PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [US] Pacific Crest Trail 2.Versuch



Carsten010
13.04.2008, 16:34
Hallo zusammen,

nachdem mir 2006 ungefähr bei km 1000 meiner Wanderung
auf dem Pacific Crest Trail die Bandscheibe weggeplatzt ist,
gehe ich meinen Dämon jetzt ein 2.Mal an.

Ich habe den Beitrag hier gleich zu den Reiseberichten reingestellt,
damit ich dann nachher direkt vom Trail keinen neuen Thread
aufmachen muss und für Euch auch alles an einem Fleck
und gut zu verfolgen ist.

Transport
Anreise: Flug nach Los Angeles am 18.April
Start auf dem PCT: 21.April
Rückflug vorraussichtlich: 12.Oktober (wahrscheinlich aber 2-3 Wochen früher)

Technische Gadgets:
- Garmin Geko 201
- Pocketmail
-Handy für den Notfall

Unabdingbar:
- 6 Monate Visum für die USA
- spezielle Reisekrankenversicherung für 6 Monate
- Ultraleichte Ausrüstung

Highlights:
- nebenbei wird quasi der komplette John Muir Trail gelaufen
- Besteigung des Mt.Whitney
- man sieht 3 Bundestaaten, 7 Nationalparks, 24 Nationalwälder,
33 ausgewiesene Wildnisareale und 5 geographische Regionen
mit eigenem Klima, Geologie sowie Tier- und Pflanzenwelt.

Mei wird des schee und neben dem Reisebericht wirds bei uns
auf der Webseite dann auch alle Fotos geben und wieder
Podcasts direkt vom Trail. Man siehts zwar noch nicht, aber
ich bekomm das Website-Update noch diese Woche hin ;-)

Carsten010

Rio
13.04.2008, 16:44
wünsche viel spaß und freue mich schon auf neue foto´s :bg:

doppelt hält besser...

paddel
13.04.2008, 16:52
Hej Carsten!

Cooles Vorhaben ;-)

Habe mich in letzter Zeit mal intensiver mit dem Trail beschäftigt (bin dabei natürlich auch auf deine Seite gestoßen).
Wünsche dir bei deinem zweiten Versuch ganz viel Glück und drück dir fest die Daumen!!!

Gruß
Regina

Waldwichtel
14.04.2008, 00:18
Viel Spass, is ja ne geile Strecke! Und lass dich nicht von Klapperschlangen und Skorpionen pieksen und von Bären anknabbern :bg:

chrysostomos
14.04.2008, 09:26
Salve Carsten!

Die ganze Schweiz drückt Euch die Daumen, dass das Abenteuer gelingt! Wie sieht die nun aktualisierte UL-Packliste aus?

Grüsse aus dem Süden

Marc

Flieger
14.04.2008, 10:13
Hallo Carsten!
Find ich gut, daß Du es nochmal angehst!!! :p Ich wünsche Dir bzw. Euch alles gute und das es diesmal klappt! Ich bin auch schon ganz gespannt auf die Berichte, Bilder und Erfahrungen!
Viele Grüße

Flieger- der den PCT irgendwann auch unbedingt laufen will!!!

Carsten010
19.04.2008, 22:27
Hallo zusammen,

ich sitze gerade in L.A. am Rechner. Freunde, die wir
2006 kennengelernt haben, beherbergen mich.

Ich war auch schon bei REI, um die letzten Einkaeufe
zu taetigen und muss jetzt nur noch Lebensmittel
kaufen und mir das ein oder andere Paket vorschicken.

Diesmal laeft der Deal so, das ich am 22. von Scissors
Crossing Southbound nach Lake Morena zum Kickoff
laufe. Dort findet jedes Jahr die Kickoff Party statt,
die absolut besuchenswert ist. Dort werde ich am
24. Abends ankommen. Dann wird am 25. mit
leichtem Gepaeck zur Grenze gelaufen und zurueck-
getrampt zum Kick-off. Am 27. gehts dann von
Scissors aus weiter Richtung Norden :-)

Ich bin diesmal schlechter vorbereitet, was
Berichterstattung angeht. Es gibt letztendlich
4 Anlaufstellen:

Email: Sauerkraut (AET) Pocketmail.com
Website: www.fastpacking.de
Trailjournal:http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina/
Reisebericht deutsch: hier im Forum

CU

Carsten

AnkeK
22.04.2008, 03:37
Hallo Carsten,

ich wünsche euch ebenfalls viel Erfolg beim zweiten Versuch!
Hoffentlich kommt euch dieses Mal nichts in die Quere und ihr bleibt gesund.

Außerdem möchte ich mich noch einmal für eure Tipps zum John-Muir-Trail bedanken. Wir hatten dort letzten Sommer mit dem Wetter super viel Glück und daher eine tolle Wanderung. (Ohne euren Hinweis zur Temperatur und meinen daraufhin neu gekauften Schlafsack hätte ich nachts aber gnadenlos gefroren.)

Viele Grüße
Anke

Shirkan
22.04.2008, 12:51
Hey Carsten,

cool, dass du den PCT noch ein zweites Mal angehst und dich nicht von deiner Verletzung von damals abschrecken läßt.

Habt viel Spaß und Alles Gute für euch!

Viele Grüße
Sebastian

jasper
28.05.2008, 08:35
Hier ein Update von Carsten!


Ja...ich bin selten up-to-date oder right on time. Aber lieber spaet als gar nicht.

Ich habe Jasper gebeten Beitraege fuer mich ins Forum zu stellen.

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Nach 652 Meilen befinde ich mich genau dort wo ich 2006 wegen eines schweren Bandscheibenvorfalles habe aufgeben muessen. Fuer alle, die sich nicht erinnern koennen...ich wurde noch in den USA operiert und bin haarscharf an einem permanenten Nervenschaden vorbeigeschlittert...

Aber jetzt laeuft es gut. Teil des Erfolges ist diesmal sicher noch leichtere Ausruestung. Aber dazu schreib ich mal gesondert was.

