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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ski mit Steigwachs wachsen



Sarekmaniac
13.01.2009, 14:49
Nach einer PN Anfrage mache ich jetzt mal eine Thread zum Thema auf: Wie wachse ich meine Wachsski?

@Moderatoren: Ich habe dazu diesen (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=6009) alten Thread gefunden. Die Links funktionieren da aber nicht mehr. Ggf. verschieben, bitte.

Das leidige Thema Klister habe ich erstmal ausgespart. Und jetzt los: Was ich schon immer über Steigwachse wissen wollte, mich aber nie zu fragen getraute.

Erzählt mal von euren (vielen freudigen und wenigen leidvollen:bg:) Erfahrungen mi Wachs. (Und überzeugt vielleicht die Schuppenskibesitzer?)

Sarekmaniac
13.01.2009, 14:55
1) Wie funktioniert überhaupt Steigwachs?

Je nach Schneetemperatur und Zustand (neuer/transformierter Schnee) haben Schneekristalle eine unterschiedliche Struktur. Steigwachse sind in Härte und Konsistenz darauf abgestimmt, das die unterschiedlichen Kristalle sich ins Wachs hineindrücken und direkt wieder daraus lösen: Je härter, kälter und „spitzer“ die Schneekristalle, desto härter muss das Wachs sein.

Wenn man richtig gewachst hat, passiert Folgendes: Man drückt die Antrittszone des Skis in den Schnee, die Schneekristalle drücken sich ins Wachs und man stößt sich nach vorne ab: Der Ski greift. Wenn sich der Fuß nach vorne schiebt, wird die Antrittszone entlastet und die Schneekristalle lösen sich: Der Ski gleitet.

Wenn man das falsche Wachs gewählt hat, passiert Folgendes:

Fehler A: Das Wachs ist zu hart, z.B.: Blau (V40) bei Schneetemperaturen um 0 Grad: Die Schneekristalle unterm Ski werden einfach zerdrückt, der Ski rutscht nach hinten und greift nicht.

Fehler B: Das Wachs ist zu weich, z.B. Rot (V60) bei -10 Grad: Die Schneekristalle bleiben im Wachs stecken, lösen sich aber bei Entlastung nicht. Beim nächsten Schritt hängen sich weitere Schneekristalle an die vorhandenen: Es bilden sich Stollen.

Fehler B ist viel, viel schlimmer als Fehler A. Bei Fehler A kann man einfach ein anderes Wachs darüber auftragen. Bei Fehler B hilft in der Regel nur Abkratzen, und zurück auf Los :bg: (dazu i.E. unten).

Die Kunst des Wachsens besteht darin, das Wachs/die Wachskombination zu finden, die einen Zustand zwischen Fehler A und Fehler B erzeugt. :o Klingt schwierig, ist aber gar nicht so kompliziert.

Steigwachse, sortiert von hart nach weich (=vom niedrigeren zum höheren Temperaturbereich)
(hier die Bezeichnung von Swix (http://www.swixsport.com/eway/default.aspx?pid=278), an den Farbcode halten sich auch andere Hersteller wie Toko (http://www.toko.ch/) oder SkiGo (http://www.ski-go.com/))

Grün: V20
Blau V30 (entbehrlich)
Blau V40
Violett V45
Rot V60

Vor Grün gibt es noch Schwarz, zwischen Violett und Rot gibt es noch Gelb, aber die sind, wie das Blau V30, entbehrlich. Außerdem gibt es noch gefühlt 359 andere Wachse von Swix, die aber sehr speziell sind, für Renn-Langläufer eben: Steigwachse, Gleitwachse, zig Grundwachse, zig Klisterarten, Wachse für Skater und für klassischen Stil. Außerdem Kaltwachse, Heißwachse, Wachsbügeleisen, Draht- und Nylonbürsten, Abziehklingen aus Nylon und Metall und, und, und. Braucht man alles nicht. Für ausreichend Halt zum Pulkaziehen und Wandern mit gemäßigten Steigungen reichen die genannten vier bis fünf.

Eine preisgünstige Alternative zu Swix sind die Wachse der schwedischen Firma SkiGo aus Jukkasjärvi. Nach meiner Erfahrung völlig gleichwertig.

2) Welcher Bereich des Skis wird gewachst?
Gewachst wird der Antrittsbereich des Skis (Steigzone). Von ca. 5-10 cm vor der Stiefelspitze bis ca 20, 25 cm hinter der Stiefelhacke.

Bei tiefem, weichem Schnee kann das Problem entstehen, dass man im Antrittsbereich nicht genug Druck auf die Schneedecke ausüben kann. Dann wachst man einfach einen längeren Bereich, oder auch den ganzen Ski. Der Gleitfähigkeit tut das kaum einen Abbruch (es geht ja nicht um Wettrennen).
Wenn die Gefahr der Stollenbildung groß ist (bei hohen Schneetemperaturen) kann es sinnvoll sein, das oberste Wachs (i.d.R. V60) nur auf einem kleinen Bereich (ca. 20 cm Länge) direkt unter dem Fuß aufzutragen.

3) Wie wird das Wachs aufgetragen?
Die für den Tag voraussichlich benötigten Wachsdöschen am besten warm in der Hosentasche aufbewahren.

Die Wachsfläche des Skis muss möglichst trocken sein (mit Tuch, Ärmel, Schal abwischen).

Den Alurand im oberen Bereich ringsum abreißen (ca. 1 cm). Nach dem Wachsen mit der Kappe wieder verschließen. (aber diesen 1 cm auf keinen Fall auf einmal auf dem Ski unterbringen. Man braucht viel weniger). So knabbert man das Wachs langsam runter wie einen Labellostift. Die Frage, wie man die letzten Reststücke fachgerecht auf dem Ski unterbringt, hat die hochentwickelte norwegische Wachswissenschaft leider noch nicht beantwortet.

Das Wachs von oben nach unten mit leichtem Druck abreiben. (ungefähr als ob man den Ski mit einer dicken Wachsmalkreide oder mit einer Kerze bemalen würde). Je weicher das Wachs, desto weniger Druck. Eher mit wenig Druck arbeiten und für eine größere Dicke zwei Schichten auftragen. Dabei entsteht keine homogene Fläche, und es bleiben immer auch ein paar Fleckchen frei, aber das macht nichts.

Rot (V60) ist sehr weich und neigt, ähnlich wie Klister, zum Fädenziehen. Die Fäden durch Auftupfen auf der Fläche verteilen und ggf. mit dem Plastikspatel weiter verschmieren. Wenn dicke Wachsklumpen kleben bleiben: Zerstreichen oder entfernen. Sonst kann sich an der Stelle Eis bilden.

Danach mit dem Korken das Wachs von oben nach unten festreiben. Dabei wird das Wachs noch ein bißchen besser verteilt; eine homogene Fläche bildet sich trotzdem nicht. Aber das macht nichts. Der Sinn des Verkorkens ist, dass sich Wachsschichten untereinander besser verbinden und sich besser an den Ski anbinden. Dann hält das Wachs länger.

Wenn mehrere Schichten aufgetragen werden, sei es ein und dasselbe Wachs oder unterschiedliche, wird jede Schicht einzeln verkorkt.

4) Wie finde ich die richtige Wachskombination?
Die Temperaturbereiche stehen auf den Wachsdöschen. Die Schneetemperatur schätzt man, oder liest ein normales Luftthermometer (Gefriertruhentermomether) im Schatten ab. Da Schneetemperatur nicht gleich Lufttemperatur ist, kann man auch ein Hightech-Schneethermometer benutzen. Habe ich aber noch nie benutzt.

Kalter Schnee ist „verträglich“, warmer, nasser Schnee ist „heikel“. Je wärmer der Schnee, desto schwieriger das Wachsen. (Das liegt daran, das warme Schneekristalle mehr als kalte die Neigung haben, nicht nur am Wachs, sondern auch aneinander zu kleben. Stichwort „Stollenbildung“).

Man nimmt also ein Wachs mit dem geeigneten Temperaturbereich. Da sich die Bereiche überlappen, fängt man im Zweifel mit dem härteren (kälteren) Wachs an, läuft los und probiert es aus (das Wachs braucht ein paar Minuten, um sich an die Schneetemperatur anzupassen und richtig zu arbeiten). Wenn das Wachs nach zwei, drei Minuten nicht greift, nimmt man als zweite Schicht das nächstweichere usw. Also die Reihenfolge: Blau, Violett. Oder : Violett, Rot. Nicht umgekehrt, dann kann man schnell Stollen bekommen (siehe oben, Fehler B). Der Vorteil mehrere Schichten ist außerdem:
-Das härtere Wachs fungiert als Grundwachs, d.h. das Hauptwachs hält länger.
-Die Eigenschaften der Wachse mischen sich, d.h. ich kann z.B. Blau (V40) im oberen Temperaturgrenzbereich mit etwas Violett (V45) „austarieren“

Man muss aber nicht mehrere Wachse kombinieren. Meist reicht eines. Für den Temperaturbereich dieses einen Wachses gilt: je höher die Temperatur, desto dicker die Schicht.

