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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [FR] Auf dem GR5 von Thonon nach Nizza



heron
25.07.2008, 17:38
Land: FR
Reisezeit: 23.6. 08 - 18.7. 08
Region/Kontinent: Mitteleuropa

Hier also mein erster Reisebericht im Forum - ich fürchte er wird ziemlich lang:
Vom 23.6. bis zum 18.7. habe ich die Grande Traversée des Alpes von Thonon les Bains am Genfer See bis nach Nizza gemacht - meine erste richtig lange Wanderung seit zwei Jahrzehnten.
Das ganze natürlich mit möglichst leichtem Gepäck - Packliste ist hier (http://www.schroll.at/outdoor/?gr_id=95&k_id=714).

Zu Beginn eine Übersicht über die 26 Etappen:
1. Thonon les Bains > Chapelle de Champeillant (bei Vinzier) (Biwak) (halber Wandertag)
2. Chapelle de Champeillant > Chalet de Bise (Refuge)
3. Chalet de Bise > Col de Bassachaux (Refuge)
4. Col de Bassachaux > Samoens (Hotel)
5. Samoens > Chalet d'Anterne (Refuge) - halber Ruhetag
6. Chalet d'Anterne > Bel Lachat (Biwak gegenüber vom Mont Blanc)
7. Bel Lachat > Contamines (Refuge)
8. Contamines > Plan de la Lai (Refuge)
9. Plan de la Lai > Landry (Hotel)
10. Landry > Biwak oberhalb von Val d'Isère (Biwak)
11. Val d'Isère > Bonneval sur Arc (Refuge) (halber Ruhetag)
12. Bonneval sur Arc > Cuchet (Refuge)
13. Cuchet > Refuge de l'Arpont (Refuge)
14. Refuge de l'Arpont > Porte de Parc l'Orgère (Refuge)
15. Porte de Parc l'Orgère > Modane (Refuge) (ganzer Ruhetag)
16. Modane > Biwak oberhalb von Névache (Biwak)
17. Nevache > Briancon (Hotel)
18. Briancon > Lac de Roue (Biwak)
19. Lac de Roue > Ceillac (Refuge) (halber Ruhetag)
20. Ceillac > Biwak zwischen Col de Vallonet und Col du Mallemort (Biwak)
21. Col du Mallemort > Bousiéyas (Biwak)
22. Bousièyas > Roya (Refuge)
23. Roya > Rougios (Biwak)
24. Rougios > Granges de la Brasques (Biwak)
25. Granges de la Brasques > Levens (Hotel)
26. Levens > Nizza (halber Wandertag)

Leider habe ich keine dieser ordentlichen Statistiken über zurückgelegte Kilometer, Höhenmeter, Gehzeiten, etc. .... ich kann nur sagen - es ging ziemlich viel bergauf und bergab :o.
Ich war täglich so zwischen 10 und 12 Stunden unterwegs, das macht Gehzeiten von 8-10 Stunden; an den kürzeren Tagen nur 6 Stunden.
Mein Rhythmus von 1 Stunde gehen und 5 Minuten Pause; grosse Pause von 45-60 Minuten nach 3-5 Stunden hat sich gut bewährt.
Ganz allgemein: das Wetter was SUPER !! Mir wurde schon richtig schlecht, als ich einige Tage vor meiner Abfahrt den Bericht von Roger Caffin auf Backpacking Light gelesen habe, der voriges Jahr auf dem GR5 war.
Ich hatte einen Abend mit Gewitter unterm Tarp, einen Regen/Nieseltag und eine spannende Nacht mit durchgehend Gewitter unterm Tarp auf 2300m :o.

Wasser habe ich kaum - erst im Süden - im Rucksack getragen, es gibt praktisch überall genug Trinkwasser. Ich habe überall, wo die Wasserstelle nicht offensichtlich zweifelhaft war getrunken, ohne Filter oder Behandlung.

Aber nun ein bisschen im Detail:
23.6.08 Thonon > Chapelle de Champeillant
Mit dem Zug über Zürich bis Genf – um 10:00 bin ich da, es hat schon an die 30°.
Schnell habe ein Ticket für den Linienschiffsverkehr und das nächste Boot geht in 15min. Die 2h auf dem Schiff mit dem erfrischenden Fahrtwind sind ein guter Beginn. In Thonon bin ich um 13:30 und muss dann einmal den Berg hinauf (der erste von vielen!) bis zum Bahnhof, wo der GR5 beginnt. Um 14:35 ist der richtige Start an der ersten rot-weissen Markierung. Bald bin ich aus der Stadt und im Wald. Dort ist es gelegentlich erfrischend, aber oft schwül. Ein richtiges Highlight ist die Brücke über den Brevon – ein Feenplatz, moosig, feucht, erfrischend-kühl, die Sonne leuchtet unter der Brücke durch.

Auf dem weiteren Weg sind alle stechenden und blutsaugenden Insekten heftig an mir interessiert und da hilft nur eines: rasches Gehen. Da in diesen Bereichen an eine Nacht unterm Tarp nicht einmal zu denken ist gehe ich weiter noch bis 20:40 bis zur Kapelle von Champeillant. Ein schöner Platz, auf rund 900m hoch gelegen und es weht etwas Wind, der die „bestioles“ abhält.
Ich schlafe unter dem Vordach der Kapelle auf dem Steinboden, es gibt kaum Mücken.
Gegen 6:45 breche ich auf, noch ohne Frühstück und gehe weiter Richtung Osten.

24.6. Chapelle de Champeillant > Chalet de Bise
Nach dem Start, 19° um 7h früh auf 900m geht es zuerst eine Stunde auf der Strasse nach Vinzier.
Durch den Wald bergauf und endlich auf einer Alm – Sur les Trables. Es gibt leider nicht das im Topoguide versprochene Wasser, aber die nächsten beiden Almhütten sind nicht weit. Petit Chesnay und schon in Sicht Grand Chesnay. Hier gibt es einen grossen Brunnen und ich mache um 11:15 mittag. Zuerst alle Kleider vom Leib, waschen, zwischendurch trinken, selbst waschen, das T-Shirt gleich wieder feucht angezogen, die kurze Hose auch.

Die Socken trocken in der Sonne, während ich meine Salami und Snacks mampfe und mich mit Wasser abfülle - das ist viel leichter als es im Rucksack zu tragen.
Dann kommt ein megasteiler Aufstieg, direkte Linie natürlich, auf einem Grat bis zum Tete des Fieux, 1772m.
Auf dem Weg bergab bei einer Ruine stolpere ich in dem dieser schmalen, tief ausgewaschenen Steige über meine Füsse und falle der Länge nach bergab hin. Der Rucksack kommt dann noch hinter mir nach. Nur ein aufgeschürftes Knie. Ich gehe weiter auf dem Grat zum Col de Case d’Oche. Herrlicher Blick auf den Dent d’Oche. Auf dem Grat entscheide ich mich trotz Pfeil und Karte für den falschen Weg nach rechts bergab. Ich bin noch milde enttäuscht, dass der Lac de Case irgendwie nicht als Lac erkennbar ist; aber im Topoguide steht ja, dass die beiden Seen zuwachsen. Und ein Erdrutsch war da auch noch. Es dauert länger als die angegebenen 10min und der Weg geht auch nicht zwischen den Seen hindurch. Unten sehe ich eine Menge Hütten …?? Ich ahne, dass ich falsch bin und steige links auf einen Rücken, steinige Kletterpartie (das kann es nicht sein!), aber im Führer steht links. Ich sehe aber einen Pfeil zwischen den Hütten und vielen Rindern und gehe ganz hinunter. Am Brunnen bei Wasser und Rast erkenne ich, dass ich in Darbon und damit auf der falschen Seite bin. Es ist 15:30, also wieder weniger frisch und fröhlich die 300HM zurück hinauf.
Es geht an der Flanke des Dent d’Oche nach oben zur Porte d’Oche, +1900m. Beim Aufstieg sehe ich ein erstes Murmeltier und ein paar Steinböcke in der Ferne über einen Grat lugen. Ich gehe langsamer, immer noch kurzärmlig und kurzer Hose, um 18:00 auf 2000m zu, 19°.
Eine riesige Gruppe von 50 bis 70 Steinböcken steht und liegt am Weg und glotzt wie Schafe. Manche pfeifen, grade, dass man sie nicht wegschubsen muss. Es gibt eine Menge Kämpfe, Schieben und Klacken der Gehörne. Ich kann ganz ruhig durchgehen, beinahe berühren. Bald treffe ich auf den GR5 von St. Gingolph. Ein allerletzter Aufstieg auf das Col de Bise, 1955m für heute. Um 20:15 treffe ich am Chalet de Bise ein, gut 12h unterwegs.

25.6. Chalet de Bise > Col de Bassachaux
Gegen 6:40 wache ich und um 8:10 gehe ich los. Es gibt nur einen kurzen Aufstieg bis zum Pas de Bosse auf 1816m (von 1502m). Oben raste ich zwischen Rindern und einem Esel. Dann geht es bergab ins Val d’Abondance, das ich schon sehe. Der Supermarkt ist geschlossen, also kein Brot. Hier sitze ich auf einer Bank am Ufer der Dranse. Ein Fischer kommt vorbei, und schenkt mir einen Teil von seinem Brot! Man glaubt gar nicht wie berührend so ein einfaches Geschenk sein kann :bg:.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause in der Sonne, 33°, gehe ich weiter bergauf – zuerst Sur Bayard (eigentlich nichts ausser einem Haus), dann Les Crottes (auch nichts), weiter bis zum Chalet Torrens (natürlich bergauf) und hier gibt es wenigstens Wasser. Dann wieder bergauf durch die Almen und Gebüsch bis zur Pointe des Mattes. Ein erstes Schneefeld zu überqueren.

