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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Richtige Nahrungsmenge?



Kebnekaise
17.10.2008, 14:19
Hallo!

Hoffe die Frage passt hier rein...

Allgemein, wie wichtig ist es das ich während eine Tour ausreichend (nahrhaftes) Essen zu mir nehme?

Mir ist schon klar,
-dass ZU WENIG Energie nicht gut ist, weil man evt. die Tour nicht zu Ende durchsteht...
-dass ZU VIEL Nahrung dabei heißt nur unnötiges Schleppen, aber nie Hunger erleben zu müssen

Der "Goldene Mittelweg" muss wohl jeder für sich ausarbeiten aber gibt es da "Faustregel" nach den ich mich richten kann, um die Planung leicher zu machen, wie viel Nahrung ich mitnehmen soll?

Danke im Voraus

barleybreeder
17.10.2008, 14:29
Frage..warst du schon mal unterwegs? Normalerweise erfährt man so am besten wie hoch der tägliche Bedarf wirklich ist. Zuhause bekommt man das so nicht mit.

Im Frühjahr bis Herbst komme ich gut mit 3000 kcal aus. Das sind dann ungefähr 700-800 Gramm Futter (trocken, fettig und süß). Im Winter habe ich auch schon munter 1 Kilo proTag verputzt, was ca. 4000 kcal. entspricht.

Woher ich das weiß...Fleißarbeit....Kalorientabellen nach meinen Nahrungsmitteln checken, alles zusammentragen, in Listen eintragen.
Ich selber benutze PackUp zur Planung, geht sicher auch ohne. Ich finde s aber nett damit rumzuspielen ohne Kopfrechnen zu müssen.
Ist also eher ein Spleen von mir.

Wie dann so eine Essensliste für 10 Tourtage für 2 Personen aussehen kann siehst du mal hier unten.
Das ist weder zuviel noch zuwenig, hat genau das geliefert was wir gebraucht haben...

12 Travellunch Doppelpackung (Simpert-Reiter) jeweils eine andere Geschmacksrichtung
3 Pack Trockenei
1 Kilo Trockenmilch ergibt 10 Liter
24 Süßer Moment
6 Pack Trockenobst je 250 Gramm
3 Kilo Müsli
2 Kilo Mehl
2 Kilo Nudeln
500 Gramm Cous-Cous
250 Gramm Zucker
500 Gramm Honig
500 Gramm Butter
1 Kilo Käse
4 Schoki
800 Gramm Salami
5 Pack Tomatenmark
Salz
Pfeffer
Multivitamintabletten
250 Gramm Filterkaffee
60 Teebeutel
500ml Wodka (1. Tour)
500ml Pflaumenkorn (2. Tour)

Du musst auf jeden Fall rausfinden wieviel dein Körper "verlangt"!
Es gibt hier einige die essen die Hälfte von dem oben beschriebenen und scheinen das zu überleben. ich würde vermutlich nach 2 Tagen wegen Unterzucker nicht mehr stehen können...

Andreas L
17.10.2008, 14:38
Das hängt fast ausschliesslich davon ab, wie dein Körper funktioniert, woran er gewöhnt ist und was für Voraussetzungen du mitbringst.
Ich, 168 / 66 kg habe mir vor 3 Jahren für eine 12-tägige Tour im Herbst abseits der Zivilisation vorher 2 Kilo "draufgefressen" und hab nach der Tour 4 Kilo weniger gehabt. Ich hab also wirklich nur das absolute Minimum mitgenommen, nach dem Motto: Fett ist schwer, das trag ich am Körper, nicht im Rucksack. MIR ging es die ganze Zeit sehr gut damit, und ich hatte keinerlei Einbrüche. Aber das kann man nicht veralgemeinern ...
Das ganze hält man aber meiner Meinung nach nur dann gut durch, wenn man auf keinen Hungerast kommt - und dazu sollte man einen Zucker-entwöhnten Organismus haben.

Was ich dabei hatte: Morgens Haferflocken mit Nüssen und Milchpulver, den Tag über 3 zuckerfreie 40 Gramm Müsliriegel und abends Trockennudeln (ohne Ei) gewürzt mit etwas Instant-Gemüsebrühe. Dazu Pfefferminztee mit Stevia und Instant-Kaffee. Etwa 2600 Kcal pro Tag. 6 Kilo Gewicht für 12 Tage. Dabei habe ich 120 Kilometer in sehr schwerem Gelände zurückgelegt mit 23 Kilo Anfangs-Gepäck.

Hoffe, das hilft euch weiter:
Andreas

Natide
17.10.2008, 16:09
Was ich dabei hatte: Morgens Haferflocken mit Nüssen und Milchpulver, den Tag über 3 zuckerfreie 40 Gramm Müsliriegel und abends Trockennudeln (ohne Ei) gewürzt mit etwas Instant-Gemüsebrühe. Dazu Pfefferminztee mit Stevia und Instant-Kaffee.

Das passt bei mir auch ganz gut.
Morgens eine Tasse Haferflocken mit Instant-Kaffee
Über den Tag verteilt 1-2 Müsliriegel oder 1/2 Tafel Schokolade oder 1/2 Packung Cookies
Abends eine Portion Kartoffelpüree mit einer Instant-Suppe, einen Tee und bei Bedarf noch etwas Schokolade

Ein Schinken oder Käsebrocken dabei zu haben ist auch nicht schlecht. Damit kann man die Mahlzeiten etwas mit Fett aufpeppen und nicht ganz so leicht zu machen.

Kebnekaise
17.10.2008, 20:46
Hallo!

@barleybreeder: danke für einen sehr ausführlichen Bericht, das hilft mir auf jedem Fall weiter! Was ist PackUp (doofbin?)?

@Andreas L: auch nett zu wissen das man sich "anfüttern" kann und trotzdem abnimmt ;)

@Natide: man muss also nicht immer Fertig-Tüten-Futter benutzen :D

Ich habe "http://www.saloon12yrd.de/ernaehrung/proviant/list.html" hier mal ausprobiert was ich an Kalorien brauche für eine Tour über 10 Tage in mittelmäßigen Tempo ohne große Höhenunterschiede. Die Tabelle spuckt mir 2400kcal raus.
Daraus habe ich eine eigene Liste entwickelt und würde für mich am Tag folgendes zu mir nehmen:
*Frühstück bestehend aus
- 1/2 Bannok (Hälfte bekommt meine bessere Hälfte!)
- mit Honig
**2 Müsliriegel
**1/2 Tafel Schokolade
***1 Tütennahrung (doppelpack wenn nötig)
***1 Nachtisch (Fertiggericht, zB. Süsser Moment)

Ob das jetzt die Menge entspricht, was mein Körper braucht muss ich erstmals austesten.
Bei der berechneten Menge würde ich am Ende ca 700g Nahrung am Tag verbrauchen; das Essen für 10 Tage würde dann 7kg wiegen -Realistisch?

JonasB
17.10.2008, 20:57
Bei der berechneten Menge würde ich am Ende ca 700g Nahrung am Tag verbrauchen; das Essen für 10 Tage würde dann 7kg wiegen -Realistisch?

Ja, wie oben erwähnt kann man(n) 500-1000g Futter für den Tag rechnen. Je nachdem wo & bei welchen Verhältnissen man sich bewegt.
Ich persönlich würde aber selbst im Hochsommer im Mittelgebirge mit der von dir aufgeführten Menge verhungern. Habe halt einen sehr schnellen Stoffwechsel und kann mir auch kein Abnehmen leisten. Vorher was anfuttern funktioniert leider auch nicht!

Aelfstan
17.10.2008, 21:04
Die benötigte Nahrungsmenge hängt mit Sicherheit auch mit den Anstrengungen, die du dem Körper abverlangst und evtl. Reserven zusammen. Ich brauch z.B. deutlich weniger Essen, als barleybreeder, bin aber auch ein relativ gemütlicher Wanderer und kann es mir leisten, während der Tour abzunehmen (was auch tatsächlich immer passiert). Solange ich irgendwas im Magen habe, auch wenn es nicht so viel ist, komme ich eigentlich ganz gut zurecht. Muß aber wohl wirklich jeder für sich rausfinden...

barleybreeder
17.10.2008, 21:35
@Kebnekaise
Also 700g sind wirklich die unterste Grenze für mich. Wie gesagt ausprobieren..
Ist aber realistisch.

PackUp ist ein nettes Toll zur Packlisten und Futterplanung was es vor Zeiten mal auf der Gobiwebsite zum download gab. Gibts leider nicht mehr online.

Komtur
18.10.2008, 00:31
Einiges wurde schon geschrieben.

Der Verbrauch hängt sehr stark von dem Körpergewicht, Rucksackgewicht, Strecke und den Höhenmetern ab.

Hier ist eine geniale Berechnungsmöglichkeit:
Proviantrechner (http://www.saloon12yrd.de/ernaehrung/proviant/list.html)

Nach diesem hätte ich bei meiner letzten Tour 5000 kcal pro Tag benötigt.
Gegessen habe ich nur ca. 4000 und in zwei Wochen 5kg abgenommen - sollte also stimmen.

