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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zelten (hoch oben) in den Alpen



Flachlandtiroler
15.07.2003, 14:24
Corton schrieb im Laberforum

Normalroute über Tete Rousse und Gouter Hütte. Mit Zelten sieht´s am weißen Berg wohl eher schlecht aus...
[...]
P.S. Gibt es eigentlich einen Thread, in dem wir nicht vom eigentlichen Thema abkommen?

ok., neuer Thread und damit on topic:
Wer hat was für Erfahrungen gemacht mit Zelten/Biwakieren (hoch oben) in den Alpen, besonders auf stark frequentierten Gipfeln und ganz besonders in der Dauphiné (Massif des Ecrins)?

Gruß, Martin

Flachlandtiroler
15.07.2003, 14:27
@Mont Blanc
War ich noch nicht, Gouterroute muß auch nich'. Lt. Internet gibt es sowohl am Col du Midi als auch nahe der Gouterhütte im Sommer regelrechte Zeltstädte. Bei Sturm muß man sich & sein Zelt allerdings wohl à là Mount McKinley eingraben...

Martin

Corton
16.07.2003, 13:11
Ich dachte bisher, die suchen am Mt. Blanc teilweise sogar mit Hubschraubern nach Zelten, die dann auch gleich konfisziert werden - offensichtlich war ich da falsch informiert.

Campingplatz bei der Gouter? Hört sich nett an! Wie viel Punkte/Sterne hat der denn im ADAC Führer? :wink:

Wenn´s irgendwie geht, möchten wir auf jeden Fall mit dem Zelt hoch, da in den beiden Hütten am Normalweg (aufgrund der oft 300%igen Überbelegung) ja anscheinend katastrophale Verhältnisse herrschen.
Das Hauptproblem an diesem Berg sind aber wohl nicht die Nächtigungsmöglichkeiten sondern die Höhe, die eine entsprechend gute Akklimatisierung voraussetzt und die Wetterkapriolen am Bossesgrat.

Gruß,

Corton

Flachlandtiroler
16.07.2003, 14:54
Ich dachte bisher, die suchen am Mt. Blanc teilweise sogar mit Hubschraubern nach Zelten, die dann auch gleich konfisziert werden - offensichtlich war ich da falsch informiert.
Nicht unbedingt, wahrscheinlich ist das mal so und mal anders... aktuell (Ende Juni) von basislager.ch:
"Start vom Zelt an der Midi, viele Zelte (ca. 15) scheint z. Zt. noch geduldet."

Wie geschrieben, Gouterroute ist für mich nix wg. der Massen. Die anderen "Normal"wege sind konditionell deutlich anspruchsvoller (so what...) und je nach Verhältnissen (Spaltensituation, Vereisung) auch technisch schwieriger. :roll:
Ein andermal... ;-)


Wenn´s irgendwie geht, möchten wir auf jeden Fall mit dem Zelt hoch

Wollt Ihr das Ding dann mitschleppen? oder irgendwo liegen- oder gar stehenlassen? Ist eigentlich das generelle Problem, wenn man an vielbegangenen Routen zelten möchte...

Gruß, Martin

Corton
16.07.2003, 16:39
Ja klar nehmen wir das Zelt mit nach oben zum Gipfel, dazu noch ein Weinfass und n Spanferkel, damit das Gipfelerlebnis auch richtig zünftig wird. :D

Nee, das Zelt würde ich am liebsten nach dem Aufstehen abbauen und es samt Inhalt irgendwo in der Nähe der Gouter Hütte verstecken. Fraglich ist, ob wir dazu um 2.30 Uhr morgens Lust haben. Falls nicht: Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass da oben jemand ein Zelt klaut...
Vielleicht erledigt sich das Problem ja von selbst, wenn das Zelt durch einen nächtlichen Schneesturm getarnt wird. :wink:

Mal was Generelles zum Zelten im Hochgebirge, falls jemand so was in Zukunft vorhat:

Das Wetter kann in den Bergen sehr schnell umschlagen (ich bin selbst immer wieder erstaunt), weshalb gutes Material oberste Priorität hat. Schwäbische Knauserigkeit ist hier (ausnahmsweise mal) fehl am Platze.

