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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [UA] Einmal Севастополь und lebend zurück



Nammalakuru
10.08.2008, 22:35
Land: Ukraine
Reisezeit: August 2008
Region/Kontinent: Osteuropa



Украина мы приходим! - Ukraine wir kommen!


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Fast 1.800 km von Hamburg über Warschau nach Kiew liegen vor uns - schlappe 26 Stunden Zugfahrt. Mit dem ICE gehts von Hamburg nach Berlin, dort einmal umsteigen nach Berlin Gesundbrunnen wo unser Nachtzug einläuft.

Der Zug steht bereits am Gleis als wir eintreffen. Adrett, blau-weiss uniform gekleidet erwartet uns das Personal von Kurswagen 40. Die in die Jahre gekommenen ukrainischen Wagons lassen bereits erahnen, dass die Zugfahrt anders sein wird als mit dem Regionalzug von Hamburg nach Lüneburg zu fahren. Wir treten ein. Die Liegewagenkabinen sind größenmässig europäischer Standard - winzig klein halt. Gekreuzt mit sowjetischem Chiqué wie Mamorfolien an den Wänden, glänzenden roten Stoffen und orientalischen Teppichen sorgen sie sogleich für ein passendes Ambiente für unsere erste Reise in die große Unbekannte namens Ukraine.

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Der Zug rollt an. Es geht los. Mitbewohner unseres 3er Séparée wird Sascha; Ende dreißig, ukrainischer Informatiker aus Berlin. Nach gegenseitiger Vorstellung unserer 24-stündigen Zweck-WG auf Schienen kommen wir mit Sascha schnell ins Gespräch. Zu unserem Vorhaben mit einem Mietwagen von Kiev bis auf die Krim zu fahren wünscht er uns alles Gute - überzeugt scheint er nicht, dass wir dort jemals ankommen. Es gäbe keine Autobahnen, die Strassen bestünden nur aus Schlaglöchern und überhaupt würde es lange Zeit dauern. Sascha erklärt uns kurz die Grundregeln analog der deutschen Straßenverkehrsordnung: Der mit der größeren und protzigeren Karre hat Vorfahrt! Im Prinzip ganz einfach. Mit unserem Daewoo Lanos werden wir wohl niemanden beeindrucken können. Aber das wird schon irgendwie gutgehen. Wir sind optimistisch!

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Die Luft im Abteil ist zum schneiden. Kein Luftzug. Klimaanlage? Es gibt im ganzen Waggon zwei Fenster deren oberes Fünftel sich aufkippen lässt. Diese Sauerstofftankstellen werden gerne und häufig aufgesucht. Der lange Gang im Waggon ist schmal. Zwei Zugbegleiterinnen sind für unseren Liegewagen zuständig. Mädchen für alles: Bettzeug austeilen, neues Zuggäste einchecken, Tee oder Kaffee kochen und servieren - einfach alles. Der Service hakt allerdings bei der Ansprache der Zuggäste: Klare Anweisungen in Befehlsform machen hier den Ton. Spricht man kein ukrainisch oder russisch ist man sowieso völlig bekloppt. Mit der Energie unserer Lokomotive stampfen die gutbeleibten Schaffnerinnen durch den Gang, hin und her - Zuggäste hechten in ihre offenen Kabinen um nicht überrollt zu werden. Nur so als Tipp für die ukrainische Staatsbahn: Vielleicht könnte man Personal bei Thai Airways abwerben, dort habe ich nur zierliche gutaussehende Stewardessen gesehen, die könnten sich sicherlich problemlos an den Gästen vorbeischlängeln.

Es wird dunkel draussen. In Frankfurt steigen noch einige wenige Fahrgäste hinzu und der Zug fährt über die Oder nach Polen. Draussen ziehen in der Dunkelheit nur noch vereinzelte Lichter vorrüber. Wir machen es uns in unserer Kabine bequem und fangen an Bier zu trinken. Ich bin schon öfter im Nachtzug gefahren und kann jedem empfehlen mindestens 1-2 Liter Bier zu trinken um wenigsten einige Stunden schlafen zu können. Unglücklicherweise muss ich auch jedesmal mindestens einmal in der Nacht raus und ich bekomme immer die oberste Liege, welche eigentlich nur für geübte Turner reserviert sein sollte. Will sagen: Es geht bestimmt mit Schnaps wesentlich effektiver - nur mag ich keinen.
Sascha erzählt noch ein bisschen über Fussgänger die von aufgebrachten Automobilbesitzern absichtlich überfahren werden; betrunkenen ukrainischen Autofahrer die ganze Kioske samt Kundschaft eleminieren und Selbstjustiz bei Verkehrsunfällen - frohen Mutes über die da kommenden Tage legen wir uns schlafen.

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Zollkontrolle in Polen. Das Land ist mittlerweile EU-Außengrenze und nimmt die Grenzkontrollen peinlichst ernst. Unser Zug fährt bald eine Viertelstunde an einer schier endlosen Kolonne wartender LKWs vorbei - die ukrainische Grenze ist nah. Ist schon vom Zugpersonal keine Freundlichkeit zu erwarten, sollte man lieber keine Ansprüche an die Zöllner stellen. Es werden alle Pässe eingesammelt und der Zug fährt ein Stückchen weiter. Aus strategischen Gründen, damit im Kriegsfalle keine fremden Truppen auf russischen Schienen rollen gibt es hier breitere Schienen als in Westeuropa. Ginge man pragmatisch damit um, dann würde man die Fahrgäste bitten in einen anderen Zug umzusteigen. Die ukrainische Lösung ist da etwas komplexer: Der Zug wird in eine Halle gefahren. Eine Schar Arbeiter der Staatsbahn schraubt die Achsen los, hebt den Zug drei Meter mit Seilwinden an um dann breitere Achsen drunterzuschrauben. Klingt einfach - dauert aber anderthalb Stunden. Die Fahrgäste dürfen den Zug in dieser Zeit nicht verlassen. Die Klimaanlage fehlt immer noch und die zwei Fensterspalten bringen nur bei Fahrt Frischluft. Man dünstet vor sich hin und wartet. Die Monteure draussen betreiben Arbeitsteilung. Ein Teil arbeitet, der andere sitzt qualmt trotz Rauchverbot und trinkt Bier, das Ganze im Wechsel. Nach einer gefühlten Ewigkeit rollen wir weiter und bekommen beim nächsten Stop unsere Pässe zurück.