Gruß

Dirk

JonasB
18.10.2008, 11:52
Hier ist eine geniale Berechnungsmöglichkeit:
Proviantrechner (http://www.saloon12yrd.de/ernaehrung/proviant/list.html)


den hatte er doch schon selber gefunden ;-) :baetsch:



Ich habe "http://www.saloon12yrd.de/ernaehrung/proviant/list.html" hier mal ausprobiert was ich an Kalorien brauche für eine Tour über 10 Tage in mittelmäßigen Tempo ohne große Höhenunterschiede.

Komtur
18.10.2008, 15:50
den hatte er doch schon selber gefunden ;-) :baetsch:

Oh, überlesen :bg:

.

rattenschwarz
19.10.2008, 17:11
Moin Stefan,

wie kommst Du denn auf 2400kcal? Ich habe auch ein bisschen mit dem Kalkulator gespielt und kann mir kein Szenario vorstellen wie Du auf 2400kcal kommen sollst ohne am Ende des Tages ins Hungerkoma zu fallen.

Du solltest eher mit Reserve rechnen anstatt so knapp zu kalkulieren. Selbst die popligen Mittelgebirge hier die Sven und ich wöchentlich gehen haben Höhenunterschiede von 200 bis 300m. Das "läppert" sich ;-)

lG
Gabi

P.S.: Oh, habe eben gesehen, dass ihr einen Doppelaccount habt. Für wen zählen denn dann die 2400kcal, Anneli oder Stefan?

sjusovaren
19.10.2008, 17:41
-dass ZU VIEL Nahrung dabei heißt nur unnötiges Schleppen,
Das würde ich nicht so eng sehen. Ist doch schön, wenn man die letzten Tage was über hat und ein bißerl Schlemmen kann, ohne schlechtes Gewissen, weil man schon absehen kann, daß es dicke reicht. Ist ja schließlich Urlaub ;-)
Ich würde grundsätzlich nicht zu knapp und "gewichtsoptimiert" planen.

Wenn ihr euren Bedarf schlecht einschätzen könnt, dann plant die Tour doch so, daß ihr etwa zur Halbzeit an einem Ort vorbeikommt, wo ihr Proviant nachkaufen könnt.
Da könnt ihr dann etwaige Fehlplanungen noch korrigieren.

LG, G.

Kebnekaise
19.10.2008, 22:14
Hallo Leute!

Danke für die Antworten erstmal!

Die allgemeine Frage über Nahrung betrifft Stefan UND Anneli :)

Die später angegebene Nahrungsmenge ist natürlich für Anneli gedacht. So wenig Verbrauch hat ein Mann fast als Grundumsatz!:o

Die erste große Tour für uns, wo es wirklich darauf ankommt genug Nahrung dabei zu haben, ist Schweden: keine zivilisationsdichte Umgebung. Die Strecke ist nicht sehr steil, die Höhenmeter deswegen sehr gering.
Wenn ihr wollt, hier die Werte:
- Tageskilometer: 10 km
- Gesamtkilometer: 92 km
- Geschwindigkeit: 3 km/h
- Höhenunterschied: 100 m
- Schwierigkeit: leicht
- Tagestemperatur: 20°C
- Körpergewicht: 65 kg
- Geschlecht: weiblich ;-)
- Tragegewicht: ~20 kg



@Komtur: Hauptsache du musstest nicht hungern. Am liebsten nehme ich gar nicht ab, sondern lege noch ein paar Mukkis zu ;)

@rattenschwarz: du hast es richtig erkannt, Doppelaccount. Ich werde darauf achten hinzuschreiben wer postet, dann kommt es nicht zu Missverständnissen ;-)

@sjusovaren (oder soll ich Langschläfer sagen?) ;) Ja, wenn das möglich ist werde ich etwas "mehr" mitnehmen. Erstmal austesten ob die Menge in Ornung ist. Mit 65 kg weiß ich nicht wie ich mit Gepäckgewicht >20 kg zurecht komme. Das ist fast 1/3 meines Körpergewichtes!:o
Die ausgedachte Tour führt nicht direkt an einem Ort vorbei, aber wir werden es hier in Deutschland schon mal austesten und so ähnlich wie möglich gestalten.

Liebe Grüsse,
Anneli (die nicht gerne Hunger hat)

Ehemaliger
19.10.2008, 22:29
Ich habe grundsätzlich immer zu viel Essen dabei. Demnächst nehme ich Einzelpackungen statt Doppelpackungen Trekkingnahrung mit. Finde, dass es auch gar nicht schlimm ist, wenn man ein paar Kilo während der Tour abnimmt.

Komtur
19.10.2008, 23:53
@Komtur: Hauptsache du musstest nicht hungern. Am liebsten nehme ich gar nicht ab, sondern lege noch ein paar Mukkis zu ;)

Nö, muss weder hungern, noch Mukkies zulegen .... siehe Foto ;-)

Bei 110Kg kein Problem - wenn auch wenig Fett dabei, ist es nicht schlimm, wenn es dann noch etwas weniger wird. :D

Gruß

Dirk

Kebnekaise
19.10.2008, 23:56
@komtur: haste recht :)

Prachttaucher
22.10.2008, 17:40
Interessantes Thema :

@ AndreasL, Natide : Könnt Ihr noch Mengenangaben zu Müsli und Nudeln machen

bei mir : 150 g Müsli am Morgen, tagsüber Kekse/ Schokolade (wenn nicht alle), etwas Knäckebrot mit Käse/ Salami, abends Suppe + 80 g Nudeln oder Fertigsauce mit 125 g Nudeln

Wirkung : die ersten Tage manchmal Heißhunger, dann o.K., nehme auf 1-2 Wochen auch 1-2 kg ab und das ist gut so :p, wenn´s ne Möglichkeit gibt wird aber auch gerne mal geschlemmt.

Gruß Florian

P.S. 500 g Snabbmaccaroner in 3 Tagen waren definitiv zu viel auf der letzten Tour

Thorsteen
22.10.2008, 18:18
Hallo!

Hier mal meine Ernährung:

Früh:
-1/2 x Doppelpack Trekkingnahrung
-1 L Tee

Tagsüber:
-2 x Mr. Toms Erdnussriegel
-1 x Knoppers

Abends:
-1/2 x Doppelpack Trekkingnahrung (den Rest der Tüte)
-1 x "Süßer Moment" (nur Schoko)
-1 x 10g Heißer Tee mit Vitamin C (Nahrungsergänzungsmittel)
-1 L Tee
-1 x "Heiße Tasse"-Suppe (nicht so oft, verklebt den Becher wie nix)

Ist zwar Energiemäßig nicht so der Hammer aber ich werde satt davon und habe keine Probleme damit. Habe in
diesem Jahr zwar 4-5 Kg bei der Tour abgenommen, aber da stecken noch andere Gründe dahinter.


Torsten

Andreas L
22.10.2008, 18:41
Gerne.

Frühstück: 150 Gramm Haferflocken, 50 Gramm Nüsse, ein Esslöffel Milchpulver, Tasse Kaffee. 2 Magnesium-Pillen (Tagesdosis). 230 Gramm, 920 kcal.

Tagsüber: 3 zuckerfreie 40 Gramm Müsli- Riegel, nochmal 50 Gramm Haselnüsse dazu. 180 Gramm, 780 kcal

Abends: 200 Gramm Trocken-Nudeln ohne Ei mit einem gehäuften Teelöffel Gemüse-Brühe in Pulverform und 30 Gramm Olivenöl. Pfefferminztee mit Stevia. 240 Gramm, 1000 kcal.

Brutto rund 650 Gramm pro Tag, entspricht 2700 kcal.

Das ist für den Sommer gedacht, und ich nehme ab dabei, wie gesagt: bis zu 4 Kilo in 12 Tagen.
Dazu ist aber folgendes sehr wichtig: Wenn du normalen Zucker isst, musst du damit rechnen, dass du bei dieser Art der Ernährung auf Hungeräste kommst, bzw massive Leistungseinbrüche hast. Das passiert, wenn der Organismus den Kohlehydratvorrat aufgebraucht hat und auf Fettverbrennung umstellen soll. Die Folgen können dann Schweissausbrüche, Schwindel, Zittern usw sein - die üblichen Unterzuckerungserscheinungen eben. Das macht dann wenig Spass, kann sogar gefährlich werden. Wenn du "zuckerentwöhnt" bist, merkst du unter Umständen gar nicht mehr, wenn dein Körper auf Fettverbrennung umstellt.

Im Winter nehm ich wesentlich mehr mit, auch Fett, und esse immer, bis ich satt bin. Da ich im Winter bisher aber keine Touren gemacht habe, die länger als 4 Tage waren, gabs hier keine Transport-Probleme.

