PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE] Kungsleden Abisko > Nikkaluokkta März 08



Stephan Kiste
19.04.2008, 23:13
Hi Ihr lieben,

schön wenn man nach ein paar Wochen den Urlaub noch einmal
im Kopf passieren lassen kann, hier also der kleine Reisebericht,
wie versprochen
oder wie meine Tochter Anna (8) sagte, als ich abwesend im Schwimmbad stand:

"...Der Erklärbär (ich) hat Kopfreise...."

In der Tat war es wohl mit der schönste Urlaub meines Lebens (bis jetzt ;-)

Fotos sind noch unter:
http://www.diaim.de
zeitlich aufgeführt, kann man vielleicht mit einem zusätzlichen Tab im Browser umschalten.

Mit meinem Eiskletter-, Wander-, Ess- und Rotwein- Kumpel sind wir einen Tag nach Anna`s 8. Geburtstag am 2.3. nach Kiruna geflogen.
Um 23:00 Uhr angekommen, haben wir am Flughafen den Rucksack gepackt
und dort auf einer Couch gepennt.

3.3.
Montag morgen haben wir Benzin im Intersport geladen und sind mit dem Zug bei diesigem Wetter nach Abisko gefahren.
So standen wir demnach um ca12:00 am Start.
Wir sind gemütlich mit den Schneeschuhen in der einen und den Kamerataschen in der anderen losgelaufen.
das Ziel war ein Campingplatz am Sommerweg?!
Bei ca. 35 kg Gepäck anfangs auf dem Buckel waren die ca. 6 km
eine nette Einlauferei.
Zelte aufbauen, ein nettes Travellunch reinpfeifen und ab in die
Tüten. Bei ca. -24°C hatten wir direkt das Gefühl angekommen zu sein.

4.3.
Dienstag versprach vom Wetter her richtig schön zu werden.
Gepackt und ab dafür ging es Richtung Abiskojaure.
Der See, der zu überqueren war, hat sich für uns extra lang gemacht,
es zog sich, aber wie Holger so schön als Lebensanalogie bemerkte:
Selbst der längste See ist irgendwann mal zu Ende.
So war es auch und wir waren schon so schön eingeschliffen,
das wir die Abiskojaure rechts liegengelassen haben.
Am Anstieg zu den ersten Bergen haben wir dann an der Baumgrenze
(hört sich komisch an bei ca. 550 Hm?!) das Lager aufgeschlagen,
gemampft und mit dem letzten Bissen und einem lächeln eingeschlafen.

5.3.
Mittwoch ging`s dann schön stetig bergauf, ein Hochplateau wartete auf uns
und wollte zeigen, das es mit der Seeproblematik aufnehmen konnte.
Mein Freund Stephan hatte mir heldenhafter weise seine D70 mit Zubehör geliehen und an Speicher hat es nicht gemangelt.
Irgendwann war ich mir nicht mehr sicher, hab ich den Berg schon aufgenommen oder nicht?
Egal, besser mal eine Aufnahme mehr machen :-)
Abends kamen wir zur Kings Hut (hat auch einen einheimischen Namen, bin jetzt aber zu faul in die Karte zu schaun, jedenfals war da mal der König)
Die Entscheidung ob Hütte oder Zelt viel sehr knapp Richtung Hütte aus.

6.3.
Am Donnerstag fanden wir es dann auch sehr angenehm die Hütte genommen
zu haben. Es wehte ein ordentlicher Wind, auf Toilette ging man nur in voller Daune, und die Temperaturen waren morgens auch noch sehr moderat.
Gerade fertig zum laufen bricht mir die Hüftschnalle:(
Nach dem Motto, das passiert nur anderen, hatte ich natürlich keinen Ersatz dabei.
Ziemlich genervt bin ich einfach losgelaufen. Nochmal rein, Sachen ausziehen, reparieren usw hätte die Gehzeit zu stark reduziert.
In zweifacher Hinsicht war ich also froh, von den Lebensmitteln schon ordentlich was weggefuttert zu haben.
Es war die ganze Zeit wechselhaftes Wetter, bis kurz vor der Alesjaure.
Der Wind legte sich und wir konnten die Hütten und das Samendorf sehen,
schön, dachte ich so bei mir.
Bis uns eine ca. 60 Jahre alte Blonde Fee entgegen kam und uns mit sehr viel Mitgefühl in die Gute Stube lockte.
Was soll ich sagen wir sind spontan in den STF eingetreten und die Sauna am
Abend hat meinen Rücken Samba am Eisloch tanzen lassen :-)
(Nebenbei Henning Fjaellraev kennengelernt, Grüße :-)

