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Dobert Herris
31.05.2009, 16:21
Land: ES
Reisezeit: 30. Aug. bis 09. Okt. 2008
Region/Kontinent: Südeuropa

Gran Recorrido 11
30. August bis 09. Oktober 2008
Von Albanyà bis Bujaruelo

Zwei Jahre habe ich mich mit der Vorbereitung auf diese Wanderung beschäftigt: Mal mehr, mal weniger.
Verschiedene Gründe führten dazu, dass ich diese Wanderung nicht wie geplant im Frühsommer/Sommer sondern im Herbst machte.
Wie sich zeigen sollte, war der Zeitpunkt für die Wanderung, mit der von mir gewählten Ausrüstung, zu spät. Schnee verhinderte die Absicht von Albanyà bis Fuenterrabia zu gehen. In Bujaruelo (1350 m) schneite es am 03.10.: Und bis Canfranc de Estación waren noch Pässe von 2500 m bis 2800 m zu überwinden. Meine Wanderung war damit in Bujaruelo zu Ende.
Zur Orientierung habe ich das spanische Kartenmaterial „mapas de etapa eskala 1:40.000“ aus dem Buch „GR 11“ verwandt. Als Wanderführer diente mir – so glaubte ich – das Buch „Der Weg ist das Ziel – Spanien: Pyrenäenweg – GR 11“ von Hartmut Stahn, das im Stein Verlag erschienen ist und mir in der 3. Auflage 2005 vorlag. Zu diesem Buch sei hier erwähnt, dass es mir nach etwa 6 Etappen nur noch als Sitzunterlage auf kaltem Stein diente. Dieses Buch dient nicht einmal etwas zur groben Orientierung. Schwierig wird es dann, wenn z.B. Quellen (Wasser) angegeben sind, die nicht mehr existieren. Dieses Buch ist nicht nur veraltet, es ist einfach nur ein nicht mehr zutreffender „Reisebericht“ eines bemühten Autors. Ich habe diese Wanderung nicht gemacht, um dieses Buch zu überprüfen: Dort, wo besonders gravierende und falsche Informationen zu lesen sind, verweise ich darauf im nachfolgenden Text.

Aber auch hier sei schon erwähnt, dass ich bei diesem Buch das Konzept vermisst habe z.B. bei den Entfernungsangaben: „Kurz nachdem der GR 11 die Hütte passiert hat, biegt der Weg in westlicher Richtung ab...“
Mal abgesehen davon, dass es eine falsche Angabe ist – der Weg macht hier in östlicher Richtung einen Bogen (hier ist auf das spanische Kartenmaterial zu vertrauen) – versteht der Autor unter „...kurz nachdem...“ ca. 50m.
Bei der nächsten Etappe (La Guingueta – Refugio Ernest Mallafré) ist zu lesen: „...kurz nachdem Sie den Abzweig nach Estaís passiert haben...“.
Hier versteht der Autor unter „...kurz nachdem...“ etwa 2 km.
Was ist von solchen Angaben zu halten, wenn zum einen „kurz nachdem“ 50 m zum anderen aber auch 2 km bedeutet?
Oder: Dass der gute Herr Stahn für die Strecke (Port de Rius – Refugio Hospital deVielha) eine knappe Stunde benötigte, imponiert doch sehr! Um es nachvollziehen zu können: Es sind 3 ½ km und über 800 hm!!!!!
Oder sollte die Frage erlaubt sein, ob der Herr Stahn vielleicht zu viele Märchen des Herrn Messner gelesen haben könnte? Und dann: Statt den nach Hospital de Vielha schwierigen Abstieg mit kritischen Abzweigungen zu beschreiben, beschränkt sich Herr Stahn bei diesem Teilstück darauf, einzig auf seine Fabelzeit von knapp einer Stunde bis Vielha hinzuweisen.

Meine Vorbereitungszeit wurde vornehmlich mit der Ausrüstung und der Überlegung, was ich mitnehmen will, verbracht: Zelt oder Biwak, Kocher oder Verzicht auf`s Kochen, schwerer oder leichter Schlafsack etc.
Ich habe mich dann gegen Zelt und für Biwack entschieden. Ich habe auf dieser Tour biwackiert, in Nothütten, bewirtschafteten Refugios und preiswerten Hostales übernachtet.
Meine Ausrüstung wog insgesamt (incl. Rucksak) 14.533 gr. Im Einzelnen:

Am Körper 2.756 gr.
Hüfttasche 1.761 gr.
Rucksack 10.016 gr.

Das für mich Wichtigste war, dass ich mich für die richtigen Schuhe und dass ich mich für die Mitnahme eines Wasserfilters entschieden habe. Bei den fehlerhaften Angaben im oben erwähnten Buch erscheint es mir mehr als nur leichtsinnig, sich auf die vom Autor vermutete Wasserqualität zu verlassen. Zumal diese sich im Verlauf der Jahre auch verändern kann. Außerdem war es mir lieber, andauernd 455 g statt für einige Etappen bis zu 3 kg mehr an Gewicht zu tragen. Die Sicherheit war für mich aber ausschlaggebend. Und es hat sich bewährt!
Irgendwo hatte ich gelesen, dass, wenn in der kältesten Nacht nicht die gesamte Bekleidung verwendet werden muss, zuviel mitgenommen wurde: Ich musste am kältesten Tag meine gesamte Kleidung anziehen um nicht zu frieren.

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Pyrenäen. Schwarz gewandert; Blau Bus/Zug

30.08.2008 Albanyá
Jetzt sitze ich hier in Albanyá, Camping Bassegoda, und bin doch noch nicht da! Es ist 20.15h. Familiencampingplatz!!! Ich hoffe, es ist das letzte schulfreie Wochenende für spanische Kinder!
Es wurde mir nicht erlaubt hier zu biwackieren. Ich konnte mir ein Zelt ausleihen.
Der Flug war ok. und die Zugfahrt vom Flughafen nach Figueres war dann auch nach drei Stunden erledigt.
So richtig habe ich aber alles nicht mitbekommen. Meine Gedanken waren immer woanders: entweder bei dem, was hinter mir liegt oder bei dem, was bereits in einigen Tagen oder sogar danach sein wird.

Der Tag:
07.00 h Abfahrt zum Flughafen Köln-Bonn
08.50 h An Flughafen
10.40 h Start
12.40 h Landung Flughafen Barcelona
13.30 h Rucksack
14.00 h Zug: Flughafen Barcelona – Figueres.
14.20 h An Sans Umsteigen in Sans (von Gleis 13 nach Gleis 14)
14.25 h Ab Sans
16.45 h An Figueres

Wie bei früheren Besuchen gefiel mir Figueres auch diesmal nicht besonders. Ich entschied also mit einem Taxi weiter nach Albanyá zu fahren.

17.45 h Ab Taxi Figueres
18.15 h An Albanyá
18.45 h An Camping Bassegoda

31.08.2008 Albanyá
Und dann die erste Nacht: Scheiße – kaum geschlafen. Es bedarf wohl doch der Gewöhnung.
Obwohl für heute Regen angesagt: der Luftdruck ist gestiegen. Der Tag soll für die Vorbereitung auf die nächsten Tage genutzt werden.
Schreck am Morgen!!! – Die Wanderkarten sind weg!
Den Rucksack komplett ausgeräumt – nichts!
Was jetzt?
Weiter ohne Karten?
Und dann – doch noch gefunden: Im Fach für den Wassersack.
Eigentlich wollte ich es ja langsam angehen lassen, aber jetzt langweile ich mich nur. Einkauf, Lebensmittel für die nächsten drei Tage, Campinggas, Campingplatz bezahlt und dann noch einen Morgenspaziergang nach Albanyá: Nicht wirklich interessant.
Am Nachmittag noch einmal zwei Stunden spazieren gegangen. Kopfschmerzen seit Ankunft.
Da ich mich in den nächsten Tagen nicht wirklich fürstlich versorgen werde, wollte ich mir noch einmal ein gutes Essen gönnen. Und dann: Es gab nur Bocadillos. Also: Bocadillo con Tortilla francesa. Und Fußball.
Und es hatte doch noch etwas geregnet. In den Bergen soll es heftiger sein. Auch für die beiden kommenden Tage ist Regen angesagt. Aber, besser im Regen laufen, als noch einmal einen solchen Gammeltag: Die Hoffnung, bald in die Gänge und in bessere Stimmung zu kommen. Ich sitze am Pool, Romantik, ohne Wirkung auf meine Stimmung.

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01.09.2008
1. Etappe von Albanyá nach Sant Aniol d`Aguja
Und jetzt geht`s los!
Oh dieses Gewicht!
Meine erste Etappe sah 16 km und ca. 1000 hm vor. Eine Anforderung, die zu leisten sein sollte.
Und hier begann die Ernüchterung: Die Routenbeschreibung im Buch „Der Weg ist das Ziel“ ist nicht nur vollkommen daneben, sondern auch für den, der sich darauf verlässt, gefährlich: Die Quelle Can Nou sprudelt nicht mehr! Und ich hatte mich auf diese Angabe verlassen und nur 1 Liter Wasser mitgenommen. Die Quelle – so schien mir – sprudelt schon seit geraumer Zeit nicht mehr und nicht erst seit diesem Sommer. Dies war ein so sehr einschneidendes Erlebnis, dass ich mich in Zukunft nicht mehr auf die Angaben dieses Buches verlassen werde, sondern eigene Sicherheiten schaffe.
Ja, ich war nach 2 ½ Stunden an der ehemaligen Quelle – übrigens: die einzige Zeitangabe im Buch, die mit meiner Zeit übereinstimmend war.
Und der Weg sollte mangels Wasser noch beschwerlich werden.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter. Beim Aufstieg zum Col de Bassegoda habe ich mich dann ein wenig verstiegen und musste 80 hm zurück.

Und dann am Coll. Ja, der Blick zurück zeigte mir einen Silberstreif am Horizont: Das Meer. Und alles war grün und hügelig – so man denn bei 1200 m von Hügel sprechen kann. Aber es wirkte so.

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Und dann weiter. 15.00 h Can Prinzipi. 16.30 h endlich Wasser! Sechs Stunden anstrengende Wanderung ohne Wasser: Dass würde mir nie wieder passieren!
Mit meinem Wasserfilter habe ich dann 3 Liter Wasser aus dem Torrente de la Comella gefiltert. Ein Liter habe ich sofort getrunken und 2 Liter mitgenommen, da ja auch die Quelle in Sant Aniol d`Aguja möglicherweise nicht sprudeln sollte.
Nach einer ½ Stunde war ich dann in Sant Aniol d`Aguja. Und siehe da: Die Quelle sprudelte.
Dann noch einige Fotos, gewaschen, Nachtlager bereitet und gegessen. Bei einem Tee mich auf die nächste Etappe vorbereitet.

Ja, und dann noch einige Geschichten:
Nachdem ich mein Nachtlager aufgeschlagen hatte, kam ein Spanier des Weges. Mein Lager musste einen bedauernswerten Eindruck auf ihn gemacht haben. Er sagte mir, dass es etwa 2 km entfernt – und er wies dabei in nördliche Richtung – ein Hotel gäbe, welches gut und nicht teuer sei. Ich bedankte mich, vermied aber zu sagen, dass ich dafür heute nicht noch weitere 2 km gehen werde. Er nannte mir noch den Namen des Hotels und verschwand.

Und dann kamen auch noch zwei Mädchen – 15 oder 16 Jahre alt – vorbei. Sie erzählten, dass sie nun bereits zum 3. Mal versucht hätten zu einem bestimmten Wasserfall zu gehen und es diesmal geschafft hätten. Sie müssten nun allerdings noch 2 Stunden bis zu ihrem Campingplatz gehen, auf dem ihre Eltern mit einem Wohnwagen stünden. Es war bereits 18.00 h und nun machte ich mir Sorgen um sie. Ich bat sie, sich zu sputen, damit sie noch ankämen, solange es noch hell sei.

In der Nacht wurde ich dann von einem Rascheln geweckt: Meine Schuhe!
Ich hatte vorsichtshalber meine Schuhe in einen Plastikbeutel gepackt, um sie vor Nässe/Feuchtigkeit zu schützen. Und diese Plastiktüte hat irgendein Vieh zu klauen versucht. Als ich durch das Rascheln geweckt wurde und realisiert hatte, wodurch dieses Rascheln verursacht wurde, habe ich Lärm geschlagen und Licht gemacht. Das Vieh war weg, die Tüte mit den Schuhen lag bereits ca. 5 m vom ursprünglichen Ort entfernt. Meine einzigen Schuhe! Es galt in Zukunft sie besser zu verstauen.