Es geht weiter, Forststrasse, mehr oder weniger eben in einer Runde um den Mont de Grange bis zum letzten Aufstieg auf das Col de Bassachaux. Ich wollte eigentlich bis zum Lac Vert (noch 1,25h), aber hier gibt es auch ein Refuge. Der Gardien meint auch Lac Vert wäre noch nicht offen.

26.6. Col de Bassachaux > Samoens
Auf dem Weg zum Lac Vert über die Schweizer Grenze ist es wunderschön, viele Fotos gemacht. Erste längere Pause in Chaux Palin bei einem Tee, das Wetter auf dem Col war eher neblig. Es geht noch ca. 5h heute – dann bin ich schon in Samoens.
Von Chaux Palin geht es eher gemütlich und anspruchslos über Fahrstrassen über zwei Almen. In LaPoya, wo ich Ziegenkäse kaufe, eine sehr schöne Alm. Dann kommt der Aufstieg auf das Col ce Coux – die Grenze wieder zurück nach Frankreich. Ich mache eine grosse Mittagsrast direkt am Col mit Tee, Ziegenkäse, Salami und altem Brot. Es ist erst der halbe Weg bis Samoens, aber es geht beinahe nur mehr bergab. In einem Tal unter den sehr beeindruckenden Terres Maudites. Wenn man dort zulange verweilt, fällt einem bestimmt ein Stein auf den Kopf. Dann noch ein kurzer knackiger Anstieg auf das Col Golèse 1660m, Es ist ausgesprochen heiss. Von hier gibt es 1000m Abstieg am Stück. Als ich schon fast in Samoens bin, geht der Weg rechts in den Wald und ich glaube es nicht! – megasteil wieder 100HM bergauf. Nach ca. 1h Hin- und Hergelaufe buche ich schiesslich im Le Glacier *** ein Zimmer.

27.6. Samoens > Chalet d'Anterne
Heute ist ein halber Ruhetag. Ich kaufe ich Brot und Käse und gehe in den Botanischen Garten Jaysinia.
Aus Samoens raus geht es ab 14:00 zunächst durch die Stadt.
Dann geht es am Fluss entlang (Giffre) immer im Wald oder auf der Wiese, auf und ab bis zur Gorge de Tinée – das alte Flussbett des Giffre. Eindrucksvoll.
Nach der Schlucht kommt ein langer steiler Anstieg bis zur Cascade de Rouget Ein enormer Wasserfall! Der Wind verweht den Wasserspray und es gibt eine erfrischende Nieseldusche. Neben dem Wasserfall geht der Weg wieder extrem steil und unmarkiert (aber ein Wegweiser war da) hinauf. Und es steht noch einiges an Anstieg bevor! Nachdem Wald sieht man schon schön, wie der Weg am Rande der Schlucht und unter den Felsen weiterführt. An einem weiteren Wasserfall geht in spitzen Winkel zurück eine Etage höher bis zum Collet d’Anterne. Es ist 20:00 und immer noch sonnig warm, dass ich beim Anstieg richtig ins Schwitzen komme. Es kommt noch der Anstieg bis zur wunderschönen Hochebene, dann zwischen den Felsen und über den Sumpf noch einmal leicht bergauf bis zum Chalet d’Anterne. Ein wunderschöner Talboden mit der Anterne, die sich durchmäandert. Gegen 20:30 bin ich an der Hütte und sind viele Leute da. Es gibt aber noch genug Schlafplatz. Es ist noch lange keine Ruhe und ich beschliesse nun doch öfter draussen zu schlafen, die Gegend ist auch zu schön. Bisher war allerdings meine Toleranzschwelle für Discomfort schon durch das Gehen überschritten und es war mir kein Bedürfnis am Abend auch noch einen passenden Schlafplatz zu suchen. Es gibt noch einen schönen Sonnenuntergang mit einer hübschen Abendstimmung.

28.6. Chalet d'Anterne > Bel Lachat
Um 8:00 breche ich zum Col d’Anterne auf (und ich bin die Erste um diese Zeit!) Der Lac d’Anterne liegt in einem weiteren Hochtal in stiller Morgenstimmung, fantastisch. Es gibt kleinere Lacken mit Alpenmolchen und Fröschen. Der Aufstieg zum Col d’Anterne geht über einige langgezogene Schneefelder, aber durch den weichen Schnee ist das Gehen nicht schwierig. Mit den Schuhen kann ich leicht stabile Stufen treten, höchstens rutschig ist es einmal, und natürlich nasse Socken und Füsse in meinen Salomon 3D Pro.
Die Ankunft am Col ist ein Traum! Man kommt auf den Sattel und hat mit einem Mal das ganze Mont Blanc Massiv in strahlendem Weiss vor sich. Strahlendblauer, wolkenloser Himmel, glänzend weiss … Kaum setze ich mich neben den Steinhaufen am Col und Gipfelkreuz hin und packe meinen Müsliriegel aus, sind auch schon zwei Dohlen und ein Murmeltier da.
Es folgt der Abstieg mit unendlich vielen Foto-Stops zum Chalet d’Anterne Moede. Dort trinke ich einen Tee und betrachte die Aussicht und den Weg am gegenüberliegenden Hang zum zum Col du Brevent der mir noch bevor steht. Vom Chalet geht es weiter bis ins Tal der Moede. An der Brücke finde ich eine Schotterbank, auf der ich meine Mittagspause, wie immer mit Tee, Käse, Salami und Brot habe. Wäschewaschen und mich teilweise auch, es sind aber noch ein paar Angler da, die ich nicht unbedingt verstören will. Dann kommt der elendlange Aufstieg am Gegenhang, zunächst noch in den Erlen und dann über Almen, an Ruinen vorbei zum Col du Brevent. Das letzte Stück ist steil und es liegt noch viel Schnee, den ich überqueren muss. Vom Col geht es noch einmal 45min auf den Gipfel des Brevent. Mit Seilbahnstation und herrlichem MB Blick. Von hier sind es nur mehr 45min ins Refuge Bel Lachat und die gehen bergab. Wenige Meter oberhalb des Refuge ist ein Biwakplatz mit Steinmauern als Windschutz eingerichtet und ich beschliesse hier an diesem herrlichen Platz direkt gegenüber des MB mein Tarp aufzubauen. Zum ersten Mal baue ich auf dieser Tour mein Ponchotarp auf. Die direkte Aussicht auf den MB lasse ich mir natürlich frei, die Windrichtung passt auch.
Die Nacht ist gut und warm, ich mache noch ein Nachtfoto vom MB und natürlich auch eines in der Morgensonne.

29.6. Bel Lachat > Contamines Montjoie
Gegen8:00 breche ich auf und mache den Abstieg bis nach Les Houches. Kann noch im Supermarkt, der auch am Sonntag vormittag offen hat, Brot und Ziegenkäse einkaufen. Mampfe alles sofort während ich auf dem Kirchenhof im Schatten sitze.
Der Aufstieg auf das Col de Voza ist so ziemlich das Schlimmste, was der GR5 bisher zu bieten hat, ein Horror, und sollte eigentlich mit der Seilbahn gemacht werden. Wusste ich nur leider nicht. Es ist ein steiler Anstieg auf einer Staubstrasse, die mit mittleren Felsenbrocken gebaut ist und keine ebene Stelle bietet. Ab und zu kommen Mountainbiker in atemberaubender Geschwindigkeit schlitternd um die Kurve. Oben angekommen beschliesse ich, dass die Variante über das Col de Tricot flachfällt, es sind Gewitter angekündigt. Ich gehe um 15:20 talwärts Richtung Contamines-Montjoie. Kurz vor Contamines zieht ein Gewitter auf, es ist ganz dunkel und es donnert, aber nur wenige Tropfen fallen – ich kann noch dazwischen durchgehen. Ich erfrage mir den Weg zum CAF Refuge. Ich bin fertig und demotiviert. Im Refuge gibt es einen sehr netten Empfang, es gibt auch Abendessen um 19:00, also in 10min. Es reicht noch, um mich zu duschen und meine Kleidung zu waschen. Herrlich – ich mampfe mich voll – der Hunger sitzt richtig tief – Salat, Reis Lachspastete, Gemüse, Biskuitroulade und zwei Schluck Rotwein dazu, zum Abschluss noch Käse. In der Nacht wache ich auf, total verstopfet Nase, schon den ganzen Tag über war die Nase immer wieder zu, massiv Kopfweh.

