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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antibiotika/Medikamente auf Tour?



Ilja
02.08.2002, 13:24
Hi zusammen,

was mich als Mediziner interessieren würde:

- was für Antibiotika habt Ihr dabei ?
- habt Ihr damit schon mal Erfahrungen gemacht ?
- was erhofft Ihr Euch mit den ABs ?
- was macht Ihr bei den bekannten Nebenwirkungen (Allergie, etc. )

Und habt Ihr die immer dabei ? Auch wenn Ihr in den Alpen unterwegs seid, z.B. ?

Grüße, Ilja

Christian Wagner
02.08.2002, 20:51
@Ilja:
Antibiotika habe ich für bakterielle Infekte dabei LOL.
Naja, spezifischer, gegen Wundinfekte, eitrige Bronchitiden (hatte ich früher mal ofters), Harnwegsinfekte, etc.
Dabei habe ich zur Zeit Cefuroxim und Azithromycin. Das waren die beiden die ich beim Hausarzt schnorren konnte.
Die beiden ABs sind Feld Wald und Wiesen Präparate, decken IMHO ein recht ordentliches Spektrum ab, man kann also bei Nichtanschlagen der Therapie (nach ein Paar Tagen) wechseln und hat sozusagen noch ein Ass im Ärmel.




Muss leider los, Bernd Begeman spielt heute Abend.
So weit erstmal, Christian

boehm22
02.08.2002, 22:07
@Ilja,
ich habe Amoxillat-1000 dabei - frag mich nicht warum genau dieses, die Empfehlung kommt von meiner Freundin und die ist Arzthelferin.

Und dann sehe ich gerade, daß ich auch ein Antiallergikum - Lorotadin akut 1A - dabei habe.

Die Paracetomal 1000 hab ich als Zäpfchen dabei.
Und dann Soventol Hydrocortison (ne kleine Tube) für alles mögliche.
Und für die Wundbehandlung Oleo-Tüll mit Mullkompressen und Mullbinde - für kleinere Sachen Cutiplast 7,2 x 5 cm.
Eine elastische Binde hätte vielleicht mein Knie etwas entlastet.

Und wenn ich in den Alpen unterwegs bin, hab ich meist meine Freundin dabei - und kümmere mich deshalb gar nicht um die Apotheke. :roll: :o

Viele Grüße
Rosi

che
03.08.2002, 16:56
Warum nehmt ihr Antibiotika überhaupt mit. Das gibt es doch so viele verschiedene Arten, für so viele unterschiedliche Krankheiten? Bakterien, Viren, etc.
Habt ihr alle Medizin studiert oder warum wißt ihr welches Mittelchen für gerade das wehwechen welches Euch im Urlaub trifft ist? (Satzbau :kotz: )
Man kann doch nicht auf gut Glück irgendwelche Pillen schlucken und wenn die nicht anschlagen, wird ne andere Art genommen, ...

@ Holger

Warum immer gleich mit 'ner Mücke 'nen Elefanten ...
Aspirin ist Grundnahrungsmittel, und Paracethamol muß ja nu wirklich nicht gleich sein. Schmerzmittel baut der Körper doch nicht ab, sondern werden in der Nebenniere gespeichert oder nicht?

Schon mal Verstopfung gehabt? Ist wirklich sehr unangenehm. Habe Leute kennengelernt, die konnten oder wollten einfach nicht auf den Topf, weil er oder sie ihnen einfach zu dreckig waren. Wie auch immer. Und irgendwann ging es dann gar nicht mehr. Bei der Bundeswehr hießen die glaube ich Heimscheißer oder so.

Diclo Tabl., sind die nicht sehr stark und gehen tierisch auf die Magenschleimhaut? Richtig helfen sollen die ja wirklich, aber so ne Salbe hat es mir mir auch immer besorgt. Wehwechen haben halt auch viel mit dem Kopf zu tun.


Kann mich bei alledem aber auch täuschen, bin kein Arzt und bisher habe ich eigentlich noch keine Tor gemacht, auf der ich nicht irgendwie nen Arzt oder er mich erreichen könnte. Bergrettung, Hubschrauber, ...


Aber wie auch immer, hauptsache ich, ihr natürlich auch, werde dieses Zeug nie auf irgendweiner Tour brauchen. Also bleibt gefälligst gesund.

Gruß Tobias

Christian Wagner
04.08.2002, 18:19
>Warum nehmt ihr Antibiotika überhaupt mit. Das gibt es doch so viele verschiedene Arten, für so viele unterschiedliche Krankheiten? Bakterien, Viren, etc.

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.

>Habt ihr alle Medizin studiert ...?

Bin grade dabei.

>Man kann doch nicht auf gut Glück irgendwelche Pillen schlucken und wenn die nicht anschlagen, wird ne andere Art genommen, ...

Auf gut Glück eher mal nicht, aber draussen ohne Mikrobiologisches Labor stimmt das schon so ungefähr.


>Aspirin ist Grundnahrungsmittel, und Paracethamol muß ja nu wirklich nicht gleich sein.

Paracetamol wirkt im Gegensatz zu Aspirin nicht entzündungshemmend (somit fällt schon mal eine wichtige Säule der Schmerzbekämpfung weg). Andererseits ist Paracetamol viel verträglicher (Magen und so).
Der Anwendungsbereich liegt bei Paracetamol eher im Bereich Kopfschmerz und Fiebersenkung, während Aspirin noch zusätzlich bei leichten allgemeineren Schmerzen wirkt.


> Schmerzmittel baut der Körper doch nicht ab, sondern werden in der Nebenniere gespeichert oder nicht?

Das ist falsch.

>Diclo Tabl., sind die nicht sehr stark und gehen tierisch auf die Magenschleimhaut? Richtig helfen sollen die ja wirklich, aber so ne Salbe hat es mir mir auch immer besorgt. Wehwechen haben halt auch viel mit dem Kopf zu tun.

Kann ich dir nur zustimmen, aber von irgendwelchen Wehwehchen, die sich mit einem kalten Umschlag zu behandeln sind (wiegt übrigens nix wenn man seine Ersatzunterhose ab und an in den kalten Gebirgsbach taucht und um die betroffene Stelle wickelt), rede ich auch nicht. Mir geht es um Verletzungen die einen z. B. am Weiterwandern hindern. Hier geht es nicht um den leicht verstauchten Knöchel (da würde ich auch kein Diclofenac schlucken).
Jedes Medikament hat seinen Anwendungsbereich. Falsch eingesetzt sind sie natürlich Blödsinn. Du würdest auch keinen Eispickel mit in den Harz nehmen oder?


>Kann mich bei alledem aber auch täuschen, bin kein Arzt und bisher habe ich eigentlich noch keine Tor gemacht, auf der ich nicht irgendwie nen Arzt oder er mich erreichen könnte. Bergrettung, Hubschrauber, ...

>Aber wie auch immer, hauptsache ich, ihr natürlich auch, werde dieses Zeug nie auf irgendweiner Tour brauchen. Also bleibt gefälligst gesund.

Bei einer Wochenendtour in Mitteleuropa ist das sicher unnötig, bei einer zweiwöchigen Tour ohne Zivilisation sieht die Sache IMHO anders aus.
Zum Glück habe ich auch noch nie ein AB gebraucht.
Bleibt gesund und habt Spass.

Holger
05.08.2002, 00:22
>Warum nehmt ihr Antibiotika überhaupt mit. Das gibt es doch so viele verschiedene Arten, für so viele unterschiedliche Krankheiten? Bakterien,
Deshalb eins mit einem sehr grossen Wirkungsbereich
Avalox 400 (Moxifloxacin)




>Man kann doch nicht auf gut Glück irgendwelche Pillen schlucken und wenn die nicht anschlagen, wird ne andere Art genommen, ...

Da wir auf den letzten Reisen 4Mediziner waren traue ich mir das schon zu

>Aspirin ist Grundnahrungsmittel, und Paracethamol muß ja nu wirklich nicht gleich sein.

Aspirin und Paracetamol kann man ohne Bedenken gleich setzen aber es gibt einen Grund warum man auf Reisen nach Asien, Afrika und Suedamerika auf Asperin verzichten muss und das ist Dengue Fieber.
Dengue Fieber ist in den letzten Jahren zur einer Seuche geworden, die ersten Zeichen sind wie eine Grippe und wenn man dann wegen Kopfschmerzen Aspirin nimmt kann das toedlich sein.

> Schmerzmittel baut der Körper doch nicht ab, sondern werden in der Nebenniere gespeichert oder nicht?

Das ist falsch.

>Diclo Tabl., sind die nicht sehr stark und gehen tierisch auf die Magenschleimhaut? Richtig helfen sollen die ja wirklich, aber so ne Salbe hat es mir mir auch immer besorgt. Wehwechen haben halt auch viel mit dem Kopf zu tun.

>Kann ich dir nur zustimmen, aber von irgendwelchen Wehwehchen, die sich mit einem kalten Umschlag zu behandeln sind (wiegt übrigens nix wenn man seine Ersatzunterhose ab und an in den kalten Gebirgsbach taucht und um die betroffene Stelle wickelt), rede ich auch nicht. Mir geht es um Verletzungen die einen z. B. am Weiterwandern hindern. Hier geht es nicht um den leicht verstauchten Knöchel (da würde ich auch kein Diclofenac schlucken).
Jedes Medikament hat seinen Anwendungsbereich. Falsch eingesetzt sind sie natürlich Blödsinn. Du würdest auch keinen Eispickel mit in den Harz nehmen oder?

Das ist einfach falsch. Gerade bei Verstauchungen oder Entzuendungen kommt Diclofenac zum Einsatz und ist in dem Bereich auch staerker als Aspirin und einfach Mittel der Wahl und kann auch ohne Bedenken genommen werden.

Holger

Christian Wagner
05.08.2002, 18:17
@Holger:
>>>Diclo Tabl., sind die nicht sehr stark und gehen tierisch auf die Magenschleimhaut? Richtig helfen sollen die ja wirklich, aber so ne Salbe hat es mir mir auch immer besorgt. Wehwechen haben halt auch viel mit dem Kopf zu tun.

>>Kann ich dir nur zustimmen, aber von irgendwelchen Wehwehchen, die sich mit einem kalten Umschlag zu behandeln sind (wiegt übrigens nix wenn man seine Ersatzunterhose ab und an in den kalten Gebirgsbach taucht und um die betroffene Stelle wickelt), rede ich auch nicht. Mir geht es um Verletzungen die einen z. B. am Weiterwandern hindern. Hier geht es nicht um den leicht verstauchten Knöchel (da würde ich auch kein Diclofenac schlucken).
Jedes Medikament hat seinen Anwendungsbereich. Falsch eingesetzt sind sie natürlich Blödsinn. Du würdest auch keinen Eispickel mit in den Harz nehmen oder?

>Das ist einfach falsch. Gerade bei Verstauchungen oder Entzuendungen kommt Diclofenac zum Einsatz und ist in dem Bereich auch staerker als Aspirin und einfach Mittel der Wahl und kann auch ohne Bedenken genommen werden.

