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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Malaria Medikamente



routine
28.09.2003, 02:35
Malarone, Lariam oder Doxycyclin - ich kann mich einfach nicht entscheiden! Mit welchem der drei habt ihr schon gute Erfahrungen gemacht bzw. welches war nicht so ok?

Marcel
28.09.2003, 13:20
Hallo!

Wo willst du denn hin. Dann schau mal nach, auf welche Medikamente dort schon Resistenzen bestehen. Ich habe noch keines dieser Medikamente genommen...
Ich würde auf jeden Fall versuchen zu verhindern, dass man überhaupt gestochen wird...also langärmlige Kleidung, Moskitonetz, Ätherische Öle, die Mücken etwas vertreiben...

Gruss
Marcel

Christian Wagner
28.09.2003, 14:07
Warum fragst Du nicht einfach den Tropenmediziner deines Vertrauens?

Ilja
28.09.2003, 15:17
Hi,

ansonsten ist www.rki.de Dein Freund...

Ilja

routine
01.10.2003, 23:36
danke für eure tips!
trotz weiterer recherchen bin ich immer noch zu keinem ergebnis gekommen: jedes der medikamente hat seine vor und nachteile,

- malarone und lariam sind ultrateuer (55€),

- die packungsgröße (12Stk.) bei m. absolut link, weil: 1 tab. vor betreten malariagebiet 7 tab. nach verlassen des gebietes, reicht also gerade mal für max. 4 tage aufenthalt *grummel*

- l. schränkt manchmal räumliche orientierung ein, nicht so prickelnd wenn man auch aufs wasser möchte

- doxy (~ 5€, antibiotikum) ist formal nicht zugelassen, soll aber gleichzeitig auch für die atemwege wirksam sein (ein + punkt)

wenn jemand von euch schon mal ins terai - gebiet (nepal) gereist ist oder jemanden kennt, lasst doch mal lesen mit welchem medikament ihr gute erfahrungen gemacht habt!

gruß, christine (schon vollkommen "reisefieber-befallen")

Rüro
02.10.2003, 14:24
Hallo,

Malerone bietet den besten Schutz, auf Grund des Preises lohnt sich das aber nur für sehr kurze Aufenthalte in den Tropen (Geschäftsreise).
Lariam ist das von den meisten Medizinern propagierte Mittel.
Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da dieses Medikament starke Nebenwirkungen hat. Ich kenne selber einige Fälle, bei denen dieses Medikament starke Depressionen ausgelöst hat.
Ich selber habe nach Beratung mit einem Tropenmediziner die Kombination Resochin Palludrin eingesetzt. ich habe den Preis zwar nicht mehr hundertprozentig im Kopf, aber ich glaube dass der Preis für beide Medikamente zusammen geringer war wie der von Lariam (für einen Monat).
Der Schutz bei der Kombination von Resochin/Palludrin liegt bei 80% und der von Lariam bei 90% (wenn ich mich nicht irre!)

Weitere Informationen hier:

http://www.fachaerzte.com/ziegler/Fachinformationen/malariaprophylaxe.htm

Cu, Mark

Lutz
08.10.2003, 14:01
Hallo Christine,
erst einmal find' ich es gut, daß Du Dir vor Deiner Reise Gedanken über die Malariaprophylaxe machst. Du glaubst gar nicht, was man dazu für abstruse Meinungen in anderen Foren bekommt...
Ich selbst habe vor zwei Jahren im Iran wie Mark die Kombination Paludrine + Resochin benutzt, im letzten Jahr in Kambodscha war es dann Malarone. Nebenwirkungen hatte ich bei keinem Präparat, wobei ich im Iran nach einigen Tagen die Einnahme auch abgebrochen habe - es gab einfach keine Mücken...
Ich habe mich damals bewusst gegen Lariam und für Malarone entschieden: Warum soll ich mich Risiken aussetzen, die ich durch die Einnahme eines anderen Präparates umgehen kann. Zum Thema Lariam und Nebenwirkungen gab es damals einen interessanten Bericht in der SZ - leider funktioniert der Link nicht mehr -; dort wurden nicht nur Fälle mit schweren Depressionen sondern auch Psychosen angeführt.
Nun noch etwas zu den Preisen: Ja die Malariaprophylaxe mit Malarone ist teuer. Aber wenn Du das Ganze in Relation zu Deinen gesamten Reisekosten setzt, relativieren sich die Kosten meines Erachtens. Ich habe Malarone damals über pharmakontor (http://www.pharmakontor.com/index3.php) in den Niederlanden bezogen: Damalige Preisersparnis 21%...

