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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [US] Olympic National Park



Jens
24.07.2003, 20:49
Land: USA
Region/Kontinent: Nordamerika

Moin...

So, ich bin aus dem Urlaub auch wieder da. Ich war insgesamt drei Wochen unterwegs, und zwar im Olympic National Park im US – Bundesstaat Washington.
Anreise: Flug Air Transat Frankfurt nach Vancouver, mit Bus und Fähre nach Victoria / Vancouver Island und von dort aus mit der Fähre in die USA nach Port Angeles.
Der Nationalpark ist zweigeteilt und umfasst zum einen die Mitte der Halbinsel mit dem Mount Olympus (2500 m, vergletschert) und zum anderen einen langen Küstenstreifen entlang des Pazifik. Dass Gebiet besteht zu 95 % aus Wildnis. Genau wie auf dem West-Coast-Trail in Kanada gibt es den Regenwald mit 80 Meter hohen Bäumen.
Auf dem Küstenstreifen kann man entweder in Nord – Süd – Richtung wandern oder umgekehrt, im gebirgigen teil gibt es ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen., auf denen man sich frei bewegen kann.
Der Eintritt in den Gebirgsteil kostet 5 Dollar + 2 Dollar pro Übernachtung. Es gibt keine Besucherzahlbegrenzung. Der Park selbst ist in den USA nicht besonders populär und recht schwach besucht. Ja nachdem in welcher Ecke man sich befindet trifft man pro Tag 10 oder 0 Personen... Leider muss man vorher in der Rangerstation abstimmen, wann man wo auf welchem Rastplatz übernachtet, allerdings ist es nicht weiter schlimm, wenn man von dieser Planung etwas abweicht. Außerdem bekommt man einen 1,5 kg schweren bärensicheren Container aufs Auge gedrückt. Die Rangerstationen verkaufen auch sehr gute topografische Karten und man bekommt dort Wasserentkeimungsmittel, Mückenschutzlotion (100 % DEET) und Massig Bücher über die Natur des Parks und die Indianer. Viele der Bücher geben Informationen über die Genießbarkeit von Pflanzen her. Ich habe auf meiner Wanderung bestimmt 10 kg Beeren gefuttert.
Wanderung: Ich bin von Huricane Ridge westwärts zum Highway 101 gelaufen und habe 7 Tage gebraucht. Die Wege sind teils stark ausgebaut, besonders in der montanen Stufe, aber nicht um das Wandern bequem zu machen, sondern um Erosion zu verhindern, und teils dachte ich, ich folge irgend welchen Wildwechseln. Um den Mount Olympus zu besteigen benötigt man Eispicke, Steigeisen, Seil, ne Gruppe und Erfahrung. Die Berge sind zwar nicht hoch, aber es lag auf 1500 m an einigen Pässen so viel Schnee, dass die Rangerin angst hatte, meine Tour sei ohne Steigeisen nicht realisierbar. (Mitte bis Ende Juli)
Man darf im Park Feuer machen, allerdings nur im Wald unter der Montanen Stufe. Wer in der Höhe campieren will braucht einen Kocher. Die Pfade sind gut beschildert, allerdings muss man an den Rastplatzen etwas aufpassen. Meisten gehen noch drei vier andere Pfade ab (Tissue-Trails) und es dauert manchmal etwas bis man den richtigen gefunden hat. Ich unter anderem 4 Tage lang ununterbrochen durch Wald gelaufen...
An der Küste bin ich von Oil City (das is nur n Parkplatz, nix mit City) bis Ozette gelaufen. Man muss unbedingt eine Gezeitentabelle mitnehmen. Einmal habe ich zwei Stunden warten müssen, bevor es weiter ging. Die Küste ist allerdings nicht ganz so gefährlich wie auf dem West-Coast-Trail, aber häufig sollte man sich seinen Zeltplatz lieber etwas höher suchen. Einmal habe ich abends um Zehn mein Zelt lieber doch noch einmal umgestellt, die Brandung kam verdammt nah. Insgesamt trifft man hier mehr Leute als im Gebirge, viele kommen nur für einen oder zwei Tage. Es gibt mehrere Straßen zur Küste.
Bei La Push, einer Indianer-Siedlung, wo man auch einkaufen kann, muss man einen Fluss überqueren. Es gibt keine Fähre. Entweder fragt man im Hafen einen der Fischer ob er einen hinüber fährt (gegen Bares natürlich) oder man nimmt die Straße ( Anhalter oder Bus).