Kauft Euch ein wirklich gutes Zelt mit robustem Boden, vielen Abspannpunkten und guter Windschnittigkeit (Zelte mit innenliegendem Gestänge sind windschnittiger). Es muss nicht Lowland oder Hilleberg sein, aber die Aldi Kuppel für 29 EUR scheidet definitiv aus.

Silikonbeschichtete Materialien sind aufgrund der starken UV-Strahlung im Hochgebirge vorzuziehen.

Geodäten und sehr gute Kuppelzelte sind besser als Tunnelzelte, da man nicht überall Heringe in den Boden bekommt.

Das Wichtigste für die Stabilität ist, dass man das Zelt immer(!) gut mit Sturmleinen fixiert. Das Erlebnis eines Wettersturzes mitten in der Nacht in einem unfixierten Zelt sollte man sich ersparen.:-?
Am wichtigsten sind dabei die unteren Abspannpunkte direkt an den Gestängekanälen. Noch wichtig: Das AZ muss am IZ an den Gestängekanälen fixiert werden können.

Beim Zelten auf Schnee: Einbuddeln (wie Martin schon sagte)

Es gibt IMO eigentlich wenig Schöneres als einen Sonnenaufgang in einer faszinierenden Landschaft auf 3000m Höhe vor dem eigenen Zelt zu genießen. Kein Vergleich zu dem Mief, der die meisten AV-Hütten umgibt. Unbedingt Nachmachen aber die Gefahren nicht unterschätzen!!! :D

Grüße,

Corton

Flachlandtiroler
16.07.2003, 16:49
Ohne jetzt einen Zelt-Thread lostreten zu wollen:
In exponierter Lage muß man wie Corton schon sagte in jedem Fall das Zelt gut abspannen, egal ob Tunnel, Kuppel oder Geodät. Von daher finde ich den Zelttyp nicht umbedingt entscheidend.

Dani
16.07.2003, 16:55
mir reichen zwar so um die 2000müm, und auch ein klarer nachthimmel (meist saukalt *brrr*) mit sternen ist nicht zu verachten. und keiner der nebendran ein schnarchkonzert veranstaltet.

Flachlandtiroler
16.07.2003, 17:03
mir reichen zwar so um die 2000müm.

ACK. Wollte den Titel des Threads auch so verstanden wissen, ist etwas ungünstig formuliert. Absolute Höhe ist nicht so wichtig, eher "freie Lage" und eben, das bzw. wie man auch auf populären Routen um die überfüllten Hütten herumkommt.

Gruß, Martin

Dani
16.07.2003, 17:35
keine ahnung von frankreich, kenne nur die schweiz. und hier einfach so rumschauen wo's schön ist und ein wenig "getarnt" schadet sicher auch nicht, denn wenn dich niemand sieht, kann dir auch niemand das zelt wegnehmen und du hast deine ruhe.

Flachlandtiroler
18.07.2003, 15:25
wenn dich niemand sieht, kann dir auch niemand das zelt wegnehmen und du hast deine ruhe.

Das sagt sich so leicht an vielbegangenen Routen... Selten, daß nahe der Route ein stilles Kar liegt, oft ist der einzige Absatz in der Route auch Standort der Hütte.

Gruß, Martin

Becks
18.07.2003, 16:37
Ohne diesen hübschen Thread zerreden zu wollen (würd ich nieee machen):
Falls noch irgendwann Platz in solch einem Zelt sein sollte und man noch n Ballastkörper für die Nacht (64 kg + Zusatzgewichte in Rucksackform) benötigt...
Ich such immer nach Möglichkeiten hoch ins Gebirge zu kommen. Schlafsack hab ich, Steigeisen und Co auch und Kondition und Technik - hmmm, könnte besser sein aber es dürfte reichen.

