte, die dem Gotte Gepe-Es huldigten

Es wurde ein kurzer Tag. Nachts waren große pappige Flocken gefallen, auf dem Zeltdach standen sulzige Pfützen, und nach mehreren Tagen mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt waren Zelt, Schlafsack, Bewohnerin hübsch gleichmäßig durchfeuchtet. Ich schickte, wie schon am Abend vorher, eine Jammer-SMS an Across, was den Frost aber nicht hervorlockte. Also hieß das Tagesziel Gåsen, so ein halber Ruhetag auf einer Hütte war genau das, wonach mir der Sinn stand. Schließlich war ich schon ein paar Tage unterwegs.

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Das Sulzschneemassaker von innen...

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...von außen...

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...und von oben.

Kurz nach dem Aufbruch stellt ich fest, dass die Windstille eine dem Flusscanyon geschuldete Illusion war: Der böige Westwind hatte noch zugenommen, die Wolken wanderten rasch, verdunkelten die Sonne, dann wieder schien die Sonne und der glitzernde Flugschnee fegte über den Boden. Das das ganze von hinten kam, war alles halb so wild, und die 2,5 km bis zum Windschutz Gåsen ein Katzensprung. Es blies derartig, dass ich die 10-Minuten-Trinkpause in die Hütte verlegte – so war es einfacher, die Felle ordentlich aufzuziehen. Ich hatte Probleme, die Tür wieder auf zu bekommen, gegen die der Wind drückte. Immerhin waren die Wolken für einen Moment auseinandergetrieben, sodass sogar etwas blauer Himmel sichtbar wurde.

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Beim Windschutz Gåsen.

Kurz hinter dem Windschutz begann der Aufstieg, für Pausen war es mir zu windig, und so marschierte ich die fünf km und 300 Meter Aufstieg in einem durch. Als ich die Gåsenhütte auf 1130 m Höhe erreichte, war die Sicht wieder völlig eingetrübt, und von der spektakulären Lage der höchstgelegenen schwedischen Fjällhütte bekam ich nicht viel mit:(

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Erstmal war ein Viertelstündchen Schaufeln angesagt, ehe ich mich in der kleinen Hütte einquartierte. Bald brannte ein munteres Feuerchen im Ofen, Zelt und Schlafsack waren zum Trocknen aufgehängt, und ich leistete etwas Fronarbeit im Holzschuppen, um die Vorräte aufzustocken. Dann hielt ich ein Mittagsschläfchen, dann wusch ich Wäsche und danach faulenzte ich herum, bis nachmittags eine Gruppe Schweden ankam.

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Da wurde es spannend, denn das Trüppchen, fünf Männer so um die sechzig, holte, nachdem es sich häuslich eingerichtet hatte, ein GPS hervor. Was sage ich, ein GPS – das Gepe-Es, die Mutter aller Gepe-Esse. Ein Gerät der ersten Stunde von Magellan, Gewicht ca. 700 g. Es hatte einen tiefblau schimmernden Bildschirm und kannte nur ein einziges Format, natürlich die Mutter aller Formate, sprich Länge und Breite. Und Orientierung geht so: Auf der Karte die Wegpunkte für den folgenden Tag eintragen, dann die nur am Kartenrand angedeutete Länge und Breite mittels Bleistift und mehrfach angelegtem Kompasslineal in die Karte hinein verlängern , derart die Koordinaten von Wegpunkt 1 ermitteln und ins Gepe-Es eingeben. Dann einen Strich von Wegpunkt 1 zu Wegpunkt 2 zeichnen, mit Kompass den Winkel und Abstand messen, letzeren in km umrechnen, Winkel und Abstand ins Gepe-Es eingeben, welches daraufhin auf wunderbare Weise Wegpunkt 2 generiert. Und so weiter. Wenn man durch ist: Die Werte vom Gepe-Es ablesen und in eine Tabelle auf Papier übertragen. Erste Spalte: Wegpunkte, zweite Spalte: Marschzahlen, dritte Spalte: Distanzen. Warum? Keine Ahnung. Oder war’s umgekehrt? Ablesen war auch nicht ganz ohne, wegen der vielen kaputten Pixel. Dafür gab’s im Gepe-Es-Konsortium extra einen Hieroglyphenspezialisten. Ach so, und sie hatten alle löchrige Netzhemden an, Baujahr geschätzt 1985. Ganz schön viel Arbeit, so ein GPS, dachte ich mir, besonders wenn man markierte Wege geht. Es war so interessant, ich kam gar nicht zum Lesen.

Abends kam der Hüttenwirt mit dem Wetterbericht vorbei: Etwas kälter, etwas weniger Wind, etwas Neuschnee, bedeckt. Keine traumhaften Aussichten, doch ich beschloss, am nächsten Morgen die geplante Schleife durchs Bunnerfjäll anzugehen. Dann verließ ich den überheizten Raum der Schweden und zog mich in mein Abteil zurück, in dem der Ofen schon drei Stunden nicht mehr brannte. Wenn man einige Nächte bei Kälte draußen verbracht hat, schläft man bei Zimmertemperaturen nicht mehr gut.

across
17.07.2009, 10:26
ge-pe-essen :bg: :bg: :bg: jaja, ich höre schon Jan!!!

Bläähh, das war ja wirklich arg viel Schnee und Nässe.

Freue mich schon auf die Fortsetzung der "blauen" Schlaufe!

Sarekmaniac
17.07.2009, 10:39
Das war wirklich lustig. Und da soll noch mal jemand sagen, mein GPS 12 wäre alt und schwer. 12, 13 Jahre, 250 g inkl. Batterien.

@Across:

Vielleicht solltest Du namens und im Auftrag der Expeditionistinnen-Leitung mal die offizielle Sommerpause verkünden.

Irgendwie habe ich Zweifel, dass ich es bis nächste Woche bis zur Nedalshytta schaffe...:roll:

across
17.07.2009, 11:13
SOMMERPAUSE!
Ja, die zwei Expeditionistinnen haben etwas gemeinsam: sie brechen gerne auf zu neuen Expeditionen:

Sarekmaniac wird sich nächste Woche zusammen mit GöGa zu den Vikingern vorwagen, kontrollieren, ob noch was vom Schnee von gestern da ist, Täler durchschreiten, vielleicht den Moschusochsen entgegenschnauben und kontrollieren, wer den längeren Atem hat.... Abschluss der Tour ist in Christiania, wo die zwei wohl Hotel-Frühstücks-Buffets unsicher machen...

Across wird eine Woche später zu den Svealändern aufbrechen und als Halb-Eingeborene eine Meute Eingeborene sicher und zuverlässig durch die Weiten des hintersten Eckens Schwedens begleiten. Danach ist Privat-Tour mit dem angetrauten Eidgenossen auf dem Programm, evtl. in Begleitung eines lieben Eingeborenen aus Laponia. Hin- und Rückreise per Dampfross (macht etwa 65 Stunden Dampf-Galopp...)

Und danach schreiben wir in alter Frische weiter.

Im Namen der Expeditionistinnen-Leitung
/Across

Hexe
17.07.2009, 15:02
Echt genial geschriebener Bericht und schöne Bilder. Freu mich auf die Fortsetzung.

Gruß Hexe

Sarekmaniac
02.11.2009, 22:45
22.3.2009. Gåsån - Stor Stensdalen, ca. 16 km +170, - 420 Höhenmeter

Wie Sarekmaniac sich gen Bunnerfjäll aufmachte und im Stor Stensdalen auf unerwartete Hindernisse vertikaler Art stieß.

Ach, hätte ich Olaus Magnus' Abhandlung:

"Von erschröcklicher Abgötterey der Völcker, so zu eusserst gegen Mitternnacht unter dem Nortspitzen wohnen"

beizeiten gelesen, nie wäre ich in dieser Hütte eingekehrt. Doch zum Glück: Die lange Nacht nahm ein Ende, der Voodoozauber der Gepe-Es-Anhänger war folgenlos an mir abgeprallt.

Das Zelt war schön trocken am nächsten Morgen, die durchgewaschene Kleidung auch. Das Wetter war so lala: 7 m/sek Wind, Schneeschauer, begrenzte Sicht. So sollte es laut Wetterauskunft auch bleiben, so dass, mit unerschütterlichem Optimismus ausgestattet, beschloss, die geplante Schleife durch das Bunnerfjäll in Angriff zu nehmen.

Für den Vormittag war die Route klar: Zuerst das kleine Joch nordöstlich der Gåsån-Hütte hoch bis auf ca 1200 m, und dann immer schön gemütlich leicht bergab den markierten Weg Richtung Stendalsstugorna entlang. Im Rastschutz Sitantjä machte ich Mittagspause.

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Im Lill-Stensdalen

5 km und anderthalb Stunden später erreichte ich das bewaldete Lill-Stensdalen und begann, nach einer Aufstiegsmöglichkeit aus dem steiler werdenden Talkessel zu suchen, um ins Stor-Stensdalen zu wechseln. Etwa zwei km vor den Stensdalsstugorna wurde ich fündig und schraubte mich mit Spitzkehren den kleinen Bergrücken Tobegge hoch, der die beiden Täler teilt.

http://img509.imageshack.us/img509/5130/p1060095.jpg
Durch Birkenwald den Tobegge hinauf

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Auf dem Bergrücken angekommen hieß es Ski ab und auf die Pulka. Der Weg ins Tal war zu steil und zu dicht mit Birken bestanden zum Skifahren. In Falllinie stieg ich zu Fuß etwa 60 Höhenmeter ab, dann flachte der Hang aus und wenig später stand im tischebenen Talgrund. Zu sehen war, wie den ganzen Tag lang schon, nicht sehr viel.:

Steil bergab an diesem Tag war nicht genug. Ein halbes Stündchen später muss ich noch einmal steil hinauf: Ein 40-50 m hohe Moräne verriegelt das Tal auf der gesamten Breite, nur ganz links ist ein Durchlass, durch den sich der Fluss zwängt.

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Unerwartetes Hindernis

Ich lief gar nicht erst dorthin, um nachzusehen, ob das Eis in diesem Engpass tragfähig ist sondern nahm lieber die kleine Steigung in Angriff. Auf der anderen Seite öffnete sich ein weites Sumpfgebiet, in dem immer wieder kleine Baumgruppen standen. Nach etwa anderthalb km entdeckte ich einen geschützen Zeltplatz. Gerade als ich das Zelt aufgestellt hatte, legte sich der Wind und der Schneefall hörte auf. Sogar die Sonne kam durch und ich stand einfach noch eine halbe Stunde herum und genoss die wunderbare Stimmung.

http://img509.imageshack.us/img509/1166/p1060102.jpg
Abendstimmung

Eine sensationelle Entdeckung krönt den Tag: Das Thermometer ist auf -5 Grad gesunken. :D Ein Wetterumschwung?

http://img509.imageshack.us/img509/1710/p1060110.jpg

balin
02.11.2009, 23:11
Uih es geht weiter...

Schööööööööööööön!

shorst
03.11.2009, 07:09
Jupp! aber beeillt euch bitte, im Februar will ich selbst los:D

Mika Hautamaeki
03.11.2009, 12:39
Juhu, endlich gehts weiter!!!!