30.6. Contamines-Montjoie >Plan de la Laie
In der Früh fühle ich mich so mies, dass ich überlege, ob ich überhaupt weitergehen soll oder einen Ruhetag einlegen. Ich nehme ein Aspro, Frühstück gibt es um 7:00, um 8:00 müssen alle draussen sein. Ich kaufe ich noch zwei Bananen (obwohl ich die eigentlich nicht mag, aber inzwischen esse ich alles). Mittlerweile fühle ich mich besser. Vermutlich ist es das viele kalte Wasser, das ich in den ersten Tagen getrunken habe, das zu sehr unterkühlt und dann den Schnupfen, Kopfweh verursacht (wie beim GR4 auch). Ich beschliesse daher weiterzugehen, zumal es auch nur mehr 5h auf das Col du Croix du Bonhomme sind, aber +1300m. Unterm Gehen wird mir immer besser und ich achte wieder genau auf meinen Rhythmus von einer Stunde gehen und 5min Pause. Regelmässig was essen – das wirkt Wunder.
Ich überhole einige der zahlreichen Wanderer, die hier auf der TMB wie im Gänsemarsch unterwegs sind. Man kann an der Farbe der Waden gut sehen wie lange sie schon unterwegs sind. Um 13:30 mache ich auf dem Weg zum Col du Bonhomme Mittagsrast mit Tee und der üblichen Jause. Es ist nicht mehr heiss, bewölkt, etwas windig und ich muss in der Pause erstmals etwas drüberziehen.
Die restlichen 200HM mache ich in 30min wie der Wind, ich schwebe gradezu hinauf, ein tolles Gefühl, ich laufe zur Bestform auf. Vom Col de Bonhomme ist es noch einmal 50min zum Col Croix du Bohnhomme und dem Refuge, das nur wenige Meter unterhalb liegt. Um ca. 15:30 bin ich da und es gibt eine Belohnung: Fromage blanc und Himbeersauce und Tee.
Um 16:00 geht es weiter auf dem wunderschönen aussichtsreichen Crete des Gittes, während alle anderen schon im Refuge den Tag abschliessen. Der Himmel ist bewölkt, windig, aber sehr angenehmes Wetter zum Gehen. Kurz darauf bin ich am Col de la Sauce, das man vom Refuge aus schon gesehen hat und jetzt schaue ich zurück. Noch eine weitere Stunde bis zum CAF Refuge Plan de la Lai.

1.7. Plan de la Laie > Landry
Die heutige Etappe vom Plan de la Laie über das Col Bresson beginne ich um 7:20 – da ist noch alles tiefverschlafen. Es ist wunderbar – lange Schatten und Stille begleiten mich durch die duftenden Erlen; ich bin ziemlich gut in Form. Gegen 12:00 bin ich auf dem Col de Bresson. Nach einer kurzen Rast und Maronicreme geht es durch einen schönen Talboden wieder bergab zum Chalet de Balme, wo ich gerne Rast machen wollte. Von an an geht es nur mehr bergab und zwar 1700m am Stück. Vor dem Refuge sind ein Haufen Kinder, die einen Höllenlärm machen und so nehme ich nur Wasser für die Mittagspause mit und gehe weiter hinunter. An einem Felsen mache ich gegen 14:00 Mittagspause und nehme noch einen Blick und die Erinnerung mit an das schöne Hochtal, von dem aus ich grade und das ich nun gegen den Weg tief ins Tal hinab tausche.
Der Abstieg ist lange, zieht sich dahin und es ist heiss. So gut wie keine Markierungen, so dass ich nicht weiss, ob ich überhaupt richtig bin. Ein paar Bauern laden in Valezan das händisch gerollte und verladene Heu in den Stadel ab und wir wechseln ein paar fröhliche Worte.
Ich überhole zwei schlappe junge Männer mit XXL HeavyBags.
In Bellentre sieht es extrem nach Gewitter aus, es donnert und viel Wind. Ich beschliesse also nur bis Landry zu gehen und nicht wie geplant nach Le Moulin. Ein dicht besiedelter Graben und ich habe – müde wie ich bin – keine Lust bei Gewitter draussen zu schlafen.
In Landry gibt es nur ein Hotel, man trifft sich hier.

2.7. Landry > Biwak oberhalb Val d'Isère
Von Landry aus ganz früh um 6:20 ohne Frühstück losgegangen.
Ohne Frühstück ist der eigentlich harmlose und leichte Aufstieg bis zur Porte du Parc du Rosuel an Peisey Nancroix vorbei extrem mühsam und langsam.
Ich bleibe auf dem weiteren Weg auf der rechten Flussseite mit jeder Menge Touristen, die geführte Ausflüge zum Wasserfall machen. Ein Schäfer erklärt mir dann wie ich wieder auf den richtigen Weg komme. Es geht weiterhin extrem langsam voran, obwohl ich inzwischen schon gegessen habe. Ich checke meinen Körper durch, was nicht passt: Wasser, Futter, Pause … ?
Beim Chalet du Berthoud, auf der Höhe, ausserhalb des Waldes, mache ich an einem Bach zwischen den Felsen Mittagspause.
Nach dem Mittagessen geht es frisch und munter und ganz locker weiter. Die Landschaft ist auch wunderbar. Hochtal und Seen im Nationalpark Vanoise, jede Menge Murmeltiere, die zum Teil nicht einmal weglaufen. Und natürlich Alpenblumen aller Art – Kohlröserln in grosser Menge, Enzian verschiedener Arten, alles rosa, gelb, blaub. Das Wetter ist zunehmend bedeckt, es ist auch Gewitter angesagt.
Um ca. 16:00 oder 16:30 bin ich am Refuge du Col du Palet. Ich mache Pause bei einem Tee. Und dann geht es flott weiter die letzten 100HM noch bis zum Col du Palet hinauf, denn es zieht ein Gewitter auf und ich sehe zu, dass ich möglichst schnell wieder vom Col runterkomme. Der erste Blick auf Tignes le Lac ist eine unglaubliche Überraschung – plötzlich tun sich vor einem im ganzen Tal Monsterbauten auf. Man hält es in der Tat kaum für möglich, aus dem Nationalpark kommend, dass aus dem Nichts solche Massen an Hotel- und Appartmentblöcken und Parkplätzen auftauchen.
Ich mache im Sportpark am See eine Pause, es gibt auch Wasser. Nach einer knappen Stunde gehe ich dann noch weiter über den Pas de la Tovière in Richtung Val d’Isère. Überall sind Liftanlagen, Schneekanonen, Pisten. Ich beschliesse auf einer Alm auf rund 2100m an einen Hügel geschmiegt, wäre ein guter Biwakplatz. Das Gewitter hat sich verzogen. Ich baue mein Tarp an die Böschung des Hügels im Windschatten als Lean to auf. Der Wind dreht sich leider in die entgegengesetzte Richtung. Noch ganz schnell spanne ich mein Tarp tiefer. Gut so, denn es geht heftiger Wind und der Regen kommt direkt an die offene Seite. Ich ziehe mich etwas weiter zurück an die Böschung und bin sicher trocken und kuschelig warm in meinem Schlafsack.

3.7. Val d'Isère > Bonneval sur Arc
In der Früh ist es wie angekündigt immer noch wolkig, tief verhangen, aber 14°. Um 7:20 bin ich marschbereit, getrödelt, weil ich nicht zu früh in Val d’Isère sein will. Um kurz nach 8:00 bin ich unten, auch nicht wirklich schön hier. Die Isère ist in einen Kanal gezwungen. Ich gehe im Spar einkaufen, 5 Bananen und Käse. Um 9:00 ins Tourist Office: 30min Internet kosten hier 5,50 ! Das Wetter soll heute schlecht und Freitag wieder besser werden.
Dann beginnt der lange Aufstieg über Schipisten auf das Col de l’Iseran. Mühsam, Regen tröpfelnd on-off. Die Landschaft ist auch nicht wirklich erquicklich – eine schöne Gegend kann schwierige oder lange steile Aufstiege sehr viel angenehmer machen. Um 13:00 bin ich endlich oben – nicht als Schipisten zu sehen. Der Aufstieg hat höchstens sportlichen Wert. Da der Wind pfeift bleibe ich nur kurz im Abri für eine Verschnaufpause und einen Müsliriegel. Dann geht es gleich wieder von den ungastlichen 2764m (höchster Punkt des GR5). An der Abzweigung, ob ich nach Bonneval sur Arc gehe oder nicht, mache ich bei einem Chalet eine kurze Pause zum Mittagessen. Da es kalt ist und regnet und ich müde bin, beschliesse ich, den Tag abzukürzen und steige nach Bonneval sur Arc ab. Es gibt abends Pizza und zum Dessert Fromage blanc, zur Feier des Tages, den höchsten Pass des GR5 überwunden zu haben, ein Glas Rotwein.

4.7. Bonneval sur Arc > Cuchet
Aufbruch um 7:20 aus dem schmutzigen und eher ungastlichen CAF Refuge, das miserabelste bisher. Der Aufstieg zum Chalet de Rocher geht recht flott. Das Überqueren eines Baches mit richtig viel Wasser schon am frühen Morgen wird schwierig, aber ich steige soweit auf, dass es drei Bäche sind und überquere jeden extra. Trotzdem Nervenkitzel zwischen Schneebrücken, Fels und viel Wasser. Den richtigen Abstieg finde ich wieder nicht, denn im Vanoise fehlen die meisten GR5 Markierungen, es gibt nur gelegentlich und vereinzelt welche und Pfeile, die einmal hinweisen und dann nie wieder bei Entscheidungen helfen. Also mache ich den zweiten Umweg des Tages bis ans Ende eines Tales, das laut Topoguide auch noch einen Gletscher haben sollte – der ist wohl schon geschmolzen, denn hier ist keiner.
Nach einer kurzen Pause ausserhalb von Bessans geht es auf wunderschönen artenreichen Almblumenwiesenwegen aufs Col de Madeleine. Etwas oberhalb der kleinen Ortschaft mache ich auf einem sonnigen Felsen eine späte Mittagspause. Der Wind ist unangenehm kalt und ich muss trotz Sonne meine Windjacke anziehen. Der weitere Aufstieg geht flüssig, bald bin ich beim Refuge Vallonbrun. Dort gibt es eine Pause und Jause mit Tee und Fromage blanc und Myrtilles.
Der weitere Weg bis zum nächsten Refuge Cuchet ist mehr oder weniger eben und verläuft auf dem Balkon um einen Rücken nach dem anderen herum – und immer wieder sieht es gleich wie vorher aus, wenn man um den Rücken herum ist – unterhaltsam.
In Cuchet ist auch nur der Gardien, der für die Nationalparkverwaltung kassiert und ansonsten das Refuge nur von 17:00 bis 9:00 beaufsichtigt.