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02.09.2008
2. Etappe von Sant Aniol d`Aguja nach Beget
Das war eine schlechte Nacht! Jedes Mal, wenn ich mich umgedreht habe, wurde ich wach. Und das, obwohl ich nach der 1. Etappe doch ziemlich kaputt war: nicht nur wegen fehlendem Wasser.
Heute, so schien es, sollte es weniger anstrengend werden.
Bis La Quera bzw. Talaixá war der Weg – im Gegensatz zu der Beschreibung im Buch – gut zu gehen (nicht zugewachsen). Das angeblich verlassenen Gehöft La Quera ist bewirtschaftet und betreibt auch eine „Bar“. Als ich dort vorbeikam, traf ich allerdings nur den angeketteten Hund an.
Ich war gerade mal 15 Minuten an der Kirche Talaixá als ein Hubschrauber direkt neben der Kirche auf der Wiese landete. Vier Männer entstiegen dem Helikopter. Ausgerüstet mit Klettergurten und Werkzeug. Einige Minuten später flog der Helikopter wieder an und lud Säcke mit Werkzeug und Baumaschinen ab. Es war ungemütlich. Meine Frage, wie oft er denn noch kommen würde, wurde mit 350 bis 400 Mal beantwortet. Ich dachte mich verhört oder es falsch verstanden zu haben. Nein, es stimmte. Die Kirche wird wieder instandgesetzt. So wie diese Kirche aussieht nehme ich an, eine Arbeit für die nächsten 5 Jahre.

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Nein, hier musste ich nicht bleiben. Doch was machen, wenn im Buch steht: „...Von Talaixá geht es in südwestlicher Richtung wieder bergab...“ und es drei Wege in südwestlicher Richtung gibt? Ja, suchen! Mehrfach den falschen Weg gehen und schlussendlich durch Brombeergestrüpp wieder auf den Weg kommen.
Bis zum Rio de Beget benötigte ich dann mit einigen Pausen 2 ½ Stunden und bis Les Faixcanes noch einmal 1 ¾ Stunde. Nach einer halbstündigen Pause ging es dann weiter. Der gesamte Weg war - im Gegensatz zur Beschreibung im Buch - sehr gut zu gehen.
Und schon hörte ich den Donner. Ich bin eher gerannt und hinuntergestolpert als gewandert. Und dennoch: 16.30 h, ca. 1,5 km vor Beget war es dann so weit: Es begann heftig zu regnen und das Gewitter kam näher. Da ich keine Regenkleidung anhatte, schlug ich mich in die Büsche: Brombeeren! Hoffend, dass es bald aufhören würde.
Im Gegenteil: es wurde immer schlimmer. Es war geradezu ein Kunststück, dass ich mir dort und in dieser verkrümmten Haltung die Regenkleidung anziehen und den Regenschutz über den Rucksack schnallen konnte. Die folgende Stunde zeigte, dass es notwendig war.
Zunächst schüttete es wie aus Eimern, dann Hagel, groß wie Erbsen und dann, groß wie Pfirsichkerne. Ich musste, obwohl etwas durch die Büsche geschützt, noch meinen Hut auf die Kapuze setzen, damit es nicht so weh tat.
Als der Regen dann etwas nachließ ging ich zügigen Schrittes nach Beget.
Hier fand ich dann ein Zimmer im „Can Feliça“. Es handelte sich hierbei offensichtlich um das ehemalige, im Buch beschriebene, Hostal Can Joanic. Ein Hostal dieses Namens gab es in Beget nicht. Die Duschen waren allerdings nicht auf dem Flur.
Und dann hieß es Klamotten auspacken – alles war nass – und waschen. Dann eine heiße Dusche.
Entgegen der Annahme, dass es eine gemütliche Etappe werden sollte, war ich doch ziemlich fertig.
Es hatte aufgehört zu regnen.
Nach der Dusche und ein wenig ausruhen, essen gegangen. Dann zurück ins Hostal und die morgige Etappe angesehen. Um 22.00 h ins Bett gefallen.

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03.09.2008
3. Etappe von Beget nach Molló
Nach einer durchwachsenen Nacht – eigentlich war sie bereits um 02.00 h beendet – gab es um 09.00 h Frühstück: In Olivenöl schwimmende Spiegeleier con Bacon. Was ich meinem Magen so antue! Habe ich kurz vor Molló gemerkt: Erst Sodbrennen, dann :kotz:. Doch von vorn:
09.30 h Aufbruch. Der Weg war sehr nass. Nicht nur extreme Rutschgefahr, auch meine Hose war nach einer Stunde durchnässt (hohes Gras). Hose aus, an den Rucksack geklammert und Regenhose an. Nach 2 Stunden in Can Planes. Pause. 12.00 h weiter. Und dann auch noch in die falsche Richtung! Hier (Can Planes) war nicht nur die Beschreibung im Buch katastrophal, auch die Markierung war nicht zu finden. Ich bin dann ca. 2 km weiter östlich auf die Teerstraße gestoßen. Nach kurzer Orientierung, der Landstraße folgend in westlicher Richtung, bis zum Abzweig (Feldweg nach La Boixeda). Hier ist die Markierung wieder gut.
Um 14.00 h Pause – wie ich dachte: kurz vor Molló. Doch ich benötigte für den Weg nach Molló noch eine weitere Stunde. Der im Buch beschriebene kurze Anstieg nach Molló war mörderisch. Noch mal eine kurze Pause, dann ins Dorf.
Meine Frage nach einem Hostal wurde von einer Frau gehört, die mich fragte, ob es denn auch ein Refugio sein könne. Claro!
Nun: 2 Stockbetten, kein Fenster, aber mit Toilette und Dusche!
Dann duschen und trockene Kleidung.
Im Zimmer kann man sich nicht aufhalten. Kurzer Dorfspaziergang. Stück fettige Wurst, Cola, Schokolade gekauft und im Garten der Dorfkirche ein sonniges Plätzchen gesucht und hier dann alles verzehrt. Was ich meinem Magen so alles antue!
Spaziergang. Einkaufen: Obst – um meinem Magen doch noch etwas Gutes zu tun.
Am Abend auf der Placa Major gesessen Kaffee und Orangensaft getrunken.
22.00 ins Bett.
Es stinkt nach Öl und die Heizung nebenan dröhnt = schlechte Nacht.

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04.09.2008
4. Etappe von Molló nach Refugio d`Ulldeter
Ich habe kaum geschlafen und bin bereits um 05.30 h aufgestanden. Duschen, Frühstück, Rucksack packen. Da ich erst gegen 07.30 starten konnte (dunkel) habe ich mir nochmals die Etappe angesehen.
Start 07.30 h. 09.15 h in Sant Joan, 11.00 h am Coll de Llenes. Während dieser Pause am Col zog immer wieder Hochnebel über die Kuppe. Manchmal hüllte er alles ein: Hesse kam mir in den Sinn.
Kurz vor dem Etappenziel, Setcases, noch einmal eine kurze Pause.

Seit ich den GR 11 gehe werde ich umschwärmt: Fliegen!

Um 13.45 h in Setcases. Essen: 2 Tortilla francesa mit Brot.
Hatte mich dann doch entschieden zu versuchen zur Skistation „Estació d`Esqui Vallter 2000“ zu trampen (7 km Asphaltstraße). Von 14.00 bis 15.00 h kamen 3 PKW und 2 LKW vorbei - und fuhren auch vorbei. Die Bitte – wie im Buch beschrieben – im Hostal Ter ein Taxi rufen zu lassen, wurde abgelehnt. In Setcases wollte ich nicht bleiben: Bei den Hostales, bei denen ich nachgefragt hatte, kostete die Übernachtung 55,-- bis 80,-- Euro. Zu teuer! Außerdem hatte ich bis zum Abend auch noch einige Stunden.
Um 15.15 h habe ich mich dann auf den Weg gemacht. Und eine halbe Stunde später hat dann doch noch ein Autofahrer angehalten: der Elektriker, der die Trafos der Skistation kurz unterhalb der „Estació d`Esqui Vallter 2000“ überprüfen musste. Ein sehr freundlicher Mann, der mir dann noch den Weg beschrieb und meine Wasserflasche auffüllte.
Für den Aufstieg – immer über die Skipiste – benötigte ich dann noch eine Stunde. Ankunft 17.00 h.
Hätte er mich nicht mitgenommen, ich wäre heute sicher nicht mehr angekommen. Wie: 7 km und 1000 hm! Unser Herr Stahn macht so etwas mal eben in 2 Std. und 20 Min.
Duschen, Tee trinken, ein paar Süßigkeiten und warten auf das Abendessen.
Seit Albanyá habe ich nun 57,5 km zurückgelegt – ich könnte zufrieden sein. Heute waren es 17 km bei 1700 hm Auf- und 700 hm Abstieg. Für morgen bedeutet das: es sind nur noch 12 km bis Núria. Laut Buch 3 ½ Std. Obwohl ich mindestens 6 Stunden benötigen werde, verspricht es ein „ruhiger“ Tag zu werden.
Morgen werde ich also den höchsten Punkt der gesamten Route erreichen.
Seit ich den GR 11 gehe, habe ich starkes Sodbrennen. Ich trinke viel! Ich esse während des Gehens wenig bis gar nichts.
Um 20.45 gab es dann das Abendessen: 2 Teller Nudelsuppe, 2 Zweiminutensteaks mit kaltem Reis (schmeckte aber gut) und Flan, Wasser und Brot. Ich bin pappsatt. Es ist kalt hier oben.
Der Schlafraum ist für 14 Personen vorgesehen. Heute sind es mit mir 6 Personen. Nun, ich bin gespannt. Die Dusche war auch heftig: kaum Bewegungsfreiheit und nicht wirklich warm. Aber hier oben nur im Biwack ist auch keine Verlockung.
Es ist 21.30 h. Ich werde mich jetzt ins Bett begeben.

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05.09.2008
5. Etappe von Refugio d`Ulldeter nach Núria
Es war wieder eine schlechte Nacht. Lag an mir: ich wollte andere nicht durch meine Schlafgeräusche stören. Auch den Gang zur Toilette verklemmte ich mir aus diesem Grund.
Frühstück: Toast, Marmelade, Kaffee und Saft.
08.00 h Start. Um 10 Uhr erste Pause in der Senke nach dem Coll de la Marrana. 10.15 h weiter. 12.00 h Pause am Coll de Tirapits. Während dieser Etappe war es immer sehr windig bis stürmisch. Manchmal haben Böen meinen Rucksack ergriffen und mich fast umgerissen.
Zwischen Pic de Noucreus und Coll de Noufont habe ich dann den Weg bzw. den Abstieg nicht gefunden. Ich wähnte mich bereits am Coll de Noufont. Der Abstieg sollte über ein Geröllfeld gehen. Alles – in jeder Richtung – war Geröllfeld. Also: Abstieg über irgendein Geröllfeld in Richtung Núria – das ehemalige Kloster ist bereits von hier zu sehen. Hier handelte es sich um ein Geröllfeld mit nur kleinen Steinen = ich bin mit den Steinen mehr gerutscht denn gewandert. Bis zu einem Abbruch. Hier ging es nicht mehr weiter, weil ca. 60 bis 70 Meter steiler, senkrechter Fels.
Ich bin einfach zu früh abgestiegen. Nachträglich auf der Karte zu sehen.
Auch wenn man es sich noch so sehr vornimmt, kein unnötiges Risiko einzugehen, passiert es doch. Die einzige Möglichkeit, noch einen Weg hinunter zu finden, war zu queren. Hinauf wäre ich bei diesem Geröll nie mehr gekommen.
Während meiner Querung beobachtete mich etwa 200 m tiefer ein Wanderer. Er wartete, bis ich einen Abgang gefunden hatte. Erst dann ging er weiter.
Um 16.00 h war ich in Núria.
Das Hotel im ehemaligen Kloster in Núria kostete 110,-- Euro – indiskutabel. Also Biwack. Und da ich nur ein Biwack hatte, brauchte ich auch nichts zu bezahlen. Als ich dann Richtung Areal, auf dem Camping erlaubt war, ging, verfolgte mich ein mitleidiger Blick.
Platz ausgesucht, Biwack vorbereitet, einkaufen, essen. Für`s Erste gesättigt.
Es ist 17.30 h. Irgendeine Kindergruppe lärmt noch rum. Sie haben ihre Zelte aber schon abgebaut. Und es dauerte dann auch nicht mehr lange bis sie verschwunden waren. Dafür sind dann noch einige spanische Jugendliche (5 Zelte) angekommen.

Heute sehr viele Gämsen gesehen, auch Bisame huschen quiekend über den Weg. Die Ausblicke von diesen Höhen waren grandios.

Am nächsten Tag will ich mit der Zahnradbahn bis Ribes de Freses und von dort mit dem Zug nach Puigcerdá fahren.