Alex

Flachlandtiroler
18.07.2003, 17:00
@Becks
komme gern drauf zurück :-)

64kg *hüstel* nicht schlecht, Kletterer was? --
Deine Kondition und Technik dürfte allerdings reichen für unsereiner Bedürfnisse (Flachlandtiroler halt... ;-))

Erstmal viel Erfolg im Glarner Land
Martin

Nicht übertreiben
18.07.2003, 17:08
Ohja, Zelten klingt gut...wäre auch dabei, bin aber auch Flachländer und noch nicht mal Tiroler..wenn ich endlich mal nen Laden hier im Umkreis finde wo man steigeisenfeste Schuhe anprobieren kann! (und dann noch nen Sonderangebot kriege :bg: )

Wobei die Höhe ohne Urlaub wahrscheinlich dann schon etwas schwieriger wird... :cry: , da hilft nur dieses neue Mineralwasser mit zugesetztem Sauerstoff :P
Schönes WE
Thorben

Flachlandtiroler
18.07.2003, 17:24
Wobei die Höhe ohne Urlaub wahrscheinlich dann schon etwas schwieriger wird... :cry:

Man darf es halt in den ersten Tagen Nicht übertreiben ;-)
Im Ernst, wenn die erste oder zweite Nacht schon auf 3000m ist schlafe ich nicht besonders gut. Alles unter 3000m war aber bisher ohne Probleme.

Gruß, Martin
[edit]Wem der Ausdruck "Flachlandtiroler" nichts sagt, ich bin keineswegs aus Tirol, sondern echtes Kind des Reviers.[\edit]

Dani
18.07.2003, 17:25
... an vielbegangenen Routen ...

die versuch ich schon in der planung "weiträumig" zu umgehen.

abber da ich nicht auf bergspitzen raufklettere kann ich meine touren natürlich auch flexibler gestalten.

der schlimmste moment einer tour ist immer wenn ich zum schluss wo runterkomme und es herscht so ein gewusel auf dem letzten kilometer (4er kolonnen.... kniebundhosen .... ) :grrr:

Flachlandtiroler
18.07.2003, 17:28
der schlimmste moment einer tour ist immer wenn ich zum schluss wo runterkomme und es herscht so ein gewusel auf dem letzten kilometer (4er kolonnen.... kniebundhosen .... ) :grrr:

ACK. Hat man sich auf Dusche & Supermarkt gefreut, und dann ... könnte man gleich wieder losziehen :-)

Becks
20.07.2003, 21:13
Ich brauch erstmal ne Dusche und dann n Bett.

Tödi war cool, sind am ersten Tag vom Klausenpaß über Clariden zur Planura und dann heute über Tödi runter zur Fridolinshütte und weiter nach Tierfehd.

Alex

Becks
22.07.2003, 14:15
Ok, dann schreib das mal hier rein (weils besser zum Zelten paßt):

Wir (Christop1972 und ich) fahren Mittwoch abend in die Schweiz - Ziel: Gebiet am Piz Palü. Dort wollen wir unser Lager irgendwo möglichst günstig aufschlagen und dann im Zeitraum Do-So Gipfel jagen gehn.
Vorgenommen haben wir uns z.B. die Küffner-Führe (östlicher Nordpfeiler) - mal sehn ob das klappt.

Alex

Corton
22.07.2003, 14:49
Küffner Führe? Bist kein Freund von Normalwegen, oder? :)

Wenn Christoph technisch genauso so fit ist wie Du, könntet Ihr ja ev. eine der angeblich schönsten Grate der Alpen, den Biancograt am Piz Bernina wagen.
Hab neulich ein Video in der Bibliothek ausgeliehen. Route: Pontresina -Tschierva Hütte – Fuorcla Prievlusa – Biancograt – Piz Bernina – Spallagrat - Marco e Rosa Hütte – Bellavista Terrassen – Piz Palü – Diavolezza.
Besonders nett sah das letzte Stück am Biancograt zwischen Piz Bianco und Bernina Gipfel aus (III/IV). Wäre wahrscheinlich mein sicheres Todesurteil aber Ihr könntet das vielleicht packen.
Lager möglichst günstig aufschlagen? Was hast Du denn für Ideen? Wir wollen irgendwo in der Nähe der Diavolezza Bergstation zelten.

Corton

Flachlandtiroler
22.07.2003, 15:37
Der besagte Palü-Pfeiler ist bestimmt technisch schwieriger als der Biancograt (meine bescheidene Meinung als Leichtbergsteiger), vielleicht kürzer.

