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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Naturlagerplätze auf deutschen Wanderwegen - vorerst auf Eis gelegt



Nammalakuru
16.02.2008, 14:40
PROJEKT VORERST AUF EIS GELEGT


Hallo liebe Forumsuser,

viele von euch wissen gar nichts vom Träger dieses Forums, dem gemeinnützigen outdoorseiten.net e.V.. Zwar kommunizieren wir über

outdoorseiten.net (http://www.outdoorseiten.net/) einige Vereinsthemen, unterm Strich existiert er aber vom Forum unentdeckt. Weder User noch Mitglieder des Vereins sind mit diesem Zustand zufrieden.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden unsere Arbeit bzw. unser aktuelles Projekt für alle Forumsuser offen zugänglich zu machen. Bis auf wenige sensible Bereiche in denen wir nicht mit virtuellen Personen agieren können, kann ab jetzt jeder der Interesse an unserem Projekt hat seine Ideen einfliessen lassen.

Kurz zum Verein: Der outdoorseiten.net e.V. wurde 2006 von den Betreibern dieses Forums gegründet, mit dem Argument das Potential der Internetplattform für gemeinnützige Zwecke zu nutzen. Wir möchten Outdoorsport und Reisen in Einklang mit der Natur bringen und Menschen nachhaltig für ökologische Probleme sensibilisieren, auf Reisen aber auch bis in den Alltag hinein. Wir fördern den aktiven Outdoorsport ebenso wie den Naturschutz. Wir unterstützen den Wissensaustausch auf virtueller aber auch realer Basis.

Unser Projekt
http://aycu28.webshots.com/image/44067/2001843261575016613_rs.jpg[/IMG-L]Viele von euch kennen die Situation: Wandern möchte man gerne, auch mal über mehrere Tage. Tagsüber wandern, gegen Abend einen Zeltplatz suchen und den Tag bei einem wärmenden Lagerfeuer ausklingen lassen - so wünscht man sich seinen Wandertrip. Bei der Suche nach einem geeigneten Weg der diesen Ansprüchen gerecht wird fällt die Wahl zumeist auf Länder in denen das Jedermannsrecht gilt, d.h. diesbezüglich eine klare Legitimierung derartiger Übernachtungen existiert. Zwar gibt es in Deutschland wunderschöne Wege, jedoch stellt die Übernachtung oftmals ein Problem dar. In Gasthöfen und Hotels möchte man nicht nächtigen und Zelten auf der Wegstrecke kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen - kurz: Wildcampen ist verboten.

Ziel des Projektes ist es Wanderwege in Deutschland mit sogenannten "Naturlagerplätzen" zu bestücken, die es dem Wanderer in Tagesetappen ermöglichen einen Weg mehrtägig zu erwandern und dabei eine legale und ökologisch saubere Variante der Übernachtungen in freier Natur zu schaffen.
Angelegt ist dieses Projekt als Pilotprojekt. Es ist über mehrere Jahre angelegt und soll als Machbarkeitsstudie dienen. Dabei sind uns vor allem folgende Aspekte sehr wichtig:

Eine eindeutige Rechtslage zum Zelten an der Wegstrecke
Die allgemeine Förderung von Outdooraktivitäten
Eine Sensibilisierung der Wanderer für Umweltprobleme
Die Förderung des Minimal-Impact-Gedankens
Ein erhöhtes Angebot von Mehrtageswanderungen in Deutschland


In der Konzeptionsphase des Projektes "Naturlagerstätten für deutsche Wanderwege" geht es um universal übertragbare Ideen und konkrete Umsetzungsvorschläge. Die Vereinsmitglieder haben schon mal einige Ideen wie ein Naturlagerplatz aussehen könnte zusammengetragen:

Stellplatz für maximal zwei Zelte
Ökotoilette
Möglichkeit zur Wasserbeschaffung
Informationstafel zu einem naturbewussten Umgang mit der Natur
evtl. Feuerstelle
kein Mülleimer (Prinzip "Abfallfreier Parkplatz")


Diese Ideen orientieren sich grob an Übernachtungsstätten in den skandinavischen Ländern, Kanada oder etwa in den USA.

Neben der baulichen Ausgestaltung der Naturlagerplätze liegt ein weiterer Projektbereich in den rechtlichen Rahmenbedingungen und in der Suche nach geeigneten deutschen Wandergebieten in denen sich ein solches Projekt realisieren liesse. Finanziert werden könnte es zum einen durch öffentliche Fördermittel, zum anderen durch privatwirtschaftliche Geldgeber und Sponsoren.

Unterm Strich sind noch viele Fragen zu klären. Wir haben uns für den Anfang ganz gut was vorgenommen, aber [I]hey wir sind das größte deutschsprachige Outdoorforum, jeder Einzelne verfügt über spezifische Fähigkeiten, die das Projekt durchaus zur Realität verhelfen können. Wir werden die Unwegbarkeiten schon aus dem Weg räumen und ein nettes Konzept entstehen lassen, was dann im Anschluss auf seine Umsetzung warten wird.

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann liess dir für einen tieferen Einblick am besten mal die vorhandenen Threads in diesem Forum durch.

Muss ich jetzt Mitglied werden? :o
Nein, wenn du das Projekt unterstützen kannst nimm einfach an den Diskussionen teil - eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. An dieser Stelle verweisen wir aber darauf, dass wir die Werbefreiheit und Unabhängigkeit im Forum durch Mitgliedsbeiträge gewährleisten und auch das Projekt finanzielle Mittel gebrauchen kann - jeder Euro hilft. Schüler und Studenten sind schon für 10,- EUR / Jahr als Fördermitglied dabei, für allen anderen beträgt der Beitrag mindestens 15,- EUR. (http://www.outdoorseiten.net/images/dokumente/antrag%20auf%20mitgliedschaft.pdf) Durch die anerkannte Gemeinnützigkeit lässt sich der Beitrag von der Steuer absetzen. Der Vorstand ist zu 100% ehrenamtlich und unendgeldlich tätig.

Wir wünschen viel Spass beim diskutieren.
Im Namen des outdoorseiten.net e.V.
Jan Bockelmann

pfrinz
16.02.2008, 15:15
Super Sache, Braaavo !!!

Meine erster Vorschlag: Ausweitung des Projektes auf den gesamten deutschsprachigen Raum :grins:

Mit welchen öffentlichen Stellen arbeitet ihr denn da zusammen ?
Wissen die schon was davon und wenn ja, wie stehen die dazu ?

Welche Themen stehen da gerade an, was ist fix, was ist gefragt ?

Neugierig, Max

Nammalakuru
16.02.2008, 15:20
Meine erster Vorschlag: Ausweitung des Projektes auf den gesamten deutschsprachigen Raum
Nunja, wir versuchen ja ein universelles Konzept zu erarbeiten, welches man dann auf einzelne Wandergebiete anwenden kann. Anschließend gibts dann ein Pilotprojekt, das auch die Umsetzbarkeit beweisen soll.

Wir haben uns erstmal auf Deutschland fixiert, damit wir insbesondere bei den rechtlichen Problemstellungen uns auf eine Gesetzeslage fixieren können. Ich kann noch nicht sagen inwieweit wir es hier auch mit länderspezifischen Gesetzen zu tun bekommen.
Will sagen: Bis auf den rechtlichen Teil liesse sich die Idee dann ja auf sämtliche Länder übertragen. ;-)

Nam

SwissFlint
16.02.2008, 15:35
Meines Wissens ist es in der Schweiz Sache der einzelnen Gemeinden ob man campen kann. Da müsste man die Route abstecken und Plätze suchen.. dann mit jeder einzelnen Gemeinde das abklären... Ev. kann man auch mit einem Bauern was aushandeln... wenns in Nähe eines Feldes/Hofes ist.
Viel Erfolg wünsch ich euch!

Isildur
16.02.2008, 16:29
Tolle Idee auf jeden Fall. Man müsste nur irgendwie darauf achten, dass keine Horden von Jugendlichen oder Erwachsener darüber herfallen und daraus einen Ort für Lagerfeuerbesäufnisse mit reichlich Müll machen. Klar soll es das nicht werden, aber man kann ja auch schlecht ständig daneben stehen.

Evtl. könnte man eine kleine Gebühr für die Pflege der Plätze erheben und dann darf man nur mit soner Plakette oder so da nächtigen, das schreckt vielleicht einen Teil der Idioten etwas ab und schafft Geld für die Pflege. Aber wirklich nur ein ganz geringer Betrag.

pfrinz
17.02.2008, 22:51
Ja, der Missbrauch ist sicher ein Thema.

Ich würde aber auch gerne wissen was ihr zu einer anderen Problematik denkt, die ich allgemein mit dieser Thematik/diesem Projekt einher gehen sehe:

Der Zwiespalt nämlich das wünschenswerterweise einerseits die immer größer werdende Menge an Leuten die Draußen unterwegs sein wollen ("Outdoor-Trend") kanalisiert werden und dabei verschiedene Interessen gewahrt werden können,
und andererseits aber möglicherweise gerade dadurch noch mehr Leute "auf den Zug aufspringen" die es sonst vielleicht lassen würden.

Ist es sozusagen prinzipiell zu fördern das alle Menschen zelten gehen können (klar, ist übertrieben ausgedrückt, manche würden nie auf den Gedanken kommen), oder daß man ihnen eben eine Plattform dafür bietet (hach, welch Wortspiel...) ?
Oder kann man's auch übertreiben ?

Wie seht ihr das, und speziell die Leute im Verein die das Projekt ins Leben gerufen haben ?

Hat vielleicht wer Erfahrung wie diese Thematik sich im Ausland, dort wo es solche Naturlagerplätze schon gibt, entwickelt hat ?

Ist eher eine philosophische Frage würde ich meinen, wenns euch also hier nicht passt oder sich das Thema verselbstständigt, bitte verschieben.

barleybreeder
17.02.2008, 23:49
Ich finde die Idee der Naturlagerplätze super und glaube nicht das man die Gefahr eines Missbrauchs zu sehr fürchten muss. Es gibt eine Vielzahl von Schutzhütten und Einrichtungen in dt. Wäldern die gut die Jahre überstehen.

Klar sollte man schon darauf achten das der Zugang nicht zu leicht ist und die Ausstattung hinreichend robust. Aber das dürfte klar sein.