Alles in allem war es eine rundum gelungene Tour, ich fand es sehr schön. Was man zu sehen bekommt: Monströse Bäume, Bananennacktschnecken, Streifenhörnchen, Wapiti, Schwarzbären, Moose, Farne, Flechten, Gletschern, schöne Bergseen, heiße Quellen, Hochgebirgsblumen, malerische Postkartenlandschaften, Beeren en Masse, Sandstrände, Felszeichnungen, Seesterne, Krebse, Weißkopfseeadler, Seehunde, Seelöwen, Wale, und, und, und... In Neah Bay kann man ein Indianer-Museum besichtigen.

Meine Einschätzung: Ein durchaus absolut sehenswerter Flecken Erde, durchaus auch für Anfänger geeignet. Die Amerikaner, machen es einem sehr leicht. Ich habe wirklich nur freundliche Menschen getroffen. Und die Ranger helfen einem wirklich bei allen Fragen weiter und nehmen sich mächtig viel Zeit für ihre Besucher.

Jens

Christian J.
24.07.2003, 21:29
Klingt gut! Ich bin ja mal auf die Bilder gespannt:

Christian

boehm22
24.07.2003, 21:55
Hi Jens,
danke für den schönen Bericht. Hört sich echt gut an - da bekommt man ja gleich wieder Lust auf Amerika.
Obwohl - ich träume gerade vom Chilcoot Trail in Alaska - und vom OverlandTrack auf Tasmanien - und vom Padjelantaleden und noch vieles mehr.

MaMa
25.07.2003, 07:34
Hi Jens,
Vielen Dank für den schönen Bericht! Macht Lust auf mehr... :wink:

Menelaos
26.07.2003, 16:21
*lechz* ...schnell, BILDER!!

jasper
26.07.2003, 19:04
Cool,

Schon wieder ein Kreuz auf meiner großen Karte, wo ich noch überall hin will. Super Bericht, Dankeschön!


Bananennacktschnecken,

Die sind ja wohl echt geil! :wink:

MfG,

Jasper

boehm22
27.07.2003, 00:41
Hi Jasper,
ja, Banana slugs in allen möglichen Farben sind echt interessant.

boehm22
14.08.2003, 13:34
Hi Jens,

ich hab noch ein paar Fragen:
Wie ist dr Grenzübertritt von Canada nach USA - sind die Zöllner recht pingelig?
Sagen die was, wegen Lebensmitteln im Gepäck?

Wie kommt man von Port Angeles zur Hurrican Ridge?

Die Tour geht ja viel an Bächen entlang?
Hast sie viele Höhenmeter?

Nicht nur den Wald (4 Tage, wie Du schriebst) sondern auch schöne Aussichtspunkte?

Ich hoffe, Du kannst mir noch was erzählen.

Jens
16.08.2003, 00:44
Hallo Rosi,

der Grenzübergang ist einerseits pingelig: Röntgen, kein Messer, keine Schere, keine Gaskartuschen ect. im Gepäck. Mir wurde alles abgenommen, dem Kapitän gegeben und in den USA habe ich es wiederbekommen. Nahrungsmittel hat aber niemanden interessiert.
Zur Hurricane Ridge kommst du per Anhalter.
Die Wanderwege folgen meist Bächen, Wasser ist kein Problem.
Höhenmeter habe ich nicht gemessen, aber es geht fix bergauf und bergab. Der Weg von der Hurricane Ridge nach Elowa ist ein Knochenbrecher! Es geht nach der Ridge nur bergab! Appleton Pass und beim Heart Lake gab es viel Schnee, Grödel wären praktisch. Viele Wanderer hatten Steigeisen und Eisaxt.
Aussichtspunkte gibt es sehr viele. Besonders der südliche Teil wurde mir gesagt sei sehr nett.

Jens

Jens
13.09.2003, 14:17
http://www.instant-trout-company.de/Uebersicht%20Olympic%20NP.html

Bilder sind online - viel Spaß

Jens

Menelaos
13.09.2003, 15:58
@Jens
Hammersbilder ... hab mir jedes einzeln genau angeschaut. Schon krasss, wieviele verschiedene Landschaftsformen auf ein wenig Fleckchen Erde zusammenfallen können.

Friedjoff
13.09.2003, 16:38
Hi,

toller Bericht und super Bilder :shock: