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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NO] Jotunheimen & Rondane Sommer 2008



Raphsen
22.02.2009, 16:13
Land: Norwegen
Reisezeit: Juli,August
Region/Kontinent: Nordeuropa

Hallo allerseits

Dank dem Regenwetter hatte ich nun endlich mal Zeit gefunden hier einen Bericht reinzustellen (bzw. dessen ersten Teil)

Ich berichte hier über eine 3 Wöchige Trekking-Tour meiner Freundin und mir in zwei einmaligen Gebiete Südnorwegens: 10 Tage durch den Jotunheimen- und 10 Tage durch denn Rondane-Nationalpark. Für beide Touren nahmen wir jeweils die gesamte Verpflegung mit, da wir nicht auf das (ungewisse) Angebot der Hütten zurückgreifen wollten. Die An- und Abreise von Basel bewältigten wir aus ökologischen Gründen ohne Flugzeug. Von Basel nach Kopenhagen mit dem CiteNightLine, dann weiter mit der Fähre nach Oslo, vo wo wir in ca 4h Fahrt im Regionalzug in Otta ankamen. Von Otta aus nahmen wir nach ein kurzes Stück den Bus nach Lom, von wo aus wir endlich unsere Wanderung durch den Jotunheimen-Park beginnen konnten:

Der Anstieg von Lom bis über die Waldgrenze war sehr müehsam. Es war bereits später Nachmittag als wir starteten, der mit Essen gefüllte Rucksack fühlte sich wie pures Blei an und die Mückenstiche an den Waden hörte ich auch bald auf zu zählen. Zum Glück ging oben ein angehemer Wind und die Einsamkeit entschädigte uns für die Mühen der ersten 600 Höhenmetern.

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Weiter führte uns ein langer und verlassener Weg südwärts entlang des Smådale (eine Schotterstrasse führt da entlang), welcher sich elend lange hinzgog (viele Stunden geradeaus). Nach ca 7h liessen wir uns in der Nähe des Flusses nieder, wo wir nach einer weiteren herrlichen Nacht im Zelt denn Fluss furten konnten. (Das Moor vor dem Fluss zu durchqueren war um einiges schieriger als der Fluss helbst).

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Weglos ging es vo da an über die gut 1500 Meter hohe Heranoshøe. Auf der anderen Seite der Hügelkette kamen wir nur mit Mühe und Not durch die sumpfigen Wiesen talwärts. Immer wieder mussten wir von Grassbüschel zu Grassbüschel springen um unsere Schuhe nicht komplett zu (er-)tränken. Diese Schwemmgebiete waren mir bis jetzt völlig unbekannt, sind aber anscheinend typisch für Skandinavien. Als wir bei brühtender Hitze endlich unten beim Parkplatz (man darf nicht in den Park hineifahren zum Glück) waren, kehrten wir westwärts Richtung Glitterheim. Wir freuten uns sehr darauf, endlich die Nationalpark-Grenze zu überschreiten um endgütlig ins “Reich der Reisen” abzutauchen. Vor uns türmten sich mächtige Berge auf, jedoch nahm auch gleichermassen die Menschenmenge zu. Viele (norwegische) Touristen fuhren an diesem Freitag mit dem Leih-Velo zur Hütte nach Glitterheim. Bei der Hütte angekommen (diese sind meistens riesig verglichen mit Hütten in den Alpen), mussten wir erstamls etwas Schatten “tanken”, die Sonne war wirklich extrem stark, und wie wir in der Hütte erfuhren, sollte es auch noch lange warm bleiben. Wir entschlossen uns noch etwas weiterzulaufen um beim höher gelegenen Steinbuvatnet unser nächtliches Lager aufzuschlagen, am Fusse des Glittertind. Am Seeufer waren wir nicht die einzigen Camper, mindestes 6 andere Zelte waren es schlussendlich (inkl ein Ferien-Lager). Aber das Gebiet war so weitläufig, dass man sich gegeseitig nicht störte.