Kann ich jetzt als Medi nicht einfach so schlucken ;-) (den Kommentar, nicht die Tabletten <g>). Sicher haben wir beim Terminus "leichte Verstauchungen" etwas anderes im Kopf gehabt. Was ich meinte waren Bagatellverletzungen, welche auf die Performance kaum Einfluss nehmen.
Ich denke wir sind uns schon darüber einig dass man Schmerzen nicht mehr einfach so Ertragen muß, nur weil man irgendwelche "Nebenwirkungen" fürchtet. Ansonsten kann ich deinen Kommenter nur unterschreiben.

Holger
06.08.2002, 02:43
Hallo
Ich glaube, es geht jetzt ein bisschen durcheinander.
Ich halte Diclo fuer ein gutes Medikament und es ist durch seine stark entzuendungshemmende Wirkung auch kein schwaches Schmerzmedikamt. Entzuendungen und Schmerzen gehoeren ja zusammen.
Schmerztherapie ist in Deutschland echt schlecht. Auf einer 2 oder 3 Wochentour sollte man fuer den Notfall was starkes dabei haben und man kann wirklich auf die Nebenwirkungen scheissen
Es ist auch richtig, dass man sich bei seinem Hausarzt erkundigen soll und nicht einfach das nimmt was wir sagen. Keiner von uns kennt die Krankengeschichte und moegliche Risiken die bestehen.
Antibiotika sind tolle Medikamente wenn man sie richtig einsaetzt. Aber man kann auch einem nicht Mediziner zeigen wie das geht.
Ich stelle mir gerade vor wie es ist, auf einer Wintertour nach einer Woche eine richtig schoene Mittelohrentzuendung zubekommen und kein Antibiotika weit und breit. Als Patient wuerde ich mich bei meinem Hausarzt echt bedanken.

Holger

Ilja
06.08.2002, 10:42
So, jetzt muss ich mich da auch mal wieder einschalten :D

Ein paar ungeordnete Sachen:
- Aspirin und Paracetamol sind nicht gleichzusetzen, da Aspirin ein blutverdünnende Wirkung hat, die draußen einem maximale Probleme bereiten kann...
- ABs sind tollte Medis - wenn man den Erreger kennt und vor allem die Nebenwirkungen bekämpfen kann. Dies sind meistens allergische Reaktionen, die u.U. lebensbedrohlich sein können. Ich bin mit den meisten hier d'accord, wenn ich ein Medikament schon einmal vertragen habe, dann werde ich es wohl auch noch ein zweites Mal vertragen und es auch noch mal nehmen. Aber ich würde mich hüten, z.B. ein Antibiotika jemand anderem in der Wildnis zu geben. Es sei denn, ich schleppe mal wieder meine Intensivstation mit mir rum :bg:
- Zur Richtigstellung: Diclofenac ist genau wie ASS und Paracetamol ein niedrigpotentes Schmerzmittel. Allerdings bedeutet das nicht, daß es keine Nebenwirkungen hat. Dieses Mittelchen schlägt nämlich tierisch auf die Magenschleimhaut und hat damit für unsere Magengeschwürkandidaten eine etwas nachteilige Wirkung 8)

So mehr fällt mir gerade nicht ein...

Ilja

boehm22
06.08.2002, 12:38
Medikamente auf Empfehlung, nach dem Motto: "Hat mir meine Freundin empfohlen" halte ich für leichtsinnig. Balu

Hi Balu und Fachleute,

jetzt will ich schnell mal klarstellen, ganz so leichtsinnig wie es erscheint, bin ich nun auch nicht.
Da ich bei der zugehörigen Ärztin in Behandlung bin, wissen die natürlich schon, was gut für mich ist. Das ich mein Antibiotika von der Freundin(Arzthelferin) hab, hat den Grund, daß es ein Ärzte-Muster ist.

Viele Grüße
Rosi

Ilja
06.08.2002, 13:13
Hey, ich will hier niemand als "leichtsinnig" hinstellen :o
ich will nur einfach die Nachteile der Sachen bzw. Medis auch klarstellen...

Gruß, Ilja

che
06.08.2002, 13:48
Danke Ilja,
ich dachte schon ich lag total falsch, nachdem mein Thread in der Luft zerrissen wurde.
Eine Frage jedoch, Du schriebst:- Aspirin und Paracetamol sind nicht gleichzusetzen, da Aspirin ein blutverdünnende Wirkung hat, die draußen einem maximale Probleme bereiten kann...
Probleme bei blutenden Verletzungen oder was meinst Du? Bin kein Med.. Erklär doch mal, will nicht dumm sterben.

Gruß Tobias

Balu
06.08.2002, 15:17
@ Rosi,

uups, ich hatte Dich eigentlich gar nicht persönlich gemeint. Sorry, wenns so rüber kam. Medikamente nehmen aber häufig diesen Weg der "Empfehlung". Daher habe ich es geschrieben.

@all

Natürlich kann jeder Laie nach vorhergehender Instruktion Antibiotika anwenden. Nur während einer Tour? Also, eine schwere Mittelohrentzündung oder andere antibiotikapflichtige Krankheiten sollten zum schnellstmöglichen Abbruch der Tour führen. Alles andere ist leichtsinnig. Antibiotika wirken ohnehin erst verzögert und sollten nicht die einzige Therapie darstellen. Ich halte hier Medikamente für wichtiger, die das Erreichen des nächsten Arztes sicherstellen. Also Schmerzen weg, Fieber weg, Entzündung weg. Das heißt nicht, dass ein Breitbandantibiotikum im Gepäck sinnvoll sein kann. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass man sich hier etwas eingehender von einem Fachmann beraten lassen sollte, der auf persönliche Besonderheiten eingehen kann.

Gruß

Balu

Ilja
06.08.2002, 16:37
@Tobias

Hier wird niemand in der Luft zerrissen - denk mal an die Sauerei :wink:

So, das mit der Wirkung von Aspirin (=ASS) ist tatsächlich, daß dieses Mittel blutverdünnend wirkt. Und zwar schon nach dem Genuß einer Tablette (=500mg). Die Wirkung hält 2 Tage an. Wir operieren zum Beispiel diese Zeit keinen Patienten nach ASS Genuß in der Klinik(!). Ansonsten haut das Medi - genauso wie Paracetamol - auf die Leber und ist dort 2 Jahre(!) nachweisbar.

So, jetzt, ja, also ich finde Paracetamol besser (wirkt auch fieberdämpfend) - allerdings wenn ich Herzinfarkt Prophylaxe auf der Tour betreiben wollt, ist ASS das bessere 8)

Bis denne...
Ilja

Christian Wagner
06.08.2002, 17:44
@ Ilja:
Cool wir verpassen keinem Pat. ne LP wenn er nicht eine gute Woche clean war. Die Neurologen sind halt doch Weicheier ;-).

Holger
07.08.2002, 01:19
Ist das nicht schoen, jetzt operieren wir schon und machen Herzinfarktpro. auf den Touren. :wink:
Also ich habe Asperin und paracetamol nur in Beziehung auf ihrer Schmerzwirkung gleichgesetzt. Wegen der Gefahr von Blutungen (z. B. Dengue Fieber in Afrika Asien, Suedamerika) habe ich genau von Asperin abgeraten und Paracetamol empfohlen.
Die Gefahr, dass ich auf einer Tour wegen Diclo ein Ulcus bekommen halte ich persoenlich fuer sehr gering aber wenn ihr sicher gehen wollt koennen wir natuerlich auch noch was fuer die Magenschleimhaut mitnehmen. :lol:
Es ist natuerlich auch alles richtig was ihr ueber die Antibiotika schreibt und wir koennen darueber noch wochenlang schreiben. Ich persoenlich werde immer welche mitnehmen und wuerde sie auch anderen die ich persoenlich kenne mitgeben.
Holger

Ilja
07.08.2002, 14:03
@Holger

Stimmt, da könnte man sich in der Tat stundenlang drüber unterhalten. Ich nehme halt keine mit, aber das ist halt Ansichtssache.

@Christian

Die wirklich harten sind die Gefäßchirugen, denen ist es schnuppe, ob ASS oder nicht :D

Gruß, Ilja

canis lupus
07.09.2002, 02:45
Hallo Allerseits..

Mir fallen in punkto medikamente spontan zwei Sachen ein:
1 . Wie sieht die Geschichte mit den allergischen Reaktionen auf die hier aufgeführten medikamente eigentlich aus. Hatte mal jemmand der ziemlich heftig auf AS reagierte. Ich dann drauf verzichtet ihm was zu geben. Mochte ihn zu sehr .....

2. Gibt es eigentlich irgendwelche nachgewiesenen Wirkungen bei sogenanten Rescue Tropfen. Im Selbstverswuch konnte ich zwar nach der Einnahme ganz gut pennen, aber ich glaub da eher an einen Placebo Effekt...

Als Idee für das erste Hilfepäckchen fand ich so Klebeflies zum fixieren von Kompressen nicht schlecht.

canis lupus
07.09.2002, 02:48
man ich sollte so spät nicht mehr tippen....bei der Masse an Fehlern....

ASS meinte ich

Ilja
09.09.2002, 18:43
@ canis lupus:

- Das mit den allergischen Reaktionen ist ja genau das Problem bei Medikamenten. Zuhause, aber auch - und vor allem - in der Wildnis. Ein alter Ausbilder von mir hat mal gesagt: "Ihr könnt jedes Medikament geben, solange Ihr die Nebenwirkungen behandeln könnt !" Und wer kann schon ein durch ASS induzierten Asthmaanfall (bekannte Nebenwirkung) in der Wildnis bis in die letzte Konsequenz behandeln ? Bzw. selbst wenn man das kann, hat doch normalerweise keine Intensivstation dabei 8) oder ?

- Rescue Tropfen ? Das klingt nach Bachblüten Therapie 8) Aber wenn Du mal sagst, was da drinnen ist oder woher das kommt, kann ich Dir sicherlich was drüber sagen...

Bis denne...
Ilja

Holger
09.09.2002, 20:44
Ich moechte nur zu bedenken geben, dass ASS frei zukaufen ist. Also achtet auf die Nebenwirkungen aber macht bitte keine Panik.
Holger

Ilja
10.09.2002, 01:40
ASS ist in der Tat frei verkäuflich...dies ist mir auch bewusst...ich will hier keine Panik machen...hast Du Dir allerdings schon mal den Beipackzettel wirklich durch gelesen ??? Und alle Nebenwirkungen schon mal gesehen ?

Das meine ich, die meisten Medis, die frei verkäuflich sind, haben irgendwelche fiesen Nebenwirkungen, die selten, aber auftreten...

In der normalen Straßen ersten Hilfe ok...da kommen die Jungs schnell, aber was mach ich am Yukon ??? Da kommt niemand wirklich schnell...

Dies nur zum Nachdenken...

Ilja

Holger
10.09.2002, 23:57
Also nimmst du nichts mit? gar kein einziges Medikament? Oder kennst du Medikamente ohne NW?
Ansonsten lass uns doch mal lieber eine Liste von Medikamenten machen die man mitnehmen kann und welches man bevorzugen sollte (Paracetamol statt ASS)
Alles natuerlich immer mit dem Satz ,,Jeder muss sich persoenlich von seinem Hausarzt beraten lassen``.
Holger

canis lupus
11.09.2002, 00:11
Hört sich nach ner gúten Idee an.