Sarekmaniac
23.11.2009, 22:17
23.3.2009. Stor Stensdalen, Östra Bunnerskalet, Vestra Bunnerskalet, 16 km, + 220, -50 Höhenmeter

Wie Sarekmaniac im Whiteout stocherte, sich am Fuße des unaussprechlichen Berges fast die Zunge brach, auf ein weißbewehrtes und ein rotbepelztes Ungetüm stieß, desgleichen wie sie sich in einem Nadelöhr names Saedtiedurrie vor dem Wind verbarg und wie der Tag in versöhnlicher Kälte endete.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/P1060111.JPG

Die ganze Nacht hatte es leicht geschneit, und am Morgen war es wieder zugezogen. Es schneite den ganzen Tag weiter, bei nur leichtem Wind und knappen Minusgraden. Immer mal wieder kämpfte sich verschleiertes Sonnenlicht durch den Nebel, aber stets sah man die dicken Flocken vom Himmel fallen.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/P1060113.JPG
Im Stor Stensdalen

Mein Weg führte mich an diesem Tag zunächst weiter das ausladend breite, baumbestandene Stor Stensdalen hinaus. Nach zwei Stunden erreichte ich die Wasserscheide zwischen Stor Stensdalen und Östra Bunnerskalet, es zog weiter zu, Orientierung und Gelände wurden schwieriger. Besonders die Querung Flusses Bunnran, der sich streckenweise tief eingegraben hat, nahm Zeit in Anspruch.

Der samische Name des des Östra Bunnerskalet - Lihtehkendurrie - ist ja schon nicht übel, doch nach der Querung wurde das Gelände semantisch gänzlich anspruchsvoll: Das Gebirgsmassiv heißt Bunnerfjäll, der Berg Vestra Bunnerstöten und sein nördlicher Ausläufer - bitte anschnallen und Schwimmwesten anziehen - SAEDTIEDURRIENTJAERHVIE

:o

Klingt mysteriös und vielversprechend, doch ich konnte nichts sehen, und der Karte nach zu urteilen, wäre auch bei Sicht nicht viel zu entdecken gewesen. Der Name ist Schall und Rauch, das Gelände war unspektakulär.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/P1060117.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/8217)
Die wilden Tälern des Bunnerfjälls sind eines der letzten Rückzugsgebiete der seltenen Vierschenklige Wanderente (Anas miigrans quadropodus jaemtlandii)

Hätte ich beim Samisch-Unterricht in der Schule besser aufgepasst, hätte ich gewusst, was SAEDTIEDURRIENTJAERHVIE bedeutet:

"Herzförmiger-Fels-wo-der-Wolf-mit-dem-brennenden-Fell-lauert"

:shock:

So traf mich der Zwischenfall ganz unerwartet: Erst sah ich ein weißes, hinterhältig gurrendes Etwas, das sich als jämtländische Wanderente (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=35794&highlight=wanderente) entpuppte, und gerade hatte ich den unsäglichen Bergausläufer umrundet, als ich den Wolf erblickte. Also, so ein kleiner roter, quasi ein jämtländischer Fuchswolf.:bg: Und er lauerte auch nicht, er rannte davon, was das Zeug hielt. Aber schön war er doch.;-)

Nach den tierischen Zwischenfällen drehte ich langsam Richtung Südwest ein. In Nebel und Schneefall mischten sich jetzt immer öfter Sonnenstrahlen, ich warf einen Schatten, sensationell.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/P1060120.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/8218)

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/P1060122.JPG
Sonne...

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/P1060125.JPG
Sonne...

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/P1060129.JPG
Sonne...;-)

Ich genoss den Nachmittag, der mich über zwei kleine Seen und eine breite sumpfige Ebene führte, obwohl der Schnee immer tiefer wurde. Als die Sonne sich senkte, wurde die Sicht rasch wieder schlecht. Ich befand mich direkt auf dem Pass zwischen Laptentjahke und Västra Bunnderstöten, der auf Samisch übrigens Saedtiedurrie ("Ich-habe-nur-vier-Silben") heißt.

Zur Abfahrt im tiefen Schnee war es zu spät. Und so suchte ich nach Windschutz für das Zelt. Ich stieß auf eine kleine Stufe, und schaufelte noch etwas Schnee für eine vernünftige Stellfläche weg.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/P1060133.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/8223)
Endlich wird es kalt:p

Mit der einbrechenden Dunkelheit verschwand der Nebel, es war sternklar und -15 Grad, als ich mich gegen neun Uhr in den Schlafsack verkroch, -20 Grad.:D

ebbo
14.03.2010, 21:16
tja, warum geht die story nicht weiter??? wäre schade, wenn wir das ende nicht erfahren...

paddel
15.03.2010, 07:09
Nicht das ich jetzt wirklich bescheid wüßte, aber irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass die augenblicklich schon auf der diesjährigen Tour sind.

Angefangene nicht zu Ende geführte Reiseberichte find ich blöd :(

Goettergatte
15.03.2010, 16:58
Ich hab Sarekmaniac dazu verdonnert, den Bericht noch im März/April fertig zu machen, auch mein Bericht steht noch unvollendet da, werde diesbezüglich mal im Asche Faden vorbei müssen.
Aber erst muß sie heile nach Hause kommen.

sierrocool
01.05.2010, 16:45
Super Bericht. Wann gehts na weiter? ;-)

Mika Hautamaeki
02.05.2010, 20:56
Na, März/April ist doch nun vorbei, also erst nachm Sommer :ignore:

across
02.05.2010, 21:11
Um die Warterei erträglicher zu machen:

Für die Kurz-Version unserer Erzählung über das jämtländische Abenteuer der Gourmet-Zelterinnen anno 2009 können die Verfasserinnen auf das ODS-Magazin 2010 weiterverweisen. ;-)

/im Namen der Expeditionistinnen: across

Sarekmaniac
29.05.2010, 00:18
24.3.2009 Vestra Bunnerskalet -Handölan - Gamla Sylan, 18 km

Wie Sarekmaniac einen nächtlichen Wetterumschwung erlebte und des Morgens überraschenden Weitblick hatte, wie sie einem eingeborenen Vielfraßjäger ins Tjallingdalen folgte und am Fuße des Sylan ein tiefergelegtes Zelt entdeckte.

Mit der Dunkelheit klarte es auf, die Sterne gingen auf und das Thermometer sank auf -20 Grad; morgens um sechs war es minus 22. Ein blitzblauer Himmel begrüßte mich am nächsten Tag, und ich stellte zufrieden fest, dass ich mich am Vortag trotz fehlender Sicht in einen optimalen Zeltplatz manövriert hatte - kurz unterhalb der Passhöhe direkt unter einer Felsstufe im Bett eines kleinen Baches. Die Nacht war zwar windstill gewesen, aber im Winter mitten auf einem Pass zu zelten ist nicht wirklich pfiffig, da muss man jeden natürlichen Schutz nutzen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060146.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11872)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060149.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11873)


Schnell brach ich das Zelt ab, und machte mich auf den Weg - Minimalziel heute war der Rastschutz Gamla Sylan an der Nordflanke des Sylarnamassivs - etwa 18 km, davon die ersten acht bis hinunter ins Tjallingdalen ohne Spur. Das Gelände bereitete mir etwas Kopfzerbrechen - die Flußtäler von Tjallingån und Handölån sind bewaldet und hügelig, von Moränen und Wechten eingerahmt. Der Neuschnee der letzten Tage war eiskalt und stumpf.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060162.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11874)

Ich war kaum 20 Minuten unterwegs, als von hinten ein Motorgeräusch ertönte. Ein Mitarbeiter des Naturvårdsverket (Naturschutzbehörde) folgte meiner Pulkaspur und war recht verwundert, mich anzutreffen - so viele Menschen treiben sich hier im Winter abseits der Wege nicht herum, meinte er. Er nutzte das gute Wetter und den frischen Schnee, um Polarfuchs- und Vielfraßspuren zu kartieren und nach Vielfraßhöhlen im Tjalling- und Handöldalen zu suchen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060163.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11875)

Das war auch meine Richtung, und er versprach, mir eine schöne Spur bis ins Tal zu ziehen. Die Spur erleichterte mir das Leben sehr, den nach unten hin wurde der Schnee immer tiefer. Die zahlreichen kleinen Umwege und Schleifen, die der Skooter gezogen hatte, nahm ich gern in Kauf - dafür weiß ich jetzt, wo Vielfraße bevorzugt ihre Wurfhöhlen graben. Steilhänge kurz oberhalb Baumgrenze scheinen besonders beliebt zu sein. Vielfraße sah ich allerdings keine.:(

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Im Sonnenschein trocknete ich den Schlafsack, der in der kalten Nacht einiges an Eis gebunkert hatte, auf der Pulka. Ein paar mal ging es Wechten und Steilufer hoch, und ich zog die Pulka zu Fuß hinter mir her. Bei einer dieser Gelegenheiten muss mein Futterbeutel von der Pulka gefallen sein. Der Beutel hatte historischen Wert, Fährmann, Baujahr 1991, und schlimmer noch: Es waren zwei Tafeln Nussschokolade und ein halbes Paket Cookies drin. Das Leben ist hart und ungerecht...

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Ca. vier km vor dem mir bereits wohlbekannten Windschutz Gåsen stieß ich auf den markierten Weg und verließ ihn kurz darauf wieder Richtung West, um direkt über das Eis des Handölan ein Kilometerchen abzukürzen. Im flachen Nachmittagslicht querte ich die Östra Endalshöjden und fluchte mehr als einmal: Hier waren offenbar mehrere Schneeschuhwanderer unterwegs gewesen und hatten mit ihren Pratzen die ganze schöne Spur zertrampelt.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060195.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11884)

Gegen halb sieben kam endlich der Rastschutz in Sicht. Und noch ein kurioses Etwas: Eine Riesenleberwurst in Lauerstellung? :o

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060201.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11885)

Nein, ein ins Unterirdische verlagertes Keron 4 GT. Da hatte aber jemand (die Schneeschuhwanderer?) in Sachen Windschutz etwas gründlich missverstanden.:bg: Schon bei der Vorstellung, wie lange die Graberei gedauert haben musste, wurde ich ganz müde.

Ich baute mein Zelt in zehn Minuten etwa 300 m entfernt auf und machte ein schnelles Essen, Nudeln mit Tomatensoße, um schnell in den Schlafsack zu kommen.

