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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NO] Hardanger Vidda



Symion
05.05.2009, 18:25
Land: Norwegen
Reisezeit: April 2009
Region/Kontinent: Nordeuropa

So dann will auch ich mal eine meiner Reisen zu Papier bringen (E-Paper :-).
Die Sehnsucht bzw. der Wunsch nach einer Wintertour begann wahrscheinlich schon Ende 2008 bei mir ein zu nisten und sich zu verstärken und Besitz zu ergreifen. Immer wieder ertappte ich mich dabei Ausrüstung zu kaufen die ich nicht unbedingt gerade brauchte, vom unbewussten getrieben.
Als dann Ende Februar Ryanair wieder einmal Billigflüge anbot brach es aus mir heraus und mehr oder weniger wurden 10 Tage nach Norwegen aus dem Affekt heraus gebucht.
Halbherzig sah ich mich dann auch nach einem Mitwanderer um jedoch ohne Erfolg. Oje ^^.
Da ich durch Uni etc. sehr beschäftigt war verging die Zeit bis zum Abflug plötzlich wie im Flug und ich wurde mit meinen Vorbereitungen kaum fertig.
Soviel war zu tun. Reiseroute und Karten, Ausrüstung besorgen, Kraft aufbauen usw. usw. .

Dann war es Montag morgens soweit. Reste in die Taschen packen und los. Richtung Mainz und dann mit dem Flughafen Shutle nach Frankfurt Hahn. Dort durfte ich dann erstmal 30€ Übergepäck für 2 läppsche Kilo bezahlen. Aber alles musste mit. Den Rucksack durfte ich dann zum Sperrgepäck tragen. Hier ist manchmal alles soo kompliziert.

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Von Oslo-Torp dann nach Oslo und Richtung Ankerhostel. Achja ein Ticket nach Finse war für den nächsten Tag schon besorgt. 10:33 sollte es losgehen. Leider hatte ich nicht bedacht das die meisten Geschäfte dort erst um 10 aufmachen und ich noch einiges brauchte.

Am nächste Tag dann noch Schnell Benzin, Real Turmat und ein bisschen was zu Essen kaufen und los geht’s.
Die Zugfahrt selbst verläuft problemlos doch ich begann mir erstmals Gedanken darüber zu machen was ich überhaupt tat. Alleine in die winterliche Hardanger Vidda. Zudem die erste Richtige Wintertour, von der Bundeswehrzeit abgesehen. Würde alles glatt laufen, hatte ich mich von den Tagen her überschätzt, würde ich mich einsam fühlen und ähnliches. Wer Zeit hat beginnt nachzudenken. Da hilft nur Denkzeit zu vertreiben.
Gegen 15:20 treffe ich in Finse ein. Schnee, Sonne, Schnee und Schnee. Das Thermometer zeigt 5 Grad an. Fertig machen, ein kurzer Smalltalk mit ein paar Norwegern und los geht’s.

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Die ersten Meter fallen mir sehr schwer. Der Rucksack mit seinen 35kg scheint mich zu erdrücken und die ersten Schritte mit den Schneeschuhe fallen mir schwer. Erstmal orientieren. Wohin gehen. Welcher Markierung folgen.
Dann geht es wirklich los. Ich mache mich auf Richtung Kraekkjahytta und laufe 2,5 Std. bevor ich mein Zelt aufschlage. Geschätzte zurückgelegte Entfernung: 5km.

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Finse liegt hinter ein paar Hügeln und ich bin das erste mal auf dieser Reise ganz allein.
Ich bin froh mit das Wechsel Outpost zugelegt zu haben. Lässt sich auch alleine schnell aufbauen und bietet mit mit meinen 1,94m genügend Platz.
Schnee fest treten, Zelt aufbauen, Iso und Schlafsack auspacken und dann erstmal was zu essen machen.
Ich schlafe recht unruhig und es beginnt Nachts zu schneien. Gut das ich das Zelt nur mit Minimalheringen aufgstellt hatte.

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Um 10 bin icht fertig mit Wasser schmelzen für den Tag, essen, packen und Rucksack Schultern.
In meinem jungendlichen Wahn will ich noch heute Kraekkjahytta erreichen. Die ersten 2 Std. ist das Wetter noch durchwachsen und der Rucksack noch nicht 100% richtig eingestellt. Überall drückt und ziept es.