@ Ilja Scheint so ein Bach Blütenzeugs zu sein.
ICh hoffe ihr könnt Englisch...:)

Extracts of rock rose
Impatiens
Clematis
Star of Bethlehem
Cherry Plum

Alcohol
:kotz: :

Ilja
11.09.2002, 00:52
@Holger:

Ich nehme in der Tat nur sehr wenige Medis mit. Die mit denen ich schon seit Jahren arbeite und mich in der Anwendung sehr sicher fühle... von Antibiotika etc. lasse ich die Finger, weil ich schon schlechte Erfahrungen gemacht hab...

@ Canis lupus:

Klingt ja sehr interessant. Aber der wirksame Bestandteil ist erkannt: der Alkohol 8)
Den Rest kenne ich nicht. Aber vielleicht lesen hier ein paar Leute mit, die das Zeuchs kennen...

Bis denne...

Ilja

Jens
11.09.2002, 01:03
Dann muss der Gärtner mal wieder ran:

rock rose: Felsenrose, also Rosa Art unbekannt
Impatiens: Vergissmeinnicht (und noch ein paar andere)
Clematis: Waldrebe; Hexenhaar
Cherry plum: Kirschpflaume; also was aus der Gattung Prunus

Nee, Rescue-Tropfen sind tatsächlich Bach-Blüten-Therapie, also für Rationalisten ein Placebo-Medikament, für Idealisten ein Rettungsanker und für Misantrophen der Beweis, dass Menschen dümmer als Toastbrot sind...

Jens

Ilja
11.09.2002, 01:22
Sehr geil... :bg: vor allem das mit dem Toastbrot 8)

Christian Wagner
11.09.2002, 12:38
grins!!!!!!!

Kater
11.09.2002, 14:03
Toastbrot... :bg:

Nordi
13.04.2003, 15:47
Moin Überlebende...

Zum Thema Paracetamol:
Eine Bekannte von mir ist schwer allergisch dagegen (äußert sich u.a. mit Ersticlungsanfällen!)
Ich möchte hier keine Panik machen, aber kennt jemand eine gleichwertige Alternative?
Ich weiß - Artzt fragen. Aber ich wollte es in diesem Zusammenhang mal erwähnen.

Ilja
14.04.2003, 09:47
Hi, zsemme,

@Nordi:

Es gibt verschiedene Medis, die dem Paracetamol gleichwertig sind. (ASS, Paracetamol, Diclofenac....) Haben allerdings alle kleine Unterschiede in ihrer Wirkungsweise.
Aber das Problem des Asthmaanfalls ist bei allen gegeben. Das liegt an ihrer Wirkungsweise im Körper...
Und man muss dazu sagen, daß in anderen Ländern die Dosierungen in den Tabletten zum Teil erheblich von den unseren abweichen.
Ich kenne es nur aus Amerika, da habe ich mal ne ASS genommen. Wow, keine Ahnung wieviel da drinn war, aber ich war 2 Tage nicht ansprechbar 8)

Bis denne,

Ilja

Sir Vivor
14.04.2003, 16:39
Hi alle,

nur um kurz mal mit einem vermeindlichen Vorurteil (besonders bei
den 'Studierten' hier...) aufzuräumen:
Aspirin bzw. ASS wirkt sehr wohl gegen Fieber! Nicht nur, daß das
u.a. im Beipackzettel steht; bei mir wirkt kaum etwas anderes fieber-
senkend (soweit das überhaupt notwendig ist).

Siehe hierzu auch www.aspirin.de oder www.ratiopharm.de

Viele Grüße,

Sir Vivor

Ilja
17.04.2003, 17:34
Hi,

@Sir Vivor:

tja, ich gehöre zu den "Studierten" und man muss sagen, daß aus der Sicht der Pharmakologen Aspirin in der Tat nicht fiebersenkend wirkt. Das
Bayer dies jetzt so verkauft ist mir neu. Naja, wahrscheinlich wollen sie da etwas Boden gegenüber Paracetamol gut machen 8)
Das es bei Dir trotzdem Fiebersenkend wirkt, spricht dem nicht gegen. Es gibt einige Wirkungen, die dem eigentlichen Wirkprofil entgegensprechen. Aber wenn es bei Dir wirkt, sei froh 8)
Ich bleib trotzdem beim Paracetamol.

Aber ich glaube, es ist müssig, sich über alle Vor- und Nachteile der einzelnen Medis zu unterhalten (obwohl ich das sehr spannend finde :D )

Jeder muss schlussendlich selber wissen, was er mitnimmt, was er verträgt und ob er das jemand anderem auch geben will.

Bis denne,

Ilja

Christian Wagner
17.04.2003, 18:10
@Ilja:
Aspirin senkt Fieber, das ist weder neu, noch ists ein Werbegag. Sondern ein alter Hut.

Paracetamol ist ein Antipyrethikum (gegen Fieber), ein Analgetikum (gegen Schmerzen). Aspirin hat darüberhinaus noch antiphlogistische (entzündungshemmende) sowie blutverdünnende Effekte.

Vielleicht antiphlogistisch mit -pyrethisch verwechselt? ;-)

In der Praxis wird man für die Fiebersenkung eigentlich immer Paracetamol geben, da Aspirin eben auf den Magen schlägt, und Asthmaanfälle provozieren kann (Bei Kindern und Jugendlichen darf kein Aspirin gegeben werden, da diese das sog. Reye- Syndrom mit sehr schlechter Prognose entwickeln können.).
Para hingegen ist ein harmloses, nebenwirkungsarmes Medikament (sofern man nicht die ganze Packung auf einmal isst, dann ists nämlich tödlich (Warnung an die Selbstmörder unter euch: tut euch nen Gefallen und nehmt irgendwas Anderes, bei Paracetamolüberdosierung geht die Leber kaputt, das tut schweineweh)).

Ilja
17.04.2003, 19:11
Hi,

@Christian:

tja, da sagen unsere Pharmakologen halt was anderes. Aber dafür ist Freiburg schon immer bekannt gewesen...

Bis denne,

Ilja

Christian Wagner
17.04.2003, 19:26
Hm, scheint sich dann wohl um so eine Art Expertenstreit zu
handeln, lt. Pharmabuch habe ich recht ;-).
Vorschlag, wir lehnen uns einfach cool zurück, lassen die Giftmischer sich die Köpfe einschlagen, und dem Sieger glauben wir dann einfach.
How is that? <fg>

Fledi
17.04.2003, 22:47
*g*
Ok, der "Giftmischer" mischt sich ein:

Also, Paracetamol wirkt analgetisch (gegen Schmerzen) und antipyretisch (fiebersenkend), ASS wirkt analgetisch (gegen Schmerzen), antirheumatisch (entzündunghemmend) und als Thrombocytenaggregationshemmer (blutverdünnend.

Von Fiebersenkend bei ASS weiß ich nix!

Also hat meiner Meinung nach Christian gewonnen! :bg:

Gruß,
Britta

Ilja
18.04.2003, 10:40
Hi, zusammen,

@Fledi:

Und was ist mit mir? :D Das sage ich doch die ganze Zeit 8)

Naja, wie schon gesagt, ich habe eigentlich wenig Lust, die Vor- und Nachteile von einzelnen Medis zu besprechen.
Das ist schließlich ein Outdoor Forum und kein Pharmakologen Kongreß :bg:

Naja, bis denne.

Ilja

daywalker
18.04.2003, 14:24
Hi !

Auch wenn das hier kein Pharmakologen Kongress ist, möchte ich noch was hinzufügen.

Mir ist schon häufig aufgefallen, dass Patienten nach i.v. Gabe von Aspisol stark schwitzen. Bisher hielt ich das für eine geringfügige allergische Reaktion. Nach Recherche im Internet stiess ich jedoch auf folgende Seite:

http://www.krref.krefeld.schulen.net/referate/chemie/r0694t00.htm

Hier wird behauptet, dass Aspirin die Schweissbildung fördert, was die antipyretische Wirkung erklären kann.

Viele Grüsse

Carsten

Christian Wagner
19.04.2003, 01:52
Leut guckt ins Pharmabüchle, googelt nach acetylsalicylate und antipyretic, oder schaut hier nach:
http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schmerzmittel/acetylsalicylsaeure.html
Ich habe in ein Paar Wochen Examen, da könnt Ihr mir doch nicht solche Flausen ins Ohr setzen :bg: .

So, jetzt habe ich aber wirklich keinen Bock mehr auf Pharma... :kotz:

Corton
07.09.2003, 18:46
Netter Link! :wink:

Welche Mittel würdet ihr für sehr starke Schmerzen auf Tour empfehlen?

Ibuprofen 800 (in dieser Dosierung verschreibungspflichtig) ist das stärkste Mittel, das ich gewöhnlich dabeihabe.
Bei Schulterluxationen (AUAAAAAAAA - das sind Schmerzen...) hilft aber auch das nicht, geschweige denn Diclofenac.

Die Chemie-Keule bitte, Nebenwirkungen sind egal. :bg:

Corton

Ilja
07.09.2003, 20:39
Hi, Corton,

Schmerzmittel, die bei einer Schulterlux helfen, sind für den normal Sterblichen nicht verwendbar. Da muss man mit Opiaten dran und die muss Du in die Vene spritzen.

Ansonsten gibt es Tramal Tropfen und Valoron Tropfen. Die sind beide verschreibungspflichtig. Sind deutlich stärker als alles was es als Tabletten gibt, aber reichen halt für diese Verwendung auch nicht aus...

Ilja

ekke
30.11.2003, 00:25
@ corton:
mit tispol habe ich gute erfahrung bei starken zahn- und kopfschmerzen gemacht.
@aspirin: soviel ich weis wurde aspirin als medikament endeckt das kranke arbeiter welche sich in der nähe von bayer-müllhalden aufhielten auf wundersamme weise von ihrem fieber geheilt wurden. und in meinem beipackzettel (ratiopharm ) ist auch als anwendung fieber angegeben.