Zelten nahe der Station ist wahrscheinlich auf Schutt und ob am Nachmittag alles noch da ist? Auch wegen der derzeitigen Verhältnisse (Schnee-/Eisschlag) ist es wahrscheinlich günstiger am Pfeilerfuß zu biwakieren um früh einzusteigen.

Viel Vergnügen, Martin

Becks
22.07.2003, 17:43
Nu ja, Normalwege sind auch reizvoll - wenn sie entsprechend gelegt sind. Ich will z.B. noch über den Normalweg aufs Schreckhorn :)

Wegen Campen: wo wir Zelt aufbauen weiß ich noch nicht, werden wir sehn wenn wir dort sind. Vielleicht fahren wir Mi erstmal hin, übernachten im Tal und steigen dann auf oder sowas, keine Ahnung. Herrlich planlos das Ganze bisher *g*.

Ach ja, hab noch so ein Teil was mich reizen würde:
Doldenhorn über den Galletgrat

Oh, und ich such noch nach Ideen für ne Tour um den 9. August rum. Da will meine Freundin mit, d.h. ich kann da nicht hochalpine Kletterrouten durchreißen und über brüchige Schneebrücken torkeln. Mal sehn was mir dazu einfällt. Bisher hab ich nur grob im Kopf: so um die 3000 m hoher Berg ohne große Schwierigkeiten und in der Schweiz gelegen (weil ich die österreichischen Hütten nicht mag).


Alex

Corton
22.07.2003, 18:28
Uiuiui – die Ecke is verdammt übel, was das Zelten im Tal angeht. Da stehen überall Schilder rum, die das Campieren in freier Wildbahn ausdrücklich verbieten. Wir haben im letzten Herbst mal in der zweiten Linkskehre von La Punt zum Albulapass hoch übernachtet, war aber nicht gerade der Hit. In dieser (versnobbten) Gegend würde ich mit dem Zeltaufbau auf jeden Fall warten, bis es einigermaßen dunkel ist – die Zeit könnt Ihr Euch ja mit nem guten Fläschchen Rebensaft vertreiben. :) Ansonsten habt Ihr hoffentlich Glück mit dem Wetter, so ganz stabil sieht es nach dem momentanen Stand ja nicht aus. Was benutzt Ihr denn für n Zelt?

Schreckhorn? Ist soweit ich weiß einer der schwierigsten Normalwege in der Schweiz, oder?

Viel Spaß in der Bernina-Gruppe!

@Martin
Bis zum Piz Bianco isses ne reine Firn-/Eistour (bis 50°), danach wird´s aber teilweise echt richtig happig. Zum Palü: Hast Du über besagten Pfeiler irgendwelche Literatur oder wie kommst Du zu Deiner Einschätzung bzgl. des Schwierigkeitsgrades?

Grüße,

Corton

Becks
22.07.2003, 18:38
Jo, Schreckhorn is einer der schwereren 4000er.
Aber der Berg sieht sehr schick aus, ich will da rauf.

Alex

Christoph1972
22.07.2003, 20:44
@Corton

Wir wollen nicht in Tal zelten, nur eine Nacht pennen (Feldweg oder so) und dann geht’s mit 23Kg in aller früh los. Ich habe Infos von Leuten die dort auch gezeltet haben und die sagen es sei kein Problem ein Zelt aufzuschlagen. Man muß es ja nicht unbedingt so aufspannen das man es von der Diavolezza sehen kann. Das Zelt ist ein ScorpioII, schön grau is es, dann fällt es im Geröll nicht so auf.

@Flachlandtiroler

Ich denke nicht das was weg kommt und wenn, dann kann es nur ne Isomatte ein Schlafsack und ein Kocher sein. In worst case mein ganzes Zelt samt dreckiger Unterwäsche. Ich kann mir aber nicht vorstellen das was geklaut wird, schließlich halten sich die Diebstähle auf Hütten auch in Grenzen. Und wenn Du anderer Meinung bist, möchte ich davon nix hören, da ich sonst beim Klettern nur noch besorgt um meine Klamotten bin und nicht mehr um Alex und mich!