Walker Pass Campground ist fuer heute und morgen mein Ruheplatz. Bin heute 10 Meilen zum Camp gelaufen und lege morgen einen Ruhetag ein. Ich bin zu schnell unterwegs, wenn man bedenkt, dass Alina erst am 22.Juli in South Lake Tahoe zu mir stoesst. Ich kann also ruhig mal nen Entspannungstag einlegen :-)

Die ersten 700 Meilen werden gemeinhin als "The Desert" betitelt. Anza-Borrego-Wueste, Mojave-Wueste und dazwischen ein paar Bergmassive wie die San Gabriels oder San Bernadinos.

In der Zeit vom 22. April bis heute hatte ich von 38 Grad im Schatten bis gefrorene Wasserflasche alles. Genauso wie 25 km komplett flaches Gelaende entlang des Los Angeles Aquaeduct, sowie anstrengendes Wandern in oberschenkeltiefem Schnee bei Besteigung des Mount San Jacinto.

Schon in diesen ersten 700 Meilen zeigt der Pacific Crest Trail warum Hiker ihn so moegen...Vielfalt. Es wird einfach nie langweilig.
Die besten Dinge sind ja meist die Sachen, die absolut grauenhaft sind waehrend man sie erlebt, die man im Nachhinein aber auf keinen Fall missen moechte.

So geschehen vor ein paar Tagen. Waehrend sich ganz Suedkalifornien auf herinrollende Tornados vorbereitet befindet sich eine kleine Gruppe Hiker am Rand der Mojave-Wueste. Um genau zu sein war ich dabei die Mojave mit 3 anderen Hikern zu verlassen. Eine Meile sind 1,6km...Im Nachhinein haben wir erfahren, das die Windgeschwindigkeiten in dem an diesem von uns durchwanderten Gebiet zwischen 60 und 70 Meilen pro Stunde lagen...

Natuerlich waren das keine konstanten Windgeschwindigkeiten, sondern Boehen und manchmal war man auch kurzzeitig windgeschuetzt, aber es war gelinde gesagt hardcore. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das Gebiet das Jahr zuvor gebrannt hatte und der Trail die Gestalt einer Sandduene angenommen hatte. Zum einen anstrengend, zum anderen fuehlt sich das ganz ganz toll an, wenn ein 65 Meilen Wind Sand gegen Deine nackten Beine haemmert. Outdoor-Peeling-Deluxe! Es war manchmal so schmerzhaft, dass ich mich hinsetzen musste, damit meine Beine im Windschatten meines Oberkoerpers waren. Ja...natuerlich haette ich auch eine lange Hose anziehen koennen, aber Ihr wisst ja wie das ist, oder?

Sonstige Specials auf die ich hinweisen koennte bis dato? Unter
www.traildude.com gibts ein Video wo ein Hiker seine Fussblasen aufsticht....das war mein Fuss.

Und unter gabcast.com stell ich immer wieder mal Podcasts rein. Muesst ihr nur nach Fastpacking suchen.

So jetzt muss ich aber erst einmal herausfinden wo meine neuen Schuhe geblieben sind, weil sie nicht im Postamt waren...Big Bummer!

Bis bald

Carsten

Carsten010
31.05.2008, 22:16
Hallo zusammen,

mittlerweile sitze ich in Kennedy Meadows, dem strategischen Ort
direkt vor der Sierra Nevada. Hierhin schickt man in der Regel seinen
Baeren-Kanister, sowie Groedel und Eispickel und bereitet sich seelisch
auf Mount Whitney, die hohen Paesse und manchmal furchteinfloessenden
Flussquerungen vor.

Unglaublich aber wahr....es gibt hier ein Internetcafe. das per Generator
und Solar betrieben wird. Wo das Internetsignal herkommt weiss ich nicht,
aber die Geschwindigkeit ist ok.

Wahrscheinlich lade ich jetzt auch gleich noch das ein oder andere Foto hoch.
Kann man dann hier ansehen:
http://www.fastpacking.de/tagebuch_blog.html

Die kurzen Podcasts, die ich immer wieder vom Trail aus "produziere"
kann man hier anhoeren:
http://gabcast.com/index.php?a=episodes&id=18309

Ich haeng hier ein bisschen fest, weil Sierra Trading Post meine
Schuhorder verhunzt hat und auch das neu bestellte Tarptent
von Sixmoondesigns verspaetet kommt.

Ich verliere zwar ein bisschen Zeit, aber so schlimm ist das auch nicht.

Fuer alle, die mich zwischendrin kontaktieren wollen, sauerkraut@pocketmail
rufe ich auch dann ab, wenn ich klein Internetcafe habe :-)

CU

Carsten

Sternenstaub
31.05.2008, 22:28
wünsche dir eine wirklich gute Reise und vor allem, dass die benötigten Dinge bald eintreffen. :)

Carsten010
09.06.2008, 16:57
So,

mal wieder ein kleines Update von mir.

Ich bin jetzt im wahrscheinlich spektakulaersten Teil des PCT.

Sierra Nevada! Ein Grossteil des Trails ist hier deckungsgleich mit dem
etwas kuerzeren John Muir Trail.

Freitag war ich auf dem Mount Whitney, Samstag bin ich ueber den
4000m hohen Forrester Pass gestiegen und jetzt ruhe ich mich nach
6 Tagen Hardcore-Wildnis einen Tag in Bishop aus.

Der JMT ist von der Laenge her auch fuer Normalurlauber machbar,
sollte allerdings nicht unterschaetzt werden. Man bewegt sich staendig
zwischen 3000 und 4000m und muss ne Menge Essen schleppen.
6 Tage mindestens, wenn man Thruhiker-Beine hat und 30km am Tag
durchpushed. Pushen heisst aber nur, dass man um 6 loslaeuft und gegen
19 Uhr sein Lager aufschlaegt. Da bleibt Zeit fuer Fotos, Pausen und
andere Dinge.

Nach den 2 Haemmern Whitney und Forrester stehen in den naechsten
Tagen noch weitere Paesse um die 3800m auf dem Programm und die
gefuerchteten Flussquerungen. Schmelzwasser laesst die Baeche hier
brutal anschwellen und man muss gehoerig aufpassen.