(Man kann auch mal probeweise die Reihenfolge der Wachse umdrehen. Manchmal funktioniert das viel besser, und man weiß nicht wirklich, wieso. Die Sami kennen nicht ohne Grund 300 Worte für Schnee. Aber das ist dann die hohe Kunst des Wachsens, und da sollte man, vor allem bei seinen ersten Versuchen, zurückhaltend sein. Sonst ist der Wachsentferner rasch alle.:bg:)

5) Wie entferne ich Wachs vom Ski?
Wenn man sich „verwachst“ hat oder das aufgetragene Wachs wegen Temperaturschwankungen (i.d.R. Temperaturabsenkung) anfängt zu stollen, wird es mit Wachsentferner entfernt. Und dann: Auf ein Neues!:D

6) Wie lange hält Wachs?
Das kommt auf die Struktur des Schnees an. Bei transformiertem, eisigem Schnee ist der Abrieb stärker als bei Pulver und Firn. Dass man Wachski ständig wachsen muss, ist ein Gerücht. Bei sehr guten Verhältnissen kann ein Wachs 30 km und länger halten. Wenn Schneeverhältnisse und Abrieb so sind, dass man alle halbe Stunde nachwachsen muss, nimmt man besser die Felle.

7) Wie gehe ich mit gewachsten Ski?
Wenn es geradeaus geht, darauf achten, dass der leichten Stollen, der sich beim Antritt auf der Wachsschicht bildet, sich in der Gleitphase wieder abfährt (das bewusst zu tun ist umso wichtiger, je wärmer der Schnee ist). Bei Steigungen ruhig etwas „stapfen (ähnlich wie mit Fellen), der erhöhte Druck und der etwas größere Stollen verbessert den Halt.

8) Kann man auf gewachste Ski Felle aufziehen?
Ja. Wenn die Wachschicht dünn und es ein hartes Wachs ist, überhaupt kein Problem. Bei einer dickeren weichen Wachsschicht (Rot) lieber mit dem Spatel etwas abschaben. Sonst bleibt allzuviel auf der Klebefläche des Fells hängen und beeinträchtigt die Klebekraft. Entfernen mit Wachsentferner muss aber nicht sein.

9) Kann man mit gewachsten Ski eine Pulka ziehen?
Wenn die Pulka nicht zu schwer und der Hang nicht zu steil ist, kein Problem.

barleybreeder
13.01.2009, 15:08
Mal ein paar Fragen....Anmerkungen dazu

Wir waren über die Feiertage auf der Vidda mit Pulka unterwegs, beide mit den E99 Crown also mit Schuppen.
Flache Anstiege waren auch damit zu bewältigen, bei sehr starken Steigungen (bei denen man doch deutlich das Gewicht der Pulka merkt) haben wir Felle aufgezogen.
Die Steigfähigkeit damit ist enorm....

Ich denke dabei hätte das Wachs auch nichts genutzt? Bis zu welcher Steigung hat man damit noch Gripp? So ganz sehe ich nämlich nicht den Vorteil vom Steigwachs..oder anderem Wachs beim Pulkaziehen :-?

Was anderes...am Wochenende habe ich nochmal die Schneemassen bei uns im Lainawald genutzt und bin mit eben diesen BC Ski durch teilweise ganz ordentlich, von Vorläufern, gespurte Loipen gerutschet. da hätte ich mir etwas mehr Gleitfähigkeit gewünscht.
Macht es Sinn nur die Gleitflächen vom E99 Crown zu wachsen? Wenn ja welches System (Gleitwachs) nimmt man da am besten ohne bei ein paar °C Temp.schwankungen gleich wieder wechseln zu müssen?

Sarekmaniac
13.01.2009, 16:24
Bis zu welcher Steigung hat man damit noch Gripp?

Gute Frage. Wie schwer ist die Pulka, wie griffig ist der Schnee, wie steil ist der Hang, wie erfahren bin ich beim Wachsen? Ich bin z.B. schon mal den Tjäkktja-Pass auf dem Kungsleden mit Wachs gegangen (mit Pulka, aber frag' mich jetzt nicht nach der Hangneigung). Ich glaube irgendwie nicht, dass das mit Schuppen möglich wäre.

Mit Klister kann man wirklich alles hochgehen, aber der Aufwand ist groß. Bei richtigen Steigungen nimmt man, denke ich, bei beiden Systemen (Schuppen, Wachs) Felle, weil es am bequemsten ist.

Ich bin vor zwei Jahren im Padjelanta ein paar Stunden zusammen mit einem französischen Pärchen gegangen und hatte den direkten Vergleich. Wir waren zusammen in Staloluokta und hatten morgens denselben Weg. Die hatten Schuppenski und Pulkas. Das Gelände ist stark kupiert, und die sind ständig, wirklich alle fünf Minuten irgendwelche Hügelchen im V-Schritt hoch, wo ich einfach ganz normal hochgegangen bin. Zumindest der Mann hatte auch den Fischer-Ski.

Wie oft habt ihr jetzt bei der Tour die Felle benutzt, täglich, mehrmals an Tag, kannst du das aus der Erinnerung sagen? Ich brauche manchmal tagelang keine Felle, auch in Gegenden, die nicht ganz so flach wie die Hardangervidda sind. Bei meiner Hardangerviddatour 2006 (12 Tage) habe ich glaube ich, nur zweimal Felle drauf gehabt, beim Aufstieg von Ustauset nach Tuva, und beim Aufstieg am Gletscher. Ach ja, und noch einmal wegen White-out. Aber das war als Bremse.


Was anderes...am Wochenende habe ich nochmal die Schneemassen bei uns im Lainawald genutzt und bin mit eben diesen BC Ski durch teilweise ganz ordentlich, von Vorläufern, gespurte Loipen gerutschet. da hätte ich mir etwas mehr Gleitfähigkeit gewünscht.
Macht es Sinn nur die Gleitflächen vom E99 Crown zu wachsen? Wenn ja welches System (Gleitwachs) nimmt man da am besten ohne bei ein paar °C Temp.schwankungen gleich wieder wechseln zu müssen?

Zu Gleitwachsen kann ich leider nichts sagen. Ich kenne den Ski nicht. Hat die Crown-Version überhaupt einen wachsfähigen Belag? Wachsskibeläge sind normalerweise schwarz (=carbonhaltig). Natürlich kann man Wachs auch auf andere Beläge auftragen, aber dann kriegt man nach meiner Erfahrung keine wirklich ordentliche Schicht hin.

Wie war's überhaupt? Ihr müsst mal einen Reisebericht schreiben. und Bilder, bitte:D

derMac
13.01.2009, 18:08
Ich bin vor zwei Jahren im Padjelanta ein paar Stunden zusammen mit einem französischen Pärchen gegangen und hatte den direkten Vergleich. Wir waren zusammen in Staloluokta und hatten morgens denselben Weg. Die hatten Schuppenski und Pulkas. Das Gelände ist stark kupiert, und die sind ständig, wirklich alle fünf Minuten irgendwelche Hügelchen im V-Schritt hoch, wo ich einfach ganz normal hochgegangen bin. Zumindest der Mann hatte auch den Fischer-Ski.
Das lass ich als Vergleich nicht gelten, weil nicht sichergestellt ist, dass die Ski der beiden perfekt auf ihr Gewicht abgestimmt waren.
Allgemein sehe ich den Vorteil bei Wax-Ski eher in der Gleitphase. Da das Wax praktisch keine Struktur braucht, stört es beim Gleiten weniger. Man wird schneller. Inwieweit dieser Vorteil Backcountry relevant ist scheint sehr umstritten zu sein. :bg:

Mac

Sarekmaniac
13.01.2009, 19:36
Das lass ich als Vergleich nicht gelten, weil nicht sichergestellt ist, dass die Ski der beiden perfekt auf ihr Gewicht abgestimmt waren.
Mac

Auch wenn ich zugegebenermaßen selbst dazu eingeladen habe (das konnte ich mir nicht verkneifen;-) Ich wollte keinen Glaubensstreit "Wachs oder Schuppen" vom Zaun brechen, sondern in erster Linie ein paar Tipps zum Wachsen zur Information und Diskussion einstellen, weil ich per PN genau danach gefragt wurde.

Mein Eindruck ist einfach, dass viele Leute nur deshalb zu Schuppenski greifen (und es gibt bestimmt schlechtere Schuppenski als die von Fischer), weil sie fälschlicherweise glauben, Wachsen wäre sehr schwierig.

Und ich bei Unterhaltungen mit Schuppenski-Nutzern, auf Hütten oder so (ich frage wirklich jeden, den ich treffe), habe ich mehr als einmal den Satz gehört: Mit der Pulka hat man doch eh meist Felle drauf. Und das ist eine Erfahrung die ich, mit meinen Wachsski, nicht teilen kann. (Wahrscheinlich hatten die auch alle den falschen Ski für ihr Gewicht oder so:bg:)

Und jetzt oute ich mich: Ich selbst habe noch nie Schuppenski ausprobiert.:ignore: Ich muss mich deshalb an das halten, was ich von anderen höre, und was ich sehe. Und bis jetzt hat mich das nicht überzeugen können, die "Religion" zu wechseln.