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Nach dieser Anstrengung bedienen wir uns des Hygiene-Packs der ukrainischen Staatsbahn und betupfen unsere Gesichter mit Erfrischungstüchern. Erst Stunden späten sollten wir entdecken, dass die beiden identischen Folienverpackungen mit kyrillischen Lettern sich nicht nur in der Farbe unterscheiden. Einer von uns beiden hatte sich sein Gesicht mit Schuhputzpolitur eingecremt. Ukraine wir kommen!

... Fortsetzung folgt.

KuchenKabel
10.08.2008, 22:45
Sehr gut :bg:! Wer war das mit der Schuhcreme? Köstlich... Bitte nicht zu lange mit der Fortsetzung warten ;-).

bergzwerg61
10.08.2008, 22:46
Das klingt ja echt spannend...

Vor fast 20 Jahren bin ich mal mit dem Zug von (damals noch) Leningrad nach Berlin gefahren, da war die Prozedur des Spurwechsels schon genau so ;-)

Wie geht's weiter? Konntet ihr wenigstens ein bissel Russsisch ?

November
10.08.2008, 22:47
Wunderbar - ich warte auf die Fortsetzung.
Schon der erste Teil erinnert mich sehr an meine Bahnfahrten in Russland und ehemaligen den Unionsrepubliken. Nur, daß in unseren Zügen die Toilette nicht so sauber war.

Habt ihr wirklich kein russisch gesprochen - und das hat geklappt? Ich kanns fast nicht glauben.

eine gespannt wartende
november

Rajiv
11.08.2008, 18:45
Ja, genau so verlief (und verläuft offensichtlich immer noch) die Fahrt mit der Eisenbahn ins Breitspurreich.
Ihr habt übrigens den besten Komfort gehabt, sind schließlich RIC-Schlafwagen aus den 70er Jahren (dt. Qualitätsprodukt!). Wenn euch das schon zu unbequem war, dann würde ich da eine Fahrt innerhalb einer GUS-Republik mit Liegewagen empfehlen; da gibt es dann den Vorteil von offenen Abteilen (Liegen nur durch Vorhänge vom Gang "getrennt").:bg::bg::bg:

Die Schlafwagenschaffnerinnen müssen etwas kräftiger sein, im Ernstfall (kontinentales Klima im Osten!) sind sie schließlich für das Überleben der Fahrgäste verantwortlich, was schon mal im Winter dazu führen kann, daß die Mädels mit der Säge in den Wald ziehen um Feuerholz zu besorgen (die Waggons haben in einem Einstiegsraum noch ein winziges Abteil mit 'nem Heizkessel, wenn ich mich richtig erinnere dann an dem Ende wo auch das Dienstabteil ist {und die Toilette etwas kleiner als am anderen Ende}; am anderen Ende ist der Schaffnerruheraum), damit im eingeschneiten Zug niemand die drei Tage erfriert bis die Strecke wieder befahrbar ist.

Bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

Rajiv

Nammalakuru
11.08.2008, 20:39
Wenn euch das schon zu unbequem war, dann würde ich da eine Fahrt innerhalb einer GUS-Republik mit Liegewagen empfehlen; da gibt es dann den Vorteil von offenen Abteilen (Liegen nur durch Vorhänge vom Gang "getrennt").
Warts ab :bg: Welche Vorhänge? :grins:

Jaerven
11.08.2008, 21:25
Scheint ein sehr lustiger Bericht zu werden :bg:


Ich bin schon öfter im Nachtzug gefahren und kann jedem empfehlen mindestens 1-2 Liter Bier zu trinken um wenigsten einige Stunden schlafen zu können.

Ich empfehle bei Liegewagenfahrten immer einen (nicht zu starken) Tee aus Hanf und Schafgarbe.
Beruhigt die Sinne, ist gut für den Magen.
Bei Bier muss man doch dauernd auf den Eimer rennen!

bergzwerg61
11.08.2008, 21:25
Warts ab :bg: Welche Vorhänge? :grins:

Mach's nicht noch spannender!

@Järven: Wo gibt's den Tee???

Nammalakuru
11.08.2008, 22:41
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Kyjiv. Ortszeit 22 nochwas. Unser Zug erreicht Kyjiv Passazirskyj den Hauptbahnhof. Eine riesige Halle nimmt uns auf. Draussen auf dem Bahnhofsvorplatz lebendiges treiben. Busse, Taxen, PKWs sammeln die Reisenden ein. Das McDonalds Restaurant bildet einen trügerischen heimischen Fixpunkt. Sascha ist uns behilflich den Bus zu finden der auf unserer Hostelreservierung angegeben ist. "Buslinie 18+7" ist weder die Bezeichnung der Linien 18 und 7, noch diejenige der Linie 25. Nein der korrekte Name des "Marshrut" ist einfach 18+7. Wir müssen auch nicht alles verstehen. Abfahrzeiten richten sich nach der Schlange an der Haltestelle. Der Busfahrer macht solange ein Päuschen bis die Menschenansammlung in etwa reicht den Bus zu füllen. Das spart Benzin und ist lukrativ, zumindest für den Busbetreiber. Die kummulierten Wartezeiten der Fahrgäste tauchen allerdings in keiner Rechnng auf. Eine Viertelstunde bilden wir ein gutes Drittel der noch kleinen Schlange, dann ziehen wir die Beförderung mit einem Taxi vor. Ab geht es durch die Nacht von Kyjiv. Der Taxipreis wird bei Ankunft kurzerhand verdoppelt, war er doch bei der Verhandlung nur für eine Person berechnet - klar. Für einen Kilometerpreis den uns kein Hamburger Taxifahrer abgenommen hätte erreichen wir unser Hostel "Hostel Kiew".

