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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Westweg im Winter, wer hat Erfahrung?



Hannes1983
18.09.2003, 14:43
HI Leute!!!

Ich will im Dezember den ganzen Westweg in 9 Tagen laufen. Hat jemand von Euch Erfahrungen im Winter dort gemacht? Wie sieht es mit der Wasserversorgung aus? Kann ich Wasser an den Flüssen od. Seen filtern?

Würde mich über ein Feedback von Euch freuen.

Danke Hannes

Rando
21.12.2015, 18:12
Hallo Hannes,

der Dezember 2015 war bzw. ist günstig für eine schneefreie Wanderung auf dem Westweg. Sonne, trockene Bedingungen, milde Temperaturen. Ich bin dieses Jahr im Februar dort unterwegs gewesen. Zum Glück lag viel Schnee, so dass ich in vier Tagen von Dobel bis zum Belchen mit Ski laufen konnte.
Die Nächte im Dezember sind sehr lang. Man braucht gutes Licht, verlässliche Navigationsmittel, Lebensmittel, Biwaksachen und Regenkleidung. Bei ungünstigem Wetter trifft man stundenlang keinen Menschen. Wasser findet sich trotz der geringen Niederschläge immer noch da und dort.

Ciao
Rando

chrischian
21.12.2015, 20:36
Da freut sich Hannes bestimmt, dass er nach 12 Jahren eine Antwort bekommen hat. ;-)

epic
16.11.2018, 23:58
Habe gerade nach Westweg und Dezember gesucht und diesen Beitrag gefunden.

Hat sonst noch jemand Erfahrung mit dem Westweg im Winter? Sind die Schutzhütten offen? Braucht man im Dezember bereits Schneeschuhe? Stört man Langläufer oder ist der Westweg von den Loipen getrennt?

Wafer
18.11.2018, 00:18
Habe gerade nach Westweg und Dezember gesucht und diesen Beitrag gefunden.

Hat sonst noch jemand Erfahrung mit dem Westweg im Winter? Sind die Schutzhütten offen? Braucht man im Dezember bereits Schneeschuhe? Stört man Langläufer oder ist der Westweg von den Loipen getrennt?

Hallo Epic.

Viele Fragen auf einmal. Also der Reihe nach: Also ich habe keine echte Wintererfahrung mit dem Westweg. Es kommt hier immer darauf an, was du vor hast. Wenn du alles machen willst, dann wirst du an einigen Ecken etwas aufpassen müssen. Teilweise werden Skigebiete gekreuzt. Da würdest du über Skipisten laufen. Die Spuren, die man da hinterlässt sind nicht immer sehr beliebt. Hier solltest du im Vorfeld prüfen welcher Lift schon aktiv ist und Alternativen austüfteln. Wenn die noch nicht oder nicht mehr laufen ist das nicht ganz so schlimm weil dann meist noch eine Pistenpräparation folgt. Wenn du mit Schutzhütten die Unterstandshütten meinst, dann sind die in der Regel offen. Wenn du damit die bewirtschafteten Hütten meinst, dann musst du individuell anfragen. Das ist da sehr unterschiedlich. Schneeschuhe brauchst du wenn entsprechen Schnee liegt. Und das hängt leider nicht vom Monat ab sondern von den dortigen Schneeverhältnissen. Wenn du dir die Webcams der Zielregion ein direkt vorher anschaust anschaust kannst du für dich beurteilen, ob du welche brauchst oder nicht. Der Westweg verläuft teilweise mit Loipen zusammen. Hier gilt das gleiche wie bei den Skipisten: Die Spuren sind nicht sehr beliebt. Je nach Schneehöhe kann ein lokales Umgehen schwierig sein. Wenn nur sehr wenig Schnee liegt ist das kein Problem. Mit mehr kann das zum Problem werden. Bei sehr viel Schnee und Schneeschuhen dann wieder weniger. An einigen Stellen ist die Loipe sogar vom Westweg getrennt.Es gibt auf dem Weg ein paar Moor- und Sumpf-Gebiete. Hier ist entsprechende Vorsicht geboten. Aber so lange der Weg erkennbar ist sollte es gehen. Wenn der Winter recht schneearm verläuft sollte der Weg nicht problematisch sein, wenn du mit glatten Wegen zurecht kommst. An manchen Stellen geht es schon mal recht zackig auf- oder abwärts wie z.B. am Abstieg nach Forbach, rund um den Belchen oder auch beim Auf- und Abstieg nach und von Hausach. Das musst du mit deiner Wintertauglichkeit und deiner Wintererfahrung abgleichen.