Sarekmaniac
29.05.2010, 07:04
25.3.2009: Gamla Sylan - Nedalshytta; 23 km, + 100, -250 Höhenmeter

Wie Sarekmaniac den Tempelberg und den Schlossberg gegen den Uhrzeigersinn umrundete und das wilde Norwegien betrat, und wie die Rumtreiberinnen in der Nedalshytta mit Saus und Braus ihr Wiedersehen feierten.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060207.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11886)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060215.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11887)

Früh morgens kroch ich erstmal aus dem Zelt, um die grandiose Aussicht zu genießen - „Templet“ und „Slottet“ sind recht passende Namen für die Sylarna-Gipfel. Nur die Stromleitung, die die höher gelegene Fjällstation Sylarna versorgt, trübte die Romantik. Um 9:00 hatte ich das Zelt abgebrochen, und nutze, bevor ich mich auf den Weg gen Norwegien machte, den Rastschutz Gamla Sylan für einen entspannten Toilettengang.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060233.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11892)

Vom Rastschutz stieg ich bis auf etwa 1000 m auf und querte den markierten Weg, der von der Fjällstation Sylarna nach Storerikvollen auf der norwegischen Seite führt. Ich hielt mich mehr oder weniger auf einer Höhe und umrundete in etwa entlang des Sommerwegs das Bergmassiv.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060218.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11888)
Schneehasenspur

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060228.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11891)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060220.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11889)

Das Gehen war recht anstrengend - erst kalter, tiefer Schnee, später warmer tiefer Schnee. Dafür schien die Sonne und ich genoß den Blick über die weite Landschaft. Beim Grenzstein 155Ba betrat ich am Nachmittag Norwegien, quetschte mich wenig später durch einen Rentierzaun und erreichte schließlich den markierten Winterweg von Storerikvollen zur Nedalshytta, erkennbar an den schon von Across so trefflich beschriebenen abgesägten Telefonmasten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060239.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11895)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060236.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11893)


Westlich des Sylarna hatte erkennbar ein frisches Lüftchen geweht, es lag kaum loser Schnee und die Spur war hart. Nachdem ich den Vardeberget zur Rechten passiert hatte öffnete sich ein herrlicher Fernblick auf den Essandsjøen/Nesjøen, den großen langgestreckten See auf der norwegischen Seite.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060244_I.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11897)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060238.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11894)




Eine wunderschöne Abfahrt zur Nedalshytta begann - erst über harten verblasenen Schnee, das letzte Stück dann durch Wald. Es war schon fast sechs Uhr als ich zur Hütte kam - einem alten, wunderschön renovierten Einsiedelhof. Ich hatte mit Sicherheit heute den längeren Tag, doch kein Rauch stieg auf - sollte ich doch die erste sein? Doch da erschien schon das rotgewandete Begrüßungskomitee. Die Hütte hat Stromanschluss und eine Elektroheizung - wie unromantisch.

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Der Wiedersehensfreude tat das aber keinen Abbruch. Wir redeten den ganzen Abend und wälzten die Karten, um die nächsten Tage zu planen, Across kochte eines ihrer Spezialgerichte: „Fjällgulasch“. Als Vorspeise gab es selbstgemachte (d.h. von Across Göttergatten selbstgemachte) Salsiz, als Nachspeise Chocolat à la Crème brulé und Irish Coffee.

Sarekmaniac
29.05.2010, 07:05
26.3.2009: Nedalshytta - Ekorrdörren - Mieskentjakke; 17 km, +400, -200 Höhenmeter

Wie Across und Sarekmaniac das Ekorrdörren im Doppelpack erklommen und auf Spuren eines Schneemenschens stießen, wie der üble Wind an Stärke zunahm und wie die beiden Rumtreiberinnen bei Miesketjakka vergeblich nach Schutz vor den Elementen suchten.

Der nächste Morgen war blitzsauber und windig, und wir machten uns an den strammen Aufstieg vom Nedalen in den Passgang des Ekorrdörren.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060250.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11922)

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Die Abstimmung zwischen uns klappte von Anfang an erstaunlich gut - schließlich war Across mit großem Rucksack und ich mit Pulka unterwegs. Aber wir hatten in etwa denselben Marschtakt. Meist ging Across heute voran - da hatte ich den ganzen Tag einen schönen, fotogenen roten Flecken vor der Kamera.;-)

Oben im Pass war der Boden fast blankgefegt und wir verzogen uns für unsere Mittagspause in die kleine Rastschutzhütte. Wegen des zunehmenden Windes setzten wir uns kein allzu ehrgeiziges Ziel - ca. fünf km leicht bergab zum nächsten Rastschutz Mieskentjakke, und dann einfach weiter, um im Oberlauf des Handölån ein schönes windgeschütztes Plätzchen zu finden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060258.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11925)

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Bei der Abfahrt ein weniger schöner Anblick: Spuren eines ausgewachsenen Gemeinen Schneepatschers (pratzus retardans germanicus) - wegen der Größe vermutlich ein männliches Exemplar. Der Schneepatscher breitet sich seit den frühen 90er Jahren von Mitteleuropa kommend nach Norden aus, und hat in manchen Gebieten Fennoskandinaviens den dort endemischen, weniger kräftig gebauten nordischen Schneehuscher (lattuslongus vitus nordicus) bereits völlig verdrängt. Es ist eine Schande, der WWF sollte sich da mal einschalten:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060268.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11929)

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Überm Ekorrdörren zieht es zu.

Abfahrt gen Miesketjakke:

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Aber Windschutz? - Pustekuchen - ziellos irrten die Rumtreiberinnen im zunehmend eintrübenden Schneegewehe umher - und stellten schließlich das Zelt kurzentschlossen auf, wo sie gerade standen. Vier Ski, vier Stöcke, zwei Schneeschaufeln - das ging ruckzuck.;-) Kurzzeitig stand der Tunnel sogar vorschriftsmäßig mit einem First im Wind, aber nicht lange, denn die Böen warén launisch und kamen von allen Seiten.

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Heute war Sarekmaniac mit Kochen an der Reihe - Pizzakräcker und Ortlerspeck als Vorspeise, Chili con Carne und schließlich ein ganzes Haferl voll Grießbrei - mmmmh.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060275.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11934)
Across bewacht das Chili con Carne...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060276.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11935)

... aber dann drehte der Wind, und die Expeditionistinnen verbarrikadierten sich.

Sarekmaniac
29.05.2010, 07:06
27.3.2009: Abwettern am Miesketjakke

Wie Sarekmaniacs Mobilie von allen Seiten durchgeschüttelt wurde, die Rumtreiberinnen vorübergehend zu Rumliegerinnen wurden und wie hochrasante Kochtechniken auf engstem Raum zur Anwendung kamen.

Tja...:o

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Wenn man beim morgendlichen Gang vors Zelt die Schneeschaufel mit beiden Händen festhalten muss, damit sie nicht wegfliegt, weiß man, auch ganz ohne Anemometer, dass es recht frisch sein muss.:bg:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060278_I.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11937)

Und das alles auch noch voll von der Seite. Was macht man da?

Einmal kurz gucken:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060279.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11938)

Und schnell wieder rein:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060280.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11939)

Und erstmal frühstücken. Müesligestärkt begaben wir uns wieder nach draußen um festzustellen: Auch wenn es innen irgendwie schmal wird, mein 15Jahre altes Hilleberg Helags steht bei 7 + x Beaufort von der Seite auch ohne besondere Notstandsmaßnahmen ganz ordentlich:

Luvseite:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_091.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11982)

Leeseite:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_101.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11985)

Aber besser ist das natürlich, noch ein paar Leinen zu setzen:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_096.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11983)

Das sieht doch schon ganz passabel aus.;-)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_099.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11984)


Dann gingen wir wieder rein und taten - nix.

Ach nee, wir sind ja Frauen, also wir quatschen: Welcher Winterkocher ist der beste, Geodät oder Tunnel, Wachs- oder Schuppenski, Acapulka oder Fjellpulken, und - besonders ausführlich - die optimale Ausrüstung, Etappenplanung und Strategie für die klassische Norge-pa-langs-Durchquerung - die üblichen Frauenthemen halt.:grins:

Zwischendurch hat Across noch ein oskarverdächtiges Filmchen gedreht, starring Sarekmaniac and Woolpower left sock:

Im Auge des Sturms

<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/IB_P_ZyP0K8&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/IB_P_ZyP0K8&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object>


So verging die Zeit. Nachmittags wurde es irgendwie etwas heftiger:o, da haben wir uns ein bißchen die Beine vertreten und auf der Windseite noch einen ordentliches Mäuerchen angeschaufelt, denn der Innenraum wurde langsam wirklich etwas eng für zwei dicke Winterschlafsäcke:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060298.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11944)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060293.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11943)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060284.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11940)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060291.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11942)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060304.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11945)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060305.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11946)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060307.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11947)


Auf der Leeseite türmte sich der Flugschnee inzwischen eh einen Meter hoch, so war dann mit der Schneemauer auch die Symmetrie wieder hergestellt und den gehobenen ästhetischen Ansprüchen der Zeltbewohnerinnen genüge getan.

Im Nu war es Zeit fürs Abendessen - Nudeln mit Kartoffeln, Zwiebeln, Käse und Milch - @Across, wie hieß das nochmal? Sehr lecker war es jedenfalls:


Sarekmaniac bewacht das Wundermampf:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_102.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11986)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_103.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11987)

Cheeeeeeeeeese...;-)

Zum Nachtisch gab es Mousse au Chocolat, und Across weihte mich in die Kunst des Freezerbag-cookings ein. Obwohl sie versicherte, dass das kreisförmige Herumschwingen des verknoteten Freezerbags im freien Raum die optimale Methode zur Erzeugung einer gleichmäßig schäumenden Mousse sei, machte ich als Zeltbesitzerin von meinem Hausrecht Gebrauch und unterband ihre lassoschwingende Aktivität. Die weitere Zubereitung fand dann in einem rhythmisch geschüttelten Trangia-Topf statt.

Across beim Hardcore-freezerbag-cooking:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060310.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11948)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060312.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11949)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060313.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11950)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060316.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11951)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060318.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11952)

:bg: Das ist Mousse au Chocolat. Ehrlichehrlich.

Ansonsten geschah nicht viel an diesem Tag.;-)

Jaerven
29.05.2010, 09:26
Schön...
das mit dem Pratzus retardans germanicus ist mir allerdings auch aufgefallen, habe da am Kungsleden viele Spuren von gesehen.
Erschreckend wie sich solche Fehlentwicklungen doch ausbreiten können. :bg:

(aber was genau ist "Chocolat à la Crème brulé"?)

Sarekmaniac
29.05.2010, 09:43
(aber was genau ist "Chocolat à la Crème brulé"?)

Das ist Schokolade mit Crème-brulé-Geschmack. Oder wolltest Du jetzt wissen, was Crème brulé ist?:grins:

Sandmanfive
29.05.2010, 12:15
Für den Bericht gibt es 5sterne 5sterne.

peter-hoehle
29.05.2010, 13:03
"Gut Ding will Weile haben".Dieser Spuch trifft
hier voll zu. ;-)
Ein Reisebericht erster Sahne. 5sterne5sterne5sterne

Das mit dem "Pratzus retardans germanicus" finde ich super :bg:.

Gruß Peter

across
29.05.2010, 20:09
Das Nachtessen mit Pasta, Kartoffeln, Käse und wenn möglich noch gerösteten Zwiebeln heisst: Älplermagronen! Zu Hause wird dazu noch Apfelmus serviert. Und richtig urig gut schmeckt's wenn man Apfelmus und Magronen gleichzeitig in den Mund schiebt... ä güetä!

(mach mich gleich ans weiterschreiben...;-))

Fjaellraev
29.05.2010, 20:14
Das mit dem "Pratzus retardans germanicus" finde ich super :bg:.
Du meinst doch hoffentlich, wie ich im Übrigen auch ;-), nur die Formulierung und nicht sein Auftreten in Skandinavien.
Sein naher Verwandter der "Pratzus retardans helveticus" ist übrigens nicht minder nervend, treibt sich aber bisher noch schwerpunktmässig in den Alpen rum.