MarkusG
30.11.2003, 10:46
[quote="ekke
@aspirin: soviel ich weis wurde aspirin als medikament endeckt das kranke arbeiter welche sich in der nähe von bayer-müllhalden aufhielten auf wundersamme weise von ihrem fieber geheilt wurden. und in meinem beipackzettel (ratiopharm ) ist auch als anwendung fieber angegeben.[/quote]

Hallo,
diese Entdeckungsgeschichte hört sich interessant an, ist aber definitiv falsch. Wirkstoffe (Salicylsäuren) wurden schon vor Jahrtausenden aus Baumrinden bestimmter Pflanzen gewonnen.
1828 extrahierte der Münchner Pharmazieprofessor J. A. Buchner aus der Weidenrinde eine gelbliche, kristalline Masse, die er Salicin nannte. Der italie-nische Chemiker R. Piria „veredelte“ die Substanz zehn Jahre später zur Salicyl-säure. Es ist eine höchst übel schmeckende Substanz, die Brechreiz und Übelkeit verursacht. 1853 stellte C. F. Gerhard das erste Mal Acetylsalicylsäure her – allerdings nicht chemisch rein, daher war sie nicht haltbar und somit als Medikament wertlos. Der entscheidende Durchbruch kam anno 1897. Der junge Chemiker Dr. Felix Hoffmann, Angestellter des 1863 gegründeten Chemieunternehmens Bayer, ver-suchte mit mehreren Mitarbeitern, experimentell Salecylsäure zu „veredeln“. Angetrieben vom Wunsch, seinem Vater, der seit Jahren unter starken Rheuma-schmerzen litt, die Einnahme von Salicylsäure „schmackhafter“ zu machen, ging er ans Werk. Am 10. August 1897 war es ihm gelungen, Acetylsalicylsäure (ASS) in chemisch reiner und stabiler Form zu gewinnen. Die Geburtsstunde von Aspirin hatte geschlagen.

http://www.cocoa.de/news/2003_06/30/reportgoepfert.htm

Wüstenmann
30.11.2003, 12:43
Ich benutze:
- 2 Kompressen + 1 Mullbinde: damit lässt sich so ziemlich alles verbinden/schienen
- Pckg. Fertig-Pflaster: für alles kleine..
- Diclophenac-Salbe: bei starken Prellungen
- Bepanthensalbe: Verletzungen, Sonnenbrand etc.
- Paracetamol: eigentlich nur bei Zahnschmerzen/Brüchen
- Tiger-Balm: für Erkältung, Kopfschmerz etc
- Ohrentropfen + Noviformsalbe für die Augen: gegen fast alles was man durch dauernden Wind/Zugluft/Staub so bekommen kann
- Plastik-Skalpell, kl.Fl. Merfen-Orange, 0.08er geflochtenes Angelvorfach(sehr fein+hält ~10kg Belastung)+ Nadel, Arterienklemme, ein paar Kanülen: für die letzte Ölung :bg: (Merfen-O auch als Notmittel zur Wasserdesinfektion)
Ich bin sicher kein toller Chirurg, aber wenn wirklich mal ein extrem-Fall eintritt, möchte ich nicht mit Taschenmesser und Nähgarn arbeiten oder einfach alles 'umwickeln'
- etwas Vit-C Pulver: die eigene Abwehr ist immer noch das As und manchmal gibts leider nicht wilde Früchte und nur ne mickrige Auswahl im lokalen Markt :wink:
Für Durchfall reicht irgendendein Tannin-haltiges Gewächs (fast alles mit ordentlich Gallsäure tuts auch; oder eines der Kinderrezepte 'Salzstangen', 'Reis ohne Salz')
Für Verstopfung: tuts ein Kaffee+Kippe, Pflaumen oder Flohsamen *gg*
Für die Nase/Rachen: reicht Meerwasser oder zur Not eine leichte Salzlake (kurz die Nase damit spülen oder gurgeln)


..eigentlich kann man das meiste schnell improvisieren, wenn man sich mit den Pflanzen im Zielgebiet gut vertraut macht und deren Zubereitung vorher mal übt
In manchen Gebieten, speziell Tropen und Afrika gehts leider nicht ohne Extra-Medikamente+Impfungen - vorher, versteht sich

Die Antibiotika halten zu oft nicht das, was sie versprechen. Weil so viele Leute bei jeder mittelschweren Gelegenheit sowas einpfeiffen, verlieren die Mittel schon nach kurzer Zeit ihre Wirkung und ein weiterer resistenter Stamm irgendeiner 'Seuche' ist geboren. Dieses Rennen wird die Medizin in jedem Fall verlieren.
Mit etwas Ruhe und gesünderer Kost erreicht man oft mehr..der Körper kennt nach der Krankheit den Stamm selber und man wird resistent oder zumindest nicht so empfindlich.
Umgekehrt macht die Immunabwehr bald nichts mehr, denn da kommt ja bald irgendeine Pille von oben..

zum Aspirin:
Die'bestimmten Pflanze' die man früher benutzte waren meist Weidenarten 'Salix'.
Chemisch rein musste der Wirkstoff gar nicht sein, denn sowas nimmt man nicht über Monate ein. Eine einfache Erscheinung der Industrialisierung..dazu gehört auch der Trugschluss, dem immer noch viele Verbraucher erliegen: der Mensch nimmt nicht Reinststoffe besser auf, sondern natürliche Stoffgemische, wie sie auch in der Natur vorkommen. Dann gibt es halt keine Rekord-besser-schneller-höher-weiter-Wirkung, aber die Nebenwirkungen halten sich eher in Grenzen.
Sicher kommen nach der Hanf-Freigabe auch 'THC-Tabs mit Citrusgeschmack und Calcium'(sinnlose Kombination) oder reinst (mit den bekannten Nebenwirkungen in schlecht kontrollierbarer Form) - wer will das? :bg:

Wüstenmann
06.12.2003, 11:48
Tja..also das ist halt das was ich benutze und ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.
Klar, daß ich einen Durchfall bei Cholera nicht so behandel, wie eine einfache Unpässlichkeit.
Zur Desinfektion benutze ich Merfen-Orange (schmerzlos und hält länger als verdampfende Desinfizierungsmittel)
Zu den Pflastern: ein einfaches Schmetterlingspflaster zum Kitten kleinerer Schnitte kann ich auch aus den einzeln verpackten und besser schmutzabweisenden Heftpflastern schnippeln. Diese 'Meterpflaster mit Stoffoberfläche sind in der natur nur Schmutzfänger und halten die Wunde 'schön keimfreundlich' = feuchtwarm= sicher nicht vorteilhaft.
Pflanzen im Zielgebiet:
Ich halte es so wie bei der Pilzsuche. Lieber ein paar wenige und wichtige Pflanzen sowie ihre Doppelgänger sicher bestimmen können, als sich irgendwie nen groben Überblick verschaffen.
Wenn man bei der Zuordnung auch noch die Lage und Vorkommen(Bodenvorliebe/evtl. Symbiosen) mit bestimmten anderen Gewächsen kennt und lieber mal eine Knolle im Zweifelsfalle meidet, kann eigentlich nichts passieren.
Das soll kein Patentrezept sein, aber 'Champignons im Birkenwald' sind nun mal sehr selten' :bg:

..und klar: Sonnencreme/Blockstick benutzt man vorher..das hab ich aber nicht in der Apotheke, (um diese nicht unnötig durch häufigen Gebrauch zu verdrecken) sondern an anderer Stelle.

Antibiotika: wie der Namenszusatz 'Breitband-...' in der Aufschrift richtig vermuten lässt, haut so eine Keule fast alles weg, was im Weg steht - incl. dem was der eigene Körper fürs biologische Gleichgewicht braucht, denn nicht jedes Bakterium im Körper ist schädlich und die Immunabwehr wird nur gestärkt, wenn sie arbeiten muss. Durchs Antibiotikum wird die eigene Immunabwehr für eine Weile nutzlos/kaum beschäftigt. Antibiotika werden aber immer über mehrere Wochen eingenommen..da ist die Immunabwehr schon eine Ewigkeit im unnütz-Zustand. Antibiotika-Einnahme beendet..und..ach ja..da war ja mal ne Immunabwehr..die pennt aber noch, weil sie nichts mehr zu tun hatte..so einfach ist das.
Das Antibiotikum greift also nicht direkt eigene Fresszellen an o.Ä., aber die Einnahme bringt ganz sicher eine Schwächung der Immunabwehr mit sich.
Für die ganz gezielte Wirkung mit geringerer Beeinträchtigung wären dann doch mehrere spezifische Antibiotika für unterschiedliche Fälle notwendig und sowas praktiziert hier keiner.
Zu deinem Beispiel: Wenn auf dem Porsche steht 'für 2 Wochen nicht unter 200km/h fahren', kann man ihm schon vorwerfen, daß es schnell mit der Konzentration im Verkehr hapert..
Resistente Erreger treten überall auf, wo dauernd so behandelt wird. Durch Massentourismus und Verkauf von (in Europa längst verbotener/noch nicht freigegebenen) Medikamenten gibt es gerade im Zielland eine gute Chance resistente Erreger zu treffen.
Das zeigt sich auch an der immer wechselnden Wirksamkeit bei der Malariaprophylaxe. Trifft in einem Jahr ein Schwarm Urlauber auf ein Malariagebiet wo Mittel x wirkt, ist genau dasselbe Mittel 1-2 Jahre später schon wieder unwirksam/allein nicht ausreichend. Ob nun ein Bakterium oder ein Parasit resistent wird ist dabei nebensächlich.

Diclophenac-Na:Ich bin jahrelang Skateboard gefahren und hab unzählige Blessuren mit der Salbe kuriert. Für stärkere Wirkung haben Notärzte Ampullen mit demselben Wirkstoff parat (ggf. Injektion in die Nähe der Nerven muss allerdings ein Mediziner vornehmen, sowas ist dann doch nicht 'einfach an einer Orange erlernbar') Das Mittel ist auch nicht ganz harmlos und damit ist Salbe noch am besten anwendbar, ohne gleich den ganzen Körper zu vergiften. Hast Du da vielleicht selber einen Vorschlag? (best. Salbe/Creme oder so?)

Schmerzmittel: tja..das ist mein Problem. Ich hab leider keinen 'Arzt' zur Hand, der mir mal für ne Reise schnell ein Opiat, Localanästhetikum und anderes Gerät verschreibt und wenn doch: was erzähl ich dem Zoll/Polizei? Eigenbedarf? :bg:
Vielleicht gibt es bestimmte Lidocain/Novocain-Präparate ohne Verschreibungspflicht..die sind aber dann aufgrund der Art+niedrigeren Konzentration auch nicht besonders wirksam. Dann kann ich auch gleich kühlen/vereisen..
Solange muss ich halt mit einfachen Schmerzdämpfern für kleine Fälle zurechtkommen.
Ich glaube, ich besorg mir eher ein paar Akupunkturnadeln und lerne die Lage einiger wichtiger Punkte am Körper auswendig..
Gebrauch von Kanülen, Skalpell etc: ist Wissens- und Übungssache. Ich weiss was ich kann und bei Grenzfällen muss halt schnell zwischen Nutzen und möglichem Schaden abgewogen werden. Da gibt es keinen sicheren sanften Weg, amtlich genehmigt und für alle gleich gut...
Stoffgemische: Imitationen vom natürlich-menschlichen Stoffgemischen haben sicher weniger Nebenwirkungen. Aus diesem Grund greifst Du ja auch auf ein isotonisches Salzgemisch aus der Apotheke zurück und nicht auf Müllermilch Banane mit 1Tl Salz und einer Kaliumtablette. Selbst wenn man alles ungefähr abwiegt (hat wer ne Waage im Gepäck?), ist Dein isotonischer Mix wohl mineralisch vielfältiger und besser abgestimmt. Der Körper nimmt sich zwar was er braucht, aber alles hat Grenzen..reines Aspirin schädigt z.B. stark die Magenschleimhaut und die blutverdünnende Wirkung ist auch nicht für jedermann vorteilhaft.
Mein Vit-C-Pulver kommt auch nur ab und zu als Ergänzung spurenweise in die Nahrung. Da spielt die Länge der Tour kaum eine Rolle..es ist eine Reserve.