ciao
Lutz

ekke
09.10.2003, 16:41
ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube lariam wird für die "ausraster" einiger us- soldaten nach dem afghanistankrieg verantwortlich gemacht. schau mal unter spiegel -online (www.spiegel.de)nach.

Rüro
09.10.2003, 17:08
Hi ekke,

das kann sehr gut möglich sein, ich kenne selber Fälle von Bekannten, die den ganzen Urlaub über geweint haben sollen :cry:
Die Extremfälle sollen sich sogar umgebracht haben! :shock: Zumindest meinte das mein Tropenarzt.

Cu, Mark

Buschtrommler
06.12.2003, 18:40
also ich stecke schon seit 1,5 jahren in afrika und hatte nie malaria, obwohl ich den groessten zeitraum ueber nur chloroquine und daraprim genommen habe. habe natuerlich auch leute gesehen, die trotzdem malaria bekommen haben, das hat dann aber eigentlich nie laenger als 4 tage gedauert. selbstverstaendlich ist mit malaria nicht zu spassen, aber man muss nicht gleich zum allerstaerksten mittel greifen. die letzten 3 monate jetzt in denen ich fast immer unterwegs war habe ich lariam genommen und nur einmal leichte nebenwirkungen gehabt, vermutlich weil ich schon seit 2 tagen nichts gegessen hatte... nebenwirkungen waren brechreiz. wenn man natuerlich nur kurz in den tropen ist kann man sich eine malaria nicht leisten und muss ein staerkeres mittel nehmen, ansonsten wuerde ich wirklich nur schwaechere mittel nehmen.
- subjektive meinung... bin ja kein arzt!

Vueltas
13.06.2004, 16:09
Kommt natürlich wirklich auf das Gebiet an, in welches Du fährst. Habe selber schon Resochin/Palludrine und Malarone genommen, von Lariam würde ich die Finger lassen, das kann bis zu Halluzinationen gehen (hatte eine Mitreisende, die wollte dann mal eben aus dem Fenster springen). Palludrine hab ich absolut nicht vertragen, mir war dauernd schlecht, Malarone haben aber etliche Mitreisende auf meiner letzten Afrika-Tour genommen, niemand hatte eine Nebenwirkung (ich selbst hab gar nix gemerkt, obwohl ich extrem empfindlich bin). Es ist immer schwierig, zu entscheiden, ob ein Malariaschutz mittels Medikamenten notwendig ist, viel kommen auch mit gutem Mückenschutz klar. Unbedingt Tropeninstitut anrufen(/besuchen, das in Freiburg soll wohl ziemlich gut sein. Malarone kriegt man übrigens in Holland günstiger (z.B. Internet).
Ausserdem kommt es natürlich immer auf die Länge des Urlaubs im Gefahrengebiet an, sind es nur wenige Tage, würde ich natürlich nichts nehmen, bei monatelangen Aufenthalten macht es wahrscheinlich auch nicht viel Sinn und ist extrem kostspieleig. Immer gilt jedoch: Bei Fieber nach einer Tropenreise IMMER einen Arzt aufsuchen, der auch einen Malariatest machen kann (beser: Kliniken). Mit Malaria ist echt nicht zu scherzen...