7.3.
Freitag ging es dann bei schönstem blauen Himmel und Windstille am Fluss lang und dann stetig bergauf.
Auf dem Kamm am Ende der Steigung sahen wir ein riesiges Tal und der Bergkopf am Ende war ca. 22 km weit weg und deutlich zu sehen.
Wir blieben stehen um ein wenig Tee aus der Thermokanne zu trinken,
da hab ich fast ein wenig erschrocken als ich meinen eigenen Herzschlag hörte.
Wir blieben einfach in der Sonne stehen und für den Moment war der
Drehpunkt der Erde bei uns.
Auf der anderen Seite ging es leicht bergab und wie betäubt
ist jeder so seinen Beinen (und auch Gedanken) gefolgt.
Im Tal wieder angekommen suchten wir uns in der vermeintlichen Leeseite eines großen Felsbrockens in einer kleinen Schneewächte den Zeltplatz aus.
Graben hält warm und die Kälte zog wieder schön frostig an.
Auf einer Schneebank sitzend haben wir das erste (schwache)
Nordlicht gesehen, bei den letzten beiden Winterurlauben
wollte es von uns wohl nicht gesehen werden.

8.3.
Am Samstag, kurz nach dem Aufstehen ging der Wind wieder richtig heftig los.
Zum Glück ist der Himmel blau geblieben, sodas wir wenigstens ein paar Fotos machen konnten.
Der nächste Anstieg wartete auf uns und so sind wir schön vermummt Richtung Tjektjapasset.
Auf dem Weg haben uns viele Hundegespanne überholt.
Ganz so einfach war es wohl zwischen den Touries und den Hunden nicht,
die einen kläfften, die anderen taten so, als könnten sie schon ein wenig mehr.
Bei der Tjektja haben wir kurz halt gemacht und uns beim Chef nach dem Wetterbericht erkundigt,
er sagte nur, das von Wind eigentlich keine Rede gewesen sei?!
Um das Tagespensum zu schaffen haben wir nicht lange gewartet und sind weiter
zur Passet.
Das Abendessen leider ohne Kerzenschein, aber dafür im Windstillen.
Ich glaube es war keine 20:00 Uhr, als wir geschlafen haben.

9.3.
Am Sonntag war dann der windigste Tag.
Wir konnten die Markierungen nicht mehr sehen.
Also hies es, da wir keine Zeit zu verschenken hatten, einfach mal
durchziehen. Die ersten paar Dutzend Markierungen ist immer abwechselnd einer vorgegangen
und hat beim sehen der nöchsten Markierung mit den Armen ein Y gemacht,
dann ist erst der nächste nachgekommen.
Insgesammt war diese Etappe sehr eintönig, einmal kam kurz die Sonne als Hauch hinter den
Wolken hervor, ansonsten war alle nur Grauweis, bzw durch die Brillen
Wüstenfarbend (Die Schneeverwehungen haben mich ein wenig an das Wadi Rum
vor 3 Jahren errinnert)
Dankbar nahm ich in der Sälka das Angebot einer weiteren Sauna an.

10.3.
Montag hatte das Wetter ein einsehen und für die geplanten 6 km zur nächsten
Schutzhütte hatten wir wieder einen Traumhimmel.
Schnell von den netten Menschen, die wir dort getroffen hatten (vor allem Martina und Ralf )
verabschiedet und weiter geht’s der Sonne entgegen.
Aufgrund der vielen Pausen gerade fürs fotografieren kamen wir dann erst an.
Noch ein wenig die Gegend unsicher machen, solange es hell ist und dann wieder
ab in die Pooffe.

11.3.
Dienstag blieb es so schön und wir kamen wieder ob der vielen Motive langsam voran.
Deshalb haben wir an de Sälka nur eine kurze Pause gemacht, wir wollten
noch die Abbiegung nach Osten mitnehmen und dann hinter dem kleinen Pass zelten.
Der Wind und die Temperaturen haben uns noch mal kurz die Ehre gegeben.