5.7. Cuchet > Refuge de l'Arpont
Frühstück und zusammenpacken, um 7:25 breche ich zu einer langen Etappe auf. Die meisten machen das in zwei Tagen. Es geht zuerst noch recht eben und dann steil bergauf zum Refuge Plan de Lac. Das Wetter ist noch schön, es ziehen aber schon erste verdächtige Schleier der nächsten Front auf. Am Plan de Lac mache ich Pause, um alle Infotafeln zu lesen (über Gletscher, die Gletscher mit Geröll gemischt und die umliegenden Berggipfel). Dann beginnt der lange Rundkurs an den Gletschern vorbei zum Refuge d’Arpont. Am Vormittag habe ich es auf der anderen Seite der Schlucht des Doron schon gesehen – es ist noch ein langer Umweg dorthin. Zuerst muss ich ins Tal, dann ein steiler Aufstieg zurück auf 2500m. Es regnet kurz, windig, aber bald wieder sonnig. Meine Rektalhandschuhe unterm Poncho haben sich sehr bewährt :ignore:. Es geht endlos lange zuerst auf den Mont de Para, dann ins Gletscherhochtal, zwischen einigen Seen und Schneeresten durch und dann über die Moräne des Gletschers des Mont Pelve. Extrem eindrucksvoll. Beim Abstieg zum Refuge treffe ich an einer Wegbiegung einen Steinbock, der sich kaum stören löst und schliesslich ein Kitz, das verzweifelt nach seiner Mami ruft. Gegen 17:00 nach rund 11 h unterwegs bin ich da. Es gibt noch einen Platz zum Schlafen im riesigen Dortoir (ca. 40 Plätze) und Abendessen (Gemüsesuppe, Schweinschnitzel mit Polenta, Dessert, Käse) weil der Spiritus ist knapp.

6.7. Refuge de l'Arpont > Porte de Parc Orgère
Um kurz vor 6 bin ich aufgestanden und um 6:12 nach nur kurzer Wäsche, Zähne putzen und Wasser fassen so früh wie nie aufgebrochen. Das Wetter wird schlechter, ab Mittag soll es wieder Gewitter geben und ich möchte so weit wie möglich sein, wenn es schlecht wird. Um 7:30 mache ich bei den Chalets von Montalfia eine Frühstückspause – gerade noch in der Sonne, obwohl es immer weiter zuzieht. Um 9:00 bin ich mittendrin im ersten Gewitter auf der Flanke des Dent Parrachée, kurz vor la Loza. Ich kauere mich an einen Felsen und warte ab, bis das Gröbste vorbei ist und Blitz und Donner weit weg. Der Regen kommt vom Wind getrieben in Vorhängen herunter, aber ingesamt ist es nicht viel. Kurz darauf ziehen Wolken auf und ich bin innerhalb weniger Minuten von weiss eingehüllt. Wieder ein paar Minuten später scheint wieder die Sonne als wäre nichts gewesen.
Zu Mittag bin ich am Refuge Plan Sec und trinke einen Tee. Der Blick auf das gegenüberliegende Col Barbier ist toll – so weiss sich wo ich hin muss. Der Guardien zeigt mir auch das nächste Col de la Vallée Etroite, das nach Modane kommt, am Horizont. An der Brücke am oberen Ende des Tals mache ich eine kurze Mittagsrast mit dem letzten Brot und Käse, denn es sieht schon wieder nach Gewitter aus. Dann geht es wieder kurz bergauf und an der Flanke bin ich im nächsten Gewitter. Ist aber nicht so schlimm. Es geht durch den nebligen Wald bergab und dort gibt es das dritte Gewitter. Berührt mich aber nicht, weil ich im Wald bin und beim Abstieg – die Stimmung ist aber einzigartig – düster und neblig, nur Silhouetten der Bäume zu sehen.
Um 16:00 komme ich nun wieder bei Sonnenschein nach rund 10h im Refuge an. Gross und der pure Luxus: nur 8 Schlafplätze in einem grossen Raum, Duschen, ein warmer Salon mit eingeheiztem offenem Kamin.

7.7. Orgères > Modane
Bin um 7:00 aufgebrochen und auf einer Abkürzung, die mit einem Wegpfeil nach Modane verwies schon um 9:00 in Modane angekommen.Bei Regen. Zuerst ins Zentrum der langgezogenen, eigentlich zweigeteilten Stadt, dort habe ich erfahren, dass das Office du Tourisme am Bahnhof am anderen Ende ist. Also die ganze Länge bis zum Bahnhof marschiert. Im Tourist Office erfahren, dass am Camping Platz auch ein Refuge dabei ist und die Bibliothek ab 14:00 für Internet offen ist. Also alles wieder zurück und am Campingplatz im Refuge einquartiert. Sehr nettes kleines Holzhäuschen am Hügel für 13,20 die Nacht. Dann ohne Rucksack den ganzen Weg wieder zurück den Supermarkt am anderen Ende der Stadt in Fourneaux gefunden und dort solange eingekauft bis der Regen wieder vorüber war. Am Refuge habe ich dann alles ausgepackt und in Ziplocks umgefüllt, nur die kleinen Zubereitungsanleitungen aus der Packung ausgeschnitten und dazugegeben. Und natürlich habe ich schon begonnen den restlichen Ruhetag die leckeren Dinge, die ich mir gekauft habe zu essen: Maronimousse, Chips, Ziegenkäse, Kekse …

8.7. Modane > Biwak oberhalb von Nevache
Mit einem wieder merklich schwereren Rucksack auf den Weg gemacht. Der Ruhetag hat sich ausgezahlt (obwohl ich trotzdem genug gegangen bin) läuft es jetzt wunderbar ! Die 1100HM Anstieg auf das Col de la Vallée Etroite gehen flott und flüssig, kurze Pause oben und wieder hinunter durch ein wunderschönes Almtal. Auf dem Col gibt es alte militärische Einrichtungen, die gegen Süden zu immer mehr auf den Bergen auftauchen. Weiter bergab bis zu den Chalets Vallée Etroite. Hier ist alles italienisch, wie schon Modane auch. Und es geht gleich wieder auf das nächste Col de Thures hinauf – geht auch noch ganz gut. Oben mache ich wieder ein gute Pause und überlege den weiteren Weg. Eigentlich will ich gerne draussen schlafen, aber nicht auf den Varianten B und C des GR5 gehen und hier geht es ins Tal nach Nevache. In der Schlucht gibt es keinen Platz. Aber im Tal ist ein Chalet Forestier mit einer Feuer- und Wasserstelle – also beschliesse ich das ist mein Platz.

9.7. Nevache >Briancon
Eine gute Nacht unterm Tarp verbracht, aber 5° in der Früh – es ist ziemlich frisch. Schnell ein Frühstück, gewaschen und um 7:15 bin ich auf dem Weg. Es geht hinunter nach Nevache. Durch einen riesigen Wild Campingplatz geht der Weg am Fluss entlang eben bis nach Plampinet. In Plampinet gibt es eine Kirche, ein paar Häuser und eine Auberge. Keine Boulangerie also muss ich ohne Baguette auskommen. Hier verpasse ich aufgrund fehlender Markierungen den richtigen Abzweig und gehe rechts des Flusses einer gelben Markierung (Markierung ist Markierung, ist sie halt gelb statt rot weiss! :grins:) und einem Pfeil folgend nach Les Acles. Es sieht auf der Karte nach keinem allzu grossen Umweg aus, also gehe nicht zurück den richtigen Weg suchen sondern gehe die Variante in gelb. Der Anstieg zieht sich ewig, aber nur leicht ansteigend unter einer Felswand in Richtung Vallée Pré. Dann in Serpentinen steil nach oben. Dann oberhalb der Felswand wiederum den ganzen Weg in die anderen Richtung zurück. Bin schon beinahe auf 2200m und Les Acles ist auf 1870m. Aber der Weg ist sehr schön und ich hoffe nur, dass ich nicht über den Gipfel der Pointe Pécé mit +2500m gehen muss, denn die Karte ist hierzu nicht ganz eindeutig. Dann bin ich wieder in Sichtweite der Schlucht, in der der GR5 verläuft und kann die Schotterstrasse des richtigen Weges sehen, tief unten. Also geht mein Weg auch wieder auf 1870m runter. In Les Acles habe ich eine kurze Pause. Dann folgt der lange und steile Anstieg aufs Col Dormillouse 2445m. Eigentlich ist es schön, aber ich bin müde. Eher kahle Wiesen und Schutthänge, verglichen mit den bunten Almwiesen von früheren Abschnitten. Auf dem Col nur eine kurze Pause und dann geht es weiter zum nächsten Aufstieg zur Crete de Lauze 2530m. Dort sind mir zu viele Leute und meine Pause ist wieder nur kurz, weil ich auch ohne Wasser bin. Nach einem flotten Abstieg bis zu einer Quelle mache ich dort im Schatten unter einer Lärche eine Pause. Es gibt Cracker Brösel statt Brot. Die Schlafsäcke lege ich zum Trocknen in die Sonne. Nach einer Stunde der weitere Abstieg nach Montgenevre. Wintersportort, der sich auch im Sommer versucht. Die Schipiste wird zum Golfplatz.
Dann geht es nur mehr auf staubigen Schotterstrassen kilometerlang Richtung Briancon bergab. Es ist richtig heiss. Auf dem halben Weg finde ich eine hübsche Quelle, die direkt aus dem Boden sprudelt und frisch und kalt ist. Schön ! Ich habe schon beschlossen in Briancon im Hotel zu übernachten. Keine Lust nach 12h auf Camping und das nahe der Stadt. Ich komme über die beeindruckende Pont d’Asfort in die Stadt. Wiederkennen. Auf dem Weg nach unten finde ich ein Hotel Edelweiss. Frage für ein Zimmer et voilà !