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06.09.2008 Núria – Puigcerdá
Um 06.45 h war die fast schlaflose Nacht vorbei. Leichter Regen. Ich bin mit meinen Sachen aber noch vor dem Regen in die Duschen (kalt) gekommen und konnte noch alles trocken einpacken. Katzenwäsche – auf`s Duschen habe ich verzichtet. 07.30 h Frühstück: Brot, Cola, Blutwurst und Schokolade. Warten darauf, dass der Schalter für die Bahn nach Ribes de Freser geöffnet wird.
Hier eine meines Erachtens typisch spanische Kuriosität. Die Zahnradbahn sollte um 08.30 h abfahren – der Fahrkartenschalter um 08.30 h öffnen. Als ich dann kurz vor 08.30 h am Fahrkatenschalter nach einer Fahrkarte fragte, wurde mir erklärt, dass der Schalter erst um 08.30 h öffne, ich als keine Fahrkarte kaufen könne. Die Fahrkarte für die 1. Fahrt mit der Zahnradbahn kann deswegen im Zug gelöst werden.
Die Bahn fuhr pünktlich. Wegen der fantastischen Aussicht sitzt man das erste Drittel der Fahrt am besten rechts und die übrige Zeit links in Fahrtrichtung. In Ribes de Freser muss allerdings die Endstation genommen werden, um Anschluß nach Puigcerdá zu bekommen (auch dieser Hinweis fehlt natürlich im Buch). Ich war schon an der 1. Station in Ribes de Freser ausgestiegen, bin zum Fahrkartenschalter gegangen, um dort die Auskunft zu bekommen, dass ich mit dem Zug hätte weiter fahren müssen. Zurückgehechtet und ihn im letzten Moment den Zug noch bekommen. An der Endstation wurde ich dann weitergeleitet zum Bahnhof RENFE. Dort angekommen, waren die Schalter geschlossen. Gefragt und gesagt bekommen, dass keine Züge, sondern nur die Busse, die vor dem Bahnhof stünden, nach Puigcerdá fahren. Also wieder raus, gefragt - stimmt. Eingestiegen und um 09.25 h, fünf Minuten nach meiner Ankunft, wieder abgefahren, 15 km bis Puigcerdá, 75 min.
Das Wetter ist immer noch schlecht – leichter Regen. Ich werde also heute in Puigcerdá bleiben. 10.40 h Ankunft. Taxifahrer gefragt, hat mich 20 m weiter zum Hotel „Terminal“ verwiesen. Ist ok. Preis: 35,-- Euro incl. Frühstück – muss ich eben am Essen sparen.
Duschen, Wäsche waschen, Einkauf mit Stadtbummel verbunden. Chorros gegessen = süßes und gezuckertes Fettgebäck.
Aus welchem Grund die Züge nicht fuhren, weiß ich nicht. War in der Kürze der Zeit nicht zu erfahren. Ich musste aber für die Busfahrt auch nichts bezahlen. Man hat wohl angenommen, dass ich auch nur – wie die übrigen Fahrgäste, die nicht mit dem Zug weiter kamen – weiter transportiert werden wollte.
Es regnete den ganzen Tag.

06.09.2008 Ruhetag

07.09.2008
6. Etappe von Puigcerdá nach Nothütte J. Folch
Endlich mal wieder zu normalen Zeiten ins Bett 22.30 h. Schlecht eingeschlafen aber nur einmal wach geworden.
06.15 h aufgestanden. Duschen, Rucksack. 07.15 h zum Frühstück. Viel und gut!!
Start 07.45 h. Mit einigen kurzen Pausen war ich bereits um 13.00 h am Refugió Malinú. Hier sollte die heutige Etappe eigendlich enden. Was nun? Zunächst etwas gegessen. Nach einer Stunde Pause fühlte ich mich wieder so fit, um bis zur Nothütte J. Folch zu gehen.
14.00 h Start. Langsam gehend und mit 2 kurzen Pausen, war ich um 17.00 h am Ziel. 2325 m. Es ist 6 Grad. Erst einmal den Ofen befeuert. Etwas gegessen (habe zu wenig eingekauft = morgen wird es ein nahrungsarmer Tag) und Schlafstätte vorbereitet. Dick eingepackt noch ein wenig die Umgebung erkundet.
Es sind noch 3 junge Spanier gekommen. Die sind von Puigcerdá mit Pausen nur 7 Stunden gelaufen. Sie wollen morgen bis Encamp. Und ich bin froh, wenn ich morgen nur bis zur Nothütte Riu dels Orris komme.
20.30 h in den Schlafsack gekrochen. Die 3 Jungs kochten derweil. Aber auch sie machten Widererwartens nicht mehr lange.

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08.09.2008
7. Etappe von Nothütte J. Folch nach Nothütte Riu dels Orris
Die Nacht war ganz leidlich. Die Jungs hatten nicht so lange gehext und ich war nur wenige Male wach geworden.
Heute um 06.30 h aufgestanden. Rucksack, Frühstück: die letzten Reste. Sollte zusehen, dass ich schnell nach Encamp komme!
Start 08.15 h. Die Jungs wollen etwas später starten.
Mann oh Mann – was man sich so alles antut! Der Aufstieg nach Portella de Can Colomer (2700 m) am frühen Morgen hatte es in sich! Und später dann auch noch der Coll de Vall Civerra: noch mal 600 hm!
Nach etwa einstündigem Aufstieg habe ich die Jungs auch losgehen sehen. Habe damit gerechnet, dass sie mich spätestens in 4 Stunden eingeholt haben würden: Wer heute noch bis Encamp will!!!
Mein Rhythmus: 2 Stunden gehen / 15 Minuten Pause – 2 Stunden gehen 30 Minuten Pause.
Eigentlich wollte ich doch noch versuchen bis zur Nothütte Fontverde zu kommen – damit es morgen nicht so weit bis Encamp ist und ich etwas zu essen bekomme.
Kurz vor der Nothütte Riu dels Orris glaubte ich mich am Ziel – na, so wirklich glaubte ich es nicht. Vor der „Hütte“ lagen Handtücher auf der Wiese ausgebreitet: Wie für ein Sonnenbad. Nun, ich stiefelte in den Gebäudeinnenhof. Hier saß ein älteres Ehepaar, sommerlich gekleidet, aß Paella und trank Sekt. Nein, das konnte nicht die Nothütte sein. Als es mir nun so wirklich deutlich war, entschuldigte ich mich und bat darum, mich einen Moment ausruhen zu dürfen. Kurz und gut: Ich wurde zum Paellaessen eingeladen, auch den Sekt habe ich nicht verschmäht. Ich erzählte, woher ich komme – grundsätzlich und auch heute. Der Mann erzählte, dass dies seine Jagd sei und er und seine Frau heute Abend von einem Helikopter wieder abgeholt würden. Ja dann!!
Nach etwa einer Stund bedankte ich mich freundlich für die Einladung nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es nicht zuletzt deswegen besonders gut geschmeckt habe, weil ich nichts mehr zu Essen hätte und erst morgen in Encamp wieder einkaufen könne.
Ja, ja – so ganz uneigennützig war es nicht!
Sofort packte die Frau eine Plastiktüte mit allerfeinstem Essen. Sogar gebrannte Mandeln gab es. Der Mann sagte, dass es nun zwar einiges an Gewicht sei – zumal ich auch noch Säfte bekam – aber die Nothütte auch in 15 Minuten zu erreichen ist. Nach diesem Hinweis war mir ALLES doch noch etwas peinlich.
Gesättigt und mit Lebensmitteln versorgt verabschiedete ich mich ging noch 10 min. bis zur Hütte Riu dels Orris. Ich hatte es nicht mehr eilig nach Encamp zu kommen.
Ankunft 15.00h. Wäsche waschen, mich waschen, Bett vorbereitet.

Danach Essen: Tomatensalat mit Tunfisch und Oliven! Dazu frisches Brot. Zum Nachtisch gab es eben dieses frische Brot mit Butter!!!! Und Marmelade. Und vorher hatte ich schon einen Tee und als „Gebäck“ die gebrannten Mandeln.
Habe draußen in dieser romantischen Umgebung das Essen genossen.
Die 3 Jungs sind dann gegen 18.00 h eingetrudelt, wollten aber noch weiter. Zumindest bis zur Nothütte Fontverde (1 Stunde). Mir war es nur recht: so konnte ich ALLES weiterhin in Ruhe genießen.
Bin dann aber doch schon gegen 20.30 h in den Schlafsack gekrochen.

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09.09.2008
8. Etappe von Nothütte Riu dels Orris nach Encamp
06.00 h war die relativ gute Nacht zu Ende. Ich dachte die Tür mit einem Stein vor ungewolltem Öffnen gesichert zu haben – denkste: der Stein war zu klein oder der Spalt unter der Tür zu groß = die Tür stand die ganze Nacht sperrangelweit auf. Und ich wunderte mich, als ich Nachts wach geworden war, warum der Riu Madriu so laut ist.
07.30 Start bei leichtem Regen. Regenkleidung. Aber schon an der Nothütte de Fontverd, in der die 3 spanischen Jungs um 09.00 h noch tief und fest schlummerten (von wegen bis Encamp), habe ich die Regenkleidung wieder ausgezogen.
Der im Buch so hochgelobte Weg mit seiner so hochgelobten Markierung, war ein einziges Ärgernis für mich. Der gesamte Weg – aber auch schon vom Coll de Vall Civera – war Geröll oder Geröllrinne. So schlecht war der gesamte Weg bis Andorra noch nicht. Auch die Markierung war besser. Wenn bisher – vom Weg her – nie die Gefahr bestand, sich die Knochen zu brechen, hier schon!! Und damit stimmten dann auch die Gehzeiten nicht. Ich benötigte von Fontverd bis Encamp 4 ½ statt der angegebenen 3 Stunden.
Die größte Frechheit: Der 45minütige Abstieg vom Estany d`Engolaster nach Encamp wird als gut zu gehender Waldweg beschrieben. Tatsächlich war es eine alpine Geröllrinne, die – zumal besonders am Einstieg sehr steil und feucht – alles andere als entspannend war. Entsprechend und es ahnend, habe ich mich hier dann auch (das einzige Mal auf dieser Tour) auf die Fresse gelegt. Es ist nichts passiert – außer dreckig. Übrigens: ich benötigte 1 ½ Stunden für diesen „idyllischen“ Weg. Und noch etwas: Inzwischen gibt es zwei Restaurants dort oben – ein Beweis dafür, wie antiquiert dieses Buch ist (das 2. Restaurant sah mir nicht so aus, als wenn es neu sei, sondern eher als wenn es bereits mindesten 10 Jahre dort stehen würde).

Camping International erlaubte kein Biwack und bot auch keine Alternativen. Ich fand in der Nähe des Camping, im Hotel La Mola, ein sehr gutes Zimmer mit Dusche/WC, für 32,-- Euro incl. Frühstück.
Zunächst wieder die Kleidung waschen, Rucksack auspacken, duschen, ausruhen. Einkaufen: Viel Obst!! Zurück, essen: in Etappen bis zum Schlafen. Habe entschieden 2 Nächte zu bleiben. Fühle mich einfach nur kaputt.

Habe mir die folgenden Etappen angesehen. Bin mir noch nicht sicher, wie ich sie planen soll. Auch in den nächsten Tagen soll es weiter regnen.

10.09.2008 Encamp Ruhetag

11.09.2008
9. Etappe von Encamp nach La Cortinada
07.00 h aufgestanden. 08.00 h Frühstück. 08.40 h Start.
War gegen 11.40 h am Coll de Ordino (2000 m). Umziehen, weil die Kleidung vom Regen/Schwitzen nass war. Vom Coll habe ich die Zeiten nicht mehr registriert. Einige Unterbrechungen (Regen) und Pausen. Sowohl Auf- als auch Abstiege waren steil und anstrengend. Andauernde Rutschgefahr! 16.40 h – nach 8 Stunden – in La Cortinada, Hotel Daina. Zimmer mit Badewanne = 1 Stunde gebadet.
Fast meine gesamte Kleidung ist nass. Hoffe, dass bis morgen alles wieder trocken ist.
Da ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, habe ich ein Würstchen mit Zwieback gegessen – obwohl es um 20.00 h das Menü gibt.
18.30 h bis zum Abendessen noch etwas ausgeruht.
20.00 h Abendessen.
Ausruhen.
23.00 h schlafen.

12.09.2008
10. Etappe von La Cortinada nach Arinsal
Auch heute wieder ein für mich anstrengender Aufstieg zum Coll de la Cases! Da es auch in der vergangenen Nacht wieder geregnet hatte, war alles glatt. Teilweise war der Weg ein Bach. 11.50 h am Coll. Dort traf ich Frank aus Schottland. Er war in umgekehrter Richtung unterwegs. Will noch bis zum Cap. Bat mich, noch etwas in sein Tagebuch zu schreiben. Hat im letzten Jahr die erste Hälfte des Weges gemacht und nun die 2. Und schon war er wieder weg.
Abstieg: auch steil und glatt. War um 12.20 h schon in Arinsal. Was nun? Weiter zum Refugio oder bleiben? Ich hatte keine Lust mehr und Frank sagte, das er im „Quo Vadis“ ein Apartment für 13,-- Euro hatte. Also zum Quo Vadis. Ich habe ihn missverstanden: 30 Euro. Mir wurde aber das Hostal Pobladó für 15,-- Euro empfohlen. Also ins Pobladó: 15,-- Euro incl. Frühstück! Das Zimmer kann man sich vorstellen. Ich sage mal: es ist einfach. Waschgelegenheit im Zimmer.
13.15 h ins Quo Vadis. Hatte dort lecker aussehende Tapas gesehen. Und sie schmeckten auch so: vor allem der Kartoffelsalat!
15.15 h Zimmer – ausruhen.
18.00 h Einkauf. Der Verkäufer fragte mich, ob ich auf dem GR 11 unterwegs sei und in welcher Richtung. Nach meiner Antwort teilte er mir mit, dass es in der Nacht und morgen ab 1700 m schneien soll. Und ich will auf 2900 m und dann auch noch eine schwierige Etappe! Es bereitet mir etwas Sorge. Mal den morgigen Tag abwarten. Ob das Wetter dann so bleiben soll, konnte er mir nicht sagen.