Gruss
Henning

across
29.05.2010, 21:27
28.3.2009: Mieskentjakke - Ljungan – Vålån; 27 km, +200, -200 Höhenmeter

Wie aus zwei lethargischen Zelt-Rumhockerinnen Rekordjägerinnen wurde:
Höher: wir schafften es bis auf 1100 m.ü.M.
Weiter: wir legten 27 km zurück
Besser: Sarekmaniac zauberte das absolut beste Essen auf dem ehrwürdigen Optimus Hiker, was ich je in einer mobilen Stoffvilla zu mir nahm!

Schon rekordverdächtig starteten wir in den Tag und schaufelten uns mal zum Aufwärmen aus dem Zelt und dann das Zelt aus dem Schnee. Der Sturm hatte nämlich unsere Behausung zu 2/3 seiner Höhe mit Triebschnee eingegraben und wir hatten nun die Ehre, dieses Naturwunder wieder abzutragen. Eine Stunde dauerte die gymnastische Aufwärmübung mit der Schaufel.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060323.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11957)

Dann ging es los: across voraus durch den Wind, mit Karte, Kompass und GPS. Das Zwischenziel war der Ljungan-Windschutz, den wir via das Tälchen zwischen Soenehkajeatrra und Tjiddiemaajjee (also wir waren immer noch in Jämt- und nicht in Finnland ;-)) und die Ljungsjöarna anpeilten.
Flotten Schrittes stapften wir durch den Neuschnee - nach einem Tag stillsitzen sprudelten wir nur so vor Tatendrang und Energie!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060325.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11958)

Pünktlich zur Mittagsrast erreichten wir auch den Ljungan-Windschutz, wo wir uns eine wohlverdiente Pause gönnten. Nachdem wir alle Namen im Hüttenbuch studiert hatten, hielten wir noch zwei Sitzungen strategischer Art ab: die erste betraf den weiteren Verlauf des Tages und die zweite verbrachte dann jede für sich im Nebengebäude des Windschutzes…

Als wir abreisefertig waren, kam ein lattuslongus vitus germanicus bei der Hütte an. Von Östersund nach Storlien war er unterwegs. „Doch, doch, das wäre auch mal eine Route zum drübernachdenken“… war unser Gedanke. Diesen lattuslongus vitus germanicus traf across übrigens wieder – nein, nicht auf dem Zug, sondern etwa ein Jahr später, in der Finnmark, ca. 10 km südlich von Skoganvarre…

Ljungan, 910 m.ü.M – und nun noch rauf auf 1080 m.ü.M. Nachdem wir erfolgreich durch das wilde Jämtland zum Windschutz gefunden hatten, durften sich nun mindestens die Hirnzellen, welche für die Orientierung zuständig sind, etwas ausruhen. Sie waren jedoch so nett und gaben ihre freigewordenen Potenziale sofort an die Waden-, Oberschenkel- und Oberarm-Muskeln weiter – es ging gleich ganz schön bergauf. Gute Dienste leisteten auch wiederum unsere mehr (across) oder weniger langen Felle (UL; Sarekmaniac).

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060332.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11959)

Inzwischen hatte sich der Wind ziemlich gelegt und die Sicht war gut. Die Höhe an der östlichen Flanke des Härjångsfjällen hatten wir nach etwas schnaufen und schwitzen erreicht. Nun hiess die Taktik: runter zum Vålån, wo wir vom Vorhandensein einiger Birkengruppen überzeugt waren und wir somit mit Windschutz und weniger Gymnastik rechnen konnte.
Doch einfach nur so runterfahren wäre ja langweilig! Wir übten uns in der Disziplin: Fjällslalom – die Andreaskreuze dienten als Tor-Stangen. Das mit den „Kipp-Stangen“ liessen wir jedoch bleiben und konzentrierten uns dafür auf die Stilnoten!

Nach der Abfahrt verliessen wir den markierten Weg wieder und suchten uns einen Lagerplatz am Ufer des Vålån: idyllisch und windgeschützt, etwa 2 km südwestlich der Vålåstugorna:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060335.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11960)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060337.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11961)

... wir sind gewappnet gegen nächtliche Wind-Angriffe!


Heute lag die Menüplanung bei Sarekmaniac – und das wurde ein 6-Stern-3-Gang-Menü! Ich träume noch heute davon…:
* Holunderheissgetränk * (amuse bouche)
* Rinderkraftbrühe mit Blätterteiggebäck *
* Confit de Canard mit Möhren-Fenchel-Gemüse, dazu Basmatireis mit wilder Berberitze und Mandarinenstücken *
* Griessbrei à la mode de la cheffe *

Und das Ganze in nicht zu knapper Portion… aber nach 27 km Fjäll und Wind, konnten wir das gut gebrauchen!

Across erklärt nach dieser Vorstellung für das Fjäll-Kochduell glücklich und zufrieden forfait!

peter-hoehle
30.05.2010, 09:48
Du meinst doch hoffentlich, wie ich im Übrigen auch ;-), nur die Formulierung und nicht sein Auftreten in Skandinavien.
Sein naher Verwandter der "Pratzus retardans helveticus" ist übrigens nicht minder nervend, treibt sich aber bisher noch schwerpunktmässig in den Alpen rum.

Gruss
Henning

Natürlich meinte ich die Formulierung.:grins:
Lauf ja selber mit so was rum.

http://img696.imageshack.us/img696/8286/019auerhahn6111229.jpg

....und jetzt lese ich die Fortsetzung. :popcorn:

Gruß Peter

across
30.05.2010, 10:18
29.3.2009: Vålån - Lundörrstugorna; 17 km, -200, +100 Höhenmeter

Vom Kahlfjäll ins Waldfjäll, vom Zelt in die Hütte.
Von der französischen in die italienische Küche.
Plus finnisches Waschritual auf schwedischem Territorium.
Dies die nüchterne Zusammenfassung des Geschehens am letzten Sonntag des März-Monats, anno domini 2009.

Nachdem sowohl Muskeln als auch Magen ausreichend Ruhe gegönnt war, schälten wir uns am nächsten Tag gegen 9.30 Uhr aus den Schlafsäcken. Das excellente Essen vom Vorabend hing immer noch in der Luft – es roch milde nach gebratener Ente in unserem mobilen Zuhause. …


In windstille und leichtem Schneefall machten wir uns auf den Weg zu den Lundörrsstugorna.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060352.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11964)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060354.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11965)

Wir folgten brav dem wintermarkierten Weg und durchstreiften lieblichen Birkenwald, der hie und da durch spannende Kieferformationen aufgelockert ist. Für uns war es, als würden wir durch eine Kunstaustellung von Kiefern streifen: The Jämtland Museum of Contemporary Forest Art!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060355.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11966)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060361.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11968)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060359.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11967)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_124.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11976)

Zwischen Kunst war auch mal wieder Sport angesagt und wir freuten uns über ein paar tolle Abfahrten, mal mit Fjäll-Slalom, mal mussten wir mangels Platz für Schwünge auf die Ski-Basics zurückkommen und wendeten stilsicher die Pflug-Technik an. Hier eine kleine Studie:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_122.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11975)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060345.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11963)

Leider kreuzten uns am späteren Nachmittag fünf Skoter, die wohl an einer nicht allzu selten auftretenden Sehschwäche litten; sie waren nämlich verbotenerweise auf einem nur für Skifahrer markierten Weg unterwegs. Schade, dass die Regeln nicht respektiert werden. Skoterverbotstafeln werden ja nicht „einfach so“ aufgestellt, sondern weil die Natur besonderen Schutz braucht. Zur Wiederholung, das Verbotsschild sieht so aus:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_228.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11980)

Nach einem letzten kurzen Aufstieg erreichten wir die Hütte. Nun lag es an mir, für die Unterkunft zu sorgen, nachdem ich drei Nächte in Sarekmaniacs Zuhause „Hotel Hilleberg“ logieren durfte. Als STF-Fjällledare/Wanderleiterin profitiere ich von einer beschränkten Anzahl kostenloser Übernachtungen, die hier perfekt zur Anwendung kamen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_126.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11978)

Bevor wir uns wieder kulinarischen Genüssen widmeten, war erst einmal Sauna angesagt. Porentief rein machte ich mich danach ans Kochen. Ganz so luxuriös wie tags zuvor fiel die Mahlzeit leider nicht aus:

* geräucherte Mandeln *
* Vollkornteigwaren „O sole Mio“ (gebratener Speck, Knoblauch, rote Zwiebeln, Cherrytomaten, Auberginen) *
* lauwarme Zimt-Apfelschnitze *

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060365.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/11969)
(Tischdecken üben wir noch...)

Zur Feier des Tages befreiten wir Sarekmaniacs Pulka von zwei Dosen Prosecco, die also schon die ganze Tour durchs Jämtland dabei waren. Ein gediegener Schlummertrunk, doch!

Mika Hautamaeki
30.05.2010, 15:58
Daß es hier nochmal weitergeht...Hatte nicht mehr davon zu träumen gewagt. Ein Hoch auf euren Durchhaltewillen.
Die Bilder sind ja al wieder beeindruckend! Bitte schnell weiter machen, biddää!

Sarekmaniac
30.05.2010, 23:10
Die Zubereitung eines outdoortauglichen Confit de Canard an Fenchel-Möhren-Gemüse und Mandarinenspalten, mit einer Beilage aus Basmatireis mit wilder Berberitze, beginnt idealerweise 10 Tage bis zwei Wochen vor der geplanten Expedition.

Zunächst benötigt man die Schenkel von zwei Barberie-Enten, alternativ die Schenkel einer einzigen gut abgehangenen Vierschenkligen Wanderente (in jedem gut sortierten Entenfachgeschäft erhältlich).

Die Schenkel werden zunächst nach allen Regeln der Confit-Kunst bei niedriger Temperatur in Fett gegart; da Enten bekanntlich außerordentlich magere Tiere sind, fügt man zur Sicherheit drei Esslöffel Gänseschmalz hinzu.

Während des Garprozesses gibt man hinzu: ein bißchen Knoblauch, eine gehackte Zwiebel, eine Möhre, den Saft von acht Mandarinen, einen Hauch Kardamom, schwarzen Pfeffer, Rosmarin. Und Salz natürlich nicht vergessen.;-)

Wenn die Schenkel durch sind, wird das Fleisch ausgelöst und beiseite gelegt:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1050935.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12043)

Der Rest köchelt und reduziert noch etwa 60 Minuten weiter, um auch die letzten Röstaromen hervorzulocken:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1050936.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12044)

Dann wird der Fettsud abgegossen, mit dem Fleisch vermengt und nochmal erhitzt; danach füllt man das Ganze in eine Tupperdose ab, die bis zu Expeditionsbeginn im ewigen Eis der heimischen Kühltruhe versenkt wird.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1050938.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12046)

Parallel dazu trocknet der angedünstete Fenchel in Gesellschaft einiger Mandarinenspitzen auf dem Dörrgerät. Später vereint sich das Dörrgut mit einer handvoll getrockneter Berberitzen, die man vorausschauender Weise auf dem letzten Weihnachtsmarkt erstanden hat, und tritt gemeinsam mit zwei Handvoll Basmatireis den Weg in eine separate Tüte an, der vor Abfahrt mit der Tupperdose im Fressbeutel verstaut wird.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1050937.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12045)

Wichtigste Zutat des Gerichts ist ein Optimus Hiker 111C, auf dem das Ganze zu gegebenem Moment zusammengeschüttet, mit einem dreiviertel Liter Schmelzwasser vermengt und auf kleinster Flamme gegart wird. Auf ebenso kleiner Flamme köchelt es hernach noch eine Stunde weiter, um mit maximal heißer Temperatur haferlweise ins Essgeschirr und von da weiter in die Mägen der Expeditionistinnen zu wandern.