Andreas

Natide
22.10.2008, 18:47
@ AndreasL, Natide : Könnt Ihr noch Mengenangaben zu Müsli und Nudeln machen


Kann ich leider nicht. Müsli ist so eine 3/4 Edelstahltasse (300ml) voll und ein 2in1 Jacobs Kaffeestick. Keine Ahnung wieviel Müsli das in Gramm ist.
Nudeln? Hm, auch schwierig. Da wir zu zweit so eine kleine Packung Fadennudeln à 250g essen, gehe ich von 125g pro Person aus.

Prachttaucher
22.10.2008, 19:22
Danke !

@ AndreasL : Ist ja dann doch garnicht so wenig - ich hätte eher 500 g angepeilt. Gute Anregung mit dem Zucker. Hat man ja auch wenn man zu Hause z.B. zuviel Kuchen verzehrt, irgendwann danach gibt´s dann Probleme. Abends wäre mir das wohl zuviel, ist natürlich auch die Frage wie gut die Tütensauce sättigt. Alternativ Gemüsebrühe/ Olivenöl finde ich auch interessant. Was ist denn Stevia ?

Gruß Florian

P.S. Zu wenig einplanen ist allerdings auch schlecht - hatte auf der letzten Tour die Gelegenheit einmal abends zurückgelassene Sachen aus einer STF-Hütte zu essen. :ignore: War echt peinlich.

Andreas L
22.10.2008, 19:31
Stevia ist ein natürlicher Süssstoff:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_(S%C3%BC%C3%9Fstoff)

Bei uns allerdings als Lebensmittel nicht zugelassen, in Japan dagegen seit 25 Jahren "ohne Nebenwirkungen" erlaubt - ich habs in Japan kennengelernt, deshalb war ich wohl "vorurteilsfreier".

Was das Gewicht angeht: Es geht schon noch leichter - aber das geht dann entweder gegen die Gesundheit oder ist so "freudlos", dass selbst ich kapituliere ...:bg:

Andreas

rattenschwarz
22.10.2008, 20:47
Wir benutzen seit 2 Jahren Stevia und haben Bekannte, die gar nicht mehr sagen können, wann sie das letzte Mal "normalen" Zucker gegessen haben ;-) Zuerst muss man sich umgewöhnen, weil es eben nicht nach weissem Zucker schmeckt, aber wir sind mittlerweile davon begeistert.

Kebnekaise
22.10.2008, 23:02
Hallo!
@Andreas: vll kann man sich darauf vorbereiten "zuckerfreie" Touren zu machen. Selber esse ich wenig Süsses, benutze auch kein Zucker in meinen Tee. Die Müsliriegel die ich angedacht hätte, kann man dann austauschen gegen zuckerfreie :)

@rattenschwarz: stimmt, Stevia ist juuut :)


Allgemein nur zu den Gewichtsabnahmen; Wie habt ihr das körperlich verkraftet? (vll ist jemand froh, dass die Pfunde weg sind, andere aber nicht) Ist es eher Fettreduktion oder Muskelaufbau was zu den Abnahmen geführt haben?

Liebe Grüsse, Anneli

Waldwichtel
23.10.2008, 02:00
Muskelaufbau führt nicht zur Gewichtsab- sondern zunahme... ;-)

Andreas L
23.10.2008, 08:52
Hallo!
@Andreas: vll kann man sich darauf vorbereiten "zuckerfreie" Touren zu machen. Selber esse ich wenig Süsses, benutze auch kein Zucker in meinen Tee. Die Müsliriegel die ich angedacht hätte, kann man dann austauschen gegen zuckerfreie :)

@rattenschwarz: stimmt, Stevia ist juuut :)


Allgemein nur zu den Gewichtsabnahmen; Wie habt ihr das körperlich verkraftet? (vll ist jemand froh, dass die Pfunde weg sind, andere aber nicht) Ist es eher Fettreduktion oder Muskelaufbau was zu den Abnahmen geführt haben?

Liebe Grüsse, Anneli

Ich denke mal, du kannst heute, in dieser Gesellschaft, nicht völlig Zuckerfrei leben. In vielen Nahrungsmitteln, in denen du gar keinen Zucker vermuten würdest, ist Zucker versteckt. Selbst bei vegetarischen Lebensmitteln aus Rohstoffen, die biologisch erzeugt werden, findest du teilweise Zucker in der Auflistung Aber man kann natürlich versuchen, ihn so gut es geht, zu vermeiden.
Dabei ist es aber wichtig, zwischen den Zuckerarten zu unterscheiden: Die Probleme werden offenbar nur verursacht von Weissen (Industrie-) Zucker (Rübenzucker), Rohrzucker und Ahornsirup.
Honig, Fruchtzucker und andere Zuckerarten führen nicht zu diesen "Abhängigkeits-Erscheinungen" des Körpers. Insofern kann man auf Müsliriegel mit Honig zurückgreifen. Ich selber stehe ja auf einer selbstgemachten Honig-Nussmischung, die auf ein erstklassiges Brennwert-Gewichtsverhältnis kommt (Rezept von der Userin "Spurensucher" aus dem Forum).
Stevia ist dabei wohl völlig neutral und hat, in reiner Form, auch keinen Brennwert. Was die "kanzerogene Wirkung" angeht, sollte man einfach den Wikipedia-Artikel zu Ende lesen und sich dann eine eigene Meinung bilden. Ich komm bestens damit klar.

Soviel weiss ich dazu, aber ich bin kein Nahrungsexperte oder ähnliches, ich habe mir das auch nur angelesen.

Ich esse jetzt seit Anfang 2004 keinen Zucker mehr - eben, weil ich diese massiven Leistungseinbrüche hatte. Nach etwa 6 Monaten hatte ich dann die "Abhängigkeiten" soweit überwunden, die Einbrüche sind heute kaum noch der Rede wert.

Als ich um 2000 herum wieder stark zu trainieren anfing (kein Kraftsport, nur Bergsteigen und Wandern), blieb mein Gewicht eigentlich unbeeinflusst: Ich hab wohl in dem selben Maß Fett abgebaut wie Muskelmasse zugelegt - im Training kann es zu so einem Effekt schon kommen. Es ist aber gefährlich, wenn man sagt: Ich habe 3 Kilo Fett am Leib, also kann ich auf einer Tour auch 3 Kilo verlieren - kein Organismus kann ganz ohne Fett leben, Frauen haben und brauchen einen grösseren Körperfett-Anteil als Männer um gesund zu sein - ein weites Feld. Da muss man sich informieren und dann etwas experimentieren - ohne in Extreme zu verfallen.

Auf Tour verliere ich ausschliesslich Fett, Muskelmasse bau ich keine mehr auf, da die Anstrengung bei der Tour und mein tägliches Training nicht so weit ausseinanderliegen.

Andreas

rattenschwarz
23.10.2008, 13:46
Als ich um 2000 herum wieder stark zu trainieren anfing (kein Kraftsport, nur Bergsteigen und Wandern), blieb mein Gewicht eigentlich unbeeinflusst: Ich hab wohl in dem selben Maß Fett abgebaut wie Muskelmasse zugelegt - im Training kann es zu so einem Effekt schon kommen. Es ist aber gefährlich, wenn man sagt: Ich habe 3 Kilo Fett am Leib, also kann ich auf einer Tour auch 3 Kilo verlieren - kein Organismus kann ganz ohne Fett leben, Frauen haben und brauchen einen grösseren Körperfett-Anteil als Männer um gesund zu sein - ein weites Feld. Da muss man sich informieren und dann etwas experimentieren - ohne in Extreme zu verfallen.

Genau. Insbesondere sollte man im Hinterkopf behalten, dass Trekken kein Step-Aerobic ist. Abnehmen sollte nicht das Ziel sein. Gerade wenn es um die ersten langen Touren geht muss man sich vor Augen halten, dass man dem Körper ungewohnte Belastungen abverlangt, tagelanges Wandern, schweres Gepäck, Schlafen bei niedrigen Temperaturen. Das ist schon ansich eine enorme Belastung. Da sollte man nicht noch einen draufsetzen indem man Gewichtsreduktion anpeilt. Wer unbedingt abnehmen will kann sicher effektivere Sportarten finden.

lG
Gabi

Komtur
23.10.2008, 17:07
Raffinierten Zucker esse ich grundsätzlich überhaupt nicht (solange ich es vermeiden kann. Versteckten kann man natürlich nicht entfernen), da er den Insulinspiegel massiv hochtreibt und dies weitere Folgen hat.

Stevia nehme ich dann, wenn ich süßen möchte, aber gleichzeitg Kalorien sparen - also z.B. in Tee usw.
Ansonsten nehme ich Honig zum Süßen.

Stevia ist nicht offiziell zugelassen (dank der Zuckerindustrie hier in D), man kann es aber in Öko-Geschäften und im Internet bekommen.

Kann ich auch bestens empfehlen.

Gruß

Dirk

Andreas L
23.10.2008, 17:14
Raffinierten Zucker esse ich grundsätzlich überhaupt nicht (solange ich es vermeiden kann. Versteckten kann man natürlich nicht entfernen), da er den Insulinspiegel massiv hochtreibt und dies weitere Folgen hat.

