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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Herstellung Kaffee - Muckefuck, Eichelkaffee, Malzkaffee...



derjoe
29.09.2008, 15:52
Servus,

ich habe hier schon in vielen Beiträgen was von Eichelkaffee gelesen und würde es gerne mal ausprobieren. Könnte vielleicht jemand mal eine kurze Beschreibung reinsetzen?

Ich habe jetzt nur soweit rausgelesen, daß man den getrockneten Rohstoff (Wurzeln, Getreide, Nüsse...) "häckselt" und in einer Pfanne röstet.

Was gibt es grundsätzlich zu beachten, wie arg muß das Zeug`s verbrennen, geht das auch mit Edelstahl- / Alupfannen über Kocher etc..?

Wäre super, wenn vielleicht der ein- oder andere was dazu schreiben könnte.

Lobo
29.09.2008, 16:02
Hallo,

Mit Eicheln hab ich das mal aus Interesse gemacht, das Ergebnis war aber net so dolle. :-? Dann trink ich lieber warmes Wasser.

Aber ein paar tips kann ich dir schon geben. Röste langsam und nicht zu heiß, sonst wird das ganze bitter. Ich habe damals die Eicheln vorher geschält, aber vielleicht kann man sie auch in der Schale rösten, das ist vielleicht schonender. Ansonsten "Versuch macht kluch!" Besorg dir einen Sack voll Eichel und probier aus wie es dir am besten schmeckt. Wenn du was gefunden hast meld dich nochmal :grins:

Grüße
Thomas

rumtreiberin
29.09.2008, 16:28
Heißer Tip: Sämtliche Heilkräuter- und Hexenseiten danach durchsuchen. Richtig interessant ist, was dem Zeugs teilweise für Wirkungen zugeschrieben werden. Alternativ deine Lieblingssuchmaschie mit Stichwörtern wie Löwenzahn/Eichel/Ersatz - Kaffee + Rezept/Zubereitung/Herstellung quälen. Da findest du stundenlang Lektüre und auch manches geradezu unglaubliche.

Beispiel für Löwenzahnwurzel
(http://www.ololiuqui.org/pflanzen/rezepte/loewenzahn)
Viel Spaß!

Buck Mod.93
29.09.2008, 16:55
Hi joe,
Eichelkaffee hab ich schon sehr oft gemacht.Wenn man die Eicheln schält und dann im Ganzen röstet werden sie meistens bitter.Ich würde dir empfehlen sie zu schälen dann in einer Kaffeemühle zu zermahlen und sie anschließend dünn verteilt auf einem Backblech zu rösten.Kannst ja mal verschiedene Röstgrade ausprobieren.Ich trinke oft Eichelkaffee und mag ihn sehr gerne.Keine Ahnung warum ihn manche Leute nicht mögen.

November
04.10.2008, 17:16
Eichelkaffee - bei dem Stichwort fällt mir doch sofort die Kriegs- und Nachkriegszeit ein. Damals wurde so etwas als Ersatzkaffee getrunken, weil es eben keinen richtigen Bohnenkaffee gab. Die Leute von damals würden sicher denken, bei uns ist ein Rad locker, daß wir so etwas freiwillig trinken, obwohl es echten Kaffee zu günstigen Preisen im Überfluß zu kaufen gibt.

Selbst habe ich das noch nicht probiert (bin ohnehin kein so großer Kaffeefan), aber von den Erzählungen meiner Großmutter kenne ich auch die Variante, die Buck Mod beschrieben hat. Die geschälten Eicheln in der Kaffeemühle zerhäckseln und dann so lange rösten bis ein charakteristischer Geruch entsteht.

Henna
04.10.2008, 21:31
Habs zwar noch nie ausprobiert, ich kenne aber aus Erzählungen von Omi , Opi und co. die Fariation aus Bucheckern. Geröstet, gemahlen und aufgebrüht, angeblich lecker , aber wie gesagt,ich habs noch nicht ausprobiert ....

