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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [FI/NO] Lappland:Kaldoaivi



hc-waldmann
01.10.2008, 10:42
Land: [FI/NO]
Reisezeit: 09/2008
Region/Kontinent: Nordeuropa

Wieder da aus Finnland/Norwegen. Schöne "Ruska"-Tour solo im nördlichsten Finnland auf dem Saamenpolku und dem Pulmankipolku bis Norwegen. Ich hatte unglaublich Glück mit dem Wetter, zwar feucht, aber noch nicht wirklich kalt.

Hier grob die Route, mit den offenen Hütten zwischen Finnland und Norwegen als Haltepunkten, von Näätämö nach Sevetti sind es knapp 35 km, von Sevetti nach Pulmanki 69 km plus 20 km Piste bin Nuorgam:

Route: 16092008 BRE-FRA-OSL-KKN: Kirkenes - Neiden: [TRAIL-START 01-Saamenpolku (FI:Näätämö - Kirakkajärvi - Vainospaa - Sevettijärvi - Opukasjärvi - Issakajärvi) -X- 02-Pulmankipolku (Huikkimajoki - Tsaarajärvi - Tsuomasvaara - Pulmanki - Nuorgam) TRAIL-STOP] - NO:TanaBru - Hesseng (Mietwagen Avis) - 03-Berlevag - Bugoynes folkesti :-) - Kirkenes - KKN-OSL-FRA-BRE 27092008.

Da ich zwei Tage zu schnell war mit dem Laufen, habe ich mir ab Kirkenes noch einen Mietwagen genommen und bin nach Berlevag auf Varanger gefahren. Das ist die West-Ecke des Gebietes, auf dessen Ost-Seite ich letztes Jahr unterwegs war (Vardö-Hamingberg). Wie man an den Bildern sieht: eine total andere Landschaft, in einem total anderen Wetter.

Wie üblich habe einige Bilder ausgewählt und, mit Kommentaren versehen, und zu den anderen Reiseberichten auf meinen Webserver gestellt:

https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/index.html

Dazu gibt es die Routentabelle als xls (mit orthrodromen Distanzen und Kursen als Excel-Formel), die GPS-Waypoints im gpx-xml-Format, zwei Grid-Folien (Geo & FinKKJ), die Packliste und zwei Links auf die Luontoon.fi-Seiten der Kaldoaivi wilderness area.

Es sind insgesamt 55 Seiten, mit 800x600-Bildern, so dass ich das Ganze nicht wirklich direkt hier ins Forum stellen kann. Nach den Regeln aber gibt es nach der Route ein paar Bilder zum Anfixen und einige generelle Bemerkungen zu Strecke und Gelände


https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7464.jpg

Trail head in Näätämö (Grenze FI/NO). Es sind zwar schöne Farben, aber die Jahreszeit bedingt auch einen wegen Fels und Laub sehr glitschigen Untergrund. Die Strecke ist markiert mit 50-60cm hohen poles mit gelb-orangenem top, was bei der Laubfärbung zu einem netten Suchspiel wurde. Wer seine Daten zur Sicherheit hinterlegen will, muss das im Supermarkt and der Grenze tun, Polizei und Grenzstation selbst sind geschlossen. Man sollte das auf alle Fälle tun, denn spätestens ab Sevettijärvi geht es 6 Tage nach oben und man trifft so gut wie keinen mehr. Die Leute vom K-Market kennen das wohl schon und ich hatte sofort zwei private handy-Nummern.


https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7554.jpg

Silisjoki zwischen Sevettijärvi und Nuorgam. Was man von der gegend so nicht denken würde: es gibt vergleichsweise selten fließendes Wasser. Alles andere muss man filtern (bei mir: MSR MiniWorks), und ein Wassersack ist hilfreich. Auf der letzten Etappe vor Pulmanki wurde ich sogar gewarnt, dass es ab Grenze kein Trinkwasser mehr gebe.



https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7639.jpg


https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7568.jpg

Das braucht eigentlich keinen Kommentar. Ich gebe zu: ich habe stets schlecht geschlafen, wegen der Geräusche nachts, das ist nicht nur der Wind. Als Stadtmensch bist du es einfach nicht gewohnt: es gibt einen ziemlich konstanten Pegel. Hier ist es absolut still, und dann kommt gut abgrenzbar irgendein Scharren, ein Knistern, ein was auch immer, und du liegst im Schlafsack und hörst immer genauer hin, du wartest förmlich darauf, anstatt endlich zu schlafen.



https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7557.jpg


https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7633.jpg

Von den Kollegen gab es Mengen. Von den anderen, wegen denen ich ein fieses Spray immer griffbereit hatte, glücklicherweise keine. Füchse hatte ich ein paar, und natürlich "rypene", die zu dieser zeit heftigst bejagt werden.



https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7710.jpg

https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/images/DSCN7721.jpg

Auf Varanger dann trübes und recht kaltes Wetter, aber ein guter Kontrast zum Herbstwald in Finnland.


Alle Bilder und weitere Info wie gesagt unter https://theoretische-psychologie.uni-bremen.de/travel/finn2008/index.html

Viel Spass, und danke nochmal an diejenigen, die sich damals an meinem "welcher-grid-ist-das-nun-wirklich-auf finnischen-Karten"-Thread beteiligt haben. Für mich war es das dritte Mal in der Finnmark, und nicht das letzte Mal.

Hans-Christian

Sapmi
02.10.2008, 12:50
Danke für den Bericht und die Bilder.

Interessant, dass z. B. der Silisjoki im September soo wenig Wasser hat.

Hier mal Ende Juli (2006):

http://img444.imageshack.us/img444/3179/bild029ci0.jpg (http://imageshack.us)

hc-waldmann
02.10.2008, 13:29
Interessant, dass z. B. der Silisjoki im September soo wenig Wasser hat.