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Am nächsten tag machten wir uns auf die anstrengende Etappe über den zweithöchsten Berg Norwegens, den besagten Glittertind (2465 m). Leider waren neben uns sehr viele andere Wochenendtouristen unterwegs, es kam mir so etwa vor wie an einem schönen Wochenende im Sommer in der Schweiz auf der Rigi. Am besten gefielen uns eine ca 10 köpfige koreanische “Expedition”: Komplett mit VE-25 Zelten, Sahara-Mützen (Nackenschutz), ganzkörper-Gore-Tex-Ausrüstung und überdimensionalen Rucksäcken bewaffnet stürmten sie keuchend den Berg.

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Trotz der Hitze ging ab ca. 2000 Metern einen ungeheueren Wind, so dass wir auch bald die langen Hosen und Jacke anziehen mussten. Auf dieser Höhe hatte es bereits viel Altschnee, man kam sich ein wenig vor wie auf einem einfachen 4000er in der Schweiz. Das Gipfelerlebenis war trotz der Menschenmänge genial, wir hatten eine grandiose Aussicht über die Umliegenden Berge bei strahlendem Sonnenschein.

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Der Abstieg war sehr lang und z.T. Brüchig. Ein koreanischer Kollege verlor vor uns das Gleichgewicht und purzelte mit seinem (geschätzt) 40 Kg Rucksack Kopfüber einige Meter den Hang hinunter. Zum Glück ist nichts passiert, lustig sahs nämlich aus:) In Spiterstulen angekommen (total k.o. wegen der Sonne und dem schweren Rucksack),warfen wir kurz einen Blick auf den Wetterbericht in der Hütte und marschierten noch 1-2 km weiter, da im Umkreis der Hütte das wilde Zelten verboten (bzw kostenpflichtig) war. Zum Nachtessen gabs wie immer eines der folgeneden Leckereinen: zuerst eine Suppe (eine von 5 Sorten), dann entweder Pasta/Risotto/Ebly mit einer von 5 Saucen und zum Nachtisch Schokolade oder Kekse.

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Wir entschieden uns (mit freundlich Untersützung des schmerzenden Rückens) am nächsten Tag den Galdhøppigen (2469m) nur mit Tagesgepäck zu erklimmen und dann nochmals hier eine Nacht zu verbringen. Dies war eine gute Entscheidung, denn die 1400 Höhenmeter waren auch so genug anstrengend, vorallem in der prallen Sonne (sorry ich wiederhole mich, aber es sooo heiss). Zusammen mit unseren koreanischen Kumpels (die verfolgten uns!) und ungefähr 1000 anderen Berggängern und Kind und Kegel gnossen wir die Aussicht über die vergletscherte Landschaft um uns herum.

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Vereinzelt konnten wir Seilschaften auf den verschneiten Gletschern erkennen, sowie Rentier-Herden. Eine ca 100 köpfige (echt!) Seilschaft kam von der hoch gelegenen Juvashytta her auf den Gipfel zu. Zum Glück führten die letzten 500 Höhenmeter über Schnee, so konnten wir beim Abstieg Zeit+Kraft sparend talwärts “fliegen”

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Zurück in Spiterstulen gönnten wir uns nach dem obligaten Nachtessen vor dem Zelt ausnahmsweise in der öppigen Touristenhütte eine Cola, und schlenderten ein wenig umher und beobachteten die Norweger, wie sie tonneweise Pizza und Bier verschlangen. Laut der Wetterprognose (die hats in jeder Hütte angeschlagen) soll das Wetter nun langsam aber sicher schlechter werden (tagelanger Dauerregen, endlich!). Am nächsten Tag wanderten wir bei strahlendem Wetter südwärts entlang dem Fluss Visa. Auf dieser öden Strecke waren wir wieder total der Sonne ausgeliefert. Ich hatte mittlerweile schon langbeinige Hosen an, da die Sonnencreme knapp wurde und wir diese lieber fürs Gesicht aufsparten. Unter einer Holzbrücke im Schatten sitzend und die Füsse ins Wasser haltend genossen wir das Mittagessen, bevor dann der Weg endlich wider Anstieg.

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Das Urdadalen in welches wir hineinliefen gefiel uns dank seiner Urchigkeit und Einsamkeit sehr. An einem See genossen wir ein kurzes Bad (ok Bad ist übertrieben, eher: reinspringen-schreien und strampeln-rausrennen). Irgrendwann ging der Weg über in reine Granit (Jotunit genauer gesagt) Geröllfelder.