CU! Christoph

Corton
23.07.2003, 09:42
Das Zelt ist ein ScorpioII, schön grau is es, dann fällt es im Geröll nicht so auf.
Wenn man nach der Farbe dieses Zeltes geht, wäre der Name "Moräne I" vielleicht passender gewesen. :bg:

Würd mich freuen, wenn Du (in Deinem Scorpio Thread) mal a bisserl was zu Deinem neuen Zelt schreiben könntest. Danke und VIEL SPASS!

Gruß,

Corton

Flachlandtiroler
23.07.2003, 09:58
@Corton
Meine Einschätzung gründet sich auf einen Diavortrag in der hiesigen AV-Sektion und auf den Augenschein (von der sicheren Bovalhütte aus ;-) ).
Die UIAA-Bewertung einer Tour ist ziemlich einfach herauszubekommen (Führer, Google etc.); da gibt es natürlich subjektive (bes. im www) und wettertechnische Unterschiede, vor allem aber bewertet "Fels III-IV/50°" nur die Schlüsselstelle und sagt nix darüber, ob das nur 5m sind oder zwanzig Seillängen.

@Christoph1972
Teile Deine Meinung, würde aber unnötige Risiken vermeiden und daher nicht neben / in Sichtweite der Diavolezza zelten.

Nicht übertreiben
23.07.2003, 10:00
Mist, da guckt man sich nen Berg und ne Route aus (Piz Palü Nordwand, Ostpfeiler) und schlägt sie Alex vor und der hat das ganze schon längst geplant :( NEID :o

Zur Route: Man geht erst über den Normalweg und quert dann überhalb des Gletschers in die Wand, dann schließt sich Kletterei bis III/IV UIAA (je nach Literatur) in ziemlich festem Fels an.

Wers auf die Spitze treiben will: Es gibt noch 2 andere Pfeiler in der Nordwand, technisch allerdings um Längen schwieriger (klettern im VI Grad mit Steigeisen :-? - dann schon lieber Eiger Nordwand, das ist nur V- :P )

Wünsch auf jeden Fall viel Spass in der Wand

Thorben

Corton
23.07.2003, 10:21
V-? Hey, bitte verschon mich mit so nem Kinderkram. Spätestens seit Haikos Posting vom 5.4.03


Jeder halbwegs sportlich fitte Mensch kann durchaus eine VIIa, zumindest im Nachstieg, mit viel Mut auch im Vorstieg machen.
sollte doch hier eigentlich jeder wissen, was Sache ist, oder? :wink:

Corton

Becks
23.07.2003, 10:47
*Röchel*

Also bei mir ist bei ner 6a+ im Basler Jura im Nachstieg Schicht im Schacht. Die Schlüsselstelle hab ich nicht mal mit viel ziehen und zerren am Seil sofort gepackt. Da durfte ich keine Ahnung wie oft ran und ins Seil hüpfen bis ich fast soweit war...

Und da hatte ich Kletterschuhe an, keinen Rucksack auf und die Sicherung bestand aus geklebten Haken...

Im Hochgebirge sieht die Sache viel deftiger aus, da reicht ne III oder IV imo völlig um den Adrenalinpegel zu puschen.

Alex

Nicht übertreiben
23.07.2003, 10:49
UPs, aufpassen, die VIIa ist sächsische Skala und nicht UIAA, ne VIIa würde einer 5+ entsprechen...und da hat er dann durchaus recht.

Wobai das Klettern im Klettergarten und in der Eiger-Nordwand sich glaub ich unterscheidet... :P

Außerdem klettern man im Klettergarten mit Kletterschuhen, am Eiger mit Stiefeln, evtl. Steigeisen und nem Rucksack...

Thorben

(der irgendwann mal die Eiger-Nordwand machen will :lol: wenn er mal groß ist :D )

Corton
23.07.2003, 13:30
Da bin ich aber ganz anderer Meinung. IMO ist für einen „Normalbürger“ ohne großartige Kenntnisse und Fertigkeiten beim Schwierigkeitsgrad II definitiv Schluss. Hier wird ziemlich locker mit den Graden III und IV umgegangen, so dass jeder Mitlesende, der noch nie nen Berg gesehen hat, denken könnte, dass er da leicht hochkommt – mitnichten!
Ich rede hier nicht von ner Kletterhalle, sondern von richtigen Bergen. :wink:
Im Grunde reicht es, wenn man den Schwierigkeitsgrad II sicher beherrscht, da fast jeder 4000er in den Alpen machbar ist, ohne dass der II. Grad überschritten wird (gute Bedingungen vorausgesetzt).