Prachttaucher
18.02.2008, 00:45
Ich finde die Idee auch sehr gut! Da ich vom Wasserwandern her komme, fällt mir hierzu ein, daß es in diesem Bereich in Deutschland teilweise einige solcher Plätze schon gibt. Z.B. wenn man auf Warnow oder Peene in Mecklenburg-Vorpommern paddelt. Wer allerdings der Träger dieser Plätze ist kann ich nicht sagen. Vielleicht wurden hier ja vom Land Mittel zum Aufbau des Kanutourismus zur Verfügung gestellt? Teilweise sind allerdings Plätze auch fest in der Hand der dortigen Dorfjugend und manche Wasserwanderer mußten dann doch wieder weiterziehen. Also wahrscheinlich sollten Plätze auf Wanderwegen deshalb wirklich nicht so leicht erreichbar sein.
Gruß Florian

khyal
18.02.2008, 00:50
...Der Zwiespalt nämlich das wünschenswerterweise einerseits die immer größer werdende Menge an Leuten die Draußen unterwegs sein wollen ("Outdoor-Trend") kanalisiert werden und dabei verschiedene Interessen gewahrt werden können,
und andererseits aber möglicherweise gerade dadurch noch mehr Leute "auf den Zug aufspringen" die es sonst vielleicht lassen würden.

Ist es sozusagen prinzipiell zu fördern das alle Menschen zelten gehen können (klar, ist übertrieben ausgedrückt, manche würden nie auf den Gedanken kommen), oder daß man ihnen eben eine Plattform dafür bietet (hach, welch Wortspiel...) ?
Oder kann man's auch übertreiben ?
...
Ist eher eine philosophische Frage würde ich meinen...

Finde ich einen ganz wichtigen Aspekt. Kann mich noch gut dran erinnern in den 70er Jahren, als die ersten "Alternativ-Reisefuehrer" z.B. von Griechenland und Portugal rauskamen..

Davor musstest Du eben ein bisschen Karte lesen koennen bzw im Kopf umsetzen koennen, wie es da aussieht und wenn Du dann zu einem neuen evtl schoenen Platz gelaufen bist, war das natuerlich immer mit dem Risiko, dass es nur in der Topo-Karte gut aussah...

Ein Jahr nachdem der jeweilige Fuehrer auf dem Markt war, waren auf dem selben griechischen Strand 50 Leute statt 2 Zelte und jede Menge Muell und der einsame Naturplatz am Bach in Portugal hatte schon was comichaftes, weil da 30 Zelte standen, wobei vor min 2/3 jemand davor sass und genau den Fuehrer las, achja der Bach war laengst umgeschlagen, weil jeder Depp meinte, er muesste sich daran mit Shampoo waschen.

Wollte eigentlich damals bei den Autoren vorbeifahren und denen eins auf´s Maul hauen :grrr:

Was ich letztendlich damit sagen will, ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, so etwas noch zu foerdern bzw den Leuten einen Weg zu bahnen, denen das normalerweise zu unbequem ist, selber etwas zu planen, oder zu unsicher ist, morgens noch nicht zu wissen, wo sie abends schlafen werden. Mache eigentlich immer die Erfahrung, dass da, wo das in der einen oder anderen Form gemacht wird, dann eben auch ein anderer Schlag Leute hinkommt, dass bedeutend mehr Muell liegen bleibt, frisches Holz fuer Feuer abgebrochen wird, oder eben ueberhaupt Feuer in brandgefaerdeten Gebieten gemacht wird...irgendwann tauchen dann die ersten Deppen mit nem Ghettoblaster auf usw

Nee lass mal, ist grundsaetzlich ne schoene Idee, aber da kommt der Faktor Mensch dazwischen, der Schuss geht nach hinten los...

btw glaube auch dass es gut waere diese Seitendiskussion in einen xtra Thread abzukoppeln

Gruss

Khyal

Nammalakuru
18.02.2008, 01:09
... nunja, das Forum ist ja hier auch nix anderes was seine Aussenwirkung angeht. Hier können sich Einsteiger & Fortgeschrittene gut informieren, ergo führt es dazu dass mehr Leute Outdoorsport betreiben. ;-)


Was ich letztendlich damit sagen will, ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, so etwas noch zu foerdern bzw den Leuten einen Weg zu bahnen, denen das normalerweise zu unbequem ist, selber etwas zu planen, oder zu unsicher ist, morgens noch nicht zu wissen, wo sie abends schlafen werden.

Nunja, die Problematik der sich dieses Projekt annimmt besteht ja darin, dass es nicht erlaubt ist sein Zelt am Platze seiner Wahl aufzuschlagen. Informationen zu Brutzeiten etc. pp. werden beim Wildcampen in den seltensten Fällen vorher eingeholt, bei den Naturlagerplätzen gehört es hingegen zum Konzept hinzu die Wanderer für ökologische Probleme zu sensibilisieren.
Wir sind nunmal nicht allein auf der Welt, damit müssen wir uns abfinden. Sicher störe ich mich auch daran dass bspw. auf dem Kungsleden in Schweden Zig-Tausend Wanderer jährlich unterwegs sind, finde es aber immer noch vernünftiger als Leute die meinen querfeldein ihr Abenteuer suchen zu müssen und damit erheblichen Schaden anrichten.


Mache eigentlich immer die Erfahrung, dass da, wo das in der einen oder anderen Form gemacht wird, dann eben auch ein anderer Schlag Leute hinkommt, dass bedeutend mehr Muell liegen bleibt, frisches Holz fuer Feuer abgebrochen wird, oder eben ueberhaupt Feuer in brandgefaerdeten Gebieten gemacht wird...irgendwann tauchen dann die ersten Deppen mit nem Ghettoblaster auf
Ja. Das sind reale Probleme auf die das Konzept eine Antwort finden muss. Kapitulieren möchte ich aber auch nicht vor solchen Idioten.

Nam

-wf-
18.02.2008, 11:38
An sich ist die Idee gut. In Skandinavien geht es ja auch. Weniger gut finde ich die Idee solche hölzernen Plattformen in den Wald zu stellen. Schön viel Holz zum Zündeln für die Dorfjugend. Wäre ich Revierförster, das würde ich nicht genehmigen. Warum überhaupt so eine große Bastelei darum? Eine Stelle ausweisen, vielleicht noch gut versteckt ein Klo hinstellen und ein kleines! Hinweisschild. So gehen Sonntagswanderer und Ghettoblastertypen (wenn sie sich denn hertrauen) schnell dran vorbei. Keine großen Infos über das ganze, allenfalls eine KArte hier im Forum.

Zur Erinnerung die Diskussion um die Qualitätswanderwege http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=20802&highlight=qualit%E4tswege
Da ging es auch darum, daß es sinnvoll ist die üblichen Touristenströme auf eine Strecke zu verschieben, damit das Hinterland frei von rotbesockten Kniebundhosenträgern und JW-Jacken Sonntagswanderern bleibt.

pfrinz
18.02.2008, 13:38
Ja, jetzt sind wir also recht schnell zur Sache gekommen, das Forum fällt natürlich voll in diesen Themenkomplex rein.

Ich glaube nicht daß man diesbezüglich wirklich auf einen Grünen Zweig kommen kann, mich interessiert nur wie ihr mit dieser
"Zwiespältigkeit" umgeht bzw. diese überhaupt als solche empfindet.

Zu den Naturlagerplätzen: Es stellt sich wie so oft die Frage der Alternativen (wenn man davon ausgeht das man etwas für
die Legalisierung unserer gemeinsamen Vorlieben tun möchte), vielleicht:

Eine Initiative zur Forderung einer allgemeinen Gesetzesänderung in diesem Bereich, oder sowas in der Art (Unterschriftensammlung,
oder sowas in der Art) ?
Wäre sicher schwer, da die Forst & Jagd Lobby nicht gerade klein ist, mit vielen Politikern und Wirtschaftsbossen die Jäger sind.

Oder sowas wie ein "Natur-Qualifikation", eine Berechtigung für Personen (oder -gruppen, z.B. Pfadfinder u.dgl.) die einen Nachwies liefern
können und müssen daß sie "sachkundig" (Naturschutz, Feuer machen, je nachdem) sind ?
Über sowas habe ich schon öfters nachgedacht, hat natürlich auch seine Nachteile (noch mehr Gesetzte usw.), ist mir aber immer wieder mal eine Überlegung wert.

In Ö dürfen z.B. Waldarbeiter im Wald ein Feuer betreiben, es gibt also solche rechtlichen Klauseln.
(Wie diese Feuer teilweise aussehen, die auch mal mit Benzin gezündet werden, ist manchmal aber fast schon eine Schande.)

Also, gibt es überhaupt sinnvolle/gute/bessere Alternativen ?

Nammalakuru
18.02.2008, 14:49
Warum überhaupt so eine große Bastelei darum? Eine Stelle ausweisen, vielleicht noch gut versteckt ein Klo hinstellen und ein kleines! Hinweisschild. So gehen Sonntagswanderer und Ghettoblastertypen (wenn sie sich denn hertrauen) schnell dran vorbei.

Es ist ja noch nix fix, das ist ja das schöne :grins: .... es gibt ja schon einen Thread über Zeltplattformen (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=22040), wäre günstiger du schriebest deine Anmerkung direkt dort rein - dann wirds übersichtlicher. Warum es unbedingt Plattformen sein sollten, kann ich dir jetzt auch nicht sagen :bg: .... da werden sich einige Leute schon was bei gedacht haben .... oder halt nicht :ignore:.

Das Projekt ist ja für alle offen, daher kann man auch in den einzelnen Threads seine Meinung Kund tun.

DocViper
18.02.2008, 14:57
Was mir vergleichbares einfällt ist die Organisation der Booties in Schottland.
Da gibt es einen Verein der die Instandhaltung Organisiert. Lokale Gruppen warten diese Schutzhütten (Dacherneuerung, usw.)
Booties Koordinatien oder Karten gibt es nicht. In den offiziellen Karten sind diese teilweise wieder entfernt worden um Missbrauch zu verhindern.
Jetzt wissen nur die Wanderer um die Position (in den Wanderführern zu dem Weg sind diese natürlich erwähnt)

Hier gibt es die Möglichkeit per Mail bei der Mountainbothies association (http://www.mountainbothies.org.uk/) anzufragen, denen den Weg den man gehen will geklärt und ein paar nette Worte dazu. Dann erhält man Infos und Koordinaten

Und auch dort gibt es Probleme mit Vandalismus. Deshalb diese Heimlichtuerei. Aber vermutlich die einzige Lösung. Ehrenamtliche regelmässige Wartung und Kontrolle.

Ist es mit mit den Boofen nicht auch ähnlich ?

Isildur
18.02.2008, 17:50
Ich denke auch ein einfacher Platz und vielleicht noch ne Toilette reichen völlig. Sonst kann man auch gleich nen Campingplatz bauen.


Die Idee mit nem Qualifikationsnachweis zum wild campen war mir auch schonmal gekommen, find ich sogar noch schöner die Lösung.