Eine Sache an die man sich schwer gewoehnen kann aber muss ist
die Tatsache, dass man in der Sierra zwangslaeufig immer nasse Fuesse
hat. Schnee, Flussquerungen...wer da staendig Schuhe an und auszieht
wird verrueckt. Da laesst man die Treter einfach an und laeuft durch.

Ich bin jetzt wahrscheinlich erst einmal wieder 8 Tage draussen bevor ich
in Mammoth wieder ins Internet kann.

Bis bald

Euer carsten

Rio
09.06.2008, 17:01
...dann mal alles gute! bleib gesund und mach ordentlich fotos! :bg:



gruß,
mario

jasper
28.06.2008, 19:53
Hier ein kurzes Update von Carsten!


Hallo zusammen,

wieder mal ein kleines Update aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten :-)

Nachdem hier im Forum Videos von Abstuerzen auf der Touristenroute des Halfdome im Yosemite Nationalpark zu sehen waren, musste ich mir das natuerlich selber anschaun.

Halfdome ist vom PCT ungefaehr 12 Meilen weg. Ich hatte gerade einen Ruhetag in Tuolumne Meadows hinter mir und hab mich quasi von hinten an den Halfdome angeschlichen.

Aber bleiben wir mal genau: Ich bin von TM ein paar Meilen nach Tenaya Lake gehitched und von dort aus die 12 Meilen ueber den Berg Cloudrest zum Halfdome.

Im letzten Abschnitt sind 2 Stahlkabel aehnlich wie ein Treppengelaender rechts und links gespannt, damit man die wirklich steile Schraege auch hochkommt.

Ansich alles kein Problem, wenn da nicht so viele Leute waeren. Nebenbei sind dann natuerlich auch viele Leute in den Cables, die dort mit 150kg untrainiert und voellig ausser Atem nach 5 Metern wirklich nichts verloren haben...

Einzige Loesung fuer einen jungen sportlichen Menschen ist es dann, auf der Aussenseite an den Massen vorbeizuhuschen.

Na ja... hab ich dann natuerlich auch erfolgreich hoch wie runter gemacht.

Der Halfdome ist das Symbol des Nationalparks und das zu Recht. Absolut beeindruckend von oben wie von unten. War echt froh, dass ich diese Tourinummer gemacht habe.

Ich bin dann noch ein paar Meilen ins Valley gelaufen. Vorbei an den nicht weniger beeindruckenden Nevada und Vernan Wasserfaellen. Ist halt echt viel los in Yosemite. Ist man als Thruhiker auf dem PCT nicht gewohnt.

Bin dann zurueckgetrampt und hab mich am darauffolgenden Tag wieder auf den PCT begeben.

Der Abschnitt von TM nach Sonora Pass ist nur 75 Meilen lang und nach einem Resupply in Bridgeport werde ich dann weiter nach South Lake Tahoe ziehen.

Eines habe ich leider bemerken duerfen seit ich von TM weitergewandert bin: Ich habe die Moskitohoelle betreten!

Die machen einen fertig, wenn man sie laesst. Ich liege gerade im Zelt und es sitzen ungefaehr 40 Moskitos aussen auf dem Moskitonetz und warten, dass ich rauskomme...Werd ich nicht.

Tagsueber darf man halt nicht stehen bleiben. Wobei man sagen muss, dass ich extrem gute Klamotten habe. Meine 35 Can-Dollar Windhose von MEC ist genauso mueckendicht wie mein Golite Whisp Windshirt. Ich schwitz da zwar mehr darunter, aber lieber schwitzen als Blutarmut ;-)

Wenn ich in South Lake Tahoe ankomme, werde ich einen interessanten Sidetrip unternehmen.
Da Alina erst am 22. Juli in Tahoe zu mir stossen wird, werde ich in der Zwischenzeit den 165 Meilen langen Tahoe-Rim-Trail laufen.

Ich stelle da einen gesonderten Reisebericht rein, weil der Rim-Trail a)auch sehr schoen ist und b)natuerlich fuer den normalen Trekker besser realisierbar ist.

So, das war es mal wieder fuer heute.

In Kuerze stelle ich unter www.gabcast.com auch wieder einen kleinen Podcast rein. Einfach in der Suche "fastpacking.de" eingeben und anhoeren :-)

Bis bald

Carsten

Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina

jasper
29.06.2008, 15:37
Und gleich nochmal was!


Hallo zusammen,

nach 1000 Meilen kann man ruhig auch ein paar Worte ueber Ausruestung verlieren.

Eines ist recht klar geworden:Leute, die auf dem PCT leichter unterwegs sind, machen leichter mehr Meilen und machen einen froehlicheren Eindruck. Spass und Komfort bleiben dabei nicht auf der Strecke. Bitte nehmt das mal einfach so hin und fangt keine Ultraleicht-Diskussion an.

In US-Verhaeltnissen bin ich z.B. nicht ultralight, sondern lediglich lightweight.

Der PCT ist von den klimatischen Verhaeltnissen ziemlich vielfaeltig und die Ausruestung muss ein recht breites Einsatzspektrum aushalten.

Wer Freunde in den USA hat, hat den Vorteil durch Ausruestungswechsel richtig viel Gewicht zu sparen. Ich habe z.B. in Suedkalifornien nur ein Ponchotarp mit 280 Gramm genutzt und bin jetzt zu einem 800 Gramm 2-Personen-Einwandzelt gewechselt.

Der einfachste Weg Gewicht einzusparen kommt ueber Tourenerfahrung und das Weglassen unnoetiger Dinge zustande. Brauch ich das wirklich? Was waere wenn ich das Teil doch braeuchte, es aber nicht dabei haette? Auch wenn ich es bis dato noch nie gebraucht habe, so trage ich trotzdem ein 1. Hilfeset mit mir rum. Wenn mein Schlafsack allerdings mal in Unterwaesche nicht warm genug ist, ziehe ich halt mehr an, anstatt im Vorfeld einen oft viel zu warmen Schlafsack zu kaufen.

Was auf einer Weitwanderung natuerlich sehr interessant ist, sind die vielen unterschiedlichen Ausruestungskonfigurationen, die man antrifft. Wenn man offen fuer Neues bleibt, kann man oft Gewicht einsparen, wo man kein Sparpotential mehr gesehen haette.