Ein hochgeschossiger Wohnblock. An der Rezeption im fünften Stock ist ein Verweis auf eine Zimmernummer. Offensichlich wohnt die Rezeption selbst hier. Aufgeschraubte Rechner, ein Bügelbrett und siehe da auch ein telefonierendes Fräulein, dass uns sogleich nach Beendigung des Telefonates, der Mimik zu urteilen mit ihrem Freund, behilflich ist. Gezahlt wird bar, die VISA und Mastercard Aufkleber an der Tür sollen nur eine internationale Atmosphäre versprühen. Wer in Kyjiv für 18 EUR pro Nase ein 2-Bett Zimmer mietet sollte wenig erwarten und diese Erwartungen am besten durch 100 teilen. Die Realität sieht für den Hostel Kiew Besucher zwei alte, kurze, knarzende Betten vor. Die durchsifften Matratzen sehen aus als hätten sich auf den Betten inkontinente Hunde mit Magen-Darm-Virus vergnügt. Die mitnichten sauberen Bettlaken decken das Elend ab. Es muss sich um eine Federkernmatratze handeln reflektiere ich kurz vor dem Schlafen gehen als sich jede einzelne Feder in meinen Rücken bohrt. Zumindest schaukelt es diese Nacht nicht denke ich mir die Schlafsituation positiv, stöpsel mir meine Ohropax hinein, setze meine alberne Schlafbrille auf und träume weg.

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Schöne Mädchen treiben sich des morgens in unserem "shared-bathroom" herum. Unter diesen Umständen teile ich gerne denke ich und verschließe alsbald die Badezimmertür wieder von Aussen als sich die junge Schönheit mir mit umwickeltem Handtuch und nettem Lächeln zu verstehen gibt, dass dieses Bad zur Zeit von ihr besetzt sei. Das Bad liess sich nicht verschließen. Dumm nur, dass die Toilette im äußersten Abstand zur Tür stand. Das entspannte "auf dem Topf sitzen" weicht somit einer, eigentlich unverständlichen, Angst von einem weiteren Hostelbesucher aufgespürt zu werden. Alles geht gut. Frisch geduscht machen wir uns auf zu unserer Autovermietung am anderen Ende der Stadt.

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Die Automaten in der Kyjiver Metro sind nur zum Geldwechseln, bezahlt wird am Schalter. Für 1 Griwna, so der Name der ukrainischen Währung, kann man Metro fahren. Fahrziele spielen keine Rolle. Man wirft eine Plastikmünze ins Drehkreuz und erhält Einlass. Es geht gefühlte fünfzig Meter in die Tiefe. Zwischen langen Rolltreppen sind Reklametafeln in einem so unglücklichen Winkel angebracht dass ich zwei drei mal während der minutenlangen Abfahrt denke ich führe waagerecht und nicht schräg in die Tiefe. Man fängt sich zwar jedesmal wieder, mein Gehirn kam sich trotzdem irgendwie verarscht vor. Die U-Bahn kommt, knallt laut die Türen auf, lauter noch zu um dann mit einem warp5-Geräusch durch den Untergrund Kyjivs zu rasen. Zwischendrin gibts aus dem postmodernen Transportvehikel abgefahrene Werbeilluminationen mit springenden Gazellen an den Tunnelwänden zu sehen. Abgefahren denke ich nur.

Stunden später sind wir stolzer Besitzer eine Daewoo Lanos - wenn auch nur temporär. Kurz die Kiste durchgecheckt und die Mängel notieren lassen, schon gehts auf die Schnellstrasse statdtauswärts in Richtung Süden. In Richtung Süden liegt auch die Krim - unser Ziel. Der Wagen rollt. Der Roadtrip beginnt. Nach anderthalb Stunden sehen wir ein, dass alleine die Peilung der groben Himmelsrichtung zwangsläufig zu Problemen führen wird. Eine Strassenkarte muss her. Drei Tankstellen später nennen wir eine Strassenkarte der Ukraine sowie eine Detailkarte der Krim unser Eigen. Kurze Peilung mit meinem GPS-Handy und los gehts. Etwa 800km fahren wir am ersten Tag. Mit jedem Kilometer den man sich aus der Hauptstadt enfernt werden die Schlaglöcher größer und ihre Anzahl nimmt überproportional zu.

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Die Gegend ist ärmlich. Überall sitzen Menschen und warten. Warten auf was? Alte Frauen verkaufen Wassermelonen, Zwiebeln und Äpfel. Wir passieren große Märkte im Nirgendwo, einfach nur an der Strasse. Die Menschen leben vom Verkehr, verkaufen Obst und Gemüse an LKW und PKW-Fahrer.