Prachttaucher
18.02.2008, 18:41
...Die Idee mit nem Qualifikationsnachweis zum wild campen war mir auch schonmal gekommen, find ich sogar noch schöner die Lösung.

Ohne jetzt zu behaupten daß ich das gut finde, beim Paddeln gibt es solche Ansätze schon http://www.kanu.de/nuke/downloads/Richtlinien_Oekoschulung.pdf
Dahinter steckt u.a. der Gedanke, daß bestimmte Flüsse/ Flußabschnitte nur gepaddelt werden dürfen, wenn man über entsprechende Kenntnisse verfügt.
Gruß Florian

-wf-
18.02.2008, 18:53
Einen NAchweis zum wild campen, das kann nur in Deutschland aufkommen. Ich finde das ehrlich gesagt eine blöde Idee. Ich besuche doch keine teure Schulung, nur um ein Zertifikat zu bekommen, daß ich im Wald mein Zelt aufstellen darf. Am besten noch so eine kleine Plastekarte ala Führerschein mit Foto. Wahrscheinlich benötigt man noch unterschiedliche Kurse, wenn man allein, mit drei Personen oder mit mehr Personen unterwegs sein will. Dazu noch die Struktur an Vereinen oder Behörden, die das Ding ausstellen. Grauenvoll. Das kann doch keiner ernsthaft wollen.

Ansonsten ähnelt DocVipers Vorschlag meinem schon sehr. Alles möglichst unauffällig und ohne großen Tourismuswerbequark dahinter. Sobald man die Plätze z.B. in Broschüren in den örtlichen Touristenbüros bewirbt, kommen nicht nur junge Leute und feiern da Besäufnisse. Auch was eine Feuerstelle angeht würde ich vorsichtig sein. Eine angelegte Stelle regt dazu an ein Feuerchen zu machen. Die meisten Weitwanderer haben doch Kocher mit. Die Sonntagswanderer können auch mal ohne warmes Essen auskommen. Feuerstellen locken auch die Dorfjugend oder andere Leute, die da ihre klebrigen MarshMallows reinhalten.

Isildur
18.02.2008, 19:22
Ich weiß, dass die Lösung mit der wild camping Erlaubnis sehr deutsch ist aber gerade deshalb hoffe ich, dass sie vielleicht Chancen hätte realisiert zu werden und besser als ein totales Verbot wäre es.

Ich bin auch kein Freund von dem Regulierungswahn in diesem Land aber das ist ein ganz anderes Thema.

barleybreeder
18.02.2008, 19:51
Na sicher, noch mehr Regulierungswahn. Solche Auswüchse kennen wir ja mit dem Kanuführereschein. Ich würde einfach mal meinen ich bin qualifiziert genug. :roll:

Zu den Plätzen nochmal.
Auf Feuerstellen würde ich verzichten. Soche animieren zum Feuermachen auch wenns vielleicht nicht angebracht wäre (Stichwort Trockenheit).

Bei den Plattformen finde ich die Lösung mit den Planken schon luxuriös, zum Anfang des Projektes wären solchen Einfassungen aus Rindenmulch aber sicher nicht schlecht. Rindenmulch trocknet erfahrungsgemäß recht schnell nachdem es feucht war. Allerdings denke ich in ein paar Jahren ist das Zeug verottet. Man müsste sicher alle Paar Jahre die obere Decke erneuern.

Wenn man einen Windschuzt nach dem Vorbild der schwedischen installiert könnte man für mein Dafürhalten auf eine der 2 Plattformen verzichten.

pfrinz
18.02.2008, 20:12
Klar ist die Idee eines Ausweisen behämmert, aber wenn man damit "normal" in der Natur unterwegs sein dürfte würde ich es mir schon überlegen...

Nachteile gibts da wie gesagt genug (Regulierungswahn, mögliche Monopolisierung, Kosten etc.), die Frage ist eher ob es einen wirklichen Vorteil hat, denke ich.

Und ob es vielleicht eine Möglichkeit gäbe (jetzt mal natürlich rein theoretisch) daß so ein Konzept vernünftig angegangen wird, von Leuten die aus der Praxis kommen, nicht von Beamten.

Sicher nicht einfach.

Der beste Weg wäre natürlich wen man sich auf die Eigenverantwortung der Individuen verlassen könnte, nur ist die heute leider eher schwach ausgeprägt.
Wie erreicht man die (jetzt wirds noch allgemeiner und philosophischer...) ?
Totale Deregulierung mit der Mittel- bis Langfristigen Hoffnung der Selbstregulation ? (Natürliche Auslese sozusagen :grins:)

Sicher nicht einfach.

wulxc
21.02.2008, 20:38
Ich finde das System in Dänemark recht gut:
Es gibt Plätze (die von privater oder öffentlicher Hand zur Verfügung gestellt werden), auf denen gezeltet werden darf, die keine bis einfachste (Wasser plus Kompostklo) Ausstattung besitzen. Auf diesen Plätzen darf nur zelten, wer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einem Segel- oder Paddelboot anreist. Der Platzeigentümer kann bis zu 2 Euro pro Person und Nacht verlangen und hat das Hausrecht auf seinem Platz. Zu erkennen sind die Plätze von außen nicht, man muss sich ein Buch kaufen, in dem die Plätze verzeichnet sind. Einige Plätze muss man vorher anrufen. Wir haben auf einer Dänemarkfahrradtour diese Plätze genutzt und fanden sie sehr schön, wo sie betreut waren, gab es nette Gespräche mit den Eigentümern.
Dieses Konzept ist natürlich vom Jedermansrecht weit entfernt, könnte sich aber dort, wo es begeisterungsfähige Bodenbesitzer gibt (Landwirte, Forstbesitzer, Leute mit großem Grundstück auf dem Land) leichter verwirklichen lassen, als unkontrollierte Sachen für jedermann, da es jeweils einen Ansprechpartner pro Platz gibt, der natürlich bei schlechten Erfahrungen seinen Platz auch anderweitig nutzen kann. Außerdem hängt dann keine große Politik mit drin.

Grüße wulxc

Werner Hohn
21.02.2008, 22:22
Wer sich über die sogenannten Primitiven Zeltplätze in Dänemark informieren möchte, findet hier mehr Infos. (http://www.teltpladser.dk/) Wir sind im letzen Herbst an ca. 15 Plätzen vorbei gelaufen. Erstaunlich war, dass Plätze mit Sanitärgebäuden in einem sehr gepflegten Zustand waren. Obwohl die Gebäude offen waren und weit und breit oft kein Haus zu sehen war.

Beim Durchlesen der Threads ist mir aufgefallen, dass das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Sollte man für den Anfang nicht mal einen Wald/Landbesitzer suchen der dabei mitmacht? In dem Fall kann das nur die öffentliche Hand sein. Private Waldbesitzer werden vor der zusätzlichen Versicherung zurückschrecken.

In Rheinland-Pfalz gibt es etwas ähnliches, Waldzeltplätze (http://www.wald-rlp.de/index.php?id=117) die von den Forstämtern verwaltet werden.

Werner

Isildur
21.02.2008, 22:30
Die Lösung finde ich gut. Es ist jemand dar, der sich kümmert und man kann trotzdem recht frei und vor allem günstig zelten. Und sie ist völlig unbürokratisch.

albschwob
22.02.2008, 18:04
Habt ihr euch auch schonmal Gedanken darüber gemacht, das Pilotprojekt mit einem anderen Verein zusammen zu machen?

Ich denke da an die großen deutschen Wandervereine wie z.B. den Odenwaldclub, Schwarzwaldverein oder Schwäbischen Albverein (kurz SAV). Bei letzterem war ich selbst mehr als 10 Jahre als Jugendleiter und, bis ich nach Mexico abgehauen bin, Gaujugendwart (das ist der Bezirksjugendleiter) tätig. Der SAV hat eine eigene Jugendabteilung mit drei oder vier hauptamtlichen Mitarbeitern, die sich um alles Organisatorische, Finanzielles und Rechtliches kümmern. Alles andere wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern erledigt. Diese Hauptamtlichen Mitarbeiter könnten in einem solchen Projekt z.B. die Kommunikation mit Behörden erledigen und sich um die rechtlichen Aspekte kümmern. Evtl. liegen dort auch schon entsprechende Kenntnisse vor!

Die Schwäbische Albvereinsjugend arbeitet auch eng mit der Jugend im Schwarzwaldverein zusammen. Es gibt gemeinsame Freizeiten, Fortbildungen usw. .... Ausserdem gibt es ein gemeinsames, gut ausgebautes Wegenetz, an dem bereits Feuerstellen und teilweise auch Schutzhütten vorhanden sind. Diese vorhandenen Einrichtungen in "Naturlagerplätze" zu verwandeln oder um zu benennen, dürfte vllt gar nicht allzu schwer sein.

Weiters bin ich eigentlich auch der Meinung, daß in Zusammenarbeit mit Vereinen, die bereits seit über 100 Jahren bestehen und auch entsprechende "Beziehungen" haben, sehr viel mehr erreicht werden könnte als von den ODS allein. Gemeinsam sind wir stark !!!

Ich könnte mir speziell bei diesen beiden Vereinen mit ihren starken Jugendorganisationen (SAV-Jugend hat ca. 13.000 Mitglieder) vorstellen, daß dort auch interesse an einem solchen Projekt besteht.

Gruaß vom Albschwob


PS: hier noch die rechts .... äähhhhh links .....

http://www.schwaebische-albvereinsjugend.de/
http://www.jugend-im-schwarzwaldverein.de/

Buschtrommler
25.02.2008, 16:10
@ albschwob: klasse idee. halte ich für viel erfolgversprechender, wenn man das zusammen mit so einem verein macht. so ein verein kann bedeutend mehr leisten als wir hier alleine. ich denke mehr als knowhow und mitarbeit kann vom forum kaum ausgehen. zusammen mit z.b. dem schwäbische albverein wäre es sehr wohl machbar. da sind schon plätze da und es ist nicht schwer die zu erweitern. ein schöner weg, der sich auch landschaftlich etc anbieten würde wäre der schwäbischealb nordrandweg. hier gibt es auch genug stellen, die von der dorfjugend nicht so einfach erreicht wird... ;-) (wiki: http://wiki.outdoorseiten.net/index.php/Schw%C3%A4bische_Alb-Nordrandweg ) also: tolle idee mit aussicht auf erfolg. und... lagerplätze sollten nur das allernötigste bieten. ne kleine wiese, ein einfaches wc, wasser und sonst allerhöchstens eine feuerstelle - wobei da keine straße in der nähe sein darf, da sonst alles voller tagesausflügler ist. am besten bieten sich solche plätze am rande von trampelpfaden an. also falls es schon durchgedrungen ist: von zeltplattformen halte ich eigentlich nichts. das ganze sollte so einfach wie möglich und geschützt sein, damit nicht jeder gleich reinschauen kann. je mehr da ist, deste mehr feiertagscamper und dorfjugend zieht es an, was in dem fall ja eher unerwünscht ist...
viele grüße
buschtrommler

OliverR
25.02.2008, 17:28
Vielleicht wäre da auch der Pfälzerwald-Verein (http://www.pwv.de/) ein interessanter Ansprechpartner? Die unterhalten ein gut ausgebautes Netz an Wanderwegen und sind wohl auch recht engagiert.