'martialisch': ich bin kein Rambo-Verschnitt, der sich mit Stechahle und 'nem Stück Kordel' im Wald schnell jeden Mückenstich näht :ill: Alles ist zu Hause erprobt/geübt und nochmal bei kleineren Touren 'live' getestet (soweit möglich), bevor es zum festen Bestandteil wird. Versteht sich von selbst, daß 'Angelvorfach' in der Apotheke nicht vorher zum Angeln, Socken trocknen etc benutzt wird, aber es ist stabil, nicht viel dicker als ein dunkles Haar und lässt sich aufgrund der extrem glatten Oberfläche vor Gebrauch leicht desinfizieren + später gut entfernen^^
Chirugischer Faden wäre bequemer, kenne ich von der Zusammensetzung her nicht genau. Wegen der 'selbstauflösenden' Eigenschaft nehme ich an, daß er eine rauhere Oberfläche hat. Eine evtl beschädigte Packung kann man zwar desinfizieren, aber in so einer Oberfläche können immer noch Pilz-/Pflanzensporen überleben...mir zu ungewiss und empfindlich, also lass ichs.
So ein Notfall ist bestimmt nicht fester Bestandteil jeder Tour, aber es ist wichtig, sich vorher mit jedem Szenario auseinanderzusetzen. Auch hier hat einfach jeder andere Ansprüche und je nach Zielgebiet+Entfernung zur Zivilisation andere Schwerpunkte.

Begründet bitte auch mal eure Gegenvorschläge und Comments, nicht nur einfach mit 'is falsch, nimm Mittel y' quittieren.

Bestimmte Themen in manchen Threads (wie 'Durchfall')müssten auch von vorneherein genauer differenziert werden, damit nicht jeder nur sein Mittelchen empfiehlt und der nächste erzählt dann 'völliger Quatsch' :wink:
Threadtitel gerichtet nach der genauen Krankheit und ggf. Gebiet, nicht nach Symptom und dann innerhalb der einzelnen Posts klar abgrenzen in der Wirkungsweise 'gegen Symptome' oder 'gegen die Ursache'. So vermeidet man auch neue Falschmeldungen/Gerüchte...und ich könnte nebenbei den Umfang meiner Posts erheblich reduzieren, hrhr

Alex

Fledi
06.12.2003, 12:15
Antibiotika: wie der Namenszusatz 'Breitband-...' in der Aufschrift richtig vermuten lässt, haut so eine Keule fast alles weg, was im Weg steht - incl. dem was der eigene Körper fürs biologische Gleichgewicht braucht, denn nicht jedes Bakterium im Körper ist schädlich und die Immunabwehr wird nur gestärkt, wenn sie arbeiten muss. Durchs Antibiotikum wird die eigene Immunabwehr für eine Weile nutzlos/kaum beschäftigt. Antibiotika werden aber immer über mehrere Wochen eingenommen..da ist die Immunabwehr schon eine Ewigkeit im unnütz-Zustand. Antibiotika-Einnahme beendet..und..ach ja..da war ja mal ne Immunabwehr..die pennt aber noch, weil sie nichts mehr zu tun hatte..so einfach ist das.
Das Antibiotikum greift also nicht direkt eigene Fresszellen an o.Ä., aber die Einnahme bringt ganz sicher eine Schwächung der Immunabwehr mit sich.
Für die ganz gezielte Wirkung mit geringerer Beeinträchtigung wären dann doch mehrere spezifische Antibiotika für unterschiedliche Fälle notwendig und sowas praktiziert hier keiner.
Resistente Erreger treten überall auf, wo dauernd so behandelt wird. Das zeigt sich auch an der immer wechselnden Wirksamkeit bei der Malariaprophylaxe. Trifft in einem Jahr ein Schwarm Urlauber auf ein Malariagebiet wo Mittel x wirkt, ist genau dasselbe Mittel 1-2 Jahre später schon wieder unwirksam/allein nicht ausreichend. Ob nun ein Bakterium oder ein Parasit resistent wird ist dabei nebensächlich.

Das Antibiotika auch die "guten" Bakterien in Deinem Körper killen ist richtig, aber nicht, dass die Immunabwehr dadurch ausgesetzt wird. Die arbeitet auf einer anderen Basis- und reagiert auch ziemlich schnell. Breitbandantibiotika heißen so, weil sie auf ein breites Spektrum von Bakterien wirken. Das liegt daran, dass jedes Antibiotikum über einen bestimmten Weg in die Bakterienzellen gelangt.
Resistenzen entstehen dadurch- auch bei Malaria- dass die Patienten - sobald es ihnen wieder besser geht, das Medikament absetzen und die noch überlebenden Bakterien dann Resistenz entwickeln können. Gegen restistente Bakterien helfen dann auch keine einzelnen Antibiotika mehr, sondern nur noch Kombipräparate.


Schmerzmittel: tja..das ist mein Problem. Ich hab leider keinen 'Arzt' zur Hand, der mir mal für ne Reise schnell ein Opiat, Localanästhetikum und anderes Gerät verschreibt und wenn doch: was erzähl ich dem Zoll/Polizei? Eigenbedarf? :bg:
Vielleicht gibt es bestimmte Lidocain/Novocain-Präparate ohne Verschreibungspflicht..die sind aber dann aufgrund der Art+niedrigeren Konzentration auch nicht besonders wirksam. Dann kann ich auch gleich kühlen/vereisen..
Wie ich schon im "Alternative Desinfektionsmöglichkeiten auf Tour?? " Thread geschrieben hatte, sind Lidocain/Novocain Präparate z.T nur apotheken- aber nicht verschreibungspflichtig. Empfehlen würde ich sie dem medizinischen Laien wegen etlicher unerheblicher Nebenwirkungen allerdings nicht.


Der Körper nimmt sich zwar was er braucht, aber alles hat Grenzen..reines Aspirin schädigt z.B. stark die Magenschleimhaut und die blutverdünnende Wirkung ist auch nicht für jedermann vorteilhaft.
Und was für ein Aspririn nimmst Du dann? Es gibt nämlich nur reine Acetylsalicylsäure im Handel. Für den Fall, dass Du Weidenrinde oder Mädesüß verwenden willst, die enthalten Salicylsäure, die den Magen noch viel viel mehr angreift. Paracetamol greift den Magen nicht an, hat aber- wie jedes Medikament- auch Nebenwirkungen.

Gruß,
Britta

Wüstenmann
06.12.2003, 12:47
'Immunabwehr arbeitet auf anderer Basis'....eben, auf 'ganz kleiner Flamme', denn gegen wen/was soll sie antreten?
..und ein paar Keime überleben immer. Nach Deiner Erklärung bräuchte man Antibiotika nur in korrekter Langzeit-Dosierung (z.B.Pflaster) zu verabreichen und es gäbe manche Krankheiten nicht/Resistenzen sowiso nicht mehr.

zum Aspirin/ASS
- ich benutz das sowiso nicht
- in der Pflanze ist der reine Wirkstoff schwächer dosiert und daher (trotz ungünstigerer Darreichungsform) schwächer in den Nebenwirkungen.
Das Derivat ist sicher nicht allein für die Verträglichkeit entwickelt worden, sondern weil es ein stabiles Salz darstellt, wodurch sich das Medikament besser lagern lässt.
Mädesüss kenn ich nicht als Arzneipflanze, sondern nur aus dem Mittelalter als Bierzusatz zur Geschmacksabrundung; daher der Name..
Hab ich jetzt etwas dazugelernt oder war das ein Irrtum?

'...sind Lidocain/Novocain Präparate z.T nur apotheken- aber nicht verschreibungspflichtig...'
z.T. = zum Teil = genau diese Formen/Konzentrationen, die kaum was bringen und wie Du sagst, auch noch anderes nach sich ziehen.
Kannst Du ein verschreibungspflichtiges starkes Lokalanästhetikum und sein nicht-verschr-pfl. Äquivalent nennen? Da wäre ja die Liste unerlaubter Substanzen unvollständig...

Christian Wagner
06.12.2003, 17:35
Tja..also das ist halt das was ich benutze und ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ist ja auch nix verkehrtes, aber wenn halt krasse Unstimmigkeiten dastehen, dann juckts halt schon in den Fingern :wink: . Ist ja nicht so, das dir hier jemand was böses will, verstehe es als gutgemeinte Ratschläge.

Klar, daß ich einen Durchfall bei Cholera nicht so behandel, wie eine einfache Unpässlichkeit. Ne einfache Unpässlichkeit muss halt so gut wie gar nicht behandelt werden. Bei ordentlicher Flizekacke besteht jedoch die gefahr des Austrocknens- da bringen Elektolytmixe eine Menge.

Zur Desinfektion benutze ich Merfen-Orange (schmerzlos und hält länger als verdampfende Desinfizierungsmittel) Stimmt, haste ja dann weiter unten geschrieben.

Zu den Pflastern: ein einfaches Schmetterlingspflaster zum Kitten kleinerer Schnitte kann ich auch aus den einzeln verpackten und besser schmutzabweisenden Heftpflastern schnippeln. Diese 'Meterpflaster mit Stoffoberfläche sind in der natur nur Schmutzfänger und halten die Wunde 'schön keimfreundlich' = feuchtwarm= sicher nicht vorteilhaft. Joa, prinzipiell kann man auch aus normalen Pflastern von der Rolle ein Schmetterlingspflaster schneiden. Ich hatte eher den Eindruck das eher die fertigen Pflaster für ein feuchtwarmes Klima sorgen.



Antibiotika: wie der Namenszusatz 'Breitband-...' in der Aufschrift richtig vermuten lässt, haut so eine Keule fast alles weg, was im Weg steht - incl. dem was der eigene Körper fürs biologische Gleichgewicht braucht, denn nicht jedes Bakterium im Körper ist schädlich und die Immunabwehr wird nur gestärkt, wenn sie arbeiten muss. Durchs Antibiotikum wird die eigene Immunabwehr für eine Weile nutzlos/kaum beschäftigt. Das ist völlig falsch. Die Darmflora wird zwar durcheinandergebracht (ja, es werden auch die "guten" Bakterien dezimiert) das äusert sich jedoch wenn überhaupt dann in mildem Durchfall welcher nach Absetzten des Medikaments wieder verschwindet. Auf die Stärke des Immunsystems haben AB's jedoch keinen Einfluss.
Antibiotika werden aber immer über mehrere Wochen eingenommen..da ist die Immunabwehr schon eine Ewigkeit im unnütz-Zustand. Antibiotika-Einnahme beendet..und..ach ja..da war ja mal ne Immunabwehr..die pennt aber noch, weil sie nichts mehr zu tun hatte..so einfach ist das.
Das Antibiotikum greift also nicht direkt eigene Fresszellen an o.Ä., aber die Einnahme bringt ganz sicher eine Schwächung der Immunabwehr mit sich.
Für die ganz gezielte Wirkung mit geringerer Beeinträchtigung wären dann doch mehrere spezifische Antibiotika für unterschiedliche Fälle notwendig und sowas praktiziert hier keiner.
Zu deinem Beispiel: Wenn auf dem Porsche steht 'für 2 Wochen nicht unter 200km/h fahren', kann man ihm schon vorwerfen, daß es schnell mit der Konzentration im Verkehr hapert.. Wie schon gesagt- es ist nicht nur "so einfach" sondern auch falsch.