Allgemein sehe ich den Vorteil bei Wax-Ski eher in der Gleitphase. Da das Wax praktisch keine Struktur braucht, stört es beim Gleiten weniger. Man wird schneller. Inwieweit dieser Vorteil Backcountry relevant ist scheint sehr umstritten zu sein. :bg:

Schnelligkeit ist natürlich kein Wert an sich, aber ich bin gerne mal flott unterwegs.:D

derMac
13.01.2009, 20:12
Mein Eindruck ist einfach, dass viele Leute nur deshalb zu Schuppenski greifen (und es gibt bestimmt schlechtere Schuppenski als die von Fischer), weil sie fälschlicherweise glauben, Wachsen wäre sehr schwierig.
Wirklich gut wachsen ist schwierig. (imho)
Aber nicht perfekt tuts auch, allerdings schrumpft dann eben der Vorsprung zu den Schuppenski.
Natürlich hat Wachs auch bergauf Vorteile, weil man es eben exakt auf den Schnee abstimmen kann. Die Schuppen sind fest dran, die muss man so hinnehmen. Ich hab auch gar nix gegen Wachsski, im Gegenteil, aber ich bin mir halt nicht sicher, ob Leute, die überhaupt die Frage stellen, welchen Skityp sie nehmen sollen (also eher wenig Erfahrung haben), wirklich immer ausschließlich Wachsski empfohlen bekommen sollten.


Und ich bei Unterhaltungen mit Schuppenski-Nutzern, auf Hütten oder so (ich frage wirklich jeden, den ich treffe), habe ich mehr als einmal den Satz gehört: Mit der Pulka hat man doch eh meist Felle drauf. Und das ist eine Erfahrung die ich, mit meinen Wachsski, nicht teilen kann. (Wahrscheinlich hatten die auch alle den falschen Ski für ihr Gewicht oder so:bg:)
Du unterhältst dich gerade mit jemandem, der noch nie Felle benutzt hat. ;-)
(aber ich hab auch noch nicht sooo viele Touren gemacht)


Und bis jetzt hat mich das nicht überzeugen können, die "Religion" zu wechseln.
Ich kann mit Religionen nix anfangen. ;-)

Mac

gelöschter Nutzer
13.01.2009, 20:24
Ich hab auch gar nix gegen Wachsski, im Gegenteil, aber ich bin mir halt nicht sicher, ob Leute, die überhaupt die Frage stellen, welchen Skityp sie nehmen sollen (also eher wenig Erfahrung haben), wirklich immer ausschließlich Wachsski empfohlen bekommen sollten.

Naja Ski incl. allem ist ja eine größere Anschaffung, da will man natürlich das "vermutlich beste" haben :) Vielen Dank für die Anleitung. Das ganze sollte als Wiki hinterlegt werden ;-)

Gruß Thomas

barleybreeder
13.01.2009, 20:52
Also ich hatte meine Felle an 3 Tagen, bzw. auf Wegabschnitten an diesen Tagen drauf.
1 Tag von der Hütte Kjeldebu nach Dyranut. Die Steigung wäre auch mit Schneeschuhen sehr schwierig geworden. Auch mit Wachs sicher nicht zu schaffen.
Dann einmal kurz hinter der Halne Hütte Richtung Kraekkja.
Zum Schluss bei der Abfahrt runter nach Geilo...als Bremse :grins:

Das hügelige Gelände ging mit Schuppen ohne Probleme. Ich habe meine Ski übrigens im Laden mit Beratung erworben, ob die es gebracht hat keine Ahnung, aber ich stand jedenfalls mit verschiedenen Modellen auf diesem "Schiebdings" zur Anpassung der Steigzone auf mein Gewicht.

Wie lange dauert eigentlich das Wachsen?...wäre ja wieder ein Zeitvorteil der Schuppen.
Das Felleaufziehen (Colltex) geht jedenfalls recht fix. Dauert so 3 Minuten. Ich würde die nur ungern den ganzen Tag drauf lassen, es sein denn das Gelände ist sehr steil.

Sarekmaniac
13.01.2009, 21:47
Also ich hatte meine Felle an 3 Tagen, bzw. auf Wegabschnitten an diesen Tagen drauf. Zum Schluss bei der Abfahrt runter nach Geilo...als Bremse :grins:

Ja, so eine Fellbremse als Fjellbremse ist wirklich praktisch:bg: Dann hat das mit den Schuppen ja auch gut geklappt. Was hat die Pulka gewogen, so ungefähr?


Wie lange dauert eigentlich das Wachsen?...wäre ja wieder ein Zeitvorteil der Schuppen.

So 2 Minuten pro Ski, würde ich sagen. Und das bei normalem Schneeverhältnissen vielleicht drei-, viermal am Tag. Manchmal reicht auch einmal. Ich verbinde das meist mit den kurzen Pausen, die ich sowieso alle 1, 2 Stunden einlege und würde das nicht als Zeitverlust auffassen. Da stehe oder sitze ich ja sowieso herum.

Wenn es mal sehr harschig ist und der Abrieb so hoch, dass ich alle halbe Stunde nachwachsen müsste, dann mache ich meist Kurzfelle drauf. Klister geht bei schwierigem Schnee auch, ist aber zeitaufwendiger, ca. 15 Minuten, würde ich schätzen (und geht öfter Mal schief, und dann muss alles wieder ab:(). Aber wenn Du z.B. 10, 20 km über einen vereisten See gehst lohnt der Aufwand. 20 cm Eisklister unter den Fuß, und du läuft locker 5 km/Stunde.


Das Felleaufziehen (Colltex) geht jedenfalls recht fix. Dauert so 3 Minuten. Ich würde die nur ungern den ganzen Tag drauf lassen, es sein denn das Gelände ist sehr steil.

Jupp, das sehe ich genauso.

across
15.01.2009, 19:38
Barbaras Abhandlung übers Wachsen sollte wirklich ins Wikipedia gestellt werden! Super! 5sterne
Ich habe ebenfalls lange Erfahrung mit Wachsskiern in skandinavischem Back-Country. Es stehen aber auch zwei Paar Schuppen-Skier (Fischer E99 und Åsnes Rago) im Keller, die ich die letzten Jahre bevorzugt anwendete. Meine Liebe zu diesen Skiern ist mal so, mal so: im April in Skandinavien bevorzuge ich eindeutig meine Schuppis, weil es am Morgen oftmals beinhart gefroren ist (Harst), was nach hartem Klister ruft, gegen Mittag taut es auf, vielleicht sogar Sulzschnee... die frühlingshaften Bedingungen bringen es mit sich, dass man oftmals umwachsen muss... Den Nachteil, dass die Schuppis etwas weniger gut gleiten, werte ich mit einem guten Schuppenpflege-Spray und einem Klotz gelbem High-Flouro Gleitwachs auf (alles gut einpolieren mit einem Polierschwämmchen). Den Gleitwachs natürlich nur im dafür vorgesehen Bereich verteilen... ;-)
Im Februar/März und wenn es knusprig kalt oder "blå extra"-Wetter ist, muss ich doch eingestehen, dass ich dann lieber wieder die gewachsten Latten unter den Füssen hätte...
Was man nie, nie, nie machen darf: die Schuppen mit Klister oder Wachs einreiben!!! Das geht nie, nie, nie mehr raus und kann evtl. der Grund sein, weshalb man keinen Halt mehr hat bei den kleinsten Steigungen.

barleybreeder
15.01.2009, 19:46
Hey danke across für die kompetente Info. Sowas habe ich gesucht. Hast du mal einen Link zu dem von dir verwendeten Gleitwacht beim E99 Crown?

Scheint also zu funktionieren..

SwissFlint
15.01.2009, 20:02
Einige Gedanken zum wachsen...

Wir haben früher mal ein Langlauflager durchgeführt. Das waren Holzski ohne Belag. Dort wurde das Wachs mit dem Bügeleisen aufgetragen.. dann gekorkt.. dann die nächste Schicht... so, dass für einen halben Tag die richtige Kombination drauf war.. also zuunterst für Kalt, dann gegen Mittag für wärmeren Schnee. Nach dem Mittag haben wir nochmals ohne Bügeleisen (wir waren ja auf dem Berg) nachgewachst... Das Wachsen hat natürlich lang gedauert, mind. 1 Stunde am Morgen. Aber wir sind das auch äusserst gewissenhaft angegangen.. Thermometer in den Schnee und so.. und dann eben ... gebügelt was das Zeug hielt..

Fazit: Ein guter Schuppenski ist immer besser als ein nicht superguter Wachser. Auch Fell ist besser. Und man kann spontaner sein.. und auf jeden Fall schneller. Und die Sauerei ist bedeutend weniger, auch auf Kleidern und im Auto *seufz

derMac
15.01.2009, 20:16
Entschuldigung, dass ich mich noch mal reindrängel, aber ich hätte da auch einen Link zum Thema Gleitwachs (http://epubl.luth.se/1402-1757/2006/03/LTU-LIC-0603-SE.pdf) (sorry, ist etwas länger). :grins:

Und vll. noch ein wenig Steigwachs (http://www.virtualsciencefair.org/2003/burro3z/public_html/index.htm) gefällig.

Mac

Sarekmaniac
15.01.2009, 20:21
Es stehen aber auch zwei Paar Schuppen-Skier (Fischer E99 und Åsnes Rago) im Keller, die ich die letzten Jahre bevorzugt anwendete.

Oh ja, ich habe eine Idee: Du nimmst im März den Rago mit Schuppen (wie lang ist der?), und ich den ohne (nur mit Schrammen:bg:), bei mir Länge 190 cm.

Ansonsten: Gleicher Weg, gleiche Zeit, gleicher Schnee!:D:D:D

Mit so einer optimalen Versuchsanordnung müsste dann doch selbst derMac zufrieden sein;-).