Ansonsten finde ich die Idee eines Fördervereins für ausgewiesene Wildcampplätze schon irgendwo reizvoll. Informationen über die Lage entsprechender Plätze könnten dann, wie hier schon erwähnt, entweder in einem kostenpflichtigen Verzeichnis zu finden sein, oder lediglich (Förder-) Mitgliedern des Vereins zugänglich gemacht werden. Somit hätte jeder einen auch einen kleinen Anteil zur Unterhaltung geleistet. Nur mal so als Gedankengang.

Ein solcher Platz sollte auch ohne viel Aufwand angelegt werden können und nicht schon von weitem erkennbar sein. Ein Stück ebene Fläche, falls möglich Wasser in der Nähe, ein kleines, unauffälliges Hinweisschild, oder ein Marker und gut. Feuerstelle? Nein, aber Kocher erlaubt.

Gruß
Oliver

Nammalakuru
26.02.2008, 19:25
Die Ansprechpartner sind allesamt hoch interessant. Für die Konzeptionsphase würde ich aber mögliche Partner in den to-dos nach hinten schieben. Die Kooperation trifft vielmehr die Umsetzungsphase.

khyal
26.02.2008, 21:13
... Nunja, die Problematik der sich dieses Projekt annimmt besteht ja darin, dass es nicht erlaubt ist sein Zelt am Platze seiner Wahl aufzuschlagen. Informationen zu Brutzeiten etc. pp. werden beim Wildcampen in den seltensten Fällen vorher eingeholt, bei den Naturlagerplätzen gehört es hingegen zum Konzept hinzu die Wanderer für ökologische Probleme zu sensibilisieren.
Wir sind nunmal nicht allein auf der Welt, damit müssen wir uns abfinden. Sicher störe ich mich auch daran dass bspw. auf dem Kungsleden in Schweden Zig-Tausend Wanderer jährlich unterwegs sind, finde es aber immer noch vernünftiger als Leute die meinen querfeldein ihr Abenteuer suchen zu müssen und damit erheblichen Schaden anrichten.


Ja. Das sind reale Probleme auf die das Konzept eine Antwort finden muss. Kapitulieren möchte ich aber auch nicht vor solchen Idioten.

Nam

glaubst Du echt, dass jemand, der sich so nicht darum schert, ob er die Lebewesen schaedigt, sein Verhalten dann aendert, weil evtl an diesen Plaetzen irgendwo ein Schild in der Ecke steht ? Sorry da glaub ich nicht dran, so etwas gibt es ja schon in vielen Varianten, konnte da aber noch nie ne Verhaltensaenderung durch feststellen, Umweltsau bleibt Umweltsau...

Manchmal ist es einfach auch so, dass bestimmte Sachen toleriert werden, solange es nur ein paar sind, aber wenn es dann mehr werden, "haerter" durchgegriffen wird...

Dazu kommt noch der Aspekt, den ich von Fluessen kenne...
Solange es keine offiziellen Rastplaetze gibt, wird es eher toleriert, wenn Du woanders, natuerlich ohne Flurschaden anzurichten oder in sensible Gebiete einzudringen, Deine Rast o.a. machst. Sobald aber ein paar Rastplaetze eingerichtet sind, gibt es echt Stress, sobald Du woanders anlegst, eben mit dem Argument, dass es ja diese Plaetze gibt. In der naechsten Stufe wird dann ueber ein Befahrverbot diskutiert, da es ja immer wieder Leute gaebe, die nicht an den offiziellen Rastplaetzen Pause machen...

Letztendlich wird es darauf rauskommen, dass damit auch in diesem Bereich die Freiheit beschnitten wird und das muessen wir ja nicht auch noch unterstuetzen und was ich in diesem Zusammenhang von der Idee halte, dass dann diese Plaetze bzw die Informationen darueber, die ja dann aller Voraussicht nach laengerfristig nur noch die einzig moeglichen Uebernachtungsplaetze sein werden, nur Vereinsmitgliedern zugaenglich zu machen, will ich gar nicht weiter ausfuehren :kotz: das erinnert mich irgendwie an die Vereinsmeierei vom DKV, der ja auch am Liebsten Privatfluesse fuer seine Mitglieder haette...

Sorry fuer die harten Worte, aber fuer mich hat Outdoor auch viel mit Freiheit zu tun - hoert natuerlich da auf, wo es andere Lebewesen zu sehr schaedigt, fuer mich ist das "No Impact" Verhalten klar Grundvoraussetzung - und Regeln, Vorschriften, Gesetze, Vereinsmeierei und die ganzen netten Leute, die glauben, sie muessten jetzt bloss Alle Anderen zwingen, sich auch noch an den ganze Mist halten, haben wir doch wirklich schon in D genug, da muessen wir doch nicht auch noch Vorschub leisten...

Noch eine kleine Geschichte dazu...
Hatte neulich mit dem Referenten eines anderen Kreises telefoniert, der dort fuer den Wassersport und das Naturschutzgebiet an den Ufern des groessten Flusses zustaendig ist. Auf der Webpage haben sie vereinfachte Topokarten, auf denen das Naturschutzgebiet verzeichnet ist und die erlaubten Rastplaetze am Fluss. Ich hatte angefragt, ob ich entweder diese Karten bei mir auf der Webpage mit Aenderungen speichern duerfe oder eben ihnen diese geaenderten Karten zur Speicherung zukommen lassen solle (Markierung der relevanten Gefaerdungspunkte, Bahnhoefe usw, wie sie in den entsprechenden Flussfuehrern verzeichnet sind + Waypointliste fuer´s GPS), damit nicht jeder, sich erneut diese Arbeit machen muss. Meint der Referent, faende er grundsaetzlich ne klasse Idee, er waer ja selber Paddler, aber nach ihren Erfahrungen wuerde jede Art von Publikatiion eben dazu fuehren, dass mehr Leute "angezogen" wuerden, und es waere staendig auf der Kippe, ob nicht ein generelles Befahrungsverbot beschlossen wuerde, also letztendlich waere das eher kontraproduktiv...

Gruss

Khyal

Nammalakuru
26.02.2008, 21:53
glaubst Du echt, dass jemand, der sich so nicht darum schert, ob er die Lebewesen schaedigt, sein Verhalten dann aendert, weil evtl an diesen Plaetzen irgendwo ein Schild in der Ecke steht ? Sorry da glaub ich nicht dran, so etwas gibt es ja schon in vielen Varianten, konnte da aber noch nie ne Verhaltensaenderung durch feststellen, Umweltsau bleibt Umweltsau...
Ich kenne wenig Umweltsäue die wildcampen. Umweltsäue haben ihrer Natur nach ein gespaltenes Verhältnis zum Umweltschutz - dieser Typus übernachtet seltenst heimlich im Wald. Legalisiert man die freie Übernachtung und vermittelt dabei noch ökologisch verträgliche Verhaltensweisen kann ich dem nur positives abgewinnen.


... und was ich in diesem Zusammenhang von der Idee halte, dass dann diese Plaetze bzw die Informationen darueber, die ja dann aller Voraussicht nach laengerfristig nur noch die einzig moeglichen Uebernachtungsplaetze sein werden, nur Vereinsmitgliedern zugaenglich zu machen, will ich gar nicht weiter ausfuehren das erinnert mich irgendwie an die Vereinsmeierei vom DKV, der ja auch am Liebsten Privatfluesse fuer seine Mitglieder haette...
Falls es ein Angriff sein soll, so hat er sein Ziel verfehlt. Die Idee kam weder von mir noch vom Verein. :baetsch:

Wenn du eine allgemeine Abneigung gegen Vereine hast, solltest du keinem Verein beitreten - so einfach ist das. :grins: Wir denken, dass man gemeinsam viel erreichen kann. Ein gemeinnütziger Verein ist dafür eine geeignete Rechtsform. Es muss nicht jeder die Philosophie des outdoorseiten.net e.V. teilen.

Nam

khyal
27.02.2008, 03:29
Hi Nammalkuru,


Ich kenne wenig Umweltsäue die wildcampen. Umweltsäue haben ihrer Natur nach ein gespaltenes Verhältnis zum Umweltschutz - dieser Typus übernachtet seltenst heimlich im Wald...
Deswegen bin ich ja eben dafuer, es so zu lassen, da wo es zu bequem gemacht wird, ziehst du eben auch andere Typen an...da brauchst Du Dir nur mal anzuschauen, was teilweise bei Grillhuetten / Sheltern im/am Wald auftaucht...



Falls es ein Angriff sein soll, so hat er sein Ziel verfehlt. Die Idee kam weder von mir noch vom Verein. :baetsch:
Och Nammalakuru, zuerst laesst du uns schmaehlich in Koeln im Stich und jetzt habe ich dich auch noch angegriffen, oh nee :o, hab doch nur meine Meinung zu ein paar Vorschlaegen vorher im Thread geschrieben und derartige Vorschlaege finde ich halt daneben und da mir an andere Stelle im Forum mal "gesagt" wurde, ich solle doch bitte nicht 3 oder 4 einzelnen Antworten schreiben (was ich eher aus einigen anderen Foren gewohnt bin) sondern lieber alles in Eine packen, habe ich das hier gemacht...also um es nun eindeutig zu machen :cool:

...Informationen über die Lage entsprechender Plätze könnten dann, wie hier schon erwähnt..oder lediglich (Förder-) Mitgliedern des Vereins zugänglich gemacht werden...
Den Vorschlag finde ich :kotz: wenn man durch derartiges Handeln dafuer sorgt, dass es fuer alle bedeutend schwieriger wird, in der Gegend wild zu Zelten und dann die einzigen noch stressfrei moeglichen Plaetze nur Vereinsmitgliedern zugaenglich machen will und das wohlgemerkt nicht auf privatem Grund, sondern das Ganze sich in oeffentlichen Waeldern abspielen soll, finde ich ist das Vereinsmeierei auf dem Niveau vom DKV, was der gerne mit "seinen" geplanten Paddelscheinen und den "Privatfluessen" abziehen moechte...was nicht heisst, dass ich das nicht Klasse finde, was der DKV an Unterstuetzung fuer den Kanusport tut oder in Verhandlungen gegen "Flusssperrungen" teilweise erreicht...