Stevia nehme ich dann, wenn ich süßen möchte, aber gleichzeitg Kalorien sparen - also z.B. in Tee usw.
Ansonsten nehme ich Honig zum Süßen.

Stevia ist nicht offiziell zugelassen (dank der Zuckerindustrie hier in D), man kann es aber in Öko-Geschäften und im Internet bekommen.

Kann ich auch bestens empfehlen.

Gruß

Dirk

Ja, da hat Dirk völlig recht: Die Probleme der Zulassung von Stevia als Nahrungsmittel haben wohl einiges mit einem gewissen politischen Lobbyismus, gelenkt von Leuten, die mit Zucker das grosse Geld verdienen, zu tun. In Bioläden bekommt man deshalb Stevia als "Badezusatzstoff" im Körperpflege-Regal angeboten. :grins:

Andreas

Natide
24.10.2008, 09:03
Darf ich mal kurz einhaken?
WARUM wollt ihr zuckerfreie Touren machen? Was ist der Sinn des ganzen?
Zucker kann der Körper doch am schnellsten in Energie umwandeln, also warum darauf verzichten?

Danke schön für die Erklärung.

Andreas L
24.10.2008, 09:41
Wenn man es so einfach wie möglich sagen will: Der Körper "läuft" mit Kohlehydraten. Er muss diese aber in Zuckerstoffe umwandeln, bevor er sie "verbrennen" kann. Was er nicht direkt braucht, wandelt er in Fettzellen um, die er speichert - wo ist jedem klar :bg:.

Da der Körper ein "fauler Hund" ist, greift er am liebsten auf Nahrung zurück, die er nicht erst umwandeln muss - also auf Zucker. Dabei liebt er bestimmte Zuckerstoffe ganz besonders - und die kommen vor allem in weissem (Rüben-) Zucker, Rohrzucker und Ahornsirup vor.

Wenn dem Körper dann diese Zucker-Vorräte ausgehen, will er mehr. Du bekommst Hunger. Wenn er trotzdem nichts bekommt, müsste er jetzt eigentlich, nach kurzer Zeit, auf seine Vorräte zurückgreifen, also Fett verbrennen. Das will er aber nicht gerne, weil er genetisch so angelegt ist, dass er seine Fettvorräte unbedingt schützen will. Du bekommst noch mehr Hunger, die Knie fangen an zu zittern, du schwitzt, manchen Leuten wird sogar "schlecht vor Hunger" usw.

Wenn dein Körper jetzt an die Zufuhr dieser Zuckerstoffe gewöhnt ist, wird er immer weiter zicken, bis er den geliebten Zucker bekommt. Irgendwann stellt er natürlich dann auch auf Fettverbrennung um - aber erst nach langer Quälerei. (Deshalb ist Abnehmen so schwierig.) Manche Leute sagen, dass der Körper in diesem Moment ein echtes Suchtverhalten zeigt - weil er den Körper mit Schmerzen zwingen will, ihm eine bestimmte Substanz zu zuführen. Aus dieser Sicht betrachtet, hat Zucker also ein "Suchtpotenzial" - aber das nur am Rande.

Wenn du deinen Körper von diesen Zuckerarten entwöhnt hast, treten diese "Umschalt-Probleme" nicht mehr auf - oder sind nicht mehr so gravierend.
Wenn du auf einer Tour bist, bei der du längere Zeit aus dem Rucksack leben musst, weil du keine Nahrungsmittel nachkaufen kannst, kann das den Unterschied zwischen Abbruch und Ankommen ausmachen.

Deshalb nehmen Leistungssportler übrigens auch während der Trainingsphase in der Regel keinen Zucker zu sich - das tun sie nur im Wettkampf.

Und dann ist natürlich auch das richtig, was Dirk geschrieben hat: Übermässiger Zuckergenuss scheint für einige Diabetes-Arten verantwortlich zu sein.

Wie gesagt, ich bin kein "Ernahrungsphysiologe", kein Fachmann, nur ein interessierter Laie. Deshalb bitte ich, meine Vereinfachungen zu entschuldigen.

Andreas

Natide
24.10.2008, 10:27
@ Andreas L: Vielen Dank und die Vereinfachung ist prima :D

Ist das, was du beschreibst, aber nicht eher die Ausnahme? Also mir kommt es so vor, als ob man schon eine Unmenge Zucker essen muss, um so ein "Suchtverhalten" hervorzurufen. Also auf Tour esse ich mittags lieber mal einen Riegel Schokolade oder einen Keks, als mir zu kochen. Natürlich esse ich keine Tafel Schokolade und auch keine Packung Kekse.
Ich denke, dass auch die Menge eine große Rolle spielt. Dieses "Suchtverhalten" ist mir noch nie passiert. Darum vielleicht auch mein Unverständnis.
Der Teil, bei dem der Körper von Kohlehydra- auf Fettverbrennung umsteigt, den kenne ich vom Marathon. Aber bei Trekkingtouren ist mir das völlig unbekannt.
Aber ich scheine ja eh auf Tour ein etwas anderes Essverhalten zu haben, als die meisten hier. :grins: Ich habe wenig Hunger und brauche auch wenig zu essen. Mein Körper scheint auf den "Stress" mit Nicht-Hunger zu reagieren. Auch gut.

Andreas L
24.10.2008, 10:40
Mal so gefragt: Was passiert, wenn du beim Marathon spürst, wie ein Hungerast kommt und du gibst deinem Körper keinen Zucker? Dann dürftest du das erleben, was ich beschrieben habe, wahrscheinlich musst du abbrechen.

Das ist ein allgemeines Problem: Der Mensch geht von seinen Erfahrungen aus. Bei Marathon hast du die Verpflegungsstellen, zuhaus den Kühlschrank, auf der Strasse die Frittenbude. Was ich beschreibe taucht auf, wenn man seinem Körper bei fortgesetzter Anstrengung die Nahrungszufuhr verweigern muss - und das kommt in unserer Gesellschaft kaum noch vor. Auf extremeren Trails aber schon.

Und natürlich gibt es Menschen, die allgemein weniger Probleme damit haben, einmal weil sie jung sind, der Organismus flexibler reagiert, ein allgemein weniger ausgeprägtes Suchtverhalten aufweisst oder weil die Zucker nur in sehr vernünftigen Dosen geniessen - usw.

Andreas

Komtur
24.10.2008, 11:17
Deshalb nehmen Leistungssportler übrigens auch während der Trainingsphase in der Regel keinen Zucker zu sich - das tun sie nur im Wettkampf.

Stimmt!
Daher esse ich auch keinen Zucker :-)
Im Wettkampf ist Honig ein feines Mittel.




Und dann ist natürlich auch das richtig, was Dirk geschrieben hat: Übermässiger Zuckergenuss scheint für einige Diabetes-Arten verantwortlich zu sein.


Weisser Zucker (Bezeichnung Saccharose) ist für viele Krankheiten verantwortlich. In der Natur kommt er nicht vor und daher sind wir Menschen nicht darauf eingestellt.
Durch verschiedene Verknüpfungen der Einfachzucker entstehen alle weiteren höherwertigen Kohlenhydrate. Das bedeutet beispielsweise, dass der bekannte Milchzucker eine Zusammensetzung aus den Monosacchariden (Einfachzucker) Galaktose und Glukose ist und für das Polysaccharid (Mehrfachzucker) Stärke werden mehr als 1000 Bausteine Glukose benötigt. Der Invertzucker im Honig wiederum ist eine Zusammensetzung aus Fruktose und Glukose. Tiere und Menschen sind in der Lage aus Einfachzuckern langekettige Zucker herzustellen (aus Glucose wird der langkettige Speicherzucker Glykogen in der Leber).
Nimmt man nun zu viel Zucker zu sich, sind die Speicher in den Muskeln und der Leber schnell voll und somit wird weiter umgewandelt in Fett und dieses dann in den bekannten Speichern ;-) eingelagert.

Weiterhin kann Körper bei einem sehr hohen Insulinspiegel kein Fett abbauen und verbrauchen. Somit ist sportliche Betätigung nach Zuckergenuss sinnlos, wenn man als Ziel die Gewichtsreduktion anstrebt.

Obwohl die Einfachzucker aufgrund ihres süßen Geschmacks sehr beliebt sind belasten sie die Bauspeicheldrüse extrem. Durch ihre geringe Molekülgröße gelangen sie schnell ins Blut und der Blutzuckerspiegel steigt rasch an (wenn man von der reinen Aufnahme ausgeht). Nun muss die Bauchspeicheldrüse große Mengen an Insulin (Blutzuckerabbauendes Hormon) produzieren um den Blutzuckerspiegel zu senken. Daraufhin sinkt der Blutzuckerspiegel meist so rapid ab dass schnell ein starkes Hungergefühl mit Müdigkeit oder Abgeschlagenheit entsteht. Jetzt neigen die meisten Menschen dazu sofort wieder Energie in Form von Kohlenhydraten nach zu laden und der Blutzuckerspiegel steigt erneut schnell an. Diese damit verbunden Schwankungen sind für die Bauspeicheldrüse eine große Belastung. Des Weiteren sind Einfachzucker sogenannte „leere Energielieferanten“, das bedeutet sie haben so gut wie keinen Nährwert im Gegensatz dazu stehen Kohlenhydrate mit hohem Nährstoff wie Vollkornprodukte, sie sättigen nachhaltiger und vermeiden Blutzuckerspitzen.

