PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NO][SE] Nordkalottleden Katterat - Vaisaluokta



dingsbums
16.10.2008, 17:09
Land: Norwegen, Schweden
Reisezeit: Ende August, Anfang September
Region/Kontinent: Nordeuropa

Nachdem ich dieses Forum schon lange passiv nutze, dachte ich mir, erzähle ich doch auch mal von einer Tour! Dieses Jahr sind wir von Katterat über Hundal/Lossi/Caihnavagge zum Nordkalottleden und dann den Abschnitt vom Gautelisvatnet über Skoaddejavri/Sitas/Pauro/Røysvatn nach Vaisaluokta. Tolle Tour.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/holger-claudia.jpg

Wir, das sind mein Freund Holger, 41 Jahre, Fotograf auf unseren Touren (also, falls euch die Bilder gefallen, lobt ihn :-) und ich, Claudia, 39 Jahre und ziemlich übergewichtig.
Das erzähle ich aus verschiedenen Gründen. Vor allen Dingen möchte ich zeigen, dass (fast) jeder eine entsprechende Wanderung machen kann, wenn er nur will. Klar bin ich etwas langsamer als andere, aber man ist ja unterwegs, um die Natur zu genießen. Und eine normale Tagesetappe schaffe auch ich ohne Probleme. Und wenn man dann 'Parallelwanderer' hat, von denen man weiß, die haben schon die Hütte eingeheizt, wenn man ankommt, kann das sogar sehr nett sein. Deswegen hier einen Dank und Gruß an Henning. ;-)
Naja, ein bisschen stolz bin ich einfach auch, dass ich das halt trotz meines Gewichts schaffe. Dass es allerdings nicht dauerhaft weniger wird, darauf bin ich ganz und gar nicht stolz. Aber nachdem diese Tour mal wieder 5kg 'gefressen' hat, bin ich voll bester Vorsätze, wir werden sehen.
Erschreckenderweise war es am Anfang wirklich ein Problem, vernünftige Ausrüstung zu finden. Deswegen meinen Dank an Mammut dafür, dass sie ihre phantastische Wanderhose 'Champ' auch in vielen Sondergrößen herstellen, an Berghaus, dass einige ihrer Jacken sehr groß ausfallen, und an alle dicken Biker - während meiner ersten Wanderung zierte meine Regenhose das Logo von Hein Gericke.
Leider passe ich auch nicht in einen normalen Mumienschlafsack, da hat mir der Mountain Hardwear 2nd Dimension mit seinem integrierten Expander gute Dienste geleistet, allerdings habe ich ihn letztes Jahr trotzdem durch einen Western Mountaineering Sequoia ersetzt, den habe ich mir einfach gegönnt. Da ich jetzt angefangen habe, mich für Ausrüstung zu begeistern, mache ich das noch schnell fertig. Da meine Füße passend zum restlichen Körper auch nicht klein und zierlich sind, schwöre ich auf meine Hanwag Alaska GTX. Und auch auf meinen Gregory Shasta lasse ich nichts kommen, hier war für mich gerade das 'Bausatzsystem' praktisch. Mein Rucksack selbst ist S, der Schultergurt M und der Hüftgurt auf alle Fälle L! Sitzt perfekt.

Und jetzt mein Appell an alle, die sich nicht trauen: Ja, wenn man etwas dicker ist, muss man länger nach Ausrüstung suchen. Das Wandern ist anstrengender. Aber es ist deswegen kein bisschen weniger schön und es gibt keine Ausreden! Macht es einfach!

So, schon viel erzählt und noch kein bisschen was zur Tour. Die Ausrüstungsliste ist mehr oder weniger Standard, bei Essen für 17 Tage war der Rucksack auch dementsprechend schwer. Ich startete mit 24 kg, Holger hatte inkl. seiner Fotoausrüstung sogar 29 kg. Allerdings waren dabei Thermos- und Wasserflasche gefüllt.
Thermosflasche, das Stichwort zu einer kurzen Ergänzung zur Ausrüstung. Es gibt ein paar Sachen, die nicht unbedingt nötig sind, die ich aber nicht missen möchte. Und dazu gehört die Thermosflasche. Vor 3 Jahren sozusagen von uns 'entdeckt' und es ist einfach geil, wenn man in einer Pause ganz ohne Aufwand einen schönen heißen Tee trinken kann. Deswegen haben wir sogar ein Upgrade auf die 1-Liter-Flasche gemacht. Wie meinte eine nette schwedische Dame (in der Sauna in Saltoluokta), der ich erzählte, dass wir früher nie eine dabei hatten: 'How could you survive without a Thermos?'
Dann der zweite Luxusartikel: Das Therm-a-Rest Sitzkissen. Als der Holger den Vorschlag machte, so ein Ding zu kaufen, habe ich erst mal gelacht. Ich habe mich immer ohne Hemmungen überall hingesetzt, aber glaubt mir: Das Ding ist geil. Vor allen Dingen, dass man (verschwitzt, wie man nun mal ist) isoliert sitzen kann, ist toll. Und bequem dazu. Auf alle Fälle seine 100 g wert!
Als letztes in dieser Liste dann unser Fernglas, wir haben uns dieses Jahr nach einigem Hin und Her das Steiner Wildlife pro 10,5 x 28 zugelegt. Wir hatten uns vor 2 Jahren mal von Freunden ein Fernglas für unsere Tour geliehen, eigentlich war damals allein das Beobachten der Elche im Tal unterhalb von Kaitumjaure es schon wert, das Ding zu schleppen. Wir sind von unserem Fernglas begeistert, allerdings nutzen wir es (noch) zu wenig. Ich denke aber, auch nächstes Jahr wird es wieder dabei sein.

Und jetzt, nach dem ganzen Vorgeplänkel, wird es Zeit, mal von der Tour selbst zu erzählen.

20.08. Anreise (Kaiserslautern - Abisko)

Um 4:00 klingelte der Wecker, um 4:30 ging es los Richtung Flughafen. Zum Glück ist um diese Uhrzeit selbst um Frankfurt noch nicht so viel los, so lief die Hinfahrt prima. Wie unser Freund zurückkam, war uns ja dann egal. :-) Aber von Frankfurt weg ist morgens sowieso kein Problem.
Dank Online-Checkin mussten wir nur noch unsere Rucksäcke abgeben und dann kam die Sicherheitskontrolle. Während Holger problemlos durch kam, durfte ich mal wieder die Wanderschuhe ausziehen, damit sie solo durchs Röntgengerät fahren. Der Flieger nach Stockholm war komplett voll - bis auf die Leute, die aus welchem Grund auch immer zwar eingecheckt hatten, dann aber nicht kamen. Da deren Gepäck erst gesucht und wieder ausgeladen werden musste, hatten wir doch Verspätung. Aber egal, in Arlanda hatten wir genug Zeit, bis der Flug nach Kiruna ging.
In Stockholm also die Rucksäcke abgeholt, zum Weiterflug wieder eingecheckt und dann gab es das traditionelle Lättöl vorm Café am Terminal 4. Auch der Flug nach Kiruna sollte nicht pünktlich starten. Wir saßen schon im Flugzeug, da kam die Durchsage des Piloten, mit einer sagenhaften Gelassenheit: Dieses Flugzeug hat technische Probleme, aber netterweise wartet schon ein Ersatz am nächsten Gate. Also alle wieder raus und am Ersatzgate nochmal die komplette Boardingprozedur. Da aber auch das Gepäck wieder aus- und eingeladen werden musste, kamen wir erst mit fast einer Stunde Verspätung weg. Aber auch das sollte kein Problem sein. Erstens war die Verspätung in Kiruna geringer, zweitens fuhr der Bus laut Fahrplan sowieso recht spät und drittens hätte ich darauf vertraut, dass der Bus auf das Flugzeug wartet - sonst wäre er ja ganz schön unnötig da am Flughafen.
Die Fahrt nach Abisko war unspektakulär. Aber während Holger wie immer im Bus geschlafen hat, habe ich wie immer zum Fenster rausgeguckt. Man könnte ja einen Baum oder Stein verpassen! Außerdem war es schon schön, erst den Torneträsk auftauchen zu sehen, dann Nuolja und dann waren wir wieder da! So ein bisschen wie heimkommen. Wenn es irgendwie zur Tour passt, starten und/oder beginnen wir den Urlaub immer in Abisko. Wir waren fast erschrocken, wie grün alles noch war. Naja, das sollte sich ändern und als wir 3 Wochen später nach Abisko zurückkamen, war es phantastisch herbstlich bunt.

Bei der Ankunft ist mir dann mal wieder was typisches passiert, ich bin ins falsche Zimmer gestürmt. Ich war der vollen Überzeugung, vor der richtigen Tür zu stehen. Der Schlüssel ließ sich zwar nicht drehen, aber ich dachte mir, naja, wir kommen ja gerade an, das Zimmer wird offen sein. War es auch, allerdings deswegen, weil die Bewohner faul auf dem Bett lagen, um sich auszuruhen. Ich weiß nicht, wer dummer geguckt hat, die beiden oder ich. Mit einem 'Sorry' habe ich ganz schnell die Tür wieder zugemacht, ohne die Leute richtig gesehen zu haben, und bin dann ins richtige Zimmer 'geflüchtet'.
Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass ich die Leute sogar fast gekannt habe. Es waren nämlich die Autoren der Webseite Wildnis-Wandern (http://wildnis-wandern.de/). Ich habe sie von den Fotos erkannt und angesprochen, denn sie sind letztes Jahr eine ähnliche Tour gegangen wie wir dieses Jahr, und wir haben uns z.B. GPS-Daten von ihrer Seite gezogen. Die Welt ist klein.

Wir sind dann nach Abisko Östra einkaufen. Reinbenzin für den Kocher (gibt es im kleinen Markt an der Tankstelle, ansonsten hätten wir mal wieder an ebendieser 'getankt'), und dann im Supermarkt Käse und getrocknetes Rentierfleisch als Snack für den Abend. Auch dieser 'Luxus' ist Tradition, schmeckt das lecker als Betthupferl.
Da ich ein großer Fan von Blå Band Outdoor Meals bin, ganz besonders von (irgendwie abartig, aber super lecker) 'Pasta med kyckling och banan', wollten wir in Abisko auch davon kaufen. Tja, Satz mit x. Im Supermarkt gab es gar keine Outdoormahlzeiten, im Shop in der Turiststation nur Mountain House, das wir dann auch gekauft haben. Bäh! Kann ich auf keinen Fall empfehlen. Habe mich im Nachhinein schlau gemacht, Blå Band produziert zwar noch Outdoor Meals, aber mein geliebtes 'Banan' nicht mehr. Anscheinend fanden es doch mehr Leute abartig als lecker. Schade.
Abends gab es dann das letzte 'große' Abendessen im Restaurant, dazu Bier bzw. Cider. Das muss man sich schon gönnen. Nachdem wir noch gemütlich im Kaminzimmer gehockt haben, ging es aber doch früh ins Bett. Schließlich war der Tag lang und wir wollten am nächsten Tag fit sein. Im Kaminzimmer (und auch in den Nachbarräumen) stehen neue Möbel. Das war erst mal ungewohnt, allerdings ist die neue Couch superbequem, ist also akzeptiert. :-)

21.08. Unsere Startetappe ... (Abisko - Katterat - Hundalshyttene)

... war anstrengender als gedacht. Das lehrte uns zwei Dinge, die wir natürlich schon wissen. Man kann von der Karte nicht aufs Gelände schließen und wir sind in Norwegen. Findet ihr nicht auch, dass die Wege in Norwegen meist anstrengender sind als die in Schweden? Allerdings war es ja auch unser erster Tag, der Rucksack schwer und man muss sich noch einlaufen.

Morgens in Abisko sahen wir aber erst noch eine alte Bekannte. Die Tütenfrau. Das ist unser Spitzname für die Dame, denn leider kennen wir ihren Namen nicht, ich habe mich damals nur ganz kurz mit ihr unterhalten. Aber falls sie euch je begegnet ist, werdet ihr jetzt schon wissen, wen wir meinen. Die Frau ist vor 5 Jahren auf dem Padjelantaleden ein paar Tage mit uns parallel gewandert, hat aber immer an anderen Stellen gezeltet. Sie ist aus Dänemark, alleine im Fjäll unterwegs und zwar mit einem Rucksack und - in jeder Hand eine Plastiktüte. So wandert die den ganzen Trek, für mich unvorstellbar. Und als sie in Abisko an uns vorbeiging (leider haben wir sie erst zu spät gesehen, um sie anzusprechen), hatte sie - welch Überraschung - in jeder Hand eine Plastiktüte. :-) Ich denke, sie transportiert darin Lebensmittel, sie hat auf dem Padjelantaleden z.B. eine Packung frischer Eier aus der Tüte gezaubert.

Zuerst ging es mit dem Zug nach Katterat. Er hatte, passend zur bisherigen Reise, Verspätung. Eine gute Möglichkeit, unser frisch gelerntes Schwedisch zu testen. In den Ansagen wurde die Verspätung immer länger - femton, tjugo, tjugofem. Alles verstanden und durch die englische Ansage danach kontrolliert. Mit über einer halben Stunde Verspätung kam der Zug dann an. Kurz vor Katterat machten wir uns dann Sorgen, ob der Zug dort auch hält, denn vor Vassijaure hatte die Schaffnerin extra gefragt, ob jemand einen Halt wünscht. Jetzt war sie nicht zu sichten, aber dann kam sie doch und meinte, wir sollten noch nicht aussteigen, wenn der Zug hält, sondern auf sie und einen zweiten Stopp warten. Der Bahnsteig in Katterat ist zu kurz, aber natürlich wird niemandem (auch nicht, wenn er ganz offensichtlich Wanderer und fit ist) zugemutet, hinter dem Bahnsteig auszusteigen!

Dann ging es los. Noch einen Blick auf das Ende des Rombaksfjord geworfen und ran an die erste Hürde. Der Weg startet gleich am Bahnhof, gegenüber der Gleise. Allerdings muss man hoch auf den Fels, vor dem nur eine kleine Holzleiter steht. Ab einer gewissen Höhendifferenz ist das für mich immer eine große Herausforderung, aber ich wollte es wissen. Und kam natürlich auch hoch, auch mit Rucksack. So hatte ich gleich das erste Erfolgserlebnis verbucht.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-6.jpg

Man kann den Weg zur Hundalhütte komplett über die Straße oder zum großen Teil oberhalb der Straße über Hundalstoppen und Langryggen gehen (in der schwedischen Karte nicht eingezeichnet, aber komplett markiert). Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, wenn auch die Männer vom NOT in der Hütte da kaum Verständnis für hatten (but walking on the road is much easier). Das Klettern über die Leiter wäre aber wohl nicht nötig gewesen, denn kurz später stießen wir auf den 'richtigen' Weg, ich denke, der zweigt irgendwo unten von der Straße ab. Obwohl, am Fels neben der Leiter prankte ein großes rotes T. (Hier im Bild leider relativ schlecht zu sehen.)

Natürlich ging es sofort bergan, die Bäume wurden schnell kleiner und - da wuchsen Moltebeeren! Richtig viele. Da war es egal, dass wir gerade erst gestartet waren, der Rucksack wurde abgesetzt und Moltebeeren fürs Früstück gepflückt (irgendwie muss man ja sein Müsli überleben). Und natürlich zwischendurch Qualitätskontrolle.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-10.jpg[/IMG-L]

Dann ging es weiter bergauf, leider zogen immer mehr Wolken auf und die Sicht wurde schlecht. Soviel zum 'Höhenweg' statt der Straße. Irgendwann mussten wir die feuchte Luft dann auch als Regen definieren und noch vor der ersten Pause Rucksackhülle und Regenjacke auspacken. Auf die Regenhose konnte man aber noch verzichten.

Zum Glück wurde der Regen später wieder weniger, hörte dann komplett auf, die Wolken lichteten sich etwas und man sah plötzlich erste Berge. Juchu!

[IMG]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-13.jpg

Bald hatten wir einen Blick auf das Tal und der Weg zog sich dann runter zur Straße. Sogar die Sonne kam heraus. Das letzte Stück Straße bis zum Damm und dann noch ca. 1 km bis zur Hütte gingen sich gut und dann waren wir da. Es war aber mittlerweile tatsächlich schon 20:45, wo war die Zeit geblieben?

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-15.jpg

Uns wurde die kleine Hütte 'zugewiesen', es waren ja Leute vom NOT da, die in ihrer Hütte auch mindestens die halbe Nacht saßen und quatschten (und bestimmt einige Biere tranken). Als ich um 2:30 aufs Klo musste, waren sie mal noch sehr munter. So hatten wir eine gemütliche Hütte für uns, die sogar frisch geputzt war. Waschen, Abendessen (wir testeten das Mountain House, das wir nie wieder kaufen), ein Stückchen Käse und Rentier als Belohnung und dann sind wir in die Betten gefallen.


22.08. Der berühmte zweite Tag (Hundalshyttene - Zeltplatz am Leirvatnet)

Zweite Tage sind irgendwie immer die schlimmsten, der Körper ist müde, alles ist anstrengend, irgendwer muss noch was in den Rucksack gepackt haben, denn er ist auf alle Fälle schwerer als am Vortag - deswegen hatten wir heute nur eine kurze Strecke geplant. Wir haben die Strecke nach Lossi (am Rienatcohkka vorbei) geteilt, so war das heutige Ziel der Leirvatnet.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano11.jpg
Morgenstimmung in Hundal.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-23.jpg

Automatisch stellt sich die Morgenroutine ein. Frühstück (Kampf mit dem Müsli, es leben die Moltebeeren!), Toilettengang, packen, aufräumen. Dazu natürlich Schwätzchen mit den Leuten vom NOT, die das ganze Wochenende an der Hütte verbringen. Sie hoffen auf einen Hubschrauber, der Material und Verpflegung bringen soll, aber wie schon am Vortag wird er nicht kommen. Die Sicht ist zu schlecht. So muss einer der Jungs mit dem Auto nach Narvik fahren, um Essen und Bier zu kaufen.
Die anderen haben in der Zeit eine besonders heftige Aufgabe. Die Klogrube muss geleert werden. Wenn ich die richtig verstanden habe, ist das seit 12 Jahren nicht mehr passiert. Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, wie weit die Sch.... zusammenfällt und wie lange es von daher dauert, bis die Grube voll ist. So oder so bestätige ich ihnen, dass sie ihr Bier später wohl verdient haben.

Bis wir aufbrechen, ist es 11:30, typisch für uns. Ich bin ein furchtbarer Morgenmuffel und komme morgens nie in die Pötte, so sind wir es gewohnt, immer die letzten zu sein, die aufbrechen. Da ich auch nicht die Schnellste bin, kommen wir also auch immer spät an. Aber was soll's, unser Tag ist im Vergleich zu anderen halt einfach etwas versetzt.