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Mehr oder weniger vorsichtig von Stein zu Stein hüpftend (ein Fehltritt konnte mit dem schweren Rucksack fatal sein) kamen wir nur langsam voran, sodass wir (zu meiner Freude) nicht mehr hinunter in die Vegetation liefen sondern ganz oben auf knapp 1600 Metern zelteten.

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Für mich war dies der herrlichste Zeltplatz seit langem, jedoch war meine Freundin vom Geröll und Schnee nicht übermässig begeistert, sie bevorzugt norwegische Wiesen als Schlafunterlage. Durch die starke (und lange) Sonneneinstrahlung floss mehr und mehr Schmelzwasser auf unseren hart er-suchten Schlafplatz, sodass ich in müehsamer handarbeit mit scharfen Steinen einen Graben ums Zelt grub um das Wasser umzuleiten.

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Am folgenden Tag steigen wir nun also ab zum Langvatnet, wo uns bald die Vegetation begrüsste. Hinter einem grossen Stein machten wir Mittagsrast (und ich nutzte die Gelegenheit um wieder mal zu bouldern, ging aber mit den Bergschuhen nur mässig gut). Weiter durch das Storadalen gings Richtung Gjendebu am Gjende (markanter langer See).

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Nachdem wir im See abgekühlt hatten und zur Stärkung der Seele ein Riesen-Cornet (Lion) verpeisst hatten, gings durch dichte Vegetation weiter direkt am Seeufer. Urplötzlich bog der Weg links ab und führte fast senkrecht hinauf für einige 100 Höhenmeter. Da wir beide viel Klettererfahrung haben machte uns der Anstieg (im Gegensatz zu gewissen anderen Wanderer) nicht viel aus. Ich hatte sogar den Ehrgeiz die Ketten (an den schwierigen Stellen) nicht anzufassen, um diesen Weg auch wirklich “frei” zu begehen :).

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Oben empfing uns eine Hochebene, die Mumurutunga auf ca 1300 Metern. Ausnahmsweise tauchten sogar einige Wolken auf, welche uns angenehme Temperaturen bescherten. Gegen nordosten hin sah es sogar aus als würde sich ein Gewitter auftürmen. Wäre auch langsam Zeit, laut Wetterprognose “müsste” es ja schon 2 Tage kübeln. An einem kleinen See schlugen wir unser Zelt auf und die ganze Abend-Prozuedur konnte wiedermal beginnne: Waschen, Suppe kochen, auf die Uhr schauen und merken dass wir mit dem Essen noch warten sollten da noch zu früh, um 18.00 Uhr dann trotzdem schon kochen und essen, nicht satt werden, im Rucksack nach Biber-Resten oder sonstigem Dessert suchen, sich vorstellen was man alles isst wenn man wieder in der Zivilisation ist, schlafen.....

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Ok in dieser Nacht kam noch etwas hinzu: Um Mitternacht höhrten wir im Halbschlaf ein lautes Gebimmel um das Zelt, es höhrte sich an als seien wir mitten in einer Kuhherde die uns zu übertrampeln drohte. In einer Mischung aus Panik und Schlaftrunkenheit schauten wir aus dem Lüfter des Nallos und konnten kaum glauben was wir sahen: Etwa 50 Rentiere spazierten und schnaubten um unser Zelt. Diese sind anscheinend gekommen um aus dem See zu trinken. Wie durch ein Wunder ist keines über die Zeltleinen gestolpert! Am nächsten Morgen, nach dem Müüsli mit Wasser (Milchpulver war schon leer) liefen wir los Richtung Memurubu, welches etwa in der Mitte des Gjende auf Seehöhe liegt.