Für eine Tekkingtour ist Zucker daher nicht nötig und zum Süßen gibt es anderes. Ideal sind Brot, Haferflocken, Müsli usw. Also alles was Energie längerfristig zur Verfügung stellt.

Hier noch interessante Links:
Zucker (http://www.optipage.de/zucker.html)

Zuckerbezeichnungen (http://www.medizinfo.de/ernaehrung/zucker.htm)

Leistungsfähigkeit und Kohlenhydrate (http://www.suessefacts.de/download/wpd0399.pdf)

Gruß

Dirk

barleybreeder
24.10.2008, 11:36
Weisser Zucker (Bezeichnung Saccharose) ist für viele Krankheiten verantwortlich. In der Natur kommt er nicht vor und daher sind wir Menschen nicht darauf eingestellt.


Falsch...Saccharose kommt sehr wohl in der Natur vor.

Er ist Die Transportform von Zucker in Pflanzen. Glucose wird in der Photosyntese gebildet und in Stärke umgewandelt, der Transport im Phloem auch Rinde (siehe Ahornsirup) erfolgt als Disaccharid Saccharose in die Wurzeln und andere Pflanzenteile..

Und natürlich ist es die Speicherform in der Zuckerrübe, wo hätten wir ihn sonst her. ;-)

Nur mal kurz was ich noch von meinen Pflanzenphys. Vorlesungen zusammenbekomme.


Des Weiteren sind Einfachzucker sogenannte „leere Energielieferanten“, das bedeutet sie haben so gut wie keinen Nährwert im Gegensatz dazu stehen Kohlenhydrate mit hohem Nährstoff wie Vollkornprodukte,

Wie soll man das verstehen. Einfachzucker sind ebenfalls Kohlehydrate. Was denkst du denn was der Körper in der Glycolyse braucht? Einfachzucker in Form von Glucose oder Fructose...
Letztendlich macht dein Stoffwechsel aus Stärke (Vollkorndings) auch nur Glucose. Allerdings dauerts halt ein wenig länger.

Corton
24.10.2008, 11:39
Der Körper kann sich seine Glukose Moleküle auch selbst basteln, Stichwort: Gluconeogenese

Als UL Süße kommt außerdem sowieso nur E 95x in Betracht. :bg:

sjusovaren
24.10.2008, 12:58
Das Wichtigste hat barleybreeder ja schon angemerkt.
Eins will ich noch ergänzen...



Durch verschiedene Verknüpfungen der Einfachzucker entstehen alle weiteren höherwertigen Kohlenhydrate. Das bedeutet beispielsweise, dass der bekannte Milchzucker eine Zusammensetzung aus den Monosacchariden (Einfachzucker) Galaktose und Glukose ist und für das Polysaccharid (Mehrfachzucker) Stärke werden mehr als 1000 Bausteine Glukose benötigt. Der Invertzucker im Honig wiederum ist eine Zusammensetzung aus Fruktose und Glukose.
Du bringst hier verschiedene "Zusammensetzungen" durcheinander.
Invertzucker ist keine chem. Verbindung aus Glucose und Fructose, so wie Milchzucker aus Glucose und Galactose besteht. Das Dimer aus Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) ist vielmehr die von dir gemiedene Saccharose (Rohrzucker, Rübenzucker).
Einen "Invertzucker" in dem Sinne gibt es gar nicht. Das ist nur eine unpräzise Bezeichnung für ein Gemisch aus monomeren (also einzeln vorliegenden) Trauben- und Fruchtzuckermolekülen. Also das, was man erhält, wenn man eine Glucose- und eine Fructoselösung in gleichen Teilen zusammenschütten würde. Entspricht somit auch dem, was bei der Spaltung von Saccharose in seine zwei Zuckerbausteine entsteht, wie es z.B. bei der Verdauung im Darm enzymatisch geschieht.
Invertzucker ist also quasi "vorverdaute" Saccharose (genau daher stammt auch der Name "Invert"zucker, weil bei der Aufspaltung der Saccharose in Glucose und Fructose die opt. Drehrichtung der Gesamtlösung von rechts nach links wechselt, also invertiert wird).

Prachttaucher
24.10.2008, 13:16
...Du bekommst noch mehr Hunger, die Knie fangen an zu zittern, du schwitzt, manchen Leuten wird sogar "schlecht vor Hunger" usw.

Wenn dein Körper jetzt an die Zufuhr dieser Zuckerstoffe gewöhnt ist, wird er immer weiter zicken, bis er den geliebten Zucker bekommt. Irgendwann stellt er natürlich dann auch auf Fettverbrennung um - aber erst nach langer Quälerei. (Deshalb ist Abnehmen so schwierig.) Manche Leute sagen, dass der Körper in diesem Moment ein echtes Suchtverhalten zeigt - weil er den Körper mit Schmerzen zwingen will, ihm eine bestimmte Substanz zu zuführen. Aus dieser Sicht betrachtet, hat Zucker also ein "Suchtpotenzial" - aber das nur am Rande.


Andreas

Die Symptome kenne ich auch gut...

Ich finde das mit dem Suchtverhalten kann man auch verallgemeinern. Früher meinte ich vor dem Schlafen gehen noch etwas essen zu müssen, ich war regelrecht süchtig danach. Die Vorstellung war, mit leerem Magen nicht gut schlafen zu können. Das Gegenteil ist aber der Fall. Und es war eine sehr gute Erfahrung den Magen mal etwas knurren zu lassen. Es geht sehr wohl auch ohne und körperliche Leistung ist ja dann auch nicht mehr gefragt (:bg:außer wenn...).

Fazit : Ob durch Zucker verursacht oder anders, es hilft sehr mit Essensüchten umgehen zu können. Ganz krass formuliert : Essen ist zwar etwas nötiges, schönes kann aber auch zur Droge werden. Meine damit natürlich nicht, daß man da wo´s benötigt wird hungern soll.

Gruß Florian

Komtur
24.10.2008, 14:38
Falsch...Saccharose kommt sehr wohl in der Natur vor.

Ok, dann habe ich mich falsch ausgedrückt.
In der kristalienen Form, wie man ihn kaufen kann, kommt er in der Natur nicht vor und wir Menschen nehmen in normalerweise nicht zu uns.
Besser? :D





Wie soll man das verstehen. Einfachzucker sind ebenfalls Kohlehydrate. Was denkst du denn was der Körper in der Glycolyse braucht? Einfachzucker in Form von Glucose oder Fructose...
Letztendlich macht dein Stoffwechsel aus Stärke (Vollkorndings) auch nur Glucose. Allerdings dauerts halt ein wenig länger.

Als "leere Energielieferanten" werden Kohlenhydrate bezeichnet wie z.B. Zucker, weisses Mehl und Alkohol, die eben "nur" aus Kohlenhydraten bestehen und ansonsten nichts zu bieten haben. Weder Mineralien noch Vitamine oder andere nützliche Stoffe. - Deshalb "leer".

@susjovaren
Habe doch geschrieben, dass Invertzucker eine Zusammensetzung ist - so wie Du es auch geschrieben hast - was stimmt dann daran nicht?
Unter dem von mir genannten Link:
"Invertzucker:
Durch Auflösung (Inversion) von Saccharose entsteht ein Gemisch, das halb aus Traubenzucker und halb aus Fruchtzucker besteht."

Gruß

Dirk

barleybreeder
24.10.2008, 14:51
Ok, dann habe ich mich falsch ausgedrückt.
In der kristalienen Form, wie man ihn kaufen kann, kommt er in der Natur nicht vor und wir Menschen nehmen in normalerweise nicht zu uns.
Besser? :D

Ob der kristallin ist oder nicht ist doch egal. Sobald er sich löst ist er es nicht mehr.
Irgendwie kommt das von dir so rüber als wäre Saccharose was unnatürliches, ungesundes, was falsch ist.
Jedesmal wenn du in eine Möhre oder einen Apfel beißt nimmst du große Mengen Saccharose zu dir.


Als "leere Energielieferanten" werden Kohlenhydrate bezeichnet wie z.B. Zucker, weisses Mehl und Alkohol, die eben "nur" aus Kohlenhydraten bestehen und ansonsten nichts zu bieten haben. Weder Mineralien noch Vitamine oder andere nützliche Stoffe. - Deshalb "leer".

Nach der Definition sind dann sind alle Energielieferanten (Fette, Proteine, längkettige KH), leer? :o
ich denke du meinst eher Nahrungsmittel, also die Stoffe nach der Verarbeitung...?!

sjusovaren
24.10.2008, 15:01
@susjovaren
Habe doch geschrieben, dass Invertzucker eine Zusammensetzung ist - so wie Du es auch geschrieben hast - was stimmt dann daran nicht?
Unter dem von mir genannten Link:
"Invertzucker:
Durch Auflösung (Inversion) von Saccharose entsteht ein Gemisch, das halb aus Traubenzucker und halb aus Fruchtzucker besteht."