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Gegen 24.00 Uhr fahre ich fast gegen einen alten Ural-LKW, der samt Anhänger im Schlepptau mitten auf der Strasse steht. Der Fahrer hat zum schlafen die Kiste einfach abgestellt und großzügig auf der rechten Fahrbahnhälfte geparkt. Rücklicht oder Refektoren werden ohnehin überschätzt - mit einem hastigen unkontrollierten Manöver weiche ich dem dunklen Koloss aus. Weiter gehts an hell beleuchteten Nachtmärkten vorbei. Von der Frucht über aufblasbare Badeinseln bis zum Trockenfisch gibt es hier fast alles. Auch Kaffee. Bei Bestellung stehen zwei verschiedene Instantkaffees zur Auswahl, ich nehme einen Plastikbecher Jakobs Krönung mit Zucker und Dosenmilch. Offenbar gilt es in diesem Land als Servicemerkmal den Kunden zwischen mehreren Instantkaffeesorten wählen zu lassen, denn diese schwere Frage: "Jakobs oder russische Marke" werden wir noch öfter entscheiden müssen. Aber eigentlich ist die Antwort auch völlig egal, der Kaffee schmeckt ohnehin nicht. Eine Kaffeekultur möchte ich der Ukraine hiemit entschieden absprechen, obwohl ich mir damit 46.000.000 Ukrainer, Russen und Tataren dieses herrlichen Landes zum Feind mache. Die Wahrheit muss manchmal einfach ausgesprochen werden. Egal. Immerhin ist Koffeein drin.

Weiter gehts durch die schwarze Nacht gen Süden. Die Karre ruckelt mit Tempo 80 der Krim entgegen. Noch macht unser Mietwagen einen putzmunteren Eindruck, obwohl er schon einige Wirkungstreffer an Schlaglöchern einstecken musste. Nachts ist überraschend viel los auf den Landstrassen, viele LKWs rumpeln über die Strassen, die ich spätestens hier gerne in Pisten umbenennen möchte. Wir haben einen Straßengrad erreicht in dem man nur noch Slalom fährt um wenigstens den Schlaglöchern ausweichen zu können, in denen man Fußbälle versenken könnte. Ganz Nebenbei: Spricht man bei über 4qm fehlender Asphaltdecke eigentlich noch von "Schlaglöchern"? Weist ein Strassenschild daraufhin, dass sich die Strasse in einem schlechten Zustand befindet, so kann man die Gänge 3-5 übrigends schonen. Zudem kann ein 6-wöchiger Offroadkurs im Vorfeld der Reise eine Hilfestellung sein. Wir gönnen dem Auto und uns eine längere Pause und nächtigen nach wohlverdienten Feierabendbieren auf einem Feldweg an einer ruhigen Piste.

... Fortsetzung folgt

Freak
11.08.2008, 22:48
http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/89.gif

bergzwerg61
11.08.2008, 22:49
Köstlich! Dein Bericht weckt Erinnerungen, mach mal weiter, bitte !!

P.S. wie war das mit der Verständigung? Wörterbuch? Englisch oder wie?

YPS
11.08.2008, 22:54
Super-spitzen-klasse-Bericht...bitte weiter, weiter, weiter...:grins:

herr krull
11.08.2008, 23:59
du fotografierst sehr gut.

heron
12.08.2008, 07:26
:popcorn: super - vergnüglich zu lesen.
Bin mir aber nicht sicher, ob ich dort auch hin will :) - naja abenteuerlich wärs in jedem Fall.
gx
sabine

volx-wolf
12.08.2008, 07:59
Sehr schöner Bericht ... und vor allem spitze Photos - besonders das Karussell-Photo - TOP!!!

Kleiner Tip: Wer in grösseren ukrainischen Städten günstig schlafen will, der bleibe einfach am Bahnhof stehen, bis er von älteren/alten Frauen angesprochen wird. Sie vermieten ihre Zimmer an Gäste, um die Rente aufzubessern, zu 3-5€/Person. Genauso gut oder schlecht wie Hotelzimmer sind sie allemal, nur das man zum einen das ukrainische Leben kennengelern und zum anderen den Frauen hilft.
Mit dem Zimmerpreis in Kiew habt Ihr Euch aber definit vera... lassen, mehr als 10-12€/Person sollten bei dem Standard nicht gezahlt werden. Wobei, was ich noch anfügen möchte: Sehr alt und abgenutzt sahen die Hotelzimmer, die ich jeweils in der UA hatte, immer aus - aber sauber waren sie! Oder Ihr habt doch höhere Ansprüche als ich gehabt;-)


Was ich weniger verstehe, ist, warum Ihr mit solche einem Affentempo durch die UA gefahren seid und Euch nicht weniger Zeit für die einzelnen Stationen genommen habt. Z.B. für Kiew...

Werner Hohn
12.08.2008, 08:21
... Schöne Mädchen treiben sich des morgens in unserem "shared-bathroom" herum. Unter diesen Umständen teile ich gerne denke ich ...

Wer war eigentlich noch mit? Wegen des Teilens. :bg: Und was steht auf dem Schild beim ersten Foto?

Werner

bergzwerg61
12.08.2008, 08:27
Und was steht auf dem Schild beim ersten Foto?

" Losowje" ( denke ich...) könnte eine Haltestelle sein.

SwissFlint
12.08.2008, 08:53
Damit ich ein Abo bekomme auf den Bericht hier auch ein Kommentar von mir ;-)

Sehr schöner Bericht! Sag... hast du ein Tagebuch geführt, auf Dictaphon gesprochen oder erinnerst du dich jetzt einfach?
Manchmal formen sich mir unterwegs die schönsten Sätze.. und finden sich nie mehr wieder...
Wer hat Tipps?

Wald-Fuchs
12.08.2008, 08:58
Ich sitze hier mit 'ner Tasse "Jacobs Krönung Verwöhnaroma-Kaffee" und genieße die Bilder und jeden Satz von diesen tollen Reisebericht.
Man fühlt sich richtig live dabei in der Ukranine :bg:
Weiter so! ;-)
Reinhold

Onyx
12.08.2008, 09:57
Damit ich ein Abo bekomme auf den Bericht hier auch ein Kommentar von mir ;-).....