Der im Nachgang gereichte Griessbrei à la mode de la cheffe hat die ideale Konsistenz und Bindungsfreudigkeit, um verbleibene Enten- und Gänsefettreste aus dem Haferl zu entfernen.

Bon appetit.;-)

peter-hoehle
31.05.2010, 13:18
Ihr macht ja eine richtige Gourmet-Tour.;-)
Ganz feine Berichterstattung.

Gruß Peter

Sarekmaniac
08.06.2010, 00:10
30.3.2009
Lunndörrsstugorna - Dörrsjöfjället; 21 km; + 200, - 50 Höhenmeter

Wie die Expeditionistinnen sich vom Forst-Kunst-Museum in den Pass-der-den-Wind-teilt hocharbeiteten und optimistische Nachwuchsgewächse kennenlernten, wie sie ein Kreuz passierten, das an eine gar schröckliche Begebenheit gemahnt und wie ein mechanischer Defekt im winddurchtosten Dörrsjöfjället ihrem Tagwerk ein unvermutetes Ende setze.

Desgleichen von den Jämmtländischen Fjällmusikanten und anderem einheimischen Getier, so das kleine rote Tunnelzelt bevölkerten und zu wohlig-beengter Gemütlichkeit beitrugen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060390.JPG[/img-l] (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12391)Voller Tatendrang brachen die grundgereinigten und ausgeschlafenen Expeditionistinnen des Morgens von Lunndörrstugan auf. Der Hinweis der Hüttewirtin auf die vom Wettergott angedrohten gar heftigen Winde im Lunndörrspass schreckte unsere tapferen Heldinnen sie nicht. Denn der Wind sollte aus Nordost kommen, also von hinten - wenn das Lunndörren nicht wieder seinem Ruf alle Ehre machen sollte: Das tief eingekerbte, schmale Tal, das das Lundörrsfjäll in Nordsüdrichtung teilt, ist ein berüchtigter Windkanal, in dem sich die Winde verstärken und nicht selten auf höchst mysteriöse Weise komplett umkehren.

Und es dauerte nicht lange, bis die beiden Rumtreiberinnen ganz handfest mit dem Phänomen Bekannschaft schlossen. Zunächst passierten sie staunend die letzen Ausläufer des Jamtland Museum of Contemporary Forest Art, doch kaum hatten sie den Schutz der letzen hölzernen Kunstwerke verlassen, blies ihnen der Wind ins Gesicht, und so blieb es 11 km lang, bis zur Passhöhe.

[img]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060373_I.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12386)
Serielles....

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060378.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12387)
... Unikate...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_132.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12349)

... und Relikte.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060381_I.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12388)
Im Dachgeschoss des Museums.



Auch in der oberen Kahlfjäll-Etage des Jämtländischen Nationalmuseums gab es viel Schönes zu bestaunen: Ein flachgehobelter, tischebener Talgrund, links und rechts eingerahmt von den 500 m hohen, fast senkrechten Wände von Gruvfjället und Dörrpiken. Immer immer wieder lugten die Spitzen von kleinen Föhren durch die Schneedecke - ganz offensichtlich sehr optimistische Gewächse.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060384.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12389)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060388.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12390)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_137.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12350)

In der Passhöhe:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060393.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12392)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_142.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12351)


Es blies und blies, es war nicht mehr feierlich, und so wurde die Schutzhütte auf der Passhöhe zu einem hoch willkommenes Refugium für die verdiente Mittagsrast. Die Schutzhütte im Lunndörrspass ist größer als die üblichen Rasthütten und wurde bereits in den 1930ern gebaut. Nicht ohne Grund. Kurz vor dem Pass erinnert ein kleines, eisernes Kreuz an eine Tragödie, die sich im April 1895 ereignete: Die Bäuerin Kristina Torkelsdotter und ihre damals zwölfjährige Tochter Brita starben, als sie auf dem Weg von Vallbo nach Glen von einem heftigen Schneeunwetter überrascht wurden. Ein noch größeres Unglück geschah im Januar 1929: Vier Männer starben kurz hintereinander in einem schweren Schneesturm - im Lunndörrspass der Skitourist Paul Näslund, und etwas weiter nördlich, im Anarisfjäll, die beiden Stockholmer Studenten Lennart Freese und Rutger Sjöstrand mit ihrem samischen Führer Per Johansson. Zwei der Toten wurden erst Wochen später gefunden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060400.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12394)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060397.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12393)

Die Expeditionistinnen waren sehr froh um den Windschutz, waren sie doch die Strecke bis zum Pass praktisch ohne Pause durchgelaufen. Mit Schokolade, Tubenkaviar-Broten und Heißgetränke gestärkt, brachen sie wieder auf. Dieselbe Richtung, aber jetzt mit Rücken- bzw. Seitenwind. Der mysteriöse Pass hatte tatsächlich den Wind geteilt!

Um ein wenig abzukürzen, drehten die Rumtreiberinnen kurzerhand gen Ost ab, stiegen ein Stück über die Ausläufer des Dörrpiken auf und drehen langsam Richtung Norden. Viel zu sehen war nichts, mithilfe des GPS navigieren sie sich durchs hügelige, von zahlreichen kleinen Bächen und Seen durchzogene Gelände. Sie querten den auf der Karte eingezeichnete Rentierzaun einmal, nach zwei km ein zweites Mal, und begannen, nach einem geschützen Fleckchen für das Zelt zu suchen. Das mit dem Windschutz erledigte sich allerdings, weil pünktlich zum Feierabend ein Kabel an Sarekmaniacs Skibindung riss.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060419.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12399)
:(


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060401.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12395)
Auf dem Dörrsjöfjäll.


Blick vom Dörrsjöfjäll Richtung Tossaasfjäll, Lövhögen, Finnsjöfjäll:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060412.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12396)

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http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060418.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12398)
Across wird von den Schneegeistern weggebeamt...:o

Und so ward der Tunnel mal wieder gerade da aufgebaut, wo man gerade stand. Hübsch ordentlich in den Wind ausgerichtet - welcher natürlich keine halbe Stunde später wieder drehte - naja, an diese Kapriolen war man inzwischen gewohnt, die hartgesottenen Jämtland-Veteraninnen schreckte wirklich nichts mehr. Sie kochten und aßen. @Across: Mein alterndes Hirn lässt mich im Stich, was nochmal aßen wir???

Zum Nachtisch gab es jedenfalls das:
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060430.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12402)

Nach dem Essen fütterte Across ihren Blog und rief die Wetternachrichten ab, während Sarekmaniac den havarierten Ski mit Ersatzkabel und Leatherman verarztete:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060432.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12403)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060433.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12404)

Fertig:D

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060434.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12405)
Während der Wind das Zelt rüttelte und schüttelte und den Innenraum komprimierte, stellten die Expeditionistinnen erstaunt fest, dass es sich bei Sarekmaniacs Hilleberg Helags um ein phänomenales Raumwunder handelt, vergleichbar allenfalls mit der sagenumwobenen Handtasche von Hermine Granger. Denn sehet her, o ihr Ungläubigen, was neben unseren Heldinnen noch alles hineingeht: Zunächst die Internationale der Jämmtländischen Fjällmusikanten, bestehend aus einer deutsch-norwegischen Acapulka, einem großen koreanischen Rucksack, einem kleinen neuseeländischen Rucksack und einem im Herzen des Ruhrpotts ersonnenen Gulo-Gulo-Pratzenschuh:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060422.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12400)

Und außerdem noch:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060425.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12401)
Ein kleiner Elch.;-)

across
08.06.2010, 19:13
Das Menü vom 30.3.2009 lautete wie folgt:

* norwegische Wurst auf schwedischem Knäckebrot *

* Linsotto mit Cherrytomaten, piemonteser Haselnüssen und Lauch *

* Crème Sylan *

Sarekmaniac
11.06.2010, 23:59
Dörrsjöfjället - Anaris; 19 km +50; -50 Höhenmeter

Wie Across den Greulichen Roten Lindwurm im Alleingang bezwang, wie es die Expeditionistinnen durch wilde Anarisfjäll blies und wie sie ein gar ausgesetztes Hüttchen erreichten, indem sie bereits sehnlichst erwartet wurden, und wie der Abend fast in einer Tragödie endete.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060441.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12520)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060438.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12519)

Nun ja, mitterlweile irgendwie ein gewohnter Anblick. Eigentlich der windigste Morgen der ganzen Tour, aber einen Ruhetag konnte sich die Deutsch-Schweizerische Jämtlandexpedition aus Termingründen nicht mehr leisten, und das wäre auch irgendwie zu langweilig geworden. Also raus aus den Daunen.

Damit keine Missverständnisse aufkommt, weil Across hier ständig das Zelt allein abbaut: Sie wollte das so. Für ihre 600-km-Finnmarkquerung 2010 wollte sie ein neues Zelt kaufen und deshalb mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, einen Hilleberg-Tunnel bei Starkwind allein abzubauen (fühlt sich gut an;-)). Und so verlegte sich Sarekmaniac aufs Zuschauen und Photografieren.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_100.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12527)


Die Legende vom Kampf mit dem Lindwurm

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060442.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12521)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060444.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12522)

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http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060450.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12524)

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http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060459.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12529)


Irgendwie sah Across nach Abschluss der Aktion etwas bepudert aus...;-)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060461.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12530)


Die Pulka aber auch:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060463.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12531)

An diesem Tag teilen sich die Rumtreiberinnen die Orientierungsarbeit. Das Gelände war flach, von der Umgebung war im Flugschnee mitunter nicht viel zu sehen, und es ging den ganzen Tag gegen den Wind die östlichen Ausläufer des Anarismassivs entlang. Erst ging Across vorweg, während Sarekmaniac mit dem Kompass von hinten den Kurs kontrolliere und sie immer wieder durch Zuruf auf den rechten Weg brachte; Mittags tauschen sie die Rollen. Es war manchmal soviel Flugschnee in der Luft, dass die Expeditionsphotographin die rotgewandete Kollegin vor sich kaum sehen konnte.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060475.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12533)

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Die Rentiere focht das nicht an. Sie standen stoisch auf einer Anhöhe und ließen sich vom Sturm das Fell zerzausen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060477.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12534)

Der Anblick der Anaristugan war an Dramatik kaum zu überbieten: Auf einer kleinen Anhöhe, windumtost, vom Flugschnee verschleiert, sonnenbeschienen. Die letzten anderthalb km gegen den Wind waren ein echter Kampf. 25 m in der Sekunde hatte Barbro, die Hüttenwirtin, am Vormittag gemessen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060493.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12536)