Corton

Corton
23.07.2003, 13:45
@ Becks, Christoph

Wenn Ihr von Tiefencastel aus nicht über den Julierpass fahrt sondern den kleinen Umweg über den Albulapass in Kauf nehmt, kommt auf halber Höhe ein kleiner See. Da sollte es sehr gute Zeltmöglichkeiten geben. Das Zollfreigebiet Livigno würde ich an Eurer Stelle auch noch gleich mitnehmen. Benzin wird da aktuell schätzungsweise zwischen 65 und 70 Cent/Liter kosten und auch sonst (Spitiruosen, Parfum) kann man da ordentlich Geld sparen.

Corton

Flachlandtiroler
23.07.2003, 14:00
Die sächsische VIIa bezieht sich sicherlich auch auf Klettergarten-artiges Gelände und nicht alpines.

Mag sein daß Herr Jedermann diesen Schwierigkeitsgrad mit endlich vielen Versuchen (und endlich minus eins Stürzen) irgendwann nachsteigen kann, perfekt gesichert versteht sich.

In den Alpen ist ein Sturz tabu. Der Schwierigkeitsgrad gilt idR nur bei optimalen Verhältnissen und kann sich drastisch ändern. Desgleichen wenn von der idealen Route abgewichen wird (Orientierung). Man kann nicht davon ausgehen, daß ein Griff/Tritt auch hält. Konditionelle Probleme z.B. in langen Eisanstiegen. Dünne Luft. Gepäck & Schuhe wurden ja schon genannt. usw. usf.

Tja, so kommen dann alpin II und indoor V+ zusammen...

@Corton, Becks:
4000er mit Normalweg schwieriger als II gibt es schon einige, auf Anhieb würde ich sagen locker zehn.

Corton
23.07.2003, 14:12
Es gibt schon n paar mehr. Ich habe mal 10 nette Berge im Hochtouren-Thread von Becks aufgelistet.

Gruß,

Corton

Flachlandtiroler
23.07.2003, 14:31
Kl. Detail zur "V+ schafft ja jeder" Diskusssion:
Hab' mal eine Tour mit einem Schweizer Kletterer gemacht, der danach den Weißhorn-Nordgrat (lt. Corton AD+, IMHO schwieriger) vorhatte.
Er gab seine Fähigkeiten indoor mit VII, in Zeiten intensiveren Trainings VIII an, wollte sich aber für das Weißhorn lieber einen Führer nehmen...

Corton
23.07.2003, 15:13
Weisshorn

Ostgrat, AD, längere Stellen III
Nordgrat, AD+, III+
Südgrat, D, IV
Nordostrippe, D

Viel Spaß! :D

Corton

Haiko
24.07.2003, 16:14
Moin²,

bin nur zufällig in diesem Thread gelandet und verstehe nun endlich Cortons Reaktion zu meinem Posting vom 5.4.03 :P Tja, man muss auch warten können -- und das nicht nur im isländischen Sturm :sleep:

Wie Thorben schon schrieb, meinte ich natürlich eine VII in der sächsischen Skala. Sorry, falls das Weglassen dieses Hinweises für Verwirrung sorgte. Aber falls ich mich recht entsinne, ging's bei dem Thema ums Klettern im Elbsandsteingebirge. Und irgendwie war ich betriebsblind und setzte voraus, dass die Unterschiede bekannt sind.

Ahoi,
Haiko

Flachlandtiroler
03.08.2003, 16:40
So, back in town => back on topic:
Waren eine Woche in der Dauphiné (aka Massif des Ecrins / Pelvoux), sehr geeignet zum Zelten.

Das Gebiet ist Nationalpark und weist einen 4000er (und dazu die Meije, quasi der Eiger des Gebiets) auf, bei den Franzosen natürlich daher recht beliebt. Auf diese wenigen Routen konzentriert sich der Ansturm, die anderen Gipfel und Übergänge sind obwohl hochalpin kaum begangen.