10.7. Briancon > Lac de Roue
Mache ein langsam-gemütliches Frühstück im Hotel und dann endlich frisches Brot einkaufen. Der Supermarkt öffnet erst um 8:30 .
Nach dem Einkaufen in Briancon geht es zunächst an den Vororten entlang, es gibt viele Gemüsegärten. Dann zum Teil auf der Strasse zu den Chalets Vers le Col. Kurz vorher mache ich eine Rast an einem frischen Bergbach und wasche mich und meine Wäsche, nachdem ein paar andere Wanderer ihre Rast beendet haben. Es ist ziemlich heiss. Nur wenig weiter auf einer Alm unter dem Col des Ayes mache ich meine grosse Mittagspause. Es gibt frisches Brot und diesmal Schafkäse, weil ich in der Früh einen Brique de Brebis gekauft habe. Nach der Pause geht es weiter bis aufs Col des Ayes und dann kommt der Abstieg ins nächste Tal Richtung Brunissard. Nach einem langen und heissen Marsch bergab auf Schotterstrasse und der D 902 mache ich in Brunissard am Brunnen eine kurze Rast. Nach La Chalp ist es nicht mehr weit. Die Gite ist aber „complet“ und die Guardienne telefoniert für mich mit der GIte in Soulier, die eine halbe Stunde abseits vom GR5 liegt. Dort ist noch ein Platz frei. Es ist später Nachmittag und noch immer heiss als ich den kurzen Anstieg bis auf den Balkon, meistens im Wald mache. Gegen 18:00 komme ich am Lac de Roue an – und hier finde ich ganz einfach die Abzweigung nach Soulier nicht :grins:, denn der See liegt so schön und still und verlassen in der Abendsonne da, dass völlig klar ist, dass ich hier im Freien übernachten werde. Unter den alten Lärchen finde ich mir schnell eine schöne Stelle, Tarp bau ich gar nicht auf.

11.7. Lac de Roue > Ceillac
Nach einem Müslifrühstück geht es durch den sonnendurchfluteten Lärchenwald bergab nach Chateau Queyras. Nachdem ich ganz unten im Graben den Fluss überquert habe geht es richtig steil bergauf. Es geht viel auf Forststrassen durch den Wald und als ich den Höhenmetern nach schon glaube, bald auf dem Col Fromage zu sein, zieht sich der Weg noch gut über eine Stunde auf dieser Höhenlage dahin und an einer Flanke entlang, Wiesen und Geröllhänge. Endlich gibt es den letzten Anstieg durch den Schutt auf das Col Fromage. Eher nichtssagend und ich bin müde. Auf der anderen Seite sieht es ähnlich aus und ich steige steil und zügig Richtung Ceillac ab. Es ist erst Mittag. In Ceillac habe ich einmal Halt gemacht, eine ganze Kanne grünen Tee im „Far nien thé“ getrunken und schliesslich beschlossen, den restlichen Tag Ruhe zu machen und in der Gite hier zu bleiben. Ceillac erscheint mir wie eine grosse Filmkulisse aus dem vorigen Jahrhundert.

heron
25.07.2008, 17:43
Und hier die Fortsetzung:

12.7. Ceillac > Biwak zwischen Col du Vallonet und Mallemort
Das Col Girardin mit 2700m der zweithöchste Pass des GR5 steht an. Es geht lange an der Strasse entlang und das Wetter sieht eher trüb aus. Schon beim ersten Anstieg noch im Wald gibt es wieder einmal ein kurzes Gewitter, einige sehr volle Bäche zu überqueren. Der Lac Miroir ist nicht so eindrucksvoll und ich bin froh, dass ich den gestrigen Tag in Ceillac abgekürzt habe und nicht wie kurz angedacht hier übernachtet habe. Es sind nicht unbedingt alle Bergseen ein schöner Biwakplatz. Danach geht es eine Schipiste entlang des Lifts hinauf und es kommt der nächste See Lac Ste Anne mit einer Kapelle am Ufer. Zwischen den Felsen geht es locker bis auf die 2700m des Col Girardin hinauf. Der Blick auf den unwirklich türkisgrünen Lac Ste. Anne ist faszinierend. Schneller Abstieg und bald bin ich auf der Strasse dem Ubaye entlang bis zur Pont Chatelet, 97m über dem Fluss. Auf einer Überschwemmungsfläche des Ubaye (auch hier gab es am 29.5. massive Überschwemmungen, die Strasse fehlt zum Teil) mache ich meine grosse Mittagspause. Dann geht es weiter bis zur Brücke einige viele Kilometer auf der Strasse, aber wenigstens kaum Verkehr. Nach der Brücke mit beeindruckendem Tiefblick durch einen kleinen Tunnel und dann steil und direkt durch den Wald bis nach Fouillouse, wo ich um 16:00 ankomme. Ich trinke einen Tee und weil ich so fit bin, beschliesse ich trotz Gewitter im Anzug weiter auf das Col du Vallonet zu gehen und zwischen diesem und dem nächsten Col de Mallemort an einem der Seen zu übernachten. Ich schaue noch den Murmeltierkindern zu und es geht leicht und zügig bis auf das Col du Vallonet. Gegen 18:30 ist es ziemlich düster und ich beschliesse nach dem Col du Vallonet in diesem Talkessel Richtung St. Ours etwas abzusteigen, um dort einen Biwakplatz zu finden. Die Seen auf der Karte sind trocken und dort ist es auch nicht sehr einladend. Bis zum Col de Mallemort, wo es eine alte Kasernenruine gibt will ich nicht mehr aufsteigen. Auf 2300m baue ich mir ganz knapp an einen grossen Felsen ein Lean-to und lasse nur ganz kleine Ecken offen. Mit Steinen beschwere ich das Tarp am Rand und lege mir auch noch ein paar zusätzliche Steine bereit, um die Brennesseln platt zu machen. Kaum bin ich fertig regnet es auch schon. Ich hole noch schnell Wasser vom nahen Bach und koche mein Abendessen unter dem Tarp. Während es donnert und blitzt sitze ich noch ziemlich kuschelig unter dem Tarp. Leider habe ich die Kapuze nicht ganz dicht bekommen und es rinnt doch einiges an Wasser unter mein Tarp auf den Biwaksack. Ich stelle einmal meinen Topf drunter und muss ihn zweimal ausleeren, weil er schon so voll ist, dass das Wasser wieder rausspritzt. In einer 3,5min Regenpause versuche ich die Kapuze in einem zweiten Anlauf besser abzudichten, aber ganz vollständig gelingt mir das nicht. Also lege ich mein Handtuch auf den Biwaksack und schlafe bei Blitz und Donner ein. In dem Talkessel dreht sich das Gewitter im Kreis und kommt mehrmals zurück. Wenn sich eines erschöpft hat, kommt starker Wind und das nächste kommt in den Kessel und es geht wieder von vorne los. Ich ziehe mein Tarp noch zusätzlich etwas tiefer mit einer Abspannung, an die ich einen der bereit gelegten Steine hänge – hält besser als ein Hering. Die ganze Nacht gibt es ein Gewitter nach dem anderen, aber ich bleibe trocken und fühle mich auch einigermassen sicher. Ich denke mir, wenn mich ein Blitz erschlägt, dann geht es wenigstens schnell und ich war kuschelig warm in meinem Schlafsack. Gegen 5:00 früh ist endlich Schluss.

13.7. Col de Mallemort > Bousiéyas
Es ist immer noch alles zugezogen als ich gegen 6:20 aufstehe, aber es regnet und gewittert nicht, die Sonne blinzelt auch schon etwas durch.
Ich gehe die paar HM zurück auf den GR5 und mache mich auf den Weg Richtung Col de Mallemort. Kurz schaue ich mir das verfallene Fort an, es gibt dort sogar noch ein Haus, das gedeckt ist und wo Holzpritschen zum Schlafen stehen. Aber so unangenehm meine Gewitternacht im Freien war, hier hätte ich noch weniger sein wollen … Bis zum Col sind es nur noch ein paar Meter und dann kommt der Abstieg über Almwiesen nach Larche.
Von Larche geht es zuerst, wie so oft im Tal, lange auf der Strasse bis ich zum Eingang des Parc National de Mercantour komme. Es ist Sonntag Vormittag, sonnig und der Parkplatz voll. Die meisten Besucher gehen nur bis zu den ersten Murmeltierlöchern und machen von den dort wohnenden Fotomodellen Bilder. Eine grosse Gruppe geht auch noch weiter durch das schöne Tal bis zum Lac Lauzanier, wo sie dann nach 1,5h völlig erschöpft niederbrechen und für den Rest des Tages ein Picknick machen. Ich schlängle mich zügig an den ganzen laut quatschenden, zum Teil hin- und herschreienden Teilnehmern dieser Völkerwanderung vorbei und bin rechtzeitig zur Mittagspause am See angelangt. Nur eine Frau am Weg spricht mich an und stellt fragend fest: Sie sind am GR5? Irgendwie muss man das sehen :hahaa:. Auch ich finde mir am Lac Lauzanier einen Platz für eine grosse Mittagspause und lese noch ein bisschen, während ich meinen Tee trinke. Dann geht es weiter zu den nächsten Seen und dann in einer ansteigenden Querung über einen riesigen Schutthang zum Pas de la Cavale. Der Sattel ist eindrucksvoll zwischen zwei Felstürmen und auf der anderen Seite geht es noch viel steiler durch den rutschigen Schutt nach unten. Das Gestein hier ist so locker, dass es der Wind mitnimmt und einem auf den Kopf fallen lässt, wenn er stärker weht. Vom Pas de la Cavale aus sieht man das ganze weite Tal mit den Dolinen und hochinteressanten Erosionserscheinungen – Erdgeschichte offen gelegt. Natürlich sieht man auch schon den Weg zum nächsten Col auf der anderen Seite des Tales – Col des Fourches. Auf dem Col, das ich mit langsamer Zähigkeit erreiche, gibt es Infotafeln, die die geologischen Erscheinungen erklären. Hier gibt es auch wieder einmal jede Menge Ruinen militärischer Einrichtungen. Die Gite in Bousiéyas ist voll, es gibt nur mehr ein Doppelzimmer für 40,-. Ich darf aber für 4,- auf der Wiese hinter der Gite mein Tarp aufbauen – ab 19:00. Mein Tarp baue ich wegen des Windes als A-Frame ganz niedrig und mit dem Kopfende ganz knapp an eine Schuppenwand, sodass ich wie in eine Dackel-Hundehütte hineinkriechen muss. Auch hier kann ich einige schwere Steine anstatt von Heringen zum Abspannen und Beschweren benützen.