Kannst also ruhig von der Palme wieder runterkommen :bg:
dafuer hab ich jetzt wahrscheinlich Oliver am Hals :(



Wenn du eine allgemeine Abneigung gegen Vereine hast, solltest du keinem Verein beitreten - so einfach ist das. :grins: Wir denken, dass man gemeinsam viel erreichen kann.
Eben, genauso sehe ich das auch, das man grad mit grossen Vereinen (und damit viele Waehlerstimmen ;-) ) eine ganz andere Positon hat und Einiges erreichen kann, war da frueher auch schon typischer Deutscher :bg: (wir sind ja Weltmeister in Vereinsmeierei) und hab so manchem Verein, Club usw angehoert, aber ich finde, dass man dann immer sehr wachsam sein muss, dass es nicht in die Richtung abkippt, dass man fuer die Mitglieder Vorteile gegenueber allen Anderen evtl sogar noch "auf deren Kosten" rausholen will...



Ein gemeinnütziger Verein ist dafür eine geeignete Rechtsform.
Das verstehe ich jetzt nicht ganz, Gemeinnuetzigkeit hat doch imho nur was mit Steuer zu tun, letztendlich dass die Geld sparen, die dem Verein Geld geben und dafuer die Gruendungsmitglieder bzw der Vorstand eben ein entsprechend hohes finanzielles Risiko eingeht (Dir wird ja die Nummer mit der jeweils nachtraeglichen Pruefung der Gemeinnuetzigkeit und die finanziellen Folgen fuer Vorstand / Gruendungsmitglieder bei Aberkennung bekannt sein...)


Es muss nicht jeder die Philosophie des outdoorseiten.net e.V. teilen.
Eben, genau wie nicht jeder Meine teilen muss :bg: und durch Vielfalt gewinnen wir doch alle, wie ja Churchill mal so schoen sagte "Wenn 2 auf Dauer einer Meinung sind, ist einer ueberfluessig"

Gruss

Khyal

Anja2
27.02.2008, 11:36
Einen NAchweis zum wild campen, das kann nur in Deutschland aufkommen, wie mit dem Hundeführerschein, da steckt potential drin für einen neuen " Nännyjob " :bg:
Es gibt ja auch Wohnmobilplätze zum unentgeldlichen, Nächtigen da ist die
Problematik die Gleiche, es wird immer "solche" und "soche" geben und auch wenn man einen Nachweiß verlangen würde, daran würde sich nicht's ändern. Es sei den die Plätze würden überwacht.:o
Wie sieht es den mit einer Datenbank von Plätzen aus, die priv. sind, z.B.
die Wiese bei einem Bauer u.s.w. hierfür würde ich gerne einen Obulus zahlen!
Das ist zwar nicht das Optimum aber vielleicht ein Anfang.
L.G.
Anja

OliverR
27.02.2008, 12:08
Hallo Khyal,



Den Vorschlag finde ich :kotz: wenn man durch derartiges Handeln dafuer sorgt, dass es fuer alle bedeutend schwieriger wird, in der Gegend wild zu Zelten und dann die einzigen noch stressfrei moeglichen Plaetze nur Vereinsmitgliedern zugaenglich machen will und das wohlgemerkt nicht auf privatem Grund, sondern das Ganze sich in oeffentlichen Waeldern abspielen soll, finde ich ist das Vereinsmeierei auf dem Niveau vom DKV, was der gerne mit "seinen" geplanten Paddelscheinen und den "Privatfluessen" abziehen moechte...was nicht heisst, dass ich das nicht Klasse finde, was der DKV an Unterstuetzung fuer den Kanusport tut oder in Verhandlungen gegen "Flusssperrungen" teilweise erreicht...

Kannst also ruhig von der Palme wieder runterkommen :bg:
dafuer hab ich jetzt wahrscheinlich Oliver am Hals :(


Ich seh das ja glücklicherweise etwas entspannt ;-) War ja nur mal ein Gedankenspiel, was ich da schriftlich festgehalten habe. Allerdings hatte ich da auch sicherlich keine klassische Vereinsmeierei im Hinterkopf, sondern vielleicht eher etwas in Richtung kleiner Beitrag zum Umweltschutz. Würde man dieses Konzept Naturzeltplätze umsetzen wollen, müsste man definitiv auf irgend eine Art mit anderen Verbänden/Organisationen und Kommunen zusammen arbeiten. Ist halt mal so in unserem Land. Würde man das in Form einer finanziellen Unterstützung des Umweltschutzes (z.B. Waldprojekte unterstützen) tun, könnte es denen doch eigentlich nur recht sein und sie auch leichter davon überzeugen, dass wir keine Flurbeschädigungen beabsichtigen, sondern auch ein ernsthaftes Interesse haben.
Ich habe in Deutschland übrigens auch schon recht häufig und gerne wild gezeltet und in den seltensten Fällen Stress bekommen, hätte aber generell auch kein Problem damit, auf festgelegte Plätze auszuweichen, sofern in der Umgebung meiner jeweiligen Tour gerade vorhanden.

Wenn ich mir im übrigen mal für ein verlängertes Wochenende eine Passage des Rheinsteiges antue und überall Zeltverbotsschilder stehen sehe, wo es sich eigentlich wirklich anbieten würde, dann finde ich das auch zum :kotz: Wäre es nicht schöner, wenn es für jede Übernachtungsart erlaubte Optionen gäbe? Ok, ich könnte natürlich auch ganz von so einer Wanderautobahn Abstand nehmen und mich wieder durch den Wald schlagen :ignore:


However, just my 2 cent

Oliver

Buschtrommler
03.03.2008, 14:18
tipp: macht es so einfach un rustikal wie möglich. freie lichtung zum zelten, wasser, wc. mehr nicht. alles was mehr ist lockt leute an die man nciht dahaben will. seh ich hier gerade auch in thailand. die ganze zeit laufen mir touristen über den weg wo keine touristen hingehören. es wird immer schwerer allein zu sein... ;-)
viele grüße
buschtrommler

ludlab
04.03.2008, 20:37
Erfahrungen könnte es von Wanderreitern geben, die haben ja (da auf Stallungen angewiesen) ein ganzes Netz an Höfen, wo man auch zelten kann. http://www.wanderreiten.net Sicher nicht optimal für outdoor, aber ein Ansatzpunkt was die Organisation und den Aufbau eines solchen Netzes angehen.

Ansonsten bin auch ich für klein, fein und abgelegen, dass man es nur findet, wenn man es finden will. Ansonsten hätte ich vor Missbrauch des Platzes keine Angst, der Besitzer ist ohnehin verantwortlich für Ordnung auf seinem Grundstück.

Ich habe einen solchen Platz in Tschechien (Mähren), da ich den Sommer meist unterwegs bin stelle ich bei Sommeranfang ein Teepee auf und mache Holz bereit. Wenn ich im Spätsommer wiederkomme finde ich immer neues Holz, manchmal eine Nachricht, aber hatte nie Probleme. Es hängt eben von vielen Privatinitiativen ab...

ludlab

Anja2
05.03.2008, 09:01
Erfahrungen könnte es von Wanderreitern geben, die haben ja (da auf Stallungen angewiesen) die sind selten auf Stallungen angewiesen, meistens reicht eine eingezäunte Wiese.

nicht optimal für outdoor, aber ein Ansatzpunkt was die Organisation und den Aufbau eines solchen Netzes angehen.
genau den Ansatzpunkt meinte ich auch mit den Wohnmobilplätzen,
klar ist keiner möchte neben einer Strasse auf dem Beton liegen oder :grins:,
ich denke man muß unterscheiden zwischen dem inoffiziellem geheim Plätzchen,
das weder jetzt, noch in Zukunft, in irgendeinem Guide für Outdoorer stehen
sollte und der Möglichkeit, auch in Deutschland, ganz offiziell, aus der Not heraus, eine Nacht auf einem Platz verbringen zu können ohne mit Ärger rechnen zu müssen. Wenn ich hier einen Trail laufe mit Kindern z.B. und mein Tagespensum "warum auch immer" nicht schaffe, was mache ich dann, in dem
wanderbaren Deutschland, en >Bus abwarten :motz: das ist doch eine Art Notdurft oder ?

L.G.
Anja

ludlab
05.03.2008, 10:29
die sind selten auf Stallungen angewiesen, meistens reicht eine eingezäunte Wiese.
Naja, nach 100km Ritt ist auch ein Pferd nach kurzem Auslauf "froh", die Nacht im Stroh verbringen zu können, der Reiter, wenn sich das Pferd nicht die ganze Nacht im Schlamm wälzen konnte etc., Stallungen, vor allem offene, sind da schon was Feines. Ganz zu schweigen davon, an welche EInzäunung das jeweilige Pferd gewöhnt ist.... Aber ich will hier nicht OT gehen.

Ich verstehe bei diesem Thread nicht ganz, ob nun konkrete Schritte seitens des Forums gemacht werden oder man das nur diskutiert. Ist jemand zuständig, die ev. Partner/Wandervereine anzusprechen, soll ein Netz verschiedener Gebiete entstehen, wo verschiedene Ansprechpartner "ihr" Gebiet übernehmen (wie das bei Wanderreitern geklappt hat) oder welche KONKRETEN Schritte sind nun fällig? Ich denke ohnehin, dass wenn ein paar Mitstreiter vorangehen, dies ein guter Motivationsschub ist mitzumachen. Gerade die Pfälzer Waldhütten sind ein fertiger und damit perfekter Beginn.

Noch ein grammatikalischer Tipp: ich würde das Projekt Naturplätze AN deutschen Wanderwegen nennen, AUF klingt etwas besitzergreifend und störend.

ludlab

Anja2
05.03.2008, 10:40
Naja, nach 100km Ritt ist auch ein Pferd nach kurzem Auslauf "froh :o ;-)
Anja

ludlab
05.03.2008, 10:52
:o ;-)
Anja
wie gesagt, nicht OT gehen. 100km sind für fitte Reiter und Pferde keine Seltenheit..
ludlab

Aachener
10.03.2008, 02:07
Ich finde diese Idee mit den Naturlagerplätzen so gut, daß ich mich in diesem Forum erst mal angemeldet habe...