Genug Blabla...hier einige Ausruestungsdetails:

Gossammer Gear Mariposa Plus
Der hat auch mit 5 Litern Wasser und Lebensmitteln fuer ein paar Tage eine echt gute Figur gemacht. Fuer mich der bis dato beste Weitwanderrucksack. 570 Gramm machen einfach Spass.Als Rueckenpolster wird die eigene Isomatte verwendet, die man dann bei Pausen schnell rausnimmt und als Sitzpolster verwendet. Im Vergleich zu herrkoemmlichen 60 Litersaecken mit oft min. 2kg spart man hier schon richtig viel Gewicht.

Golite Ultra 20 Quilt
Die 2008er Version hat zwar Verarbeitungsmaengel, allerdings habe ich die schnell ontour mit Nadel und Faden behoben. Das Material ist ansonsten topp. Ein Quilt ist letztendlich eine Decke mit Fussbox. Funktioniert fuer mich sehr gut, allerdings ist die Temperaturangabe irrefuehrend. Minus 7 schafft der nur, wenn ich alle Klamottten inklusive Daunenjacke anhabe. Bis 0 Grad hatte ich aber keine Probleme. 540 Gramm

Pacific Outdoors Torsolite
Selbstaufblasende Matte. 80cm lang, 50cm breit (verjuengend) und 2,cm dick. 295 Gramm. Ich bin zu alt, um auf einer Ridgerest zu schlafen ;-) Hatte allerdings beim Bestellen voellig uebersehen, dass die Matte so kurz ist. Funktioniert aber prima, wenn man unter 180cm gross ist.

Thinlite von Gossamer 60 Gramm
Meine Beine brauchen auch ein bisschen Isolation und eine furzduenne Evazotematte bringt das. 180cm lang,50cm breit...sehr duenn.

Meine Bodenplane mit 43 Gramm hat mich am meisten ueberrascht. Es handelt sich um die Polycryo von Goassammer Gear und ist so duenn, dass ich fast noch ein Tyvek gekauft haette. Gutmuetig habe ich der furzduennen Plastikfolie eine Chance gegeben und war-bin immer noch erstaunt.

Golite Poncho Tarp 280 Gramm
Die fuer mich perfekte Loesung fuer weniger regenbedrohte Gebiete. Man spart sich Regenbekleidung und hat gleichzeitig einen Zeltersatz.

SixMoonDesigns Refuge 767 Gramm
Das wohl zur Zeit leichteste bezahlbare Tarptent auf dem Markt.
Fuer mehr Regen und vor allem mehr Moskitos wollte ich dann schon mehr Schutz haben. Ausserdem kommt Alina noch auf den PCT und da braucht man schon ein 2-Personenzelt. Einzig fuer mich bis dato erkennbarer Nachteil ist die Menge Dreck, die ueber die Moskitonetze ins Zelt kommt. Das Zelt hat naemlich keinen sogenannten Bathtubfloor.

Jetzt haben wir die 4 grossen in der Regel schweren Ausruestungsgegenstaende. Gewicht in der schweren Variante mit Zelt?

2275 Gramm

Alinas braucht kein Zelt tragen und liegt dann bei 1508 Gramm.

Was mir zur Zeit allerdings am wichtigsten ist, ist Schutz vor Moskitos. MEC Trailrun Pant, 180 Gramm, winddicht und moskitodicht. Golite Whisp Windshirt, 90 Gramm.
Und dazu kommt noch ein Moskito-Kopfnetz, dass ich ueber meine Golite Basecap ziehe. Das Netz ist von Careplus und etwas groeber. Ist dadurch luftdurchlaessiger und man sieht auch besser. Fuer normale Moskitos voellig ausreichend.



Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina

Carsten010
12.07.2008, 02:30
Hallo zusammen,

wieder einmal ein Update aus den USA :-)

Als ich mit meiner Freundin einen Termin fuer unser
Zusammentreffen in South Lake Tahoe geplant hatte,
fiel uns auf einmal der 22. Juli in die Haende.

Allerdings kam ich aus irgendeinem Grund schon in der
letzten Juniwoche in South Lake Tahoe an und musste
jetzt irgendwie Zeit rumbringen, was zunaechst auch
ganz gut lief.

Ich bin nur kurz in Tahoe geblieben und nach kurzer Pause
auf den Tahoe Rim Trail gegangen. 165 Meilen, also 363km.
Allerdings hat das auch nur 8 Tage getoetet, weil ich a)halt
in Thruhikerform war und b)durch die in Californien wuetenden
Waldbraende soviel Rauch in den Bergen war, dass man keinen
tollen Ausblick hatte.

Die Lage ist echt dramatisch. Hier mal ein Sattelitenbild (http://rapidfire.sci.gsfc.nasa.gov/gallery/?2008191-0709/California.A2008191.2120.1km.jpg)

Gluecklicherweise haben wir sehr gute Freunde in South Lake Tahoe
bei denen ich wohnen kann bis Alina kommt. Und so vertreibe ich
mir die Zeit mit MTBen, kleinen Hikes und anderen Dingen.

Vielleicht bekomme ich es ja sogar geregelt die ersten Fotos online
zu stellen :-) Jedenfalls habe ich vor in den verbleibenden Tagen
Bilder einzustellen, einen Tahoe Rim Trail Reisebericht zu schreiben
und unsere Webseite upzudaten.

Nebenbei..ich habe auch ein paar Videos gemacht:
http://www.youtube.com/FastpackingPCT


Ich hoffe man kann da auch was sehen.

So, das war es mal wieder aus den USA und in Kuerze mehr.

Euer Carsten

Randonneur
14.07.2008, 22:52
Interessanter Bericht. Am Lake Tahoe warten zu muessen ist ja kein wirkliche Strafe. Wir haben dort Weisskopfadler gesehen (in Emerald Bay State Park, falls ich mich richtig erinnere).