Willkommen im Forum!

across
16.01.2009, 14:08
Gleitwachs für den Fischer Europa 99 Crown (so heissen die Dinger genau - und bei den Åsnes verfahre ich genau gleich ;-)):
für die Abstosszone verwende ich "Grip & Glide Pocket" http://www.toko.ch/de/productDetail/5508786_v_100/Grip%26Glide+Pocket.html von Toko und für die Gleitzonen Toko Yellow Gleitwachs, high oder low fluoro. Letzteres ist Wachs, das man eigentlich einbügeln soll und ich ansonsten für meine Skating-Skier verwende. Aber weil es sich um sehr weiches Wachs handelt, kann man es auch einfach "aufstreichen" und mit einem Polierschwämmchen ausstreichen (ganz nach dem Prinzip "Reibung erzeugt Wärme"). Tipp: auf der Toko-Website gibt es ein schönes Waxmanual, das alles nochmals schön mit Bildern erklärt!

Über den Feldtest im März müssen wir noch etwas diskutieren...
a) meine Rago sind 1.95 lang
b) ich habe zZ eine Rottefella Super-Telemark in Expeditions-Version montiert und leider bricht der Absatz, so ein Plastikteil, langsam weg...
c) die Fischer Europa 99, 1.90 lang, gleiten bedeutend besser als die Åsnes...
d) die Versuchsanordnung wird dadurch beeinflusst, dass ich Rucksack trage, Du Pulka ziehst (möchte ja auch gerne Pulka ziehen, aber weil ich es ja nur kurz ins Fjäll schaffe, habe ich mich für den Rucksack entschieden)
e) was hälst Du von der Idee, wenn wir vor Zelt/Hütte einen "Gleittest" veranstalten???

Was ich auch noch sagen möchte: Wachsen ist schon deshalb spannend, weil man dabei den Schnee beobachten lernt! Und darum geht's jetzt auf die Websites über die Schnee- und Wetterverhältnisse im Jura - weil Morgen Skating angesagt ist - und dann ab in den Keller und Skatingskier mit Gleitwachs präparien, schön polieren, etwas Fluor drauf... und dann ab die Post!

Sarekmaniac
16.01.2009, 16:19
a) meine Rago sind 1.95 lang

Ups. Ich nehme an, die Spannung ist dieselbe wie beim Wachsmodell: Kriegst Du den ordentlich runtergetreten? Ich bin ja ein bißchen größer (und vor allem schwerer:bg:)

Anderseits: Ich habe auch schon mal mit Göttergattes Ski (Asnes Sondre, Wachsski, 205 oder 210) eine Tour gemacht, und die Wachszone hat keine Probleme bereitet.


d) die Versuchsanordnung wird dadurch beeinflusst, dass ich Rucksack trage, Du Pulka ziehst (möchte ja auch gerne Pulka ziehen, aber weil ich es ja nur kurz ins Fjäll schaffe, habe ich mich für den Rucksack entschieden)

Du darfst gerne die Pulka ziehen.:D


was hälst Du von der Idee, wenn wir vor Zelt/Hütte einen "Gleittest" veranstalten???

Sehr gut. Auf jeden Fall möchte ich auch mal Schuppenski probieren, egal ob Asnes oder Fischer.


Was ich auch noch sagen möchte: Wachsen ist schon deshalb spannend, weil man dabei den Schnee beobachten lernt!

Stimmt. Wenn ich morgens die Nase in die Luft strecke, den Schnee anschaue und anfasse, den Ski wachse und dann merke, alles läuft optimal: Es ist einfach ein sehr schönes, zufriedenstellendes Gefühl. Ich denke auch, man kann mehr korrigieren/manipulieren als bei Schuppen: Ein bisschen zu warmes Wachs für den Extragriff beim Anstieg etc. Es macht einfach Spaß. Und wenn nichts klappt und alles klebt: Dann wächst die gesunde Ehrfurcht vor dem großen Schneemysterium. Und das ist ja auch eine schöne Naturerfahrung.:D

Schöner Atavar:D

http://img205.imageshack.us/img205/2897/p1040683yo2.jpg

hannesv
07.03.2009, 17:25
womit entfernt ihr das wachs auf der tour?

der spray ist ein sch..., nach 3 tagen leer
flammenwerfer hast nicht im rucksack mit ....

@sarekmaniac: dein muster der selbstgebauten kurzfelle haben blendend funktioniert. statt einem drahtseil hab ich 3 mm kevlarschnüre genommen. sind erst nach etwa 100 km durchgewetzt gewesen. vorteil der kevlarschnüre: beleidigen nicht die kanten

Sarekmaniac
07.03.2009, 18:30
womit entfernt ihr das wachs auf der tour?

der spray ist ein sch..., nach 3 tagen leer
flammenwerfer hast nicht im rucksack mit ....


Wenn Du mit Kocher unterwegs bist: auf dem Wachs ein paar mml Petroleum (1. Wahl) oder Benzin (2. Wahl, da zu flüchtig) mit dem Spatel verteilen. Am besten den Ski ganz flach hinlegen, das Zeug kriecht sehr schnell. Einwirken lassen, alles abkratzen. Der Effekt ist derselbe wie bei Wachentferner, allerdings nicht ökologisch korrekt. Deshalb gehören Brennstoff und Wachsreste nicht in den Schnee. Ich sammle alles immer in einem Stück Toilettenpapier und tue es dann in den Müllbeutel.


@sarekmaniac: dein muster der selbstgebauten kurzfelle haben blendend funktioniert. statt einem drahtseil hab ich 3 mm kevlarschnüre genommen. sind erst nach etwa 100 km durchgewetzt gewesen. vorteil der kevlarschnüre: beleidigen nicht die kanten

Das freut mich zu hören. :D. Vielleicht schreibst Du einen kleinen Erfahrungsbericht in den Thread mit der Bauanleitung? Und schreib auch dazu, woher Du die Kevlarschnüre hast. Das klingt nach einer interessanten Modifikation

Werner Hohn
07.03.2009, 20:31
... Vielen Dank für die Anleitung. Das ganze sollte als Wiki hinterlegt werden ;-)

Gruß Thomas

Das ist nun geschehen: Klick und Wachs. (http://wiki.outdoorseiten.net/index.php/Ski_mit_Steigwachs_wachsen)

Sarecmanic hat ihre Zustimmung gegeben. Bitte ergänzen, das ist ein Wiki. Wenn Fragen zum Wiki auftauchen, dann bitte im Wiki-Forum.

Werner

Sarekmaniac
13.09.2009, 11:46
Oh ja, ich habe eine Idee: Du nimmst im März den Rago mit Schuppen (wie lang ist der?), und ich den ohne (nur mit Schrammen:bg:), bei mir Länge 190 cm.

Ansonsten: Gleicher Weg, gleiche Zeit, gleicher Schnee!:D:D:D

Mit so einer optimalen Versuchsanordnung müsste dann doch selbst derMac zufrieden sein;-).


Also, wir haben im April im Jämtland den Versuch gemacht. Across mit Fischer E99 crown, 195 cm, ich mit Asnes Ragö (Amundsen) Wachsmodell, mit Steighilfe, 190 cm.

Bei einem Pulkagewicht von ca. 30 kg. waren keine Unterschiede bei der Griffigkeit und Steigungsfähigkeit zu erkennen.


Asnes:

http://img245.imageshack.us/img245/3540/jmtland204.jpg

http://img406.imageshack.us/img406/8880/jmtland218.jpg

Fischer:

http://img338.imageshack.us/img338/6278/p1060562.jpg


Manchmal geht es allerdings nur noch zu Fuß :grins: (bei beiden Varianten):

http://img338.imageshack.us/img338/2168/p1060563.jpg



Die Schneetemperaturen waren die ganze zeit recht hoch, aber ich brauchte nur ein-, höchstens zweimal täglich wachsen. An Across' Schuppenski hörte man bergab immer dieses Surren. Sicher wird das etwas gebremst haben, aber wenn man mit Gepäck unterwegs ist und eh nur 3-4 kmh läuft, ist das wohl zu vernachlässigen.

Beneidet habe ich sie nur am letzten Tag. Da hatten wir massives Tauwetter und die Schuppen waren klar im Vorteil, weil unproblematischer, wie ja hier schon mehrfach erwähnt wurde. Es brauchte 2,3 sehr ausführliche Wachspausen, bis ich die richtige Klistermischung raus hatte. Danach ging es aber prima. Die Bilder sind vom letzen Tag, nachdem ich korrekt gewachst hatte.

gelöschter Nutzer
13.09.2009, 12:15
Das Thema errinnert mich an eine Frage. Macht es Sinn vor einer Saison im Fachgeschäft eine art Grundwachs professionel auftragen zu lassen?

derMac
13.09.2009, 19:20
Das Thema errinnert mich an eine Frage. Macht es Sinn vor einer Saison im Fachgeschäft eine art Grundwachs professionel auftragen zu lassen?
IMHO nein. Und Gleitwachs lohnt sich für Backcountry allgemein nicht, auch wenn mir da jetzt einige widersprechen werden. :D

@Sarekmaniac: Danke.

Mac

woodsia
13.09.2009, 19:58
Hallo,

vielleicht sollten die "Wachser" mal über folgende Tatsache nachdenken:

Skiwachse enthalten Paraffine, Nebenprodukte der Erdöl-Raffination. Diese Verbindungen sind toxikologisch zwar unbedenklich, aber schwer abbaubar.

Ein weiterer kritischer Wachsbestandteil ist Fluor, das vor allem in teuren Profiwachsen verwendet wird. Fluoride sind starke Umweltgifte und belasten das Grundwasser.