13.09.2008
11. Etappe von Arinsal nach Nothütte Baiau
War bis 01.00 h wach. 05.45 h aufgestanden, raus gegangen und zu den Bergen geschaut:
Es hat geschneit!

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08.00 Frühstück. 08.45 h ich bin unentschlossen. Es scheint nicht viel geschneit zu haben. Aber ich bin zu unerfahren, als dass ich sagen könnte, wie der Weg dort oben zu gehen ist. Zumal: es ist steil und schwierig.
Ich werde es wagen. Wenn es zu schwierig wird, kann ich immer noch umkehren. Hoffentlich schneit es nicht noch mehr. Der Wind kommt aus NW: wahrscheinlich der Grund für diese Wetterveränderung. Mein Barometer zeigt aber keine wesentliche Wetterveränderung sondern konstantes an. Kann ich überhaupt noch nicht gebrauchen!

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Ich habe mich entschlossen, den GR 11 etwa 3 km hinter Arinsal zu verlassen und auf dem GR 11.1a weiter zu gehen. Zum einen, um mir den Abstieg durch den Circ de Baiau zu ersparen, zum anderen, um in der Nothütte Pla de L Èstany den nächsten Tag abzuwarten. Dann wollte ich entscheiden, ob ich den schwierigen Weg über den Collado de`Estany (Port de Madacorba) gehe oder mich für eine Umkehr entscheide.
09.45 h Start.
Um 11.00 h war ich, ohne große Schwierigkeiten zu haben und bei gutem Wetter, am Refugio Pla de L`Estany.
Schon von weitem sah ich die Jeeps, die ich bereits unterwegs zwei mal beobachtet hatte. Diese Allradidioten!!! Sie machten sich einen Spaß daraus, unwegsames Gelände zu befahren und freuten sich wie die Kinder, wenn einer stecken blieb und alle anderen nun helfen mussten, ihn aus dieser Situation zu „befreien“. Beim zweiten Mal standen alle um ein 1 Meter hoch loderndes Lagerfeuer und wärmten sich.
Ja, und diese Idioten standen nun mit ihren Jeeps an der Hütte.
Als ich dort ankam, musste ich feststellen, dass auf jedem Bett ein Rucksack oder Schlafsack ausgebreitet lag: Es waren aber nur vier Männer und das Refugio bot mindestens für acht Personen Platz.
Als ich deutlich machte, dass ich hier zu übernachten gedenke und erwarte, dass man mir ein Bett freiräumt, sagte man nur, dass das Refugio belegt sei und ich hier nicht übernachten könne.
In Andorra ist Jagdwoche!
Und dabei sprang einer dieser Idioten vor Freude wie Rumpelstilzchen hin und her und freute sich über eine Woche Jagdurlaub.
Sie luden Kisten mit Lebensmitteln und Getränken (u. a. zwei Kisten Wein) aus. Und sogar ein Monstrum von Generator schleppten sie mit 4 Mann und angesetzten Hebeln in den Raum, in dem sonst das Holz gelagert zu sein scheint.
Mich verwies man freudig und scherzend darauf nach Spanien weiter zu gehen: dort gäbe es keine Jagdwoche und die Nothütten seien alle leer. Ich solle aber aufpassen: es könne glatt sein.

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Und damit begann mein Ritt! Das Wetter wurde immer schlechter, es schneite immer heftiger: ein Eisschneeregen und der Wind nahm an Stärke heftig zu. Die Lücken zwischen den Steinen waren inzwischen von Schnee bedeckt, sodass ich immer wieder in diese Hohlräume stolperte. Der Weg war nicht mehr zu erkennen. Ich musste meine Brille aufsetzen, um überhaupt noch was sehen zu können.

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Am Collado d`Estany angekommen, bot sich mir ein Anblick, der meine Sorge steigen ließ. In einer kleinen Blechhütte am Gipfel – in der auch bereits Schnee, der durch die Ritzen hineingeweht wurde, lag – zog ich erst mal alles an Kleidung an, was ich überhaupt dabei hatte. Etwas vor dem eisigen Wind geschützt, wärmte ich mich ein wenig auf. Dann ging ich, um mir den Abstieg zu den Estanys anzusehen: Von Schnee überdeckter Geröllab- und Geröllaufstieg. Ein Weg war nicht zu erkennen.

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Was tun? In der nicht sehr einladenden Blechhütte biwackieren und den morgigen Tag abwarten oder doch noch zu versuchen zur Nothütte Baiau zu kommen?
Ich entschied mich weiter zu gehen. Und ich schwor mir, dass, sollte ich hier unbeschadet rauskommen, ich keinen Meter weiter auf dem GR 11 gehen würde.

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Für den Ab-/Aufstieg zum/von den Estanys und den dann folgenden Abstieg zur Nothütte Baiau benötigte ich dann noch einmal 3 ½ Stunden. Aber: Ich bin angekommen! Es war heftig und ich war erst um 19.00 h in der Hütte. Froh, überhaupt angekommen zu sein.

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Hier traf ich Peter aus Edinburg. Er war von Areu nach Baiau aufgestiegen und wollte weiter nach Arinsal. Als ich mir seine Schuhe betrachtet hatte, fragte ich ihn, ob er mit diesen Schuhen über die verschneiten Berge gehen wolle. Er antwortete: Mal sehen. Er wollte den morgigen Tag abwarten. Sollte es besser werden, wolle er noch einen Tag in der Hütte bleiben, um danach nach Arinsal zu gehen. Sollte es so bleiben oder schlechter werden, würde er mit mir morgen wieder Richtung Areu absteigen.
Es ist 20.00 h. Es sind 2 Grad in der Hütte und ich plane bereits wieder den weiteren Weg.
Schnell noch das Abendessen und dann in den Schlafsack.

14.09.2008
12. Etappe von Nothütte Baiau nach Áreu
Das Wetter war schlecht! Sehr stürmisch – aber es hat nicht weiter geschneit.
Die Nacht war kalt und ich bin häufig wach geworden. Aber auch, weil Peter aus Edinburg geschnarcht hat und der Wind die Hütte wegzuwehen drohte.
07.00 h aufgestanden, Frühstück.
08.20 Start.

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Am Morgen: Der Blick zurück zur Nothütte und der Blick voraus

Peter war eine große Hilfe, weil er den Weg schon kannte. Bis zum Refugio Vall Ferrera benötigten wir dennoch 2 ½ Stunden. Und dass, obwohl Peter für mich und bei diesen Verhältnissen, fast zu schnell unterwegs war. Allein hätte ich mindesten 1 Stunde länger gebraucht.
Am Abzweig zum Refugio trennten sich unsere Wege. Peter wollte die Schotterstraße weiter gehen, in der Hoffnung ein Lift nach Áreu zu bekommen. Danach wollte er per Anhalter oder Bus weiter nach Puigcerdá. Ich ging den GR 11 weiter, vor dem an dieser Stelle im Buch wegen des Gestrüpps und den Moskitos gewarnt wird. Keine Spur – von beidem.
Mit kurzen Pausen kam ich um 13.20 h in Áreu an.
Von den beiden Tagen bin ich doch sehr geschlaucht. Am Samstag hatte ich mir geschworen, dass, sollte ich hier heil rauskommen, ich nicht weiter gehen werde. Nun, warten wir es ab.
Zunächst habe ich hier ein Zimmer im Hotel Vall Ferrera gefunden.
Einkaufen. Danach Bad und gegessen.
Jetzt geht es mir schon wieder etwas besser.
Aber diese beiden Tage waren einfach der Wahnsinn schlecht hin. So, wie ich dort herumgetapert bin, kaum den Weg zu finden, immer wieder zwischen Steine zu stürzen, weil ich die vom Schnee bedeckten Lücken nicht erkennen konnte, der Sturm, der Nebel, der Eisschneeregen, alles ist schon sehr an meine physische und psychische Substanz gegangen. Es sollte kein Überlebenstraining mit der Möglichkeit eines negativen Endes werden. Anstrengung ja – aber ein solcher Trip, nein!!
Ich werde heute noch über das, was ich hier tue und will, nachdenken. Ggf noch einen Tag bleiben und dann entscheiden.


Fortsetzung folgt.

Ich werde aber zunächst einmal ab Dienstag nach Pfingsten 3 Wochen im Urlaub sein: also nicht wundern, wenn ich nicht reagiere!

Sicher kann ich noch weitere Infos geben. Wenn Bedarf ist, bitte melden. Ich werde – so ich kann – alle Fragen beantworten.

Bis dann
Gruß Dobert

Dobert Herris
01.06.2009, 09:40
Pyrenäen GR 11 Teil II

Ich habe mich doch noch einmal daran gemacht den II. Teil der Tour hier einzustellen. Da ich mit den Funktionen noch nicht vertraut bin, hat es doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen.

Leider ist mir dann mitgeteilt worden, dass keine weiteren Uploads möglich sind, da mein Limit für tägliche Uploads erreicht sei. Nun: ein Grund dafür, die weitere Tour zu einem späteren Zeitpunkt hier einzustellen.



14.09.2008
12. Etappe von Nothütte Baiau nach Áreu
Das Wetter war schlecht! Sehr stürmisch – aber es hat nicht weiter geschneit.
Die Nacht war kalt und ich bin häufig wach geworden. Aber auch, weil Peter aus Edinburg geschnarcht hat und der Wind die Hütte wegzuwehen drohte.
07.00 h aufgestanden, Frühstück.
08.20 Start.
Peter war eine große Hilfe, weil er den Weg schon kannte. Bis zum Refugio Vall Ferrera benötigten wir dennoch 2 ½ Stunden. Und dass, obwohl Peter für mich und bei diesen Verhältnissen, fast zu schnell unterwegs war. Allein hätte ich mindesten 1 Stunde länger gebraucht.
Am Abzweig zum Refugio trennten sich unsere Wege. Peter wollte die Schotterstraße weiter gehen, in der Hoffnung ein Lift nach Áreu zu bekommen. Danach wollte er per Anhalter oder Bus weiter nach Puigcerdá. Ich ging den GR 11 weiter, vor dem an dieser Stelle im Buch wegen des Gestrüpps und den Moskitos gewarnt wird. Keine Spur – von beidem.
Mit kurzen Pausen kam ich um 13.20 h in Áreu an.
Von den beiden Tagen bin ich doch sehr geschlaucht. Am Samstag hatte ich mir geschworen, dass, sollte ich hier heil rauskommen, ich nicht weiter gehen werde. Nun, warten wir es ab.
Zunächst habe ich hier ein Zimmer im Hotel Vall Ferrera gefunden.
Einkaufen. Danach Bad und gegessen.
Jetzt geht es mir schon wieder etwas besser.
Aber diese beiden Tage waren einfach der Wahnsinn schlecht hin. So, wie ich dort herumgetapert bin, kaum den Weg zu finden, immer wieder zwischen Steine zu stürzen, weil ich die vom Schnee bedeckten Lücken nicht erkennen konnte, der Sturm, der Nebel, der Eisschneeregen, alles ist schon sehr an meine physische und psychische Substanz gegangen. Es sollte kein Überlebenstraining mit der Möglichkeit eines negativen Endes werden. Anstrengung ja – aber ein solcher Trip, nein!!
Ich werde heute noch über das, was ich hier tue und will, nachdenken. Ggf noch einen Tag bleiben und dann entscheiden.

15.09.2008
13. Etappe von Áreu nach Travascan
Am Abend noch spanische Liga geschaut. 22.30 h Ende. Sehr gut geschlafen. 06.00 h wach, aber wieder eingeschlafen. 08.00 h aufgestanden. 09.00 h Frühstück.
So gut ausgeruht = keine neuen Überlegungen: 09.45 h Start.
Heftiger, aber gut zu gehender Aufstieg zum Coll de Tudela. 12.15 h am Coll. Sachen zum Trocknen ausgezogen! Kleidung war sehr schnell wieder trocken. In der Zwischenzeit etwas gegessen. 13.30 h weiter. 16.30 h in Baldís Sobirá. Der Weg war gut zu gehen. Abstieg etwas eng durch Kiefern und Ginster. 17.00 weiter nach Travascan. Unmögliche Beschreibung im Buch! Sehr schmaler Weg mit kleinen, leichten Klettereinlagen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich. Ich benötigte für den Weg 2 ¾ Stunden reine Gehzeit. Allein für den Abstieg benötigte ich eine Stunde. 19.00 h an Travascan. Zimmer in Casa Rural. Zimmer mit Bad/WC, Frühstück, Menü 28,-- Euro.

Das Casa Rural in Travascan ist „La Casa Filiú. Zum Abendessen: 2 Teller selbstgemachte Gemüsesuppe, Salat, Bachforelle mit selbstgemachten Fritten, Wein und Wasser und einen Obstsalat. Ich bin mal wieder pappsatt!