Überall finden sich Biwak-"Burgen", in denen man auch bequem sein Zelt aufschlagen kann. Für eine Nacht (19-7 Uhr) wird das toleriert. Zelt hätte man sich auch gleich sparen können, war sehr warm und mit einer Ausnahme trocken.

Gruß, Martin

Corton
03.08.2003, 18:03
Hallo!

Na dann erzähl mal, was Du da in der Dauphine so getrieben hast. Mit wie vielen Personen warst Du unterwegs? Was für ein Zelt benutzt Du eigentlich?

Gruß,

Corton

Becks
04.08.2003, 09:39
Bild hab ich ja schon im Laberforum gepostet, aber der Platz am Palü war idealst. Das Zelt stand auf einer ebenen Fläche mit Sand/kleinen Steinen, nur an den Rändern haben wir mit flachen Setinblöcken den Platz geebnet. Ansonsten war der Platz auch ideal - auf 20 m sah man das Zelt fast nicht mehr, vom Palü-Zustieg wars unsichtbar und aus der Lücke hätte uns so schnell kein Sturm rausgeblasen.
Auch noch ideal: ein Stein im Hintergrund bildete ein natürliches Regendach, daruter wurden die unempfindlichen Sachen (Stöcke, Steigeisen etc.) gelagert.

Alex

Flachlandtiroler
04.08.2003, 09:51
Na dann erzähl mal, was Du da in der Dauphine so getrieben hast. Mit wie vielen Personen warst Du unterwegs? Was für ein Zelt benutzt Du eigentlich?

*äehem* wir hatten ein Campingzelt, "Mehler Taifun"... eine 2-3-Personen Kuppel von Rejka war den beiden Begleitern zu klein, mein 2-Personen-Tunnel sowieso. 5kg sag' ich nur...

Waren eine Woche unterwegs, die Übergänge von La Grave nach La Berarde (Col Clot des Cavales) und von da nach Ailefroide zum Eingehen. Der zweite Paß, Col du Temple (~3300m) erlaubt den einzig leichten Zugang zum Pic Coolidge (~3700m), sind allerdings im Ausstieg zum Grat (NACH der Schlüsselstelle, *grrr*) wegen Wind ungedreht (lt. météo 60-80 km/h). Von Ailefroide aus dann zwei 1 1/2-Tagestouren zum Barre des Ecrins (4100m, der ist bei derzeitigen Verhältnissen leider nur für gute Eiskletterer erreichbar, schade) und zur Ailefroide Orientale (3848m).

Ist 'ne wilde Gegend, schon die Übergänge sind lang & hochalpin, verlangen Orientierung. Die Gipfel sind gewaltig, viel schroffer als z.B. im Wallis. Abgesehen von Barre&Meije ist ziemlich wenig los, meist sieht man so eine oder zwei Seilschaften am Tag.

Martin

Corton
04.08.2003, 10:51
Ist 'ne wilde Gegend, schon die Übergänge sind lang & hochalpin, verlangen Orientierung. Die Gipfel sind gewaltig, viel schroffer als z.B. im Wallis. Abgesehen von Barre&Meije ist ziemlich wenig los, meist sieht man so eine oder zwei Seilschaften am Tag.
Hört sich nett an. Ich glaub, da muss ich auch mal hin. :wink:

Eigentlich war ich in dieser Gegend ja schon einmal und zwar mit dem Rad. Bin aber auf der Strecke Galibier – Lautaret – Briancon – Guillestre... an dem von Dir beschriebenen Gebiet eigentlich mehr vorbeigeradelt. Auffallend fand ich auch damals schon die extreme Hitze – scheint generell ne ziemlich warme Gegend zu sein. Wäre klasse, wenn Du ev. mal ein paar Bilder von dem Gebiet posten könntest.

Kleine Anmerkung zum Nachbarthread "Salbit" von Becks: 1.000 Höhenmeter pro Stunde im Aufstieg und 1.500 Höhenmeter pro Stude im Abstieg - ist doch völlig normal, oder? :)

Corton

Flachlandtiroler
04.08.2003, 11:11
Kleine Anmerkung zum Nachbarthread "Salbit" von Becks: 1.000 Höhenmeter pro Stunde im Aufstieg und 1.500 Höhenmeter pro Stude im Abstieg - ist doch völlig normal, oder? :)
Ist wie mit der VIIa beim Klettern: Kommt drauf an...