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Gegen 15.00 treffe ich einen älteren Norwege beim Eisfischen. Zuerst dachte ich mein Geist würde mit übel mitspielen, da die Sonne angefangen hatte auf mit herab zu brennen als wenn es keinen morgen geben würde. Er stellt sich jedoch als echt heraus und meint das es noch ca. 3-4 km bis zur Hütte sind. Ich bin mittlerweile sehr erschöpft, da ich mir quasi keine Pause gegönnt hatte und schöpfe nun neue Kraft.
So mache ich mich frohen Mutes wieder auf. Die Schmerzen fangen bald schon wieder auf sich bemerkbar zu machen. Die Stunden ziehen sich hin, die Sonne brennt und brennt aber die Hütte kommt nicht in Sichtweite. Um 6 Uhr treffe ich wieder den munteren Norweger der mit Kaffee und Rosinen anbietet. Er meint es sei „nur“ noch 1km bis zu meinem Ziel.
Ich laufe schon lange nur noch aus purer Willenskraft. Um 18.30 treffe ich in der Hütte ein. Ich bin so fix und fertig wie lange nicht mehr. Vielleicht erschöpfter denn je. In der Hütte bin ich der einzigste Gast. Zuerst die Ausrüstung trocknen und dann mich meinen Körper kümmern. Die warmen Kartoffeln mit Kraut und Backfisch brauchen über 30min. Um in meinem Körper zu verschwinden. Schneckentempo, aber es geht nicht schneller. Resümee: 25km mit Schneeschuhen und Gepäck in 8,5 Std. Marsch zurückgelegt. Ich bin verrückt.
Beinahe Zeitgleich fangen meine Schultermuskeln an zu Schmerzen wie noch nie. Meine Hüfte ist rötlich und die Haut teilweise geschwollen.
Ich bereite meine Ausrüstung vor und nach und schmökere noch ein bisschen in der Karte. Dann ist es Zeit für mich zu schlafen.

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Am nächsten morgen tut mir leider immer noch die Schultern und die Hüfthaut weh. Aber es bleibt mir nichts anderes übrig als nach einem leckeren Müsli um 11 Uhr meine Tour fort zu setzten. Richtung: Tuva.
Das Wetter bleibt sonnig, zu sonnig. Meine Haut hatte schon am Vortag trotz 20er Creme sehr gelitten. Mir bleibt nichts übrig als mit Fleecemaske weiter zu wandern.
Ich komme gut voran und bereue nicht mit Schneeschuhen unterwegs zu sein. Da ich mein Zelt dabei habe leide ich nicht unter dem Druck irgendwelche Zwischenziele zu bestimmten Zeiten zu erreichen und genieße die Zeit und die fantastische Aussicht.

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Mittagspause auf einem freien Stein und Socken trocknen.

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Entspanntes und ruhiges schlafen im nirgendwo.

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Ein neuerlicher Tag beginnt, diesmal etwas Wolkenverhangen trotzdem ist an ein laufen ohne dunkle Sonnenbrille nicht zu denken.

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.................... to be continued ...................

shorst
05.05.2009, 18:40
25km mit Schneeschuhen und Gepäck in 8,5 Std. Marsch zurückgelegt. Ich bin verrückt.

Vollste Zustimmung:bg: und meinen Respekt!!!

equipman
05.05.2009, 20:16
Was für einen Rucksack hast du benutzt ?

guido66de
05.05.2009, 21:27
Schöner Bericht - Danke :D

Würde ich auch gerne mal machen aber nicht alleine weil mir die Erfahrung fehlt. Finse habe ich aber als Endpunkt meiner Tour im September geplant.

Mange takk og ha det bra
Guido

OttoStover
06.05.2009, 00:39
Nice story, I'm lookin forward for the continuation. It is a while since I went skiing on Hardangervidda. ;-)

A small correction just. According to DNT the marked winter track from Finse to Krækkja is 26 km total distance. I assume you were following the wooden markings.