Ferner spielen Farbstoffe und weitere Additive eine Rolle, die oft schon in "homöopathischen Dosen" einen Einfluss auf Wasserorganismen haben können, die ja leider qua Definition in einem Lösungsmittel leben und oft nicht ausweichen können.

Ich weiß nicht, ob es eine Erhebung gibt, wieviel Tonnen Wachs im Winter in den skandinavischen Fjälls und den Alpen bleiben, aber es könnte im Laufe der Zeit zum Pronlem werden.

Ich bleibe jedenfalls bei meinen E99 mit Schuppen. Schnell runter kann jeder;-), schnell rauf ist die sportliche Herausforderung:grins:

LG woodsia

Sarekmaniac
13.09.2009, 23:58
Hallo,

vielleicht sollten die "Wachser" mal über folgende Tatsache nachdenken:

Skiwachse enthalten Paraffine, Nebenprodukte der Erdöl-Raffination. Diese Verbindungen sind toxikologisch zwar unbedenklich, aber schwer abbaubar.

Ein weiterer kritischer Wachsbestandteil ist Fluor, das vor allem in teuren Profiwachsen verwendet wird. Fluoride sind starke Umweltgifte und belasten das Grundwasser.

Ferner spielen Farbstoffe und weitere Additive eine Rolle, die oft schon in "homöopathischen Dosen" einen Einfluss auf Wasserorganismen haben können, die ja leider qua Definition in einem Lösungsmittel leben und oft nicht ausweichen können.

Ich weiß nicht, ob es eine Erhebung gibt, wieviel Tonnen Wachs im Winter in den skandinavischen Fjälls und den Alpen bleiben, aber es könnte im Laufe der Zeit zum Pronlem werden.

Ich bleibe jedenfalls bei meinen E99 mit Schuppen. Schnell runter kann jeder;-), schnell rauf ist die sportliche Herausforderung:grins:

LG woodsia

Also ich habe diesen Winter bei Across nur zugeschaut, aber: Ein gut gepflegter und laufender Schuppenski wird an der Oberfläche auch behandelt. Die Gleitzone mit diversen Gleitwachsen, und die Schuppenzone mit Spray (um z.B. Anstollen zu verhindern). Da kann Across mehr zu sagen.

Außerdem sind an Wachs- wie Schuppenski, auch wenn sie einen Holzkern haben, Kunststoffe = Erdölderivate verbaut. ich würde mal sagen: Von der "Ökobilanz" her tun sie sich nichts.

gelöschter Nutzer
14.09.2009, 07:31
IMHO nein. Und Gleitwachs lohnt sich für Backcountry allgemein nicht, auch wenn mir da jetzt einige widersprechen werden. :D
Mac

Ich habe aber mal irgendwo gelesen das man Wachsski wachsen sollte, weil sonst die Lauffläche ausdrocknen könne. Ob da was dran ist, keine Ahnung.

derMac
14.09.2009, 10:16
Ich habe aber mal irgendwo gelesen das man Wachsski wachsen sollte, weil sonst die Lauffläche ausdrocknen könne. Ob da was dran ist, keine Ahnung.
Das halte ich für ziemlichen Unsinn, es sei denn es sind Holzski.

Mac

Sarekmaniac
14.09.2009, 11:03
Habe von Across gelernt, dass es ein sehr hartes schwarzes Grundwachs (Molybdänwachs) gibt, das von Zeit zu Zeit für die Belagpflege zu empfehlen ist (kaschieren leichter Schrammen, bzw. Oberflächenbehandlung nach Ausbessern gößerer Macken im Belag). Aber Eimoti wird das bei den funkelnagelneuen Ski nicht brauchen.

(Austrocknung ist nicht das richtige Wort. Ist wohl so, dass der graphithaltige (?) Belag eine Faserstuktur hat und zur Bildung mikroskopischer Riefen neigt)


Was Du selbst vor der Tour machen kannst, ist Swix Grundwachs (braun) oder alternativ Polar (grün) auftragen (flächendeckend oder nur Steigzone) und einbügeln. Dann verbinden sich die später aufgetragenen Wachse besser mit dem Belag. Hält nicht ewig, aber schon ein paar Tage. Und ist nicht obligatorisch.

Ehemaliger
23.09.2009, 21:59
Gleitwachs:

Insbesondere Skier mit Graphitbelag (schwarz) sollten Gleitwachs "saufen" ohne Ende. Mindestens 10 Mal sollte ein Ski richtig getränkt werden, bevor er z.B. im Renneinsatz verwendet wird. Das viele Wachs hilft auch, die Oxydation des Graphitbelags zu verhindern. Und auf Tour wird der Belag dann auch nicht ganz so schlimm ausgedörrt.

Umwelt: Fluorwachse werden insbesondere als Gleitwachs (und meines Wissens nicht als Steigwachs; edit: es gibt inzwischen aus fluorierte Steigwachse) eingesetzt. Falls es da also zu bedenklichen Nebenwirkungen kommt, betrifft das jeden schnellen LL, Touren bzw. Alpinski. Auch Schuppenski. Für Tourenski bringt das teure Fluorwachs aber eh nichts, da es ja nach ein paar km schon wieder ab ist und man wohl kaum ein Bügeleisen mit auf Tour nehmen will. Außerdem zerstören Fluor- und Silikongleitwachse den Kleber der Felle ...


Steigwachs:

Steigwachs ist natürlich besser und schneller als jede Schuppe. Das weiss jeder Langläufer. Macht aber mehr Arbeit. Trotzdem sollte man mit 2 oder 3 Steigwachsen (mit relativ breitem Temperaturbereich) und einem kleinen Kork auf Tour auskommen. Für extreme Verhältnisse hat man ja noch Felle dabei. Außerdem ist man mit Backcountryskiern eh nicht mal halb so schnell wie mit einem Racing Wachsski (in der Loipe).

Klister:

Davon kann ich nur abraten. Ist ne Riesensauerei und man braucht Wachsentferner, um das Zeug wieder herunterzubekommen. Das ist IMHO nur was für ambitionierte Langläufer (mit Wachskeller), aber nichts für Skitrekkingtouren. Da müssen halt die Felle raus.

Julia
25.09.2009, 23:24
Wachsskibeläge sind normalerweise schwarz (=carbonhaltig). Natürlich kann man Wachs auch auf andere Beläge auftragen, aber dann kriegt man nach meiner Erfahrung keine wirklich ordentliche Schicht hin.

Mein Fischer E99 Wachsski hat eine weisse Sohle.

Ansonsten bin ich meistens in Jotunheimen bzw. in die Höhe unterwegs, und da kommen Felle mit. Alle längeren Anstiege sind, mit oder ohen Rucksack/Pulka mit Fellen wesentlich angenehmer zu gehen, weil man weiss, dass sie greifen und viel gleichmässiger (atemmässig von Vorteil) geht und weniger Kraft braucht. Felle sind schnell aufgezogen und auch schnell abgemacht. Ich möchte nie nimmer nich Schuppen haben :bg:, aber das weiss hier wahrscheinlich schon jeder (da arbeite ich zur Not auch mal etwas mehr mit den Armen und presse die Skier etwas weiter nach vorn - das Ganze ist nämlich auch eine Technikfrage).

In der Praxis kommen wir mit nur zwei Hartwachssorten durch den norwegischen Winter: Blau Extra (-10 bis -2, der ist echt genial) und Grün (-15 bis -7), wobei mindestens dreimal soviel Blau Extra) verbraucht wird wie Grün (man ist halt bei -15 nicht so oft in der Loipe).

Ich bin kein Wachsexperte, und man kann mir auch nicht nachsagen, dass ich meine Skier immer optimal pflege und saubermache. Wenn der Wachs ab ist, kommt neuer drauf, und wenn er nicht passend ist, kommt anderer drüber. Ich mach auch oft nur eine dicke Schicht drauf und nehm den Handballen zum Einreiben. Und meine Skier funktionieren prima ;-). Also Wachsen ist wirklich nicht schwer, und solange man in etwa den richtigen Wachs für den momentanen Temperaturbereich hat, kann man eigentlich kaum was falsch machen, ausser nach hinten zu weit aufzutragen. Nach vorn länger zu wachsen, ist bei weitem nicht so schlimm wie nach hinten zu lang zu wachsen. Zu weit nach hinten (über die Ferse des Schuhs hinaus) führt zu deutlichem Gleitverlust.

Und Gleitwachs - meine Loipenskier haben in 7 Jahren einmal Gleitwachs gesehen. Aber ich geh auch keine Rennen...

PS: Bez. Klister kann ich Nat nur zustimmen. Das ist eine riesengrosse Schweinerei, und ich versuche ihn bis ins Letzte zu vermeiden. Nur bei Tauverhältnissen und blankem Eis (betrifft Loipenskier, die BC haben ja Felle) kommt mir sowas zur allergrössten Not mal drauf...

derMac
25.09.2009, 23:54
Insbesondere Skier mit Graphitbelag (schwarz) sollten Gleitwachs "saufen" ohne Ende. Mindestens 10 Mal sollte ein Ski richtig getränkt werden, bevor er z.B. im Renneinsatz verwendet wird.
Du willst Rennen fahren? Sag das doch gleich.


Das viele Wachs hilft auch, die Oxydation des Graphitbelags zu verhindern.
Wie wird die Oxidation ausgelöst? Durch Reibungswärme?