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Dort kurz unser Wasser aufgefüllt stiegen wir wieder Bergwärts, um erwartungsvoll die letzte Etappe nach Gjendesheim anzutreten. Der Höhenweg führt über den überühmten Beseggen-Grat zwischen dem Gjende auf der einen Seite und dem Bessvatnet auf der anderen Seite. Bis auf 1700 Meter steigt der Weg an, auf welchem wir an diesem sonnigen tag nicht alleine waren. Herrschaften von Tagsestouristen stolperten über den steilen und fesligen Weg, welcher Stellenweise mit dem grossen Rucksack nicht ganz ungefährlich ist. Zum Glück hatten wir gute Schuhe und Trekkingstöcke, mit welchen wir immer die Balance halten konnten. Am Weg spielten sich aber trotzdem viele kleinere Tragödien ab: Dort kommt eine ältere Frau nicht weiter, wo anders weint ein Kind, 50 Meter weiter gibts stau wegen einer schwiergien Stelle usw... Ich versuchte also so gut es ging linkerhand abseits vom eigentlichen Weg dem Rummel zu entkommen (und zu überholen), leider war dort der Weg schwieriger und brüchiger.


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Der 700 Höhenmeter Abstieg nach Gjendesheim verlangte nochmals viel Kondition und Durchhaltewille. Unbeschadet kamen wir am frühen Nachmittag total verstaubt (durch die Trockenheit) und verschwitzt unten an, kochten gemühtlich Rissotto zu Mittag. Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns (wegen den schlechten Bus-Verbindungen) per Anhalter zurück nach Otta zu kommen, wo wir 2 Nächte usruhen wollten, bevors weiter zum Rondane ging. Ein freundlicher Mann nahm uns bald darauf mit und bereits nach 5 Minuten im Auto fing es zum ersten mal seit 10 Tagen an zu regnen, aber dafür wie aus Eimern! Über die RV 51, welche ich schon vor 3 Jahren mit dem Rad gefahren bin kamen wir wohl behütet in Otta an, wo es immernoch fröhlich regnete.

Fazit: Wir fandes es eine wunderbare Tour! Obwohl die Landschaft ähnlich ist wie in den Alpen hat der Jotunheimen doch ein eigenes Gesicht und viele Dinge die ihn von den uns bekannten Gebirgen unterscheidet. Für meinen Geschmack war es aber oft viel zu heiss (oft über 20-25 Grad und pralle Sonne), auch mal einen Regenschauer hätte mich nicht gestört (davon gabs im Ronade dafür umso mehr).

Der Bericht über die Tour durch den Rondane-Park folgt hoffentlich bald.

Daniel1981
22.02.2009, 17:01
vielen dank für den schönen bericht.



Der Bericht über die Tour durch den Rondane-Park folgt hoffentlich bald.

das hoffe ich auch...

casper
23.02.2009, 01:06
:popcorn::popcorn::popcorn:
Klasse Bericht!
Bitte schnell weiter!!!

ThomasS
23.03.2009, 11:04
Suuuper einfach genial.......
Und das Beste ist ich laufe den gleichen
Weg im Juli diesen Jahres auch ;-)

Danke für diesen Vorgeschmack

Gruß:D

sebastian75
04.06.2009, 17:18
Der Bericht über die Tour durch den Rondane-Park folgt hoffentlich bald.

Danke für den tollen Bericht! Bei dem kalten Wetter im Moment wäre es jawohl der richtige Zeitpunkt am "Rodane-Bericht" zu arbeiten. ;-)