Sawyer
04.10.2008, 21:47
Bei Vivalrangers Survivalkurs haben wir einmal Tobinambur-Kaffee gemacht. Der war gar nicht mal so übel. Nachdem die Wurzel gewaschen und klein gehäkselt war, wurde sie langsam geröstet. Wenn man sie zu schnell röstet bzw. das Zeugs anbrennt, kann man sie für den Kaffee nicht mehr verwenden. Dann schmeckt er nicht mehr. Dann futtert man sie halt so. Das schmeckt ganz gut.

Ich bin dann aber doch eher ein Freund von richtigem Kaffee:roll:


Sawyer

derjoe
05.10.2008, 16:45
klar, ich bin auch Freund von "richtigem Kaffee", aber alleine die Tatsache, zu wissen, daß die Brühe da aus heimischen Wäldern sowie aus hauseigener Röstung stammt, würde für mich den Nachteil wieder wett machen... .

Dafür, daß man aus irgendeinem Getriede wohl Kaffeeersatz machen kann fine ich schon nicht schlecht. War das WE im Pfälzer Wald und hatte mich schon ein bisserl geärgert, daß ich überhaupt was mitgenommen hatte - am Anfang des Weges gab es noch wunderbare Trauben im Überfluß, im Wald dann Eßkastanien, und die machen ja mal echt pappsatt. Da hat man dann was Süßes, was zum Stopfen - fehlt nur noch ein Käffchen. so könnte man wenigstens mal ein WE ganz easy aus dem Wald leben, ohne gleich einen auf Survival zu machen.

also, ich werde dann demnächst mal das Mälzen testen.

Nabil
05.10.2008, 17:34
Hallo.

Falls zeit ->Eicheln trocknen, ansonsten dauert der röstvorgang halt länger, achteln (Falls du ihn mild möchtest solltest du die Eichelstückchen jetzt über nacht wässern in dem du die Teile in ne Socke steckst und diese über Nacht in nen Fluß hängst damit die Gerb und Bitterstoffe weniger werden), bei niederer Temperatur und viel zeit braunrösten (es darf kein richtiger rauch entstehen!!!, nur ganz leichter "Aromadampf)

Anschließend mit dem Messer kleinhacken. Wasser mit in den Topf, kurz aufkochen, abgießen, FERTIG


Ich finde dass es auf nem heißen Stein oder ner beschichteten Pfanne besser geht als in nem unbeschichteten Topf. Aber es geht schon.

Schmeckt wie Karo-Kaffee. :D


Gruß

Edit: geht auch recht gut mit Löwenzahnwurzel.


so könnte man wenigstens mal ein WE ganz easy aus dem Wald leben, ohne gleich einen auf Survival zu machen.
das ist doch "Survival" ;-)

lina
05.10.2008, 17:50
im Wald dann Eßkastanien ...

Wie kriegst Du die denn essbar? Kochen oder grillen? Und wie lange?

Nabil
05.10.2008, 17:52
anritzen, kochen bis weich (~15-20min. / Stechtest), dann je nach Geschmack kurz rösten. Da gibt es viele Varianten. Aber nicht vergeßen sie an 2-4 Stellen anzuritzen :ignore:

lina
05.10.2008, 18:03
Fein, danke :-)

... mhm, Vermicelles (http://de.wikipedia.org/wiki/Vermicelles) :grins: - super zum Kaffee (um mal wieder zum Thema zurück zu kurven ... :bg: )

derjoe
05.10.2008, 18:18
Hallo.

Falls zeit ->Eicheln trocknen, ansonsten dauert der röstvorgang halt länger, achteln (Falls du ihn mild möchtest solltest du die Eichelstückchen jetzt über nacht wässern in dem du die Teile in ne Socke steckst und diese über Nacht in nen Fluß hängst damit die Gerb und Bitterstoffe weniger werden), bei niederer Temperatur und viel zeit braunrösten (es darf kein richtiger rauch entstehen!!!, nur ganz leichter "Aromadampf)

Anschließend mit dem Messer kleinhacken. Wasser mit in den Topf, kurz aufkochen, abgießen, FERTIG


Ich finde dass es auf nem heißen Stein oder ner beschichteten Pfanne besser geht als in nem unbeschichteten Topf. Aber es geht schon.