Die Morgenstimmung rund um Hundal ist super, zwar hängen noch viele tiefe Wolken um die Berge, aber das Wetter lässt einen doch zuversichtlich sein. Auch die Gletscher vom Storsteinsfjellet erscheinen hinter der Kuppe am anderen Flussufer. Und genau in diese Richtung brechen wir auf.
Auf Empfehlung der NOT-Leute furten wir nicht, obwohl das möglich ist (er meinte, am anderen Ufer wird der Fluss doch etwas tiefer und es sei einfacher, die paar Meter zurück zum Damm zu gehen). Unterhalb des Dammes ist der Fluss nur ein Rinnsal und man kann trockenen Fußes queren, dann zieht sich der Weg leicht am Hang hoch, wir müssen ja über die Kuppe.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-27.jpg
Blick zurück auf Hundal. Man beachte die Männer beim Klo.

Kurz nach dem Damm kommen wir an einem Zelt vorbei, da ist tatsächlich jemand noch später an als wir. Bald darauf sehen wir hinter uns die beiden Insassen, das sind bestimmt die Mädels vom Bahnhof in Katterat, die sich da erst mal Mittagessen gekocht hatten. Da sie nicht der Markierung folgen, sondern sich lieber ihren eigenen Weg suchen, passieren sie uns in einiger Entfernung. Überraschenderweise sehen wir sie später am Tag nochmal, allerdings immer noch ein Stück vor uns. Bestimmt haben sie auch da die typisch schwedische, lange Mittagsrast gemacht. Es sieht so aus, als wollen sie noch über den Pass, damit werden wir sie ganz sicher nicht mehr sehen, denn unser Ziel ist ja der See davor.

Es bleibt wolkenverhangen, aber immer wieder gibt es nette Ausblicke. So machen wir auch oberhalb des Sealggajavri eine Rast, wenn auch Storsteinsfjellet dahinter nur halb unter den Wolken herausschaut.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-35.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film1-34.jpg

Auch das letzte Stück zum Leirvatnet ist bald gepackt. Nochmal ein kleiner Anstieg, der Fluss lässt sich problemlos in Wanderschuhen waten und dann fangen wir an, nach einem Zeltplatz Ausschau zu halten.
Dummerweise wird die Luft nochmal so feucht, dass wir Regensachen auspacken.

Außerdem hat mein Körper erkannt, dass wir wohl da sind, er beginnt mit dem 'Herunterfahren'. Das finde ich immer noch mit die beste Beschreibung, wie man manchmal müde und erschöpft wird, sobald man da ist.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-3.jpg

Aber schnell ist am Ausfluss des Leirvatnet ein schönes Plätzchen für das Zelt gefunden und kaum steht es, flüchten wir vor dem Regen ins Innere. Und gehen auch nur raus, wenn es unbedingt sein muss, denn es hört nicht auf zu regnen und der Wind pfeift.
Im Vorzelt wird gekocht, die Schlafsäcke sind schön warm und wir glücklich und zufrieden.
Noch ist das Schlafen im Zelt ungewohnt, so wache ich in der Nacht doch regelmäßig auf. Während es anfangs noch regnet, hört es dann aber irgendwann auf. Um so mehr habe ich mich beim nächsten Aufwachen gewundert, dass unser Zelt innen so nass ist. Ach Gott, wir hatten vergessen später die Lüfter aufzumachen. So mache ich das morgens um 6:00 und als um 8:00 der Wecker klingelt, ist alles wieder trocken. Es weht also immer noch heftiger Wind, der Grund, aus dem sie auch erst mal zu waren.

Jaerven
16.10.2008, 17:14
Schöner Bericht
- eine Frage- waren die Männer vom NOT 2 alte Herren, Carstein und Jack?

Fjaellraev
16.10.2008, 17:56
Super Start :p
Das drängt mich natürlich endlich mit der Gegenrichtung anzufangen ;-)
Deine Beschreibung am Anfang sollte wirklich den letzten Leuten die der Meinung sind sie schaffen so eine Tour nie, die Angst davor nehmen. Ich konnte mit der Schilderung deiner Touren schon eine übergewichtige Schülerin aufmuntern die in Abisko von ihrer Klasse während eines Tagesausflugs zum dableiben verdonnert wurde...
Freue mich schon auf die weitere Fortsetzung.

Gruss
Henning

dingsbums
16.10.2008, 19:31
@Järven.

Danke. Leider kann ich dir nicht sagen, ob der eine Carstein oder Jack hieß. Es waren 3 Männer, davon könnte man einen als alten Herrn bezeichnen. Zwei hatten jeweils ihren Hund dabei und einer hieß Erik. Mehr weiß ich leider nicht mehr.

@Fjaellraev

Danke. Dauert ja noch ein bisschen, bis wir uns auch in meinem Bericht treffen. :-) Obwohl jetzt gleich schon mal die nächsten 3 Tage kommen.
Die haben die wirklich in Abisko 'sitzen lassen'? Irgendwie kann ich das gar nicht fassen. Oder lag es auch daran, dass sie sich nicht getraut hat? Finde ich aber klasse, dass du ihr von mir erzählt hast.

dingsbums
16.10.2008, 20:56
23.08. Wer hoch geht, muss auch wieder runter. (Zeltplatz am Leirvatnet - Lossihytta)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-6.jpg

Zum Glück ist Holger morgens aktiver als ich. Während ich es noch nicht schaffte, die kuschelige Wärme des Schlafsacks zu verlassen, insbesondere da es immer wieder nieselte und Hose und Softshell noch sehr klamm vom Vortag waren, hat er Frühstück gemacht. Nachdem ich allerdings brav mein Müsli gegessen hatte, gab es keine Ausreden mehr, raus aus dem Zelt.

Auch das Wetter wurde immer besser, die Sonne kämpfte hinter den Wolken. Zum Packen konnte ich mich aber gar nicht überwinden, also habe ich erst mal das Zelt abgewischt, war spülen und Wasser holen. Holger war darüber natürlich nicht böse. Durch den Wind konnten wir das Zelt dann auch fast trocken einpacken und gegen 11:15 ging es los.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-10.jpg

Ich hatte vorher im Internet nach Informationen über diese Etappe gesucht, alles was ich gefunden hatte, sah sehr steinig und anstrengend aus. So hatte ich schon einen gewissen Respekt vor dem Pass und dem Gletscher. Der Weg ging erst unten am See entlang, dann hoch zum Pass. Gar kein Problem und schon bald hatten wir den gröbsten Anstieg hinter uns und machten auf Höhe des Gletschers eine Pause.

Immer mal wieder verzogen sich die Wolken und gaben den Blick frei, erst auf den Gletscher, dann aber auch zurück zum See. Phantastisch - genau deswegen sind wir hier, welch eine Lebensfreude.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-13.jpg

Der Weg streift den Gletscher kurz und ganz leicht am Rande, auch das ein oder andere Altschneefeld muss überquert werden. Da das unser erster Gletscher in Lappland war, ein ganz besonderes Erlebnis.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-17.jpg

Allerdings gibt der Schnee zweimal unter meinem Fuss nach, das erste Mal kann ich noch abfangen, das zweite Mal mache ich den Käfer und falle rückwärts ins Schneefeld. Nichts passiert, aber ich lag erst mal ziemlich hilflos auf (und an) meinem Rucksack. Abschnallen, aufstehen, wieder aufsetzen, weiter.

Am höchsten Punkt dann ein netter kleiner See (wenn man die Pfütze überhaupt See nennen kann) mit blauem Eis und rot verfärbtem Schnee.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-18.jpg

Und dann haben wir wieder was gelernt, was wir eigentlich schon wissen. Wer bergauf geht, muss auch wieder bergab.
Während ich mir Gedanken darüber gemacht hatte, wie schwer wohl der Aufstieg wird, habe ich nicht weiter über den Weg nach unten nachgedacht. Das liegt wohl mit daran, dass die wenigen Berichte zwar viele Fotos vor und auf dem Pass, aber fast keine dahinter enthalten.
Tja, sieht bei uns nicht anders aus, denn die andere Seite ging in ein relativ trostloses (auf alle Fälle bei Schmuddelwetter) steiniges Tal, mit Betonung auf steinig.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-20.jpg

Das machte den Abstieg halt anstrengend und dann kamen noch zwei 'Unfälle' dazu.
Ein Stein rutschte unter meinem Fuss weg und ich stürzte, wieder ohne Schaden - außer ein paar blauen Flecken. Und dann brach die Spitze meines Wanderstocks ab, das war wirklich doof. Zum Glück war unter dem Teller aber noch eine kleine Spitze, so konnte ich ihn weiter benutzen. Diese restliche Spitze sah am Ende des Urlaubs aber ganz schön abgescheuert und noch kleiner aus.

Irgendwann entließ das Steintal uns in ein breites, grünes Tal, durch das der Fluss mäanderte - und sumpfig war es.
Und dann ging es nochmal leicht bergan - so hatten wir aber nicht gewettet!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-23.jpg

Hinter der Kuppe tauchte dann das Lossivatnet auf und der Ausblick bot sich an für eine letzte Pause. Das letzte Stück ging sich ungewohnt gut - nach Steinen jeder Größe, Form und Farbe den ganzen Tag kam dieser steinlose Trampelpfad mehr als gelegen. Und so erreichten wir kurz vor 20:00 nach einem langen Tag die Lossihütte.

Zum Glück waren unsere Sorgen bzgl. einer Übernachtung an einem Samstag in einer norwegischen Hütte in Nähe einer Straße unbegründet.
Holger ist da ein gebranntes Kind, unsere Nacht vor 3 Jahren in Rosta war für ihn Horror, ganz im Gegensatz zu Hennings Eindruck. ;-) http://forum.outdoorseiten.net/showpost.php?p=185054&postcount=12
Okay, das Abendessen damals war super lecker, aber während ich todmüde war und geschlafen habe wie ein Stein, hat er kein Auge zugetan, obwohl Henning ihm sein Bett abgetreten hat. Vielleicht hätte er auch die Einladung zu Rotwein und Höherprozentigem annehmen sollen.

Nun ja, in Lossi teilten wir uns die Hütte nur mit einer netten norwegischen Familie, obwohl - das war auch ein 'Weiberausflug', allerdings Oma, Mama und 3 Töchter im Alter von 7,6 und 3 Jahren, also lieb, ruhig und harmlos.

Eine Besonderheit dieser Hütte: Die Stromleitung vom Lossivatnet wird angezapft, so gibt es elektrisches Licht, Heizung und E-Herd. Naja, aber das Plumpsklo ist 'unversorgt', die Taschenlampe wurde also doch gebraucht.


24.08. Ein langer Tag (Lossihytta - Caihnavaggehyttene)

Der Tag startet mit Morgenroutine, vor allen Dingen der tägliche Kampf mit dem Müsli. Obwohl Lossi mitten in einem Blaubeerhang liegt, war ich gestern zu müde zum Sammeln und morgens geht sowieso nichts.
Meine Rettung ist die norwegische Oma, die uns leckere norwegische Salami schenkt, eine Spezialität der Region, erklärt sie uns. Habe ich mein Müsli etwa so missmutig angeguckt? Auf jeden Fall schmeckt die Salami zum Abschluss (geht auch ohne Brot :-) lecker.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-30.jpg

Es ist ein strahlender Sonnentag und Lossi liegt einfach phantastisch. Irgendwie können mich bei dieser Natur selbst Stromleitung und Straße nicht stören, es ist einfach zu schön.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-32.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-33.jpg

Heute ist hier in Lossi irgendein Event vom NOT, insbesondere auch für Kids. Die Norweger haben uns vorgewarnt, gegen 12:00 soll es los gehen.

Wir brechen aber schon um 10:30 auf, richtig früh für uns.

Allerdings begegnen wir dann auf dem Weg zur Straße einem Großteil dieser Besucher, mehr Leute, als wir den ganzen Rest der Wanderung sehen werden.
Meistens beschränken wir uns auf ein 'Hej', manchmal wechseln wir auch ein paar Worte. Insbesondere unsere schweren Rucksäcke bedürfen anscheinend einer Erläuterung.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film2-34.jpg

Der Weg führt uns erst den Hang hinab ins Tal, dort wartet dann die erste für Norwegen typische Holzwackelbrücke. Dann zieht sich der Weg leicht zur Straße hoch, teilweise durch Wald (oder eher Möchtegernwald, bei solch auseinander stehenden Krüppelbirken), der Schatten ist bei diesem Wetter aber willkommen.

Danach müssen wir ein gutes Stück der Straße folgen. Gleich zu Beginn kommen zwei Autos vorbei, wollen uns aber leider nicht mitnehmen.
Irgendwann kommt ein drittes Auto, ich weiß in dem Moment aber nicht, wie weit es noch ist, wäre ja peinlich, wenn wir gleich da sind. Also halte ich keinen Daumen raus, muss dann aber nach einem Blick auf die Karte feststellen: Es hätte sich noch gelohnt.
Aber erstens hätte er bestimmt sowieso nicht angehalten und zweitens sind wir schließlich zum Wandern hier. ;-)

Bald ist der See erreicht, wir verlassen die Straße, machen erst mal Pause am See und dann geht es bergan.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-6.jpg

An der Brücke müssen wir uns entscheiden: Um den Berg rum oder über den Pass? Holger überlässt das mir, ich bin die Schwächere in unserem Team.
Ich denke zwar kurz darüber nach, schließlich müssen wir wieder auf 1300m und der Weg war als 'Steinweg-Variante' ausgeschildert, aber in meinem Inneren ist es keine echte Frage. Das Wetter ist phantastisch, und ich lasse mir bestimmt nicht die Gelegenheit entgehen, bei diesem Sonnenschein eine Wanderung über den Pass, am Gletscher vorbei, mit grandioser Aussicht zu machen.

Es war faszinierend, wie leicht der Aufstieg war. So steinig der Pass von unten auch aussah, es gab immer einen Weg, der doch noch über Moos ging. Später kamen noch ein paar Steine, aber definitiv weniger als erwartet.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-11.jpg

Natürlich gab es nach dem Anstieg wieder eine Pause, die Aussicht war toll, allerdings stand die Sonne schon über dem Gletscher, es blendete und so gibt es kaum Fotos davon.

Oben passieren wir wieder einen schönen kleinen Eissee und dann beginnt auch schon der Abstieg.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/25/medium/Film3-16.jpg

Der wird leider nochmal etwas eklig, denn gleich am Anfang ist der Berg eher terassenförmig, da muss man genau gucken, wo man gut runter kommt.
Einmal wählen wir einen Weg, der wieder über ein Schneefeld führt, das mich nicht hält. Es sind zwar nur 3-5m, aber wieder hingefallen, Rucksack abgeschnallt, aufgestanden, weiter, das kostet Energie und Nerven.

Und der Körper wir so langsam müde und wäre gerne schon unten. Also darf ausnahmsweise Holger vorgehen und ich lasse mich 'ziehen'.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-17.jpg

Eine letzte Pause muss aber noch sein, mit Aussicht auf den Caihnajavrrit und den See, an dem die Hütten liegen. Während wir schon im Schatten sitzen, strahlen die Hänge gegenüber in der Sonne.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-20.jpg

Um 20:30 sind wir dann endlich an den Hütten und ziehen in der größeren ein, zusammen mit zwei Norwegerinnen, die heute den gleichen Weg gelaufen sind, gestern aber in der anderen Hütte waren.

Viel passiert nicht mehr, waschen, essen, Zähne putzen, Bett. Morgen wollen wir früh raus, denn unser Ziel ist Skoaddejavri, wir wissen aus Erfahrung, dass der Weg ab Caihna über den Pass anstrengend ist, und danach sind wir noch lange nicht da.

Vielleicht noch eine kurze Erläuterung zu 'Also darf ausnahmsweise Holger vorgehen'. Als wir vor 6 Jahren unsere erste gemeinsame Tour starteten, ist am Anfang Holger als der Erfahrene vorgegangen.

Das ging gut, bis wir den ersten Anstieg zu bewältigen hatten. Da werde ich aufgrund meines Gewichts immer langsamer. Holger hat zwar regelmäßig gestoppt und auf mich gewartet, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie frustrierend das ist, bis auf 5m ranzukommen, und dann zieht der andere ausgeruht weiter.

Also haben wir es beim nächsten Anstieg andersrum versucht, ich ging vor und stieg mein Tempo, und Holger hat sich dahinter gedulden müssen. Das war für mich viel besser, und so haben wir es dabei belassen.

Ich gehe im Allgemeinen immer vor und gebe als Langsamere das Tempo an, Ausnahmen wie oben kommen aber vor.



25.08. Ein noch längerer Tag (Caihnavaggehyttene - Skoaddejavrihyttene)

Heute sind wir was früher raus, es ist weit bis Skoaddejavri. Wie weit wissen wir nicht genau, Angaben für den direkten Weg haben wir nicht gefunden, die sind immer mit dem Schwenker über Gautelis. Holger hat ja ausgemessen, dass es 'nur' 20km sind, ich schätze aber, etwas weiter ist es doch.
Um 9:30 waren wir abmarschbereit, Wahnsinn!

Erstmal ging es über Steine zum oberen See und dann kam die Frage: Welchen Weg wählen wir?
Vor 2 Jahren sind wir auf unserer Wanderung Katterjåkk - Ritsem diese Strecke schon gegangen und haben wie alle anderen furchtbar geflucht. Es ist faszinierend, wie oft im Hüttenbuch das Wort Steine vorkommt. :-)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-28.jpg

Der offizielle Weg geht links (östlich) am See vorbei, im Anstieg muss man aber regelrecht über große Steine klettern.
Als wir damals oben waren, dachten wir uns, dass an der anderen Seeseite entlang und dann 'direkt' hoch bestimmt gut zu machen und vermutlich einfacher sei.

Wir haben uns das diesmal von unten nochmal angeguckt und dann entschieden es auszuprobieren.
Es ging sich wirklich gut. Ob die Strecke wirklich besser ist, ist schwer zu sagen, nach zwei Jahren ist die Erinnerung ja doch verblasst. Außerdem hängt es auch von Wetter und Tagesform ab, könnte dieses Jahr beides besser gewesen sein.
Aber wir waren mit unserem Weg sehr zufrieden und ich würde ihn wieder wählen, vorausgesetzt die Verhältnisse sind ähnlich. Ich schätze, früher im Jahr ist diese Variante wegen der Schneefelder indiskutabel und deswegen ist die andere Seite auch markiert.

Wir konnten noch ein gutes Stück über Grün gehen, dann über größere Steine, aber super zu gehen.
Das letzte Schneefeld reichte auch immer noch bis zum See, um die Steine unterhalb des Schnees schwappte das Wasser, aber man konnte es schon als Ufer bezeichnen.
Lustigerweise war unten am See, kurz bevor es hoch ging, ein einziger roter Stein. Wir waren also nicht die ersten auf dem Weg.
Auch der Anstieg lief super, es gab immer einen prima Weg über akzeptable Steingrößen. Ein kleines Schneefeld musste überquert werden, mittlerweile geht da sicherheitshalber der Holger vor. (Okay, das heißt noch lange nicht, dass der Schnee auch mich trägt, aber es ist trotzdem klug, ihn mal 'vorfühlen' zu lassen.) Ging sich aber super und war fest.