14.7. Bousiéyas > Roya
In der Früh ist es mit 5° , aber einem kalten Wind (die ganze Nacht) beinahe eisig. Nach einem wirklich schnellen Frühstück gehe ich schon kurz nach 7:00 los und steige sehr zügig, weil mir in dem schattigen Tal auch kalt ist Richtung Col de la Colombière auf. Es ist das bisher leichteste Col, das ich zu bewältigen hatte. Ab dem Col de la Colombière ändert sich der Charakter und plötzlich fühlt man sich im mediterranen Gebiet. Es gibt das erste Mal Lavendel und Ginster und die ersten Zikaden. Ich steige den langen Weg über die Hänge, Rücken und Taleinschnitte nach St.Dalmas le Selvage ab. Ein netter kleiner Ort. Ich kaufe in der Epicerie Käse und Baguette ein. Dann kommt der Aufstieg auf das zweite niedrige Col des Tages – das Col d’Anelle, 1739m. Es geht langgezogen auf der Schotterstrasse und im Wald dahin, nichtssagend. Es kommt der Abstieg nach Saint Etienne de Tinée. Es geht lange Zeit über Stufen und mit Steinen gepflasterte Wege, an den ersten Bewässerungskanälen entlang. Es ist ausgesprochen heiss. Ich mache auf einer Bank im Schatten eine kurze Mittagspause und trinke dann im Ort auf dem Hauptplatz einen Tee. Ein kleines Geschäft hat offen und ich kaufe mir ein Snickers und Chips, weil es kein Mars gibt. Ich bin nicht so gut drauf, wenig motiviert. Ich beschliesse im nächsten Ort Auron Halt zu machen und nicht wie ursprünglich geplant bis Roya weiterzugehen, weil es noch einmal ein Col von über 2000m bis dorthin gibt. In Auron, ein Wintersportort, der auch auf Sommertourismus machen möchte, hat das Office de Tourisme offen. Es gibt aber nur Hotels, kein Refuge oder Gite. Zimmerpreise von 70,- aufwärts. Da die Seilbahn geht und ich hier sowieso nicht übernachten werde, ergibt sich die Option mit der Seilbahn auf Las Donnas zu fahren und zum Col du Blainon, 2011m, abzusteigen. Um 16:30 geht die letzte Gondel und es ist kurz nach 16:00. Ich mache mich also im Laufschritt auf, krieche hinter dem Bogenschiessstand, wo der Durchgang gesperrt ist auf dem Boden vorbei, und quäle mich die Schotterstrasse und eine Böschung hinauf. Um 16:20 bin ich völlig fertig an der Kassa und kaufe mir ein Ticket um 6,-. Ausser mir fahren noch zwei italienische Mountainbiker mit ihren Fahrrädern nach oben. In 4min habe ich die 500m Höhendifferenz geschafft! Mein schnellster Aufstieg. Kurz unterhalte ich mich mit einem Schäfer, der meint, ich könnte ja auch gleich hier direkt absteigen, Roya wäre grad da unten hinter dem Hügel. Ich erkläre ihm, dass ich auf dem GR5 aber bessere Chancen hätte gefunden zu werden, wenn mir was passiert und er lacht. Ich kann das Col selbst und den Abstieg aber nicht finden. So greife ich doch auf die Möglichkeit des Schäfers zurück und steige auf den Schafwegen direkt nach unten ab. Nach vielen Metern finde ich wieder den GR5 und um 18:37 bin ich in Roya. In der Gite ist alles voll, aber man bietet mir für 5,- die Bettbank im hors sac Raum an. Nehme ich natürlich, denn ich bin müde und will gerne drinnen schlafen. Abendessen nehme ich auch gleich, gibt es um 19:00. Leider ist in der Suppe und wahrscheinlich auch im Rindfleischeintopf Zwiebel drin. In meinem Heisshunger esse ich alles und denke mir, wird schon passen …

15.7. Roya > Rougios
Ich breche noch vor den anderen Wanderern Richtung Col de Crousette auf. Es geht zuerst durch den Wald und dann am Bach entlang über die Alm Richtung Col. Ich treffe einen Schäfer, der seine Schafe aus dem Pferch lässt, als ich komme und mir gleich den nicht erkennbaren Weg durch den Pferch vorangeht.
Es kommt noch ein kleines Hochtal mit einem Bach und dann geht es wieder durch Schutt, Geröll und Felsen zum Col. Es kommen immer wieder Steine über den Schutthang vom Mont Mounier herunter. Auf dem letzten Stück treffe ich einen Wanderer und frage ihn, ob er auf dem Mont Mounier war und ob die Sicht gut ist. Er war begeistert und meint, unbedingt machen. Auf dem Col lege ich meinen Rucksack zwischen die Steine, esse ein Mars und mache mich nur mit der Windjacke an den Aufstieg zum Mont Mounier, 2817m. Es geht über den Grat zuerst bis zu den Ruinen eines CAF-Refuge und nach einer kurzen Senke wieder auf den schmalen Grat zurück. Nach einer Stunde bin ich oben, alleine. Nicht mehr völlig wolkenlos, aber immer noch strahlendblau, bei einem tollen Panorama und der erste Blick aufs Mittelmeer, Korsika ist im Dunst gerade noch erkennbar, wenn man länger hinsieht. Es ist herrlich. Nach einer Viertelstunde mache ich mich wieder an den Abstieg. Ein entgegenkommender Wanderer meint, es wäre eine ausgesprochene Seltenheit hier oben eine so klare Sicht zu haben und auch noch alleine zu sein.
Zurück am Col mache ich Mittag und nach einer knappen Stunde breche ich auf und gehe das kleine Stück vom Col zur stèle Valette zum zweiten Mal hinauf. Dann geht es auf einer langen kargen steinigen Strecke mit einem weithin sichtbaren Weg hinunter bis zum Col de Moulinès – das einzige Col zu dem ich absteige! Über Wiesen und dann ein neuerlicher Aufstieg zu den Portes Longon. Auf dem Weg dorthin finde ich das erste Mal in meinem Leben Edelweiss und mache natürlich einige Bilder. Der Aufstieg ist nicht schwer zieht sich aber in der Sonnenhitze dahin und ich habe immer noch Darmschmerzen. Auf dem Plateau zieht sich der Wiesenweg eben dahin bis zur Gite de Longon, einer Vacherie. Ich mache eine Pause, trinke einen Tee und esse hausgemachten Kuchen. Ich frage die Guardienne, ob Rougios, das mir auf der Karte gut aussieht, ein guter Platz für ein Biwak wäre, oder ob sie anderes empfehlen kann. Sie ist begeistert und meint Rougios ist grossartig fürs Übernachten. Es sind nur mehr zwei Häuser bewohnt, aber gar kein Problem und Wasser gibt es auch. Also leere ich mein Wasser aus und gehe noch gut eine Stunde bergab bis ich nach Rougios komme. Ein grossartiger Platz !
Ich eintscheide mich für einen etwas bizzaren Schlafplatz auf einem Steinhügel, der ziemlich eben abschliesst. Die Steine sind warm und ich brauche kein Tarp, weil es schön ist. Während ich mich einrichte, kommt der Besitzer des Jagdhauses am Hang gegenüber mit seinem Hund so nebenbei auf einem Spaziergang vorbei und frage, ob es ok ist, dass ich hier übernachte. Es ist natürlich kein Problem und er meint, wenn ein Gewitter kommt, kann ich ja unter das Dach der anderen Hütte nebenan, die gehöre seinem Freund. Und ansonsten solle ich einfach laut rufen …