Me too ;-)


Sehr schöner Bericht ich warte schon gepannt auf die Fortsetzung.

Rubbertramp
12.08.2008, 10:45
...na denn möchte ich mich mal vorstellen:

Mein Name ist Maik,
gerade frisch registriert, normalerweise bin ich (wie mein Avatarbild vermuten lässt) etwas anders unterwegs, und ich war der Mitfahrer auf dieser Tour...

Für mich war die Tour der erste 'Schnuppertest' gen Osten. Ich lerne seite einem halben Jahr mittlerweile Russisch (VHS-Kurs, einmal die Woche 2 Stunden), und die spannende Frage war ob ich es schaffe mit meinen spärlichen Sprachkenntnissen überhaupt durch das Land zu kommen.
Ich kann mittlerweile Kyrillisch einigermassen flüssig lesen (das Bushaltestellenschild oben würde ich auch als 'Lesovje' interpretieren, allerdings kann es auch im Sprachmix Ukrainisch/Russisch anders ausgesprochen werden, Lissovji wäre möglich), und ein paar Brocken für das alltägliche waren auch noch drin. Die meisten Unterhaltungen endeten allerdings bereits nach wenigen Sätzen in einem 'ja ne ponimaio' (ich verstehe nicht) von meiner Seite. Das Kyrillsche lesen/interpretieren zu können erleichtert die Sache schon ungemein. Immerhin kann man somit Karten lesen, Verkehrs- und Hinweisschilder entziffern und findet sich so im Alltagsbild rudimentär zurecht. Viele Vokabeln erschliessen sich ganz von selbst, -wenn man lesen kann :D.
Sprachlich ist der Umgang sehr schwer, ausser Russisch/Ukrainisch wird keine andere Sprache gesprochen, mit dem Umgang der Russen untereinander muss man lernen klar zu kommen.
Meine Lehrerin aus St. Petersburg brachte uns bei immer höflich und zurückhaltend zu sein, bitte/danke/entschuldigung, allerdings deckte sich das mit der Mentalität der ukrainischen Bevölkerung wenig. Direkte Ansprachen waren da die Regel, mit unterschwellig aggressivem Ton dass man gleich zusammenzuckte, Ungeduld und Augen verdrehen sowie etwas länger dauerte; -du verstehst nicht? Dawei, Dawei (geh, los los). Wenn man sich daran gewöhnt hat, dann geht es aber erstaunlich gut und man bekommt was man will. Es ist alles etwas schroffer, aber herzlich.

Wie ich schon sagte haben meine Outdoor-Aktivitäten eigentlich einen anderen Schwerpunkt: ich schraube gerade einen alten Landrover auseinander und setze ihn dann wieder zusammen (Blog (http://landyblog.maik-freudenberg.net)) um mit dem Auto quer durch den russischen Kontinent bis nach Kamtschatka (die äusserste nördliche Spitze Russlands) zu fahren. Die Sprache zu lernen und diese Tour sind die ersten Schritte um mich an das 'unbekannte Land hinter dem Ural' ein bisschen zu gewöhnen, immerhin werde mich dann wohl mal ein paar Monate auf eigene Faust dort bewegen müssen.
Für mich war diese Tour ein kleiner 'Erfolg'. Wir haben geschafft was wir wollten und sind zwar nicht immer auf dem direkten Weg, aber doch immer dort hingekommen, wohin wir wollten und haben unglaublich viel gesehen. Die Beschreibungen in den Berichten oben sind nur ein Ausschnitt dessen, klar, aber für meinen Teil hat sich dieses Land schon verdammt 'echt' angefühlt. Keineswegs abschreckend, wohl oft mit etwas Nachsicht in der Betrachtungsweise, aber insgesamt habe ich das Gefühl, dass ich mehr sehen will.
Im 'echten Leben' bin ich übrigens Filmemacher/Fotograph. Die Fotos in den Beiträgen oben stammen z.T. von mir. Wir haben uns auf der Tour der Einfachheit halber meine Kamera geteilt.

Hier ein Bild von mir mit unserem treuen (Miet-)Gefährt, das wir auf der Fahrt sicherlich nicht geschont haben. Manches mal habe ich mir gewünscht mein Landrover wäre schon fertig zusammengesetzt, das wäre ein richtiger Spass gewesen.

Grüße in die Runde,

Maik

http://maik-freudenberg.net/Ukraine/DSC_2914.jpg

volx-wolf
12.08.2008, 11:02
Im 'echten Leben' bin ich übrigens Filmemacher/Fotograph.

Das ist anhand der Photos zu sehen;-)


Sprachlich ist der Umgang sehr schwer, ausser Russisch/Ukrainisch wird keine andere Sprache gesprochen,
Wir kamen beide Male mit Englisch und Deutsch erstaunlich weit, ein paar russische bzw. ukrainische Vokabeln mit dem Kauderwelsch-Reiseführer waren aber sehr, sehr hilfreich. Aus Interesse am Land und der Höfflichkeit halber, sollten sowieso immer mindestens die wichtigsten Worte in der Landessprache beherrscht werden.

Wer so gut wie nie mit uns kommunizieren wollte, waren die Fahrkartenverkäuferinnen der Bahn:motz: Aber wenn alle Wünsche (Zielort, Tag, Abfahrtszeit, Zugnummer, Namen der Mitfahrenden) auf kyrillisch vorab aufgeschrieben wurden, ging auch dies sehr gut. Namen übrigens, da die ukrainischen Zugtickets namentlich ausgestellt werden und beim Einsteigen der Namen anhand des Reisepasses überprüft wird (auch wenn viele Schaffnerinnen kaum lateinische Buchstaben lesen können:baetsch:)


quer durch den russischen Kontinent bis nach Kamtschatka (die äusserste nördliche Spitze Russlands) zu fahren.