Oben angekommen gab es natürlich erst mal Pause und wir konnten (mit unserem super Fernglas) beobachten, wie unsere Mitbewohner ihren Weg (entlang der offiziellen Markierung) fanden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-30.jpg

Weiter ging es über Stein und Stein, allerdings fand ich auch das nicht so anstrengend wie letztes Mal. Ich war wohl einfach seelisch und moralisch schon darauf eingestellt.

An der Abzweigung Richtung Damm traffen sich dann lustigerweise drei Gruppen/Leute auf einmal. Wir kamen von Caihnavagge, ein deutsches Paar von Gautelis und vom Damm her war ein Norweger vom NOT unterwegs, der den Weg frisch markiert hat.
Mit dem 'Sprayer' aus Narvik haben wir uns etwas unterhalten, auch über den weiteren Weg. Er meinte, sein Auto steht am Damm an der Straße, er markiert jetzt weiter Richtung Gautelis bis zur nächsten Abzweigung und dann zurück die Strecke am See entlang.
Ich machte dann Witze, wir könnten ja am Damm auf ihn warten, er könnte uns ein Stück mitnehmen. Er meinte gerne, aber das sei ja nicht besonders weit, wenn wir an der Abzweigung nach Skoaddejavri schon wieder raus müssen. Womit er Recht hatte und auch wieder nicht, aber dazu später.

Nach einer kurzen Pause folgten wir dann seinen frischen Markierungen, es gab auch keinen Grund zum Klagen. Allerdings zog es sich ganz schön, bis wir dann endlich am Damm waren. Ganz am Schluss fehlten uns dann die Markierungen, aber auch so fanden wir zur nächsten Wackelbrücke. Tja, hier hatte er auch nicht gesprayt, meinte er später. Anscheinend war dieser Weg (über Felsen, hallo, kein Pfad) ihm zu eindeutig. :-)

Für uns begann der Marsch über die Straße, natürlich leicht bergan, nur um dann wieder runter zum See zu führen (und später wieder hoch). *grummel*
Auf dem Stück nach unten kam dann das Auto von hinten - und natürlich fragte ich unseren netten Sprayer aus Narvik, ob er uns das Stückchen mitnimmt.
Ich glaube, er war etwas verwirrt, warum wir für diesen einen Kilometer (viel weiter kann es nicht gewesen sein) extra einsteigen wollten.
Er hat keine Ahnung, was für einen Riesengefallen er mir getan hat.
Aber ich bin mir sicher, er hat es gerne gemacht, auch wenn er den Sitz erst mal zurückklappen und den Kofferraum halbwegs aufräumen musste.

Er hat uns sogar angeboten, uns nach Sitas zu fahren, aber wir sind doch lieber nach Skoadde gelaufen, um dort unseren wohlverdienten Ruhetag zu verbringen.
Aber mal wieder ein Beispiel dafür, wie freundlich die Menschen dort oben sind. Es sind schon einige Kilometer von der Abzweigung nach Narvik bis Sitas, die er für uns hin und zurück gefahren wäre.

Man hätte diesen einen Kilometer natürlich auch laufen können, aber es hat Zeit und Energie gespart und es war vor allen Dingen super für die Moral. Ich fand es klasse und so sind wir dann auch hochmotiviert weitergelaufen.

Der Weg war erst überraschend unsteinig, dann kam ein Stück mit dem unbeliebten Auf und Ab und dann ging es nochmal bergauf.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film3-37.jpg

Während einer Pause mit schönem Blick auf den Coarddajavri guckten wir schon ein bisschen ungläubig zum Pass hoch. Da sollen wir noch hoch? Muss wohl ... Manchmal sehen 200m in echt doch sehr anders aus als auf der Karte.

Dabei stellte sich uns ein bisher unbekanntes Problem. Wir mussten Richtung Sonne und die stand tief - Markierungen zu erkennen wurde zu einer richtigen Herausforderung. Es war nicht besser als im Nebel zu laufen - außer dass der Blick zurück um einiges besser war. :-)
Also: Hand über die Augen, Markierung erahnen und dann irgendwie in diese Richtung. Der Vorteil: Das Suchen nach einem Weg lenkte so vom Anstieg an sich ab, dass wir dann doch ruckzuck oben waren.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano4.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano31.jpg

Weiter über die Steinwüste und schon kommt der Skoaddejavri in Sicht. Mittlerweile geht Holger wieder vor, wir sind doch schon lange unterwegs. Er geht auch das genau richtige Tempo für mich. Man sieht also den See, aber wo ist die Hütte? Okay, am Ende es Sees, aber auch das ist doch schon in Sicht. Die Hütten sieht man aber wirklich erst, wenn man fast davor steht. In der großen Hütte wohnen 4 Leute mit Hund, wir gesellen uns dazu. Morgen ist Ruhetag und dann ist die große Hütte schon gemütlicher. Sie hat sogar eine Eckcouch!

Unsere Mitbewohner wollten eigentlich nur einen Tagesbesuch machen. Ihr Weg war aber so anstrengend und steinig, dass sie jetzt doch hier übernachten und morgen zur Straße zurückwandern. Na, da können wir uns ja auf was gefasst machen, schließlich haben wir übermorgen das gleiche Ziel. Interessanterweise unterhalten wir uns fast nur mit der Schwedin, während ihre drei Begleiter (ihr Freund und dessen Eltern) zwar Deutsche, aber eindeutig nicht gesprächig sind. Na, vielleicht sind sie auch einfach nur genauso müde wie ich.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano5.jpg

luschnouar
17.10.2008, 07:42
Super bericht und lässige fotos

grosses lob

dingsbums
22.11.2008, 16:27
26.08. Ein wohlverdienter Ruhetag (Skoaddejavrihyttene)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-7.jpg

Als ich um halb neun aufstehe, sind unsere Mitbewohner schon weg. Ich beschließe, den Tag ganz langsam anzugehen und lümmele mich erst mal auf die Eckcouch. Nachdem Holger aufgestanden ist, gibt es Frühstück, aber während er dann spült und sich um Holz kümmert, greife ich zu meinem Buch (schließlich will ich das nicht umsonst durchs Fjäll tragen) und genieße weiter die Eckcouch.

Holger badet sogar im See, ich verzichte aufgrund meines Hustens und Nießens erst einmal. Als mir dann aber nach einer Suppe zu Mittag schön warm ist, die Sonne sogar scheint, und die Hütte eingeheizt ist, gehe auch ich in den See. Hier mein Tagebucheintrag als Originalzitat: 'War das kalt und war das geil, ich habe sogar schnell Haare gewaschen. Und bei der ganzen Sache viele Töne von mir gegeben.'

Ansonsten wurde an dem Tag noch gewaschen, eins der wenigen Bilder unseres Ruhetags. Ich habe auch noch einen kleinen Spaziergang gemacht, allerdings wurde das Wetter immer ungemütlicher, und Blau- oder Moltebeeren gab es da oben auch keine. Schade. Angeblich gibt es in der Nähe des Grenzsteins Handynetz (sagte mal ein Zettel in der Hütte), aber wir hatten uns für 16 Tage abgemeldet, und ich hatte auch gar kein Verlangen nach Kontakt zur Zivilisation.


27.08. Der falsche Weg oder 22 km sind nicht genug (Skoaddejavrihyttene - Sitashyttene)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-10.jpg

Tja, der Titel sagt es schon. Wir haben uns heute mehr oder weniger verlaufen.

Aber fangen wir morgens an. Da uns ja ein langer Weg bevorstand (ca. 22 km), wollten wir eigentlich um 6:30 aufstehen. Ich habe Holgers Uhr zwar auch piepsen gehört, aber da wir allein in der Hütte waren, habe ich ihn im Gegensatz zu sonst nicht geweckt, um sie abzustellen. Und mich wie immer umgedreht. Tja, er hat sie nicht gehört, eine Stunde später sind wir dann aufgestanden. Morgenroutine (Kampf mit dem Müsli, Toilettengang, packen) - um 10:15 waren wir abmarschbereit.

Das Wetter war leider nicht so toll, alles zugezogen, Regen lag in der Luft.

Und jetzt kommt das Problem - bzw. erst war uns das gar nicht bewusst. Laut Karte gibt es zwei Wege zur Hütte, einer von West und einer von Ost. Da wir von Osten kamen, sind wir den Markierungen gefolgt, die den anderen Weg zeigten. Und die waren richtig gut. Und es ging sich auch prima. Und unerwartet früh sahen wir schon die Straße. Nach dem größten Teil des Abstiegs haben wir dann auch Pause gemacht. Irgendwie passte die Gegend zwar nicht so richtig zur Karte, aber das habe ich eher auf meine Unfähigkeit geschoben, Karten ordentlich zu lesen. Wir waren immer noch nicht misstrauisch, sondern nur begeistert, wie gut wir den Weg bis zur Straße gemeistert hatten. Was hatten denn unsere Mitbewohner nur für ein Problem?

Nach der Pause mussten wir dann unten über einen Fluss und dann los - ca. 16 km Straße erwarteten uns. Wir sind also schön marschiert, bis die erste Abzweigung kam. Rechts oder links? Das Gefühl sagte links, aber da sowieso eine Pause fällig war, wollten wir das noch in Ruhe verifizieren.

Tja, die Karte verwirrte mich einfach nur. So fit, dass wir schon an der Abzweigung sein konnten, bin ich einfach nicht. Außerdem passte die Gegend gar nicht mehr. Aber dafür haben wir ja ein GPS. Die Kombi von GPS und Karte machte es mir dann klar - wir sind von der Hütte nicht nach Westen, sondern nach Norden zur Straße gelaufen. Das hat unseren Weg nach Sitasjaure auf einen Schlag um 10 km verlängert. Na toll. Holger hat auch dementsprechend geguckt, als er meine Beobachtung verarbeitet hat.

Ich denke, man kann uns noch nicht mal einen Vorwurf machen, das passiert halt, wenn man markierten Wegen folgt. Und er war ausgesprochen gut markiert! Da es regnerisch und trüb war, konnte auch kein Sonnenstand uns davor warnen, dass wir in die falsche Richtung laufen.

Ich habe unser Erlebnis auch dem NOT per Email berichtet, mit dem Hinweis, dass man vielleicht in der Hütte eine Info aufhängen könnte, dass es mittlerweile drei Wege von der Straße nach Skoaddejavri gibt. Ich bekam auch eine sehr nette Antwort, mit der Info, der Weg sei nicht von ihnen markiert, sie hätten aber vor, die Markierung zu überprüfen (eigentlich unnötig, der Weg war top - also, wenn ihr auf einfachstem Weg nach Skoaddejavri wollt, nehmt den :-), und an der Stelle, wo die beiden Wege (West und Nord) sich teilen, ein Schild aufzustellen.

Zurück zu uns: Wir sitzen also da am Straßenrand und (nochmal Originalzitat) 'registrieren unseren Fehler und kotzen'. Aber es war nicht mehr zu ändern. Eigentlich war es ja auch gar nicht schlimm. Es hieß halt Straße laufen, auf ein Auto hoffen, das uns mitnimmt, und ansonsten, wenn wir es nicht bis Sitas schaffen, irgendwo zelten. Zum Glück sind wir ja flexibel.

Und während wir da so sitzen und das verdauen - kommt ein Auto, ein Pickup. Ich wusste, die müssen uns einfach mitnehmen, koste es, was es wolle. Wir haben ihnen unser Problem geschildert und sie meinten dann, es tut ihnen leid, sie könnten uns nicht helfen, sie müssten nach Narvik. Soll heißen, sie konnten uns nicht nach Sitas fahren - was ja auch kein bisschen nötig war. Sie nahmen uns aber gerne mit bis Ipto, also der Abzweigung am Iptojavri. Wir also Rucksack und uns auf die Ladefläche geladen und los ging die Taxifahrt durchs norwegische Fjell in Wind und leichtem Regen - aber es war toll. Es ging ganz schön auf und ab, das hätte ich nicht zusätzlich laufen wollen. Ich schätze, es sparte uns so ca. 4 km, aber vor allen Dingen war es genau das richtige zum richtigen Zeitpunkt, um die Moral wieder zu heben. Und es ist mal wieder typisch für die lokale Bevölkerung, dass sie darüber nachdachten, uns sogar weiter zu fahren, um uns zu helfen, und es bedauerten, dafür keine Zeit zu haben.

Nach unserer Taxifahrt standen die Chancen, nach Sitas zu kommen, wieder ganz gut. Also los: Straße schrubben. Nach ca. 5 km (das ist für mich richtig viel am Stück, Straße hin oder her) waren wir ungefähr an der Stelle, an der wir eigentlich zur Straße hätten kommen sollen und machten die nächste Pause. Der Hang, den wir wohl runtergekommen wären, sah aber heftig aus, und es war regnerisch (obwohl das Wetter so langsam besser wurde) - wer weiß, für was der falsche Weg gut war.

Und weiter wurde marschiert. Die Straße ging bergauf, bergab, Schweden, Norwegen, Schweden - und kurz vor der nächsten Abwzeigung (ja, jetzt waren wir wirklich da) gab es die nächste Pause - wieder ein riesiges Stück geschafft. Spätestens jetzt war klar - alles wird gut! Wir kommen gut an und das gar nicht mal soo spät. Also Kräfte gesammelt und weiter marschiert.

An der Abzweigung gab es eine Schranke, einfach so fährt also gar nicht jeder nach Sitas. Gut, das konnte uns jetzt egal sein. Obwohl: kurz hinter der Schranke warfen wir einen Blick zurück - und da kam ein Auto angefahren. Nachdem wir den 'ganzen Scheiß' gelaufen sind, kommt ein potentielles Taxi angefahren. Naja, man weiß ja nicht, ob die uns mitnehmen hätten wollen/können und wir hatten es schließlich auch so geschafft. Und ich war stolz drauf!

Der Weg führte uns noch durch ein gigantisches Tal und dann am See entlang. Die Landschaft heute war schon teilweise sehr schön und das Wetter wurde immer besser, aber so richtig genießen konnten wir es nicht. Aber ein bisschen schon! Und dann gab es nochmal ein interessantes optisches Phänomen, leider ohne Foto (wie den ganzen Tag, die Kamera war wetterfest im Rucksack). Hinter den Bergen lugte etwas ähnliches wie ein Regenbogen hervor. Allerdings war es eher so, als wäre ein Teil einer Scheibe zu sehen und die Farben waren von links nach rechts statt oben nach unten angeordnet. Keine Ahnung, wie man sowas nennt, aber es sah toll aus! Kann jemand mit meiner Beschreibung was anfangen? Schon mal gesehen?

Das letzte Stück zog sich natürlich, aber irgendwann tauchten die Hütten auf. Und mit ihnen jede Menge Zelte und Leute. Oh Gott, volles Haus, und wir hatten uns doch schon so auf ein Bett gefreut. Müssen wir etwa noch zelten? Ich spekulierte aber, dass bei einer so großen Gruppe vermutlich alle zelten müssen, alles andere wäre ja ungerecht. Und so ähnlich war es auch. Es war eine Schulklasse, die am Zelten war. Einer der Betreuer war ein sehr resoluter, junger Mann, der gleich meinte, in der kleinen Hütte sei nur ein Mensch, der könnte zu ihnen umziehen. Dieser Kerl war mit dem Boot draußen, kam aber gerade zurück, und der Lehrer lief zu ihm, erklärte ihm das, wir wurden sozusagen gar nicht mehr gefragt, und der andere räumte für uns die Hütte. Das war wirklich nett.

Und was mache ich in der Zeit, nach ca. 28 km Fußmarsch? Ich pflücke Blaubeeren fürs Müsli, ich wollte es selbst kaum glauben. Von der Schulklasse bekamen wir noch Erdbeerwackelpudding mit Vanillesoße als Nachtisch geschenkt, lecker.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich, sobald wir die Hütte bezogen, gar nicht mehr viel machte, ich spürte den langen Marsch doch. Aber Holger hat sich wie immer ganz lieb um Holz und Kochen gekümmert. Ich war fast zu fertig zum Essen, und es gab ja sogar Nachtisch. Aber wie meinte Holger - der rutscht noch runter. Und er hatte Recht.

Da ich mittlerweile doch ziemlich erkältet war, nahm ich noch ein Aspirin Complex und habe dann geschlafen wie ein Stein. Das nennt man wohl den Schlaf der Gerechten.

Fjaellraev
22.11.2008, 18:01
Ich habe mir, nach eurer Erzählung, die Sache mit den drei Wegen in Skoaddejavri natürlich genau angeschaut ;-)
Die beiden Wege in Richtung der Strassen gehen schon an den Hütten in unterschiedliche Richtung los, wenn man einmal die falsche Markierung gesehen hat, hat man gar keine Chance mehr... Wenn man es weiss sieht man natürlich beide Wege.
Immerhin findet man hier, anders als bei anderen norwegischen Hütten, die Wegmarkierungen gleich in Hüttennähe.

Gruss
Henning

dingsbums
22.11.2008, 18:54
Die beiden Wege in Richtung der Strassen gehen schon an den Hütten in unterschiedliche Richtung los, wenn man einmal die falsche Markierung gesehen hat, hat man gar keine Chance mehr... Wenn man es weiss sieht man natürlich beide Wege.
Aha. Die Mail von Sidsel klang anders: "The path you should have followed to get to Sitas the shortest way crosses this path not far from the hut."
Aber so oder so denke ich, man muss es einfach wissen und dann dementsprechend aufpassen.

Wenn ich mir allerdings deinen Bericht angucke ...

Kaum verlasse ich die Strasse ist wieder Markierungen suchen angesagt, im recht heftigen 200m Anstieg sind sie dann zum Glück recht eng und deutlich gemalt, ab und zu verliere ich zwar auch die, aber spätestens wenn es nicht mehr weiter geht ist klar dass ich vor kurzem wohl falsch um einen Stein rumgelaufen bin. Viele gangbare Routen gibt es durch diese Flanke sicher nicht.
... dann war unser Umweg vielleicht wirklich nicht so schlimm. Unser Weg ging sich super (waren wohl auch 100 Höhenmeter weniger), und im Regen deine Flanke runter macht vermutlich auch nicht viel Spaß.

Lustig finde ich, dass auch du auf dem Weg nach Skoaddejavri deinen Weg gegen die Sonne finden musstest - allerdings (und logischerweise) zu einer anderen Uhrzeit.

dingsbums
23.11.2008, 15:21
28.08. 'Bergauf war heute Horror!' (Sitashyttene - Zeltplatz am Baugevatnet)

Heute steckten mir wohl doch die vielen Kilometer vom Vortag in den Knochen, dazu kam die Erkältung. Fazit: ich wartete den ganzen Tag darauf, dass der Körper endlich auf Touren kommt, aber er wollte nicht so richtig. Damit war jeder Schritt bergauf noch anstrengender als sonst, aber egal. Auch so setzt man Fuß vor Fuß und kommt an seinem Ziel an.