Wie ich oben schon sagte. Du hattest in deiner Aufzählung verschiedene "Zusammensetzungen" durcheinandergewürfelt.
Den Milchzucker hast du z.B. genauso als "Zusammensetzung" bezeichnet. Ist das also auch ein bloßes Gemisch? Nein. Das ist wirklich eine eigenständige, dimere Substanz.
Halt das nicht für kleinkariert. Ich will damit klarstellen, daß es im Gegensatz dazu einen besondern "Invertzucker" im Honig eben überhaupt nicht gibt. Hinter dem Namen verbergen sich die "normalen" Zucker Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker), als gelöste Mischung.
Und ich wollte mal drauf hinweisen, daß die von dir geschmähte Saccharose (Rohrzucker) auch aus genau ebendiesen Bestandteilen besteht und im Darm in diese aufgespalten wird....
Resorbiert werden nämlich so oder so die Monomere, Fructose und Glucose.

Komtur
24.10.2008, 17:54
Und ich wollte mal drauf hinweisen, daß die von dir geschmähte Saccharose (Rohrzucker) auch aus genau ebendiesen Bestandteilen besteht und im Darm in diese aufgespalten wird....
Resorbiert werden nämlich so oder so die Monomere, Fructose und Glucose.

Das ist schon klar. Nur steigt der Insulinspiegel massiv an, wenn man weissen raffinierten Zucker ist, was z.B. bei Honig oder Fructose nicht so extrem passiert. Deshalb verzichte ich auf weissen Zucker.

Der menschliche Körper begegnet diesen Zuckern auf sehr unterschiedliche Art. Glucose und Saccharose gelangen am schnellsten vom Darm ins Blut. Der Zucker wird hierbei durch den s. g. »aktiven Transport« mit Hilfe eines Trägerstoffes durch die Darmwand transportiert, wobei der Zweifachzucker direkt in Fructose und Glucose zerlegt wird. Durch die schnelle Aufnahme steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr solcher Zucker rasch an. Der Körper reagiert, indem die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin verstärkt ausschüttet. Das Insulin sorgt für eine schnelle Aufnahme des Zuckers in den Körperzellen. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr Insulin wird freigesetzt. Haben die Zellen den Zucker aber aufgenommen, befindet sich überschüssiges Insulin im Blut. Der Körper möchte diesen Überschuss abbauen und verlangt nach etwa 60–90 Minuten erneut nach Süßem. Da mehr Hunger als nötig, kommt es so eher zu Übergewicht sowie die Gefahr eines Diabetes mellitus (Typ 2) werden begünstigt.

Der Körper braucht für den Abbau von Zucker das Vitamin B1, das dem Haushalszucker leider entzogen wurde. Bei längerer einseitiger Ernährung, greift der Körper auf Reserven zurück, was letztlich zu einem Vitamin B1-Mangel führen kann, welcher sich wiederum im Heißhunger auf Süßes äußert kann. Anders verhält es sich mit Mehrfachzuckern, sie müssen erst in Einfachzucker umgewandelt werden, was deulich länger dauert. Somit steigt der Blutzuckerspiegel nur langsam und der Organismus wird nicht so stark belastet.

Noch zu dem "leer":
Vitamin B1 wird als Coenzym für den Abbau der Glukose benötigt.
Zucker und viele Süßigkeiten, ebenso wie Weißmehlerzeugnisse, enthalten kein oder nur wenig Vitamin B1. Andere kohlenhydratreiche Lebensmittel enthalten das Vitamin hingegen reichlich. Dazu gehören insbesondere Vollkornerzeugnisse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte. Entscheidend ist somit die Lebensmittelwahl: Wenn viel Vollkornbrot und -erzeugnisse, Kartoffeln u.ä. gegessen werden, dann sind moderate Mengen Süßes im Hinblick auf die Vitamin B1 Versorgung kein Problem.

Es ist auch ein Unterschied, ob man einen Apfel ist, oder zwei Teelöffel weissen Zucker. Auch die Saccharose in einer Karotte wird nicht "sofort" aufgenommen, da sie erst mal gelöst werden musst. Eine Portion Zucker hingegen, ob im Tee oder in Schokolade, wird in sehr kurzer Zeit aufgenommen - Insulinspiegel.

Es ging mir ja nicht um die Zuckersorten im allgemeinen, sondern um die Auswirkung auf den Körper und wie er damit umgeht. Ein Teelöffel voll Zucker kommt in der Natur eben nicht vor, auch wenn Saccharose in Früchten usw. vorkommt.

Gruß

Dirk

rattenschwarz
11.11.2008, 17:09
Ich hab nun auch ein bisschen mit dem Proviantrechner gespielt und war doch überrascht wie schwer es mir gefallen ist auf die kcal-Werte zu kommen.
Zuerst habe ich eingetragen, was ich denke was ich wohl essen würde. Aber das hat überhaupt nicht gereicht!
Nun habe ich die Liste erweitert bis ich auf die nötigen Werte kam. Zufrieden bin ich allerdings nicht. Nach der Tour werde ich wohl zwei Tage grasen gehen, weil ich normalerweise nie Fertigzeug esse.


Frühstück:
2 Corny, 210kcal, 50g
Trockenobst Rosine, 149kcal 50g
Tee

Snacks über den Tag
und Mittag
Studentenfutter, 484kcal, 100g
Schokolade Vollmilch, 537kcal, 100g
Trockenobst Banane, 146kcal, 50g
2 Corny, 210kcal, 50g

Abend:
Riso Fino Chicken Curry, 966 kcal, 160g
Süsser Moment Schoko, 232kcal, 209g

Summe: 2934 kcal, 769g

Nahrungsbedarf: Eine 75kg schwere weibliche Person benötigt bei einer 1-tägigen Tour bei 15km Tagesdistanz Gehen mit 3,0 km/h mit leichten Anstiegen (ca. 100m täglich) und leichten Abstiegen (ca. 100m täglich) bei Tagestemperaturen von etwa 10°C und einem Rucksackgewicht von ungefähr 17kg etwa folgende Menge Energie:

täglich: 2.910 kcal bzw. 12.348 kJ

Sieht für mich trotzdem nach zu viel aus ...

rumtreiberin
11.11.2008, 17:22
@rattenschwarz

Kurztouren bis etwa 3 Tage schaffe ich meist auch mit deutlich geringeren Mengen als die üblichen Proviantrechner hergeben. Ungefähr so wie ich auch zuhause esse mit meinen üblichen Tätigkeiten. Da ist ausreichende Flüssigkeitsversorgung (besonders im Sommer) viel entscheidender.

Aber wenn die Tour länger wird kommt irgendwann zwischen dem 5. und 7. Tag sowas wie ein "Fresskick" - dann "muss" es plötzlich Schoki oder Süßzeug in nicht mehr feierlichen Mengen sein oder wenn dann zufällig es paßt mit Zivilisationskontakt muß unbedingt ein richtiges Stück Fleisch her. OK, Fisch wär auch in Ordnung, aber da hab ich als Nicht-Anglerin so meine Schwierigkeiten mit der Beschaffung. Was bei mir auch eine Rolle spielt: Wenn ich die Hauptmahlzeit abends habe wenn ich sowieso vom Tag k.o. bin, esse ich meist längst nicht mehr so viel wie ursprünglich gedacht, da siegt dann Müdigkeit über Hunger. Was ich deutlich mehr brauche sind kleine Zwischenmahlzeiten am Tag - egal ob nun Müsliriegel, Apfel, Brombeeren oder sonstwas.

Kebnekaise
11.11.2008, 22:48
Hallo!
(Anneli hier!)

@Gabi, ging mir auch so

Ich habe das Problem, dass ich Fett nicht sehr gut vertrage und frage mich "was für energiereiche Zwischensnacks gibt es?" außer:
- Schokolade, vereinzelt vertage ich es, aber nicht in der Menge (1 Riegel pro Tag)
- Nüsse, hier ist VIEL Fett versteckt und schlägt auch schnell auf dem Magen.
- Müsliriegel, würden eher gehen wenn ich auf die Schoko-Riegel verzichte.

Kann wer da weiterhelfen?

thefly
11.11.2008, 23:01
Hi,
meist korreliert der Fettgehalt mit den Kalorien...

Die asiatischen 5-Min Nudelsuppen stehen noch bei meinen Zwischenmahlzeiten (240kcal/60g), aber so ganz fettarm sind die nun auch nicht.
Wie sieht es sonst mit einem zweiten Frühstück mit Müsli aus?

Wie kommst du denn über den Tag verteilt auf deine Kalorien? Ich esse meistens das, was du gerade ausgeschlossen hast..

Komtur
11.11.2008, 23:50
Kann wer da weiterhelfen?