Viel Spass noch,
Daniel.

benedikt j.
15.07.2008, 10:10
Mir gefällt der Ausdruck "resupplien" im 2. Podcast ;) Klingt nach "resupply, go 4 next lvl!"

Eine super Sache! Die regelmäßigen Updates und die Videoblogs gefallen mir sehr gut. Weiter so!

Viel Spaß euch beiden auf den folgenden Kilometern.

Schoolmann
16.07.2008, 21:19
Redest schon wie ein alter Ami! Krasser Slang! Tolle Gegend und viel Glück beim Rest des Weges!

Carsten010
14.08.2008, 16:16
Hallo zusammen,

wir sind gerade in Etna, Ca :-)

Nur noch irgendwie 150 Meilen bis wir aus dem verflixten
Kalifornien raus sind. Wird auch Zeit ;-) Nein, Kalifornien
war klasse, aber man moechte ja auch Zwischenergebnisse
haben.

Danke fuer die freundlichen Kritiken bezueglich der Podcasts.
Macht uns auch Spass. Auf Videos werdet Ihr noch etwas
warten muessen...aber es wird sich lohnen. Wir haben
eine Klapperschlange aus der Naehe filmen koennen und
andere spassige Sachen auf Lager.

Wir hatten uebrigens auch Glueck da wir just zu dem Zeitpunkt
in Etna angekommen waren als die eine Trailsperrung aufgehoben
hatten :-)

Wer haette es gedacht aber wir hatten in Nordkalifornien noch mal
richtig heisse Temperaturen. Auf der sogenannten Hat Creek Rim waren
wir dann auch nochmal 30 Meilen ohne Wasser. Offiziell. Laut Data-Book.

Gluecklicherweise haben wir aber erfahren, dass es auch hier in der Mitte
der wasserlosen Strecke einen Cache mit Wasser gibt :-)

Abartig war vor einigen Tagen dann das Einkaufen fuer die Strecke in
Oregon. Auf den 457 Meilen in Oregon gibt es nur 2 Staedte, die einen
ordentlichen Supermarkt haben. Also mussten wir uns an anderen Stellen
Pakete hinschicken. Habt Ihr schon mal fuer 12 Tage Lebensmittel gekauft
wenn Ihr:

a)immer einen Mega-Hunger habt weil Ihr um die 4000 Kalorien am Tag verbrennt.
b)nur Sachen kaufen koennt, die nicht verderblich sind (also keine Bagels!)
c)Das fuer 2 Personen machen muesst
und das
d)am besten so macht, das einem die Ramen und Mashed Potatoes
nicht zu den Ohren raushaengen?

Und kosten soll es auch nichts...327 Dollar...aua

Anyway...Podacsts gibts sicherlich bald wieder welche.

Unser naechster Stopp ist Seiad Valley mit der legendaeren
Pancake-Challenge. 5 Pfannkuchen, jeder wiegt ein Pfund.
Wir werden nicht mitmachen, hoffen aber was filmen zu koennen.

CU

Carsten

Carsten010
31.08.2008, 20:33
Hallo zusammen,

wir sind mittlerweile in Bend, Oregon angekommen und haben
noch ca. 750 Meilen zu laufen. Ende September wollen wir
in Canada sein und bei unserem jetzigen Tempo ist das schaffbar.

Wir sind die letzte Woche mehr oder weniger 30er gelaufen, was
sich auf Meilen bezieht :-) in Kilometern haben wir in der Regel
zwischen 45 und 50 km am Tag zurueckgelegt und dabei recht
spektakulaere Landschaften gesehen.

Das aussergewoehnliche ist hierbei auch, dass man wegen der
hohen Laufleistung manchmal durch 2-3 total unterschiedliche
Landschaftsabschnitte laeuft.

Beeindruckt waren wir z.B. von der Three Sisters Wilderness. Ihren
Namen bekommt dieses Gebiet von drei Vulkanbergen (Charity, Hope
und Faith). Hier laeuft man zuerst durch Oregon High Desert Terrain,
dann quasi Allgaeuer Wiesen bevor man dann auf einmal wie auf
Lanzarote durch Vulkangesteinfelder laeuft.

Die hohe Laufleistung hat auch dazu gefueht, dass wir viel zu viel
Essen dabei hatten, was absolut ein Novum war.

Mit ein bisschen Glueck stelle ich heute noch ein Klapperschlangenvideo
ein, oder hatte ich das schon beim letzten Mal versprochen?

CU

Carsten

Scar
01.09.2008, 06:59
50km am Tag ist heftig.
Was ist denn das durchschnittliche Gewicht was du auf dem Rücken hast?

Christine M
01.09.2008, 08:24
Moin,

viele Grüße nach Westen. Freut mich, dass dieses mal alles glatt läuft. Happy trails noch oder wie auch immer man sagt.

Christine

jasper
14.09.2008, 21:47
Mal wieder ein paar News vom Trail!


20.08.- 11,7 Meilen
Heute hatten wir einen vergleichsweise spaeten Start. Nachdem wir gestern bis spaet in die Nacht bei HuffnPuffs Bruder im Haus Olympia geschaut hatten, sind wir erst gegen 7.30 aufgestanden. Wir mussten dann noch neue Schuhe fuer Alina besorgen (Montrail Hardrock)und haben dann gewartet, dass HuffnPuff uns zum Trail faehrt.

Gegen 15 Uhr sind wir dann auch losgelaufen. Mit Lebensmitteln fuer ueber 160km (104 Meilen) waren die Rucksaecke dann gerade bei Anstiegen etwas schwer. Wir haben 4 Tage fuer die Strecke eingeplant.