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16.09.2008
14. Etappe von Travascan nach Estaon
Sehr schlecht geschlafen. Bei dem Bett – kein Wunder! 07.30 h aufgestanden. 08.00 Frühstück.
08.45 Start. Die Wegbeschreibung im Buch – bis Lleret wieder sehr mangelhaft! Auch hier wieder 3 kleine, leichte Kletterstellen. Bis Lleret 2 ¼ Stunden. Um 12.30 am Coll de Jou. Mit kurzen Pausen um 15.30 h in Estaon. Refugio gibt es nicht mehr – wurde laut Señora Rosa Felin geschlossen. Habe bei Señora Rosa Felin ein Apartment für 35,-- Euro incl. Frühstück und Menü bekommen.
Zunächst wurde die Waschmaschine angeworfen. Duschen. Essen. Ein kurzer Gang durchs Dorf. 18.00 h die morgige Tour planen – es sind schon wieder 1000 hm zu bewältigen.

Und ich hatte mir schon Gedanken darüber gemacht, wie ich zu meinem Menü komme. Ganz einfach: 19.30 h kam die Señora mit den Lebensmitteln in mein Apartment und kochte! Es gab Gemüsesuppe, Tortilla española mit Bratwurst, Salat und zum Nachtisch einen Apfel – und dazu noch Wein. Eine halbe Stunde später kam sie wieder, um zu spülen. Als alles fertig war, wünschte sie mir eine gute Nacht und ging. Sie sei morgen um 08.00 h wieder da, um das Frühstück zu machen: Genial!

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17.09.2008
15. Etappe von Estaon nach La Guingueta
07.30 h aufgestanden. 08.00 h Frühstück.
08.40 Start.
Der Aufstieg von Estaon ist nicht wirklich gut gekennzeichnet. Der Dorfhund – groß und schwarz – der mich schon gestern Abend auf meinem Spaziergang begleitet hatte, ging voraus und weist mir den Weg. Nicht immer richtig aber ich konnte mich fast auf ihn verlassen. Manchmal prüfte er mich – ob ich auch auf die Markierung achte oder ihm einfach in die falsche Richtung folge. Wenn ich dann die richtige Richtung nahm, kam er und lief wieder voraus. Mit einer Leichtigkeit!! Der Aufstieg war steil und sehr zugewachsen – mit Ginster und niedrigem Nadelholz. Pause von 10.30 h – 10.45 h. Und auch der Hund legte sich in den Schatten. Ich war gespannt, wie weit er mit mir gehen würde.
Kurz vor dem Coll – etwa noch eine Stunde zu gehen – war er plötzlich weg. Auch vorher war er immer mal einige Minuten nicht zu sehen. Aber jetzt war er schon längere Zeit nicht mehr aufgetaucht. Ich dachte, er habe die Schnauze voll von meinem wenig dynamischen Aufstieg. 15 Minuten später sehe ich ihn über einem noch lebenden, aber aus der Kehle blutenden Schaf gebeugt. Als ich näher kam, verkroch er sich reumütig. Ich vermute: er war es! Als ich ihn rief, kroch er etwas auf mich zu, ohne sich wirklich zu nähern. Auch als ich weiter ging und ihn rief, kam er nicht mehr: er blieb zurück. 12.15 h am Coll de Cauvo. Auch der Abstieg war zunächst sehr zugewachsen und manchmal steil. Der weitere Abstieg nach Dorve ist nicht gut markiert. Einfach die Richtung einhaltend, habe ich Dorve um 14.45 h erreicht. Dorve, eine verlassene Ortschaft – wie so viele in Spanien. Der Stausee hat den Bewohnern ihre Lebensgrundlage – das Land – genommen. Ein merkwürdiges Gefühl in einem Geisterdorf. Das Leben in Dorve scheint aber wieder aktiviert zu werden. Häuser stehen zum Verkauf und auch die neue Straße weist darauf hin – von wem auch immer.

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Die neue Straße von La Guingeta, die bereits vom Collado aus sichtbar war und weder im Buch vermerkt, noch im Kartenmaterial eingezeichnet war, hat mich etwas irritiert. Der GR 11 tangiert diese Straße zwei mal an Haarnadelkurven. Dann trifft er vor einer dieser Serpentinen auf die Straße, um unmittelbar hinter der Kurve wieder rechts den Hang hinunter zu führen (Markierung an Strommasten etwas unterhalb zu erkennen). Der GR 11 trifft dann kurz vor La Guingueta wieder auf die Straße und führt auf dieser Straße nach La Guingueta.
Frage 1. Hostal 50,-- Euro. Frage 2. Hostal 40,-- Euro. Frage 3. Hostal 21,-- Euro mit Bad/WC und 15,-- Euro Bad/WC auf dem Flur. Ich nahm das für 21,-- Euro.
16.30 h im Zimmer. Duschen. Umziehen. Und dann ein Riesenbocadillo und Kaffee. Das Menü soll es erst um 21.00 h geben. Kurzer Spaziergang. Wieder im Zimmer, ausruhen und überlegen, wie es weitergehen soll. Bin ziemlich kaputt. Und ein wenig fehlt mir im Moment der Sinn. Sorge, die Tour allein, nimmt zu. Ich treffe kaum Menschen. Und wie schnell ist etwas passiert. Wem muss ich denn noch etwas beweisen? Könnte ich nicht z.B. nach Torla oder sonst wo hinfahren, jeweils eine Woche bleiben und von dort aus einige Touren machen? Muss ich den GR 11 gehen? Sicher, es würde teurer. Aber nicht auch erholsamer, weniger gefährlich und sinnvoller?
Ich habe mir zunächst vorgenommen, morgen nach Espot zu gehen und dort zu versuchen, ein preiswertes Zimmer zu bekommen, um auszuruhen und alles neu zu überdenken.

18.09.2008
16. Etappe von La Guingueta nach Espot
Nach einer schlechten Nacht bin ich um 07.30 h aufgestanden. Frühstück gab es erst um 09.00h.
09.30 h Start.
Um 10.30 h in Jou. Kurze Pause. In Jou gibt es übrigens Wasser: die 1. Straße, nachdem man auf die Straße Richtung Espot eingebogen ist, die rechts ins Dorf führt. Dann sofort wieder 1. Straße links. Nach ca. 30 m auf dem kleinen Platz, rechts eine Zapfstelle.
Was soll man von den Angaben in diesem Buch halten? Dieses Buch taug nicht einmal etwas zur groben Übersicht. Der Autor hat sich sicherlich Mühe gegeben. Das Ergebnis – vielleicht auch, weil das Ereignis zu lange zurück liegt und die vielen Veränderungen nicht aufgenommen werden konnten – eine einzige Katastrophe!
Im Übrigen gibt es jetzt auch einen direkten Weg Richtung Campingplatz La Mola und Holzbrücke, so dass man nicht mehr bis zur nach Espot führenden Straße und dann 50 m talwärts gehen muß.
Kurz vor Espot begann es dann zu regnen. Also: Regenkleidung an. Kaum angezogen, waren es nur noch wenige Tropfen
Um 13.00 h war ich dann in Espot. Die Zimmersuche gestaltete sich schwierig: Drei Pensionen machen morgen dicht. Das Casa Felipe hat nur noch für heute ein Zimmer frei. Ich blieb in Casa Felipe. Vorsichtshalber habe ich mich, nach Einkauf, duschen und essen nach einer Alternative umgesehen und sie in Cas Peret de Pereto gefunden. Liegt direkt am GR 11 und hat auch einen Campingplatz.
In Espot gibt es aber keine Post. Außerdem hat der Ort auch nicht wirklich was zu bieten. Dennoch scheint mir ein zusätzlicher Ruhetag vor den dann folgenden 10 bis 12 schwierigen Etappen, wenn auch langweilig, so doch sinnvoll zu sein.

Ich habe mir vorgenommen, die Etappen so kurz wie möglich zu halten. Das bedeutet: Sant Mauríci, Ernest Mallafré, Colmers, Restanca, Vielha, Nothütte d`Anglos, evtl. weitere Nothütten, Puente de San Jaime, Estós, Viadós, Parzán.
Das sind 11 Etappen, für die im Buch nur 6 Etappen vorgesehen sind. 11 Tage mit 3 nur vagen Übernachtungsmöglichkeiten bedeutet auch, einiges an Lebensmittel mitzunehmen.
Von Parzán/Bielsa aus will ich dann eh über Ainsa mit dem Bus nach Torla fahren. Die Etappen Pazan – Circo de Pineta; Circo de Pineta – Refugio de Góriz und Refugio de Góriz – Torla bin ich, wenn auch in umgekehrter Richtung, bereits 2006 gegangen.

Anschließend Zimmer, essen, ausruhen.
Ich kann nicht schlafen. Es ist 22.30 h und nebenan geht die Post ab.

19.09.2008 Espot Ruhetag
08.30 Frühstück.
09.00 h Umzug nach Peret de Peretó. Gesamte Kleidung in der Waschmaschine des Campingplatzes gewaschen. Der Tag muß genutzt werden. Es ist eh wenig Abwechslung. Wäsche aufgehängt und etwas in die Sonne gesetzt. Eine Spanierin ~ 40 Jahre alt, kam aus einem Apartment und nahm nach kurzer Zeit Kontakt auf. Typ: Hausfrau, klein, pummelig. Sie holte Prospekte der Umgegend aus ihrem Apartment, die wir uns beide anschauten. Ich erzählte, wo ich gegangen bin und wohin ich noch will. Sie erzählte, dass ihr Mann heute morgen zum Pic de Restanca gegangen sei.
Wäsche abnehmen und noch etwas Bewegung.
Zimmer, etwas geschlafen. Um 16.00 h Einkauf mit Spaziergang verbunden. 17.30 h zurück. Essen. Mal wieder zuviel eingekauft. Noch etwas in die Sonne gesetzt. Der Mann der Hausfrau ist auch zurück. Hat sich zu mir gesetzt und von seiner heutigen Tour – die teilweise über meinen morgigen Weg verlief – erzählt. Er meint, dass ich in zwei Stunden am Refugio Ernest Mallafré sei und dann doch noch ein wenig weiter, bis zum Refugio d`Amitges gehen könne. Dann wäre der Weg bis zum Refugio Colmers nicht so weit. Außerdem sei der Weg in diesem Teilstück des GR 11 schlechter als der Weg über das Refugio d`Amitges. Mal sehen. Das Refugio Ernest Mallafré reizt mich eh nicht.

20.09.2008
17. Etappe von Espot nach Refugio d`Amitges
07.30 h aufgestanden. 08.30 Frühstück.
09.15 h Start.
Ein wirklich sehr schöner Morgenspaziergang. War bereits ohne große Anstrengungen um 11.15 h am Estany de Mauríci. Pause bis 12.00 h. Und eine Stund später schon am Estany de Retera.

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Ich nahm den Vorschlag des Spaniers vom Vorabend auf und ging weiter zum Refugio d´Amitges, welches ich um 13.45 h erreichte. Das waren heute 11 km und über 1000 hm Aufstieg in 3 ¾ Stunden. Ohne besondere Anstrengung. Ich muss, kann, darf mich loben. Da die Rucksäcke im Refugio außerhalb der Schlafsäle deponiert werden müssen, sind die Sachen für die Nacht ab 15.00 h in den Schlafsaal zu bringen. Bis 15.00 h habe ich mich dann in die Sonne gesetzt und etwas gegessen. 15.00 h Sachen umgepackt und danach noch bis 17.00 h spazieren gegangen und Fotos gemacht. Eine wirklich schöne und beeindruckende Landschaft.
Das Refugio ist doch sehr voll (Wochenende). Ich bin auf die Nacht gespannt. Und dann habe ich mir noch kurz die Tour für morgen angesehen. Zum Refugio Colmers scheint es zu wenig und zum Refugio dera Restanca zu weit zu sein. Ich denke, ich werde dennoch versuchen zum Refugio dera Restanca zu kommen. Hängt auch davon ab, wie die Nacht wird.
20.30 h das Abendessen ist gegessen. Warten auf den Schlafsack. Heute werde ich nicht alt – auch wenn alle noch hexen. Es sind ca. 40 Personen. Bedingungen, wie ich sie nicht mag. Ich kann diesen Refugios einfach nichts abgewinnen. Auch wenn ich mir kurze Etappen vorgenommen habe, könnte das ein Grund sein, davon abzuweichen. Aber selbst wenn ich davon abweiche, bleiben noch 3 und nach Benasque dann noch mal 2 Refugios. Ich habe noch mal nachgeschaut: es werden noch mehr!
Meine Beschwerden (Beine, Knie) sind unverändert. Ein Grund, die Etappen kurz zu halten.

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21.09.2008
18. Etappe von Refugio d`Amitges nach Refugio dera Restanca
Oh, oh, oh – so ist das mit den guten Vorsätzen!!