Dann kannst Du alles das essen, was viele Kohlenhydrate, aber wenig oder kein Fett hat:

z.B.:
Getrteideprodukte: Cornflakes, Reiskuchen, Mais-Produkte, Amaranth, Dinkelgries, Haferflocken

Dann auch:
Kartoffeln, Kartoffelpüree, Reisnudeln, Ravioli, Reismehl, Reispudding, Waffeln

Und Süßes:
Honig, Fruchtzucker, Malzzucker, Ovomaltine, Obst wie Bananen etc.

Gruß

Dirk

rattenschwarz
12.11.2008, 08:50
Hallo zusammen!

Wenn ihr länger unterwegs wart, habt ihr da auch Obst mitgenommen? Gepäckmässig wäre das bei mir noch drin, aber anbieten würden sich da eh nur Äpfel, oder?

Ich hab halt echt ein Problem mit den Snacks, weil ich mittags ungern den Kocher auspacken wollte. Mal sehen, ob ich das überhaupt durchziehen kann.

Ansonsten werde ich mich demnächst mal im Reformhaus kundig machen, was für mich als Fraktion "Müslifresser" so noch möglich ist ausser dem klassischen Cornyriegel.

Ich habe mittlerweile zwei unterschiedliche Tagesrationen geplant und wir werden die demnächst mal einkaufen und probieren, ob sich das für uns eignet (ich neige zu Unverträglichkeiten was FastFood angeht - insbesondere Glutamate).

Alles weitere klärt sich dann im Frühjahr, wenn der Plan in Kontakt mit der Realität kommt :bg:

lG
Gabi

Andreas L
12.11.2008, 09:23
Bis 3 oder 4 Tage schmeiss ich auch noch ein paar Äpfel in den Rucksack. Schwefelfrei getrocktnete Aprikosen sind dann auch noch was für den Gaumen. Wenn es länger geht, dann bekommt man halt Probleme mit dem Gewicht und dem Packvolumen. Wie gesagt, bei 14 Tage sehe ich für mich eine Grenze - auch, weil ich mich weigere, wesentlich mehr als 25 Kilo zu tragen.

Was das Fast-Food-Problem angeht: Meine Hauptmahlzeiten bestehen immer aus Nudeln ohne Ei (wegen der Haltbarkeit), einem Teelöffel Gemüsebrühpulver aus dem Reformhaus und Olivenöl. Wenn du dazu Magnesium in Tablettenform nimmst, hast du eigentlich alles, was in den Fertigtüten auch wesentliches drin ist, nur, wie ich vermute, in besserer Qualität. Mit irgendwelchen Geschmacksrichtungen mach ich dann nicht mehr rum, die Natur reizt meine Sinne schon genug, da ist mir der Gaumen auch einfach mal egal. Schlemmen kann ich dann wieder, wenn ich das Essen nicht kilometerweise über die Berge schleppen muss. Und meine "Rückkehrbankette" sind Legende ...:grins:

Andreas

Komtur
12.11.2008, 13:58
Ansonsten werde ich mich demnächst mal im Reformhaus kundig machen, was für mich als Fraktion "Müslifresser" so noch möglich ist ausser dem klassischen Cornyriegel.

Wie wäre es mich selber machen - und zwar Flapjack
Rezept Flapjack (http://www.rezeptewiki.org/wiki/Flap_Jack)

Im Web gibt es hunderte weiterer Rezepte - mit getrocknetem Obst, Nüssen, Rosinen etc.

Superlecker und einfach herzustellen.

Gruß

Dirk

lina
12.11.2008, 14:14
... mhm..., oder gleich die "posh" Variante mit Karamellschicht und Schokolade ... :bg:

rattenschwarz
12.11.2008, 16:01
Flapjack, cool :D Wie lange sind die denn haltbar nach Herstellung?

lina
12.11.2008, 17:01
Wie Kekse: so lange, wie die Butter/das verwendete Fett nicht ranzt ..

rumtreiberin
12.11.2008, 17:16
Irgendwann bin ich mal unmittelbar vor einer Tour über einen Obsthändler gestolpert, der auch tütenweise gedörrte Apfelscheiben anbot, es war im Frühjahr und ich nehme mal an daß er da Lageräpfel verarbeitet hat die nicht mehr schön genug für den Verkauf waren - das war für mich ein klasse Snack tagsüber, und seitdem gehört für mich je nach Tourdauer besonders auch bei warmem Wetter eine ordentliche Portion Trockenobst unbedingt mit ins Tourgepäck. Hat gegenüber Schoki den Vorteil nicht davonzulaufen, selbst wenn ich es im Kajak in einer Dose ins Decknetz schiebe wo ständig die Sonne drauf ballert.

Kebnekaise
12.11.2008, 20:03
Hi nochmal!

@thefly: Ich wollte mich nur erkundigen, welche Möglichkeiten ich habe, noch während der Tour "magen-schonend" zu essen - bei mir Fettarm.

Ich habe nur die Zwischenmahlzeiten angesprochen, das Abendessen kann ich auch so Fettarm gestalten :)
Den Kocher möchte ich ungern Mittags auspacken... muss also was schnelles, leichtes und energiereiches sein - nur möglichst fettarm

@Komtur: ich sehe mich mit einer Packung Cornflakes ;)

Danke euch nochmal für die Antworte! :)

Alfadis
12.11.2008, 21:28
Ich habe das Glück, dass sowohl meine Eltern wie auch meine Schwiegereltern einen Apfelbaum im Garten und einen Dörrapparat im Haus haben - so werde ich vor langen Touren mit gedörrten Apfelringen eingedeckt. Unterwegs habe ich häufig einige im Sack, so kann ich mir auch zwischendurch einige in den Mund stecken, ohne dass ich etwas aupacken muss, das finde ich besonders bei nassem Essen praktisch.

Eine weitere gute Zwischenverpflegung (leider nicht ganz billig) sind Fruchtschnitten, die gibt es auch in vielen Aromen.

hrXXL
12.11.2008, 21:33
ja die getrockneten äpfel sind sehr lecker. nur es hält auf als zu schälen.

muss mir jetzt noch für meinen kachelofenein paar etagen bauen, damit ich mehr reinbekomme

rattenschwarz
08.12.2008, 16:25
Ich hab ein bisschen im Laden nach verschiedenen Nahrungsmitteln gesucht und muss sagen, dass ich von dem Proviantrechner enttäuscht bin. Mag ja sein, dass die kcal-Errechnung stimmt (aber wer weiss das schon?), aber die darunter angegeben Nahrungsmittel mit Gramm und kcal sind auf jeden Fall veraltet. Da stimmt vieles von vorn bis hinten nicht und ist daher - zumindest für mich - gar nicht zu gebrauchen.
Bsp: Risifino gibts nicht mehr. Der Nachfolger hat nicht 966kcal sondern knapp 600. SüsserMoment wiegt keine 160g sondern 60g usw.usf. Da bröckelt auch mein Vertrauen in die Berechnung der Tageskalorien. Wer weiss, ob das auch von anno ist. Ich werd den Rechner für mich einstampfen, selber suchen und ausprobieren.
vG
Gabi

pfadfinder
06.05.2009, 00:18
Liebe Community, kleines Spielchen:
Gut 1,5 Monate kanadisches Outback für eine Person im Spätsommer/Herbst. Wandern, Schlafen, Lesen, Lagerleben gemischt. Angel, zeitweise Blaubeeren, Evtl. Waffe vorhanden. Erweiterte Zielsetzung: 2 Monate überbrücken.

3kg Mehl ~ 9000kcal
1,5kg Couscous/Hirse ~ 5100kcal
1,5Kg Vollkornreis ~ 5250kcal
1,5Kg Nudeln ~ 5250kcal
0,5kg Knäckebrot ~ 1500kcal
0,5kg Kartoffeln dehydriert ~ 1600kcal
1kg Suppen, Soßen, etc ~ 3000kcal
300g Brühwürfel ~ 510kcal
600g Tomatenmark ~ 800kcal
2,5kg Fett ~ 18000kcal
1kg Milchpulver ~ 4300kcal
0,3kg Eipulver ~ geratenen 1000kcal
2,5kg Wurst+Käse ~ geschätzten 9500kcal
1kg Zucker ~ 4000kcal
2kg Haferflocken/Müsli ~ 7000kcal
1kg Trockenfrüchte ~ geschätzten 3000kcal
1kg Nüsse ~ 7000kcal
1kg Schokolade ~ 5600kcal
0,4kg Salz ~ 0kcal
1kg Kaffee, Kakao, Getränkepulver ~ geschätzten 2000kcal
200g backpulver+Trockenhefe ~ 0kcal
300g Vitamintabletten+Gewürze ~ 0kcal

Gesamt: 24,6kg ~ 93410kcal

LG

barleybreeder
06.05.2009, 00:24
Hast du auch an einen Packesel gedacht..:hahaa:

Aber ansonsten sehr ausgewogen. Mit nem Kanu könnte ichs mir vorstellen, aber selber schleppen?!

pfadfinder
06.05.2009, 01:05
Lach - naja, deshalb bin ich ja gerade bei der Sulky-Sache dran...Wenn ich allerdings kein Gewehr dabei habe und das Zelt undd en Kocher nicht mitnehme, was bei Beißfliegen und Mücken den Tod bedeuten wird, kann man's ja fast noch schleppen...Schwer sind nur Axt, Angelzeugs, geruchs- und wasserdichte Verpackungen und Bücher;-)
Okey - ich kann's nicht schleppen...:bg:

LG

edit: sollte ich Statt Butter oder Margarine Sonnenblumenöl (930kcal) aufmein Brot schmieren? - Ist es egal, welches Fett man mitnimmt, solange ausreichend ungesättigte FS dabei sind?

hotdog
06.05.2009, 10:10
edit: sollte ich Statt Butter oder Margarine Sonnenblumenöl (930kcal) aufmein Brot schmieren?
Nimm doch Albaöl (http://www.albaoel.de/#), schmeckt wie Butter und ist multifunktional.

blitz-schlag-mann
06.05.2009, 10:10
Flapjack, cool :D Wie lange sind die denn haltbar nach Herstellung?