Um 8:00 klingelte der Wecker, aber ich war erst mal faul. Aber gut, es half nix, das Müsli musste gegessen werden. Und ich hatte ja Blaubeeren! Da rutschte es gleich viel besser. Als Belohnung habe ich dann noch Vanillesoße pur genascht, liefert alles Energie für den Tag. :-)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-12.jpg

Nach den üblichen Morgenaufgaben waren wir um 11:00 abmarschbereit, Sitas lag im Sonnenschein. Die Schulklasse war auch gerade weg, allerdings musste sich der 'Umzieher' nicht über Ruhe freuen, denn für heute hatte sich schon die nächste Klasse angekündigt.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-13.jpg

Wir mussten erst noch ein Stück die Straße entlang und dann ging es mehr oder weniger gleich bergauf. Ich habe oben ja schon erwähnt, dass das heute furchtbar anstrengend war. Und natürlich war das noch nicht der Anstieg, sondern nur das übliche Auf/Ab-Vorgeplänkel.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano6.jpg

Vor dem Aufstieg selbst haben wir dann auch schon eine Pause gemacht, mit Blick zurück auf den Sitasjaure.

Auch im Anstieg war der einzige Trost der Blick zurück - die Aussicht war toll und das Wetter ziemlich gut. Auf der einen Seite gab es strahlende Sonne, die andere war recht bewölkt. Wir waren dazwischen und unser Wetter okay. :-)

Nachdem wir oben waren und der Weg flacher wurde, lief es auch wieder besser. Wir folgten noch ein Stück den Strommasten, aber dann suchten sie sich einen anderen Weg als wir - wir mussten eine Felswand hoch. So kam es mir von unten mal vor.

Die Karte zeigt drei Höhenlinien recht kurz hintereinander, die ich vorher übersehen hatte. Es ging sich dann auch ganz gut, es kam einfach unerwartet. Im Gegensatz zum in der Karte eingezeichneten Weg geht es dann aber nicht zurück zu den Strommasten (was wieder runter wäre), sondern gleich rüber Richtung Baugevatnet.

Und da angekommen war der Blick auf den See mal wieder toll! Auch der Abstieg immer quer durch die Flanke war harmlos. Unten angekommen erwartete uns dann noch ein 'Spaziergang' am See entlang bis zu unserem Zeltplatz. Am Ende des Sees haben wir uns dann schnell für einen Zeltplatz gleich unten am Seeufer entschieden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-20.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-19.jpg

Während Holgi wie immer das Zelt abspannt (er ist der Ordentliche in unserem Team, deswegen übernimmt er das Finetuning des Zeltaufbaus), gehe ich auf Blaubeersuche. Und werde fündig, das Frühstück ist also gerettet.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-21.jpg

Danach krieche ich in meinen Schlafsack und verlasse die Wärme des Zeltes nur noch für das Notwendigste. Ich widerstehe auch der Verlockung eines Bads im See - ich bin einfach zu erkältet, das Risiko ist zu groß.


29.08. Hütte mit Aussicht (Zeltplatz am Baugevatnet - Pauro)

Heute ging es nach Pauro und ich bin von der Lage einfach begeistert. Sollten wir da wieder hinkommen (und die Wahrscheinlichkeit ist hoch :-), müssen wir unbedingt für ein, zwei Tage da bleiben (sofern das Wetter es sinnvoll macht).

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-23.jpg

Um 6:00 werde ich wach und höre Regen auf dem Zelt. Als wir um 8:00 aufstehen, hat es aber wieder aufgehört, und wir frühstücken auf einem Stein direkt am See. Schön.

Um 10:45 sind wir dann abmarschbereit und kommen gleich an die nächste norwegische Wackelbrücke. Durch die vielen Fotos, die ich vorher im Internet gesehen habe, wusste ich ja, was uns erwartet. Und eigentlich sind die Brücken ja auch ganz harmlos - aber ein bisschen Respekt habe ich trotzdem immer, wenn ich sie überquere.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-24.jpg

Das Wetter war ganz nett, die Sicht gut, die Sonne hat sich immer wieder bemüht. So machen wir nach dem 'Anstieg des Tages' auch eine Pause mit schönem Blick auf den Kåbtåjaure.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano7.jpg

Wir wollen gerade weiter, da kommt er - Henning. Wir waren ja 'vorgewarnt', dass wir ihm begegnen würden, allerdings hatte ich erst ab Pauro mit ihm gerechnet. Nun, er war noch einen Tag schneller, eigentlich nicht wirklich verwunderlich.

Wer meinen Bericht bis hierhin gelesen hat, hat ja schon mitbekommen, dass wir Henning kennen, weil wir vor 3 Jahren ein Stück 'gemeinsam' von Gappo nach Vuoma gelaufen sind. Zwar habe ich ihn hier im Forum gleich wiedererkannt, war aber bisher immer nur Leser. Als ich aber kurz vor unserem Urlaub durch eine seiner Fragen zufällig sah, dass er dieses Jahr wieder in der gleichen Ecke wie wir unterwegs ist, habe ich ihn doch mal kontaktiert. Dabei stellten wir dann fest, dass wir uns tatsächlich begegnen werden, da wir fast den gleichen Weg laufen, nur in umgekehrter Richtung. Was wäre das wohl erst für eine Überraschung gewesen, wenn wir das nicht vorher geklärt hätten, sondern uns plötzlich im Fjäll gegenüber gestanden hätten.

Allerdings passt es ja zum Jahr der Wiedersehen. Erst die Tütenfrau, dann Dieter von Wildnis-Wandern, dann Henning und in Vaisaluokta trafen wir mal wieder Marianne. Leider kenne ich bisher niemanden sonst hier im Forum, aber das kann sich ja ändern, jetzt, wo ich 'aktiv' geworden bin.

Es war natürlich ein bisschen schade, dass wir Henning auf der Strecke und nicht in einer Hütte oder an einem Zeltplatz trafen. So verlängerten wir natürlich unsere Pause und tauschten Erlebnisse aus, speziell über die letzten Tage, da das ja jeweils der nächste Weg des anderen war. Aber auch das ein oder andere aus den letzten Jahren wurde erzählt. Trotzdem wurde es irgendwann Zeit weiterzugehen und so schulterten wir wieder unsere Rucksäcke und jeder zog seines Weges.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/pano8.jpg

Uns erwartete kurz später ein atemberaubender Blick auf Pauro und Umgebung. Der Bovrojavri (mit den Hütten in der Ferne), ein Riesengletscher (der Gihccejiekna) im Hintergrund und weitere Berge mit und ohne Gletscher. Einfach toll! Auch der Weg durch die Flanke runter zum See ließ sich wieder super laufen und wie am Vortag gab es zum Abschluss nochmal einen 'Spaziergang am See' bis zu den Hütten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-34.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-35.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film4-36.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-1.jpg

Kurz vor den Hütten stand ein Zelt am See, natürlich haben wir Hallo gesagt. Es wurde bewohnt von einem sehr netten Paar aus Bayern, die von Ritsem 'quer durch die Natur' bis hierher gewandert waren. Wir waren seit ihrem Start die ersten Menschen, denen sie begegneten. Allerdings waren sie überrascht, als wir ihnen erzählten, dass Henning sie am Morgen gesichtet hatte. Die beiden hatten noch mehr Proviant als wir dabei, für 18+2 Tage und sind so beide mit ca. 30 kg gestartet. Uff.

Nach dem Plausch mit den beiden ging es dann auf die letzten Meter bis zur Hütte. Die Wassereimer waren fast leer, also bin ich gleich mal runter zum See Wasser holen. Das war relativ weit, der Fluss neben der Hütte war aber mehr oder weniger trocken. Immerhin kam ich dabei an einem Blaubeerfeld vorbei, also war auch meine nächste Tätigkeit klar - und ich musste gar nicht mehr suchen. Holger kämpfte in der Zeit mit dem Ofen - bzw. er musste ihn erst mal säubern, bevor er Feuer machen konnte. Unsere Vorbewohner waren wohl nicht die Gewissenhaftesten.

Abends dann keine besonderen Vorkommnisse mehr. Wieder verzichteten wir auf ein Bad im See, also 'nur' waschen, Tagebuch schreiben, Abendessen, Snacks und Bett.

dooley242
23.11.2008, 19:08
Das hört sich interessant an. Irgendwann will ich da auch mal hin.;-)

Prachttaucher
25.11.2008, 12:52
Wir, das sind mein Freund Holger...Fotograf auf unseren Touren (also, falls euch die Bilder gefallen, lobt ihn :-)

:pLob!Lob!Lob!Lob!Lob!

kawajan
01.12.2008, 14:19
Hey super Bericht und klasse Leistung und natürlich auch sehr schöne Fotos . Werde wohl im 2009 die Gegend mit Freundin unter die Füsse nehmen .

Grüsslis Jan

casper
01.12.2008, 14:39
Auch von mir ein dickes Lob zum Bericht und dem Holgi eins für seine Foto's :grins:

Könntest du evtl. mal ne kleine Packliste posten, was ihr so an Krams alles bei euch hattet?

mossbrucker
07.12.2008, 22:55
Hej,
ich habe den Bericht gelesen und die Bilder angeschaut - super. Vielleicht trifft man sich ja mal - nicht unbedingt wieder in Abisko in einem fremden Zimmer ;-)
Liebe Grüße vom Bodensee
Dieter

dingsbums
11.12.2008, 00:38
Hier wie gewünscht unsere Packliste. Dank an Järven für die Zeit, als sie auf seinem Server lag.
Nicht gerade was für die UL-Fraktion, aber ich hatte auch schon erwähnt, dass ich bei meiner Größe nicht unbedingt (zu) wählerisch sein kann, was die Ausrüstung betrifft. Allerdings bin ich mit allem super zufrieden, habe keinen Grund zu Klagen.

8034

Sarekmaniac
12.12.2008, 13:40
Hallo!

Ein toller Bericht und wunderschöne Bilder! Vielen Dank Euch beiden. Wenn mich mal jemand fragt, was das Wort "Friluftsliv" bedeutet, ich sage ihm einfach, er soll das hier lesen.

Und wer dann noch Ausreden hat, sich vor einer Fjälltour zu drücken, dem ist eh nicht zu helfen;-).

Und danke auch, dass ich jetzt endlich weiß, wie man frische Eier durch die Berge transportiert (ich hasse Eipulver:kotz:)


Hinter den Bergen lugte etwas ähnliches wie ein Regenbogen hervor. Allerdings war es eher so, als wäre ein Teil einer Scheibe zu sehen und die Farben waren von links nach rechts statt oben nach unten angeordnet. Keine Ahnung, wie man sowas nennt, aber es sah toll aus! Kann jemand mit meiner Beschreibung was anfangen? Schon mal gesehen?

Sah es etwa so aus?

http://img254.imageshack.us/img254/6048/p1010653aeh7.jpg

Kommt glaube ich zustande durch sehr feuchte Luft, Nebel oder, wie in meinem Falle, feine Eiskristalle. Aber wie man das meteorologisch korrekt nennt, weiß ich auch nicht. ich würde vielleicht sagen, die Sonne hat einen Hof?

Schöne Grüße
Barbara

Jaerven
12.12.2008, 13:48
Sind sogenannte Halos (http://de.wikipedia.org/wiki/Halo_(Lichteffekt))

dingsbums
12.12.2008, 15:45
Und danke auch, dass ich jetzt endlich weiß, wie man frische Eier durch die Berge transportierthahaha
Na dann viel Spaß dabei! Wir taufen dich dann Tüte2 oder so ähnlich. ;-)

Zu den Halos - war es wohl nicht. Ich habe nochmal darüber nachgedacht und mich jetzt über Halos schlau gemacht. Unser Phänomen war doch eher ein Regenbogen, denn es war abends und im Osten. Ich habe mich schon gefragt, ob ich mir das doch eingebildet habe (sozusagen Hallus statt Halos nach 25 km), aber jetzt habe ich ein Bild im Netz gefunden, das ähnlich aussieht. (Und dabei viel über Regenbögen und andere Wetterphänomene gelernt.)

So ähnlich sah es aus, nur dass es noch aufgefächerter wirkte, vermutlich, weil es zwischen den Bergen herausguckte.

http://www.atoptics.co.uk/rainbows/images1/jmo3_r1_c1.jpg
http://www.atoptics.co.uk/rainbows/images1/jmo3_r2_c1.jpg
http://www.atoptics.co.uk/rainbows/images1/jmo3_r3_c1.jpg

Das Bild und die Infos dazu kommen von hier (http://www.atoptics.co.uk/rainbows/bowim38.htm).

Jaerven
12.12.2008, 16:26
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/f/fd/Zirkumzentialbogen2.jpg/800px-Zirkumzentialbogen2.jpg
eher so in der Art?

dingsbums
12.12.2008, 19:26
Ne, doch eher wie mein Bild. Die Farben waren nebeneinander, nicht übereinander.

Eins ist mal klar: Nächstes Mal, egal wie müde, egal wie schlecht das Wetter (obwohl es mittlerweile okay war ;-), die Kamera wird ausgepackt und ein Bild gemacht!

Jaerven
12.12.2008, 21:34
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f1/Parhelion_2005_close.jpg/800px-Parhelion_2005_close.jpg


also so...?

ein sog. Parhelion

dingsbums
13.12.2008, 13:51
Hm, das ist zwar schon ähnlicher, aber ich glaube immer mehr, dass es einfach das Ende eines profanen Regenbogens war. Allerdings dann ein wirklich breiter Regenbogen. Gegen ein Parhelion oder anderes Halo spricht meiner Meinung nach, dass 'unser bunter Fleck am Himmel' (bzw. eher kurz überm Horizont) im (Süd-)Osten lag und es schon abends gegen sieben war. Aber da natürlich die Erinnerung immer mehr verblasst und wir ja eben kein Foto haben, befürchte ich, wirklich wissen werde ich es nie. Aber egal, es war schön, und genau so habe ich es in Erinnerung! :-)

dingsbums
13.12.2008, 14:32
Und dann wandern wir doch mal weiter - damit wir auch mal in Vaisaluokta ankommen. :-)

30.08. Regenbogen und Rudern (Pauro - Zeltplatz am Márggojåkhå)

Heute erwartete uns zwar auch etwas Sonne - aber der Wind brachte sehr viel feuchte Luft mit sich. Das war so ein Tag, wo das Wetter grundlegend anders ist, je nachdem, wie man zum Wind steht. Rücken zum Wind - ach, ganz nett. Nase in den Wind - ih, es regnet. Auf alle Fälle packte ich zum ersten Mal meine Regenhose aus.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-7.jpg

Um 10:15 waren wir abmarschbereit. Durch die Kombination von Sonnenschein im Rücken und sehr feuchter Luft im Wind hatten wir unseren persönlichen Regenbogen direkt vor der Nase. Na, das passt ja zum Thema der letzten Beiträge. Aber das hier war eindeutig ein Regenbogen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-9.jpg

Relativ schnell war die Ruderstelle erreicht. Da es hier nur zwei Boote gibt, war klar, dass wir dreimal rudern müssen. Wir also Rucksäcke und Stöcke ins Boot gelegt, das Boot ins Wasser gelassen und Plan war, dass Holger rudert.
Ich bin zuerst ins Boot, dann Holger und dann saßen wir fest. Die Stelle war einfach zu flach und das Boot lag zu tief. Wir kamen nicht über die Steine drüber. Was tun, ohne nasse Füße zu bekommen?
Dann hatten wir eine gute Idee! Da mein Ende des Bootes besonders tief lag ;-), tauschten wir die Plätze. Das bedeutete logischerweise, dass ich jetzt rudern durfte. Lief aber prima und Holger erinnerte mich auch daran, die Daumen richtig zu halten. Bei meiner ersten Ruderaktion vor Jahren hatte ich danach nette Wundstellen an den Daumen, woher sollte ich auch wissen, wie man Ruder hält ...

Nur das Anlegen an der anderen Seite wollte nicht so richtig. Erst war die Stelle zu steil und tief, die zweite ging dann aber. Während Holger den zweiten Rucksack auslud, konnte ich das Boot dann aber nicht mehr am Ufer halten und trieb leicht ab.
Irgendwie fühle ich mich in einem kleinen Boot auf einem See nie so richtig wohl und bekam kurz ein ganz ungutes Gefühl, als ich so allein in diesem Boot saß und der Wind mich abtrieb. Deswegen war ich auch gegen Holgers Vorschlag, dass ich mit meinem und er mit dem anderen Boot zurückrudert. Eigentlich wäre das die clevere Lösung gewesen, aber in dem Moment war es mit anders lieber.

Ich also zu Holger zurückgerudert, und er ist mit dem zweiten Boot im Schlepptau zu mir gestiegen. Natürlich wurde genau da der Wind heftiger, es regnete jetzt auch mehr und beim Zurückrudern wurden wir so ziemlich abgetrieben.
Ich musste also erst mal wieder Richtung Anlegestelle. Im Nachhinein denke ich, das waren nur ein paar Meter, aber wenn man nix sieht (man sitzt ja mit dem Rücken zum Ziel) und beim Rudern das Gefühl hat, man kommt nicht von der Stelle, macht das nicht wirklich Spaß.
Zum Anlegen brauchten wir dann auch wieder mehr als einen Anlauf, bis eine passende Stelle gefunden war (schließlich war es immer noch genauso flach :-), aber danach ging es wenigstens prima.

Boot festgemacht, mit dem anderen zurück, hier gleich richtig angelegt, auch dieses Boot festgemacht (Henning verzeihe mir meine unprofessionellen Knoten, auch ich habe mehr als einen gemacht, wie unsere Vornutzer), und endlich waren wir fertig.

Diese Ruderaktion (ca. 3 x 30 Meter) kostete uns tatsächlich eine Stunde. Genauso lange brauchte ich damals für die 3 km bei Aktse - und dabei hatten wir uns dieses Mal noch nicht mal gedreht! Aber egal. Wir waren gut und sicher drüben, konnten weiterwandern und haben eine Anekdote mehr zu erzählen.

Danach ging es leicht bergauf, die Wolken rissen an verschiedenen Stellen auf, teilweise war es richtig sonnig, und wir konnten nochmal das tolle Panorama bei Pauro bewundern. Vor allen Dingen diese rotbraune Berg mit seinen Gletschern und Schneefeldern faszinierte mich.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-12.jpg

Hinter der Kuppe machten wir dann die erste Pause, die nächste Wackelbrücke in Sicht. Und zwei Wanderer, die sie überquerten. Die waren dann zwar erst wieder verschollen, auch sie machten wohl eine Pause, begegneten uns aber kurz später.

Es war das ältere Ehepaar, das Henning in Røysvatn getroffen hatte. Das ist ja irgendwie auch immer schön, wenn man dann die Leute sieht, von denen einem schon erzählt wurde. Und wenn wir mit 70 auch noch so durchs Fjäll wandern (können), bin ich mit der Welt zufrieden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-15.jpg

Diese Wackelhängebrücke hatte noch zwei Besonderheiten. Als erstes sind die Leitern nur angelehnt. In dem Moment, in dem man von der Leiter auf die Brücke tritt, gibt sie also nach und senkt sich ein gutes Stück ab. Und dann schwankte diese auch noch seitlich. Das lag vermutlich am Wind, aber während man an das Auf- und Abwippen ja schon gewöhnt ist, was das komisch.