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Bin um 07.45 vom Refugio d´Amitges gestartet und war um 10.15 h am Lac Obago.. Landschaftlich einfach toll! Obwohl der Aufstieg zum Port de Retera alles abverlangte. Um 11.45 h war ich dann schon am neuen Refugio Colmers. Jetzt schon die Tour beenden? Den ganzen Nachmittag und Abend rumgammeln? Erst mal Pause. Um 12.15 h dann weiter auf dem GR 11.18. Die Gehzeit ist mit 3 ½ Stunden angegeben (in diesem schlauen Buch). Und – man sollte es doch nicht für möglich halten: ich war um 17.45 h (4 ½ Stunden reine Gehzeit) mit 2 Pausen a 30 Minuten, im Refugio dera Restanca. Auch wenn meine Zeiten andere waren: 2 Std. bis Port de Caldes, 1 Std. bis Port d`Oelhacrestada und 1 ½ Std. bis Refugio. Es waren nur ~ 12 km – aber dieses Profil muss man sich ansehen. Die Hm dieser Etappe, die steilen Auf- und Abstiege, haben mich geschafft. Dafür hat sich die morgige Etappe von 16,5 auf 10 km verkürzt. Allerdings kann die dann nicht ggf. verlängert werden. Na ja, es sollte auch reichen. Mir blieb noch eine Stunde bis zum Abendessen.
19.00 h bis 20.00 h Abendessen.
Für die morgige Etappe ist nicht viel zu planen = früh ins Bett. Ich teile den für ca. 20 Personen vorgesehenen Raum mit 5 Franzosen (2 Männer u. 3 Frauen). Es ist jetzt 20.50 h: ich werde mich jetzt waschen (es gibt keine Duschen) und dann in den Schlafsack kriechen.

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22.09.2008
19. Etappe von Refugio dera Restanca nach Refugio de Conanglos
Eigentlich sollte es heute ja ein leichter Tag werden! Aber...
Um 07.00 h aufgestanden, Frühstück.
08.15 Start.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-312_plus.jpg

Der Aufstieg zum Port de Rius ist stetig, aber gemütlich zu gehen und den schönen Morgen, die Luft und die Landschaft zu genießen. Ich habe auf diesem Teilstück einen von drei Wanderern, auf meinem gesamten Weg getroffen. Habe es langsam angehen lassen – es sollte ja ein ruhiger Tag werden.

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Und dann der Abstieg! Die ersten 2/3 sehr steil. Auf dem Platos Conanglos, nach 1 ½ Stunden von Port de Rius, eine Pause eingelegt.

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Vom Platos bis zum relativ neuen Refugio de Conanglos (3 Jahre) benötigte ich dann noch einmal 1 Stunde.

Dass der gute Herr Stahn für diese Strecke (Port de Rius – Refugio Hospital de Vielha) eine knappe Stunde benötigte, imponiert doch sehr! Um es nachvollziehen zu können: Es sind 3 ½ km und über 800 hm!!!!!
Oder sollte die Frage erlaubt sein, ob der Herr Stahn vielleicht zu viele Märchen des Herrn Messner gelesen haben könnte? Und dann: Statt den schwierigen Abstieg mit kritischen Abzweigungen zu beschreiben, beschränkt sich Herr Stahn bei diesem Teilstück darauf, einzig auf seine Fabelzeit von knapp einer Stunde bis Vielha hinzuweisen.
Ich bin nicht ins Refugio Hospital de Vielha sondern ins Refugio de Conanglos gegangen. Es liegt direkt am GR 11 und man ist bereits in Richtung der nächsten Etappe unterwegs. Nun, ich war um 16.15 h im Refugio. Und ich bin z.Zt. noch der einzige Gast.

Solch eine heiße Dusche wirkt Wunder! Kurzer Spaziergang. Und nun warten auf das Abendessen. Und wie das beginnt: Als Tapa gebratene – wie der Hausherr betont – selbst gesuchte Pilze (köstlich) und dazu ein Glas Rotwein – auch sehr gut. Jetzt bin ich auf das Weitere gespannt – bisher war es in den Refugios ja nicht so toll, wenn auch ausreichend. Das Essen bekommt auf einer solchen Tour doch eine ganz andere Bedeutung!
Ja, ich bin konzentriert auf dem Weg, auf das jeweils zu erreichende Ziel (Übernachtung) und auf Trinken und Essen. Während des Tages esse ich nichts – es sei denn, ich habe noch Schokolade o.ä. Am Abend aber „fresse“ ich! Ich esse so viel, wie sonst nie. Auch zum Frühstück ist es immer mehr, als ich es gewöhnt bin. Und es ist nicht so wichtig, ob es etwas besonderes oder besonders zubereitet ist oder besonders gut schmeckt. Allein das Gefühl satt zu sein ist hier das Besondere und das sich einstellende, gute Gefühl – die Wärme von innen.
Mir hängt der Magen auf den Schuhen!
Eigentlich sollte es ja um 20.00 h etwas zu essen geben – jetzt ist es 20.15 h.
Da ich während der nächsten beiden Etappen wahrscheinlich in Nothütten übernachten werde und es unterwegs keine Möglichkeit gibt etwas einzukaufen, habe ich mir vorsichtshalber ein Fresspaket für morgen bestellt.
Ich sag´s ja: Das Essen
Das dann doch noch servierte Essen war gut und wieder mal viel zu viel. Dennoch habe ich alles gegessen.
Und außerdem konnte der Hausherr mich für morgen doch etwas beruhigen: Die Nothütte d`Anglos soll renoviert worden sein und ist nach seinen Angaben in einem guten Zustand. Er konnte mir ein Bild – welches die Hütte aus größerer Entfernung zeigt – zeigen. Sie liegt sehr schön und macht aus dieser Entfernung durchaus den Eindruck, als könne man dort gut übernachten. Die Gehzeit gab er mit 4 Stunden an. Muß nur noch das Wetter morgen gut sein.



Der III Teil erst wieder in 3 Wochen.

Flieger
01.06.2009, 18:00
Hallo!
Deinen Bericht finde ich sehr lesenswert! Bitte weiterschreiben! :bg:
Interessant finde ich Deine Probleme bei der Wegfindung. Ich habe beim Lesen des Berichtes deinen Weg auf den spanischen Karten verfolgt und mich dabei immer gefragt, ob die Karten denn nicht ausreichend sind.
Leider scheint der Outdoorführer "Der Weg ist das Ziel" tatsächlich Müll zu sein. Es gibt allerdings ein Englisches Buch vom Cicerone Verlag, daß (hoffentlich) wesentlich besser sein soll. Aber da können andere wohl mehr zu sagen...
Grüße vom Flieger, der den GR11 auch auf der To Go Liste hat! ;-)

Dobert Herris
01.06.2009, 22:15
Hallo Flieger!

Ich freue mich sehr, dass Dir mein Bericht gefällt. Es ist schön, wenn sich jemand dafür interessiert. Ich hatte schon gedacht, dass der Bericht evtl. so sehr uninteressant ist bzw. so wenig „spektakulär“, dass er in der Menge der doch sehr interessanten Berichte einfach untergeht.

Ich gebe Dir recht: Die spanischen Karten sind ausreichend!

Ich muß mir meine Bericht wohl noch einmal durchlesen; denn ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mich häufig verstiegen habe. Ja, manchmal war es schwierig Markierungen zu finden. Aber bis auf den Abstieg nach Nuria, habe ich keine großen Probleme gehabt.

Aber ich werde noch mal genauer nachschauen. Zum Abstieg Nuria werde ich dann auch noch etwas posten, um die Situation mit einer Karte zu erklären.

Jetzt geht es aber erst mal in den Urlaub.

Bis dann

Gruß Dobert

sebastian75
01.06.2009, 22:19
. Es ist schön, wenn sich jemand dafür interessiert. Ich hatte schon gedacht, dass der Bericht evtl. so sehr uninteressant ist bzw. so wenig „spektakulär“, dass er in der Menge der doch sehr interessanten Berichte einfach untergeht.


von wegen untergehen! Viel Spass im Urlaub und danach schön fleißig weiterschreiben! :grins:

carola1
07.06.2009, 22:06
Hallo,

wollte nur kurz bestätigen, dass der Führer absoluter Müll ist. Wir sind zwar nur 4 Tage auf dem GR11 gewandert (2005, d.h. der Führer war neu!), haben aber genau dieselben Erfahrungen gemacht.

Dafür ist der Reisebericht klasse!

Grüße

Carola

chrysostomos
08.06.2009, 00:30
Leider scheint der Outdoorführer "Der Weg ist das Ziel" tatsächlich Müll zu sein. Es gibt allerdings ein Englisches Buch vom Cicerone Verlag, daß (hoffentlich) wesentlich besser sein soll.

Salve!

Zum Führer aus dem Hause Conrad Stein kann ich leider nichts sagen (den für den GR-5 fand ich aber OK!). Aber ich bin mit dem Cicerone problemlos den GR-11 gegangen - ohne zusätzliche Karten. Nur 2-3 Mal hatte ich Mühe, trotz Beschreibung die Wegmarkierungen zu finden. Vermutlich war ich da wohl zu blöd oder hypoglykämisch...

Grüsse aus dem Süden

Marc

heron
08.06.2009, 08:20
Hallo

Danke für den schönen und vor allem spannenden Bericht - wo ich doch die Pyrenäen auch ziemlich weit oben auf der Liste habe ... :)

Obwohl bei mir irgendwie der Eindruck ankommt, du hättest sehr wenig Freude und schöne Momente auf deiner Tour gehabt - zumindest scheinen sie mir in deinem Bericht etwas zu kurz zu kommen, denn ich bin überzeugt davon, dass sie da waren :grins:
Die Bilder sind super und nachdem ich ja selber immer solche mache suche ich dann auch gleich die möglichen Refugios und Wege, die man so im Rückblick oder Vorausblick fotografiert.
Die Ruinendörfer machen aber wirklich einen sehr traurigen Eindruck, wenn ich so mal mit denen in der Provence vergleiche - naja, mehr Sonne vielleicht :grins:

ich warte schon auf die weiteren Etappen - bitte weiterschreiben!
sabine

Dobert Herris
19.06.2009, 16:03
Hallo!

Interessant finde ich Deine Probleme bei der Wegfindung. Ich habe beim Lesen des Berichtes deinen Weg auf den spanischen Karten verfolgt und mich dabei immer gefragt, ob die Karten denn nicht ausreichend sind.

Grüße vom Flieger, der den GR11 auch auf der To Go Liste hat! ;-)


Vielleicht noch zur Erklärung meines Abstieges Nach Nuria:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-098_1.jpg

Diese Karte habe ich in der Nähe des ehemaligen Klosters von einer Infotafel abfotografiert – sie stand mir also nicht zur Verfügung.

Hier ist der GR 11 mit der zusätzlichen Bezeichnung 6a zu sehen (gelb nachgezeichnet). Wie man auf der Karte sehen kann, ist hier die Route am Grat in Gipfelnähe des Coll de Noufonts gepunktet. Das bedeutet, dass keine Markierungen vorhanden sind. Ich weiß: Das kann alles keine Entschuldigung sein! Und ja, ich gebe zu, dass mit etwas mehr Konzentration so etwas nicht passiert wäre.
Von meinem Abstieg aus (rot eingezeichnet) konnte ich Nuria bereits sehen. Und da ich mich bereits am Coll de Noufonts wähnte, stimmte auch die Richtung. Unten bin ich dann auf den 7a gestoßen.

Übrigens: den 7a könnte man auch bereits am Coll de Noucreus nehmen und würde sich damit die Suche ersparen.

Die übrigen, wenigen und unproblematischen kurzen „Umwege“ führe ich eher auf meine fehlende Konzentration in den Situationen zurück.
Es fiel mir nicht leicht, mich immer auf den Weg zu konzentrieren: Dieses beeindruckende Erlebnis, dieses Schauspiel der Natur lenkte mich immer wieder ab und ließ mich auch die notwendige Konzentration vergessen.




Hallo

Obwohl bei mir irgendwie der Eindruck ankommt, du hättest sehr wenig Freude und schöne Momente auf deiner Tour gehabt - zumindest scheinen sie mir in deinem Bericht etwas zu kurz zu kommen, denn ich bin überzeugt davon, dass sie da waren :grins:

sabine

Ja Sabine, dieser Eindruck (ich habe meinen Text noch einmal gelesen) kann entstehen.
Vielleicht eine Erklärung:
Diese Wanderung war der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Ich wollte Altes loswerden und Neues entstehen lassen: mir Zeit und Raum nehmen. Es war aber auch ein Weg der Dankbarkeit: Dank dafür, dass es mir vergönnt war, nun, nach über 40jähriger, für mich sehr anstrengender und belastender Berufstätigkeit, ein Leben unabhängig von beruflicher Verpflichtung führen zu können. Und alle Aufzeichnungen – auch die des Naturerlebens, der Monologe und Dialoge, der Freude und des Zweifels, der Leichtigkeit und der Anstrengung etc. – wurden durch diesem Hintergrund gefiltert.
Ich habe versucht, diesen Bericht von diesem sehr privaten und intimen „Ballast“ zu befreien. Und ich stimme dir zu: es entsteht der Eindruck „... du hättest sehr wenig Freude und schöne Momente auf deiner Tour gehabt...“. Aber ich stimme dir auch darin zu, „... dass sie da waren...“, sehr intensiv und bewegend.
Vielleicht ist es mir zu gut gelungen – das wäre schade. Denn es war ein für mich immer noch unfassbares Erleben.
Mal abgesehen von den innerpsychischen Prozessen, waren die täglichen Erleben auf dieser Wanderung für mich häufig so unfassbar, dass sie unbeschreiblich wurden. Ein Beispiel: Wenn ich mal wieder auf einem Gipfel stand – und das war fast täglich – und vorausschaute, war es mir unmöglich zu glauben, über diese unermessliche Weite dieser kilometerlange Bergkette, mit meinen kleinen Schritten auf Schuhgröße 42 zu gehen. Und dann drehte ich mich um. Und ich sah ebenfalls eine kilometerlange Bergkette, über die ich gegangen bin. Und es war mir unmöglich zu glauben, dass ich diesen Weg mit diesen kleinen Schritten tatsächlich gegangen bin.
Vielleicht deswegen auch diese vielen Bilder, die, von einem Gipfel, den Blick voraus und den Blick zurück zeigen.