*ohh* *mit will*
*aber nix Zeit habe*:motz:

Kajomat
12.08.2008, 11:22
Vielen Dank für den interessanten und zugleich sehr unterhaltsamen Bericht!
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung:D

boehm22
12.08.2008, 11:54
whoww,
ihr habt mir mittendrin während der ödestens Buchhaltung, einen tollen Bericht geboten.

Rubbertramp
12.08.2008, 21:10
Das ist anhand der Photos zu sehen;-)

Danke.
Ich sitze gerade noch und mache aus den über 600 Bildern der Woche eine
Auswahl für Abzüge...




Wir kamen beide Male mit Englisch und Deutsch erstaunlich weit, ein paar russische bzw. ukrainische Vokabeln mit dem Kauderwelsch-Reiseführer waren aber sehr, sehr hilfreich. Aus Interesse am Land und der Höfflichkeit halber, sollten sowieso immer mindestens die wichtigsten Worte in der Landessprache beherrscht werden.

Bei uns sah das Verhältnis ziemlich mau aus. Angliski? Njet.
Ganze zwei Russen trafen wir, die Englisch konnten. Eine Verkäuferin in einem
Supermark in Sewastopol, eine Schalterbeamtin im Bahnhof Simferopol. That's it.
Deutschsprachige Russen dann im Zug von Berlin nach Kiev und dann wieder zurück.




Wer so gut wie nie mit uns kommunizieren wollte, waren die Fahrkartenverkäuferinnen der Bahn:motz: Aber wenn alle Wünsche (Zielort, Tag, Abfahrtszeit, Zugnummer, Namen der Mitfahrenden) auf kyrillisch vorab aufgeschrieben wurden, ging auch dies sehr gut. Namen übrigens, da die ukrainischen Zugtickets namentlich ausgestellt werden und beim Einsteigen der Namen anhand des Reisepasses überprüft wird (auch wenn viele Schaffnerinnen kaum lateinische Buchstaben lesen können:baetsch:)

Ich glaube die Erlebnisse mit der Bahn kommen noch... :D
Unsere Tickets waren allerdings nicht Namensgebunden und den Reisepass mussten
wir beim Einsteigen auch nicht vorzeigen.
Wir mussten aber auch nur ein Ticket von Simferopol nach Kiev in der Ukraine
selbst buchen, das war dann die oben schon angesprochene 2. Klasse, ohne Abteile.
Den Rest der Zugfahrten hatten wir hier in D von einer Firma in Freiburg buchen
lassen (Gleisnost), die alles mögliche versucht haben auch ein Ticket von der ukrainischen
Staatsbahn zu bekommen, was dann aber 2 Tage vor Abfahrt schliesslich abgesagt wurde.
Plan B war dann die Geschichte mit dem Mietwagen ab Kiev.




*ohh* *mit will*
*aber nix Zeit habe*:motz:

jaja, die Zeit.
Ich hab auch noch keine Ahnung wie das funktionieren soll, aber irgendwie
wird das schon... Mitfahren is aber nicht, da ich vermutlich schon eine
Reisebegleiterin habe ;-)

Grüße,

M.

volx-wolf
13.08.2008, 08:04
Unsere Tickets waren allerdings nicht Namensgebunden und den Reisepass mussten
wir beim Einsteigen auch nicht vorzeigen.
Wir mussten aber auch nur ein Ticket von Simferopol nach Kiev in der Ukraine selbst buchen
Möglicherweise haben die Ukrainer es ja geändert, vor zwei Jahren war es noch so... egal welche Strecke oder wie lange...
Habt Ihr beim Fahrkartenkauf wirklich nicht den Pass vorgezeigt bzw. Eure Namen gesagt? Wenn ja, dann schau noch mal auf die Tickets ;-) Vlt. ist ja nur die Am-Zug-Kontrolle weggefallen (bei dem Hick-Hack, dass wir mit dem Namen-aufs-Ticket-schreiben-und am-Zug-kontrollieren hatten, mag ich gar nicht glauben, das sie es abgeschafft haben. Wieder eine Annektodenmöglichkeit weniger ;-) )


die alles mögliche versucht haben auch ein Ticket von der ukrainischen
Staatsbahn zu bekommen, was dann aber 2 Tage vor Abfahrt schliesslich abgesagt wurde.
Sowas wie online oder telefonische Buchung gibt es da gar nicht ... wir haben auch schon versucht, uns direkt bei der ukrainischen Bahn Rückfahrttickets telefonisch reservieren und am Bahnhof Lemberg hinterlegen zu lassen. Njet. War nichts zu machen... mussten wir halt auf gut Glück losfahren.


das war dann die oben schon angesprochene 2. Klasse, ohne Abteile
...nennt sich "Platzkartni" das, woher der Name auch immer kommt.
Die Version 4-Betten-Abteil ist dann Koupe.
Meiner Meinung nach, sind aber beides mehr oder weniger zweite Klasse, es müsste noch richtige Schlafwagen geben (= 1.Klasse), bin mir aber nicht ganz sicher, weil ich sie nie benutzt habe.


Mitfahren is aber nicht, da ich vermutlich schon eine
Reisebegleiterin habe
*böh*

Rubbertramp
13.08.2008, 08:52
Sowas wie online oder telefonische Buchung gibt es da gar nicht ... wir haben auch schon versucht, uns direkt bei der ukrainischen Bahn Rückfahrttickets telefonisch reservieren und am Bahnhof Lemberg hinterlegen zu lassen. Njet. War nichts zu machen... mussten wir halt auf gut Glück losfahren.