Ich sag mal: Gott sei Dank!

Das Bild ist ungefähr bei N69°44.9 E28°21.5, also schon ziemlich weit oben,
zwischen Huikkimajoki und Tsaarajärvi. Wie im bericht gesagt: ich habe dem
Wetter viel zu verdanken, und es war wohl auch davor recht trocken. Bei langem
Regen und Pegeln wie auf deinem Bild möcht ich das nicht (allein) laufen.

HCW

Sapmi
02.10.2008, 15:03
Das Bild ist ungefähr bei N69°44.9 E28°21.5, also schon ziemlich weit oben,
zwischen Huikkimajoki und Tsaarajärvi.
Ach so, dann kann man's vielleicht nicht so vergleichen. Mein Bild ist von der einen Watstelle zwischen Iisakkijärvi und Opukasjärvi.

[QUOTE=waldmann;398166]und Pegeln wie auf deinem Bild möcht ich das nicht (allein) laufen.


Ach, das war eigentlich recht flach. Bin im darauffolgenden Jahr nochmal in der Gegend herumgestapft, etwas anders als im Vorjahr, aber an der Stelle kam ich auch wieder vorbei: ebenfalls problemlos, d.h. im Sommer 2007 sogar sehr warmes Wasser.

November
03.10.2008, 17:53
Danke für den Bericht und die Bilder. Habe damals deine Vorbereitung hier verfolgt und gehofft, daß du etwas zu deiner Tour schreibst.
Eigentlich wollte ich dieses Jahr auch in die Finnmark, hat aber aus gesundheitlichen Gründen nicht geklappt.

Wie war es denn in Berlavag? Du kennst vermutlich den Film "Heftig og begeistret"? Hast du gespürt, daß der Ort dadurch irgendwie eher ein Touristenziel geworden ist (was mich persönlich aber nicht stören würde)?

hc-waldmann
07.10.2008, 09:31
Den Film bzw. Chor kannte ich nicht. Berlevag kam mir keineswegs
"touristisch" vor, es war wohl auch reichlich ausserhalb der Saison,
auf dem Kongsfjordfjell war ja schon Schnee. Im Ort gibt es das
"Camping/Pensjonat", das von einem sehr netten Schweizer geführt
wird. Die Touren um Berlevag herum sollen nicht ganz ohne sein
(Tanahorn-Runde), aber ich glaube nicht, dass der normale Tourist
(Wohnmobil, Hurtigruten) die Gegend so reizvoll (eben weil reizarm!)
findet wie die meisten von uns hier das wohl tun. Varanger ist im
Ganzen eine sehr schöne Gegend wenn man auf das Karge steht
und den Reiz eher im Wetter und im Licht sieht.

HCW

Inarijoen Peter
07.10.2008, 18:49
Sehr gut geschriebener Bericht und super Fotos. Wann warst Du den dort? War ja auch im Gebiet im September, hatte aber super Wetter ohne jegliche Nässe. Wie ich sah, hattest Du vielleicht fuer diesen Weg nicht unbedingt das geeignete Schuhwerk. Finnen laufen in solchem Gelände ja eh gerne mit Stiefeln.
Noch etwas zu Bild 29. Du fragst dort, wozu der Zaun (Poroaita) dient. Es ist ein Grenzzaun welcher nichts mit EU zu tun hat sondern verhindert, dass die Rentiere die Grenze ueberschreiten. Der Zaun hat eine Länge von mehreren hundert Kilometern. Fuer Menschen eigentlich kein Hindernis ausser dass man im Winter wissen muss wo sich die Durchgänge befinden, wenn man mit dem Motorschlitten unterwegs ist.

Stev
07.10.2008, 20:07
Ich gebe zu: ich habe stets schlecht geschlafen, wegen der Geräusche nachts, das ist nicht nur der Wind. Als Stadtmensch bist du es einfach nicht gewohnt: es gibt einen ziemlich konstanten Pegel. Hier ist es absolut still, und dann kommt gut abgrenzbar irgendein Scharren, ein Knistern, ein was auch immer, und du liegst im Schlafsack und hörst immer genauer hin, du wartest förmlich darauf, anstatt endlich zu schlafen. :bg:

Oh ja das kenne ich auch sehr gut. Wir standen dieses Jahr in der Femundsmarka anscheinen direkt auf einer Rentierautobahn. Die Nacht war alles ander als ruhig.

Wirklich schöne Bilder.

hc-waldmann
08.10.2008, 08:31
Wann warst Du den dort? War ja auch im Gebiet im September, hatte aber super Wetter ohne jegliche Nässe. Wie ich sah, hattest Du vielleicht fuer diesen Weg nicht unbedingt das geeignete Schuhwerk. Finnen laufen in solchem Gelände ja eh gerne mit Stiefeln.

War unterwegs vom 16.09-27.09.2008. In Gummistiefeln oder Lundhags
kann ich (110kg, superbreite Füße) keine Strecken laufen. Das Problem
war mir nach 5 Touren zwar bekannt, aber meine zweigenähten Leder-
schuhen tausche ich für nix.



Noch etwas zu Bild 29. Du fragst dort, wozu der Zaun (Poroaita) dient. Es ist ein Grenzzaun welcher nichts mit EU zu tun hat sondern verhindert, dass die Rentiere die Grenze ueberschreiten. Der Zaun hat eine Länge von mehreren hundert Kilometern. Fuer Menschen eigentlich kein Hindernis ausser dass man im Winter wissen muss wo sich die Durchgänge befinden, wenn man mit dem Motorschlitten unterwegs ist.

Danke! Habe Seite 29 meines Berichts entsprechend deinen Angaben
korrigiert.

MfG
Hans-Christian