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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IT] Val Grande NP: Hungeralpe mit Monte Rosa Blick und ins Herz der



mountainzone
07.02.2009, 12:41
Land: Italien

Reisezeit: Sommer/Herbst
Region/Kontinent: Mitteleuropa

Kommentare
Val Grande Nationalpark : Von Trontano hinauf zur Alpe Rina

Schon der Einstieg zu dieser einsamen Tour ist ein Erlebnis, zumindest für Eisenbahnfreunde. Aus dem Tunnelbahnhof der Centovallibahn in Domodossola rattert der alte Zug über Serpentinen, durch kleine Weinberge und vorbei an schönen Palazzi hinauf nach Trontano (518 m) ins Valle Vigezzo, wie das Centovalli auf der italienischen Seite heißt.


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Von diesem romantischen kleinen Dörfchen bietet sich ein herrlicher Blick über die Ossola in Richtung Simplon und Monte Rosa. Die Alten im Ort wissen schon wohin die Leute mit schweren Rucksäcken wollen und dirigieren den Wanderer duch das Granitlabyrinth der alten Häuser im Oberdorf. An der Casa Rosa, einem rosa gestrichenen Haus mit Brunnen davor, beginnt der 1200 Meter Aufstieg Richtung Alpe Rina. Steil bergan durch den Wald folgen wir dem Weg Richtung Rifugio Parpinasca. Obwohl wir immer mal wieder den Fahrweg kreuzen genießen wir die Route, die herrliche Ausblicke bis zum Monte Rosa und auf das Simplongebiet bietet.


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Die Orientierung mit der Schweizer Landeskarte ist eher schwierig. So ist der eingezeichnete Idealweg kurz vor der Bachquerung unterhalb des Rifugio nicht mehr sichtbar. Wir steigen also an der Hütte vorbei weiter auf. Das Rifugio ist oft am Wochenende bewirtschaftet, was konkret Sabato & Domenica heißt. Der Wegweiser oberhalb der Hütte ist wörtlich zu nehmen. Richtung peilen und dann weglos den Hang hoch an mehreren schönen Almen vorbei und dann wieder auf einem Pfad steil im Wald hoch. Der Sattel der Alpe di Nava ist eine Erlösung. Von hier kommt, mit bloßem Auge kaum erkennbar, die Alpe Rina in Sicht.


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Sie liegt auf einem Felssporn, wie ein Adlernest fast 1500 Meter über Domodossola. Unglaublich, was Menschen bewog sich im Sommer an diesem Ort niederzulassen. Wir kommen schnell zum Schluß, dass es wohl die pure Not war. Vom Sattel schlendern wir auf einer Höhenlinie entlang zur Alm auf 1720 Meter. Alles in allem 4 anstrengende Stunden ab Trontano.Die Hütte wurde erst im Juli 2006 eröffnet und ein Blick ins Hüttenbuch mit seinen wenigen Einträgen verrät den "Grad der Einsamkeit"! Sie bietet Holzofen, Gaskocher und eine Wasserstelle 20 Meter unterhalb. Der Blick ist genial, Simplon, Monte Rosa, Ossolatal…alles da! Dieses Granitfestung zu heizen ist allerdings eine echte Herausforderung. Da ist es besser man hat Wetterglück und genießt vor der Hütte den Blick auf die 4000er und die am Abend funklenden Lichter von Domodossola.

Die Nacht auf der Isomatte wird auch dadurch erträglicher, dass wir genügend Rotwein im Rucksack haben und uns die Anstrengungen des steilen Aufstiegs sofort ins "Koma" fallen lassen….

Am nächsten Tag geht es dann weiter über die wilden Felstreppen der Scala di Ragozzale ins Herz de Val Grnade Nationalparks.

Mehr dazu und zu anderen Touren in den Südalpen gibt es übrigens auf meiner Webseite

2. Tag:

Am Vortag war er schon zu sehen, der Weg von der Alpe Rina hinüber zum Grat unter der Testa di Menta. Ohne große Höhenunterschiede gelangen wir zunächst zur verlassenen Alpe die Menta, von wo der Aufstieg in Richtung Scala di Ragozzale beginnt. Neben tollen Tiefblicken ins die Ossola beschäftigt uns vor allem die Überlegung wie wir wohl über den scharfen Grad hinüber ins Gebiet des Val Grande Nationalparks kommen.