Da wir mehrmals vor den schlechten Markierungen 'gewarnt' worden waren, haben wir im Folgenden immer weniger darauf geachtet. Wie hatte der ältere Herr so schön gemeint: 'Es geht ja immer am See entlang, da kann man sich nicht verlaufen. Und durch die Geröllfelder muss sowieso jeder seinen eigenen Weg finden.'

Ich zitiere da mal Henning (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=27791), genau auf dem gleichen Abschnitt der Weges:
Mit den Wegmarkierungen stehe ich auf der Strecke entlang des Sees etwas auf Kriegsfuss, ich achte einfach mehr auf Spuren als auf ihre spärliche Existenz, was zur Folge hat dass ich sie des öfteren irgendwo weit über mir wieder entdecke und um nicht an irgendeinem Felsen nicht mehr weiter zu kommen halt wieder zu ihnen aufsteige. Nur um das Spiel etwas später wieder zu wiederholen...Der einzige Unterschied bei uns: Wir waren permanent oberhalb des eigentlichen Weges. Ein Grund, dass wir die Markierungen schlecht wahrnahmen, wurde uns aber später klar. Unser Suchschema war noch auf norwegische Markierung eingestellt, aber wir waren in Schweden. Also orange statt leuchtend rot. Und irgendwie wirkten die Markierungen auch sonst anders, ich glaube, weil sie öfters auf tieferen Steinen waren.

Das Wetter blieb auch stabil, in der nächsten Pause zog ich sogar die Regenhose wieder aus. Nachdem wir den See hinter uns gelassen hatten, war das Tagesziel nicht mehr weit. Noch einen kleinen Hang hoch und dann war nur noch der Márggojåkhå zwischen uns und dem Zeltplatz. Wir hatten uns entschieden, noch zu waten, und auf der anderen Seite ein schönes Plätzchen zu suchen.

Erst wollten wir in Wanderschuhen durch den Fluss, doch nach den ersten zwei Metern entschieden wir, dass es unnötig kompliziert ist, eine Stelle zu finden, an der das machbar ist, kehrten um und packten zum ersten Mal die Crocs zum Waten aus. Gute Entscheidung, denn so war die Watstelle harmlos und wir sind einfach auf direktem Weg durch. Aber kalt war es trotzdem!

Nach dem Waten war dann schnell ein schöner Zeltplatz gefunden. Zum Abschluss gab es nochmal feuchte Luft mit einem letzten Regenbogen, aber eigentlich blieb es trocken. Obwohl Holger draußen kochte, aßen wir doch im Zelt. Ich war immer noch ziemlich erkältet und guckte weiter, meinen warmen Schlafsack nur für die nötigsten Aktionen zu verlassen.

dingsbums
24.01.2009, 21:52
31.08. Sonntags-, Sonnen-, Strandspaziergang und ein Labyrinth zum Abschluss (Zeltplatz am Márggojåkhå - Røysvatnhyttene)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-17.jpg

Nach einer unruhigen Nacht (wegen der Erkältung?) wunderte ich mich am Morgen über das Kondenswasser im Zelt - es regnete doch gar nicht. Ein Blick hinaus verriet den Grund: Es hatte Frost gegeben. Auf unserem Zelt war eine weiße Schicht. Allerdings verriet der Blick aus dem Zelt noch etwas: strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen und bald kam auch die Sonne über den Berg.

Nach dem Frühstück in der Sonne (kurz vorher hatte ich noch 15 Blaubeeren gefunden, mit denen ich die letzten Löffel meines Müslis aufmotzte) konnte auch das Zelt trocken eingepackt werden und um 10:20 ging die Reise los. Und natürlich gleich wieder über eine Kuppe ...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-21.jpg

Dahinter eröffnete sich uns aber ein toller Blick auf den nächsten See, der uns ein Stück begleiten sollte. Nachdem wir im strahlenden Sonnenschein den Blaubeerhang hinunter waren, beschloss ich unten, dass wir eine erste Pause machen, die ich auch gleich zum Pflücken von Blaubeer-Prachtexemplaren nutzte.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-22.jpg

Der See bot sich zwar leider nicht an, die Wasserflasche aufzufüllen (zu flach und sandig), allerdings zeigten uns die Spuren, dass man (insbesondere wegen des geringen Wasserstandes) sehr gut direkt am See entlanggehen kann.

Das zogen wir dann auch der 'Kletterei' über die 'Maulwurfs- oder eher Kamelhöckerhügel' vor, die uns auf dem markierten Weg erwartet hätten.

Wobei ich dann gleich mal wieder eine Frage an die Fachleute hier habe. Wie heißen diese 'Hubbel', über die bestimmt schon ganz viele von euch gelaufen sind? Nach etwas Recherche im Internet denke ich, es sind am ehesten 'Erdbulten, Frostbeulen, Hummocke, Thufure', bin mir aber nicht sicher ... Hat da jemand Ahnung von?

Unser Weg am See entlang ging sich aber super, mal Kies, mal ein paar Steine, aber alles schön flach. Allerdings wurde der Wind immer stärker und ganz schön frisch.

Aber trotzdem war es ein schöner 'Spaziergang' in der Sonne und ruckzuck waren wir an der Brücke - einer schwedischen, man erkennt es sofort. :-)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-25.jpg

Hier machten wir wohlverdiente Pause.

Der Weg danach wurde dann doch anstrengender als erwartet. Es ging grundsätzlich leicht bergan, das Anstrengende aber war das Auf und Ab und die Steine, über die man immer wieder musste.

Als wir am nächsten See ankamen, machten wir daher noch einmal eine kleine Pause und hofften, dass wir an dem genauso locker entlang könnten wie an seinem Vorgänger. Nein, sollte nicht so sein.

Während die Karte mutmaßen ließ, dass der markierte Weg sich schon so langsam an der Flanke hochzieht, war es in Wirklichkeit ein stetiges Auf und Ab, recht steinig und am Ende des Sees waren wir nur minimal höher als der See selbst. Ich denke aber, die Variante direkt am See wäre auch nicht besser gewesen.

So machten wir einfach nochmal eine kurze Pause mit Blick zurück, bevor es zum Endspurt ging.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-28.jpg

Und da kam das alte Problem: Wir mussten nach Westen, bergan, Sonne schon etwas tief - man ist fast blind. Aber auch so fanden wir unseren Weg.

Oben angekommen war das letzte Stück dann eine ganz neue Herausforderung. Die Gegend ist sehr felsig und von daher gibt es lauter kleine Seen - manche eher nur größere Pfützen :-). Da galt es einen Weg zu finden - bzw. hatte den ja netterweise schon vorher jemand gefunden und wir mussten nur noch die passenden Markierungen finden. Ohne die hätte man ganz sicher mehr als einmal umkehren und einen neuen Weg testen müssen - wie im Labyrinth.

Dann tauchte der Bjørnvatnet auf - na, da konnten die Hütten ja nicht mehr weit sein. Und genau, schon konnten wir sie sehen.

Da am nächsten Tag Ruhetag war, entschieden wir uns natürlich für die große Hütte. Wir hatten sie gerade aufgeschlossen, da tauchten hinter uns noch zwei Wanderer auf. Auch ein deutsches Paar, sie kamen heute aber aus Pauro - uff! Sie meinten, es wäre so windig gewesen, da wären sie lieber weiter gegangen als zu zelten. Sie haben dann die kleine Hütte bezogen. Ob es ihnen wichtig war, alleine zu sein - oder ob es nur daran lag, dass die kleinen Hütten breitere Betten haben - wer weiß.

Als wir ankamen, war es schon 18:30 und wir haben nicht mehr viel gemacht. Waschen, Abendessen, danach bin ich fast auf der Couch eingeschlafen. Also noch schnell Zähneputzen und ab ins Bett.



01.09. Luxus-Ruhetag mit frischem Brot und Sauna (Røysvatnhyttene)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-32.jpg

Obwohl ich besser schlief als die Nacht zuvor, drehte ich mich doch mehr, als mir lieb war. Und bin tatsächlich schon um 7:30 aufgestanden.

Allerdings ging ich den Tag ganz gemütlich an. Ich bin eigentlich nur vom Bett auf die Couch, der Schlafsack kam mit, Buch ausgepackt und gelesen. Holger hat aber gleich geräumt und gemacht.

Irgendwann sind unsere Nachbarn los, wir haben sie noch verabschiedet, waren aber nicht böse, bei dem Wetter in der warmen Hütte bleiben zu können. Draußen waren es 2 Grad, zwar sonnig, aber der Wind peitschte die Nebeltropfen gegen das Fenster. Daraus wurden zwischendurch sogar Schneeflocken. Mal zog es sich weiter zu, lockerte dann wieder auf, also eigentlich akzeptables Wetter. Trotzdem war es schön, in der gemütlichen Hütte zu hocken. (Nicht über das Wetter auf den Bildern wundern, die Fotos wurden am nächsten Morgen gemacht.)

Nach dem Frühstück hatten wir einen tollen Plan. Im Schrank hatte tatsächlich jemand Brotbackmischung und Trockenhefe liegen lassen. Was kann es nach 10 Tagen auf Tour besseres geben als frisches Brot! Also wurde der Ofen eingeheizt, es war so ein alter mit extra Fach zum Backen, phantastisch! Mein Rezept war eine Mischung aus Verständnis für die norwegische Anleitung und weiblicher Intuition - äh, Hausfrauenerfahrung. Das Brot wurde super und das 'Mittag'essen, bestehend aus Tomatensuppe und frischem Brot wurde ein Festessen!

Zwischendurch habe ich wieder gewaschen, vor allen Dingen meine Wanderhose war fällig.

Einen kleinen Spaziergang machte ich auch, aber das Wetter war dazu nicht wirklich einladend.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Film5-29.jpg

Etwas anderes lockte dafür um so mehr: In Røysvatn gibt es im Holzschuppen eine kleine Sauna, die mussten wir unbedingt testen. Toll! Allerdings ist der Raum sehr klein (2-3 Leute, je nachdem, wie gut man sich kennt), der Ofen aber groß genug für einen größeren Raum. Es war also sehr warm und beim ersten Gang habe ich es nicht sehr lange ausgehalten. Durchgang 2 und 3 habe ich aber sehr genossen und die Abkühlung im Fluss war klasse. Statt mich im Holzschuppen umzuziehen, bin ich dann nackt zurück zur Hütte und fragte mich noch kurz, was wohl wäre, wenn mittlerweile neue Wanderer angekommen wären. ;-) Waren aber nicht, die kamen später.

2 weitere Deutsche kamen gegen Abend an, sie kamen wohl von Sörfjorden, waren aber nicht sehr gesprächig. Vielleicht waren sie einfach nur müde und deswegen so muffelig, es ist aber schon auffällig und ungewöhnlich, wenn man keinen gemütlichen Plausch mit seinen Mitbewohnern hält. Am nächsten Morgen waren sie schon lockerer (ich dann eher nicht, ich bin schließlich der Morgenmuffel :-), und als wir sie dann 12 Tage später überraschenderweise in Abisko wieder sahen, waren sie richtig mitteilsam.

Bei uns gab es zum Abendessen mal keine Trekkingmahlzeit, sondern Tortellini mit Tomatensoße. Dann Snacks, Zähneputzen und ab ins Bett.

OttoStover
25.01.2009, 01:39
Facinating story, me and my wife walked there 3 years ago. We also slept in Pauro and then walked to Røysvatn. We also liked the sauna very much, fantastic how clean you feel after heating in the sauna and then cooling in the lake near by. The sauna at Hukejaure is even more fantastic, especially in the winter. But the sauna at Røysvatn is more quality, floor and everything.

Fjaellraev
25.01.2009, 09:18
Juhu es geht weiter :p
Am liebsten möchte ich gleich wieder los und die eine oder andere Ecke an der Strecke noch genauer, oder einfach bei einladenderem Wetter, erkunden. Mal schauen wann und auf welcher Route ich wieder in das Gebiet komme ;-)

Gruss
Henning

OttoStover
25.01.2009, 10:22
Henning if you want to visit this area, I think the easiest is to do like we did. We took the boat from Kjøpsvik in to the fjord called Sørfjorden. Here is a hydroelectrik power station. The boat runs dayly in the summer at least, outside season the power station has a boat in at least twice a week. In Kjøpsvik we got the keys for the private huts at Brynsvatn (Dambrakka) and Kjerringvatn.

They have now improved the track and in a cooperation with Gällevare kommune in Sweden they have called it Grensleden. Some info here (http://www.tysfjord.kommune.no/grenseleden.96273.no.html), there is also link to a video of the opening of the track.

You could also start from Ritsem and take the boat along the lake. But the prices there are horrendous (as often they are when samis are involved and have monopoly). I heard 2000 SEK , if you are 4 people then it is "only" 500 each. The boat from Kjøpsvik to Sørfjorden was 100 pro person.

dingsbums
26.01.2009, 01:25
The sauna at Hukejaure is even more fantastic, especially in the winter.
Haven't been in this one yet. We were in Hukejaure 3 years ago (http://forum.outdoorseiten.net/showpost.php?p=436688&postcount=128), but on the very last day before the hut was closing, so no sauna any more.
Although the hut warden (a very nice young girl, but at the moment I do not remember her name any more) told us a nice story about it.
It's not a official sauna and the hut warden who stayed year after year in Hukejaure just build it. He said that some day after a storm he found the wood at the lakeside. What is leading to the question: "Where did he find the oven?"

hotdog
26.01.2009, 12:23
Schöner Reisebericht, danke! Und beeindruckend, dass du dir 25 kg auf den Rücken schulterst.

Was mich aber ein wenig erschüttert: wenn du kein Müsli magst, wieso tust du dir das dann jeden Morgen an? Es gibt Alternativen (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=21529).

dingsbums
26.01.2009, 12:54
Was mich aber ein wenig erschüttert: wenn du kein Müsli magst, wieso tust du dir das dann jeden Morgen an? Es gibt Alternativen (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=21529).
Interessanterweise wurde meine Abneigung erst mir der Zeit immer schlimmer. Die letzten 2 Jahre habe ich es einfach damit versucht, ein Müsli zu suchen, das ich leckerer finde. Hat aber nicht so ganz funktioniert. Dabei habe ich dieses Jahr verschiedene gemischt und viele leckere Nüsse rein getan. Hat aber nicht wirklich geholfen.
Habe den Thread schon mal gelesen (nach unserer letzten Tour) und es klingt ja auch, als wären manche Sachen ganz gut. Allerdings frage ich mich, wieviel Grießbrei ich essen muss, damit ich die gleiche (nachhaltige) Energie habe, die Müsli liefert. Es hat nun mal diesen entscheidenden Vorteil!
Ich esse morgens sowieso nicht aus Hunger, sondern weil der Körper versorgt werden muss. Das ist wohl auch der Grund, dass es so gar nicht rutschen will. Als Obstfan bringen dann halt die Beeren den Anreiz, es doch zu futtern.
Ich werde aber dieses Jahr über Alternativen nachdenken und den Thread dazu nochmal in Ruhe durchlesen. Spätestens im nächsten Bericht gibt es dann Ergebnisse.

dingsbums
28.01.2009, 17:35
02.09. Auch 10 km können lang sein (Røysvatn - Zeltplatz am Rikkekjåhkå)

Heute war ich wirklich langsam, für ca. 10 km haben wir genauso lange gebraucht wie für eine 'normale' Etappe. Okay, wir haben wegen des schönen Wetters auch richtig lange Pausen gemacht, das kann genauso gut der Grund gewesen sein. :-)

Die beiden Jungs und wir haben die Hütte ungefähr gleichzeitig verlassen, allerdings hatten wir andere Ziele. Es war sonnig und tolle Sicht, aber auch kalt: Die kleine 'Pfütze' direkt vor der Hütte war zugefroren.

Wir also losmarschiert - und hatten ruckzuck die Markierung verloren. Wir hatten uns wohl für die falsche Seite eines Felsens entschieden. Da die grobe Richtung ja aber klar war, sind wir einfach weiter und haben dabei geguckt, den Weg bald möglichst wieder zu finden. Faszinierend wie schnell wir dann aber recht weit von der Markierung weg waren, als wir sie dann sichteten. Es war aber sicher kein großer Umweg, wir sind einfach nur etwas weiter östlich runter. Ansonsten waren die Markierungen aber super.

Heute kamen die 'Seitentäler', vor denen Henning und das ältere Ehepaar uns gewarnt hatten. Eigentlich ging es immer auf oder ab - das wohl mit der Grund, warum wir etwas länger brauchten heute. Das ist dann einfach anstrengend.


http://img141.imageshack.us/img141/4485/film537qf4.jpg[/IMG-L]
Am großen neuen Wegweiser vom Gränsleden haben auch wir ein Foto gemacht. Schön ist der ja nicht wirklich, irgendwie ein Monstrum mitten in der Natur.


[IMG-l]http://img231.imageshack.us/img231/2411/film63si8.jpg[/IMG-l]
[IMG-l]http://img98.imageshack.us/img98/258/film65nl3.jpg[/IMG-l]
Bevor es dann runter zur Watstelle ging, haben wir im Sonnenschein, neben einem Blaubeerfeld, mit herrlicher Aussicht eine lange Pause gemacht. Toll war der Blick auf das Akkamassiv - vor allen Dingen mit unserem geilen Fernglas!


[IMG-L]http://img147.imageshack.us/img147/98/film66yk9.jpg[/IMG-L]
Auf dem Weg nach unten kam uns ein nettes deutsches Paar entgegen, denen wir schon angekündigt worden waren. So begrüßten sie uns gleich auf Deutsch und wir hielten ein Schwätzchen, bevor es weiter ging. Der Abstieg zog sich dann aber ganz schön hin, irgendwie hatte es kürzer ausgesehen. Aber irgendwann waren wir da, Schuhe wechseln und durch. Kein Problem, nur sackekalt. Deswegen gucke ich wohl auch so angestrengt. :-)

Während das Waten problemlos war, habe ich es dann aber geschafft, beim Füllen der Wasserflasche wegzurutschen und mir den Zeh an einem Stein zu stoßen - deppisch. Und während die Crocs ja an den Gummistellen gut puffern würden, bin ich halt an der Stelle mit Loch gegen den Stein gerutscht. Vielleicht brauche ich doch auch die Off Road Variante, die vorne zu ist ... Allerdings war die Verletzung sehr harmlos, also egal.