Wäre es nicht eine Idee, mit einem Premiumwanderweg als Pilotprojekt zu kooperieren? Da steckt m. E. mehr Drive und Planungswillen dahinter als hinter manchem der Gebirgs- und Wandervereine (die ich hier nicht schlechtreden will). Am besten mit einem noch nicht so etablierten wie dem Rothaarsteig, sondern eher einem neuen (der Eifelsteig z. B. ist erst seit ein paar Wochen fertig) oder einem, der erst in der Planungsphase ist; die Organisatoren könnten damit regelrecht Werbung machen: unseren Wanderweg kann man komplett mit Zelt gehen, ohne sich zwischen Wohnwagen wiederzufinden!

Waldwichtel
11.03.2008, 22:24
@Aachener, du hast das Prinzip dieser Auszeichnungen nicht ganz verstanden... Diese Premiumwege etc. werden ja in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband erstellt, und die sind ganz und gar nicht darauf erpicht, dass man Wege ohne (mehr oder weniger kostenintensive) Übernachtungen erwandert, diese Auszeichnungen dienen ja gerade zur Ankurbelung des örtlichen Tourismus!!

EDI
11.03.2008, 23:08
Also bei uns im Pfälzerwald hatte Landesforsten so ein Projekt vor (hat immernoch vor?).

Allerdings gibt es Kritik u.a. von Verbänden. Diese sind nicht generell gegen solche Einrichtungen (man darf den Menschen nicht aussperren, Umweltbildung / erlebnis etc...), aber die Art und weise wie das geplant war gefiel nicht.
Knackpunkt waren vorallem: feste Klos, leichter Zugang, Feuerstelle, bislang noch nicht erschlossene Gebiete werden erschlossen, Müll im Wald, Parties, falsche Leute, Missbrauch undundund.
Als Lösung wurde ein "Ranger-Konzept" vorgeschlagen.
Soviel hab ich da mitbekommen... kein Gewähr auf richtigkeit...

Meine persönliche Meinung dazu:
Wir brauchen solche Plätze nicht. Wer nachts im Wald übernachten will kann und wird dies tun, dazu brauch er diese Plätze nicht.
Ich bin ziemlich sicher, dass kein Forstmensch/Jäger was dazu sagt, wenn man ne Nacht drauser verbringt.
Die plätze locken nur (noch) merh Menschen an, mit allen Problemen die das mitsich bringt...

Ihr könnt euch zu dem Projekt mal beim Landesforsten RLP (http://www.wald-rlp.de/)erkundigen...

Aachener
12.03.2008, 09:07
@Aachener, du hast das Prinzip dieser Auszeichnungen nicht ganz verstanden... Diese Premiumwege etc. werden ja in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband erstellt, und die sind ganz und gar nicht darauf erpicht, dass man Wege ohne (mehr oder weniger kostenintensive) Übernachtungen erwandert, diese Auszeichnungen dienen ja gerade zur Ankurbelung des örtlichen Tourismus!!

Hm... ach so. Da war ich vielleicht etwas zu naiv. Gab's denn schon irgendwo ein Echo aus den Gebirgs- und Wandervereinen auf den Vorschlag?

Waldwichtel
12.03.2008, 15:57
@EdI, ich bin schon des öfteren von Jägern vertrieben worden..., offizielle Ü-Plätze machen schon Sinn, aber ob man die so gross machen muss mit Klo etc. ist fraglich, da diese Plätze dann wohl oft als Party-Lounge missbraucht werden...

EDI
12.03.2008, 16:15
Ich hatte letzten Winter ein tolles Erlebnis mit nem Jäger.
Der war nämlich total überrascht dass jemand alleine, mitten im Wald und bei minus Graden drausen schläft....
Gibt wohl solche und solche...

Moltebaer
12.03.2008, 17:10
offizielle Ü-Plätze machen schon Sinn, aber ob man die so gross machen muss mit Klo etc. ist fraglich, da diese Plätze dann wohl oft als Party-Lounge missbraucht werden...Diese Überlegung gab es schon. Lösung wäre, daß alles wirklich sehr spartanisch ist. Ohne Zelt/Tarp und eigenen Kocher soll nix laufen. Keine Feuerstelle, keine Sitzbänke/Tische, kein Wetterschutz. Außerdem tief im Wald, für Autos unerreichbar, weit weg vom nächsten Parkplatz und auch nicht direkt am Wanderweg sondern ein paar (hundert?) Meter im Wald drinnen.
Meint ihr, SO ein Platz wird im selben Maß mißbraucht, wie eine Grillhütte im Stadtwald?
Mit schwarzen Schafen muß man immer leben, aber ich denke, die fallen hier kaum ins Gewicht.

akonze
12.03.2008, 17:56
Ich bin sehr viel in den deutschen Wäldern unterwegs und hatte noch nie Probleme mit Jägern/Förstern. Ab und zu mal von einem geweckt worden, aber das wars dann auch schon.

Spezielle Plätze zum Campen fände ich trotzdem gut, vor allem, weil man dort auch Gleichgesinnte treffen kann. Aber ich persönlich glaube nicht daran, daß man das hier in D durchsetzen kann. Die gesamte Tourismusbranche wäre dagegen, hat man doch von belegten Hotelbetten mehr. Darüber hinaus ist viel Wald in Privatbesitz und bei diesem Flickenteppich eine einheitliche Lösung zu finden dürfte schwierig sein.

Anja2
13.03.2008, 09:04
Darüber hinaus ist viel Wald in Privatbesitz und bei diesem eine einheitliche Lösung zu finden dürfte schwierig sein.
würde sich nicht gerade dieser Flickenteppich anbieten, mir ist bekannt das durch die Stürme der letzten Zeit viele Privatbesitzer in Schwierigkeiten geraten sind , die Schädlinge die gefallene Bäume fressen vermehren sich extrem und fressen anschließend dann die gesunden Bäume.Viele Privatbesitzer haben keine Mittel den eigenen Wald pflegen zu lassen, oft sind das ältere Leute die auf dem Land wohnen und dann auf Hilfe angewiesen sind. Man könnte doch eine Interessengemeinschaft gründen, Privatbesitzer bieten lauschiges Plätzchen gegen Spende zur Waldpflege.:roll:

OliverR
13.03.2008, 11:35
... Man könnte doch eine Interessengemeinschaft gründen, Privatbesitzer bieten lauschiges Plätzchen gegen Spende zur Waldpflege.:roll:

Das geht schon in die Richtung, die ich auch meinte. Es beruht doch alles auf einem gegenseitigen Geben und Nehmen. Gib mir einen Platz, auf dem ich mein Zelt aufschlagen darf und ich unterstütze im Gegenzug den Forst. Mir liegt doch schließlich auch etwas am Wald.

Werner Hohn
13.03.2008, 21:30
...Man könnte doch eine Interessengemeinschaft gründen, Privatbesitzer bieten lauschiges Plätzchen gegen Spende zur Waldpflege.:roll:

Der Privatbesitzer wird neben Vandalismus an zwei Dinge denken:

1. Wer zahlt, und das vorher, wegen höherem Risiko die gestiegene Prämie meiner Waldhaftpflicht. Die steigt meist nur minimal, aber trotzdem.

2. Wer übernimmt das höhere Risiko das sich aus der Verkehrssicherungspflicht ergibt.

Werner, Mini-Mini-und-das-noch-geteilt-Waldbesitzer

Alex79
16.03.2008, 13:58
Hallo!
Interessante Idee hier!
War im September auf dem Queerweg von Freiburg nach Konstanz unterwegs. Der Weg ist unglaublich schön, abwechslungsreich und in 5 bis 7 Tagen gut zu laufen.
Wäre also in dieser Hinsicht perfekt! Der erste Teil im Schwarzwald sollte auch genug Raum für solche Lagerplätze bieten. In der Wutachschlucht könnte es dann aus Naturschutzgründen schwierig werden. Andererseits gibt es da auch eine schöne Grillwiese mit Hütte so das da schon ein Großteil der nötigen/wünschenswerten Infrastruktur vorhanden wäre. Im Hegau sollte es wiederrum kein Problem sein einige Wiesen zu finden.

Ein Problem hierbei sehe ich insbesondere in der schwierigen Argumentation! Im Gegensatz zu den Nordeuropäischen Ländern hat Deutschland ein flächendeckendes Campingplatznetz. Da könnte es schwierig werden zu vermitteln warum es etwas anderes & wünschenswert ist in der Wutachschlucht/im Hegau "wild" zu campen anstatt den Campingplatz 1km weiter zu nehmen.

Andererseits denke ich mal könnte ein solches projekt tatsächlich eine enorme Außenwirkung erzielen. Der Weg wäre dann allerdings wohl schnell für unsereins uninteressant:(.

dzg
29.05.2008, 21:05
Hallo, ich bin gerade mit großer Freude auf diese Seite gestoßen. Ich bin Mitglied im Vorstand der Deutschen Zentrale für Globetrotter e.V. und bei uns gibt es viele Mitglieder, die bei Reisen durch die Welt genauso in der Natur übernachten und sich immer über die Situation in D ärgern. Selbst ein zentraleuropäisches dichtbesiedeltes Land wie Tschechien läßt diese Form des Übernachtens zu und auch z.B. in F gibt es in den Vogesen solche Möglichkeiten. Ich habe seit einiger Zeit versucht auf unserer Internetseite (unsere Vereinigung lebt haupts. von persönlichen Treffen) eine Liste autofreier Zeltmöglichkeiten zu erstellen, es läuft dabei bisher hauptsächlich auf Plätze an Kanurouten oder für Erwachsene offene Jugend- und Pfadfinderzeltplätze hinaus (wie z.B. an der Lahn oder im Altmühltal). Daher finde ich Euer Projekt super, würde aber dafür plädieren Radfahrer und Kanuten miteinzubeziehen, dann ist die Wirkung größer, evtl. kann man auch gemeinnützige Verbände wie die Naturfreunde oder den ADFC (haben unter ihrem Dachgebernet ein paar Möglichkeiten) oder Wandervereine dafür gewinnen. Wie wollt ihr das ganze praktisch angehen (durch eine Diskussion im Forum passiert ja erst mal nix praktisches)? Würde gerne aktiv versuchen mit Euch das Ganze anzugehen. Bei Interesse meldet Euch doch bei mir per mail, könnten dann ja mal telefonieren. Wohne ab nächstem Jahr in einem alten Bahnhof an einem Wanderweg und plane dort privat so etwas anzubieten. Löst zwar nicht die generelle Problematik, aber evtl. wäre es auch ein Weg Privatbesitzer z.B. Bauern für so ewas zu gewinnen (selbst wenn man dann diesen z.B. über irgendeinen Weg einen kleinen Obulus zukommen lassen müßte, d,h, es könnte ja eine Mischung aus Naturlagerplätzen auf öffentl.und privaren Land geben.....)
Infos zu unserer Liste findet ihr auf der Seite der dzg unter www.globetrotter.org unter der Rubrik Gastfreundschaften. Also meldet Euch bitte Gruß Dieter

SwissFlint
29.05.2008, 22:33
Das mit den Bauern ist eine gute Idee. Ich kenne in Frankreich eine Bauernfamilie die das anbieten wollte - inkl. Restaurant mit Ziegenkäse und Raststelle für Pferde. Leider wurden sie zu wenig besucht, so dass sie das Projekt aufgegeben haben.