Und auf Tour wird der Belag dann auch nicht ganz so schlimm ausgedörrt.
Die Ski werden ja bekanntermaßen mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt im Belag ausgeliefert und der muss gehalten werden, damit die Ski nicht zu leicht werden.

Ehrlich gesagt überzeugt mich das nicht.

Mac

Ehemaliger
26.09.2009, 13:51
Dass man zum Schutz vor Oxidation heiss wachsen muss (und zwar soviel wie möglich) sollte eigentlich unstreitig sein.

http://www.sportolino.de/TOKO_Skiwachs_System_3_yellow_red_Set.htm

Aber wirklich unstreitig ist beim Wachsen wohl gar nichts ( http://www.ski-nordic.de/Cerax/cerax.html ).

Uns wurde auch immer gepredigt, dass sich die Graphitbeläge und das Wachs (nach mehrmaliger Anwendung) auf molekularer Ebene verbinden und der Belag erst dann richtig schnell wird. Ob das so stimmt, weiss ich nicht. Aber jedenfalls im Ergebnis stimmt(e) es (damals).

Die Oxidation geschieht meines Wissens einfach durch den in der Luft enthaltenen Sauerstoff, wobei Cerax da offenbar anderer Meinung ist ( http://www.ski-nordic.de/Cerax/cerax.html ).

Interessant finde ich die Erklärung von Cerax mit den Mikroröhrchen...das war mir bislang so nicht bekannt. Evt. sind die bei einem gut gewachsten Ski mit Wachs gefüllt und dieser weisse, "ausgedörrte" Belag (sprich die Mikroröhrchen) werden sichtbar, wenn (i) das Wachs ab ist und (ii) der Steinschliff schon etwas mitgenommen ist.

Und hier noch eine kl. Swix Wachsfibel...da sieht man, was man so alles mit seinen Skiern anstellen kann *g* http://www.produkte24.com/images/catalogs/1456/pdf_5721.pdf Und so präpariert man ... http://www.ski-thunersee.ch/downloads/waxguideswixskipreparationracing2008.pdf

derMac
27.09.2009, 11:39
Dass man zum Schutz vor Oxidation heiss wachsen muss (und zwar soviel wie möglich) sollte eigentlich unstreitig sein.
Warum sollte es? Ich neige nun mal dazu, Behauptungen welche ich nicht nachvollziehen kann, nicht einfach hinzunehmen.


Uns wurde auch immer gepredigt, dass sich die Graphitbeläge und das Wachs (nach mehrmaliger Anwendung) auf molekularer Ebene verbinden und der Belag erst dann richtig schnell wird. Ob das so stimmt, weiss ich nicht. Aber jedenfalls im Ergebnis stimmt(e) es (damals).
Und bei einmaliger Anwendung verbindet sich das nicht? Das klingt mir alles zu sehr nach Voodoo.


Die Oxidation geschieht meines Wissens einfach durch den in der Luft enthaltenen Sauerstoff, wobei Cerax da offenbar anderer Meinung ist ( http://www.ski-nordic.de/Cerax/cerax.html ).
Welcher Stoff im Belag reagiert unter Normalbedingungen mit Sauerstoff?


Interessant finde ich die Erklärung von Cerax mit den Mikroröhrchen...das war mir bislang so nicht bekannt. Evt. sind die bei einem gut gewachsten Ski mit Wachs gefüllt und dieser weisse, "ausgedörrte" Belag (sprich die Mikroröhrchen) werden sichtbar, wenn (i) das Wachs ab ist und (ii) der Steinschliff schon etwas mitgenommen ist.
Ein Belag ohne Wachs ist nicht "ausgedörrt" sondern einfach ein Belag ohne Wachs.


Und hier noch eine kl. Swix Wachsfibel...da sieht man, was man so alles mit seinen Skiern anstellen kann *g* http://www.produkte24.com/images/catalogs/1456/pdf_5721.pdf Und so präpariert man ... http://www.ski-thunersee.ch/downloads/waxguideswixskipreparationracing2008.pdf
Nur dass wir uns bei einer Winterwandertour normalerweise nicht im Rennen befinden und es egal ist, ob wir 5 min. später ankommen. Und in diesen Bereichen dürften sich die Unterschiede zwischen Gleitwachs und kein Gleitwachs bewegen.

Mac

Ehemaliger
27.09.2009, 18:14
"Warum sollte es? Ich neige nun mal dazu, Behauptungen welche ich nicht nachvollziehen kann, nicht einfach hinzunehmen."

Mir schien es bislang logisch. Nicht nur, weil es auf den Wachspackungen drauf steht. Sondern auch, weil Metalle durch Sauerstoff bekanntlich oxidieren. Schwarze Beläge enthalten Graphit. Graphit ist lt. Wikipedia ein Halbmetallmetall und oxidationsempfindlich. Logikkette bislang für mich geschlossen ;)

Cerax scheint das anders zu sehen. Aber vielleicht beziehen sich deren Ausführungen nicht auf Graphitbeläge?


"Ein Belag ohne Wachs ist nicht "ausgedörrt" sondern einfach ein Belag ohne Wachs."

In Fragen der Semantik würde ich Dir niemals widersprechen ...

"Nur dass wir uns bei einer Winterwandertour normalerweise nicht im Rennen befinden und es egal ist, ob wir 5 min. später ankommen."

Wenn ich Dich richtig verstehe, lautet Deine These ungefähr wie folgt: "Da bei einer längeren Tour das Gleitwachs mit der Zeit ohnehin abgetragen wird, ist es letztlich egal, ob man seinen Belag überhaupt jemals richtig gewachst und gepflegt hat." Ich kann Dir das Gegenteil nicht wissenschaftlich beweisen. Ich meine lediglich aufgrund praktischer Erfahrung zu wissen, dass das nicht stimmt.

derMac
27.09.2009, 19:48
Mir schien es bislang logisch. Nicht nur, weil es auf den Wachspackungen drauf steht. Sondern auch, weil Metalle durch Sauerstoff bekanntlich oxidieren. Schwarze Beläge enthalten Graphit. Graphit ist lt. Wikipedia ein Halbmetallmetall und oxidationsempfindlich. Logikkette bislang für mich geschlossen ;)
Wo steht das bei Wikipedia? Da steht das Graphit bei 600 °C verbrennt (oxidiert), dass bei ca. 0 °C viel passiert scheint mir eben nicht nachvollziehbar.



"Ein Belag ohne Wachs ist nicht "ausgedörrt" sondern einfach ein Belag ohne Wachs."

In Fragen der Semantik würde ich Dir niemals widersprechen ...
Es geht mir einfach darum, dass nach deiner Definition die Ski ausgedörrt geliefert werden würden. Eimoti hatte vermutet, dass die ausdörren wenn man nicht wachst, und das tun sie IMHO eben nicht (selbst wenn sie wirklich oxidieren sollten). Aber ich will jetzt nicht um den Begriff streiten.


Wenn ich Dich richtig verstehe, lautet Deine These ungefähr wie folgt: "Da bei einer längeren Tour das Gleitwachs mit der Zeit ohnehin abgetragen wird, ist es letztlich egal, ob man seinen Belag überhaupt jemals richtig gewachst und gepflegt hat."
Nicht nur dass, ich denke sogar, dass der Unterschied zwischen gewachst und nicht gewachst im Rennen im Sekundenbereich liegt. Das wird mit Pulka und schwerem Rucksack nicht wirklich besser. Dass das Wachs während der Tour Dreck sammelt bevor es sich ganz abgenutzt hat, kommt noch dazu.

Mac

Ehemaliger
27.09.2009, 22:04
"Es geht mir einfach darum, dass nach deiner Definition die Ski ausgedörrt geliefert werden würden."

Hmm? Alle Skier werden doch ab Werk gewachst geliefert ...
Warum wohl? ;)


"Nicht nur dass, ich denke sogar, dass der Unterschied zwischen gewachst und nicht gewachst im Rennen im Sekundenbereich liegt."

Hast Du das schon mal ausprobiert? Ich habe es und kann Dir versichern, dass ein gut gewachster Skatingski gegenüber einem ungewachsten Skatingski enorme Vorteile hat. Deshalb hat auch jedes Rennteam einen eigenen Wachsguru.

Da ein gut präparierter Ski nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung den tief eingebügelten Gleitwachs mindestens 50km nicht vollständig verliert, kann sich das auch auf einer Tour auswirken. Bei einer 300km Tour wohl eher nicht mehr. Aber ich behandel mein Material halt lieber gern pfleglich.

Sarekmaniac
27.09.2009, 23:14
Steigwachs:

Steigwachs ist natürlich besser und schneller als jede Schuppe. Das weiss jeder Langläufer. Macht aber mehr Arbeit. Trotzdem sollte man mit 2 oder 3 Steigwachsen (mit relativ breitem Temperaturbereich) und einem kleinen Kork auf Tour auskommen. Für extreme Verhältnisse hat man ja noch Felle dabei. Außerdem ist man mit Backcountryskiern eh nicht mal halb so schnell wie mit einem Racing Wachsski (in der Loipe).

Klister:

Davon kann ich nur abraten. Ist ne Riesensauerei und man braucht Wachsentferner, um das Zeug wieder herunterzubekommen. Das ist IMHO nur was für ambitionierte Langläufer (mit Wachskeller), aber nichts für Skitrekkingtouren. Da müssen halt die Felle raus.