Schmeckt wie Karo-Kaffee. :D


Gruß

Edit: geht auch recht gut mit Löwenzahnwurzel.


das ist doch "Survival" ;-)

Röstest du die Eicheln also als Ganzes und zerkleinerst sie erst später?

Mit oder ohne Fett?

cd
05.10.2008, 21:56
...am Anfang des Weges gab es noch wunderbare Trauben im Überfluß,...
Ich möchte ja nicht allzu besserwisserisch rüberkommen, aber hier kann ich mein Maul nicht halten:

Ich kenne den ein oder anderen Hobbywinzer, aber auch (bzw. gerade) bei hauptberuflichen Winzern hier in der Gegend (um Stuttgart) scheint der "Traubenklau" mittlerweile ein ziemliches Problem zu sein. Spazierengehen/Wandern in den Weinbergen ist ja recht beliebt.
Die Weintrauben sind ja Eigentum der Winzer, und wenn dann Leute kommen, die die Trauben beutelweise mitnehmen (ja, das kommt wohl tatsächlich vor!), ist das nix anderes als Diebstahl. Du magst es ja auch nicht, wenn dir jemand deinen Salat aus dem Garten klaut.
Es wird keiner was dagegen haben, wenn man ein paar Beeren probiert. Wenn man danach fragt, wird man wahrscheinlich auch was bekommen. Aber die Weintrauben von Vornherein als "im Überfluss" anzusehen und sich nach Gutdünken dran zu Bedienen ist schlichtweg falsch.
Und deine Wortwahl impliziert nunmal, dass du dich im Wesentlichen von Kastanien und Trauben ernähren wolltest...
Vielleicht hab ich dich ja auch nur falsch verstanden und du wolltest damit schlicht beschreiben, wie voll die Reben hingen ;-)


Zu den Esskastanien:
Die unterwegs zu Kochen braucht ganz schön viel Brennstoff...
Ich hab die Dinger bislang nur eingeritzt und (im Backofen, ~200°C, ~20-30min) geröstet. Wenn man ein Feuer machen darf, könnte man die Kastanien doch einfach in die Glut legen, denke ich.

chris

Biggi
05.10.2008, 23:29
ich auch nochmal zu den kastanien:

wie erkenn´ich esskastanien bzw. gehen auch normale kastanien?

lina
06.10.2008, 01:20
Nö, "normale" Kastanien (AKA Rosskastanien) gehen nicht, nur die Edelkastanien. Erkennen kann man sie z.B. an den Blättern und auch die Hüllen sind viel stachliger. Guck mal hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Edelkastanie)

Nabil
06.10.2008, 11:23
Die Rosskastanien gelten als nicht essbar, was aber nur teilweise stimmt.

Durch ihren hohen Saponingehalt (8% bis 25%) sind sie nicht gerade gesund, aber man kann die Saponine ausschwemmen und dann kann man die Rosskastaniensamen essen.

Die Kastanien röstet man bei niedriger Hitze leicht an, schält sie und schneidet sie in dünne Scheiben.
Diese Scheiben werden mehrere Tage lang gewässert in immer wieder erneuertem Wasser (oder in ner Socke o.ä. in einen sauberen Bach gehängt :bg:).

Anschliessend kann man die Früchte kochen und essen.

Sie enthalten etwa 10% Eiweiss, 5% Fett und 35% Stärke.