12.3.
Mittwoch dann der kleine Abschied von den Bergen.
Es ging Richtung Kebnekaise Fjellstation. Die Ketten LKW und Scooterspuren
kündigten uns schon diesen Freizeitpark an.
Als wir die ersten Baume wieder gesehen haben strahlte uns auch eine große Antenne
an und ich wurde daran errinnert, das ich unbedingt mal mit zuhause und den Kindern
telefonieren wollte.
Bis dahin gab es keinen Empfang).
In der Fjellstation, die wohl eher Landschulheim heissen könnte
war es sehr hektisch und teuer,
sprich wir fühlten uns nicht sehr wohl.

13.3.
Deshalb sind wir am Donnerstag wieder schnell auf die Piste Richtung Nikkaluokkta.
Es war sehr bedeckt und nicht sehr kalt, eher ein wenig ungemütlich, wir trotteten so vor uns her
und wurden nur bei den Wasserstellen neugierig, wo der Bach sich ein Loch geschaffen
hatte. Bei der Samensiedlung sollte noch eine Hütte sein, die wir auch suchten,
aber an der Stelle in der Karte war in Natur nur eine mit Schloss vor.
Macht nix, ab in die Botanik und weit vom Weg weg die Zelte im tiefen Pulverschnee aufgebaut.
Nachts gab es dort einen Radau, alle ¼ Stunde kammen Scooter vorbei.

14.3.
Am Freitag waren wir dann ein wenig melancholisch (ich zumindest) und die letzten
Kilometerchen schlichen wir an der Überlandleitung nach Nikkaluokkta.
Dort zufällig pünktlich zur Abfahrt angekommen waren wir am frühen Nachmittag
wieder in Kiruna.
Bei der Info hat man uns sehr bei der Zimmerwahl geholfen, da beim STF alles voll
war. Zum Glück sind wir in einer kleinen Uni mit super Duschen und nettem Frühstück
untergekommen. Abens gab es dann noch ein nettes Lichtspiel.

15.3.
Nach dem leckeren Frühstück sind wir noch zur berühmten Kirche gelaufen,
sehr empfehlenswert.
Zurück am Zimmer kam das Taxi pünktlich und mit 2 Zwischenstops sind wir
glücklich und beseelt in Düsseldorf von der Familie, Freunden und den Kinder
mit Malzbier und Frikkabrötchen empfangen worden.

Viele Grüße aus Essen
Stephan

Jaerven
19.04.2008, 23:22
.....Riesenseufzer.....
nächstes Jahr wieder.

dooley242
19.04.2008, 23:32
Klasse Bilder.:o

Freak
20.04.2008, 10:10
Echt tolle Fotos! http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/89.gif

zahl
20.04.2008, 13:56
sind echt schöne bilder bei, schade dass die nordlichter verwackelt sind.
warum hatte jeder sein eigenes zelt mit?
gruß, zahl.

Dörner
20.04.2008, 18:45
Möchte mich anschließen: sehr angenehme Bilder.

D.

Onyx
20.04.2008, 19:00
Danke für die großartigen Bilder :D

Stephan Kiste
21.04.2008, 08:30
Hi,

tja, sollte noich nicht der Reisebericht sein, eher so als Frage wie Euch
die Gestaltung gefällt?!
Jetzt werde ich mich mal drannsetzen und nen richtigen Reisebericht schreiben.

@Zahl, wir hatten 2 Zelte weil...

....ok, einer von uns beiden schnarcht :-)

Bis die Tage
Stephan

zahl
21.04.2008, 21:31
aus der aktion: weniger im rucksack ist manchmal mehr (http://www.ohropax.de/) :bg:
freu mich auf den bericht,
gruß, zahl.

Jaerven
21.04.2008, 21:50
Dass diese Bilderleiste immer wieder wegrutscht nervt.
Besser wäre es wenn die stehen bleiben würde...

Magonline
22.04.2008, 00:03
Die Fotos sind einfach fantastisch !!! - Respekt - :wohoo:

Damit meine ich auch die Anderen.


Das Timing der Diashow finde ich genau richtig und dass die Thumb-Bar verschwindet und mehr Platz für das Bild schafft finde ich auch sehr gelungen. Wenn gewünscht kann man ja die Maus im oberen Bereich stehen lassen, so dass die Thumbs sichtbar bleiben.

barleybreeder
22.04.2008, 07:34
Ja Wahnsinnsbilder! Sehr geil!