Da ich meist mit größerem Gepäck unterwegs bin werden solche Aufstiegsraten nicht erreicht. Wenn ich mal mit Daypack starte nehme ich mir dann große Höhenunterschiede vor und gehe entsprechend langsameres Tempo.
Was mir so im Gedächtnis ist:
Aufstieg Gardasee-Monte Baldo die ersten gut 1800 Hm in 3h; Abstieg 2000 Hm in exakt 2h.
Die 1000Hm/h würde ich vielleicht im Dauerlauf ohne Gepäck schaffen, macht aber keinen Sinn dann den Rest des Tages im Sauerstoffzelt zu verbringen ;-)
Respekt, wer das mit 'nem dicken Rucksack voller Klettergerödel (und Rotwein ;-)) schafft...

Corton
04.08.2003, 11:39
Wir machen mit unserem schweren Gepäck im Aufstieg ungefähr 450 HM pro Stunde, im Abstieg ca. 600 HM, mit leichtem Rucksack geht natürlich mehr.
Alles über 600 HM im Aufstieg und 900 HM im Abstieg ist dann aber IMO schon ne Tortur und kein Genuss mehr.

Corton

Flachlandtiroler
06.08.2003, 14:35
Wir machen mit unserem schweren Gepäck im Aufstieg ungefähr 450 HM pro Stunde
Respekt. Schätze daß ich meist langsamer bin.

Alles über 600 HM im Aufstieg und 900 HM im Abstieg ist dann aber IMO schon ne Tortur und kein Genuss mehr.
Also über eine kürzere Strecke (Stunde oder so) macht mir das schon mal Spaß. Typisches Beispiel: Kleines Wettrennen zur Hütte; hilft ungemein, wenn man Anschluß an eine Seilschaft sucht ;-)

Gruß, Martin

Flachlandtiroler
11.08.2003, 10:59
Wäre klasse, wenn Du ev. mal ein paar Bilder von dem Gebiet posten könntest.

Gut' Ding will Weile haben... ;-) so sah unser Camp am Glacier Blanc in der Dauphine aus:
http://img210.imageshack.us/img210/8034/031509dauphinecampglacierblanc.jpg
(mit Mont Pelvoux & Pic Sans Nom im Hintergrund) und
http://img211.imageshack.us/img211/6819/031508dauphineglacierblanc0lx.jpg
(Barre des Ecrins & Rocher Faurio im Hintergrund).

Die Steinmäuerchen haben wir nicht selber aufschichten müssen, solche Biwakplätze finden sich in diesem Gebiet in großer Zahl.

Gruß, Martin

Corton
12.08.2003, 10:08
Hi Martin,

kann es ein, dass die Bilder irgendwo zwischen Ref. Glacier Blanc und Ref. Ecrins aufgenommen wurden? Sieht echt stark aus - danke! :)
"Pic sans nom" - der Name gefällt mir...

Gruß,

Corton

Flachlandtiroler
12.08.2003, 10:19
kann es ein, dass die Bilder irgendwo zwischen Ref. Glacier Blanc und Ref. Ecrins aufgenommen wurden?
Das Ref. Ecrins steht im Schatten oberhalb des (orogr.) linken Gletscherufers. Unser Zeltplatz lag auf etwa 3100m Höhe und hatte von früh bis spät Sonne :-)


"Pic sans nom" - der Name gefällt mir...
Ist charakteristisch für die Dauphiné, ebenso wie der alte Name "Massif de Pelvoux": Damit sollte der höchste Gipfel der Gruppe den Namen geben; zu dumm, daß man den Barre des Ecrins von keinem Tal aus sehen kann... mittlerweile sagen die Franzosen auch "Massif des Ecrins" und der Glacier Blanc rechnet auch nicht mehr zu den einsamen Gegenden.

Wen's interessiert, ein paar Bilder stehen noch unter bilder.de.

Martin