Diclophenac-Na:Ich bin jahrelang Skateboard gefahren und hab unzählige Blessuren mit der Salbe kuriert. Für stärkere Wirkung haben Notärzte Ampullen mit demselben Wirkstoff parat (ggf. Injektion in die Nähe der Nerven muss allerdings ein Mediziner vornehmen, sowas ist dann doch nicht 'einfach an einer Orange erlernbar') Diclofenac sollte es auch als Tabletten geben. Die sache mit der Nähe zum Nerven das waren Lokalanästhetica- und damit hat Diclofenac nix zu tun.
Das Mittel ist auch nicht ganz harmlos und damit ist Salbe noch am besten anwendbar, ohne gleich den ganzen Körper zu vergiften. Hast Du da vielleicht selber einen Vorschlag? (best. Salbe/Creme oder so?) Das ist halt das Problem an den Cremes- im Körper kommt so gut wie kein Wirkstoff an. Hat dann zwar keine Nebenwirkung, aber eben auch keine Wirkung. Ich würde für den Anfang zu Diclofenac oder Ibuprophentabletten raten. Damit kriegt man dann auch mal ne Verstauchung etc. in den Griff.


Schmerzmittel: tja..das ist mein Problem. Ich hab leider keinen 'Arzt' zur Hand, der mir mal für ne Reise schnell ein Opiat, Localanästhetikum und anderes Gerät verschreibt und wenn doch: was erzähl ich dem Zoll/Polizei? Eigenbedarf? Anlaufstelle wäre der Hausarzt. Der kann dir dann auch zum Beispiel ein gutes Nichtopiat verschreiben.


Gebrauch von Kanülen, Skalpell etc: ist Wissens- und Übungssache. Ich weiss was ich kann und bei Grenzfällen muss halt schnell zwischen Nutzen und möglichem Schaden abgewogen werden. Da gibt es keinen sicheren sanften Weg, amtlich genehmigt und für alle gleich gut... Jop

Stoffgemische: Imitationen vom natürlich-menschlichen Stoffgemischen haben sicher weniger Nebenwirkungen. Aus diesem Grund greifst Du ja auch auf ein isotonisches Salzgemisch aus der Apotheke zurück und nicht auf Müllermilch Banane mit 1Tl Salz und einer Kaliumtablette. Selbst wenn man alles ungefähr abwiegt (hat wer ne Waage im Gepäck?), ist Dein isotonischer Mix wohl mineralisch vielfältiger und besser abgestimmt. Schlechtes Beispiel. Bei Stoffgemischen kannst Du halt Wirknungen und Nebenwirkungen auf jeden der einzelnen Inhaltsstoffe bekommen. Bei isolierten Reinstoffen gibts immer nur Nebenwirkungen auf den einen Inhaltsstoff. Das der Mineralmix aus der Apotheke anders und besser wirkt (und zudem noch viel einfacher mitzunehmen ist) als Müllermilch/Salzgemische liegt nicht an der Anzahl der Inhaltsstoffe sondern eher an der Müllermilch.

(Der Körper nimmt sich zwar was er braucht, aber alles hat Grenzen..reines Aspirin schädigt z.B. stark die Magenschleimhaut und die blutverdünnende Wirkung ist auch nicht für jedermann vorteilhaft. Gibts eigentlich unreines Aspirin? Nee, im ernst. Dein Weidenrindenmix ist sicherlich mit stärkeren Nebenwirkungen behaftet als normale Acetylsalicylsäure.
Mein Vit-C-Pulver kommt auch nur ab und zu als Ergänzung spurenweise in die Nahrung. Da spielt die Länge der Tour kaum eine Rolle..es ist eine Reserve. Die länge der Tour spielt sehr wohl eine Rolle- ein gesunder Mitteleuropäer kriegt innerhalb von 4 Wochen einfach kein Skorbut.


'martialisch': ich bin kein Rambo-Verschnitt, der sich mit Stechahle und 'nem Stück Kordel' im Wald schnell jeden Mückenstich näht Alles ist zu Hause erprobt/geübt und nochmal bei kleineren Touren 'live' getestet (soweit möglich), bevor es zum festen Bestandteil wird. Versteht sich von selbst, daß 'Angelvorfach' in der Apotheke nicht vorher zum Angeln, Socken trocknen etc benutzt wird, aber es ist stabil, nicht viel dicker als ein dunkles Haar und lässt sich aufgrund der extrem glatten Oberfläche vor Gebrauch leicht desinfizieren + später gut entfernen^^
Chirugischer Faden wäre bequemer, kenne ich von der Zusammensetzung her nicht genau. Wegen der 'selbstauflösenden' Eigenschaft nehme ich an, daß er eine rauhere Oberfläche hat. Eine evtl beschädigte Packung kann man zwar desinfizieren, aber in so einer Oberfläche können immer noch Pilz-/Pflanzensporen überleben...mir zu ungewiss und empfindlich, also lass ichs. Erstens werden Hautnähte mit nichtresorbierbarem Faden genäht, und zweitens ist ein steril verpacktes chir. Nadel/ Fadenset sicherlich einfacher zu habndhaben und notfalls leichter wider zu desinfizieren (du solltest hier lieber sterilisieren) als deine Nadel-/ Angelsehnenkombi.

So ein Notfall ist bestimmt nicht fester Bestandteil jeder Tour, aber es ist wichtig, sich vorher mit jedem Szenario auseinanderzusetzen. Auch hier hat einfach jeder andere Ansprüche und je nach Zielgebiet+Entfernung zur Zivilisation andere Schwerpunkte. Jop, aber Bruchschmerzen mit Paracetamol behandeln zu wollen, Antibiotika nicht mitzunehmen (nur weil sie ja eh nicht wirken, bzw. gar dem Immunsystem schaden), oder auf Zerrungen Placebocremes zu schmieren ist halt schon sehr utopisch und funktioniert nicht, egal wie weit man von der Zivilisation entfernt ist.


Begründet bitte auch mal eure Gegenvorschläge und Comments, nicht nur einfach mit 'is falsch, nimm Mittel y' quittieren. Bestimmte Themen in manchen Threads (wie 'Durchfall')müssten auch von vorneherein genauer differenziert werden, damit nicht jeder nur sein Mittelchen empfiehlt und der nächste erzählt dann 'völliger Quatsch'
Threadtitel gerichtet nach der genauen Krankheit und ggf. Gebiet, nicht nach Symptom und dann innerhalb der einzelnen Posts klar abgrenzen in der Wirkungsweise 'gegen Symptome' oder 'gegen die Ursache'. So vermeidet man auch neue Falschmeldungen/Gerüchte...und ich könnte nebenbei den Umfang meiner Posts erheblich reduzieren, hrhr Hihi, na dann ordne Mal :wink: - das Forum ist halt ein öffentliches Medium, in dem jeder seinen Senf dazu gibt. Wenn du ne ordentliche Wissensdatenbank suchst, dann ist Google dein Freund.

Christian Wagner
06.12.2003, 17:54
'Immunabwehr arbeitet auf anderer Basis'....eben, auf 'ganz kleiner Flamme', denn gegen wen/was soll sie antreten?
..und ein paar Keime überleben immer. Nach Deiner Erklärung bräuchte man Antibiotika nur in korrekter Langzeit-Dosierung (z.B.Pflaster) zu verabreichen und es gäbe manche Krankheiten nicht/Resistenzen sowiso nicht mehr. Krankheiten werden so natürlich nicht ausgerottet, aber die Resistenzentwicklung würde halt bei korrekter langer Anwendung nicht so rasant vorranschreiten.


zum Aspirin/ASS
- ich benutz das sowiso nicht
- in der Pflanze ist der reine Wirkstoff schwächer dosiert und daher (trotz ungünstigerer Darreichungsform) schwächer in den Nebenwirkungen.
Das Derivat ist sicher nicht allein für die Verträglichkeit entwickelt worden, sondern weil es ein stabiles Salz darstellt, wodurch sich das Medikament besser lagern lässt. Doch, der Hauptgrund für die Acetylierung von Salicylsäure ist die bessere Verträglichkeit, und eine Wirkungsverlängerung/ - verstärkung. Wenn der Wirkstoff in der Pflanze schwächer dosiert ist- dann haste auch von daher schon weniger Wirkung.

Was hast du eigentlich gegen Aspirin?
Gegenüber der Weidenrinde hat es eigentlich nur Vorteile (was in der Medizin schon selten genug ist.)

Ilja
07.12.2003, 08:48
Antibiotika: wie der Namenszusatz 'Breitband-...' in der Aufschrift richtig vermuten lässt, haut so eine Keule fast alles weg, was im Weg steht - incl. dem was der eigene Körper fürs biologische Gleichgewicht braucht, denn nicht jedes Bakterium im Körper ist schädlich und die Immunabwehr wird nur gestärkt, wenn sie arbeiten muss. Durchs Antibiotikum wird die eigene Immunabwehr für eine Weile nutzlos/kaum beschäftigt. Das ist völlig falsch. Die Darmflora wird zwar durcheinandergebracht (ja, es werden auch die "guten" Bakterien dezimiert) das äusert sich jedoch wenn überhaupt dann in mildem Durchfall welcher nach Absetzten des Medikaments wieder verschwindet. Auf die Stärke des Immunsystems haben AB's jedoch keinen Einfluss.

Also jetzt muss ich doch mal in die Diskussion eingreifen. Bei Breitband ABs kann es sehr wohl zu einer lebensbedrohlichen Vermehrung von bestimmten Baktieren kommen. Das äußert sich leider nicht in einem milden Durchfall, sondern in massiven Durchfällen bis hin zu Blut im Stuhl. Und leider ist das auch nicht nach Absetzen des Abs weg.

Bis denne,

Ilja

Marcel
07.12.2003, 12:58
Hallo Ilja!

Sehr aufmerksam gelesen, ich persönlich tue mir diese Zerstückelungen von "Herrn Wagner" nicht mehr an.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass "Herr Wagner" scheinbar von Medizin keine Ahnung hat, wenn er nicht einmal die Pseudomembranöse Kolitis durch Clostridium difficile kennt. :-? Das ist ein absolutes Muss!
Wobei man diese antibiotikainduzierte Durchfallerkrankung auch nun wieder mit einem AB behandeln muss...der Schaden war schon zu groß..

Er verharmlost hier die zum Teil schweren Nebenwirkungen von Antibiotika, die übrigens meiner Meinung nach nur als ultima ratio eingesetzt werden sollten, bei Menschen, deren Abwehrlage es nicht von allein schafft. Es gibt zahlreiche natürliche Antibiotika, bei denen wir auch nicht mit den zunehmenden Resistenzen rechnen müssen....
Wir sollten unsere "Munition" nicht bei banalen Infekten verschiessen, wenn es dann mal ernst wir, ist die Waffe nutzlos. Wie es nun schon bei der ehemaligen Wunderkeule Vancomycin der Fall ist.