16.7. Rougios > Granges de la Brasque
Ich stehe wie üblichen gegen 6:30 auf und mache mein Frühstück, das ich hier auch schon in der Sonne essen kann. Der Nachbar ruft von einer Terrasse, ob ich eine Tasse Kaffee mit ihm trinken möchte, aber ich lehne dankend ab.
Ich mache mich an den Abstieg nach Roure, es geht auf der Forststrasse bergab, schliesslich auf der Strasse wie immer, wenn es tiefer ins Tal geht. Roure ist ein interessantes Dorf, an den Hang geklebt. Die Luft erscheint immer dicker und stickiger je weiter ich ins Tal komme. Der Ort im Tal ist Saint Sauveur sur Tinée. Ich kaufe mir in der Bäckerei ein Brot und Viennoise grillée – Croissants und ähnliches ein zweites Mal überbacken. An einer Bushaltestelle mampfe ich die ganze Portion in mich hinein. Dann kommt der Aufstieg nach Rimplas. Aufgrund der missverständlichen Beschreibung gehe ich zulange auf der – ohnehin unangenehmen D2565 – bis ich feststelle, dass das nicht stimmen kann. Auf einem Parkplatz spreche ich eine Frau an, ob sie von hier ist und weiss, wo der GR5 geht. Sie weiss es nicht, aber sie kennt die Kapelle, an der ich vorbei muss und bietet mir an, mich mit dem Auto das Stück zurück mitzunehmen. Ich nehme dankend an und sie setzt mich am richtigen Punkt ab. Ganz unscheinbar kann ich nun auch die Markierung erkennen. In Rimplas mache ich auf dem Hauptplatz Pause und trinke vom Brunnen. Es geht wieder in den Graben bevor der nächste Aufstieg nach La Bolline folgt. Hier mache ich auf einer schattigen Bank meine Mittagspause bevor ich überwiegend auf der Strasse und in der Sonne nach Saint Dalmas Valdeblore hinaufschlurfe. In Saint Dalmas mache ich nur eine längere Pause im Kirchenhof auf einer schattigen Bank. Ich habe schon wieder kein Brot mehr, aber das Geschäft macht erst wieder um 17:00 auf und es ist kurz vor 16:00. Ich nehme mir noch Wasser vom Brunnen und gehe wieder einmal einen steilen ausgeschwemmten Weg bis zum Col Varaire, 1710m. Ich habe schon gestern beschlossen, nicht nach Menton sondern nach Nizza zu gehen, weil meine Colitisprobleme anhalten und weil die Aussicht auf 11 weitere Cols über 2000m, davon 3 über 2500m mir im Moment nicht so erquicklich erscheint - ich müsste 1-2 Tage rasten, um dafür wieder fit zu sein.
Vom Col Varaire im Wald geht es zum nächsten Col du Caire Gros 1906m. Hier ist es wieder einigermassen alpin und die Luft frischer und leichter zu atmen. Hier gibt es keinen Platz für ein Biwak, aber ich bin sicher, weiter unten genug zu finden.
Ich gehe noch weiter ins Tal, weil es noch nicht so spät ist. Entweder bleibe ich bei der Kapelle oder gehe noch bis zu dem beschriebenen Maison Forestière, dort gibt es auch Wasser. Vor der Ruine der Kapelle gibt es einen schönen beinahe ebenen Wiesenfleck und ich beschliesse hier zu bleiben. Wieder ohne Tarp nur mit Schlafsack und Biwaksack schlafe ich auf der Wiese.

17.7. Granges de la Brasque > Levens
Ohne Frühstück breche ich auf und gehe bis zum Maison Forestière, wasche mich an der Quelle und nehme Wasser mit – sehr kalt! Dann wieder einmal auf der Strasse zum Col d’Andrion und weiter recht abenteuerlich durch den Wald zum Col des Fournès. Dort mache ich eine Frühstückspause. Dann auf ein weiteres Col de Grateloup, 1412m. Die Landschaft ist mediterran, felsig auf der Gratwanderung zur Brèche du Brec und dem Col du Brec. Ich sammle etwas Lavendel, der hier in grosser Menge blüht und intensiv duftet. In Utelle gibt es Wasser und ein kleines Geschäft, wo ich Brot, Käse, Bananen und Mars bekomme. Nach einer kurzen Besichtigung der Kirche wandere ich am Hang entlang, in Taleinschnitte und an Rücken vorbei. Ich habe vor, an der Chapelle Saint Antoine Mittagspause zu machen – diese Plätze von alten Kapellen sind fast immer besonders schön. So ist auch der Weg dorthin schon eine Erfrischung im Kastanienwald und der Platz etwas ganz besonderes. Ich sitze lange, trinke meinen Tee und lese, bis die ärgste Hitze vorbei ist. Es folgt der Abstieg ins Tal der Vesubie und natürlich auf der anderen Hangseite gleich wieder rauf. Dabei komme ich am Canal de la Vesubie vorbei, mit dem Wasser nach Nizza abgezweigt und in einem Gerinne mit grosser Geschwindigkeit, aber geringem Gefälle transportiert wird. Kurz vor 18:00 bin ich in Levens, im oberen Teil der Stadt und frage im Tourist Office nach einem Zimmer. Internetzugang gibt es hier auch, und sogar gratis. Ich buche meinen Flug von Nizza nach Wien für Sonntag, 20.7. am Nachmittag. Inzwischen regelt der nette Mann vom Tourist Office mein Zimmer in einem netten Hotel, das etwas weiter auf dem GR5 am Rande der Stadt liegt. Er erklärt mir ausdauernd auf der Karte den Weg dorthin und wie ich wieder auf den GR5 zurückkomme. Er ist ein Spezialist für die GR5 Wanderer in den letzten Kilometern.
Nach einer halben Stunde bin ich im Hotel, das gegenüber einer riesigen Wiese – le grand pré – liegt.
Ich dusche ausgiebig und wasche meine Wäsche ein letztes Mal. Dann gönne ich mir zum Abschluss des GR5 – morgen sind es nur noch runde 5-6 Stunden – ein nettes Abendessen.
Es gibt als Vorspeise Salat mit Zucchinisoufflée, Geflügel (was langbeiniges) mit Polenta, Rösti und Gemüse, Eis mit Grand Marnier. Dazu nehme ich auch ein Glas Rotwein und es ist ein Akt grösster Selbstbeherrschung nicht alles in einem hinunterzuschlingen. Es bleibt jedenfalls nicht das kleinste Brösel zurück.

18.7. Levens > Nizza
Der letzte Tag! Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es mir besser und seit ich den thé vert orient weglasse, schmerzt mein Dickdarm auch nicht mehr! Ich gehe quer über die grosse Wiese und über staubige Wege zwischen Gebüsch und im Wald Richtung Süden. Es ist schon früh am Morgen sehr warm. Am Vormittag bin ich schon in Aspremont und mache einen kurzen Abstecher in die Altstadt, umrunde sie einmal. Dann geht es ein allerletztes Mal bergauf :bg: an der Flanke des Mont Chauve vorbei. Ich verzichte auf den Gipfel, 853m, denn es ist heiss und extrem dunstig. Das Mittelmeer habe ich schon vom Mont Mounier aus gesehen und man sieht auch von dem kleinen Plateau von dem der Weg abzweigt schon nach Nizza. Ich mache meine Mittagspause, es gibt keinen Tee, denn in den heissen trockenen Gegenden zünde ich den Spirituskocher nicht mehr an. Dann gehe ich langsam und gemütlich auf den roten staubigen Erdwegen weiter. An dem Punkt, wo es endgültig bergab geht und an der Basis der Hügel die Vorstadt beginnt, setze ich mich unter einen Strauch in den Schatten auf einem Felsen hin und geniesse mein Ankommen. Der Blick auf Nizza und das Meer ist dunstig, aber trotzdem schön. Ich bin da! Und doch will ich noch nicht hinuntergehen in den Trubel, den Lärm, die Hektik und den Gestank. Eine Mischung von ungläubigem Staunen, Dankbarkeit, Stolz, Bedauern, dass es zu Ende ist und gleichzeitig Freude, dass die Anstrengung vorbei ist. Es ist nichts Überschwengliches, eher ein innerliches aufatmendes Lächeln.

Schliesslich und endlich mache ich mich doch auf und gehe in die Stadt hinunter. Nach langem Marsch durch die Vorstädte, immer bergab, komme ich an die Bushaltestelle am Alex Medecin, wo ich einen Bus ins Zentrum nehme.

Ich bin in Nizza angekommen. Ohne Verletzungen und Unfälle, in immer noch ganz guter körperlicher Verfassung, ohne gröbere Probleme.



Ist insgesamt ein bisschen lang geworden, aber da ich auch sehr gerne Reiseberichte lese und mich die geteilten Eindrücke anderer freuen, habe ich mich nicht so zurückgehalten :bg:. Und ausserdem wars eine lange Wanderung :grins:

Fragen beantworte ich natürlich gerne, auch ich habe von der Hilfe anderer GR5-Wanderer profitiert.
Bilder habe ich natürlich auch in grosser Zahl, aber irgendwie immer noch nicht drauf, wie ich die hier schön einfügen kann. Sie sind daher nur auf meiner Website - die ersten sind schon und weitere werden folgen.

gx
sabine

Rajiv
25.07.2008, 18:43
Mach dir keine Sorgen, der Bericht ist nicht zu lang.
Außerdem ist dein Bericht doch sehr schön zu lesen und da darf es doch ruhig etwas länger dauern.