Mit von der Partie sind:
12 Bagels
6 English Muffins
500 Gramm Olivenbrot
1 Glas Honig(in Plastik umgefuellt)
1 Becher Erdnussbutter
470 Gramm Kaese
1 Dose Fruehstuecksfleisch (Spam)
10 Paeckchen Lachs je 80 Gramm
24 Muesliriegel
8 Twix
4 Snickers Smores (die haben hier verschiedene Snickersgeschichten)
4 Snickers
1 Packung Trockenaprikose
1 Packung Trockenananas
2 Packungen Sonnenblumenkerne
1 Packung Mandeln
1 Packung Trailmix
1 Pfund Kaffee
Trockenmilch
Zucker
1 Tafel dunkle Schokolade
1 grosse Tuete Salzstangen
1 grosse Tuete Tortillachips
1 Idahoan Mashes Potatoes (Yukon Gold)
3 Ramen
4 Packungen Lipton Veggie Pasta Sides
2 Packungen Lipton Pasta Sides
16 Paeckchen Getraenkemix

:-) Hoffentlich reichts

Sollte es aber da ich den Grenzuebergang von Caliornien nach Oregon nachtraeglich gefeiert habe. Waehrend sich Alina eine Menge Obst gegoennt hat, habe ich einen ganzen Apfelkucken mit 2000 Kalorien, sowie ein Pint Eis mit 1000 Kalorien mit einem grossen Starbucks-Kaffee runtergespuelt. Das war gestern...ein schoener Yag :-)

Was ich damit sageh moechte...Wir haben unsere Speicher wieder etwas gefuellt und koennen dann die naechtsen Tage davon zehren.

21.08. 32,5 Meilen
Aua :-) Ueber 50km und warum? Weil am Ende der Etappe eine kleine Schutzhuette wartete, die fuer Skilanlaeufer gebaut wurde. Platz fuer 4 Leute mit Ofen in der Mitte. Selbst ohne Ofen war es deutlich waermer als draussen und bekanntlichermassen sind Oregon Naechte kalt.

22.08. 26,6 Meilen
Puh, erst 51,2 km und dann einen Marathon nachgelegt und dabei sind nicht einmal die 3,2 km eingerechnet, die wir falsch gelaufen sind.

Das schoene daran? Wer schneller laeuft als geplant darf die quasi zuviel eingekauften Lebensmittel trotzdem essen.

Und so gab es heute nach angenehmer Wanderung durch Wald und Lavasteinfelder neben Doritos-Chips, Salzstangen, gekochtem Lachs und Kaese auch noch ein Extra-Twix mit 480 Kalorien.

23.08. 33,2 Meilen
24.08. 9,6 Meilen
Nach einem kurzen Spaziergang die Strasse runter war erst einmal chillen am Mazama Village Store im Crater Lake Nationalpark angesagt. Wir waren 6.45 Uhr da und haben den ersten frisch aufgebruehten Kaffee plus Coffee Cake zu uns genommen. Nebenbei haben wir auch unser Resupplypaket fuer die naechsten 4 Tage abgeholt. Krank...diese Mengen an Essen! Und die naechsten 4 Tage werden wir auch wieder schneller sein...na ja, essen wir es halt :-)

Danach haben wir geduscht und Waesche gewaschen. Die restliche Zeit bis 14 Uhr haben wir primaer mit essen und Konversation verbracht. Neben uns waren noch 10-12 andere Hiker da.

Gegen 14 Uhr sind wir dann zum eigentlichen Lake aufgebrochen, der sich als wirklich spektakulaer erwies. Im ansaessigen Visitors Store wurden wir dann auch erst einmal von Touristen zum Lunch eingeladen und gleich noch 20 Dollar zugesteckt.

25.08. - 29,8 Meilen
26.08. - 26,8 Meilen
27.08. - 23,7 Meilen
Fuer einen Resupply-Tag gar nicht schlecht!
28.08. - 31,3 Meilen
Gerade machen wir nach 18 Meilen Mittagspause. Wir wollen heute noch mindestems 12 weitere Meilen laufen, damit wir Samstag einen Freund von Alina in Bend treffen koennen. Wir befinden uns in der Three Sisters Wilderness, die ihren Namen von 3 Vulkanbergen bekommen hat. Und Seen gibt es hier immer noch ohne Ende.

29.08. - 30,4 Meilen
Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina

jasper
14.09.2008, 21:49
Und dann gleich richtig viel! ;-)


Hallo zusammen,

8.9.
wir haben Cascade Locks in Oregon verlassen und sind ueber die sogenannte Bruecke der Goetter nach Washington gelaufen. Der Trail hatte allerdings auf den heutigen 20 Meilen wenig zu bieten...

Wir sind verwoehnt. Der Trail schlaengelt sich durch typisch nordwestpazifischen Wald. Moos an jedem Baum un Farn wo man nur hinschaut. Hin und wieder laufen wir hier auch ueber bzw. durch sogenannte Clearcuts. In den USA wird viel Forstwirtschaft betrieben und meist wird dann ein ganzes Stueck Wald abgeholzt und danach wieder aufgeforstet. Sieht gerade dann dramatisch und unschoen aus, wenn man es mit ein bisschen Abstand von einem Berggipfel sieht.

Naja, aber es wird ja aufgeforstet und in den so entstehenden Lichtungen wird dann auch Lebensraum fuer bestimmte Tiere und Pflanzen geschaffen.

Wir waren heute spaet losgelaufen und so konnten wir ueber 20 Meilen bei fiesen Auf- und Abstiegen ganz zufrieden sein.

9.9. 20 Uhr
Waehrend Alina schon schlaeft schreib ich im Licht meiner billigst 1 Led Schluesselanhaenger-Lampe noch ein paar Zeilen.

25 Meilen heute bei 5000ft Aufstieg. Washington ist halt eben nicht mehr so flach wie Oregon. Und nichtsdestotrotz macht es immer noch Spass. Wir konnten heute Mt. Adams und Mt. St. Helens sehen. Vor uns liegen jetzt mittlerweile weniger als 500 Meilen und wir Thruhiker werden von unserem Ziel angezogen wie Motten vom Feuer.

Der Vergleich macht Sinn. Auf der einen Seite werden wir in nicht allzulanger Zeit an unserem langersehnten Ziel ankommen, auf der anderen Seite wird es dann vorbei sein.

Keine Resupplies mehr, kein Hikertrash (so nennen sich Thruhiker), kein stundenlanges Essen in All-You-Can-Eat-Restaurants, keine atemberaubenden Landschaftsbilder, keine...

Aber bevor ich jetzt melancholisch abdrifte...