[IMG-L]http://img98.imageshack.us/img98/2325/film67mi9.jpg[/IMG-L]
Nach der Watstelle ging es wieder länger bergauf - was auch sonst. :-) Dabei kam uns dann ein nettes älteres norwegisches Ehepaar entgegen - tatsächlich mal keine Deutschen. Natürlich haben wir auch mit denen einen Schwatz gehalten, bevor es weiter ging. Schon bald danach (das Bergauf wollte nicht enden) machten wir nochmal Pause. Wieder mit Blick auf Akka und weitere Berge und Gletscher in der Umgebung - schön!
[IMG]http://img98.imageshack.us/img98/9923/pano10zi5.jpg

Das letzte Stück bis zur zweiten Watstelle und damit auch unserem Zeltplatz zog sich nochmal ganz schön, immer wieder ging es auf und ab und nein, es war immer noch nicht das Tal mit dem Fluss. Aber dann war er da. Nochmal Schuhe wechseln, wieder eine ganz harmlose Watstelle, Schuhe zurückwechseln und Zeltplatz suchen. Wir stiegen noch ein paar Meter den Hang hinauf, beschlossen dann aber, dass der See zu weit ist und zelteten doch unten gleich am Fluss. Dort gibt es auch schöne Zeltplätze, wir hätten gleich dort bleiben sollen.

Das norwegische Paar hatte an den Seen bei Jiegnajavrasj gezeltet, aber bis dahin war es uns eindeutig zu weit. Als wir am nächsten Tag dort entlang kamen, fragte ich mich noch kurz, wo in dieser 'Mondlandschaft' sie wohl einen Zeltplatz gefunden haben, aber sicher gibt es genügend, wenn man wirklich danach guckt.

Nachdem das Zelt aufgebaut war, saßen wir faul in der Sonne, tranken den restlichen Tee, dazu gab es von unserem selbstgebackenen Brot und Salami, ach wie ist das Leben schön. Als die Sonne hinter dem Berg verschwand, wurde es aber merklich kühler. Also rein ins Zelt, Abendroutine und schlafen.

dingsbums
28.01.2009, 18:16
03.09. Zelt im Regen (Zeltplatz am Rikkekjåhkå - Zeltplatz am Valldajåhkå)

Morgens sind wir wieder aufgewacht mit einer weißen Schicht auf dem Zelt und dementsprechend Kondens im Zelt. Nur leider gab es diesmal keine Sonne, die trocknen half, alles war bewölkt. Aber immerhin war es trocken, wir wollen uns also nicht beschweren. Um 10:30 waren wir abmarschbereit.

[IMG-L]http://img91.imageshack.us/img91/9927/film617gz4.jpg[/IMG-L]
Die Landschaft wurde sehr felsig, zum Glück war es trocken. Nur die schwarz bewachsenen Felsen gingen gar nicht - keine Ahnung, was darauf wuchs, aber die waren sauglatt, da konnte man keinen einzigen Schritt drauf machen.

Natürlich gab es auch wieder Seitentäler, aber es ging sich wirklich gut. Es ging dann durch die 'Mondlandschaft' an den Seen vorbei und bald darauf kam schon der Abstieg ins Tal, an einem Bach entlang. Dabei am Gefährlichsten war das ein oder andere Ripa, das wir aufgeschreckt haben. Wenn die dann durchgestartet sind, habe ich mich immer erschrocken. :-)

Unten angekommen kam man in Wanderschuhen durch den Fluss und natürlich war die nächste Pause fällig.

Der weitere Weg, der auf der Karte so schön harmlos aussieht, hatte es aber in sich. Er zieht sich ja mehr oder weniger auf einer Höhe am Hang entlang, aber immer wieder gab es steinige Passagen, die überklettert werden wollten. Wir machten auf dem Stück tatsächlich zwei oder drei Pausen, so anstrengend fand ich es. Allerdings muss ich auch sagen, dass meine Erkältung einfach nicht besser werden wollte, deswegen waren die letzten Tage sowieso sehr anstrengend. Das führte auch zu einer Änderung unserer Pläne, aber dazu später.


[IMG-L]http://img149.imageshack.us/img149/3459/film621lz4.jpg[/IMG-L]
Der Blick aufs Tal unterwegs war immer sehr nett, wenn wir auch 'mit Schrecken' mehr und mehr Bäume gesehen haben. Das letzte Stück ging sich dann auch beser, obwohl es mehr und mehr sumpfig wurde.

Der markierte Weg macht dann einen 'Knick' nach rechts, aber wir hatten mehrfach gehört und gelesen, dass es sinnvoll ist, einfach weiter zum Valldajåhkå zu gehen und dort zu waten. Dort wollten wir dann auch zelten.

Gut, haben wir auch gemacht, man spart wohl ca. 4 km. Tja, sumpfig war es auf dem Stück aber schon und wir mussten ein bisschen nach gangbaren Passagen suchen. Aber es klappte ganz gut und so standen wir um 18:00 am Fluss und es stellte sich die Frage, auf welcher Seite wir einen Zeltplatz suchen sollten.

Ich hatte irgendwie keinen Bock mehr auf Schuhe wechseln und kaltes Wasser, so haben wir uns entschieden, auf unserer Seite zu bleiben. Relativ schnell war ein akzeptabler Zeltplatz gefunden und während Holger das Zelt abspannte, ging ich nochmal runter zum Fluss Wasser holen.

Eigentlich hatten wir das Zelt noch kurz im Wind stehen lassen wollen, da es morgens doch mit etwas Kondenswasser eingepackt worden war, aber da spielte dann das Wetter nicht mit. Kaum stand das Zelt, fing es an zu regnen, wir also schnell rein. Es war also vermutlich eine gute Entscheidung, auf dieser Seite des Flusses zu bleiben. Glück gehabt. Nur wollte der Regen dummerweise gar nicht aufhören.

Also wurde im Vorzelt gekocht. Das Zelt haben wir nur noch für das nötigste verlassen. Und da ich keinen Sinn darin sah, dass meine Hose, die ich ja sowieso runterlassen muss, dabei nass wird, bin ich halt unten ohne, oben aber in voller Montur mit Regenjacke raus. Gut dass man allein in der Natur ist, sowas ist bestimmmt ein Bild für die Götter. :-)




04.09. Eine überraschend schöne Etappe (Zeltplatz am Valldajåhkå - Schutzhütte Rautojaure)

Es regnete die ganze Nacht, das hat natürlich morgens nicht gerade motiviert. Zwar nur ein leichter Regen, aber es wollte einfach nicht aufhören. Also Rucksack im Zelt packen, raus, Zelt abgewischt, aber doch nass eingepackt, und los ging's, mittlerweile war es auch schon 11:00 Uhr.

Als erstes mussten wir jetzt natürlich durch den Fluss, ui, war das kalt! Aber auch diese Watstelle war kein Problem, um 11:30 standen wir, schon wieder in Wanderschuhen, auf der anderen Seite. Wir hatten eine gute Stelle gefunden, so dass wir mit ganz wenig Sumpf direkt auf den Wanderweg kamen.

Da wir schon zwischen ersten Bäumen gezeltet hatten, hatte ich ja 'befürchtet', die Etappe heute ginge komplett durch Wald. So fing es auch an, aber dann kam die Überraschung. Wir gingen doch regelmäßig oberhalb der Baumgrenze. Buntes Fjäll mit diesen mal dunkel- mal feuerrot leuchtenden Pflanzen, toll! Mal ein Wasserfall zur linken, darüber schneebedeckte Hänge. Und dann das Stück mit konstantem Blick auf das Tal des Valldajåhkå. Wahnsinn!

Auch das Wetter war immer besser geworden, es gab zwar regelmäßig feuchte Luft, aber auch die Sonne zeigte sich. So lag das Tal mehr oder weniger in der Sonne und der Blick ging bis zum Akkajaure. Dazu ein leichter Regenbogen, toll. Leider war die Kamera im Rucksack.

[IMG-L]http://img136.imageshack.us/img136/9758/film622ju4.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img231.imageshack.us/img231/737/film623ow5.jpg[/IMG-L]
Aber es gab mehr und mehr Waldabschnitte und da zog sich der Weg dann doch. Die einzigen Fotos des Tages sind von der Rast an einer der Brücken. Dass es die (in unserer Laufrichtung) erste Brücke des Weges nicht gibt, sei noch kurz erwähnt. Ich habe nicht genau drauf geachtet, kann mich aber an gar keine Stelle erinnern, wo eine Brücke sinnvoll gewesen wäre. Es sollte sie also keiner vermissen.

Um 18:00 Uhr kamen wir an der Schutzhütte Rautojaure an und beschlossen, dort die Nacht zu verbringen. Wir bauten das Zelt direkt neben der Hütte auf (der Platz reicht gerade so), einmal in der Hoffnung, dass es trocknet, zum anderen hätten wir natürlich nicht in der Hütte übernachtet, wenn jemand sie dringender gebraucht hätte. Da wir aber die einzigen blieben, haben wir in der Hütte geschlafen, aber darauf verzichtet, ein Feuer zu machen und Holz zu verschwenden. Das Zelt haben wir dann schnell abgebaut, als es anfing, wieder zu regnen. Es war zwar immer noch nicht trocken, aber besser als morgens.

Ich war zum See Wasser holen, Blaubeeren pflücken, und nachdem wir dann gegessen hatten, wurde mir auch wieder warm. So hockten wir dann schön in der Schutzhütte, wurde richtig gemütlich.

Und ich wurde ein bisschen melancholisch. Morgen würden wir nach Vaisaluokta kommen und der 'Weitwanderwegteil' unseres Urlaubs war vorbei. Ursprünglich wollten wir nach einem Ruhetag in Salto noch ein Stück Kungsleden nach Kvikkjokk laufen. Allerdings waren die letzten Tag mit meiner Erkältung doch so anstrengend gewesen, dass ich befürchtete, dann nicht erholt, sondern fix und fertig aus dem Urlaub zu kommen. Das wollte ich auch nicht. So planten wir um und blieben ein paar Tage in Saltoluokta und dann in Abisko. Das war auch ganz toll, aber eine Fernwanderung ist einfach was anderes. Außerdem hatte ich mich schon so auf Skierfe (in Sonnenschein, immer optimistisch sein) gefreut. Na, wir kommen ja wieder ...

Prachttaucher
28.01.2009, 18:29
Tolle Tour und sehr lebendig geschrieben..



...Nur die schwarz bewachsenen Felsen gingen gar nicht - keine Ahnung, was darauf wuchs, aber die waren sauglatt, da konnte man keinen einzigen Schritt drauf machen....
...

Eine Algenart ? Kenne ich vom Paddeln, mache da immer einen großen Bogen um alles schwarze. Wie Schmierseife. Ein Sturz ist eigentlich meine größte Sorge auf Solotour.



..... Außerdem hatte ich mich schon so auf Skierfe (in Sonnenschein, immer optimistisch sein) gefreut....

:( Kann auch sein, daß man dort ist und nur dicke Suppe...

dingsbums
28.01.2009, 18:37
:( Kann auch sein, daß man dort ist und nur dicke Suppe...
Das hört sich ja fast nach eigener Erfahrung an. Ich war ja schon mal bei akzeptablem Wetter da. Aber tragischerweise war das Wetter letztes Jahr der Knaller zu der Zeit, als wir auf Skierfe gewesen wären. Allerdings war die Aussicht von Lulep Kierkau und Njulla dann auch nicht schlecht - Bilder folgen.

Prachttaucher
28.01.2009, 22:26
Ist eher schwierig, wenn man einen bestimmten Tag eingeplant hat und da soll´s dann genau passen mit dem Wetter. Andererseits wenn man sonst 2 schöne Wochen hatte, ist´s dann auch nicht so wichtig. Damals hätte ich allerdings auch noch kein Zelt mitgehabt, das ist sicher auch schön...

Gruß Florian

dingsbums
30.01.2009, 23:15
05.09. Schwedische Hütte mit Marianne (Schutzhütte Rautojaure - Vaisaluokta)

[IMG-L]http://img294.imageshack.us/img294/429/film625mi1.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img294.imageshack.us/img294/7836/film627vq5.jpg[/IMG-L]
Heute war also unser letzter 'Wandertag'. Kaum zu glauben. Wir sind tatsächlich gegen 7:00 Uhr schon aufgestanden. Aber wir waren ja auch früh im Bett gestern. Keine Besonderheiten am Morgen, Müsli ist mit Blaubeeren gut gerutscht, aber seit ein paar Tagen schon trinke ich morgens Tee statt Kaffee. Ich bin eindeutig krank! :-)

Um 9:30 Uhr waren wir abmarschbereit, es regnete ganz leicht. Das Softshell reichte, aber meine Entscheidung, auf die Regenhose zu verzichten, war eigentlich idiotisch. Viel zu viele Sträucher, die die Beine streifen, aber schlimm war es nicht.

Heute ging es zum großen Teil durch Wald, um so schöner war es, wenn man zwischendurch einen freien Blick hatte. Den ersten nach ca. 1 Stunde nutzten wir schon für eine erste Pause mit Blick auf den See. (Hier das Bild zeigt aber noch den See gleich an der Hütte.)


[IMG-L]http://img89.imageshack.us/img89/9264/film630wn8.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img89.imageshack.us/img89/926/film631td0.jpg[/IMG-L]
Manchmal führte der Weg durch 'riesige' Sumpfgebiete, dann war er komplett mit Holzplanken ausgelegt. Auf einem dieser Abschnitte gab es einen tollen Blick zum Akka. Weiß ist er geworden!


[IMG-L]http://img218.imageshack.us/img218/4607/film633we4.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img228.imageshack.us/img228/7998/film634ef3.jpg[/IMG-L]
Ab und zu lachte auch heute die Sonne durch. Am Akkajaure angekommen machten wir nochmal Pause. Dort war es wirklich schön. Wir saßen da mit Blick auf den See, den Akka, die Berge gegenüber. Dass genau da mal wieder ein paar Tropfen fielen, hat nicht gestört.

Es lagen noch 4 km vor uns, da dachten wir, das wird ein letzter Spaziergang am See entlang. Irgendwie fühlte man sich auch schon fast angekommen, so am See. Tja, weit gefehlt. Das letzte Stück ging komplett durch Wald, war also nix mit Blick auf den See. Es hatte richtig steinige Abschnitte, war anstrengend, es regnete zwischendurch und dann hatten wir einmal auch noch den Weg verloren. Na toll.

Da habe ich auch kurz 'gestreikt', ich machte nochmal Pause. Und so saß ich mitten auf einer abgebrannten/gemähten 'Lichtung' auf ein paar Bausteinen, die in der Mitte lagen, während Holger dann den Weg überprüfte. Zu dieser Lichtung waren wir schon wieder ein paar Meter zurück gelaufen, und während ich da so saß, erkannte ich plötzlich auch, wo der Weg wohl weitergehen soll. Tja, mannhohes Gras kann tückig sein.

Die letzten 1,5 km waren dann nicht mehr so schlimm, aber wir waren beide froh, da zu sein. An der Hütte wurden wir dann sehr freundlich begrüßt - von Marianne! Das war eine nette Überraschung, zumal wir uns dieser Tage noch über sie unterhalten hatten. Eigentlich ist sie ja zu alt, um noch Hüttenwart zu sein, aber auch andere haben schon über die 'Ausnahmeklausel' berichtet ... http://forum.outdoorseiten.net/showpost.php?p=436884&postcount=33. Sie meinte allerdings, sie sei nur für die letzten Tage gekommen.

Die rechte Hälfte der Hütte war schon recht voll, Marianne meinte, wir sollten uns erst mal in die linke setzen, aufwärmen und trocknen, es könnte aber sein, dass wir noch umziehen müssten. Es wurde noch eine Schulklasse erwartet, deren Gepäck lag auch schon in der Hütte unter den Betten.

Und dann schenkte Marianne uns noch Gurke, Tomate und Paprika. Nach 2 Wochen weiß man frisches Gemüse erst wieder so richtig zu schätzen!

Da es auch auf dieser Seeseite Handyempfang gibt, habe ich dann meine Mutter angerufen, um zu melden, dass es uns prima geht. Komisch ist das aber schon, wenn man einerseits immer noch mitten in der Natur ist, kein Strom, Wasser wird im Eimer geholt, und andererseits zückt man dann sein Handy und ruft in Deutschland an. Aber meine Mutter hat es sehr gefreut, von uns zu hören.

Und dann habe ich auch noch gleich in Saltoluokta angerufen, um zu klären, dass sie ein schönes Doppelzimmer für uns haben.

Ach ja, und die Kunde aus der Heimat sagte, der FCK startete gut in die Saison. Das war kaum zu glauben!


[IMG-L]http://img142.imageshack.us/img142/8968/film635kp3.jpg[/IMG-L]
Die Schulklasse kam dann nicht mehr, dafür aber 2 Männer, die das Gepäck abholten. Wir haben ihnen geholfen, alles unter den Betten rauszuziehen und dann runter zum Boot zu tragen. Einen Mitbewohner bekamen auch wir noch in unsere Hüttenhälfte. Wir stellten fest, dass sein Fjällräven Rucksack genauso alt ist wie ich - und immer noch ist er gerne mit ihm unterwegs.

Sarekmaniac
03.02.2009, 19:33
03.09. Zelt im Regen (Zeltplatz am Rikkekjåhkå - Zeltplatz am Valldajåhkå)

Seitentäler



Hej, ich habe wieder begeistert mitgelesen. :D

Das Gelände zwischen Roysvatn und dem Valldajåhkå ist echt der Hammer. Ich fand es letzten Winter (in die Gegenrichtung) sehr, sehr anstrengend, aber ich glaube fast, bei nasser Witterung im Sommer ist es noch unangenehmer, durch all die kleinen Senken und über die Felsbänder zu kraxeln. Auf der Karte sind die Tücken des Geländes gar nicht so deutlich zu erkennen, aber auf Google Earth sind die ausgeprägten, parallel verlaufenden "Seitentäler" sehr gut sichtbar:

<iframe src="http://quikmaps.com/ext2/91928?t=1&ln=0&sn=1&zb=0&d=1&o=0&lat=67.92381259999999&lng=16.82779315&zl=11&mt=1" frameborder="0" scrolling="no" width="740" height="402" marginwidth="0" marginheight="0"></iframe>

dingsbums
07.02.2009, 20:20
... aber auf Google Earth sind die ausgeprägten, parallel verlaufenden "Seitentäler" sehr gut sichtbar.
Oh ja, da sind sie. Aber Anstrengung hin oder her, wir wollen natürlich immer wieder hin. :-)

dingsbums
07.02.2009, 21:04
So, dann gucke ich doch mal, das ich die letzten Tage auch noch fertigstelle. Schließlich sind wir schon an der Planung für die nächste Tour - und die Vorfreude dazu!

06.09 Transfertag (Vaisaluokta - Ritsem - Saltoluokta)

Wir schon erwähnt, hatten wir aufgrund meiner Erkältung unsere Pläne etwas geändert. Und so erwarteten uns erst mal zwei richtig faule Tage.

Geschlafen habe ich leider nicht so gut und war deswegen um 6:00 Uhr auch schon wach. Auf dem Weg zu Klo kam ich dann an ganz vielen Blaubeeren vorbei. Heute sollte es das letzte Müsli geben - also schnappte ich mir eine Tasse und pflückte ganz in der Nähe der Hütte meine Morgenportion Blaubeeren.