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Kurz vor dem Passo Ragozzale auf 1960 Metern lüftet sich das Geheimnis. Die Älpler haben den Grat mit einer aus Granitplatten aufgeschichteten Rampe entschärft und die letzten fünf Meter mit in den massiven Fels gehauenen Steinstufen überbrückt! Die in den Fels gehauenen Initialen der Erbauer weisen das Jahr 1880 aus…..

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Wir nehmen die Hilfe dankbar an und tauchen auf der anderen Gratseite zunächst in den Nebel ab statt den Blick über fast den gesamten Nationalpark zu genießen. Im Steilhang führt der Weg vorbei am direkt unter dem Grat gelegenen Bivacco Ragozzale Richtung Ost/Nordost unter der Testa di Menta entlang und erreicht am Punkt 1930 den Grat.

An dieser Stelle muss man den Grat queren und auf der nördlichen Seite weitergehen (missverständlich auf der Karte eingezeichnet), obwohl alte Spuren auch auf der Südseite weiterführen, aber bald ins Nichts führen! Der Weg führt auf dem bewachsenen Grat hinüber zum Piz Mottac. Ständig auf und ab und über Felsen und Wurzeln geht das an die Kondition….

Der Piz Mottac wird nordöstlich umgangen und nach kurzem Abstieg erreichen wir die Alpe Mottac, die eine (Selbstversorger-) Übernachtungsmöglichkeit Alpe Mottacbietet. Nebenan in der Casa Forestale quartieren sich gerade zwei Ranger ein. Nach einem freundlichen "Salve" ist es bis zur Einladung auf einen Espresso und einen Grappa nicht mehr weit. Wir steuern Apfelchips und Kekse bei und schon kommen Gedanken auf, ob wir wirklich noch den steilen Abstieg nach In La Piana antreten sollen….

Mit den Tips der Ranger versorgt ist der innere Schweinehund schnell besiegt und der steile 900 Meter Abstieg durch den Mischwald beginnt. Herrliche Tiefblicke lenken uns immer wieder vom mit 15 cm Laub bedeckten Pfaden ab und verursachen so manches Stolpen. Bald sehen wir die wunderschön gelegene Waldlichtung mit den Hütten von In La Piana aus der Hubschrauberperspektive.

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Vorbei am Überlauf des Wasserreservoirs, das uns später als Dusche dienen sollte, steigen wir ab. Nach 5 Stunden Marsch haben wir drei Hütten zur Auswahl! Wir nehmen die kleinste. Wieder mit Holzofen, Tisch und Bank, aber ohne Matratzen!

Auf einer Bank vor der Hütte genießen wir den herrlichen Blick über die Lichtung. Darüber bauen sich bizarre und mit Bäumen überwachsene Felsformationen auf. MVal Grande 096it den Nebelschwaden, die durch die Felsen treiben erinnert das Ganze an eine Urwaldszene in Südamerika.

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Aber bevor es morgen da durch geht genießen wir noch die kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Rucksack und die Tatsache, dass wir das alles mal wieder für uns ganz alleine haben!

Flachlandtiroler
09.02.2009, 09:19
Von diesem romantischen kleinen Dörfchen bietet sich ein herrlicher Blick über die Ossola in Richtung Simplon und Monte Rosa. [...] Obwohl wir immer mal wieder den Fahrweg kreuzen genießen wir die Route, die herrliche Ausblicke bis zum Monte Rosa bietet.

Dachte eigentlich ich kenne den Anblick der Süd- und Ostwände des Monte Rosa -- sieht man diese irgendwo auf Deinem zweiten Bild?!

Gruß, Martin

mountainzone
09.02.2009, 22:23
Hallo,

das Bild zeigt den Blick in Richtung Simplon.Habe das mal im Text klarer gemacht.

Grüße

Mountainzone

Saltir
10.02.2009, 19:11
Konkret sehen wir Pizzo d'Andolla und Weissmies.