Ich habe die 19. Etappe noch mit Bildern ergänzt.

Und jetzt werde ich mich mal daran machen den Bericht weiter zu schreiben.

Mo667
19.06.2009, 18:45
Klasse Bericht und sehr schöne Bilder. Freue mich schon auf die Fortsetzung!

Nicki
20.06.2009, 20:42
Schöner Bericht und Informativ
Die Pyrenäen werden oft unterschätzt, Süden= warm und sonnig
Das gilt schon, aber nur für den Hochsommer.....

Gruß FS

Dobert Herris
21.06.2009, 10:41
Und nun weiter mit dem Bericht:

23.09.2008
20. Etappe von Refugio de Conanglos nach Nothütte d`Anglos
07.00 h aufgestanden. 07.30 h Frühstück.
08.30 Start.

Zunächst, bis zur Pont de Salenques, gemächlicher Abstieg. Dann, schon in Aragón und im Parc Monte Perdido, gemächlicher Anstieg durch einen Wald am Rio Salenques entlang.
Die gewaltige Kraft des Wasser war in allen Flussbiegungen zu sehen: Baumstämme türmten sich hier meterhoch.

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Danach steiler Anstieg bis zum Estany Gran d`Anglos (Hütte). Im mittleren Drittel war der Weg feucht und schlammig. Von einem Lawinengebiet – wie im Buch beschrieben – war nichts zu sehen: spricht eher für das Antiquariat des Buches.

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Mit zwei kleinen Pausen habe ich die Hütte um 13.00 h erreicht. Obwohl noch früh am Tage, will ich nicht mehr bis zur nächsten Hütte (Coronas – 9 km – 4 ½ Std.) gehen. Zumal das Wetter eher durchwachsen ist. Im Übrigen ist es mir auch zu viel! Auch wenn die Hütte d`Anglos nicht gerade einladend ist: für eine Nacht wird´s gehen.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-325.jpg
Die Nothütte ist hier als kleiner „Stein“ in der Mitte des Bildes zu erkennenJ

Spazieren gegangen und einige Fotos gemacht.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-324_plus.jpg http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-330.jpg

Als ich zurückkam, waren weitere Gäste eingetroffen: Erika und Heiko aus Karlsruhe, die 14 Tage Trekkingurlaub in den Pyrenäen machen – wie jedes Jahr!


24.09.2008
21. Etappe von Nothütte d`Anglos nach Nothütte Coronas
Habe die ganze Nacht nicht geschlafen: es war zu kalt und zu hart.
Um 07.30 h aufgestanden. Frühstück.
08.45 h Start.
Steiler Aufstieg (Geröll) zum Collet de Riu Bueno.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-335_plus.jpg
Blick zurück

Und steiler Abstieg.
Dann wieder steiler Aufstieg zum Coll de Vallibierna. Im Buch steht „...über Wiesen...“. Ich habe zwei Fotos davon gemacht: Geröll!

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-336.jpg
Der „...steile Pfad über Wiesen...“ zum Coll de Vallibierna

Die Fern- /Aussicht ist grandios! Ich habe am Coll de Vallibierna einige Zeit verweilt – nicht nur um eine Pause zu machen und die Aussicht zu genießen, auch, weil dieser Abstieg von mir nicht so einfach begangen werden konnte. Ich benötigte einige Zeit, um mir gut zuzusprechen.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-340.jpg

Und dann der sehr steile Abstieg (hier besonders die ersten ca. 100 hm) zu den Ibones de Vallibierna (Geröll). Und dann der Weg zwischen den beiden Ibones (Geröll). Hier war der Weg von mir nicht zu finden. Es ging über Felsen, groß wie Kleiderschränke. Von einem Weg oder Pfad war nichts zu sehen. Hinzu kam, dass an dieser Stelle scheinbar eine sehr große Konkurrenz zwischen den Steinmännchenbauern ausgebrochen ist. Orientierung gaben sie mir nicht. Es waren aber einige schöne Kunstwerke darunter. Hier orientierte ich mich am Abfluss des letzten Ibon de Vallibierna. War zwar auch nicht so ganz richtig, aber ich fand in unmittelbarer Nähe dann wieder auf den GR 11.

Bis zum Coll de Vallibierna habe ich 4 ½ Stunden benötigt. Abstieg, bis Ende der Ibones, noch mal 2 Stunden. Und von Ende der Ibones bis Coronas noch einmal 2 Stunden. Ja, ich habe auch Pause gemacht – ¾ Stunde! Bin total kaputt (Knie). Für diese Etappe, die im Buch mit 4 ½ Stunden Gehzeit angegeben ist, benötigte ich also 8 ½ Stunden reine Gehzeit.
Hier das Profil dieser Etappe:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/a_Karte_3_hoehenprofil-Kopie.jpg
Und hier mal ein Höhenprofil:
Es sind die Etappen 20: Refugio de Conanglos – Refugio d`Anglos, 21: Refugio d`Anglos – Nothütte Corones und 22: Nothütte Corones – Bielsa
Ich habe dieses Profil gewählt, weil m.E. aus den Fotografien nicht deutlich wird, wie steil die jeweiligen An- und Abstiege sind. Dieses Profil zeigt eine Wegstrecke von ~ 30 km. Ich habe dafür 3 Tage benötigt – u.a. auch deshalb, weil eine Halbierung der Strecke, mangels Übernachtungsmöglichkeit, nicht möglich war.
Besonders kritisch war hier der Abstieg vom Coll d´Angliós und das erste Teilstück vom Collada Vallibierna.

In der Nothütte sind schon 3 junge Spanier – allerdings mit dem Auto von Benasque angefahren.
Für morgen gibt es ein angenehmes Ziel: Benasque! Und da werde ich mich erst mal wieder ausruhen und mich pflegen!


25.09.2008
22. Etappe von Nothütte Coronas nach Benasque
Wieder so eine Nacht!
Zu den 3 jungen Spaniern gesellte sich dann noch ein vierter, mittleren Alters. Einen solches Schnarchen habe ich bisher noch nicht gehört!!! Nicht nur ich, auch die 3 Jungs haben den Schnarcher in der Nacht regelmäßig geweckt. Dazu mussten wir aber jeweils in der vollen uns zur Verfügung stehenden Lautstärke schreien, ehe er reagierte. Es war ein dauernder Wechsel von Schnarchen und Brüllen. Das war heftig = wieder kaum geschlafen. Obwohl bereits um 21.00 h im Schlafsack.
07.30 h aufgestanden. Frühstück: vier Tage altes Weißbrot mit Sardinen in Tomatensoße.
08.45 Start.
10.45 h an der Staumauer und um 12.45 h in Benasque. Hatte am Campingplatz Aneto nach einem Zimmer gefragt: Hatten 4- und 6-Bett-Zimmer für 17 Euro. Nein, ich brauche Ruhe!!!
In Benasque Zimmer im Hotel Solana mit Frühstück 28,-- Euro! Erst mal ein Bad. Die Badewanne ist zwar klein – dennoch eine Wohltat! Anschließend Wäsche eingeweicht.
Ausruhe, Einkauf, Ausruhen, Essen, Ausruhen...

Von dieser und der nächsten Etappe habe ich keine Bilder. Deswegen hier und unter der nächsten Etappe noch einige „Nachzügler“.

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26.09.2008 Benasque Ruhetag



27.09.2008
23. Etappe von Benasque nach Refugio d´Estós
Es hat geregnet! Und meine erste Reaktion: Bei dem Wetter nicht. Habe dann doch meinen Rucksack gepackt und bin um 09.00 h zum Frühstück.
10.15 h Start.
Es war sehr schwierig heute: mir fehlte die Motivation! Eine solche Pause bringt mich regelmäßig aus dem Rhythmus. Mal sehen, wie es weitergeht.
War um 11.00 h am Camping Aneto und mit einer ½ Stunde Pause um 14.00 h am Refugio d´Estós. Endlich mal eine Zeitangabe, die auch mit meinen Möglichkeiten übereinstimmte. Es war ein schöner, fast 4-stündiger Spaziergang durch das Valle d´Estós. Und das Wetter hatte sich auch gebessert: Wolken und Sonne. Einfach herrlich wieder drin zu sein.

Ich bin froh, wenn diese beiden nächsten Hüttenübernachtungen hinter mir liegen: Ich mag den Hüttenzauber nicht. Z. Zt. Ca. 30 Personen. Es ist nicht wirklich schlimm. Aber wie die 1-Tages-Pausen unterbrechen diese bewirtschafteten Hütten meinen Rhythmus – meinen Erlebensrhythmus. Diese Massenunterbringung und –verpflegung entfernt mich von mir. Und die Nächte sind Durchhaltestunden.
Und einige Toiletten und Waschräume sind auch sehr abenteuerlich.

Und noch einige „Nachzügler“.

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Blick auf Setcases

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Blick auf Puigcerdá

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Hostal Pobladó in Arinsal

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Auf dem Weg von Estaon nach La Guingueta

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Hier rot eingezeichnet der Weg vom Coll de Cauvo nach La Guingueta. Das verlassenen Dorf Dorve liegt dort, wo die rote Line hinter der 1. Bergkuppe verschwindet. La Guinguet lieg link von den Bäumen verdeckt.

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Am Refugio d´Amitges


28.09.2008
24. Etappe von Refugio d´Estós nach Refigio de Viadós
Widererwarten ganz gut geschlafen. 06.00 h aufgestanden. 06.30 h Frühstück.
07.45 h Start.

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Ein schöner, frischer Morgen. Nur langsam fanden die Sonnenstrahlen den Weg ins wunderschöne Valle d`Estós.
Um 11.00 h am Puerto de Gistain mit ½ Stunde Pause.

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11.30 h weiter den Aufstig zur Cinqueta d´Añes Cruces.

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Nach Überquerung des Cinqueta d´Añes Cruces ausgiebige Pause im Talfuß mit in der Sonne liegen und ausnahmsweise mal etwas essen.

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Refugio de Viadós um 15.00 h erreicht. Am Refugio Spaziergang und in der Sonne liegen.

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Blick vom Refugio de Viadós

18.00 h z.Zt. bin ich noch der einzige Gast.
Meine Socken und Füße stinken. Müssen auch bis Parzan bzw. Bielsa warten!

Und es gab doch noch früher als geplant etwas zu essen. Ich bin wieder mal abgefüllt. Von meinem Platz aus habe ich einen herrlichen Blick auf den Poset. Einfach grandios wie nah und hoch er sich über dem Tal erhebt.

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Blick vom Refugio de Viadós. Der Poset leuchtet hier ein wenig von der Abendsonne bestrahlt durch die Wolken.

Es ist jetzt 20.00 h. Eigentlich die Zeit, um mich langsam auf das Bett vorzubereiten. Morgen wird es ein langer Wandertag.


29.09.2008
25. Etappe von Refigio de Viadós nach Parzan
Obwohl allein im Zimmer habe ich sehr schlecht geschlafen. Lag bis 01.00 h wach und dann war die Nacht um 05.00 h auch schon wieder vorbei. Bin dann um 06.00 h aufgestanden. Und warte auf das Frühstück. Es scheint ein schöner Tag zu werden – keine Wolke am Himmel. Der Poset zeichnet sich sehr schön vor dem Morgenlicht ab. Es sind 5 Grad. 08.00 Frühstück.
08.30 h Start.
09.30 an Häusergruppe Bordas de Licierte. 10.30 h ¼ Stunde Pause.

NEIN!!!!! Auch wenn der Höhenmesser bereits 2300 hm anzeigt, es ist noch nicht der Paso d´es Caballos!!!!!!!

Bis ich geschnallt hatte, dass ich noch nicht am Paso d´es Caballos bin, verging mit Kartenstudium / Kompas etc. ½ Stunde. Es mag sein, dass mein Gehirn sich einfach geweigert hat etwas anderes anzunehmen, als dass dies der Gipfel sei - es ging ja nur noch abwärts. Aber die Straße nach Parzan war nicht zu sehen. Und nur langsam akzeptierte mein Hirn die Fakten: Hier, an dieser Stelle, fällt der GR 11 noch einmal 75 hm ab. Die im Westen in ca. 1 km und in + 100 hm zu erkennende Nothütte ist anzusteuern ist.

Um 12.45 h am Paso d´es Caballos.

Unmittelbar nachdem man auf die Straße nach Parzan Richtung Norden gegangen ist, zweigt der GR 11 links von der Straße ab und kürzt damit eine ausladende Serpentine der Straße ab. Gleiches auch noch mal am E-Werk. In dem spanischen Kartenmaterial auch so eingezeichnet. 13.40 Pause. Etwas geschützter als am Paso.
Während des leichten Abstiegs hat man immer mal wieder einen Blick zum Nationalpark Ordesa y Monte Perdido.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild-1-361.jpg
Im Hintergrund ist bereits der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido zu erkennen.