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Barbro hatte schon von der Hüttenwirtin in Lundörren gehört, dass wir in Anmarsch waren und war ganz aufgedreht - allzuviele Gäste hat Anaris im Winter nicht. und so machte Barbro, begeistert endlich mal wieder jemanden zum Quatschen zu haben, Feuer, brachte uns Kerzen, fragte uns aus, sagte uns ausführlichst den Wetterbericht auf, etc. etc. es war ein bißchen anstrengend - obwohl natürlich nett gemeint.;-)

Dass die Hütte wenig frequentiert und nicht wirklich ins STF-Hüttennetz eingebunden ist, hat auch mit ihrer Entstehungsgeschichte zu tun. Die Anarisstugan wurde nach dem Unglück vom Januar 1929 gebaut - die Mutter eines der Opfer spendete das Geld dafür. Zwei kleine Räume mit vier Betten - das kleine Hüttchen ist das Gemütlichste, was einem bei diesem Wetter passieren kann. Wie mir von einer verlässlichen Quelle vom STF Stockholm zugetragen wurde, soll man im Zentrum der Macht ernsthaft erwägen, die Hütte zu schließen - liegt zu weit ab vom Schuss, zu wenig Gäste...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060506.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12539)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_169.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12528)

Wir schmolzen Schnee auf dem Ofen und wuschen Wäsche, und während das Krabben-Thunfisch-Risotto auf dem Gasherd schmort, tauschte Sarekmaniac vorsorglich auch am zweiten Ski das Kabel aus. Fast wäre es 80 Jahre nach dem großen Unglück noch zu einer weiteren Tragödie im Anarisfjäll gekommen. Beim Toilettengang nach dem Essen ging Sarekmaniac auf dem kurzen Weg zum Plumpsklo fast verloren. Der Wind nahm einem den Atem, man konnte kaum stehen, im dichten Schneegestöber reflektierte die Stirnlampe, unsere tapfere Jämtland-Veteranin sah nichts mehr und musste sich tastend und kriechend vorwärts bewegen. Doch wie durch ein Wunder: Die Expedition gelang, und bald war die warme Hütte wieder erreicht. An diesem Abend kam ein bißchen Wehmut auf - es war die vorletzte Nacht in den Bergen.

Ach so. Und vor dem Krabben-Thunfischrisotto gab es natürlich noch einen Kleinen Vorspeisenteller:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060501.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12538)

Und zum Nachtisch...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060508.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12540)

...Mousse au tasse,;-)

shorst
12.06.2010, 20:11
So langsam gerätst du in Gefahr, sollten wir uns da oben mal begegnen und ich erkenne deine Pulka daß du das erste Opfer eines pulkrobbery wirst, Mundraub wird doch immer noch nicht bestraft oder.;-)

Sarekmaniac
12.06.2010, 23:28
So langsam gerätst du in Gefahr, sollten wir uns da oben mal begegnen und ich erkenne deine Pulka daß du das erste Opfer eines pulkrobbery wirst.;-)

Dazu musst Du mich erstmal kriegen.:bg:

paddel
13.06.2010, 09:15
Klasse Bericht (auch wenns etwas länger dauerte :bg:)

Fasziniert bin ich von den Sturmbildern.

Irritiert von der Tatsache, dass Sarekmaniac an einem Tag mit Begleitung und rotem Zelt, am nächsten Tag alleine mit zweifarbigem Zelt unterwegs ist :o ;-)

Nichtsdestotrotz ein großes Vergnügen :grins:

Fjaellraev
13.06.2010, 09:24
Irritiert von der Tatsache, dass Sarekmaniac an einem Tag mit Begleitung und rotem Zelt, am nächsten Tag alleine mit zweifarbigem Zelt unterwegs ist :o
Das liegt wohl daran dass Barbara im Moment an zwei Berichten schreibt und du die beiden durcheinander bringst ;-)
Hier in diesem Bericht taucht nur das rote Helags auf, das zweifarbige Guolldo spielt im Bericht der diesjährigen Tour (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?t=43088) mit und taucht auch nur dort auf den Bildern auf.

Gruss
Henning

paddel
13.06.2010, 09:57
Danke Henning.

Habe meinen Beitrag um einen erklärenden Smily erweiter ;-)

Sarekmaniac
13.06.2010, 16:31
Irritiert von der Tatsache, dass Sarekmaniac an einem Tag mit Begleitung und rotem Zelt, am nächsten Tag alleine mit zweifarbigem Zelt unterwegs ist :o ;-)


Danke für die klärenden Worte, Henning. Ich bin mittlerweile auch etwas verwirrt. Double-Season-Power-Reisereporting ist eine echte mentale Herausforderung:o

Aber jetzt bin ich hier fertig. Den Rest macht Across.;-)

across
13.06.2010, 21:00
1.4.2009: Anarisstuga - Grönvallen; 21 km, +200, -260 Höhenmeter

Von tiefgreifenden, frühmorgendlichen Entscheidungsfindungen, geomorphologischen Sensationen und botanischen Löchern, holländischen Hügelchen und einem Pulkaziehtest.

Als wir aufwachten, heulte noch immer der Wind um unsere historische Baute (Hütte). Die Sicht war nur teilweise gut. Eine klassische Situation, wo es nur eines gibt: Mal eine Tasse Kaffee schlurfen, Müsli essen und sich langsam Gedanken darüber machen, ob Variante A oder Variante B vorzuziehen ist.

Variante A war in unserem Fall: Hälladalen-Issjön, über einen knapp 1200 m hohen Pass, nicht markierte Route. Variante B: markierter Winterweg, etwas länger, aber 200 Höhenmeter weniger. Unser Tagesziel war, soweit Richtung Vålådalen vorzustossen, dass am letzten Tag unserer Gourmet-TältspeXial-Tour noch eine halbe Tagesetappe bevorsteht und somit genügend Zeit für einen würdigen Ausklang – natürlich auch in kulinarischer Hinsicht – bleibt.
Wir entschieden uns schweren Herzens, in Anbetracht des Windes, der nicht gerade guten Sicht und des sehr wechselhaften Wetters, für die Variante mit den Andreaskreuzen, auch als Variante B bekannt. Doch eines sei schon vorweggenommen: wir erlebten wiederum einen wunderschönen, abwechslungsreichen Wandertag und sind uns einig: das Jämtlandsfjäll bietet viel mehr als das berühmte „Jämtlands-Triangel“ [Storulvån-Sylarna-Blåhammaren]. Auf alle Fälle sind schon Ideen im Kopf für weitere Touren…

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_174.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12564)


Also, nun genug der langfädigen Einleitung, kommen wir zur Sache: wir stellten uns vor die Hütte, für ein Erinnerungsfoto – das Hüttchen ist ja so idyllisch. Und dann los, geradewegs den Andreaskreuzen Richtung Kruptje und Kraapa. Tönt nicht gerade schwedisch oder samisch?! Sarekmaniac meinte beim Kartenstudium, dass diese Hügelchen wohl von Holländern importiert seien… Zuerst sanft ansteigend und zum Schluss noch ein bisschen richtig heftig bergauf, erreichten wir den holländischen Pass.

Das Wetter war wechselhaft, aber ab und zu guckte die Sonne durch die Wolken, was uns interessantes Fotolicht bescherte und herrliche Stimmungen in die Landschaft zauberte.

Wir genossen den weiten Blick über das bewaldete Vålådalen und beobachteten, wie ein Schneeschauer quer übers Tal zog, zum Glück in genügendem Abstand an uns vorbei.

Dann setzten wir zur verdienten Abfahrt an.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_182.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12565)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060519.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12563)

An diesem Hang gab es viele Steine und leider wenig Schnee, so dass wohl Skis und Pulka den einen oder anderen Kratzer abbekamen. Aber so hat man immerhin den Sommer über was zu tun, kann seine Ausrüstung etwas „streicheln“ und derweil vom Winter träumen…

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060533.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12574)


Bevor wir in den Wald einbogen, gab es nochmals eine richtig heftige Abfahrt, die wir erfolgreich mit Riesenschwüngen um Birken, Steinblöcke und Andreaskreuze bewältigten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060548.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12575)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_188.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12566)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_191.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12567)

...und das Tiefland hat uns wieder:
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_196.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12569)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_203.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12571)

Unser nächster Fixpunkt war die Staalavieliekoja. Bis dorthin verläuft der Weg im Wald und steigt wieder leicht an. Zeit, den Schuppenski-Pulkaziehtest zu machen! Die Teststrecke sollte keine Zweifel über die Tauglichkeit von Schuppenskis und Pulkaziehen mehr lassen… also wählten wir eine Steigung, die zugleich auch leicht hängend war. Das Resultat: Es zieht! Nein, sie zieht (ich) – alles ging problemlos… fast…

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060561.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12576)

auch Schuppenski vertragen keine Hänge, die Steiler als 40° sind…

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060564.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12577)

So! Aber nun war erst einmal Pause angesagt. Wir waren inzwischen bei der Staalevieliekoje angekommen. Inzwischen war der Himmel nämlich eitel blau und hier in dieser Waldlichtung war es auch windstill. Herrlich! So stärkten wir uns nicht nur, nein wir genossen ein Sonnenbad.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_198.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12570)

Nach der Pause ging es wieder etwa 60 Höhenmeter bergauf, um dann der Baumgrenze folgende zum Djupdalen zu gelangen. Wir legten los, doch Sarekmaniacs Wachsmischung versagte seinen Dienst – umwachsen! Ich genoss derweil eine weitere Pause.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_208.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12572)

Leave no traces – das nehmen wir ernst! Auch Wachsreste gehören nicht in die Natur. Aber dafür hat man ja noch Ritter-Sport-Schokoladepapier, um daran den Spachtel abzustreichen. Funktionierte prima. Ich weiss nicht, ob mich Sarekmaniac inzwischen um meine Schuppenskis beneidete – 3 Stunden unterwegs und 3 Wachspausen?! Doch dann war die richtige Mischung endlich raus und wir genossen beide die restlichen Kilometer zum Issjödalen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060579.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12578)
Beim Eingang zum Issjödalen steht eine der königlichen Jagd-Hütten, besser gesagt –Villen. Doch irgendwie schien dieses Exemplar schon ein wenig in die Jahre gekommen zu sein. Aber die Lage ist ja wirklich einmalig, mit Blick auf das Issjödalen und seinen bizzaren geomorphologischen Formationen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060589.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12579)

Umgeben von steilen Hängen gleiteten wir genüsslich Richtung Grönvallen. Bei einer Waldlichtung fanden wir einen Platz fürs Nachtlager. Die Temperatur war wieder über Null Grad geklettert und der Schnee entsprechend nass und pampig. Irgendwie hatten wir es geschafft, unser Zeltplatz auf zugeschneiten Birkenbüschen zu errichten. Während das Platt-Trampeln des Schlafplatzes bestens funktionierte, saufte ich gleich einen halben Meter ab, als ich mich meiner Ski entledigte, die nun ihre Funktion als Schneehäringe wahrnehmen durften. Ich nenne dieses Phänomen „botanische Löcher“, weil sie beim Betrachten der Schneedecke überhaupt nicht erkennbar, höchstens erahnbar sind – und dann wums, steht man bis zu den Hüften im Schnee, sobald man sich der Ski entledigt!
Ums Zelt laufen wurde so zu einer kräfteraubender Übung. Dabei entstand rund ums Zelt einen Graben, der fast so tief war wie bei einer mittelalterlichen Burg. (war jetzt ein bisschen Übertrieben - aber das Waten im Schnee war schon ziemlich anstrengend...) Auf alle Fälle brauchten wir uns keine Sorgen vor nächtlichen Angreifern zu machen – die wären bestimmt in unserem Burggraben jämmerlich im versunken…

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060599.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12581)

Die Behausung war errichtet – sieht das nicht idyllisch aus?
Nun stand wieder unsere Lieblingsbeschäftigung auf dem Programm: Kochen und noch lieber: Essen! Heute war es zudem besonders idyllisch: wir kochten draussen vor dem Zelt und installierten uns hierfür bequem auf unserem Schneesofa – im Schneeschaufeln waren wir ja inzwischen bestens geübt. In gleichem Blickwinkel wie der Kocher sahen wir den blassrosa gefärbten Himmel, Sonnenunter- und Mondaufgang.