Als Holger dann aufstand, war er schon verwundert, dass ich nicht mehr im Bett lag, wähnte mich dann aber auf dem Klo. Als er mich aber vor der Hütte mit meiner Tasse Blaubeeren traf, kam nur ein 'Das glaub ich jetzt nicht!' Ich eigentlich auch nicht - da pflücke ich Morgenmuffel morgen um 6:20 Blaubeeren. Sie waren aber umheimlich lecker in meinem Müsli, zumal es eine richtig große Portion war!

[IMG-L]http://img153.imageshack.us/img153/2829/film72uo3.jpg[/IMG-L]
Nach dem Frühstück packen und Hütte säubern. Und dann traf sich alles vor der Hütte und wartete darauf, dass es Zeit wurde, runter zum Boot zu gehen. Wir hielten nochmal einen Schwatz mit Marianne und gegen 9:00 Uhr liefen dann alle runter, nur um dort weiter zu warten. :-)

Der See hatte so wenig Wasser, dass man über eine Leiter runter ins Boot klettern musste.

In Ritsem angekommen ging es dann hoch zur Fjällstation. Dort mussten wir die Zeit 'totschlagen' bis zum Bus am Nachmittag. Die ganz Mannschaft vom Boot ist dann im Shop eingefallen und einer nach dem anderen hat geräucherten Fisch gekauft. Wir natürlich auch! Dazu Joghurt und eine Cola. Manche Sachen weiß man erst nach 16 Tagen mit Basisverpflegung zu schätzen.

Außerdem haben wir für einen Dayvisit bezahlt und sind dann wie viele andere auch rüber in die Fjällstation. Dort saßen wir dann im großen Aufenthaltsraum mit Blick zum Akka, haben sämtliche Regenwolken ignoriert, uns über eine anderthalb Wochen alte deutsche Zeitung gefreut und natürlich auch fürstlich zu Mittag gegessen. Die Schweden haben alle Potatismos zum Fisch gekocht - nun, uns hat er auch so geschmeckt. ;-)

Kurz nach 15:00 Uhr sind wir dann rüber zum Bus, der überraschend klein war. Es war zwar schon ein Reisebus, aber doch kürzer als sonst. Noch vor 15:30 (also überpünktlich) fuhr der Bus dann runter zum Anleger, um die Leute vom Nachmittagsboot aus Änonjalme einzusammeln. Danach war unser Bus fast voll.

Auf der Fahrt entdeckte ich doch immer wieder nette Kleinigkeiten, die einfach schön sind, egal wie oft man die Strecke schon gefahren ist. Der Bus fuhr dann fast an Vakkotavare vorbei - ich schätze, die Leute, die dort warteten, haben erst mal einen Schreck bekommen. Es fiel dem Busfahrer aber auf, so bremste er ein paar Meter weiter und setzte dann zurück. Tja, es stiegen noch einige Leute ein - mehr als der Bus Sitzplätze hat. Ist mir bisher noch nicht passiert - und für die Leute, die stehen müssen, war das ganz sicher ein Erlebnis, beim Fahrstil der Busfahrer in Lappland.

In Stora Sjöfallet gab es dann nochmal 20 min Pause, aber kurz später waren wir in Kebnats. Im großen Gepäckraum hinten galt es dann, sein Gepäck zu finden, schließlich war auch der sehr voll. Aber ein netter Mann war rein geklettert und hat dann jedem das rausgereicht, was er ihm beschrieb. :-)

Aufs Boot, kurze Überfahrt, die paar Meter den Hügel hoch und wir waren da! Erst mal haben wir Rucksäcke gewogen, meiner hatte doch noch 16,5 Kilo. Mit schon entsorgter Mülltüte und voller Teeflasche war ich also am letzten Wandertag immer noch mit 18 Kilo unterwegs - und das kam mir so leicht vor!

Holgi hatte mit kompletter Fotoausrüstung immer noch 22 Kilo. Er ist halt mein Held! Wie hatte ich vor zwei Jahren in Island mal so schön gemeint, als ich beide Rucksäcke in die Hütte trug, erst meinen und dann seinen. Uff, war der schwer: 'Wenn ich nicht schon wüsste, dass du mich liebst, dann spätestens jetzt.'

An der Rezeption war Schlange, so haben wir uns erst mal im Shop umgeguckt - schon ziemlich leer. T-Shirts nur noch bis M, keine Cola mehr, kein Blå Band, hier lassen wir nicht viel Geld. Dann gingen auch wir zur Rezeption, wir sind diesmal im Haus Laponia, da waren wir noch nie. Das tolle war, dass es hier statt Etagenbetten tatsächlich zwei Betten gab, die man zusammenschieben konnte.

Duschen und vor allen Dingen Haare waschen war schon toll, aber nach so einem (sauberen) faulen Tag nur halb so 'Ah' wie nach einem Wandertag. Wenn ich da an den Tag vor einigen Jahren zurückdenke, als wir im Regen von Teusajaure nach Vakkotavare sind - und für mich ziemlich zackig, weil wir ja den Bus kriegen wollten - was war damals die Dusche geil.

Dann war schon Zeit fürs Abendessen. Das Essen in Saltoluokta ist ungeschlagen gut - wenn auch die Mengen manchmal etwas größer sein könnten. :-) Dazu Bier bzw. Cider, lecker. Im Nebenraum war eine Hochzeit, so blieben wir im Restaurant sitzen. Nach 3 Drinks ging es dann ins kuschelige Bett.

07.09. Ruhetag (Saltoluokta)

Der Schlaf war nicht so tief wie erwartet und so standen wir 'schon' um 7:30 Uhr auf und gingen bald zum Frühstück. Ach, wie lecker ist so ein Brot am Morgen!

Danach waren wir - einfach nur faul. Wir haben unsere Wäsche abgegeben, das Zelt im Trockenraum aufgehangen, und dann am großen Tisch vor der Rezeption gesessen. Zum Kaminfeuer geguckt. Schwedische Zeitung 'gelesen' (also, mit unseren ersten Brocken Schwedisch, die wir schon gelernt haben, war das Verständnis doch besser als früher). Das Sudoku darin gelöst. Gelesen. Tagebuch geschrieben. Zwischendurch zum Lunch.

Und dann waren wir natürlich in die Sauna. Wann immer jemand von euch nach Saltoluokta kommt - geht in die Sauna. Sie hat große Panoramafenster, darin zu sitzen ist einfach toll. Leider haben sie aber die 'Ich ziehe am Seil für Aufguss'-Technik abgebaut und die Kelle in der Damensauna hatte einen viel zu kurzen Griff. Prompt habe ich mich verbrannt, weil ich als ordentliche Deutsche für den Aufguss gleich am Ofen stand. Na, ich habe gelernt, beim nächsten Saunagang gab es Wasser aus der Entfernung mit Schwung auf den Ofen - wie alle Nordländer das machen. :-)

Schön sind immer die netten Gespräche, die man führt. Gerade in Saltoluokta trifft man doch recht verschiedene Menschen. Morgens haben wir uns mit einem Gast der Hochzeitsgesellschaft unterhalten, aus Südschweden. Der meinte, es sei doch ein sehr ungewöhnlicher Ort, um zu heiraten - aber sie hätten ein halbes Jahr Zeit gehabt, sich darauf einzustellen.

Abends genossen wir wieder das gute Abendessen (es gab Lamm, war das lecker!), dazu Bier (ich habe aber brav Lättöl getrunken) und dann ab ins Bett.

dingsbums
08.02.2009, 17:39
08.09. Weiße Berge und bunte Täler (Saltoluokta - Lulep Kierkau - Saltoluokta)

Heute haben wir den Kierkau bestiegen, die Sonne lachte, die Aussicht war toll. Die Bilder sprechen für sich.

Trotzdem erzähle ich noch ein bisschen was dazu. Wir haben uns in der Fjällstation einen Tagesrucksack geliehen, das ist doch angenehmer, als den großen viertelvoll mitzunehmen. Nachdem alles drin war, war der Rucksack aber auch voll. :-) Und wog (mit Wasser, Tee, Regenjacken, Fotoausrüstung und Snacks) tatsächlich auch 10 kg.

Im Servicehaus haben wir unseren Tee gekocht und mal wieder einen netten Schwatz gehalten, mit einem Förster aus Wiesbaden/Karlsruhe, der sich aufmachen wollte nach Kvikkjokk. Ich habe ihm empfohlen, unbedingt auf den Skierfe zu steigen, hoffentlich hat er es gemacht und genossen. Netterweise schenkte er uns etwas Zucker für den Tee, der war uns ausgegangen.

[IMG-L]http://img4.imageshack.us/img4/7968/pano12qy6.jpg[/IMG-L]
Um 10:00 Uhr ging es für uns los, bald hatten wir die Baumgrenze erreicht und nach einer knappen Stunde machten wir die erste Pause. Schon hier war die Sicht toll.

Weiter ging es und wir haben immer mal wieder hoch geschielt, wo der Weg wohl verlaufen wird. Er war als 'steep' beschrieben, so sah es auch auf der Karte aus - und in Natura von weitem erst recht. Als wir dann da waren, ging es sich aber überraschend gut, ja, es war zwischendurch steil, aber gar kein Problem.

Dumm war, dass der See, der in der Karte eingezeichnet ist, trocken war. So gab es bis zum Gipfel kein Wasser mehr - und wir hatten unsere Flasche schon leer getrunken, in der Annahme, am See frisches Wasser zu bekommen. Um so mehr wusste ich den Tee zu schätzen.


[IMG-L]http://img410.imageshack.us/img410/1824/pano11fd9.jpg[/IMG-L]
Und dann waren wir oben, juchu! Die Aussicht war einfach nur phantastisch. Die Berge des Sarek, der Blick zum Akka, Vakkotavare, Stora Sjöfallet, die Berge dahinter, super. Im ganzen waren wir anderthalb Stunden auf dem Gipfel und haben es einfach nur genossen. Die Farben im Herbst sind einfach unschlagbar.
[IMG-L]http://img264.imageshack.us/img264/662/film716rq9.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img155.imageshack.us/img155/6850/film721vo7.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img155.imageshack.us/img155/2914/film722lc2.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img410.imageshack.us/img410/8304/film728ix9.jpg[/IMG-L]
[IMG-L]http://img5.imageshack.us/img5/5479/film726tn6.jpg[/IMG-L]


Beim Abstieg zog sich vor allen Dingen das erste Stück unerwartet lange, das hatte ich beim Aufstieg gar nicht als so weit empfunden. Und als weniger steil. Anscheinend hatte auf dem Weg nach oben das 'Gleich sind wir bestimmt da'-Gefühl alles andere überlagert.

[IMG-L]http://img530.imageshack.us/img530/3301/film731tc0.jpg[/IMG-L]


Sobald wir auf unserem Rückweg endlich zu einem Bach kamen, brüllte ich 'Pause'. Ach, tat das gut, frisches Wasser zu trinken. Allerdings war die Stelle verseucht mit Knots, die in Massen um mich flogen. So wurde die Pause doch sehr kurz und wir machten uns auf zum letzten Stück 'nachhause'.

Zuhause dann geduscht und schon war es wieder Zeit für Abendessen. Als Nachtisch gab es heute Moltebeeren-Soppa mit selbstgemachtem Vanilleeis, das war lecker! Dann wieder Drinks, Tagebuch und Zeitung beim Kamin und ab ins Bett.

dingsbums
08.02.2009, 18:37
09.09. Herbstfarben (Saltoluokta - Förfallen Kåta - Saltoluokta)

Heute gab es nur eine kleine Wanderung, eher ein Spaziergang. Aber wieder in strahlendem Sonnenschein, in phantastischer Landschaft in leuchtenden Herbstfarben.

Nach dem Frühstück waren wir aber erst mal so faul, dass wir nochmal ein Nickerchen gehalten haben. Im Urlaub darf man auch das.

Aber ein bisschen Bewegung musste dann doch sein. Wir haben wieder Tee mitgenommen (diesmal hatte ich beim Frühstück für Zucker gesorgt) und los ging es Richtung verfallene Kota, am Canyon vorbei und einem dubiosen See. Die Geschichte mit dem See habe ich nicht ganz verstanden, man soll da eine 3000 Jahre alte Kiefer drin sehen können oder so. Als wir dort waren, war es so windig, dass man im See gar nichts sah. Kann mir zufällig jemand mehr zu der Story erzählen?

Zur Wanderung selbst gibt es nichts besonderes zu berichten. Wir haben uns viel Zeit gelassen, war ja nicht weit. Sind die 200 Höhenmeter schön langsam gestiegen. Und haben so lange Fotos gemacht, bis die Kamera den Film leider nicht mehr transportieren wollte. Zum Glück konnte Holger das Problem zuhause (in der Fjällstation) wieder beheben.

Aber so gibt es zwar noch Bilder bis zum Ziel, aber keine mehr vom Rückweg. Ein Foto wäre eine leuchtend rote Birke wert gewesen. Die sieht man ja doch eher selten, meist gehen sie ja von grün über gelb über braun zu abgefallen über. Und ein schon richtig weißes Rentier haben wir gesehen. Rentiere waren ansonsten dieses Jahr Mangelware. Nun, wir haben in anderen Jahren schon so große Herden gesehen, dass das nicht wirklich schlimm ist. Höchstens ein bisschen schade, ich sehe diese Tiere immer wieder gerne.

http://img6.imageshack.us/img6/5194/film84sh8.jpg

http://img19.imageshack.us/img19/5117/film734sf1.jpg

http://img187.imageshack.us/img187/1992/film82er3.jpg

http://img294.imageshack.us/img294/4749/film83pe9.jpg

http://img89.imageshack.us/img89/6411/film81bi2.jpg

http://img89.imageshack.us/img89/6610/film87ra3.jpg

http://img100.imageshack.us/img100/9310/film88st9.jpg

http://img100.imageshack.us/img100/3360/film89yv6.jpg

Fjaellraev
08.02.2009, 19:10
Einfach geniale Bilder :p zeigt mal wieder dass man auch die ruhigen Tage am Ende einer Tour noch so richtig geniessen kann.

Müsste meine Abiskobilder auch endlich mal fertig machen und einstellen ;-)

Gruss
Henning

Mika Hautamaeki
09.02.2009, 10:13
Hauahauaha, was für Bilder! Für die gibt es nochmal 5sterne extra !!!!
DANKE!

Mika Hautamaeki
09.02.2009, 10:13
Müsste meine Abiskobilder auch endlich mal fertig machen und einstellen ;-)
Gruss
Henning

Ja, unbedingt!

Nicki
09.02.2009, 11:13
Ja, wirklich schöne Fotos und ein geschriebener Reisebericht

Gruß FS

dingsbums
09.02.2009, 14:08
Einfach geniale Bilder :p zeigt mal wieder dass man auch die ruhigen Tage am Ende einer Tour noch so richtig geniessen kann.
Ja, bei solchem Wetter. Gerade da war es zwar auch ein bisschen schade, eben nicht unterwegs nach Kvikkjokk und auf Skierfe zu sein, aber auch so war es traumhaft.
Und so ein leckeres Abendessen und ein Bier dazu sind ja auch nicht zu verachten.

Außerdem finde ich, dass es auch zeigt, dass man auch traumhafte Landschaft und Einsamkeit haben kann, wenn man nur Tageswanderungen macht. Für alle, die keine Fernwanderung machen können, wollen, ...


Müsste meine Abiskobilder auch endlich mal fertig machen und einstellen ;-)

Ja, dann vergleichen wir. Meine kommen heute oder morgen, wir waren danach ja auch noch in Abisko.

Sarekmaniac
09.02.2009, 19:03
Hauahauaha

Ist das Finnisch?.:grins:


Die Panoramen vom Gipfel sind wirklich super. Mir gefallen besonders die, wo der Slugga drauf ist, dieser riesige symmetrische Kegel. Und tolle Herbstfarben, das ist fast schöner wie im Frühsommer.

dingsbums
11.02.2009, 10:08
10.09. Gällivare

[IMG-L]http://img172.imageshack.us/img172/1693/film92oq0.jpg[/IMG-L]
Heute reisten wir Richtung Abisko, um dort unsere letzten Urlaubstage zu genießen. Da der Bus nach Gällivare aber nur noch einmal am Tag fuhr, und zwar nachmittags, hieß das: Übernachtung in Gällivare.

Morgens in Saltoluokta wurde nach dem Frühstück erst einmal das Zimmer gesäubert. Ich habe auch in guter Schwedenmanier die Bettdecken draußen an der frischen Luft ausgeschüttelt und das Zimmer feucht durchgewischt.

Danach waren wir wieder faul. :-) Wir machten aber noch einen schönen Abschlussspaziergang, natürlich Mittagessen und dann noch einmal in die Sauna.

Und schon war es Zeit für die Abreise. Die Fahrt nach Gällivare bedeutete wieder viele Bäume, viele Steine und immer wieder nette Ausblicke.

In Gällivare angekommen suchten wir uns eine Unterkunft. Es gibt zwar kein STF Vandrarhem mehr, aber die Gebäude sind von jemandem übernommen worden und jetzt ein privates Vandrarhem. Es sah zwar alles ein bisschen heruntergekommen aus, aber für eine Nacht war es prima.

Wir sind dann aufgebrochen zur Suche nach einem Restaurant und endeten im O'Learys. Zuerst haben wir uns gewundert, warum der Schuppen an einem Mittwoch so voll ist. Der Grund wurde aber schnell klar: Es war Fussballabend. Schweden spielte in der WM-Quali gegen Ungarn. Welch ein Kontrastprogramm. Morgens noch mehr oder weniger im Fjäll, abends dann Wings, Ribs und Bier in der Sportsbar.

Aber es war ein schöner Abend. Das Spiel war erst recht langweilig, als Schweden dann in der zweiten Halbzeit aber innerhalb von 10 Minuten 2 Tore schoss, wurde die Stimmung merklich besser. Sie gewannen dann auch 2:1.

Wir sind dann zurück ins Vandrarhem und haben gut geschlafen. Vielleicht hat auch das Bier geholfen, dass wir nicht wirklich davon aufgewacht sind, dass unsere Mitbewohner mitten in der Nacht nachhause kamen und sich noch länger und lautstark unterhalten haben.

11.09. Abisko River

Am nächsten Morgen ging die Reise weiter, mit dem Zug nach Abisko. Im Pressbyrån am Bahnhof haben wir unser Frühstück gekauft, um 9:15 kam der Zug und ab ging es nach Abisko.

Dort haben wir uns wieder ein Zimmer gegönnt, und es war Zeit für Mittagessen. Es gab Pannkakor, lecker! Aber die Supper war falsch (keine Erbsensuppe) und nicht so lecker. Na egal, dann gab es halt einen Pfannkuchen mehr. ;-)

Dann gab es den traditionellen Spaziergang am Abisko River. Erst hoch zum Anfang des Canyon, dann am Fluss entlang bis runter zum See. An der Stelle unterhalb der Turiststation, an der die Felsen so schön in den Fluss reichen, haben wie uns länger auf diese Felsen in die Sonne gesetzt.

Der See hatte recht wenig Wasser, so konnten wir ein Stück raus 'in den See' (jetzt halt trocken) und aus einer ganz neuen Perspektive von den Kiesbänken auf die Turiststation und Lapporten gucken.