14.00 h weiter. 16.15 h Parzan Casa Rural. Casa Rural ist scheinbar renoviert worden. Es gibt jetzt hier nur noch Apartments zu mieten. 30,-- Euro. Mit Waschmaschine und Herd 40,-- Euro. Ich benötigte keine Waschmaschine und auch keinen Herd.
Duschen, Einkauf, Essen, Wäsche waschen. Bis Bielsa ging es heute nicht mehr. Bin froh über die Pause bis Torla. Ich rechne mit 2 – 3 Tage führ die Fahrt mit jeweiliger Übernachtung.


Und hier, an dieser Stelle einige Bilder meiner Tour Torla – Refugio de Góriz – Circo de Pineta – Parzan aus dem Jahre 2006:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_040-Kopie.jpg
"Felsburg" des Tozal del Mallo im Valle de Ordesa

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_049-Kopie.jpg
Cascadas de la Cueva

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_070-Kopie.jpg
Vom Talschluss ein Blick zurück

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_126-Kopie.jpg
Im Valle de Pineta

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_122-Kopie.jpg
Im Valle de Pineta

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_115-Kopie.jpg
Llanos de la Larri - im Hintergrund das Massiv des Monte Perdido

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_116-Kopie.jpg
Cascadas des Rio de la Larri im Valle de Pineta

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/Bild_2_127_4-Kopie.jpg
Cascade de Marbore


30.09.2008
Von Parzan nach Bielsa
Habe gut und lange geschlafen. 08.00 h aufgestanden. Duschen, Frühstück.
09.40 Start.
War dann bereits um 10.15 in Bielsa. Gleich im 1. Hotel am Platz „Los Valles“ für 28,-- Euro ein Zimmer genommen. Einkaufen, Bank und mich nach dem Bus nach Ainsa erkundigt. Fährt morgen um 06.00 h ab Plaza (Mo., Mi., Fr.). Etwas gegessen.
Ja, hier gibt es auch eine Post. Hier irrt Herr Stahn nicht! Sie hat aber nur Mo. und Fr. von 09.30 h bis 10.30 h geöffnet.

Etwas gegessen. Stadtbummel, Fotos.


Auch wenn es vielleicht für den einen oder anderen nicht so recht hier hinpassen mag: In Bielsa gibt es auch diese traurige Geschichte aus dem spanischen Bürgerkrieg.
Während des Bürgerkrieges (1936-1939) wurde am 16.06.1938 die 43. Division des republikanischen Militärs, die in Bielsa erbitterten Widerstand leistete, vom Franko-Regime eingekesselt und bombardiert (La Bolsa de Bielsa). Bielsa wurde zerstört, 7800 Angehörige der republikanischen 43. Division und 1200 Bewohner flüchteten vor den nationalistischen Soldaten größtenteils nach Frankreich.

Anlässlich des 70sten Jahrestages dieses faschistischen Terrors gab es in Bielsa Ausstellungen und in dem Ort erinnerten Bilder uns Transparente an dieses Ereignis.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/Bild-1-362_plus.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/5939) http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/Bild-1-363_plus.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/5940) http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/Bild-1-365_plus.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/5941) http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/Bild-1-366_plus.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/5942) http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/thumbs/Bild-1-367_plus.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/5943)

Wer sich weiter informieren möchte: Hier ein link, der m. E. gut informiert
http://www.erinnern.at/bundeslaender/vorarlberg/bibliothek/dokumente/70-jahre-spanischer-burgerkrieg/spanischer_buergerkrieg_serie_standard_scheuch_2006.pdf

Es ist 19.00 h und da ich spätestens um 05.00 h aufstehen muß, wird es heute auch nicht spät werden.


01.10.2008
Von Bielsa nach Torla
Und es ist doch spät geworden. Die Spanier fangen ja erst um 22.00 h an zu hexen (laute Musik). Danach, in der Befürchtung zu verschlafen, jede Stunde wach. 04.45 h aufgestanden. Duschen. Frühstück. 06.00 h mit dem Bus (VW-Bus) ab Plaza nach Ainsa (2,91 Euro). Der Bus hat nur noch Laspuña – 11 km vor Ainsa – angefahren. Und war um 06.40 h in Ainsa. Von Ainsa geht heute noch ein Bus um 14.30 h nach Torla. Das würde dann ja doch schneller gehen als gedacht. Keine 3 – 4 Tage, nur 1 Tage.

Abhängen und immer noch einmal eine Runde durch Ainsa.

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Noch 2 Stunden. Habe mir – nicht unbedingt erforderlich – eine Hose gekauft. Die, die ich trage, müsste auch mal wieder gewaschen werden. Und die Regenhose ist die reinste Sauna. Nun ja, es sind ja immerhin noch ca. 3 Wochen, und da kann es dann auch nicht schaden, gelegentlich die Hose zu wechseln.

14.30 h Bus nach Torla 3,20 Euro. 15.30 h an Torla. Zimmer im Hotel Ballarin. Einkaufen, essen.


02.10.2008
25. Etappe von Torla nach Bujaruelo
08.00 h aufgestanden. Gut geschlafen. Duschen. Frühstück.
09.20 h Start.
12.00 h Pause – kurz vor San Nicolas.
Ich bin heute morgen herumgeeiert: wenn ich so den ganzen Weg gegangen wäre, wäre ich nie hier angekommen. Immer der Gedanke: Jetzt nur nicht noch was passieren. Als hätte zuvor ruhig etwas passieren können. Alles fiel sehr viel schwerer als sonst. Alles tat weh – besonders die Knie. Über eine Stunde Pause – und das 10 min. von San Nicolas entfernt.
Refugio 28,-- Euro media pension.
16.30 h bin noch etwas spazieren gegangen. Wirklich schöne Plätze am Rio Ara.

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Übrigens: Von San Nicola aus kann nicht (wie im Buch behauptet) telefoniert werden. Man verwies mich auf den 3 km entfernten Campingplatz „Valle de Bujaruelo“. Der habe einen Münzfernsprecher.

Wenn man dieses Buch systematisch auf die Richtigkeit seiner Informationen überprüfen würde, ich glaube, es blieben keine 20 Seiten über. Das fatale: man erfährt es immer erst im Nachhinein.

Das Refugio San Nicolas verfügt über 2-, 4-, und 16-Personen-Schlafsäle. Wobei die 2- und 4-Personen-Schlafräume die Mehrzahl ausmachen. Preise 38,--, 34,-- und 28,-- Euro für media pension. Und alles bei 70er Jahre Gitarren-Rock und Blues.

Ich verstehe gar nicht, warum es mir immer so kalt ist. Es sind 18 Grad. Vielleicht ist es der extreme Temperaturunterschied. Als ich vorhin in der Sonne gelegen habe, zeigte das Thermometer 40 Grad. Und wenn ich mir dann so einige hier ansehe: Kurze Hose, T-Schirt...brrr.

20.00 h Abendessen. Unterhaltung mit zwei Belgiern und zwei Spaniern über gegangene Wege. Und immer noch diese Gitarrenriffs :lol:


03.10.2008
Von Bujaruelo – nach Barcelona
Und heute hat sich alles erledigt! Es hat geschneit! Selbst in Bujaruelo noch Schneeregen. Schneefallgrenze soll bei 1100 m sein. An ein weitergehen ist überhaupt nicht zu denken. Zumal es weiterhin schneien soll und der Weg nach Canfranc über mehrere Pässe von bis zu 2700 m geht. Die Erinnerungen sind noch zu frisch! Alle hier Anwesenden sagen, dass es zu gefährlich sei, den Weg weiter zu gehen. Sie selbst brechen ihre Touren auch ab.

ENDE!

Keine Wehmut, keine Enttäuschung – es ist einfach nur zu Ende. Wenn ich jetzt schon zurückdenke: mir ist nicht wirklich viel präsent. Ja, einige dramatische Situationen, diese unfassbare Weite, die unerhörte Stille, der eine oder andere Moment, die beiden letzten Etappen und – ja – der Raum, den ich mir nahm und den ich füllte, ohne den Platz einzunehmen. Einen gesamten Film ergibt das noch nicht. Es gibt aber einen Film in mir, der handelt von mir. Mich habe ich auf dieser Wanderung sehr intensiv erlebt: Der Beginn, die Veränderung, die Entscheidungen. Und ja, es gab sie auch - diese gelassenen, ruhigen, zu genießenden Zeiten.

Also zurück nach Torla und dann um 15.30 h mit dem Bus nach Sabiñánigo. Die Busse fahren Mo., Mi., und Fr.
Bin heute um 07.30 h aufgestanden. Duschen, Frühstück. Jetzt ist es 09.15 h. Der Schneeregen lässt etwas nach. Bis Torla werde ich etwa 3 Stunden benötigen – also kein Grund sich zu beeilen.

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In südöstlicher Richtung (Torla) ist de Himmel blau = in Torla scheint wahrscheinlich die Sonne.
Ja, in Torla scheint die Sonne. Dennoch: es ist kalt. Es ist jetzt 13.45 h – noch fast 2 Stunden bis der Bus kommt.

Ab Torla 15.30 h – an Sabiñánigo 16.30 h
Bus nach Barcelona über Huesca.
Ab Sabiñánigo 17.35 h an Huesca 18.30 h
Ab Huesca 18.45 h an Barcelona 23.30 h.


04.10.2008
Barcelona
Und kein Taxifahrer kannte das Hostal Agua Alegre. Und mir fehlte die genaue Andresse. Habe mich dann – nach ½ Stunde rumfragen – zur Passeige de Gracias fahren lassen und bin auf die Suche gegangen. Ich meinte mich zu erinnern, dass das Hostal in der Nähe Placa de Catalunya / Passeige de Graciasliegt. Nach einer Stunde vergeblichen Suchens habe ich dann auch bei anderen Hostales nachgefragt. Aber es dauerte immer noch 1 ½ Stunden bis ich dann im Hostal Centro für 50,-- Euro ein Zimmer bekam.
Hier kann man doch nicht übernachten – selbst dann nicht, wenn man dafür 50,-- Euro bekommt!!
Aber es war schon 02.30 h und die Gegend sah auch ziemlich finster aus. Habe dann noch mein durchgeschwitztes T-Shirt und Hemd gewaschen, den Wecker auf 08.00 h gestellt, um sofort eine neue Unterkunft zu finden.
Bis 08.00 geschlafen. Und dann auf die Suche nach dem Hostal Agua Alegre gemacht.

Umzug ins Hostal Agua Alegre.

Es ist ein einfaches aber sehr, sehr sauberes Hostal. Die Duschen/Toiletten sind auf dem Flur. Es ist geräumig und nostalgisch einfach, mit einer persönlichen Note eingerichtet. Zu jeder Zeit kann man sich in den Räumen am Empfang oder auf der sich hier anschließenden Dachterrasse aufhalten, bekommt einen (kostenlosen) Kaffee oder Mineralwasser spendiert, kann sich unterhalten oder in den ausliegenden Zeitschriften (auch einige ältere deutsche) blättern.

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Wenn möglich, sollte aber ein Zimmer nach hinten hinaus genommen werden. Die Calle Roger de Lluria ist doch sehr stark befahren.

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Bis zu meinem Rückflug, den meine Frau – noch zu akzeptablem Preis – frühestens für den 09. Okt. buchen konnte, habe ich die Zeit für eine intensive Stadterkundung genutzt.


Tja, das war`s. So plötzlich, wie dieser Bericht endet, endete für mich auch meine Tour. Und mich dann, nach all dem Erlebten, hier in Barcelona wiederzufinden, konnte ich auch nicht so recht realisieren.
Sicher, ich hätte noch z.B. in Torla bleiben können. Aber ich hatte meine Frau informiert, dass die Tour für mich zuende ist und ich mit der nächstbesten Möglichkeit zurückfliegen möchte. Ich kannte also den Abflugtermin noch nicht, als ich mich bereits auf den Weg nach Barcelona gemacht habe.
Auch das etwas, was für die nächst Tour als Erfahrung hilfreich ist.



Vielleicht noch ein Wort zu den Übernachtungen:
Da ich ohne Zelt/Tarp unterwegs war, wollte/habe ich wenn möglich in Nothütten übernachte(n)t. Die Nothütten waren i.d.R. ausreichend bis gut. Und ich hätte, wenn möglich, auch nur in Nothütten übernachtet. Von den wenigen Biwack-Übernachtungen abgesehen habe ich versucht in Hostales zu übernachten. Sie haben für mich gegenüber den bewirtschafteten Refugios den Vorteil, dass die Ruhe, die Entspannung bleibt. Im Übrigen sind die Übernachtungskosten auch i.d.R. preiswerter als in den Refugios. Durchschnittlich lagen die Kosten im Refugio - jeweils mit warmen Abendessen und Frühstück – bei 35,00 Euro.

Beispiele:
Refugio d´Estós 33,70 Euro
Refugio d´Ulldeter 36,00 Euro
Refugio Restanca 35,00 Euro
Refugio de Conangles 36,00 Euro

Ich würde diese Tour wieder ohne Zelt/Tarp machen. Vielleicht die Etappen eher so einteilen (kürzer oder länger), dass eine Übernachtung in einer Nothütte möglich ist. Gegen ein wenig „Komfort“ in den Hostales hatte ich jedoch auch nichts einzuwenden.