Bin selber den GR 5 noch nicht an einem Stück gegangen, da mir da einfach zu viele Abschnitte nicht sonderlich gefallen (gerade einige Talquerungen oder auch der ganze Abschnitt nördlich von Samoens sind nicht so mein Traum; die Wegführung im Raum Samoens halte ich persönlich sowieso für mißlungen, um mal ein Beispiel zu nennen). Habe dann immer parallel verlaufende Alternativen bevorzugt, also z. Bsp.: bei les Contamines-Montjoie den östlich oberhalb verlaufenden TMB-Weg. Im Bereich Tigne-Col d'Iseran finde ich es wesentlich schöner wenn man den GR 55 geht. Ist mir aber leicht gefallen, da ich sowieso keine GR 5-Tour unternehmen wollte; deswegen fühlte ich mich nirgends an den Wegeverlauf vom GR 5 gebunden; eher im Gegenteil, ich versuchte fast überall vom eigentlichen GR 5 wieder herunterzukommen, Ursache war vor ein paar Jahren eine Tour die u. a. über den Col Girardin und dann hinab über den St.-Annen-See nach Chaurionde (im Vallon du Mélezet) führte, da habe ich vom Abstieg vom See zu viele (und zu schlecht ausgerüstete) Leute gesehen/getroffen/überholt/passiert...
Gerade oberhalb v. St Ours wollte ich auch andere Wege gehen, also vom Col de Mallemort hinauf zur Tête de Viraysse und dann um die la Meyna ganz herum; da hätte ich mich geärgert, wenn ich es ausgelassen hätte.
Südlich vom Mt. Mounier bzw. Col de Crousette ist es mir dann auch wieder zu niedrig bzw. zu warm...

Wo ich mich schon etwas wundere, daß du dich doch relativ häufig mit dem Finden des Weges schwer getan hast. Hatte selber da nie Schwierigkeiten, ein Blick auf die IGN-Karte und es war klar wo der Weg sein muß (bzw. zu suchen ist).

Rajiv

heron
25.07.2008, 19:30
hallo rajiv

danke für den netten Kommentar.
Was du schreibst trifft auch meine Meinung vom GR5 - er ist leider kein Höhenweg, sondern es gibt einige sehr sehr schöne Etappen, die man leider immer wieder mit unschönen (und sicher unnötigen) Abstiegen in grausliche Täler bezahlt. Das ist konditionell fordernd und demotivierend, wenn man immer wieder über 1000m absteigt, nur damit man in ein unmögliches Kaff wie Les Houches oder Landry kommt.
Aber insgesamt war natürlich meine grundlegende Motivation einmal über die Alpen zu gehen und zu sehen, ob ich das schaffe :grins:.

Zur Orientierung: Ich hatte aus Gewichtsgründen :ignore: keine 1:25.000 IGN-Karten, sondern nur die (teilweise auch schlecht reproduzierten) 1:50.000 Karten aus den Topoguides + die Beschreibungen dabei. Der Topoguide zum Abschnitt im Vanoise ist miserabel und die Markierungen fehlen hier auch fast überall.

Ich habe auch einen Schweizer getroffen, der eine Alternative ging nach den beiden Büchern von Bachmann Von Genf nach Nizza. Die trifft zwar gelegentlich auf den GR5, aber dürfte insgesamt schöner sein.

Alles in allem, wars aber doch eine schöne und befriedigende Erfahrung
gx
sabine

Ahnender
25.07.2008, 21:18
Wo ich mich schon etwas wundere, daß du dich doch relativ häufig mit dem Finden des Weges schwer getan hast. Hatte selber da nie Schwierigkeiten, ein Blick auf die IGN-Karte und es war klar wo der Weg sein muß (bzw. zu suchen ist).
Rajiv

Ich hab den Bericht von Sabine jetzt noch nicht komplett gelesen, aber das letzte Stück des Abstiegs nach Samoens ist im Flussbereich umgelegt wurden, und der alte Weg ist schwer zu finden.
Schwierig fand ich zT die Anbindung an die Strassen. Immer dann hatte ich Probleme den Weg zu finden, wenn er von der Strasse abzweigen sollte.
Und ich hatte 1:25.000er als DINA4 dabei.

Ich würde auch empfehlen erst in Samoens einzusteigen (und sich die Almen
zu schenken) und die GR55-Variante übers Col de Leige ab Tigne zu nehmen.

Leider hatte ich vor 2 Jahren zur gleichen Zeit weniger Glück mit dem Wetter und jede Menge Regen. Allerdings auch das Glück von Bombenwetter zwischen Samoens und dem Col Croix du Bonhomme.
Überrascht war ich von den wenigen Weitwanderen, die unterwegs waren. Ich hab in 11 Tagen nur 3 getroffen, und die waren über 60zig (1 Schweizerin, 1 Franzose, 1 Belgier). 2 Niederländische Päarchen sind den
Nordteil bis Samoens gegangen.
Also fast nur die üblichen Franzosen: Wanderclubs, Familien und mehrere Ehepaare über 40 mit leichtem Gepäck und 1 Woche Vollpension.

Bemerkenswert freundlich fand ich die Besatzungen der Gites, die waren klasse.

Leider musste ich in Modane passen, weil ich das Handy dabei hatte und auch Netz und gewisse Begehrlichkeiten aus Berlin eingingen und mir das Wetter auf die Ei** ging, halt Südfraktion...

camino10
04.08.2008, 19:05
Hey Heron

Merci für den Bericht. Da ich kein Bildschirmleser bin, werde ich ihn in ausgedruckter Form heute Abend noch ganz durchlesen!

Habe soeben den kleinen Outdoorführer G5 vom Conrad Stein Verlag beschafft. Da er aus dem Jahre 2001 (oder sowas) ist, bin ich aber nicht sicher wie hilfreich er noch sein wird. Was meinst du, kennst du den kleinen Gelben?

Habe mir auch fest vorgenommen noch diesen Herbst mindestens ein Teilstück des G5 anzugehen (wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass ich es mir schon seit 2 Jahren vornehme). Aber als Schweizer hat man halt auch im eigenen Land die Qual der Wahl ;-)

heron
05.08.2008, 20:31
hallo camino

ich habe den CS-Führer zum GR5 und ich halte ihn für unnötig, ausser man möchte sich etwas Gusto anlesen.
Manchmal habe ich den Eindruck der Autor kann auch nicht wirklich französisch und hat einige interessante Wendungen geliefert :) (Bahnhof Routière zum Beispiel anstatt Busbahnhof oder Gare routière - weil wenn man den "Bahnhof Routière" sucht, ist man als Ausländer ja der Volltrottel).

Wenn ich ihn so im Nachhinein lese erkenne ich den Weg auch nicht wirklich :o, abgesehen davon, dass einige Abschnitte anders verlaufen.

Insofern: Die Topoguides halte ich - mit Ausnahme des 530 La Vanoise, der extrem veraltet ist - für sinnvoller und bedeutend aktueller.

Bilderauswahl ist auch schon auf meiner HP.

Ergänzung: Ich habe von den Amerikaner und Canadiern gesehen, dass englische Führer gibt, die mir einen guten Eindruck machten - umfangreiche Beschreibungen, Infos zur Gegend und aktuell; kleingedruckt.

gx
sabine

STEGI
20.08.2008, 18:14
Vielen Dank an Sabine für den hervorragenden und hilfreichen Bericht! Ich bin Anfang August eine knappe Woche von St. Gingolph nach Les Hoches den Beginn des GR5 gelaufen und hatte auf eine A4-Seite ausgedruckt den Bericht dabei.

Drei kleine Anmerkungen, die für künftige GR5-Wanderer hilfreich sein könnten:

- Beim Lac Vert (Beginn des kurzen Schweizer Abschnitts) gibt es eine hervorragende Biwakmöglichkeit direkt am Wasser. Habe die Besitzer der Refuge gefragt, und die hatten nicht nur nix gegen Biwakieren gehabt, sondern mir gleich auch den optimalen Platz genannt. Ein Bad im Lac Vert ist äußerst erfrischend!
- Vor Samoens muss man nicht (wie Sabine schreib) die 100 Höhenmeter rechts aus dem Tal aufsteigen, die Markierung ist allerdings etwas irreführend. Einfach der Straße bis Samoens folgen und dann im Ort die erste Möglichkeit nach links (Verkehrszeichen "Anlieger frei") nehmen, und sofort findet man wieder Markierungen.
- Ich besitze nun auch den von Sabine genannten englischsprachigen Wanderführer "The GR5 Trail" von Paddy Dillon, Verlag Cicerone, 2008 erschienen (kann man bei Amazon bestellen), leider war der vor Wanderungsbeginn bei mir noch nicht eingetroffen. Er macht auf mich einen guten Eindruck, und ich werde wohl weitere Abschnitte des GR5 mit dem Cicerone gehen (und vermutlich auf Detailkarten verzichten - ich vertrau dann auf die gute Ausschilderung...). Für die vergangene Tour hatte ich den entsprechenden TopoGuide dabei, mit dem ich keinerlei Orientierungsschwierigkeiten hatte.

Klar, der GR5 ist kein Höhenweg, aber deswegen hab ich mir den auch nicht ausgesucht. Ich hatte keine Zeit für große Vorbereitungen und wollte was konditionell Forderndes, und dabei die Idee, eine Alpenüberquerung zu starten. Ich war auf alle Fälle nicht unzufrieden, die paar Almen zu Beginn finde ich als Start ganz nett, aber klar, der bereits kritisierte Abstieg nach Samoens ist etwas ätzend, vor allem wenn ein Gewitter in der Luft liegt und man nicht weiß, wann es beginnt... (Ein kräftiges Gewitter gab es dann aber erst, als mein Zelt bereits auf dem Campingplatz stand.) Leider konnte ich dieses Jahr den GR5 nicht weiter laufen, hatte ja schon vorher befürchtet, dass ich meine neuen Wanderschuhe nicht genügend eingelaufen hab, und nach einigenTagen mit offenen Wunden an der Ferse bin ich dann in den MontBlanc-Express eingestiegen...