Sarekmaniac zauberte unser letztes Outdoormenü mit folgenden Gängen:

Beef Jerkey – homemade in Germany by Sarekmaniac
Fruchtige Tomatensuppe mit Blätterteiggebäck
Citronen-Limonen Gemüse-Couscous mit Cashew-Kernen
(Riz à la crème musste leider in der Pulka bleiben – unsere Mägen waren schon gut genug gefüllt)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_234.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12664)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060605.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12582)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060592.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12580)
...nein, Pia, unsere nette Begleiterin landete natürlich nicht im Kochtopf. Sie war nur mal wieder furchtbar neugierig...

In leicht niedergedrückter Gemütslage verbrachten wir den Abend draussen – die Tour und das Draussensein in unserem geliebten Fjäll ging dem Ende zu. Wir zogen Bilanz unserer „Kennenlern-Tour“ und waren uns einig: sie hat Lust auf weitere Abenteuer gemacht!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060608.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12583)
Ein letztes Mal in die kuschligen Schlafsäcke kriechen und träumen. Die Tage im Fjäll sind immer so furchtbar schnell vorüber!

Sarekmaniac
13.06.2010, 22:58
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060564.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12577)

O-o; das Bild hätte die Oberägyptische Zensurbehörde besser einkassieren sollen.:o Wie man sieht, zieht Across meine Ski, wie peinlich.:ignore:

Ich bin tatsächlich eine Stunde mit ihrem Rucksack auf dem Rücken zu Fuß hinter ihr hergelatscht, und habe über den vermaledeiten Schnee nachgedacht.;-)

Grueni
14.06.2010, 12:49
@Sarekmaniac:

Dann die Frage hier ;-)
Wie viel Kilometer legt man so pro Tag zurück mit Ski und Pulka ?

MfG
Frank

across
14.06.2010, 14:13
Erfahrungswerte sind: zwischen 950m in 3h und 38km in 8h Gehzeit.

Pro Tag rechnen wir mit etwa 20-25 km, wenn alles einigermassen normal läuft...

Ehemaliger
14.06.2010, 14:13
So zwischen 5km (steiles Gelände, Tiefschnee, schlechtes Wetter) bis 40km (perfekte Bedingungen). Bei extremen Bedingungen bzw. sehr guter Fitness geht auch noch weniger bzw. noch mehr.

Grueni
14.06.2010, 17:23
Okay Danke :)

across
18.06.2010, 20:05
2.4.2009: Grönvallen – Vålådalen; 9 km, -120 Höhenmeter

Vom Fjäll, das uns rausschmeisst, duschen im Halbdunkel, einem Schlemmerbüffet à la Suèdoise und Nachtzüge in zwei Richtungen! Und: ja wir kommen wieder, bestimmt!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_233.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12663)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060612.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12657)

Tropf – tropf. Nein, das war nicht der Wecker! Das Fjäll schmeisst uns raus: leichter Regen und plus fünf Grad Celsius, pfui! Das war nicht gerade das, was wir uns für die letzten neun Kilometer so gewünscht hatten.
Das Zelt war trotz Schwermut, Pappschnee und noch müden Gliedern in zehn Minuten abgebaut.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060625.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12661)

Zwar lockte die Zivilisation mit allerlei Angenehmen, wie einer warmen Dusche, einem Mittagsbüffet sowie blumig frisch duftender Wäsche. Doch deswegen liessen wir uns nicht durch den Wald hetzen. Nein, wir bestaunten nochmals die spannenden Kieferformationen. Heute sind uns ausserdem Flechten besonders ins Auge gestochen, die aussehen, als wären den Bäumen Haare und Bärte gewachsen!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060618.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12660)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060617.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12659)

Hatten diese hier zu lange Bärte? Oder fielen sie dem Sauren Regen zum Opfer? Ein kleiner Friedhof von Bäumen:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060627_I.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12662)

Was uns heute nicht so gefiel, war der viele Hundekot der Schlittenhunde, den die Strecke pflasterte und uns zu unzähligen Ausweichmanövern zwang, wollten wir die aufgeweichten braunen Sachen nicht an Skiern und/oder Pulka haben. Es war richtig eklig.

Noch eine letzte schöne Abfahrt zum Vålån runter...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1060625.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12661)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/j_mtland_238.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12665)

und weiter über die Hängebrücke, noch ein kleiner Aufstieg und wir waren da! Bei der Touriststation von Vålådalen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/j_mtland_241.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12666)

Unterwegs begutachteten wir noch dieses Andrea-s-Kreuz-Lager:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060632.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12677)


Vålådalen war früher der Inbegriff für Trainingslager von erfolgreichen Sportlern. Hier wurde trainiert, geschuftet und geschwitzt. Heute ist Vålådalen es immer noch ein Ort mit Sport im Fokus, aber je länger je mehr auch ein beliebter Ort für Familienferien. Wir durften gar die berühmte Turnhalle von innen anschauen, oder zumindest die Duschräume, die uns für unsere after-Fjäll-Generalreinigung zugewiesen wurden. Die grosszügig angelegten Umziehräume waren uns gerade recht – und wir hatten mehr als genügend Platz, auch gleich unser Gepäck reisefertig zu packen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060634.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12678)

Doch Duschen mussten wir „nach Gefühl“, denn Licht gab es wohl in den Umkleide, nicht aber in der Dusche… Hauptsache viiieeel warmes Wasser!
Frisch gekleidet machten wir uns auf zum Schlemmerbüffet, das uns typisch schwedische Hausmannskost bescherte:

Zuersteinmal langten wir kräftig beim Salatbüffet zu – auch wenn wir unterwegs immer getrocknetes Gemüse dabei haben – ein schöner Teller Salat ist immer eine Freude nach einer Fjälltour!
Dann folgten Ärtsoppa (Gelberbsensuppe) und Pannkakor med jordgubbssylt och grädde (Pfannkuchen mit Erdbeerkompott und Schlagsahne). Und natürlich Filterkaffee zum Abschluss!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060635.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12679)

Für 15 Uhr hatten wir das Taxi nach Undersåker bestellt. Es blieb noch etwas Zeit, im kleinen Shop nach interessantem, das heisst in Mitteleuropa nicht erhältlichem Outdoorequipment zu forschen. Und tatsächlich wurden wir fündig. Und erst noch aus heimischer, jämtländischer Produktion: Lundhags‘ warme Socken und Unterwäsche! Jaja, der nächste Winter und die nächste Tour im Schnee kommt bestimmt!

So kam dann unser Taxi an. Der Fahrer war passend in jämtländischen Fjällklamotten gekleidet – aber er gestand, noch nie einen Fuss ins Fjäll gesetzt zu haben. Schade für ihn, fanden wir, was der liebe Mensch alles verpasst…

In Undersåker parkierten wir unsere Habe mal am Bahnhof, denn es lockte noch eine Tour durch den ICA-Shop. Ein paar kulinarische Schmanker helfen immer die Zeit bis zur nächsten Fjäll-Tour zu verkürzen… ein Kaviar-Knäcke/Tunnbröd mampfen und vom Fjäll träumen…
Und dann war noch Zeit, die Ausrüstung reisemobil und asphalt-tauglich zu machen:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060641.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12681)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1060638.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12680)


Hej då! Vi ses!


Across reiste via Norwegien zurück zu den Helvetiern und Sarekmaniac bestieg bald nach ihr den Nachtzug zurück nach Germanien!

Und wenn sie nicht gestorben sind, so werden sie bald wieder das nächste Fjällstück unsicher machen und sämtlichen Fjellfrettchen den Speck durch die Nase ziehen mit ihren kulinarischen Künsten. ;-)

Doch hier noch ein kleines Geschichten, das sich unweit von Masi in der Finnmark diesen Winter zugetragen hat: Across glaubte nämlich, Sarkmaniacs feines Zitronen-Cashew-Couscous nachkochen zu können!!! Das Resultat: es war so schön zitronig, dass es nicht mehr essbar war – sie musste es den Füchsen schenken... Zur Strafe gab es Beutelfutter!!! :ignore:

Nun aber tschüss, bis zum nächsten Bericht!!!

peter-hoehle
19.06.2010, 10:02
Das ist ganz feine Reiselektüre. 5sterne 5sterne

Gruß Peter (der sich schon auf den nächsten Bericht freut)

Mika Hautamaeki
19.06.2010, 18:44
Wirklich ein phantastischer Bericht!5sterne5sterne
Hoffentlich gibts bald eine weitere Tour!

Thomasy
19.06.2010, 19:05
Hallo Sarekmaniac und hallo Across,

ihr habt ja da beide eine echt sehr schöne Tour hingelegt. Das würde ich auch mal gerne machen nur ich stand ja noch nie auf Ski.:ignore

Der Bericht hat mir sehr gut gefallen und hat voll meinen Geschmack getroffen. Ich wäre gerne mit euch auf Tour gekommen.

LG von Thomas aus dem sehr veregneten Allgäu

Achja von mir bekommt Ihr soviele

4sterne4sterne4sterne4sterne4sterne

einfach unendliche viele Sterne, so dass ich den Rest gar nicht mehr anzeigen kann.

Sarekmaniac
21.06.2010, 19:45
Ui, so viele Sterne....:o

@Across: Also wenn wir es heuer nicht schaffen, in den Guide Michelin zu kommen, dann weiß ich es auch nicht.;-)

Das Geheimnis beim Limetten-Zitronen-Kuskus ist, dass man nicht zuviel Saft nehmen darf. Die geriebene Schale einer Zitrone (Saft anderweitig verwenden) plus die geriebene Schale einer Limette und den Limettensaft mit zwei Teelöffeln Zucker mischen und das Ganze auf einem Stück Backpapier auf dem Dörrex karamellisieren.

Und ein halbes Päckchen Zitronen-Butter-Sauce von Knorr.:ignore: Ertappt. Das war's dann wohl mit dem Guide Michelin:roll:

across
21.06.2010, 20:21
Ich probiers nochmal mit dem Couscous!