Washington bedeutet fuer uns auch ein Rennen gegen den Winter. Trotz unseres ordentlichen Tempos sind wir spaet dran. Das liegt einfach an einem Planungsfehler. Alina hat mich dieses Jahr erst ab South Lake Tahoe auf dem PCT begleitet und wir hatten den Zeitpunkt unseres Treffens falsch kalkuliert. Ich musste 3 Wochen Zeit ueberbruecken bis Sie da war.

Das naechtse Highlight wird die Goat Rocks Wilderness sein. Uebrigens eine Sache, die mir erst dieses Jahr bewusst wurde: Scheiss auf Natonalparks, geh in Wilderness Areas. Waehrend viele NPs touriueberflutet sind, gibt es so viele traumhafte Wilderness Areas (keine Strassen, nur Hiker und Pferde erlaub), die deutlich weniger Nutzung sehen.

10.9. 20.40 Uhr 31 Meilen
Der Grund fuer lange Tage ist immer der gleiche, Food! Wir sind heute soweit gelaufen, damit wir morgen nur noch 6 Meilen nach Troutlake haben. Fruehstueck ist fuer uns die wichtigste Mahlzeit des Tages und mit Huckleberry-Pancakes auf der Speisekarte laufen sich die Meilen schnell.

Apropos Huckleberry. Es gibt Hiker, die behaupten, dass manch Thruhiker den PCT nur wegen der Huckleberries laeuft. Das ist natuerlich Quatsch, allerdings haben wir heute huckleberrybedingt sicher eine Stunde Hikingzeit verloren :-)

Und es waere sicher noch schlimmer gewesen, wenn ich frueher rausgefunden haette, das Huckleberries zwar wie Blueberries aussehen, dafuer aber deutlich leckerererer sind.

Wir haben eine Flip-Flopperin getroffen, die uns wichtige Infos ueber Nordwashington geben konnte. Retro, so ihr Name, ist wie wir an der mexikanischen Grenze gestartet, ist dann aber nach der Sierra nach Kanada gefahren und laeuft jetzt Richtung Sueden, um den Trail zu beenden. Ja...es gibt da schon eine ganz eigene Thruhiker-Terminologie.

Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina

jasper
14.09.2008, 21:50
Und das hier kam vor einer Stunde frisch rein ...


11.9. 19:46 Uhr 18,6 Meilen
An einem Resupplytag schaffen wir nie wirklich viele Meilen. Wir sind heute morgen erst einmal knapp 6 Meilen zur naechsten Strasse gelaufen und nach Troutlake gehitched. Mitgenommen haben uns Bow-Hunter. Ziemlich interessante Sache. Da die Reichweite von einem Bogen ja kleiner ist als bei einem Gewehr muessen sich die Jungs a)mehr bewegen und b)Bogen schiessen koennen. Moechte jetzt keine Jagd-Debatte vom Zaun brechen, aber ich finds spannend.

In Troutlake gabs dann zwar Fruehstueck, allerdings nur Durchschnitt. Wir werden anspruchsvoll was Pancakes angeht :-)

Noch schnell unsere Food-Box abgeholt (wir hatten hier ne Box hingeschickt) und zurueck zum Trail gehitched. Ging alles prima.

Und ab in die Mt. Adams Wilderness. Benannt nach dem begletscherten Vulkan um den wir herumlaufen. Der kalbt gerade auch noch ganz schoen, was man bis zu unserem idyllischen Campplatz hoert.

Wir haben einen netten Platz auf einer mit Wildblumen uebersehten Wiese gefunden. Die Lupinen duften und alles waere klasse, wenn wir nicht jetzt schon wuessten, dass es dank sternklarer Nacht (sieht man prima, wenn man nachts mal strullern muss) saukalt werden wird und das Zelt dann auch dementsprehend feucht wird.

Man...ich jammer wie ein Baby.

Gut ist mal wieder, dass wir seit einiger Zeit nicht in der Lage sind unsere Resupplies so zu gestalten, dass sie ausreichen. Wir haben schon wieder Unmengen dabei. Alles was irgendwie entbehrbar war, kam in die Hikerbox. Der Rest wird gerade verdaut. Mein erster Thruhike bei dem ich zunehme...

12.9. - 20.46 Uhr 29,9 Milen
Uah...kurz vor Hiker-Midnight.

Wir haben heute etwas laenger gemacht, damit wir morgen schon in Packwood sein koennen. Wir haben die Mt. Adams Wilderness verlassen und sind und auch gleich in die naechste Wilderness rein, die Goat Rocks Wilderness. Hier haben wir auch ziemlich schnell weisse Bergziegen gesehen, allerdings nur aus der Ferne. Highlights waren heute mal wieder Adams, Rainier und St.Helens, die man immer wieder sehen konnte.

Das war es fuer heute, weil ich muiede bin, die Haende kalt werden und das Quecksilber schon unter 9 Grad gefallen ist...

13.9. - 21,8 Meilen Goats rock :-)

Heute war mal wieder so ein PCT-Bilderbuchtag.

Wir sind frueh aufgestanden und hatten eine dann doch nicht so kalte sternklare Nacht mit Vollmond. Das ich beim Strullern allerdings Orion sehen konnte machte mich nachdenklich, weil es sich doch um ein Wintersternbild handelt...

Es soll ja auch irgendwann kaelter werden, allerdings bleibt das Wetter wahrscheinlich noch bis naechsten donnerstag richtig gut.

Ueberhalb unseres Campplatz konnte ich dann weisse Bergziegen ausmachen. Camera gepackt und aufgestiegen. Die Viecher waren extrem entspannt, haben sich allerdings immer mal wieder 1-2 Hoehenmeter nach oben bewegt. Ich musste also ackern und bin trotzdem nie richtig nah rangekommen. Nah genug fuer ein paar Fotos auf denen man was erkennt, aber das war es dann auch.

Danach sind wir dann durch das Herzstueck der Goat Rocks Wilderness gelaufen. Alpines Gelaende mit einem von jedem Thruhiker 100mal fotografierten Ridgewalk, der auch Knife Edge genannt wird. So schmal war der zwar gar nicht, aber cool ist es trotzdem, wenn man den Trail fuer ne Meile von oben auf dem Grat langlaufen sieht.