Darf man fragen wieviel der Rucksack gewogen hat? Sieht mir mächtig nach 30+ aus. Anscheinend hat das ja die Schnalle am Gregory nicht überlebt.

Warum habt ihr keine Pulka genommen? Ist doch eigentlich ideales Gelände.

Stephan Kiste
22.04.2008, 21:02
Hi ihr lieben,

erstmal Danke an die Admins für das zusammenbasteln der Threads.

Also der Rucksack war nicht so schwer, eher ein wenig zu klein,
ich konnte an den ersten beiden Tagen das Benzin nicht wirklich unterbringen
und hab den Kanister getragen.
Also am Flughafen waren bei mir beim Hinflug 21 kg Hauptgepäck,
10 kg Handgepäck + 2,3 kg Daunenjacke +Fotokamera, die 2,5 Liter Benzin
kamen in Kiruna noch dazu.
Geht doch :-)

Das wir nicht so schnell sind, haben wir eingeplant.
10km sollten es am Tag sein, ein Ruhetag war nicht eingeplant,
allerdings konnten wir uns auch mal ab und zu Zeit lassen.
Für nächstes Jahr kann ich einfach gar nicht anders, als wieder da hoch zu fahren. Da ein Schneeschuh gebrochen ist, eine gute Gelegenheit vieleicht auf
Skier und eine Pulka umzusteigen, mal schaun.
Die Schnalle ist mir bei richtig windigem Wetter gebrochen,
kann sein, das sie nicht richtig zu war, als ich den Gurt anzog?!
Ich konnte sie wegen der Jacke nicht sehen und auch kein klacken hören.
Gab von Gregory auf jeden Fall umgehend kostenlos neu,
Ersatzschanalle steht jetzt auch auf der Packliste.

Mit der Bildleiste bin ich auch am zweifeln gewesen, ist manchmal ganz schön hektisch, allerdings wie Magonline schon richtig bemerkte, die Hochformataufnahmen würden gerade bei kleineren Monitoren schon recht klein wirken.

@ Zahl, hätt ich doch besser mal bei 2 Zelten auf Redundanz gemacht...:cool:

So, ich starte auch noch mal die Diashow...
Der Erklärbär geht auf Kopfreise.....;-)

Grüße
Stephan

stefhille
24.06.2008, 23:42
Wahnsinnsbilder!

Das Nordlicht am 14.3. hab ich auch gesehen (war gerade auf den Lofoten unterwegs) - dort war es der Hammer!

Küstenkrebs
06.07.2008, 15:01
Ich finde 35kg im Rucksack verdammt viel. Ich war dort z. B. im Oktober unterwegs - musste also auch wärmere Sachen mit nehmen, kam aber selbst bei einer 10-Tagetour mit allem Proviant dabei nur auf 25kg.

Und 2.5l Benzin? Habt ihr das wirklich aufgebraucht oder war das gesamt für 2 Personen?

Ich bin bisher nicht wintererfahren und wundere mich darüber, dass es so wichtig sein sollte, den gekennzeichneten Winterweg einzuhalten. Das Territorium ist dort doch eher unproblematisch.

Die Bilder machen Lust auf eine eigene Wintertour. Die habe ich schon seit Jahren vor.

der Krebs

Jaerven
06.07.2008, 15:47
Ich finde 35kg im Rucksack verdammt viel. Ich war dort z. B. im Oktober unterwegs - musste also auch wärmere Sachen mit nehmen, kam aber selbst bei einer 10-Tagetour mit allem Proviant dabei nur auf 25kg.

Und 2.5l Benzin? Habt ihr das wirklich aufgebraucht oder war das gesamt für 2 Personen?

Du kannst Oktober nicht mit März vergleichen. Das sind 2 Paar Schuhe :bg:
Und 2,5 Liter Brennstoff braucht man im Oktober nicht- im März schon- denn da musst Du das Trinkwasser erst mal in eine trinkbare Form bringen...
Ich finde 35 kg im Winter ist ganz in Ordnung.

Fjaellraev
17.07.2008, 19:26
Wenn ich in dem Thread schon erwähnt werde (Ja die Welt ist klein, die ODSler sind überall ;-)) hier der Link (http://74346.homepagemodules.de/t387f17-Umgebung-Abisko-Maerz.html) zu ein paar von meinen Bildern mit wenig Text...
Für einen richtigen Bericht hat mir dauernd Zeit und Motivation gefehlt.

Gruss
Henning