Bei uns war die Zeit zu knapp, wir haben von Idee bis Losfahren ganze 3 Wochen gehabt...
ansonsten kann das Gleisnost (http://www.gleisnost.de) wohl machen. Das geht
dann mit der Ukraine per Fax. Oder sie haben uns was falsches versprochen... jedenfalls war die
wirklich allerallerletzte Option gewesen, dass wenigstens das Rückfahrticket am
Abreisetag noch bis 2 hätte bestätigt werden können, dann hätten sie uns das
nach deren Aussage als reserviertes Ticket zum Ausdrucken auf einen Bahn-Fahrkartenautomaten
legen können, wir hätten uns das Ticket gezogen und hätten's gehabt.

Als wir dann aber vor Ort waren, konnten wir uns das aber lebhaft vorstellen,
warum diese Tickets a) Wochen brauchen und b) warum es mitunter nicht klappt...
Die Faxbestätigung aus der Ukraine, dass der Zug auf der Hinfahrt von Kiev bis
Sewastopol ausgebucht ist, kam genau 14 Tage nach Start der Anfrage, 2 Tage
vor unserer Abreise.

Wir hatten Berlin-Kiev und zurück bei Fahrtbeginn in der Tasche, die letzte
Option wäre eben eine Nachtfahrt mit dem Auto zum Zug nach Kiev gewesen.
Gut, dass uns das erspart geblieben ist.

Unsere Tickets waren alle nicht namensgebunden. Die deutschen Tickets sowieso
nicht und die innerukrainischen auch nicht. Das haben die dann wohl tats. geändert...

Aber zu allen Bahngeschichten und organisatorischen Dingen sollten wir eher
einen zweiten Thread eröffnen, damit sich das hier nicht so in die Länge zieht.



*böh*


tut mir leid, aber es wird schon zu zweit kuschelig in der Kiste :grins:

M.

volx-wolf
13.08.2008, 08:59
tut mir leid, aber es wird schon zu zweit kuschelig in der Kiste

Habe wirklich keine Zeit, so gern ich mitwollte ... zuviel Arbeit und meine Familie möchte ich ja auch noch sehen - arbeite jetzt unter der Woche schon immer auswärts. Viel Spass Euch bei der Tour!

Christine M
15.08.2008, 19:22
... Fortsetzung folgt[/I]

Kommt da noch was? ;-)

Christine

treasure
16.08.2008, 00:43
Damit ich ein Abo bekomme auf den Bericht hier auch ein Kommentar von mir ;-)

Genau! So was unterhaltsames will ich auch weiterlesen ;-)
Das geht übrigens auch ohne den Thread durch solche Einzeiler zu "verunstalten" ;-)
Einfach oben in der Mitte unter "Themen Optionen" "Dieses Thema abonnieren" auswählen... :p

volx-wolf
16.08.2008, 10:23
Ganz dolle On-Topic:

@Nammalakuru & Rubbertramp: WIR WARTEN!!!

Ihr habt hier so einen schönen, unterhaltsamen und lustigen Bericht angefangen und nun lasst Ihr uns hier voll der Spannung sitzen???
Und die Photos wollt Ihr auch vor uns verstecken???
Nee, nee .. so nicht!

;-)

Rubbertramp
16.08.2008, 11:08
Kommt da noch was? ;-)

Christine

Gemach, gemach...
Nammalakuru ist übers Wochenende ausser Haus und ich hatte meine freie
Zeit mit Fotos sortieren und Abzüge bestellen ausgefüllt. Jobs haben wir
ja auch noch.

Als Lektüre kann ich übrigens 'Sewastopol Sekond Hend'
von Jörg Steinleitner (Lagrev Verlag, 2004) empfehlen. Erfrischend, was ich da gerade
nach unserem Trip lese... Leider kann ich hier keine längeren Zitate posten (Urheberrecht,
ich müsste schon zwei- drei Passagen posten, damit es einen Sinn hat).

Liebe Grüße,

M.

volx-wolf
16.08.2008, 11:29
Danke für den Buch-Tip - habe ich mir gleich einmal bestellt!

Ein Buchtip für Dich, wenn er sich auch landschaftlich eher auf die West-Ukraine bezieht: Jonathan Safran Foer: "Alles ist erleuchtet"
Ein Road"movie" durch die UA der heutigen Zeit & phantastische Geschichten aus einem kleinen jüdischen Schtedl (Brodt) des 18. Jh.

Bei dem ersten UA-Besucht musste ich dann auch gleich Brody (http://de.wikipedia.org/wiki/Brody_(Ukraine)) besuchen. Es fehlt zwar das Flüsschen, aber ansonsten war in diesem kleinen Städtchen noch immer jüdische Vergangenheit durch (inzwischen eingefallene) Synagoge und riesigem jüdischen Friedhof sowie diversen andernen Orten erlebbar und hat mich sehr an die phantastischen Geschichten Foers erinnert!

Rubbertramp
18.08.2008, 10:54
Ich habe gerade eine Stunde meiner Lebenszeit an QuickMaps für Google gespendet...
(ein Hoch auf den Entwickler, der hier eine offenbar schlecht programmierte und
fehlerhafte Version online hält... -ganz toll).

Abgesehen davon, dass Google Maps in der Ukraine keine Strassen mehr weiss,
lässt sich auf der Karte nichts finden, wenn man nicht die transliterierte Ortsbezeichnung
errät :-). Selbst dann führt das nicht zum Ziel, weil diejenigen, die die Namen in
Google eingefügt haben sich oft wohl selbst nicht sicher waren (-ich habe mindestens
drei Ortschaften mit Fragezeichen im Namen gefunden :D).

Sei's drum,
ich habe jedenfalls eine kleine Übersichtskarte der Tour erstellt.
Im Moment gibt es nur ein paar Fähnchen zu sehen, bei den Verbindungslinien
habe ich entnervt aufgegeben. Die 'Linie löschen' -Funtkion ist buggy, ich hatte
keinen Nerv 10 Versuche zu machen und die komplette Tour 'in einem Rutsch'
zu malen...