Dann sind wir noch am See entlang zu Bootssteg und Holzsauna und danach zurück.

Zum Abendessen gab es Grillbuffet und Hofdessert. Mjam. Dazu wieder Bier bzw. Cider und so sind wir bald ins Bett, nachdem ich auf der Couch vorm Kamin schon fast eingeschlafen wäre.

12.09. Linbana kaputt

Wir haben den Tag wieder langsam angehen lassen. Frühstück, dies und das (z.B. das Benzin aus dem Kocher 'entsorgt'), und schon war es wieder halb elf. Strahlender Sonnenschein und Njulla wartete auf uns.

Wir also Richtung Linbana, haben uns aber unterwegs schon gewundert, dass sie stand. Das war ungewöhnlich. Sobald wir ankamen, erfuhren wir auch wieso: 'No electricity'. Der Mann von Vattenfall wurde aber für 11:00 Uhr erwartet. Und so warteten auch wir ein bisschen. Nun gut, der Mann kam, musste nochmal weg, kam wieder, irgendwann war das Problem auch behoben, aber jetzt musste ja erst getestet werden. Vor 13:00 Uhr war nicht mit dem Betrieb des Sessellifts zu rechnen. Wir hockten zwar noch ein bisschen in der Sonne, guckten den STF-Jungs zu, sahen andere Wanderer kommen und dann entweder zu Fuß hoch oder wieder weg gehen, aber auch wir hatten keine Lust, die ganze Strecke zu Fuß zurück zu legen.

So machten wir einen kleinen Spaziergang in der Gegend, guckten uns nochmal das nachgebaute Samendorf mit den verschiedenen Hütten an und kümmerten uns dann um die Einkäufe. Wir sind also nach Abisko Östra und haben im ICA ganz viel getrocknetes Rentierfleisch, Kalles und ähnliches gekauft.

Im Naturum haben wir dann noch Postkarten gekauft. Es wird jedes Jahr schwieriger, welche zu finden, die für die Empfänger 'neu' sind. Und ich habe gelernt, dass das wichtig ist, meinem Patenkind ist doch sofort aufgefallen, dass ich ihr zweimal die gleiche Karte geschickt habe. :-)

Und die Karten wollten auch alle geschrieben werden! Zwischendurch waren wir zum Abendessen, diesmal war das Highlight (mal wieder) der Nachtisch: Joghurt mit karamelisierten Walnüssen und Blaubeeren.

Abends gab es noch zwei gute Nachrichten. Der FCK hatte schon wieder gewonnen und Freunde von uns haben eine Tochter bekommen. Darauf haben wir noch einen getrunken und dann ging's ins Bett.

13.09. Linbana fährt!

[IMG-L]http://img214.imageshack.us/img214/1366/film96qh6.jpg[/IMG-L]
Heute fuhr der Sessellift wieder! Und es war immer noch phantastisches Wetter! So sind wir nach dem Frühstück mit der Linbana hoch zur Bergstation und haben erst mal das neue Panoramacafé bewundert. Dann ging es hoch auf Njulla. Wunderbare Aussicht auf Abisko, Björkliden, den Torneträsk, Lapporten, einfach schön! Und so war im Nu eine Stunde rum und wir gingen wieder zurück zur Bergstation.

[IMG-L]http://img291.imageshack.us/img291/6600/film99ru3.jpg[/IMG-L]

[IMG-L]http://img301.imageshack.us/img301/6518/film912kb5.jpg[/IMG-L]

[IMG-L]http://img23.imageshack.us/img23/9698/film915li9.jpg[/IMG-L]

[IMG-L]http://img140.imageshack.us/img140/6175/film921yd7.jpg[/IMG-L]

[IMG-L]http://img4.imageshack.us/img4/647/film919ol2.jpg[/IMG-L]

[IMG-L]http://img514.imageshack.us/img514/8373/film925wk5.jpg[/IMG-L]

[IMG-L]http://img502.imageshack.us/img502/8548/film928bg3.jpg[/IMG-L]


An diesem Tag war eine Hochzeit in Abisko und wir konnten feststellen, dass die Trauung selbst auf dem Berg stattfinden würde. Die Leute von der Turiststation stellten Stühle für die Gäste auf. Diese sind dann auch nach und nach mit der Linbana eingetrudelt.

Auf unserem Weg nach unten begegnetem wir dann auch dem Brautpaar. Die kamen in weißem Brautkleid bzw. Anzug den Berg hochgeschwebt. :-)

Wir haben unten angekommen unsere letzten Einkäufe gemacht (Abisko T-Shirts :-), später Abendessen und zum Abschluss ein Bier in der Storstugan.

14.09. Rückreise

Zur Rückreise habe ich nicht viel zu erzählen, wer will das auch schon. Und dazu gibt es auch (wie fast immer) nix in meinem Tagebuch. Busfahrt nach Abisko, Flug nach Stockholm, Flug nach Frankfurt, abgeholt worden und nachhause. Aber im nächsten Jahr kommen wir wieder!

eifelwalker
11.02.2009, 10:58
Ein toller Bericht, ich habe jede Zeile genossen!

Liebe Grüße
Rainer

Mika Hautamaeki
11.02.2009, 13:03
Ist das Finnisch?.:grins:

Neeeee, das is doch bestes Norddeutsch:baetsch:

Mika Hautamaeki
11.02.2009, 13:28
Ich sages nochmal: DANKE!!!
Was für Bilder! Ein Traum!

Prachttaucher
18.07.2009, 22:43
Hallo,

angeregt durch den tollen Reisebericht und die tollen Bilder, werde ich vermutlich den ersten Abschnitt auch laufen (2.Augusthälfte 09). Wie verhält sich das mit den DNT-Hütten ? Ich würde dort zelten wollen, aber auch kochen. DNT-Mitglied wollte ich wegen vielleicht 4 Nächten nicht werden, ist es denn wichtig den Schlüssel zu haben ? Oder ist in der Regel eh jemand da ? Ich wollte eigentlich von Kiruna ohne Stop in Abisko (wo man den Schlüssel wohl bekommt) nach Katterat.

Bezahlt man die Hütten generell bargeldlos ?

Gruß Florian

dingsbums
18.07.2009, 23:38
Die Hütten sind eher leer als dass jemand da ist. War mal wenigstens bei uns so, und du bist ja nicht so viel früher an. Du kannst den Schlüssel aber auch hier in Deutschland ausleihen, das machen wir auch immer so. Link hier: http://www.huettenwandern.de/dntausweis.htm
Du kannst zum Zahlen auch Geld in der Hütte lassen, wird wie das Einzugsformular in den Kasten geworfen. Dann solltest du vielleicht darauf achten, dass du es passend hast. Was das Zelten mit Nutzung der Hütte kostet, weiß ich nicht. Aber das kann dir die Helga Rahe von dieser Webseite bestimmt auch sagen.
Viel Spaß bei der Tour. Wir sind wieder Ende August und Anfang September unterwegs. Sarek, Padjelantaleden und dann nach Sulitjelma, ich freue mich auch schon ganz dolle!

dingsbums
18.07.2009, 23:47
Nachtrag: Habe hier (http://www.turistforeningen.no/narvik/index.php?fo_id=6846) Infos zu den Preisen vom NOT gefunden. Zelten steht in dem Sinne nicht dabei, kann man ja aber mit einem Tagesbesuch vergleichen, wenn du in der Hütte kochen willst. Das wären dann 50 NOK.

Fjaellraev
19.07.2009, 08:54
Das mit der Bezahlung mit Bargeld in den Kasten ist zwar möglich, wird aber nicht so gerne gesehen da es immer wieder vorkam (und wohl auch immer noch vorkommt) dass die Kästen aufgebrochen wurden. Die Einzugsermächtigung ist für beide Seiten risikolos.
Auch auf der zweiten Seite (http://www.turistforeningen.no/narvik/index.php?fo_id=6889) mit den Übernachtungspreisen (Die übrigens aktueller ist) steht nichts von Zeltpreisen, aber ich gehe auch mal davon aus dass sie mit den Tagesbesuchen gleichgesetzt werden können. (Garantie gibt es natürlich nicht - in der Troms kostet es gleich viel wie die Übernachtung in der Hütte).
Claudia diesmal werden wir uns sicher nicht begegnen, aber meinen Namen könntet ihr eventuell in Hüttenbüchern finden ;-)

Gruss
Henning

Dogeared
19.07.2009, 09:35
Ein "hej" an Euch!


Das ist wirklich mal ein toller Bericht! Und die Photos dazu!!
Gibt gleich mal 5sterne !!

Es gibt zwei, drei Bilder, die ich gern in groß hätte. Könntest Du mir die wohl per Email zuschicken, soweit Du sie auf dem Rechner hast?

Mach' weiter so und schenk uns noch viele Reiseberichte (Zum Beispiel von der nächsten Tour - bin schon ganz gespannt und wünsche Dir auf diesem Wege dafür schon einmal viel Spaß!)

Grüße aus dem Norden
Charlotte

peter-hoehle
19.07.2009, 10:05
Habe den Bericht gerade entdeckt und gelesen.
Ich sag nur. 4sterne :bg:

Gruß Peter

Prachttaucher
19.07.2009, 11:48
@dingsbums @Fjaellraev

Danke, das hilft mir sehr weiter, v.a. die Zeitangabe von 2 Wochen ist gut. Könnte man auch nur den Schlüssel ordern, oder soll man auch Mitglied werden ? Ich meine anderswo etwas von 50 NK (Mitglieder) bzw. sonst 70 NK für Zelten gelesen zu haben. Die 100 NK Hütte für Mitglieder sind ja sehr günstig.

Generelle Frage : Legt Ihr Eure Touren so, daß Ihr möglichst an einer Hütte nächtigt und am liebsten auch in der Hütte ? ;-) Und wenn ja, warum ?

Letztendlich tendiere ich ja auch zum Übernachten an der Hütte, wegen der Möglichkeit abends im Warmen zu sitzen und kochen zu können. Andererseits können die anderen Übernachtungen auch sehr eindrucksvoll sein.

Gruß Florian

P.S. Wünsche Euch schöne Touren

dingsbums
19.07.2009, 12:15
Ich bin für Hütte, wenn eine in der Nähe ist. Das ist einfach gemütlicher und ein bisschen 'Luxus', gebe ich ehrlich zu. Wir haben auch schon bei den Hütten gezeltet, aber vor allen Dingen, wenn recht viel los war. Gerade die norwegischen Hütten sind sehr gemütlich und wenn man fast alleine ist, ist es einfach schön da. Aber das ist wie so vieles Geschmackssache. Anderen gefällt gerade das Übernachten im Zelt, für die gehört das dazu.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man auch nur den Schlüssel leihen kann. Überleg dir halt, wie oft du die Hütten wohl nutzt und ob es sich dann lohnt, Mitglied zu werden. Wenn es wenig Unterschied macht, hat Henning letztes Jahr auch noch ein gutes Argument gehabt: Wenn du nicht Mitglied bist und deswegen in den Hütten etwas mehr bezahlst, kommt es dem lokalen Verein, der die Hütte pflegt, zugute.

Fjaellraev
19.07.2009, 15:13
Wenn ich eine DNT-Hütte in der Nähe habe wird die genutzt, dafür bin ich bequem genug ;-) aber ich lege meine Etappen nicht unbedingt so dass ich abends an einer Hütte bin. Wenn ich das Zelt und den Schlafsack schon mittrage will ich die auch nutzen...
Nur den Schlüssel zu leihen ohne Mitglied im DNT, STF oder einer anderen Organisation mit Gegenrecht (DJH, DAV zählen nicht dazu) geht offiziell nicht, man darf die unbedienten Hütten auch nur als Mitglied oder in Begleitung eines Mitglieds nutzen.

Gruss
Henning

dingsbums
19.07.2009, 15:42
Nur den Schlüssel zu leihen ohne Mitglied im DNT, STF oder einer anderen Organisation mit Gegenrecht (DJH, DAV zählen nicht dazu) geht offiziell nicht, man darf die unbedienten Hütten auch nur als Mitglied oder in Begleitung eines Mitglieds nutzen.
Oh, da habe ich was gelernt und sorry für die Falschinfo von meiner Seite. Da wir bisher immer Mitglied waren und ich mich gar nicht selbst darum kümmere, hatte ich das falsch verstanden. Dann macht es vielleicht doch Sinn, Mitglied zu werden. Falls ihr mit mehr Leuten unterwegs seid, mal mindestens einer. ;-)

Prachttaucher
19.07.2009, 22:00
Ja, auf der nach Norden-Seite muß man schon Mitglied werden, was ich gerade gemacht habe. Ansonsten habe ich gelesen, daß man in Abisko den Schlüssel auch so bekommt. Aber egal... Als zusätzliche Sicherheit ist´s schon gut, bei unangenehmen Wetter auch mal in die Hütte zu können.

Ansonsten schlafe ich sehr gerne im Zelt und habe es da immer kuschelig warm. Auch in punkto Mücken, kann´s da besser sein. Nur abends vor dem Zelt, war´s mir auch schon recht frisch. :p Den Abend mit netten Leuten verbringen, ist allerdings auch was.

Gruß Florian

OttoStover
19.07.2009, 23:26
Just wanted to tell those planning a trip in Norway, that it is not so all places that you need a key (or the presence of another hiker with a key) to have access to the huts. In my district Salten in Nordland (http://www.friluftskart.salten.no/)most of the huts are open. Each memberorganisation in the DNT family decides for themselves what the prices are and what is locked and what is open.

As for "my" BOT their prices are also much fairer (http://www.bot.no/index.php?fo_id=517), and all the huts more than two kilometres away from a road are open! BOT has 15 huts, and 10 are open all year, 5 are locked. The other DNT member in the area is SOT (http://www.turistforeningen.no/sot/). They have 7 huts, and one only is open (The old Sorjus hut)

But in addition to these we have more than 30 huts/gammes/ in this area that is owned by Statskog or private JFF's that are open and free to use. Some have modest standard, but others are quite nice and roomy. You see these on the map if you zoom into it.

Prachttaucher
23.07.2009, 12:05
Wenn ich eine DNT-Hütte in der Nähe habe wird die genutzt, dafür bin ich bequem genug ;-)

Heißt das denn, daß Du auf jeden Fall in der Hütte schläfst oder zeltest Du auch mal bei der Hütte. Streng genommen müßte man als Zelter (der die 50 Kronen Tagesaufenthalt bezahlt) dann um 18 Uhr die Hütte verlassen ?


Du kannst den Schlüssel aber auch hier in Deutschland ausleihen, das machen wir auch immer so. Link hier: http://www.huettenwandern.de/dntausweis.htm


:wohoo: Super, der Schlüssel ist schon da :ignore: und der Rucksack nochmal 22 g schwerer.

dingsbums
23.07.2009, 12:09
Super, der Schlüssel ist schon da :ignore: und der Rucksack nochmal 22 g schwerer.
Wenn du dir Sorgen ums Gewicht machst: steck ihn in die Hosentasche! :lol:

Fjaellraev
23.07.2009, 16:40
Wenn ich eine DNT-Hütte in der Nähe habe wird die genutzt, dafür bin ich bequem genug ;-)

Heißt das denn, daß Du auf jeden Fall in der Hütte schläfst oder zeltest Du auch mal bei der Hütte. Streng genommen müßte man als Zelter (der die 50 Kronen Tagesaufenthalt bezahlt) dann um 18 Uhr die Hütte verlassen ?
Ja neben einer DNT-Hütte zelten würde ich wohl nur im absoluten Ausnahmefall (Hütte mehr als voll oder so).
Bei STF-Hütten kann es schonmal vorkommen dass ich neben der Hütte zelte, aber das gibt sich auch preislich einiges mehr...

Gruss
Henning

Prachttaucher
29.07.2009, 11:59
Noch eine dumme Frage...Irgendwo gibt´s doch bestimmt auch von den norwegischen Hütten GPS-Koordinaten ?

barleybreeder
29.07.2009, 12:03
Noch eine dumme Frage...Irgendwo gibt´s doch bestimmt auch von den norwegischen Hütten GPS-Koordinaten ?

Ja..Moment..

... im Anhang..

Prachttaucher
29.07.2009, 12:39
Danke, :kapituliere: nur was mich ich jetzt mit meinem vorsinflutlichen Etrex damit....oder anders gefragt mit welchem Programm kann ich das Teil öffnen. Muß die Werte eh von Hand eintippen...

barleybreeder
29.07.2009, 13:16
Google Earth würde sich anbieten..zum Anschauen.

Trackmaker kanns auch öffen und eigentlcih auch mit Garmins kommunizieren sprich übertragen. Wie du dein Garmin angeschlossen bekommst weiß ich allerdings nicht.

Bei mir läuft das alles über MapSouce..

Prachttaucher
29.07.2009, 13:24
O.K. dann heute Abend zu Hause...
Danke Sebastian, mit Google Earth kein Problem und da scheinen die Hütten alle bei zu sein. Eingabe mache ich auch mit MapSource

patiperra
30.11.2010, 20:11
@Prachttaucher
Du schreibst:

"(...)Streng genommen müßte man als Zelter (der die 50 Kronen Tagesaufenthalt bezahlt) dann um 18 Uhr die Hütte verlassen ?"

Heißt das, dass man auch bezahlen muss wenn man bei den Hütten zeltet? oder nur wenn man sie auch nutzt?

patiperra
30.11.2010, 20:22
Toller Bericht!!!
Dickes Lob auch an Holgi =)
Liebe Grüße,
Patiperra

Fjaellraev
01.12.2010, 19:02
Heißt das, dass man auch bezahlen muss wenn man bei den Hütten zeltet? oder nur wenn man sie auch nutzt?
Wenn du in der Nähe der Hütte zeltest musst du die Zeltgebühr bezahlen, egal ob die Hütte nutzt oder nicht, der Kontrollaufwand wäre sonst zu gross.
Wenn man die Gebühr nicht zahlen will gibt es ja auch ein paar hundert Meter weiter wieder brauchbare Plätze...

Gruss
Henning

Prachttaucher
14.07.2011, 15:58
Diesen wunderbaren Bericht drucke ich nun schon zum zweiten Mal aus, da ich dieses Jahr den zweiten Teil laufen werde. Tack skå du ha !

dingsbums
14.07.2011, 17:06
Da wünsche ich doch viel Spaß. Wir werden dieses Jahr mal wieder von Gautelis nach Caihnavagge wandern, wenn alles nach Plan läuft.

Ich bin in Lappland noch nicht so viele Strecken mehrfach gelaufen, und dieser steinige Pass soll es jetzt schon zum dritten Mal sein. Aber es hat sich halt so ergeben.

Prachttaucher
15.07.2011, 17:58
:ignore: Ich sehe gerade, daß ich da auch wieder vorbei muß ! Nee - also wirklich, da am rechten Ufer des 1094er wieder:roll:.. :p.Andererseits ist der Blick später zum Gautelisvatnet so wunderbar... Damals (nach Richtung Sälka abbiegend) war mir klar, daß ich für Teil 2 (Richtung Süden) wiederkomme !