Philadelphia
04.06.2008, 21:12
Finde die Idee super! Nur scheint mir das Projekt shr groß angelegt zu sein. Deshalb wird es wohl schwierig werden zu verwirklichen. Gerade wenn es auch darum gehen soll die Gesetzeslage in Deutschland zu ändern.
Warum macht man nicht einfach einen Passwortgeschützten Bereich für Outdoorseiten, verlangt nen kleinen Mitgliedsbeitrag und jeder der irgendwo nen stück Grün hat und dies für Mitglieder öffentlich anbieten will kann dies dort tun. Ich bin sicher, bei der Menge von Usern und Mitgliedern bekommt man schon ne ganz gute Abdeckung in Deutschland hin.
Ich wär auch jedenfall schonmal bereits was anzubieten :cool:

Mephisto
04.06.2008, 23:07
Passwortgeschützten Bereich für Outdoorseiten, verlangt nen kleinen Mitgliedsbeitrag Sowat gibbets. Heißt Verein ;-)

Philadelphia
04.06.2008, 23:11
Sowat gibbets. Heißt Verein ;-)

okay, und was passier dann? Wo bekommt man Infos, was mir das bringt, etc?
will mitmachen!

AndreasGG
18.06.2008, 17:04
Hallo,

ich bin zwar jetzt erst angemeldet, lese in diesem Forum aber schon sehr lange mit. Dieses Projekt hat reizt mich jetzt auch zu einem Beitrag.

Eine allgemeine Lösung durch eine Veränderung der allgemeinen Ordung in Deutschland halte ich für unrealistisch und nicht hilfreich. Orte zu schaffen die exklusiv für wenige, von allen getragen werden find ich persönlich einen bedenklichen Anspruch. Das ist überheblich und drückt eine gewisse Verachtung anderen Lebsweisen gegenüber aus.

Die Zielformulierung des Projektes ein Netz von "Übernachtungsplätzen" zu organisieren die dem allgemeinen Ansprüchen des Outdoorseiten-Nutzers entsprechen finde ich total klasse! Ich denke das ist nur über einen Verein Möglich.
Ein Beispiel: Ich komme aus Südhessen und verfüge über mehrere Gartengrundstücke (Landwirtschftliche Flächen) mit wildem Baum- und Buschbestand die sich für sowas sehr gut eignen würden. Ich bin immer auf der Suche nach Nutzern dieser Flächen. Aber ich finde keine! (und ich kenne einige mit diesem Problem!!!) Niemand will diese Flächen wie-auch-immer nutzen. Die Grundanforderungen sind den Menschen einfach zu hoch. Das sind: Eine Grundordung halten (Keine Müllansammlungen), das Gelände (zumindest im Eingangsbereich) betretbar halten, keine Autos reparieren (Grundwasserschutzgebiet),.... Ich habe hier genug Mitbürger die so einen Pachtvertrag nicht unterschreiben wollten. Die Pacht: 0,- Euro (für umme!!!). Der letzte der den Vertrag unterschrieben hat, hat eine LKW-Ladung Hausrat abgeladen die ich auf meine Kosten entsorgen musste.
Wenn sich jetzt ein Verein gründen lassen würde, der die absolute Grundversorgung (inc. einer Haftpflicht) auf die Reihe bekommt, lässt sich sowas gut organisieren. Es gibt einige solcher Vereine die Gelände und Hütten unterhalten (dav, Pfälzerwaldverein, Odenwaldclub,........) Warum nicht auch ein Outdoorverein der solch ein Lagerplatz-Netz plus einem angepassten Wanderwegenetz aufrecht erhält?
Ich würde mitmachen und in der regionalen Sektion Vereinsarbeit zur Bereitstellung und Unterhaltung solcher Gelände leisten. Sowas kann ja wachsen. Dann kann man auch genau regeln wer da nutzen darf und wen man nicht haben will.

Und jetzt bin ich mal gespannt wer sich noch freiwillig zur ableistung von Vereinsarbeit meldet.

Wer macht mit?




Gruß,
Andreas

OliverR
18.06.2008, 17:31
Hallo Andreas,

das ist ein Ansatz, den ich durchaus unterstützen würde. Kommt aber halt immer darauf an, wie gut jemand solche Plätze erreichen kann, um bei der Unterhaltung zu helfen. Wenn man in einer Region wohnt, wo es eine oder sogar mehrere solcher möglichen Plätze in der Umgebung gibt, dann ist das ja alles kein Problem. Hätte ich allerdings eine größere Anreise, dann würde ich sicherlich eher seltener die Gelegenheit finden.


Gruß
Oliver

AndreasGG
18.06.2008, 20:23
Hätte ich allerdings eine größere Anreise, dann würde ich sicherlich eher seltener die Gelegenheit finden.


Gruß
Oliver


Hallo Oliver,

die anfallenden Arbeiten auf so einem Grundstück bestehen abgesehen von der ersten Einrichtung der nötigsten Ausstattungsmerkmale vor allem in 4 - 5 Tageseinsätzen pro Jahr. Wenn man zwei Hände voll Leute in einer Region ist , muss mann auch nicht immer dabei sein. Die Nutzer sind ja dann auch Vereinsmitglieder die ihren Dreck wieder mitnehmen und bei größeren Platzmägeln mal melden. Ich gehe davon aus das diese Treffen sowiso keiner gerne verpasst :bg:


Andreas

OliverR
19.06.2008, 09:37
Hi Andreas,

ist was dran :bg: Allerdings glaube ich, dass man gerade in dieser Jahreszeit doch öfter mal etwas mähen müsste, um den Bewuchs zeltgerecht zu halten.


Gruß
Oliver

AndreasGG
19.06.2008, 10:41
Hi Andreas,

ist was dran :bg: Allerdings glaube ich, dass man gerade in dieser Jahreszeit doch öfter mal etwas mähen müsste, um den Bewuchs zeltgerecht zu halten.


Gruß
Oliver

...keineswegs. Wenn Du allerdings einen Campingplatzrasen willst, musst Du wohl jeden Samstag ran. Aber das wollen wir ja nicht ;-)
Es geht ja nur darum einer Verbuschung entgegenzuwirken. Kniehohes Gras zwischen den Bäumen und Büschen stellt ja wohl kein problem beim Zelten dar. Das ganze soll ja auch so naturnah wie möglich sein. Die Verteilung der Einsätze wird klassischer weise so aussehen: Im Winter: 0 (nix zu tun), Im Frühling: 1 x klar Schiff machen (Winterbruch beseitigen, WC versetzen), Sommer: 3 x mit dem Wiesenmäher (sportliche erledigen das locker mit der Sense) drüber und WC warten, Herbst: 1 x grobes beseitigen und WC warten. - das wars! Da hier keine Wiesenwirtschaft betrieben wird, lasse ich immer im Herbst die Samenstände für die Viecher stehen. Möglicherweise kann man ja noch einen kleinen Teil für die Winterfreaks mähen.
Aus meiner Erfahrung würde ich sagen pro 1000qm (inc. Baum- und Buschbestand) ist das für zwei ungeübte Leute ein Tag Arbeit pro Einsatz.
Dort wo ein Bauer Wiesenwirtschaft betreibt hat man sogar garkeine Arbeit (abgesehen vom WC). Die Landwirte wollen nur einen verbindlichen Ansprechpartner (Ein Verein dessen Vereinsziel vom Bauer verstanden wird) und gut is. Und jeder Bauer hat ungeliebte Flächen (zu feucht, schlechter Boden,...) die er gerne für ganz wenig das Jahr über verpachtet. Im Rhein-Main-Gebiet kostet der QM Landwirtschaftliche Fläche 2 - 2,5 Euro und in ländlichen Gegenden irgendwas um 1 - 1,5 Euro. Da erwartet nieman eine hohe Rendite.

Andreas

OliverR
19.06.2008, 11:29
...keineswegs. Wenn Du allerdings einen Campingplatzrasen willst, musst Du wohl jeden Samstag ran. Aber das wollen wir ja nicht ;-)


Nein, schon recht. Einen Golfrasen möchte ich natürlich nicht. Aber halt einen einigermaßen ebenen Untergrund zum Pennen und für meinen Campingkocher ;-) Ob man allerdings überall dann auch noch unbedingt ein Klo installieren muss? Ich dachte, so unauffällig wie möglich, keine speziellen Einrichtungen, sondern maximal ein kleines Hinweisschild als Marker.

Gruß
Oliver

AndreasGG
19.06.2008, 12:34
Ob man allerdings überall dann auch noch unbedingt ein Klo installieren muss? Ich dachte, so unauffällig wie möglich, keine speziellen Einrichtungen, sondern maximal ein kleines Hinweisschild als Marker.

Gruß
Oliver

Das mit dem Klo ist ja nur ein Vorschlag. Ich habe damit auch nicht mehr oder weniger als einen uneinsichtigen Donnerbalken mit Grube gemeint. Allerdings ist es schon sinvoll wenn der Nutzer etwa eine Ahnung hat wo hier sein Vorgänger das großes Geschäft veranstaltet hat. In der warmen Jahreszeit wirds ohne Klo nicht gehen. Die zur Verfügung stehenden Flächen werden ja auch nicht alle sooo riesengroß sein das es unwarscheinlich wird seine Matte auf einem Spatenloch des vorletzten Wochenendes auszurollen.:ill: Es wird hier einige geben die die Gerüche von beliebten Pilgerwegen kennen..... :ill::ill::ill::ill::ill::ill:

Gruß,

Andreas

Kosmo72
26.09.2008, 01:27
hi,
was ist jetzt aus diesem Projekt geworden?
Wurde schon etwas veranlasst oder wurde es vertagt.............?:(
Wie geht es weiter? Seid ihr schon mit der passenden Organisation in Verbindung geraten oder habt ihre eine Absage erhalten. Würde mich
sehr interessieren.
MFG

AndreasGG
09.10.2008, 16:58
Tja...hier tut sich nicht viel scheint mir...:(

Ich würde immer noch die von lokalen Gruppen organisierten Natulagerplätze bevorzugen. So könnte man fast alle vorgetragenen Wünsche erfüllen ohne irgendein besonderes Behördenhickhack-Theater aufzuführen.
Es wird aber warscheinlich daran scheitern, dass viele das gerne hätten aber erwarten dasses andere für sie machen. Wie immer halt :(
Nach meinen letzten Beiträgen zu diesem Thema hat sich einer (!) gemeldet der auch bereit ist für diese Umsetzung was arbeiten zu wollen. Das ist leider etwas wenig.