rover
22.07.2004, 14:17
mein Tropenarzt hat mir für Kenia drei Malaria-medikamente verschrieben.
Täglich: Palludrine
zwei mal pro Woche: Resochin
Und für den Fall, dass trotzdem Malaria ausbricht: Lariam.
Hatte keine Probleme mit der Verträglichkeit. Mein Vater allerdings hat Resochin nicht vertragen, Palludrine schon

Holger
22.07.2004, 21:29
Eine schöne Seite ist auch www.crm.de

Holger

Holger
22.07.2004, 21:36
Eine Alternative ist auch DOXYCYCLIN
Reisende, die Mefloquin nicht nehmen können, sollten als Prophylaxe Doxycyclin einnehmen. Doxycyclin wird täglich je 100 mg eingenommen, beginnend einen Tag vor betreten des Malariagebietes, während des Aufenthaltes und vier Wochen danach. Wenn Sie Doxycyclin verwenden, ist es nicht mehr nötig, weitere Mittel wie Chloroquin zu nehmen.

Mögliche Nebenwirkungen sind Lichtempfindlichkeit der Haut, wobei Sonnenbrand gefördert werden kann. Dieses Risiko können Sie herabsetzen durch tragen eines Hutes und auftragen von Sunblockern. Frauen, die Doxycylin nehmen, können für Vaginalinfektionen empfänglicher werden und sollten das mit ihrem Arzt durchsprechen, bevor sie Doxycyclin nehmen.

DOXYCYCLIN sollte nicht eingenommen werden von:

Schwangeren während der ersten drei Monate,
Kindern unter acht Jahren oder
Reisende mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber Doxycyclin

Der Vorteil ist, leicht zu bekommen , billig und du hast in Afrika noch Schutz vor einigen anderen unangenehmen Bakterien. Ist in Deutschland nicht so verbreitet weil Doxy bei uns nicht dafür zugelassen ist. Es lohnt sich für die Firma nicht weil jede Zulassung sehr teuer ist. Von der WHO aber empfohlen wird.

Holger

desmüllerslust
24.07.2004, 00:53
Doxycyclin ist doch ein Antibiotikum, oder? Die sollte man nie NIE einfach so ohne Notwendigkeit nehmen, denn so werden resistente Stämme gezüchtet, die in der Zukunft noch für große Probleme sorgen werden.
Die sicherste Sache ist, nicht gestochen zu werden, das kann nicht oft genug wiederholt werden.
Noch ein Tipp: wenn die Mücke den Rüssel im Winkel von 45 Grad reinschiebt, überträgt sie evtl Malaria. Totschlagen.
Wenn sie im 90Grad-Winkel sticht, bringt sie keine Malaria. Ok, stattdessen Dengue- und Gelbfieber, auch nicht nett.

Elch_Q
24.07.2004, 01:51
das heisst also immer mitm geodreieck nachmessen bevor man das vieh erschlägt...

malaria erreger ist kein bakterium und kann deshalb auch nicht so wirklich resistent auf Antibiotika werden.

desmüllerslust
25.07.2004, 00:21
aber wenn man gleichzeitig Bakterien im Leib hat (und das hat man immer), dann werden Resistenzen gezüchtet.

Fledi
25.07.2004, 01:36
aber wenn man gleichzeitig Bakterien im Leib hat (und das hat man immer), dann werden Resistenzen gezüchtet.
Klar hat man immer Bakterien am und im Körper, aber bei der natürlich vorkommenden Bakterienflora sind Resistenzen wohl eher unwichtig und zweitens und auch wichtiger:
Resistenzen entstehen meist, wenn Antibiotika, die ja Bakterien töten, vorzeitig abgesetzt werden weil es den Patienten schon wieder gut geht. Ich weiß jetzt nicht, wie lang so eine Malariaprophylaxe dauert, aber ich gehe mal von mindestens einer Woche aus (wobei es auch Antibiotika gibt, die man nur 3 Tage nehmen muß) und dann sind die Bakterien meist hinüber.
Resistenzen entstehen z.T. auch über spontane Genommutationen, aber das nur nebenbei.