Gruss
Marcel

Marcel
07.12.2003, 14:38
...achja übrigens: Antibiotika, Bactrim, Septrim etc, also mit dem Wirkstoff Trimethoprim (Cotrimoxazole), haben eine immunsuppressive Wirkung, die durchaus mit der des Immunsuppressivums Azathioprin verglichen werden kann, so eine Forschergruppe an der St. Mary's Medical School in London bereits 1970...

Schönen Sonntag und Zweiten Advent noch...
Marcel

Fledi
07.12.2003, 14:48
Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass "Herr Wagner" scheinbar von Medizin keine Ahnung hat, wenn er nicht einmal die Pseudomembranöse Kolitis durch Clostridium difficile kennt. :-? Das ist ein absolutes Muss!
Hallo Marcel, wenn Du ein Problem mit Christian hast, dann mach das doch persönlich und privat mit ihm aus, hier ist das fehl am Platze...
Klar gibt es die Pseudomembranöse Kolitis, aber das ist eine seltene Nebenwirkung. Vergessen werden darf sie deshalb aber nicht- nur ist nicht gleich jeder Durchfall bei Antibiotika eine pseudomembranöse Kolitis. Im Übrigen kann man Durchfall bei Antibiotika ganz gut verhindern, indem man sie zusammen mit einfachem Joghurt (ohne Fruchtzubereitungen etc.) einnimmt.


Es gibt zahlreiche natürliche Antibiotika, bei denen wir auch nicht mit den zunehmenden Resistenzen rechnen müssen....
Wir sollten unsere "Munition" nicht bei banalen Infekten verschiessen, wenn es dann mal ernst wir, ist die Waffe nutzlos. Wie es nun schon bei der ehemaligen Wunderkeule Vancomycin der Fall ist.
Ich höre hier immer von natürlichen Antibiotika, was soll denn das sein? Bei mir in der Pharmakovorlesung sind die noch nie zur Sprache gekommen. Zudem solltest Du Dir vielleicht mal die Geschichte der Antibiotika angucken. Penicillin ist ein von Pilzen gebildeter Abwehrstoff gegen Bakterien und somit natürlich. Resistenzen sind vor allem entstanden, weil man zu Beginn der Antibiotikatherapie noch nicht wusste, dass man sie nicht wahllos gegen alles einsetzen darf. Man dachte, man hat ein Wundermedikament gegen alles entdeckt. Erst später hat man dann bemerkt, dass so Resistenzen entstehen.
Zudem entstehen Resistenzen besonders dadurch, dass die Ärzte ihren Patienten meistens nicht erklären, warum sie die Antibiotika für eine Woche mit zB Durchfall nehmen sollen, wenn es ihnen doch schon nach 2 Tagen besser geht.

Gruß,
Britta

Marcel
07.12.2003, 15:02
Hallo Britta!

Da hast du mich wohl falsch verstanden,ich meine mit "natürlichen Antibiotika" Substanzen die in Nahrungsmitteln enthalten sind ( hier kommt wieder der Spruch "Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein") wie z.B.
- Oregano
- Thymian
- Knoblauch, Zwiebel
- Kresse
- Propolis
- äusserlich auch Teebaumöl

und viele viele mehr...nur leider verdient die Pharmaindustrie hierbei nichts... :wink:

Gruss
Marcel

Nicht übertreiben
08.12.2003, 12:12
Und wenn der Apotheker kein Antibiotika verschreiben will, dann einfach ne Menge Schweinfleisch essen, da ist genug drin... :(

Wobei wir gegen die Sorten wahrscheinlich schon allesamt immun sind, nicht umsonst gibt es ja eine strickte Trennung von ABs bei Tieren und Menschen...

Ich bin auch der Meinung, dass man dem Körper wenn möglich die Chance geben sollte sich selber zu helfen. In den USA war es schonmal so weit, dass ABs in Kosmetika etc drin waren um vorbeugend zu wirken :shock:

Aber ich bin eh jemand, der Medikamente nur benutzt wenn es sonst nicht geht (egal ob Kopfschmerzen, Erkältung...)

Thorben

*der nicht besonders viel Ahnung von Medizin hat*

Marcel
08.12.2003, 15:00
Hallo Thorben!

Leider gibt es keine strikte Trennung zwischen Ab in der Tiermast und beim Menschen. Zum Beispiel die Glykopeptid-AB (wie Vancomycin) haben nun schon keine Chance mehr gegen einige Enterokokkenstämme, da diese in der Tiermast dagegen Resistenzen gebildet haben.

Gruss
Marcel

(der nicht nur deshalb bio kauft) :)

Nicht übertreiben
08.12.2003, 15:21
Wäre doch mal ne tolle Werbung:

Schweinfleisch: Macht nicht nur Sie sondern auch Ihre Bakterien starkt. Ein Schnitzel enthält die empfohlene Tagedosis an Antibiotika! :kotz:

Nein, im Ernst, ich dachte immer es gabe eine Verordnung die für Mast und Mensch verschiedene Abs vorsieht. So kann man sich irren?!

*verunsichert*
Thorben

Christian Wagner
08.12.2003, 21:34
So, nun mal langsam. Es gibt für jedes Medikament Indikationen. Im Rahmen der entsprechenden Indikationen ist ein Antibiotikaeinsatz IMHO sehr vertretbar- grade auf Tour. Wegen einem banalen Infekt der oberen Atemwege (überwiegend eh viral- ABs also nutzlos) bringts natürlich nix. Aber bei ner eitrigen Bronchitis, oder ner krassen Wundinfektion (Verletzung, Unfall) ist man halt schon viel schneller wieder auf den Beinen als ohne AB Einsatz.

Zum Durchfall:

Oft tritt bei AB Einnahme Durchfall auf. Der ist in den allermeisten Fällen harmlos und verschwindet wieder wenn die ABs abgesetzt werden und sich die Darmflora wieder auf ein normales Level eingependelt hat. Pseudomembranöse Colitis ist eine, zwar sehr ernste, aber doch auch sehr seltene Nebenwirkung, aber was mache ich denn bitte wenn ich nen krassen Infekt habe? Da habe ich dann nicht wirklich eine Wahl oder?


Er verharmlost hier die zum Teil schweren Nebenwirkungen von Antibiotika, die übrigens meiner Meinung nach nur als ultima ratio eingesetzt werden sollten, Es war nicht meine Absicht zu verharmlosen, bei einer ordentlichen Antibiotikaindikation habe ich aber meineserachtens nicht unbedingt eine Wahl- da müssen sie eben sein- gerade und vor allem auf Tour. bei Menschen,
deren Abwehrlage es nicht von allein schafft. Woher willst du von vornherein wissen wie es um die Abwehrlage eines Patineten bestellt ist?
Es gibt zahlreiche natürliche Antibiotika, bei denen wir auch nicht mit den zunehmenden Resistenzen rechnen müssen.... Hihi, möchte mal sehen wie du ein Erysipel mit Oregano behandelst- ROFL.

Wüstenmann
09.12.2003, 04:41
Also, da Du selber von 'Indikation' sprichst..
Antibiotika:
können nur ausgebildete Ärzte auf Tropentouren gebrauchen.(am besten nur für sich selber, denn wie ich sehe, weisst Du schon bei kleinsten Andeutungen sofort, was jetzt wirklich Sache ist) :bg:
In nördlichen Gefilden(wozu?)/alpinem Gelände(Rettungsheli) sind sie eher überflüssig. Das Attribut 'Breitband-' ist eine Irreführung für Verbraucher. Es macht mehr nieder...'mehr' von was?
Ich halte mich einfach die Prophylaxe-Empfehlungen der Tropeninstitute.
Kein 'Survivor' unterwegs ist gut genug, um einwandfrei anhand weniger Symptone und ohne weitere Hilfsmittel irgendwas zu diagnostizieren.
Antibiotika gehören zur stationären Behandlung ins KrHs, nicht in den Back-Pack für unterwegs.
Dazu sind AB schlecht lagerfähig und im fernen Ausland ist die Möglichkeit von Zweit- und Nebeninfektionen um einiges erhöht, denn der Körper kennt die neuen Stämme/fremden Erreger noch nicht..dazu noch die möglichen Nebenwirkungen..
Durch Verzicht socher 'Die-sind-wichtig-Mittel' und -Geräte konnte ich mein Gepäck um einiges schlanker gestalten.
Symptome lindern: wie mit Elektrolyt-Lösungen = ok
Krankheiten (Ursache) = gehören zum Arzt, besser ins KrHs und dann nur zur stationären Bahandlung->Aufsicht, Trennung von Patienten mit anderen Krankheiten.

Natürliche Antibiotika degegen: leicht zu besorgen, und zwar frisch ohne Lagerproblem, helfen wenn nicht direkt, dann wenigstens durch den Placeboeffekt. Sie sind milder und ihre Nebenwirkung schlimmstenfalls 'sättigend' :bg:
Vit C nehme ich nicht erst wenns schon lange zu spät ist (skorbut), sondern wenn ich denke, ich hab etwas zu wenig Gemüse/Früchte in den letzten Tagen gehabt. Das ist eine Frage des Denkens, nicht der Mangelerscheinung. Wenn man nur Spuren davon nimmt, verhält es sich wie mit den natürlichen Antibiotika: no problem und immer ein Quentchen extra-Abwehrkraft.

Daneben fällt mir das übertrieben medizinische Gequassel auf, was diesen Abschnitt des Forums ziemlich unattraktiv macht. Ich hab auch ein Merck-Buch und andere Wälzer und könnte daraus Latein zitieren ohne irgendeinen blassen Schimmer zu haben..scheint irgendwie ein Minderwertigkeitskomplex aller Mediziner zu sein.
IMHO...dto. <- man kann gebräuchliches Latein benutzen, aber nicht um anzugeben.(bezogen aufs 'dito', nicht den med. stud. Umgangston)

@Christian ans Herz gelegt:
So wie in anderen Threads Hersteller von Schlafsäcken etc auftreten, bist Du wohl entweder ein Vertreter der Pharma-Branche oder hast als Mediziner zuviel auswendig gelernt, ohne genau nachzudenken. (der eigentliche Zweck von so manchem Studium: Gehirnwäsche->nur noch blind aufsagen, was 'man sagen muss'..wenn man bestehen will ) Das gibts seit Jahren auch in der Computerbranche..und so entstehen Branchenriesen, die ihre Macht auch auf andere Gebiete..z.B 'Fachbücher' ausdehnen^^
Schade, daß das Rezitieren(fast) von Buchkapiteln sogenannter 'Fachbücher' der Pharmabranche bei Prüfungen und Aprobation immer noch zum festen Bestandteil gehört. Man könnte auch dafür unseren Benzinherstellern alleinige Fachkompetenz für Benzin erteilen. Die veranstalten dann auch Fachkongresse und sagen:
Benzol..ist harmlos, kann zu Krebs führen und im Übermass wirkt es aber krebstötend..Toluol..ach was..Blei? na das bischen..
Geh mal ne Weile zum Roten Kreuz in die Sahel-Zone oder ähnliche Gebiete (wo die Versorgung mangelhaft ist), guck einfach die Menschen direkt und ganz genau an, und lerne improvisieren..das bringt mehr Fachwissen, als so manches Fachbuch/angesehener Mediziner beibringen wird.
Vielleicht..wenn man so Deine Posts durchsieht, bist Du aber auch eine Koryphähe, die hier und überall nur auf ein paar saudumme Patienten trifft..