What puzzles me more is this. Why do many people from central Europe torment themselves by using snowshoes instead of using skis? Even for a nonskilled skier 25 km in 8 hours in the conditions you had, would be so much easier. IMHO the snowshoes are useful in dense woods, and not in the high mountains. Someone should bring this message out to the clubs/forums so that people get a better tour.

Symion
06.05.2009, 08:51
@equipman habe einen Tatonka Bison 75 dabei gehabt. Ein mächtiges Tier, wiegt auch knap 3,8kg. Dafür extrem robust und verteilt das Gewicht wirklich sehr gut. Bis auf die anfänglichen Probleme des Ungewohnt seins gab es keine.

@OttoStover Hey, i took the Distance from the sign in Finse. Didnt know theres a difference between Summer an Winter. I often saw the big red T of the Summer Trail.
Why i chose the Snowshoes? The main reason i had some. I had already spent so much money for Equpment and i knew i would need some more in Norway.
So i decided to take them.
And in the end it wasnt such a bad decision. Yes i was a lot slower then the skiers, but i had time and i wanted to see and feel the nature, not make huge dinstances or reach special points (except the finish Geilo :-).

Symion

Mika Hautamaeki
06.05.2009, 09:54
Schöner Bericht, Sehr schöne Bilder. Weitermachen!!!

hrXXL
06.05.2009, 21:33
hast du von deinem wunderbarem zelt nur das außenzelt mitgehabt oder komplett??

Symion
10.05.2009, 19:49
@hrXXL Hatte das komplette Zelt dabei. Bringt genau 4kg im Auslieferungszusatnd auf die Waage (inkl. allem)

So nun gehts mal wieder weiter.


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Ich steuere weiter auf Tuva zu. Inzwischen dürfte ich ¾ der Strecke von Kraekkja nach Tuva zurückgelegt haben. Die Sonne lugt immer weiter zwischen den Wolken hervor die den Kampf heute nicht gewinnen können. Der Schnee macht mit teilweise stark zu schaffen. Ein paar Meter fester Untergrund und dann verschwindet das eine oder andere Bein plötzlich im Schnee. Wenn es wenigsten gleichmäßig immer einsacken würde. So ist es wirklich nervig und ich hoffe mit nichts zu verdrehen. Die Figuren die ich da gezaubert habe sahen bestimmt ulkig aus. Es wird einige Meter wieder besser, dann bin ich bis zur Hüfte versunken und kann mich nicht mehr bewegen. Ruhe bewahren und Rucksack abschnallen. Dann beginne ich mit dem frei schaufeln mit den Händen. Ich könnt schreien. So macht das keinen Spaß.
Die nächsten 200-500 Meter lege ich wie auf rohen Eiern zurück. Danach heißt es erstmal eine Schnee freie Fläche suchen, Socken trocknen und etwas essen. Das Wetter ist herrlich solange man nicht anstrengendes tut.
Unterwegs treffe ich immer mal ein oder ein paar Norweger. Scheine aber ansonsten hier der einzigste auf „großer“ Tour zu sein.

Gegen 5 passiere ich Tuva. Dachte das wäre ein bisschen größer. Eine Übernachtungshütte und 2-3 kleinere Häusschen. Nicht gerade viel. Hier begegne ich auch die Haus im Schnee. Wenn man die Schnee freien Flecken sieht denkt man immer das die Schneedecke wohle nicht mehr dick sein kann. Weit gefehlt.


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Das Zelt steht heute wieder mitten im nirgendwo. Ein riesige ebene Fläche. Schneetrampeln ist abends wirklich anstrengend.


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Die Nacht verläuft ruhig. Der Wind ist nur anfangs etwas stärker, flaut dann aber ganz ab. Die Temperaturen dürften den Tiefpunkt meiner Tour erreicht haben.