Gruß,
Britta

Holger
26.07.2004, 17:51
man gibt es 1 Tag vor der Einreise und 4 Wochen danach. Also ist das Problem mit Resistenzen eher gering.

Nie ohne Notwendigkeit...
hallo die Notwendigkeit ist der Malariaschutz.

Eine andere Frage ist ob man das machen will oder standby.

tiejer
26.07.2004, 21:03
Bei der Einnahme des Medikaments sollte man sich an die aktuelle Regionbezogene Empfehlung des Tropenmediiziners halten.
Wie Holger schon sagte: Vorsicht bei Einnahme von Doxy auf den SONNENSCHUTZ achten.
Photodermatosen unter doxy sind wirklich relativ häufig!
Paludrine macht übrigens Haarausfall.
Grüße!

bacchus
28.07.2004, 15:20
wie sieht's eigentlich aus: Prophylaxe vs. Stand-by Präperate
Was haltet ihr für sinnvoller?

-bac

Julia
28.07.2004, 16:10
Auf www.trekkingforum.com unter Rubrik Gesundheit beim Trekken gabs mehrere ausführliche und kompetente threads zum Thema.

Ilja
29.07.2004, 07:17
Ansonsten (auch wenn ich mich wiederhole) gibt es die jeweils aktuellesten Infos und Standing orders unter http://www.rki.de

Grüßles,

Ilja

-CaRsTeN-
01.08.2004, 20:10
Hi,

ich komme gerade aus Afrika (tansania) zurück und habe Malarone benutzt. Nebenwirkungen konnte ich keine feststellen, was im Vergleich zu Lariam sicherlich ein Vorteil ist.

Gruß
carsten

Mecoptera
01.08.2004, 20:26
Hatte auch bei Lariam in SA nie Nebenwirkungen; Einzelfälle dürften hier also nicht signifikant sein :lol:

-CaRsTeN-
01.08.2004, 21:30
Hatte auch bei Lariam in SA nie Nebenwirkungen; Einzelfälle dürften hier also nicht signifikant sein :lol:

Bei Lariam treten die Nebenwirkungen allerdings wesentlich öfter auf...

Gruß
carsten

Mecoptera
02.08.2004, 12:57
Stimmt; aber wir Mathematiker haben nunmal den Drang, immer das letzte Wort zu behalten :wink:

Mosche
03.08.2004, 23:32
Hi

Tatsache ist ja aber, dass jedes dieser Mittel eine ganze Menge unangenehmer Nebenwirkungen hat - die man äußerlich auch nicht so schnell endeckt. Die Folgen von Lariam auf die Leber sind ja z.B. bekannt...

Ich war ein Jahr in Nordghana und kam dort ganz gut ohne Malariaprophylaxe aus, 1 Monat zur Eingewöhnung und dann Standby mit Malarone.
Während der Regenzeit bekam ich gegen Ende tatsächlich noch Malaria, war jedoch innerhalb von 24h wieder richtig fit.
Klar ist, wer sich auf eine Standby Behandlung verlässt, sollte aufmerksam auf mögliche Sympthome von Malaria achten und diese auch sofort Behandeln.

Ich kann eine Standby-Therapie für längere Aufenthalte empfehlen. Wer sich an die Umgebung gewöhnt hat, steckt auch im Fall der Fälle eine Malaria weg.
Wer aber nur kurze Zeit auf Reise ist, oder sich viel in Städten aufhält (viele Menschen und offene Kanalisation - ein wahrer Traumfür Moskitos) sollte meines erachtens schon eher eine Prophylaxe wählen. Der Nutzen der Medikamente wird in diesen Fällen wohl größer sein wie ihre Risiken.