Zu guter letzt haben wir dann am Highway 12 sofort einen Ride angeboten bekommen ohne den Daumen raushalten zu muessen. 20 Meilen nach Packwood, Supermarkt, Campingplatz, Essen, Duschen, Waschmaschine und gegen 22 Uhr komatoes ins Zelt fallend...

Das war es fuer heute und Sonntag nachmittag gehts weiter Richtung Snoqualmie Pass...100 Meilen weiter noerdlich.

Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina

jasper
30.09.2008, 19:54
Hallo zusammen,

ich hab dann reiseberichtstechnisch nichts mehr vom Trail schreiben koennen, weil Washington vom Terrain und Wetter doch etwas garstiger wurde.

Ich hol das hoffentlich dann auch mit Bildern nach, weil gerade die Glacier Peak Wilderness kurz vor dem letzten Ort auf dem Trail sensationell war.

Stehekin heisst der Ort, der nur 82 Meilen vom Trailende und 90 Meilen von Manning Park entfernt ist. Dort muss man ohnehin hinlaufen, da der Trail quasi mitten in der Wildnis endet.

So oder so sind es 4 Tage und wir sind more than excited. 4240 km durch die USA, der Oberhammer.

Der Appalachian Trail war schoen, der Pacific Crest Trail toppt ihn um mehrere Level.

Neben dem Trail lassen wir in wenigen Tagen auch unzaehlige Freunde zurueck, die wir neu gewonnen haben. Wir haben gute wie schlechte Zeiten mit ihnen geteilt und sind froh, dass wir diese Erfahrung mit ihnen teilen konnten.

Freundschaften sind entstanden, die in kurzer Zeit sehr eng geworden sind.

2004 bin ich 600 Meilen mit nem Typen aus Maine gelaufen. Dieses Jahr hat uns derselbe Kerl 1200 Meilen auf dem Trail begleitet.

Die Bande, die eine solche Erfahrung knuepft, sind haltbar und substantiell.

Ohje..ich werd esoterisch.

Mehr dann aus Vancouver

Carsten

Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina
.

jasper
02.10.2008, 21:20
Fertig :-)

1.Oktober gegen 9.30 Uhr am Monument und gegen 14.30 Uhr in Manning Park.

Meld mich bald aus Vancouver

Carsten

Please check out my website:
http://www.fastpacking.de

and Trailjournal:
http://www.trailjournals.com/sauerkrautandalina
.

Carsten010
05.10.2008, 20:46
Fertig :-)

Alina und ich sind am 1.Oktober in Manning Park angekommen und
versuchen uns zur Zeit in Vancouver wieder langsam an ein anderes
Leben zu gewoehnen.

5 Monate in der Wildnis mit kleinen Zwischenstopps in kleinen Ortschaften
ist halt anders als Grossstadt.

Der PCT war mit Abstand der coolste Trip, den ich jeh unternommen habe.

Absolut empfehlenswert!

In ein paar Tagen gehts ab nach Seattle und MItte Oktober sind wieder
in Deutschland.

Dann haben wir auch Moeglichkeiten mal mehr Bilder/Videos online zu stellen
und aus dem Naehkaestchen zu plaudern.

CU

Carsten

Freak
05.10.2008, 20:51
Willkommen zurück!
Habe deine Berichte immer gern gelesen.

Flieger
05.10.2008, 22:31
Hallo!
Welcome back! Freut mich zu hören, daß ihr es geschafft habt! Glückwunsch! :cool:
Das es nun einen Zivilisationsschock gibt glaube ich :o
Flieger

Carsten010
16.11.2008, 22:56
Hallo zusammen,

langsam aber sicher bin ich auch geistig wieder in
Deutschland angekommen. Der Winter naht und was
gibt es Schöneres sich nun mit den Bildern und
Eindrücken zu beschäftigen, die meinen Sommer
dieses Jahr geprägt haben.

Ein kleiner Vorgeschmack auf Sachen, die ich in
den nächsten Wochen sicher noch ansprechender
präsentieren werde :-)

San Jacinto :-) Ich war einer der sehr wenigen Hiker,
die es da dieses Jahr raufgeschafft haben. Eigentlich
war der Trail dort wegen Feuern gesperrt. Ich hab aber
einen ungesperrten Seitentrail gefunden und konnte hoch.

http://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00501.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00490.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00483.jpg


Füße :-)
Ich hatte echt kaum Probleme und auch die ersten
Monsterblasen waren mit ein bisschen Tape kein
Problem. Klar kann man dann seine Hornhaut auch
mit Schleifpapier entfernen :-) Sonst reisst sie einem
bis aufs Fleisch auf, wenn man den ganzen Tag nasse
Füße hat wie z.B. in der Sierra Nevada

http://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00503.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00800.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00510.jpg


National Parks
Insgesamt verläuft der Pacific Crest Trail durch
7 Nationalparks. Einer davon ist der Yosemite NP.
Am besten man bleibt ein paar zusätzliche Tage
in Tuolomne Meadows, damit man ins Valley kann.

http://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00826.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00831.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00838.jpg


Gear related injuries - durch Ausrüstung verursachte Verletzungen
Ein Thruhike eines längeren Weitwanderweges ist ein
anstrengendes Unterfangen und eine ordentliche Belastung
für unseren Körper. Leichte Ausrüstung ist das A und O. Ich habe
allein 8 europäische Hiker getroffen, die zu schwer unterwegs
waren und entweder aufgeben mussten oder sich neue leichte
Ausrüstung gekauft haben.

http://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00640.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00710.jpghttp://www.fastpacking.de/fotogalerie/pct2008/thumbnails/dsc00596.jpg

Das letzte kleine Bild zeigt übrigens Schneefall im Gebiet der
Mojave Wüste :-)

Bis bald

Euer Carsten010

KuchenKabel
16.11.2008, 23:09
Sehr interessant aber die Bilder sind winzig. Also wirklich winzig :bg:.

Carsten010
16.11.2008, 23:16
Ja das liegt an meiner besch*** Internetverbindung

Aber das wird hoffentlich recht bald anders.

Carsten010