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Das Zelt ist morgens von innen und außen vereist. Doch während ich mein Frühstück bereite legt die Sonne ein ordentliches Tempo vor. Als ich gegen 11 aufbreche ist das Eis verschwunden. Schnell noch die letzten Spuren meines Nächtigung verbuddeln und auf geht’s. Der Rucksack wird immer leichter, auch wenn die tägliche Trockennahrung nicht wirklich viel wiegt. Vielleicht habe ich mich auch einfach schon an mein zusätzliches Gewicht gewöhnt.
Es geht mir eigentlich sehr gut. Ich genieße die Stille, die Weite, das allein sein. Keine Pflichten und die Zeit hat längst jegliche Bedeutung für mich verloren.
Aber wo Friede, da auch ein Störenfried. Die Sonne brennt gnadenlos auf mich herab und meine Rechte Wade meldet Muskelkater. Pech, ich werde weiterlaufen. Da mein Gesicht schon aussieht wie frisch vom Grill muss ich mich komplett verhüllen.


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Auch die Hosenbeine kann ich nur noch lang tragen. Ich komme mit vor wie in einer Wüste. Es brennt.

Es geht bergauf.

Es will nicht enden.

Neues Ziel Ustetind.1.392m Hoch. Während meines beschwerlichen Aufstieges werde ich von einem Hundegespann überholt. Pah, etwas für Weicheier :-).
Langsam aber gleichmäßig, einer Maschine gleich setze ich einen Fuß vor den Anderen. Selbst den Hunden scheint die Steigung anzustrengen. Obwohl der Musher geht, werden sie immer langsamer und legen gar eine kleine Pause ein. Als ich an der Hütte ankomme machen sie sich wieder auf den Weg. Ich lege meinen Rucksack in den kalten Schatten der Hütte und erklimme die letzten Meter zur Spitze.
Der Ausblick wirft mich fasst von den Beinen. Unendliche weiten zu allen Seiten. Ich kann weit, weit in riesige Vidda hinein blicken. Leider kommen die Bilder an das von mit gesehen nicht annähernd heran. 1:0 für Mutter Natur. Der Wind pfeift gehörig, ich fühle mich wie auf dem Mt. Everest. Alles scheint unter mit zu liegen und genieße den Ausblick. Ich sauge ihn förmlich ein und versuche ihn zu verinnerlichen, ihn hinter die Augenlieder zu brennen. Unglaubliche Schönheit in weiß mit kleinen schwarzen Flecken. Ein Kuhfell sozusagen. Aehm ich schweife ab …......... .


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Der Abstieg stell sich als fast so beschwerlich wie der Aufstieg heraus. Die Sonne hat wieder ganze Arbeit geleistet und ich sinke auf vielen hundert Metern teils bis zur Hüfte ein. Der Schweiß beginnt an mir herab zufließen und ich muss mein Tempo anpassen. Ich komme mir vor als wollte ich einen steilen Berg besteigen, nur das es bergab geht. Die Stöcke leisten mir wieder gute Dienste.
Ich wäre bestimmt häufiger gestürzt wenn ich diese nicht zum ausgleichen gehabt hätte.

Ich lege eine Pause ein um die Sonne und den gnadenlos berauschenden Ausblick zu genießen. Traumhaft. Trockene Füße und eine leckere Milchspeise unterstreichen mein Glück, treiben es auf die Spitze. Schnell sind wieder all die Anstrengungen des Vormittags vergessen und ich weiß warum ich mich auf diese Reise begeben habe. Nur schade das niemand da ist um diese Momente des reinen Glücks zu teilen.

Schon bald treffe ich auf ein Schild Geilo 9,x km. Ich Entscheide mit daher noch ein bisschen in die entgegen gerichtete Richtung zu gehen. Diese Etappe soll für den letzten Tag erhalten bleiben.
Ich gehe noch circa eine Stunde bevor ich mein Abendliches Lage aufschlage. Die ersten Bäume schießen wie Nagel gleich aus dem kalten Boden und zeigen eine neue Vegetationszone an. Ob der Kälte trotzend sehen sie doch kränklich und trostlos aus. Erst der Sommer wird dies wohl ändern.

Als der Schein der Sonne hinter den Bergen versinkt trauen sich die ersten Schneehühner heraus und Gackern was das Zeug hält. Echte Nervensägen und Angsthasen dazu. Kaum schaue ich aus dem Zelt herrscht Totenstille und die Tarnung dieser ist perfekt. Wollen die mich doch tatsächlich ärgern. Um den Schneehuhn Thread zu zitieren.
Im Zwielicht lässt sich sogar ein Fuchs für kure Zeit blicken. Für die Kamera ist es leider schon zu dunkel.
Auch heute ändert sich nichts an meinem Abendritual. Lesen, Musik hören, Essen machen und schlafen gehen.
Gegen 11 Uhr kehrt Ruhe ein und ich entgleite der bewussten Realität um mich der unendlichen Ruhe hinzugeben.