Julia
04.06.2009, 23:20
Mit dem Smådalen habt Ihr ja einen ziemlich untraditionellen und (wie Ihr ja auch gemerkt habt) moorigen und nicht ganz einfachen Einstieg in das Heim der Riesen gewählt ;-). Herrlich mit einem Jotunheimenbericht, wo es hier doch sonst eigentlich (fast) ausschliesslich in die Vidda oder auf den Kungsleden geht ;-). Und Ihr seid (mit grossen Rucksäcken) den Bukkelægret hoch ohne zu wissen, was Euch da (steilheitsmässig) erwartet? Viele sagen, diese Tour sei noch schöner als der Besseggen, aber ich fand (und finde) das Allerschönste daran ist die Landschaft, die Aussicht und vor allem die kleinen Badeseen (herrlich, das kalte Wasser!) und klasse Zeltplätze oben auf der Memurutunga! Das Foto von der Memurutunga ostwärts den Gjende entlang ist einfach so schön, dass ich fast heulen möchte. Der Gjende ist wirklich ein Smaragd! Ich mag auch den Besseggen sehr, aber ich gehe ihn lieber in die andere Richtung, wo ich die ganze Zeit die Aussicht jotunheimeneinwärts vor Augen habe und gern zu Tages- und Jahreszeiten, wo ich allein/zu zweit in der Herrlichkeit bin. Die beste Tour bisher war mit Skiern am 5. Januar 2007 zum Sonnenaufgang auf dem Veslfjell, dann mit den Skiern am Rucksack den Grat runter und über den zugefrorenen und verschneiten Bessvatnet zurück. Der Gjende war zur Abwechslung tiefschwarz (kein Gletscherschlamm zu der Jahreszeit), die Sonne stand tief und die Farben waren einfach unwirklich traumhaft. Und natürlich keine Menschenseele ausser uns beiden. Eine meiner allerbesten Touren in Jotunheimen überhaupt. Den zweiten Platz an Besseggentouren hat eine Oktobertagestour den Bjørnbølet (Aufstieg ungefähr halbwegs entlang des Gjendesees) hoch und über den Grat zurück. Herbstfarben, fantastisches Wetter, Neuschnee auf dem Veslfjell und ausser uns nur ein anderer Mann unterwegs...

Und nun warte auch ich gespannt auf den Rondaneteil, denn Rondane mag ich auch sehr gern (auch wenn Jotunheimen meine Lieblingsfjellregion ist)!

Mika Hautamaeki
05.06.2009, 10:01
Warum hab ich diesen Bericht die ganze Zeit übersehen?
Danke julia fürs ausgraben

Susanne
05.06.2009, 10:09
Schade, dass in Jotunheimen nicht ein paar mehr selbstbediente Hütten sind, sonst würde ich da auch mal 'ne Tour machen. Das ganze Essen mitzuschleppen ist mir zu schwer.

dingsbums
05.06.2009, 15:06
Warum hab ich diesen Bericht die ganze Zeit übersehen?
Danke julia fürs ausgraben
Genau meine Gedanken. Danke für den schönen Bericht! Wird es auch noch weitergehen?
Ich glaube, da muss ich auch mal hin - vor allen Dingen bei solchem Wetter.

loopzero
05.06.2009, 21:12
Ich warte auch schon gespannt auf die Fortsetzung :D

fechter
14.06.2009, 15:01
eigenartig. ich habe in zwei jahren etwa drei wochen in dem park verbracht, und kenne ihn fast nur mit tief hängenden wolken, regen oder schnee. ;)

blauer himmel ist dekorativer.

mfg
wolfgang

schnuffiwuffi
15.06.2009, 15:54
Eine schicke Route habt ihr euch da rausgesucht! Und diese tollen Bilder bei schönstem Sonneschein - da bekommt man wirklich gleich Lust nochmal hinzufahren! Das Geröll, Geröll, Geröll auf den Wegen ist eigentlich auch schon wieder fast vergessen :bg:

Bin, wie die anderen, sehr gespannt auf die Fortsetzung des Berichtes im Rondane!

Liebe Grüße
Schnuffiwuffi

FFBake
22.06.2009, 19:48
Hallo...

Toller Bericht! Vor ca. 9 Jahren bin ich auch in dieser Gegend ein wenig gewandert. Wir sind von Gjendesheim mit dem Boot nach Memurubu gefahren und sind dann die Strecke über Besseggen und Veslefjell zurück gelaufen.

Die Bilder haben die alten Erfahrungen wieder belebt.

so far...

-FF

BubiBohnensack
22.06.2009, 22:32
Weiter, weiter, weiter!

Anasazi70
06.07.2009, 17:27
Boaaahhh wie geil ist das den. Da muss ich auch hin.
Aber ganz ehrlich, wo ist der RONDANE Bericht.
Wir warten alle schon gespannt darauf. Richtig gut geschrieben.

Habe mich so begeistern lassen, das ich mal eben selbst in den Park gefahren bin.

Schaut mal rein ...... die Tage habe ich meinen eigenen Bericht schon fertig.

Viel Spass und weiter so, wünscht Anasazi70

sjusovaren
11.07.2009, 15:04
Und nun warte auch ich gespannt auf den Rondaneteil,
Schließe mich an. Bitte weiterschreiben :D:D