Maximal ne Woche, dann sind sie aufgegessen ;-)
Ansonsten so wie Kekse, paar Wochen sind kein Problem.

Quick and Dirty "Flapjacks":

100 g Müsli
Handvoll Trockenobst
25 g Margarine
25 g brauner Rohrzucker
25 g Honig oder Zuckerrübensirup
1 Pr Salz

3 Riegel a 65 g

Noch ein Tipp für Müslifresser (Frühstück oder zwischendurch):
100 gr Müsli und Orangengetränkepulver/Milchpulver portionsweise in nen Sack,
Wasser drauf, löffeln.
Wesentlich besser als diese Corny Zuckerfettriegel, die so wenig Nährwert haben, dass man sie unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme wieder ausfurzt.

pfadfinder
19.05.2009, 02:48
Meint ihr, man kann Karnickel an einer Leine mitführen, sie auf Tour schlachten und dann essen, sodass dies als Hausschlachtung gilt?
Wie lange muss man ein Karnickel aus der Natur mit sich herumschleifen, damit man es als eigenbesitz ansehen darf und daraufhin eine hausschlachtung durchführen darf?
LG

guido66de
19.05.2009, 06:09
Die Idee ist nicht schlecht nur was macht der Fischesser ... Aquarium auf Rädern :ignore:

Andreas L
19.05.2009, 09:38
:bg: Also manchmal frage ich mich, "wie lange denk der nach, bevor er postet?" :bg:

Wie hoch schätzt du die Tages-Marschleistung von Kaninchen ein? Und willst du dich der anpassen? Oder die Viecher dann doch lieber tragen? :roll:

Mit Ziegen kannst du sowas vielleicht machen - aber mit mehr als 2 oder 3 Kilometer pro Stunde würde ich nicht rechnen (wobei man da, wo du offenbar hinwillst, was man da so "Wilderness" nennt, 2-3 km/Std aber auch schon ganz gut sind).
Bleibt dann noch die Frage, wie du, vor allem bei Nacht, mit den ganzen Raubzeug fertigwerden willst, die deine Ziegen- bzw Kanichenherde anlockt. Mit Schlafen wird es da nicht mehr viel werden, denke ich. Und DU selbst bist sowas wie der Wurm am Angelhaken für die Bären, der Nachtisch, nach den Ziegen und Kaninchen. DAS nenne ich mal "Back to the roots!" (schliesslich fing der Mensch seine Laufbahn als Beutetier an). Viel Spass! :bg:

Andreas

Komtur
19.05.2009, 12:22
Meint ihr, man kann Karnickel an einer Leine mitführen, sie auf Tour schlachten und dann essen, sodass dies als Hausschlachtung gilt?

Du kannst doch schon Monate vorher anfangen, die Karnickel zu dressieren. Dann nimmst Du 200, bindest denen ein Lastgeschirr um, setzt Dich in einen Bollerwagen und lässt Dich ziehen.
Ein weiterer Vorteil ist dann, dass Du weniger Energie verbrauchst und somit auch weniger essen musst.

Alles nur eine Sache der Vorbereitung :bg:

Dirk

Thorsteen
19.05.2009, 13:31
Hallo!

Ich würde eher Straußenvögel nehmen!
Der Vorteil eines solchen Tieres liegt auf der Hand, man kann auf ihm reiten und Früh hat man immer ein tolles Rührei. Und wenn das mit dem Eierlegen nicht mehr so hinhaut dann gibts halt einen großen Spießbraten!


Torsten

pfadfinder
31.05.2009, 03:19
Hey, das Bärenargument ist gut, aber sonst ahbe ich ja unendlich viel Zeit da oben;-)

LG:bg:

ghune
01.06.2009, 15:01
Hallo zusammen,

auf langen Touren (länger als 14 Tage) habe ich nie "genug" Nahrung dabei,
weil ich fast immer alles komplett dabei habe. Ich gehe dann auf 1500 bis
max 2000kCal pro Tag runter, das sind je nach Nahrungsmix 300 bis max.
400gr (mind. 500kCal/100gr). Das bekommt man mit Nuss-Müsli, Olivenöl,
Salami etc ganz gut hin. Nach 3-4 Tagen geht der Hunger stark runter,
ich lebe von der Substanz (und da habe ich gut 10-15kg zuviel, 189cm, 105kg).

Island, Juni, noch kaltes Wetter und Nachtfrost, habe in 20 Tagen fast 8Kilo
abgenommen, Tagesmittel ca. 30km, hatte zu Beginn 7Kilo Nahrung, habe
nach dem Trip am Flughafen noch fast 2Kilo entsorgt. Fühlte mich großartig.
Bin dann aber in Düsseldorf wie der erste Mensch in den McDoof eingefallen:wohoo:

Grüße, Ghune

pfadfinder
01.06.2009, 15:12
Grins, bei 64kg auf 183cm schwierig.

Andreas L
03.06.2009, 08:33
Ups - dann musst du sehr vorsichtig sein. Wenn ich mir das anschaue, dann scheinen bei dir so gut wie keine Fettreserven vorhanden zu sein - und dann kommst du, bei zu wenig Nachschub, sehr schnell an den Punkt, wo der Körper von der wichtigen Substanz zehrt. Es ist schon richtig, dass der Mensch, der ein paar Kilo zuviel mit sich rumschleppt, fast euphorische Phasen erlebt, wenn er die runterhungert, auch bei grosser, körperlicher Anstrengung, aber an dem Punkt, wo die Fettreserven runter sind, setzen unangenehme Effekte ein: Konzentrationsschwächen, Antriebslosigkeit und ein Gefühl allgemeiner Kraftlosigkeit. An dem Punkt dürftest du schneller ankommen, als die meisten anderen.
Beri mir waren es mal 4 Kilo in 12 Tagen - mir ging es jeden Tag besser, am Ende war ich knapp unter meinem Idealgewicht, was ich normalerweise nicht erreiche, weil ich etwas mehr Muskelmasse habe als der Durchschnitt. Aber ein anderes Mal, als ich "schlanker" an den Start gegangen bin, war es schon nach einer Woche soweit, dass die oben beschrieben Effekte aufkamen. Und das ist nicht nur lästig, sondern kann auf längeren Trips auch schnell gefährlich werden.

Andreas

pfadfinder
04.06.2009, 02:06
So isses - das einzige, was ich machen könnte wäre der Aufbau von mehr Muskelmasse - auch diese wird ja irgendwann verbraucht. Ist das realistisch, dass cih bei 5kg mehr Muskelmasse die kritische Situation drei Tage länger durchhalte?
LG
Ps.: Abgesehen davon, dass der muskelbepackte Mann mit höherer Wahrscheinlichkeit gleich am Flughafen abgeschleppt wird und nicht mehr ins Outback kommt;-)

Andreas L
04.06.2009, 08:10
Das hast du falsch verstanden: In dem Moment, wo du anfängst Muskelmasse zu verlieren, egal wie viel du hast, bist du schon in ernsthaften Schwierigkeiten. Ranrücken kannst du nur Fett. Du könntest höchstens versuchen, dir vor der Tour was draufzufressen. Aber auch da nicht übertreiben.

Andreas

hotdog
04.06.2009, 10:17
Und mehr Muskelmasse verbraucht auch mehr Energie. Du hättest dadurch also nix gewonnen, ausser einem schöneren Body ;-)

Andreas L
04.06.2009, 11:52
Stimmt. Und das mit der "Schönheit" - nur in engen Grenzen. Diese Studio-Muskelberge - nein danke! :bg:

Andreas

pfadfinder
04.06.2009, 17:48
:p Okey, also keine chance - letzte Möglihckeit wären mezinische substanzen, die die fetteinlagerung verbessern...geht sowas theoretisch (für mich hörts da sowieso auf - also nurnoch theoretisch)

Andreas L
04.06.2009, 20:32
Also davon hab ich keine Ahnung. Ich hab diesen Problem auch nicht, wenn ich zunehmen will reichte es, wenn ich mir die Auslagen im Schaufenster einer Konditorei anschaue ...

Andreas