................ to be continued ..............

casper
10.05.2009, 19:59
Klasse Bericht und sehr schöne Bilder!
Warte bitte nicht zu lage mit der Fortsetzung!!!

Murph
10.05.2009, 21:30
Den Fotos nach zu urteilen, hältst Du nichts davon, die Zeltwände mit Schnee abzudichten. Kann Dir ganz ordentlich die Hütte vollblasen, wenn's nachts anfängt zu pfeifen.

Julia
10.05.2009, 23:04
Someone should bring this message out to the clubs/forums so that people get a better tour.
Hehe, I have tried several times over the years, in this forum at least ;-). I only have one answer: they want to torment themselves (well I guess, they know it from the Alps where the terrain is much steeper and think they might do up here as well). Nothing is like the glide from skiers, and with a heavy backpack the pace is slow enough... (That said, when the "føre"conditions are tricky, skiing can be demoralizing as well. I have cursed many a time in Jotunheimen when nothing would give hold and the firn was just a tiny, tiny bit too thin to carry.)

equipman
11.05.2009, 16:42
Was ist das für eine rote Jacke, die du auf dem Photo mit Vollmaske trägst ?

Symion
12.05.2009, 13:08
Die rote Jacke ist ein Funktionsshirt der Marke Hot Stuff für 5€. Stoff so ne Art PowerDry. Fazit: Bombenteil.
Hatte untendrunter ein Aldi Funktionsunterhemd und war beim laufen damit immer super bedient.
Nur beim stehen musste sofort ein Fleece oder Fleece + Jacke darüber.

merlin2
12.05.2009, 13:23
Hallo Symion,

schöner authentischer Bericht, schöne Bilder. Bin dort auch im Winter schon unterwegs gewesen.
Deine Schilderung zeigt aber auch, dass Schneeschuhe für eine solche Tour absolut ungeeignet sind. Deine ´Einbrüche´ und die Plackerei, manchmal auf wenige 100 Meter, wären Dir mit Ski erspart geblieben. Klar, Du hast Deine Tour gemacht und bist durchgekommen. Aber eine sinnvolle Wahl der Mittel war das nicht.

Grüsse
Peter

shorst
12.05.2009, 13:39
Deine Schilderung zeigt aber auch, dass Schneeschuhe für eine solche Tour absolut ungeeignet sind. Deine ´Einbrüche´ und die Plackerei, manchmal auf wenige 100 Meter, wären Dir mit Ski erspart geblieben

Ich bin ja auch überzeugter Skianhänger, aber wenn der Schnee nur noch Sulz oder butterweich ist kotzt du mit Ski genauso ab. horst

merlin2
12.05.2009, 15:42
@shorst

Ja, irgendwann auch, aber viel später als mit Schneeschuhen. Und: ich weiss von Symion ja auch nur, dass er im April unterwegs war. Wenn das Ende April war, konnte man mit solchen Bedingungen rechnen. Aber ich will Symion nicht kritisieren.
Allerdings gibt´s die Diskussion hier im Forum über Ski oder Schneeschuhe öfter. Und nix ist besser als ein ehrlicher Bericht über Erlebnisse. Symions Erlebnisse zeigen ganz klar die Konsequenzen.

Symion
12.05.2009, 16:55
Stimmt schon das die Schneeschuhe nicht ideal waren. Aber ich will sie auch nicht verteufeln.
Für mich lag der Vorteil darin das ich keine Extrakosten hatte und die Anreise leichter war (Flugzeug, Bahn.....).
Mit Skiern hätte ich zwar mehr Kilometer gemacht, aber das brauchte ich ja nicht. War ja kein Rennen.
Und ganz ehrlich, wenn es zu glatt läuft wo ist dann das Abenteuer :bg:.

Und Spass gemacht hat die Tour.

Ach ja wollte ja noch den Bericht weiterschreiben. ..... bin weg :-)