77004
hier als Link: QuickMaps ( http://quikmaps.com/show/77004)

Stationen:

--- Ukraine ---
Kiev - Obukhiv - Myronivka - Smila - Kamianka - Oleksandrivka - Znamyanka -
Kirovograd - Kompaniivka - Bobrinets - Bashtanka - Mykolaiv - Kherson - Kalanchak

--- ab hier Krim ---
Armians'k - Krasnoperekops'k - Pervomais'ke - Yevpatoriia - Saky - Mikolaiivka -
Sevastopol - Foros - Alupka - Yalta - Pushkine - Alushta - Simferopol - Bakhchysarai

(Namen wie in GoogleMaps angegeben, entsprechen ungefähr der Aussprache)

Die letzten Stationen auf der Krim sind nicht mehr unbedingt in der Reihenfolge
wie angefahren, wir sind die letzten beiden Tage rund um Simferopol im Südwesten (fast)
jede Strecke gefahren :-)

Viele Grüße,

M.

PS: Kennt jemand eine Möglichkeit, diese Tour-Übersichten etwas schicker, komfortabler, besser
zu machen? -> PN

Menelaos
19.08.2008, 15:00
Ha, der Nam im Osten, wie geil :D
Super Bericht und von den Fotos könnte man auch gerne noch paar mehr zeigen ... :bg:

Kleine Frage die mich interessieren würde:
Wie billig/teuer ist dort das Reisen so? Was habt Ihr beispielsweise für das Mietauto gezahlt?

Nammalakuru
19.08.2008, 18:36
Der Domber ist mal wieder da ...

Reisen ist dort erwartungsgemäss günstiger. Die Karre hat uns etwa 140 EUR für 5 Tage gekostet, KM und Versicherungen inklusive. Durch 2 Personen also durschaus erschwinglich.

Ansonsten:

Benzin etwa 1,- EUR/Ltr.
Obst & Gemüse vom Markt/Strasse 30%-50% von hiesigen Preisen
Warme Snacks vom Markt etwa 50% der hiesigen Preise
Taxifahren bein non-russisch 100%-150% hiesiger Preise :grins:
Hotelübernachtung auf der Krim 120 US$ aufwärts.
Bahnfahrt Nachtzug Simferopol-Kiew 15 EUR


Verglichen mit dem Durchschnittseinkommen dort, was wohl etwa um die 300 EUR/Monat liegen dürfte sind die Preise also schon sehr hoch.

http://nordwanderer.de/ukraine/25.jpg

... Fortsetzung des Berichtes kommt noch.

Nammalakuru
02.10.2008, 14:26
ich gebs ja zu .... dass mit der Fortsetzung wird nix mehr.

Um keinen Unmut aufkommen zu lassen gibbet anbei aber noch Fotos:
http://maik-freudenberg.net/Ukraine2008/ ;-)

Beste Grüße,
Nam

KuchenKabel
02.10.2008, 15:23
Nette Fotos. Auffallend viele Damen im Bikini und auch sehr viele ,,leicht" Übergewichtige :bg:.

volx-wolf
02.10.2008, 16:00
.... dass mit der Fortsetzung wird nix mehr.

Schaaaaade!

November
03.10.2008, 18:11
Die Photos sind wirklich super, vor allem der Blick für die Details.

flosi79
03.10.2008, 18:15
Echt Wahnsinn, wie gut du die Stimmung mit den Fotos eingefangen hast... Danke! :)

Jaerven
03.10.2008, 23:43
Mir ist was aufgefallen
http://maik-freudenberg.net/Ukraine2008/DSC_3117.jpg
Wenn man da noch eine kleine Glatze hinzaubert, die Brille wegnimmt- den Ziegenbart etwas mehr nach vorne, und den Kopf von old Lenin gegen den von old Nam austauscht- welche verblüffende Ähnlichkeit!
:grins:

Fjaellraev
04.10.2008, 09:29
Wird der Bericht vielleicht deshalb nicht fertg? ;-)
Schade dass es nichts mehr wird mit der Fertigstellung, die Bilder sind doch nur die halbe Miete...

Gruss
Henning

November
04.10.2008, 09:44
die Bilder sind doch nur die halbe Miete...
... und die sind auch noch von Rubbertramp. (Nochmal zur Anmerkung, so daß die Anerkennung auch dem Richtigen gilt.)

@Nam: vielleicht schaffst du ja doch noch eine grobe Zusammenfassung, inklusive einiger Höhepunkte. Laß die ruhig Zeit; nun haben wir so lange gewartet, da kommt es jetzt auf ein paar Wochen auch nicht mehr an.

eine hoffnungsvolle
november

Rubbertramp
07.10.2008, 11:37
Hallo Leute,

ich hab die Tage gesehen, dass der Traffic in meinem Blog plötzlich nach oben
geschnellt ist... :D
Also wie das hier mit dem Bericht weitergeht kann ich nicht sagen. Ich für meinen
Teil hab im Moment genug mit meinem Kram um die Ohren (wen das interessiert,
der kann in meinem Blog (http://landyblog.maik-freudenberg.net) nachblättern) und bei Nam sieht
das wohl ganz ähnlich aus. Aktuell dürfte er sowieso wieder unterwegs sein...
Danke für die komplimente bezügl. der Bilder (wovon Nam übrigens auch ein
paar gemacht hat, das sei hier auch nochmal erwähnt).
Die Bilder sind so, wie wir das vorgefunden haben... ich hätte problemlos mehr Bilder
in der Art machen können... :D
Aber 600 Bilder/Woche finde ich ausreichend.

Viele Grüße,

M.