Gruß Wafer

Rando
22.12.2018, 15:00
Hallo,

der Schwarzwald ist auch im Winter sehr beeindruckend. Zur Saisoneröffnung war ich schon Ende Oktober am Feldberg mit Back Country Ski unterwegs. Ging gut. Der Vorteil der BC-Ski ist denn, dass man keine Loipen braucht und selbst durch dick verschneite Landschaften laufen kann.

Einige Jahre ist es her, dass ich in vier Tagesetappen von Dobel bis zum Belchen lief. Zwischen Prinzenhütte und Herrenwies bzw. Alexanderschanze und Schonach gab es keine Loipen. Schneeschuhe und BC-Ski spielen hier ihre Vorteile aus. Manchmal lief ich in einer einzelnen Schneeschuh- oder Reifenspur, das war leichter als im unberührten Schnee.

Auf den Loipen sieht man Fußgänger nicht gern. Wenn Schneeschuhgänger nur am Wegesrand hintereinander gehen, die Klassikspur nicht zertreten und die Skater genug glatte Piste haben, passt das schon.

Diesen Winter will ich bei guter Schneelage die Etappen von Dobel bis Hausach wiederholen. Es soll eine Non-Stop-Tour über Nacht werden. Damit verbunden sind viele kleine Problemstellungen, die man bei normalen Tagestouren nicht hat.

Schutzhütten findet man im Winter auch. Wenn es dunkel, neblig und kalt ist, wird die Suche schwieriger. Einen LeichtBiwaksack und einen Minischlafsack aus Seide werde ich wohl mitnehmen, auch wenn ich eigentlich durchlaufen will.

Gruß
Rando

jeskodan
27.12.2018, 13:37
!Achtung,
auf die Schneeverhältnisse achten, diese Saison ist bisher sehr dünn. Während man letztes Jahr um die Zeit sogar Pulver fahren konnte seh ich aktuell ausm Fenster quasi nix. Anfang Februar gehen, da ist die Kombi aus Kälte und Schneemenge die beste, danach wirds hier schnell sehr sulzig.
War vor Jahren auch schon mit Schneeschuh dort unterwegs, allerdings ist die durchgehende Höhe hier eher niedrig, für längere Touren lieber alpenvorland oder bayrischer Wald

Rando
29.12.2018, 00:45
Ja, die Schneeverhältnisse sind entscheidend für das Gelingen der Tour.

Dazu kommt die aktuelle Form, die Langlaufkilometer in den Beinen und Armen und die Wetterbedingungen. Denn so eine Nachttour im Anschluss an eine lange Tagestour wird sicher anstrengend. Möglicherweise können Wind, Nebel, Dunkelheit, Orientierungsprobleme, kein Platz zum Aufwärmen, Müdigkeit und feuchte Sachen am Leib das Vorhaben zusätzlich erschweren.

Auf meiner Abfahrt nach Hausach vor einigen Jahren fuhr ich irgendwann auf so dünner Schneedecke, dass plötzlich meine Ski über Schotter kratzten, abrupt verzögerten und ich vornüber stürzte.

Bleibt also zu hoffen, dass der Januar-Februar ausreichend Schnee bringt und die anderen Dinge halbwegs passen.

Gruß
Rando