Michelin-Sterne kriegen wir! Onkel Knorr hin oder her - die Michelins schaffen es ja gar nicht bis in unsere abgelegenen Probierstuben im Fjäll... :D

peter-hoehle
21.06.2010, 20:56
die Michelins schaffen es ja gar nicht bis in unsere abgelegenen Probierstuben im Fjäll... :D

Ihr bekommt Fjäll-Sterne :grins:
Die Sterne von Michelin kann jeder "normale" Koch
bekommen.Aber ihr zwei...http://www.smileygarden.de/smilie/Food/sdb79248-001.gif (http://www.smileygarden.de)http://www.smileygarden.de/smilie/Food/sdb79248-001.gif (http://www.smileygarden.de)http://www.smileygarden.de/smilie/Food/sdb79248-001.gif (http://www.smileygarden.de)http://www.smileygarden.de/smilie/Food/sdb79248-001.gif (http://www.smileygarden.de)

Gruß Peter

gelöschter Nutzer
21.06.2010, 21:10
Na super jetzt habe ich wieder Hunger und das obwohl eigentlich eher ein paar Kilo runter müssten :grins:

Sarekmaniac
21.06.2010, 21:26
@Eimoti: Da habe ich einen super Tipp: Du machst nächsten Februar meine Tour von diesem Jahr (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?t=43088) und nimmst nichts als Travellunch mit. Danach bist Du deine überflüssigen Pfunde bestimmt los.:bg:

gelöschter Nutzer
21.06.2010, 21:29
Das Problem und das ist wirklich so. Auf Tour habe ich fast keinen Hunger. War bis jetzt Sommer wie Winter so. Ich entwickle erst so richtige Fressorgien in einer warmen Hütte. Im Zelt will ich meist einfach nur noch in den Schlafsack zum pennen :grins:

Da reicht meist ein Fertigessen. Abgesehen davon finde ich viele Sorten echt lecker. Von daher passt es ja. Aber das was ihr da so hattet sieht absolute Spitze aus :D

Ehemaliger
21.06.2010, 21:53
@sarek & across

Wieviel würdet Ihr beiden pro Tag als Koch-Sherpas für ne Spitzbergen Expedition verlangen? :bg:

Goettergatte
21.06.2010, 22:32
Für Sarekmaniac berechne ich den anfallenden Facharbeiterstundnsatz plus Märchensteuer, zuzüglich Überstunden- Feiertags- und Wochenendzuschlägen, sowie Reisekosten.

lina
21.06.2010, 22:41
3sterne1stern5sterne
1stern2sterne3sterne

1stern3sterne1stern
3sterne1stern
3sterne2sterne2sterne

3sterne1stern5sterne
1stern2sterne3sterne 2sterne 2sterne


*pratzel* :bg:



:D Mehr 'von bitte!! :cool:

Sarekmaniac
21.06.2010, 22:42
@Göga: ich wusste gar nicht, dass Du mein Agent bist. Interessant.

@sarek & across

Wieviel würdet Ihr beiden pro Tag als Koch-Sherpas für ne Spitzbergen Expedition verlangen? :bg:

Wir sind unbezahlbar.:bg:

Wer Wintertouren macht und nicht kochen kann, ist selber schuld:baetsch:

Nörls
22.06.2010, 14:02
großartiger reisebericht!
grüße!

martin boehm
23.06.2010, 14:44
Klare Sache: 5sterne

gelöschter Nutzer
28.06.2010, 11:39
Nochmals 5 Sterne ;)

Gibt es zufällig einen GPS Track der Route?

Sarekmaniac
28.06.2010, 17:26
Nochmals 5 Sterne ;)

Gibt es zufällig einen GPS Track der Route?

Nur Bleistiftstriche auf meinen Fjällkarten. Die Karte oben ist ja nur ein Screenshot, aber bei Quickmaps kannst Du dich reinzoomen.
(habe die auch in Post 1 eingefügt)

http://quikmaps.com/show/108783

Ansonsten lässt sich die Route ganz gut nachvollziehen, wenn man die Karten vor Augen hat.

Das ist ein wirklich schönes (und anspruchsvolles) Tourengebiet, und außerhalb der Hauptsaison ist da echt nichts los.

Ich bin 2007 in der ersten Februarwoche von Skarvruet (Funäsdalen) bis Storlien gegangen und habe sieben Tage lang keine Menschenseele gehört oder gesehen, keine einzige Skooter- oder Skispur gehabt (auch nicht entlang der markierten Hauptrouten). Das Stück weiter östlich davon, also Bunnerfjäll, Anarisfjäll, Oviksfjäll, Lunndörren, fand ich jetzt sogar noch schöner. Da fahre ich bestimmt noch einmal hin (aber früher im Jahr, die Schneesituation im April war jetzt schon nicht mehr so prickelnd).

Werner Hohn
28.06.2010, 19:20
Für Sarekmaniac berechne ich den anfallenden Facharbeiterstundnsatz plus Märchensteuer, zuzüglich Überstunden- Feiertags- und Wochenendzuschlägen, sowie Reisekosten.

Watt!? Keine Trennungszulage?

Karl-Koch
28.06.2010, 20:49
Wer Wintertouren macht und nicht kochen kann, ist selber schuld :baetsch:

Das ist Signaturreif! :bg:

Toller Bericht!

Grüße,

__Karl

Goettergatte
28.06.2010, 22:34
Watt!? Keine Trennungszulage?

Ich bin ja nicht unverschämt, man soll sich die Kunden nicht vergraulen ;-)

gelöschter Nutzer
29.06.2010, 14:53
Danke für die Info. Die Fjällkarten für die Gegend für NO & SE muss mich mir mal noch besorgen. Zur Zeit steht noch nicht fest wo es Anfang des nächsten Jahres hingehen soll.

Interessant finde ich auch die etwas kürzere Anreise. Die Hüttendichte scheint ja laut Onlinekarte auch recht hoch zu sein.

Philipp
29.06.2010, 15:13
Das ist ein wirklich schönes (und anspruchsvolles) Tourengebiet, und außerhalb der Hauptsaison ist da echt nichts los.

Ich bin 2007 in der ersten Februarwoche von Skarvruet (Funäsdalen) bis Storlien gegangen und habe sieben Tage lang keine Menschenseele gehört oder gesehen, keine einzige Skooter- oder Skispur gehabt (auch nicht entlang der markierten Hauptrouten). Das Stück weiter östlich davon, also Bunnerfjäll, Anarisfjäll, Oviksfjäll, Lunndörren, fand ich jetzt sogar noch schöner. Da fahre ich bestimmt noch einmal hin (aber früher im Jahr, die Schneesituation im April war jetzt schon nicht mehr so prickelnd).


Die Einsamkeit in dem Eck kann ich bestätigen. Als wir vor einigen Jahren im Januar durchs Anarisfjäll nach Ljungdalen gelaufen sind, haben wir auch keinen anderen Reisenden getroffen.
Aber - was ich interessant fand - wir waren unter Beobachtung. Gleich am ersten Tag, als wir Anaris nicht erreichten, wurden wir zwischendrin von einem Samisch-Ostpreußischen Ehepaar zum Übernachten eingeladen/gedrängt, die uns anscheinend schon erwartet hatten. Die hatten später wohl der Fjällpolizei gemeldet, daß da Skiwanderer unterwegs sind, auf die man ein Auge werfen könnte. Und in der Tat, in der Anarisstuga wurden wir tags darauf über das Nottelefon angerufen und nach der Vålåstugan einige Tage später wurden wir von einem Scooter angehalten und gefragt, ob die diejenigen seien, die zuvor in Anaris und Lunndörren übernachtet hatten :roll:.

Schöne Gegend, einsam und stürmisch (wenn die Anarisstugan geschlossen werden sollte, würde ich sie gerne kaufen. STF, bitte melden mit Preisvorstellung!:cool:). Schöner Bericht mit Sehnsuchtsfaktor!

Sarekmaniac
29.06.2010, 19:41
[OT]
Aber - was ich interessant fand - wir waren unter Beobachtung.

Ja, die Schweden können bis zur Peneztranz treusorgend sein. Und wenn es dann noch ostpreußische Schweden sind...:bg:

Am Anfang meiner Langtour 2007, am Rande der Saison, ist mir auch rasch ein Ruf vorausgeeilt. Da wurde man schon mal von einem Naturvardsverket-Mitarbeiter oder sonstwelchen Leuten gestoppt und gefragt, ob man die Deutsche sei, die "zu Fuß nach Kirkenes" geht.:grins:

Antracis
10.01.2011, 13:55
@sarekmaniac:
Mal eine Frage zum Gourmet-Teil der Tour: Triffst Du eigentlich igendwelche spexiellen :bg: Isolationsmaßnahmen für das ganze Futter während des Transportes zum Tourstart ? Die Bahnanreisen dauern ja doch ihre Zeit und da ists ja nicht unbedingt frostig ? Hätte Schiß gerade bei den Fischsachen, dass da doch was verdirbt...

Gruß
Sascha, zunehmend fasziniert von Wintertouren und vom Essen eh immer. :grins:

Stephan Kiste
11.01.2011, 20:36
Irgendwie ist mir dieser Reisebericht durchgerutscht,
bis jetzt, und ZUMGLÜCK!!!
Hab sowiso gerade Streifen verrutscht und lutsch am Jogi Tee,
das war das genau die richtige Geschichte für den Winter da wo ist getaut.
Vielen dank Euch beiden und Glückwunsch zu den tollen
Eindrücken!!!

5sterne

Jaerven
11.01.2011, 20:43
Bin gerade die Ausrüstung am pflegen und zusammenstellen.
Die Gourmetfrage steht auch noch an.
Wo bekomm ich in Schweden Lardo- Speck? :cool:

Stephan Kiste
11.01.2011, 20:51
wasch ischt denn dasch der Herr?

Jaerven
11.01.2011, 20:55
Fieser weisser italienischer Speck.
Aber der schmeckt... erst war ich etwas skeptisch, aber dann war er ratzeputz wech. :bg:

Sarekmaniac
11.01.2011, 20:59
@sarekmaniac:
Mal eine Frage zum Gourmet-Teil der Tour: Triffst Du eigentlich igendwelche spexiellen :bg: Isolationsmaßnahmen für das ganze Futter während des Transportes zum Tourstart ? Die Bahnanreisen dauern ja doch ihre Zeit und da ists ja nicht unbedingt frostig ? Hätte Schiß gerade bei den Fischsachen, dass da doch was verdirbt...

Gruß
Sascha, zunehmend fasziniert von Wintertouren und vom Essen eh immer. :grins:

Tiefkühlfisch wird immer erst vor Ort gekauft. Und wenn es dann Tauwetter gibt, gibt es die ersten drei Tage Fisch, Fisch, Fisch...

@Järven: Die Russen können so was auch, das heißt dann salo - Fetter Speck im Salz-Knoblauch-Kräutermantel durchgezogen.

Jaerven
11.01.2011, 21:07
Ich denke ich muss den selbermachen... :bg:

berlinbyebye
06.01.2014, 01:22
Wer diesen Bericht noch nicht kennt, hat was verpasst!