Ilja
09.12.2003, 08:00
Hey, Leute,

bleibt bei der Diskussion sachlich. Es bringt hier nichts, sich gegenseitig anzufeinden. Wir wollen sachlich und ruhig hier miteinander diskutieren.
Wenn das nicht möglich ist, dann schliesse ich hier den Thread.

Ilja

Christian Wagner
09.12.2003, 12:20
@ Wüstenmann:

Ich glaub nicht das ABs nur von "Fachmännern" angewendet werden können. Auch der geschulte Laie kann das.


Kein 'Survivor' unterwegs ist gut genug, um einwandfrei anhand weniger Symptone und ohne weitere Hilfsmittel irgendwas zu diagnostizieren. Ich glaube du unterschätzt den Laien.

Antibiotika gehören zur stationären Behandlung ins KrHs, nicht in den Back-Pack für unterwegs. Nein, auch in die ambulante Behandlung gehören sie- und, wie ich meine in die Hände von informierten Laien fernab der Zivilisation.

Dazu sind AB schlecht lagerfähig und im fernen Ausland ist die Möglichkeit von Zweit- und Nebeninfektionen um einiges erhöht, denn der Körper kennt die neuen Stämme/fremden Erreger noch nicht..dazu noch die möglichen Nebenwirkungen.. Die Blisterpacks dürften die Tabletten IMHO sehr gut von den Umwelteinflüssen abschotten. Ich denke das gerade weil der Körper die neuen Bakterienstämme nicht kennt, ABs in der Hinterhand nicht verkehrt sind. Im Busch ist der nächste Arzt halt sehr weit entfernt- einfach mal zum Doc rennen ist dann halt eben nicht.

Das mit dem übertrieben medizinischen Gequassel stimmt. Kann dir da nur rechtgeben. Die Diskussionen werden hier halt recht schnell zum Streit im Elfenbeinturm- an mir solls nicht liegen das zu ändern :wink: .

Zum Rest deiner Ausführungen schreib ich dir ne PN.

So, ich bin raus.

Christian Wagner
09.12.2003, 12:56
Zu den Abs nochmal, ich hab vielleicht einige Sachen stillschweigend vorrausgesetzt, was evtl. nicht korrekt war- es mag in der Tat Leute geben die, ohne sich vorher anderweitig zu informieren ABs auf Reisen mitnehmen. Deshalb: sprecht vor der Reise mit dem Arzt der euch das Mittel verschreibt über Risiken, Nebenwirkungen und Anwendungsbereiche.

Ach ja, weitere Packlisten für EH- Sets sind natürlich nach wie vor herzlich willkommen- dafür war der Thread natürlich auch gedacht. (Evtl. Tips dann dazu meinerseits sind bitte nicht als "Angriff" auf die Person zu verstehen :wink: )

Ich schlage vor, falls hier noch jemand was über ABs schreiben will dafür nen neuen thread aufzumachen.

So, nun aber endgültig wech.

Marcel
09.12.2003, 13:43
Hallo zusammen!

Ich meine mit der Anwendung natürlicher Antibiotika eher eine Art Vorsorge gegen eine nahende Infektion, wenn man sich halt schon etwas schlapp fühlt und etwas "im Anflug" ist.. Natürlich nicht zur Behandlung einer bereits bestehenden schweren bakteriellen Infektion, ist doch klar...

Gruss
Marcel

MarkusG
09.12.2003, 16:35
Ich meine mit der Anwendung natürlicher Antibiotika eher eine Art Vorsorge gegen eine nahende Infektion, wenn man sich halt schon etwas schlapp fühlt und etwas "im Anflug" ist.. Natürlich nicht zur Behandlung einer bereits bestehenden schweren bakteriellen Infektion, ist doch klar...


Dann wäre es besser, den Begriff "natürliche Antibiotika" durch "natürliche Mittel zur Stärkung des Immunsystems". Antibiotika sind Medikamente, die gezielt in die Zellvermehrung eingreifen. So eine Wirkung meinst du ja offensichtlich nicht.

Marcel
09.12.2003, 18:13
Hallo Markus!

Oh doch, ich meine die antibiotische Wirkung der Gewürze/Lebensmittel, die aufflammende Infektionen im Schach halten ....

Du hast natürlich recht, dass eine frischkostreiche Ernährung eine Grundlage für eine gute Abwehrlage ist...

Gruss
Marcel

...irgendwie hat das alles nichts mehr mit dem Thema zu tun :o

Ilja
10.12.2003, 08:47
Hi,

so, ich habe die Threads getrennt. Hier kann es also weiter um ABs und Medikamente gehen. Allerdings in einem gemäßtigen Rahmen und Umgangston :mrgreen:

Bis denne,

Ilja

Balu
20.12.2003, 00:47
Hi Leute,

mal so eine kurze Anmerkung am Rande. Welche Antibiotika packt Ihr denn so ein? Präparate nach dem Motto, hat einer Freundin meiner Cousine geholfen?

Antibiotika haben alle ein irres Nebenwirkungsspektrum, und demjenigen, den es so schlecht geht, dass er wirklich Antibiotika braucht, gehört einfach nicht ins Zelt. Ein Notstopfen für den Fall aller Fälle ist es auch nicht. Man braucht schon drei bis vier verschiedene Antibiotika, um für alle Fälle gewapnet zu sein.

Bälle niedrig halten. Sich beim Hausarzt bei der Reiseapotheke beraten lassen und gut ist und hört nicht auf alle Leute, die im Internet ihre Eitelkeiten pflegen.

Gruß

Balu

felö
23.12.2003, 11:31
Ich denke hier wird nicht vom klassichen Europa-Aufenthalt gesprochen, bei dem man in den meisten Fällen schnell zu einem Arzt gelangen kann und auf dessen Hilfe bauen kann.

Für die anderen Fälle ist es sicherlich sinnvoll sich vor Antritt der Reise beraten zu lassen, ob und welche Medikamente man mitnimmt und wie sie aufbewahrt, dosiert und eingenommen werden sollen.

Man wird dabei sicherlich nur relativ einfach zu diagnostizierende und behandelnde Krankheiten berücksichtigen können und darauf hinweisen, daß nach Möglichkeit schnellstmöglich ein Arzt konsultiert werden sollte.

In diesem Rahmen haben sicherlich auch Antibiotika und Schmerzmittel einen wichtigen Stellenwert. Erkrankungen wie eine eitrige Halsentzündung (angina), ein Harnwegsinfekt oder auch eine Mittelohrentzündung können mit einigermaßen großer Sicherheit auch von einem Laien nach entsprechender Auflärung diagnostiziert werden und dann auch adäquat behandelt werden, ohne daß der ganze Rucksack voll mit verschiedenen Medikamenten ist.

Betrachtet man, wie häufig z.B. Antibiotika Anwendung finden, sind die Nebenwirkungen sehr, sehr selten, insbesondere schwerwiegende Nebenwirkungen. Allerdings muß immer abgewogen werden (so wie es auch ein Arzt tun sollte), ob der Einsatz gerechtfertigt wird. Die hier im Forum, wie auch in der Yellow-Press häufig angesprochenen Resistenzen spielen in erster Linie in Kliniken und dort insbesondere auf Intensivstationen eine Rolle, eben an Orten, wo sehr häufig Antibiotika gegen ein sehr unterschiedliches Keimspektrum verabreicht werden.

Antibiotika werden im ambulanten Bereich meistens aufgrund von Symptomen verabreicht, ohne durch eine Kultur der Bakterien vorher feststellen zu können, ob die Bakterien durch dieses Antibiotikum auch ausreichend geschädigt werden können. Werden die Symptome nach 1-3 Tagen nicht besser, wird dann das Antibiotkum gewechselt, d.h. ein anderer Wirkstoff wird verabreicht. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Antibiotika-Resistenz!!

Was aus medizinischer Sicht für Auslandsreisen zu beachten ist, findet man im Internet u.a. auf der homepage des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de). Zudem kann es sinnvoll sein, sich vor der Reise kundig zu machen, wo man im ernstfall medizinische Hilfe finden kann.

Ich hoffe ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt und wünsche weiterhin gute Gesundheit zu Hause und im Urlaub :D

Felö

Tobias
24.12.2003, 13:09
@Felö
Nicht nur auf Intensivstationen haben die Ärzte mit Resistenzen zu kämpfen. Ich habe Zivildienst auf eine Kinderstation in einem Klinikum gemacht und auch dort gab es häufig Patienten, die nur shlecht oder garnicht auf die verschiedensten Antibiotika ansprachen. Ich denke das der überwiegende Teil der Ärzte zu sorglos mit diesen Wirkstoffen umgeht. Das wir sie brauchen und auch einsetzen müssen steht ncht zur Diskussion, aber sie werden viel zu häufig bei "harmlosen" erkrankungen die auch ohne Antibiotika augesessen werden könnten verschrieben.
Gruß.
Tobias

felö
25.12.2003, 22:54
@ Tobias
wie bereits geschrieben, zwischen echten Resistenzen und nicht Ansprechen gibt´s einen großen Unterschied, allzu sorgloser Umgang ist aber (wie bei jedem anderen Medikament) bestimmt nicht empfohlen.

Felö

felö
26.12.2003, 21:30
nochmal @ Tobias

War natürlich etwas ungenau geschrieben: Wenn man in Kultur einen Bakterienstamm bestimmt (z.B. Blutkultur, Abstrich, Wundsekret...) macht man i.d.R. auch eine Resistenzbestimmung, um festzustellen, welche Antibiotika helfen, welche nicht, es handelt sich dabei um eine Resistenzbestimmung. Dabei funktionieren praktisch immer einige Antibiotika nicht, was aber völlig normal ist, da die Antibiotika unterschiedliche Wirkmachanismen haben und gegen die einen Stämme gut helfen, gegen andere eher schlecht.
Problematisch wird das nur, wenn es sich um multiresistente Bakterien handelt, gegen die selbst sogenannte Reserveantibiotika, wie z.B. Vancomycin, nicht helfen.
Diese multiresistenten Bakterienstämme sind das eigentliche Problem, nicht die normalen Resistenzen.

Ich hoffe das war verständlich :roll:

Felö

mamaguru
26.12.2003, 21:49
@felö

Ich hoffe das war verständlich :roll:
IMO hast du mit den Beiträgen »den/einen Zusammenhang« verständlich, plausibel bzw. gut nachvollziehbar und beschreibend rübergebracht -- und dabei keineswegs (!) für oder gegen etwas »sinnlos geschürt«. http://www.mamaguru.de/emoticons/daumen.gif

herzlichen gruß
boris