@ Joe : Ohne Fett!!! Ich zeerkleiner sie schon vor dem rösten in grobe Stücke (verhindert auf nem Omnifuel das sofortige anbrennen und verglühen und verbessert somit den Geschm,ack) und nachher hack ich die Stücke ganz fein. Wie Knoblauch.

derjoe
06.10.2008, 13:07
Ich möchte ja nicht allzu besserwisserisch rüberkommen, aber hier kann ich mein Maul nicht halten:

Ich kenne den ein oder anderen Hobbywinzer, aber auch (bzw. gerade) bei hauptberuflichen Winzern hier in der Gegend (um Stuttgart) scheint der "Traubenklau" mittlerweile ein ziemliches Problem zu sein. Spazierengehen/Wandern in den Weinbergen ist ja recht beliebt.
Die Weintrauben sind ja Eigentum der Winzer, und wenn dann Leute kommen, die die Trauben beutelweise mitnehmen (ja, das kommt wohl tatsächlich vor!), ist das nix anderes als Diebstahl. Du magst es ja auch nicht, wenn dir jemand deinen Salat aus dem Garten klaut.
Es wird keiner was dagegen haben, wenn man ein paar Beeren probiert. Wenn man danach fragt, wird man wahrscheinlich auch was bekommen. Aber die Weintrauben von Vornherein als "im Überfluss" anzusehen und sich nach Gutdünken dran zu Bedienen ist schlichtweg falsch.
Und deine Wortwahl impliziert nunmal, dass du dich im Wesentlichen von Kastanien und Trauben ernähren wolltest...
Vielleicht hab ich dich ja auch nur falsch verstanden und du wolltest damit schlicht beschreiben, wie voll die Reben hingen ;-)


Zu den Esskastanien:
Die unterwegs zu Kochen braucht ganz schön viel Brennstoff...
Ich hab die Dinger bislang nur eingeritzt und (im Backofen, ~200°C, ~20-30min) geröstet. Wenn man ein Feuer machen darf, könnte man die Kastanien doch einfach in die Glut legen, denke ich.

chris

zu den Trauben:
ich komme aus einer Weingegend (hatte früher den Weinberg direkt vorm Fenster...) und kenne das Problem auch. Da werden heutzutage nicht nur beutelweise Trauben geklaut, sondern auch säckeweise Blätter (wie ich mal vermute, für mit Reis gefüllte Weinblätter).

Ist doch immer eine Frage des Maßes. Wer gezielt in den Weinberg an dem er eigentlich gar nicht vorbeikommen würde, um Trauben zu ernten, hat eine andere Absicht als der Wanderer, der gerade Hunger hat und sich für den "aktuellen Bedarf" gütlich tut. Bei uns vor`m Haus darf sich auch jeder im Vorbeigehen Lirschen, Nüsse... mitnehmen, so lange er nicht in den Garten geht und regelrecht "erntet", ist so üblich bei uns in der Gegend.

Wir haben einige Winzer im Bekanntenkreis und die sehen das eigentlich genau so. Trauben stopfen außerdem ja ziemlich, da muß man sich keine Kilos runterschneiden, denn je mehr man ißt, desto schneller sind die wieder raus ;-).

Übrigens ist das Prinzip sogar biblisch: es war den Juden verboten, Nachlese auf ihren Feldern zu halten, damit für die Armen UND FREMDEN (--> REISENDEN) noch genug da war.



zum Kochen der Kastanien:
ja, mein Trangia hat fast eine ganze Füllung Spiritus verbraten. Wie viel Gramm das sind, weiß ich nicht, ist aber denke ich noch im Rahmen. Die Kochzeit wird meistens mit 20min, angegeben, ich habe 30min gebraucht, wohl weil ich nicht genügend angeritzt hatte.

Im Feuer kommt das klar viel besser, wollte ich aber nicht im Wald machen, war mir zu heikel... .

cd
06.10.2008, 13:35
@derjoe:
Mir war eben nicht ganz klar, wie du bzgl der Trauben rangehst. Und jetzt hab ich den Eindruck, dass wir das ähnlich sehen. Sehr schön. :)

Gruß,
chris

derjoe
06.10.2008, 14:11
@derjoe:
Mir war eben nicht ganz klar, wie du bzgl der Trauben rangehst. Und jetzt hab ich den Eindruck, dass wir das ähnlich sehen. Sehr schön. :)

Gruß,
chris

denke auch ;-)