Also in diesem Thread (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=31933) hast Du vor einiger Zeit folgendes geschrieben:


[QUOTE=Nat Bergtroll;483087]Nur zur Klarstellung: Ich hatte kein Steigwachs dabei (was ein Fehler war - im Geschäft wurde mir gesagt, ich brauche kein Wachs wegen der Kurzfelle) und konnte mich deshalb nur zwischen völlig glatt und kurzfellstumpf entscheiden.

Mit einem Wachsski ohne Steigwachs auf Tour zu gehen ist ein ziemlich krasser Fehler. Ich würde darauf ja nicht rumreiten, aber wenn du dich jetzt so kompetent über Wachse auslässt, frage ich mich schon - woher das plötzliche Wissen?

Welche Erfahrungen hast Du denn speziell mit Klister? Ich, bei den entsprechenden Schneeverhältnissen (Tauwetter, eisige Spur) habe sehr gute Erfahrungen. Und ich würde, wenn ich den passenden Klister dabei hätte (normalerweise nehme ich auf Touren nur Rot und Universal mit), fast immer das Klistern den bremsenden Fellen vorziehen.

Zur Frage Grundwachs: Ich bin (ohne mich mit Grundwachsen auszukennen) überzeugt, dass regelmäßige Behandlung mit Grundwachs für den Belag besser ist als keine Behandlung. Fragt sich nur, ob der Unterschied wirklich gravierend ist (und für was gravierend).

Denn aus Erfahrung kann ich mitteilen, dass man auf Pulkatouren auch mit einem Ski, der im Leben kein Grundwachs gesehen hat, 40 km am Tag laufen kann. Und dass ein Ski auch ohne Grundwachs 2500 km laufen kann, ohne dass sich mehr als normale Verschleißerscheinungen (Macken etc.) zeigen.

Ich denke auch nicht, dass der Ski mit Grundwachsbehandlung länger hält als einer ohne, die Haltbarkeit ist ja nicht nur vom Belag abhängig, sondern von der Grundspannung, die durch Materialermüdung zwangsläufig irgendwann nachlässt.

Es macht nicht schneller, es verlängert die Lebensdauer des Skis allenfalls theoretisch. Also ist es, soweit es um BC-Touren geht, IMO reine Glaubenssache, ähnlich wie bei Zelten - Abdichten, nicht abdichten - oder Kochern - nach jeder Tour auseinandernehmen und putzen oder nicht.

Ehemaliger
27.09.2009, 23:33
"Mit einem Wachsski ohne Steigwachs auf Tour zu gehen ist ein ziemlich krasser Fehler. Ich würde darauf ja nicht rumreiten, aber wenn du dich jetzt so kompetent über Wachse auslässt, frage ich mich schon - woher das plötzliche Wissen?"

Ich dachte, ich bin hier der Troll ;) Ich habe nicht gesagt, dass ich mich mit dem Asnes Kurzfellsystem auskenne. Da habe ich inzwischen meine Erfahrungen machen müssen. Immerhin hat auch der Händler behauptet, dass man die Kurzfelle ANSTELLE von Steigwachs nimmt. De facto waren die Kurzfelle aber ziemlich stumpf. Jedenfalls bei den anfangs vorherrschenden Schneeverhältnissen (später ging es teilweise deutlich besser). In einem anderen Thread wurde die Theorie aufgestellt, dass es gar nicht an den Fellen selbst liegt, sondern an der Metallbefestigung, die bei Harsch bremst. Wie dem auch sei. Ich werde das nächste Mal trotz der Kurzfelle zusätzlich Steigwachs mitnehmen.

Dass Du aus meinen schlechten Erfahrungen mit dem Kurzfellsystem einfach mal so schliesst, dass ich mich mit Wachs nicht auskenne ... nun gut. Sehr sympathisch von Dir.

Mit Klister kann ich leben, wenn ich das Zeug nachher im warmen Wachskeller mit Wachsentferner wieder abbekomme. Bist Du schon mal bei Nassschnee mit Klister gestartet und hast dann eine Wetteränderung (Pulverschnee und leichte Minustemperaturen) erlebt und verzweifelt versucht, den Klister vom Ski abzubekommen? Da sind mir die Kurzfelle deutlich angenehmer (selbst wenn sie bei Harsch z.T. fies stoppten). Außerdem hast Du Dir doch selbst Kurzfelle gebastelt...

Sarekmaniac
28.09.2009, 00:11
Ich dachte, ich bin hier der Troll ;) Ich habe nicht gesagt, dass ich mich mit dem Asnes Kurzfellsystem auskenne. Da habe ich inzwischen meine Erfahrungen machen müssen. Immerhin hat auch der Händler behauptet, dass man die Kurzfelle ANSTELLE von Steigwachs nimmt. De facto waren die Kurzfelle aber ziemlich stumpf. Jedenfalls bei den anfangs vorherrschenden Schneeverhältnissen (später ging es teilweise deutlich besser). In einem anderen Thread wurde die Theorie aufgestellt, dass es gar nicht an den Fellen selbst liegt, sondern an der Metallbefestigung, die bei Harsch bremst. Wie dem auch sei, werde ich das nächste Mal trotz der Kurzfelle zusätzlich Steigwachs mitnehmen.

Dass Du aus meinen schlechten Erfahrungen mit dem Kurzfellsystem schliesst, dass ich mich mit Wachs nicht auskenne ... nun gut. Sehr sympathisch von Dir.

:kapituliere:

Ich will Dir nicht unterstellen, das Du dich mit Wachs (im Langlaufbereich, nehme ich an?) nicht auskennst. Wenn aber jemand mit Wachsski ohne Steigwachs auf Tour geht, ist der Schluss, derjenige kenne sich mit Steigwachsen nicht gut aus, doch nicht abwegig, oder?

Seis drum. Bist halt wider besseres Wissen den Versprechungen eines inkompetenten Händlers auf den Leim gegangen, der wahrscheinlich noch nie eine Meter auf BC-Ski gemacht hast.

Friede?:sorry:
;-)


Mit Klister kann ich leben, wenn ich das Zeug nachher im warmen Wachskeller mit Wachsentferner wieder abbekomme. Bist Du schon mal bei Nassschnee mit Klister gestartet und hast dann eine Wetteränderung (Pulverschnee und leichte Minustemperaturen) erlebt und verzweifelt versucht, den Klister vom Ski abzubekommen? Da sind mir die Kurzfelle deutlich angenehmer (selbst wenn sie bei Harsch z.T. fies stoppten). Außerdem hast Du Dir doch selbst Kurzfelle gebastelt...
[quote]

Ich benutze aber die Kurzfelle so gut wie nie in der Ebene. Die ersetzen bei mir die Langfelle für Aufstiege.

Aber ich habe ja geschrieben: Fast immer lieber mit Klister. Manchmal, bei so wechselnden Verhältnissen, wie Du schreibst, sind die Felle praktischer, oder man hat einfach nicht den Nerv, sich die zeit zu nehmen

Mir fallen aber auch viele Situationen ein, wo Klister um klassen besser als Felle ist. Wenn Du z.B. Tauwetter hast und eine instabile, weiche Schneedecke (wir reden ja nicht von einer gespurten Loipe) ist Klister Rot von vorn bis hinten das beste was es gibt, und schlägt Felle um Längen (und Kurzfelle sind gar nicht zu gebrauchen, da der Druck auf die Steigzone nicht groß genug ist.)

Und wenn ich an die Situation wie in Post 21 geschildert denke (Tauwetter): Eine Zeitlang bin ich auf Fellen hinter Across hergelatscht und fand das nach maximal einer halben Stunde so ätzend, das ich lieber 3 x in der nächsten halben Stunde mit Klister experimentiert habe, und dann lief es für den Rest des tages wie geschmiert. Ist natürlich Ansichtssache. An solchen Tagen wäre es warscheinlich das beste, Schuppenski zu haben, aber wer schleppt schon die Zweitski auf der Pulka mit.

Klister entfernen ist in der Tat ätzend, aber über Eisklister wachse ich meist drüber, bis sich alles abgelaufen hat, und wenn man z.B. Rot aufträgt, hat man ja milde Temperaturen, dann ist das Entfernen im Freien nicht so schlimm.

derMac
28.09.2009, 00:12
Hmm? Alle Skier werden doch ab Werk gewachst geliefert ...
Warum wohl? ;)
Huch, das ist mir neu. Woran erkennt man das, alle meine Ski wirkten ungewachst. Aber wenn der Hersteller schon gewachst hat, warum soll ich dann noch mal wachsen?


"Nicht nur dass, ich denke sogar, dass der Unterschied zwischen gewachst und nicht gewachst im Rennen im Sekundenbereich liegt."

Hast Du das schon mal ausprobiert? Ich habe es und kann Dir versichern, dass ein gut gewachster Skatingski gegenüber einem ungewachsten Skatingski enorme Vorteile hat. Deshalb hat auch jedes Rennteam einen eigenen Wachsguru.
Ich fahr keine Rennen. Ich bestreite aber die Vorteile in Rennen auch gar nicht. Was versteht du unter enorm (Verbesserung der Geschwindigkeit in %)?

Mac

Ehemaliger
28.09.2009, 08:21
"Huch, das ist mir neu. Woran erkennt man das, alle meine Ski wirkten ungewachst. Aber wenn der Hersteller schon gewachst hat, warum soll ich dann noch mal wachsen?"

Zunächst mal kannst Du natürlich den Händler fragen. Erkennen kann man es nicht so leicht. Der Belag ist halt schön schwarz und glatt und poliert. Er ist nicht porös und offen. Es kann in den offenen Belag somit auch kein Dreck und er kann nicht oxidieren. Wenn Du mit einer Metallklinge vorsichtig ein kl. Stück des Belags abziehst, kannst Du vielleicht etwas Wachs abtragen.

Im Prinzip kannst Du den ab Werk gewachsten Ski zunächst einmal ohne Neuwachsen einsetzen (so auch: http://www.sportlerfrage.net/frage/kann-ich-neue-langlaufski-auch-ohne-wachs-benutzen ). Allerdings hast Du dann mit ziemlicher Sicherheit nicht das richtige Wachs für die jeweiligen Schnee- und Temperaturverhältnisse, sondern irgendein Grundwachs drauf.

"Was versteht du unter enorm (Verbesserung der Geschwindigkeit in %)?"

Bei schnellen Ski (Skatingski) sind bereits die Unterschiede zwischen den verschiedenen Wachsen so gross, dass ich teilweise fluche, wenn ich mit einem stumpfen Ski jemand mit einem gut gewachsten Ski hinterher muss. In Prozent kann ich das nicht seriös ausdrücken. Deutlich spürbar halt. Natürlich spielt das bei BC Skiern mit Steighilfe UND Pulka eine geringere Rolle. Aber die meisten Leute wachsen die Skier dann ja auch nicht nach der Tour, entfernen nicht den Dreck aus dem offenen Belag und lagern den Ski einfach so über den ganzen Sommer. So ein Ski wird dann mit der Zeit wirklich stumpf. Auch das wird man aber vermutlich im Tiefschnee mit einer Pulka hinten dran nicht gross merken. Bei anderen Bedingungen schon eher. Irgendwie wird es letztlich auch immer ohne Wachs mit einem oxidierten und dreckverschmutzten Belag gehen. Und auch eine Kamera mit zerkratztem Display, Beulen im Gehäuse und Fingerabdrücken auf der Linse macht oft noch ganz gute Fotos (je nach eingestellter Blende und Brennweite), wenn Du verstehst, was ich meine. Es geht also auch ein bisschen um die Frage, ob man sein Material lieb hat.

@Sarekmaniac Danke für Deine aus meiner Sicht sehr realistische Beschreibung Deiner Klistererfahrungen. Dagegen waren meine (nur zum Teil) schlechten Erfahrungen mit den Kurzfellen noch harmlos ;) Den optimalen Ski für alle Bedingungen gibt es halt nicht.

"Ich benutze aber die Kurzfelle so gut wie nie in der Ebene. Die ersetzen bei mir die Langfelle für Aufstiege." Teilweise haben die Kurzfelle bei mir auch gut funktioniert in der Ebene (weicher Schnee, Pulver) -> schöne Gleitphase. Da war ich dann nach meinem Eindruck auch schneller als die Schuppenski der anderen. Steigwachs wäre aber vermutlich auch hier noch besser gewesen.

derMac
28.09.2009, 09:51
"Huch, das ist mir neu. Woran erkennt man das, alle meine Ski wirkten ungewachst. Aber wenn der Hersteller schon gewachst hat, warum soll ich dann noch mal wachsen?"

Zunächst mal kannst Du natürlich den Händler fragen. Erkennen kann man es nicht so leicht. Der Belag ist halt schön schwarz und glatt und poliert. Er ist nicht porös und offen. Es kann in den offenen Belag somit auch kein Dreck und er kann nicht oxidieren. Wenn Du mit einer Metallklinge vorsichtig ein kl. Stück des Belags abziehst, kannst Du vielleicht etwas Wachs abtragen.
Ok, ich merk gerade, dass man auch einfach beim Hersteller gucken kann. :D Allerdings kann von alle keine Rede sein, die Spitzenmodelle der Rennserie werden aber z.B. bei Fischer tatsächlich vorgewachst. Das war aber IMHO als ich meine letzten gekauft habe noch nicht so.


Bei schnellen Ski (Skatingski) sind bereits die Unterschiede zwischen den verschiedenen Wachsen so gross, dass ich teilweise fluche, wenn ich mit einem stumpfen Ski jemand mit einem gut gewachsten Ski hinterher muss. In Prozent kann ich das nicht seriös ausdrücken. Deutlich spürbar halt. Natürlich spielt das bei BC Skiern mit Steighilfe UND Pulka eine geringere Rolle.
Leider findent man da praktisch keine Angaben zu, ich geh aber immer noch von max. 5 % unter Rennbedingungen aus, im Backcountry entsprechend deutlich weniger. Und dann sind wir bei ein paar Minuten pro Tag.


Aber die meisten Leute wachsen die Skier dann ja auch nicht nach der Tour, entfernen nicht den Dreck aus dem offenen Belag und lagern den Ski einfach so über den ganzen Sommer. So ein Ski wird dann mit der Zeit wirklich stumpf.
Da ist nicht wirklich was "offen" am Belag. ;-)

Mac

Ehemaliger
28.09.2009, 21:59
@Mac Hab nochmal die von Dir verlinkte, wissenschaftliche Untersuchung gelesen. Ist schon witzig, wie da mit den Mantras aufgeräumt wird. :bg:

derMac
28.09.2009, 22:18
@Mac Hab nochmal die von Dir verlinkte, wissenschaftliche Untersuchung gelesen. Ist schon witzig, wie da mit den Mantras aufgeräumt wird. :bg:
Das ist erfreulich, ich hoffe du hast auch die ganzen Diskussionen dazu im iNetz gelesen! Bei mir ist bei der ganzen Sache jedenfalls hängengeblieben, dass Unterschiede vorhanden sind, aber nicht so dramatisch dass es für BC eine wesentliche Rolle spielen würde. (Frag mich aber bitte jetzt nicht nach Links, das ist 8 Monate her und ich hab das dann irgendwann nicht weiter verfolgt, da niemand auf meine Links eingegangen war.)

Davon abgesehen, hab ich mich in meiner Argumentation aber nirgends auf diesen Link bezogen. ;-)

Mac

gelöschter Nutzer
17.12.2009, 19:12
So mit Hilfe dieser super Anleitung werden wir nun ab Sonntag unser Glück beim wachsen versuchen. Ich hoffe mal das beste :p

Sarekmaniac
17.12.2009, 20:20
So mit Hilfe dieser super Anleitung werden wir nun ab Sonntag unser Glück beim wachsen versuchen. Ich hoffe mal das beste :p

Willst mich neidisch machen? Ist gelungen.:(

gelöschter Nutzer
17.12.2009, 20:27
Eigentlich nicht. Aber jetzt wo du es sagst :p

Jocki
05.01.2010, 12:46
Servus, ich bin in nem Langlaufforum auf ein Produkt namens "Start Grip Tape" gestossen. Das soll bei Klassikski das wachsen weitesgehend ersetzen. Dazu wird ein Klebeband in der Steigzone der Ski aufgeklebt. Soll ca. 200km halten und Temperaturen von -20 bis +5 Grad ersetzen.

Angeblich funktioniert die Geschichte hervorragend. Weiß hier jemand etwas mehr dazu.

gelöschter Nutzer
05.01.2010, 12:53
Bei einem Preis von um die 13€ wäre es mal ein Versuch wert. Bin zwar skeptisch aber Versuch macht klug :)

Aber zurück zum wachsen. Mit Hilfe der super Anleitung hat das prima geklappt. Es nimmt halt wirklich einiges an Zeit in Anspruch. Auch hatten wir in der Vidda das "Glück" das die Bedingungen sich kaum geändert haben. Täglich 3-4 Schichten vom gleichen Wachs haben gereicht für genug Grip unter dem Ski.

Danke nochmals ;-)

barleybreeder
29.01.2010, 16:45
Komme gerade von einer 2 Stunden Runde auf meinen Fischer E99 Cown. Hab dabei mal das Gleitwachs Swix Easy Glide (http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=xi_75781&k_id=08&hot=0) ausprobiert. Ich hatte das Gefühl es bringt echt was in Richtung besseren Gleitens.
Vieleicht wars auch bloß Plazebo...;-)

Temp. +2°C. Schnee pappig, im Wald pappiger...

Muss nur mal sehen wie sich das mit den Fellen verträgt. Wenn das nicht gehen sollte kommts halt nur bei den ebenen Etappen drauf wo Felle eh überflüssig sind.

hannesv
22.02.2010, 10:45
was kann man - ausser felle aufziehen - bei etwa 30/40 cm frischem pulver-kalt auf harter unterlage machen???

achja : ski=schuppenski

zu hause bleiben??? alte bauernregel sagt doch, dass man zu hause bleiben soll wenn der schnee auf den bäumen liegt.

ebbo
11.03.2010, 12:04
Servus, ich bin in nem Langlaufforum auf ein Produkt namens "Start Grip Tape" gestossen. Das soll bei Klassikski das wachsen weitesgehend ersetzen. Dazu wird ein Klebeband in der Steigzone der Ski aufgeklebt. Soll ca. 200km halten und Temperaturen von -20 bis +5 Grad ersetzen.

Angeblich funktioniert die Geschichte hervorragend. Weiß hier jemand etwas mehr dazu.

Das "Grip Tape" funktioniert bei allen Schneeverhältnissen sehr gut, außer bei Neuschnee.