Nochmal: Wer hat Interesse mit dem ersten selbstorganisierten Naturlagerplatz im Rhein/Main-Gebiet, Odenwald, Rheinhessen, (meinetwegen auch Pfälzer Wald und so)... zu beginnen?

Es braucht dazu Bereitschaft mitzuarbeiten und sich verantwortlich für die Sache zu fühlen.
Ich habe auch einen Beruf, Familie, Haus und Hof,.... und trotzdem werde ich die wenigen Tage im Jahr dafür aufbringen können.

AndreasGG

OliverR
09.10.2008, 19:34
Hi Andreas,

Rheinhessen wäre meine Region. Natürlich wäre ich auch bereit mich da einzubringen, aber ich kenne ja noch nicht einmal irgendwelche Ansprechpartner hier, die für so ein Projekt offene Ohren haben könnten.


Gruß
Oliver

AndreasGG
13.10.2008, 21:22
Hi Andreas,

Rheinhessen wäre meine Region. Natürlich wäre ich auch bereit mich da einzubringen, aber ich kenne ja noch nicht einmal irgendwelche Ansprechpartner hier, die für so ein Projekt offene Ohren haben könnten.


Gruß
Oliver

Hallo Oliver,

das mit den Ansprechpartbern ist kein Problem. Ich habe mir da schon einiges ausgedacht und schon mal geschnuppert ;-)
Wenn ich so auf die Karte sehe wo wir wohnen, komme ich auf halber Strecke (Luftlinie) zum Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsaue. Wie wäre das als Zielregion für so einen Naturlagerplatz? Vielleicht finden sich ja noch ein paar Mitstreiter mehr wenn sich so ein Einzelprojekt Konkretisiert, bzw. sichtbarer wird. Vor ca. einem halben Jahr wurde hier ein mehrere tausend Quadratmeter Gelände (50%Wiese/50%Wald) für echt schmales Geld zur Pacht angeboten. Wenn wir es schaffen könnten einen Verein zur Unterhaltung eines solchen Geländes zu gründen, sollte es kein Problem sein das auf die Beine zu stellen. Wenn wir dann noch einen Fernwanderweg anzapfen könnten, hätten wir auch genug Naturlagerplatznutzer (Am Rhein muss doch da was möglich sein...!).

Gruß,

Andreas

OliverR
13.10.2008, 23:27
Wenn wir dann noch einen Fernwanderweg anzapfen könnten, hätten wir auch genug Naturlagerplatznutzer (Am Rhein muss doch da was möglich sein...!).

Gruß,

Andreas

Hallo Andreas,

zumindest der Regionalweg R6 verläuft in der von Dir genannten Region. Da bin ich auch schon mal von Hochheim aus runtergewandert. Allerdings ist der Kühkopf selbst ja Naturschutzgebiet. Ob man in dessen Umgebung einen solchen Naturlagerplatz einrichten kann und darf? Würden auf der Strecke auch noch ein paar weitere Plätze fehlen. Allerdings, bei entsprechender Nähe zum Wasser, wäre das auch nett für Tourenpaddler. Aber wie gesagt, da müsste eine viel größere Strecke mit Lagerplätzen abgedeckt werden, damit sich das lohnt. Ein Gelände zu pachten genügt da ja nicht wirklich.

Gruß
Oliver

AndreasGG
14.10.2008, 00:06
Ein Gelände zu pachten genügt da ja nicht wirklich.


....man muss ja mal irgendwo anfangen!

Was würde denn Deiner Meinug nach genügen?

rattenschwarz
28.10.2008, 22:30
Wir sind auch an dem Thema interessiert, wissen aber nicht genau wie wir euch helfen können. Wir sind auch am Rhein angesiedelt (Raum Koblenz).
Zur Zeit klappere ich die Verwandtschaft ab und frage nach ungenutzen Flächen. Meine Eltern besitzen sogar ein Stück Wald, was aber eindeutig zu nah an der Zivilisation ist. Ich versuchs weiter. Vielleicht finde ich ja jemanden, der noch eine vergessene Wiese auf dem Hunsrück hat.

Werner Hohn
28.10.2008, 22:59
Meine Familie hat auch etwas Wald, aber wir würden das nicht machen. Das Problem ist die Zwangsmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (jedenfalls in Rheinland-Pfalz) und die Haftpflichversicherung fürs Gelände. Das ist ebenfalls eine Zwangsversicherung. Wenn Lagerplätze oder Wanderwege eingerichtet werden, ändern sich die Versicherungsbedingungen und damit die Beiträge. Nennt sich Verkehrssicherungspflicht. Google hilft, wenn auch nicht sehr. Irgendwo hier habe ich dazu schon mal was gepostet.

Brach liegendes Land liegt oft deshalb brach, weil die Besitzer Gelder fürs nicht bewirtschaften erhalten. EU, Naturschutz, Verpachtung an Vogelschutzbund, usw. Einige unserer Flurstücke sind an den Vogelschutzbund gegen Übernahme der Beiträge "verpachtet", und aus diesem Grund liegen die brach. Bei vielen anderen Besitzern läuft das ähnlich.

Wegen der Verkehrssicherungspflicht. Als der Rheinsteig vor wenigen Jahren eingerichtet wurde, haben die Grundbesitzer erst zugestimmt als die Länder oder die Kreise die Verkehrssicherungspflicht übernommen haben. Allerdings war und ist der Rheinsteig ein Projekt, in dass mehr als ein paar Euro geflossen sind.

Werner

AndreasGG
29.10.2008, 19:08
Verkehrssicherungspflicht

Werner

Die Kosten und Aufarbeitung des Geländes um der Verkehrssicherungspflicht zu entsprechen (inc. Versicherungsbeiträge) könnte ja durch einen lokal arbeitenden Verein (Pächter) geleistet werden. Sowas gibt es schon. Bei uns in Groß-Gerau wird ein naturnaher Gruppenzeltplatz durch einen Verein bewirtschaftet: http://www.jugendzeltplatz-wildpark.de/
Letztlich ist es ein Rechenexemple. Wie ich schon voher geschrieben habe sollte es kein Problem sein das als Verein zu lösen. Allerdings braucht ein Verein auch Leute die verbindlich anpacken.

AndreasGG

rattenschwarz
29.10.2008, 21:13
Das Ding ist doch folgendes: Wenn ich nun anfange Klinken zu putzen und meine ländliche Verwandtschaft anfrage, ob sie bereit wären ihre Wiesen zur Verfügung zu stellen muss ich schon was in der Hand haben, was diese Fragen nach Rechtlichem und Kosten klärt. Hat der Verein denn jemanden, der sich ein bisschen damit auskennt und mal was für den Laien verständlich dazu äussern könnte? Mein Onkel hat nämlich eine Wiese, die in der Nähe des Hunsrückhöhenweges liegt und zur Zeit nur als Holzparkplatz dient. Aber ich setz mich nicht bei der Verwandtschaft in die Nesseln ohne ein bisschen mehr Informationen ;-)

Chobostyle
31.10.2008, 15:10
Hallo!
Prinzipiell ist das Ganze eine gute Idee. Allerdings halte ich die bislang vorgeschlagenen Lösungen allesamt für nicht umsetzbar bzw. unpraktikabel.
Zum einen sehe ich das Problem schon bei festgelegten Etappen; je nach Wetter und Kondition werden Wanderer nicht alle gleich laufen wollen.
Zum anderen geht es doch den meisten Leuten darum, das Gefühl von "Wildzelten" zu haben.
Bzgl. Toilette sehe ich da nicht so ein großes Problem, ich kenne zumindest in Deutschland keinen Weg, an dem man nicht wenigstens einmal am Tag an einer Toilettenmöglichkeit vorbeikommt.

Mir schwebt daher eine Idee ungefähr so vor:
Wenn jemand zB eine Tour durch den Schwarzwald machen will, so geht er vorher zur Naturschutzbehörde (oder Tourismusbehörde oder so) und sagt, er werde 2 Wochen im Schwarzwald wild zelten. Dann unterschreibt er ein Formular, in dem er sich verpflichtet, keinen Müll zu hinterlassen, nur eine Nacht pro Stelle, usw., zahlt einen geringen Betrag und erhält eine Art Ticket.
Nun kann der Wanderer zelten, wo er will, und auf Verlangen des Försters oder Rangers das Ticket vorzeigen, und so sein Camp legitimieren.

Das wäre meiner Meinung nach eine super Lösung, auch ohne das Dorfjugendtheater usw. Ließe sich vielleicht auch relativ unkompliziert realisieren, ist doch afaik das Biwakieren derart bereits erlaubt.
LG,

Chobostyle

Werner Hohn
04.11.2008, 12:22
...
Mir schwebt daher eine Idee ungefähr so vor:
Wenn jemand zB eine Tour durch den Schwarzwald machen will, so geht er vorher zur Naturschutzbehörde (oder Tourismusbehörde oder so) und sagt, er werde 2 Wochen im Schwarzwald wild zelten. Dann unterschreibt er ein Formular, in dem er sich verpflichtet, keinen Müll zu hinterlassen, nur eine Nacht pro Stelle, usw., zahlt einen geringen Betrag und erhält eine Art Ticket.
Nun kann der Wanderer zelten, wo er will, und auf Verlangen des Försters oder Rangers das Ticket vorzeigen, und so sein Camp legitimieren.

Das wäre meiner Meinung nach eine super Lösung, auch ohne das Dorfjugendtheater usw. Ließe sich vielleicht auch relativ unkompliziert realisieren, ist doch afaik das Biwakieren derart bereits erlaubt.
LG,

Chobostyle

Und wer kontrolliert das? Wer klappert jeden Tag die Lagerplätze ab und schaut nach, ob nur Leute mit Erlaubnisschein dort zelten. Wer schmeißt die dann vielleicht nicht mehr ganz so freundlichen Leute vom Platz? Diese Fragen werden unweigerlich auftauchen, wenn du einer Naturschutz- oder Tourismusbehörde diesen Vorschlag unterbreitest.

Auf der Mitgliederversammlung in Wörnitz wurde beschlossen, dass dieses Projekt fürs Erste auf Eis gelegt wird. Im Augenblick fehlen uns schlicht und einfach die Leute dafür.

Wer jedoch ein schlüssiges Konzept hat, darunter verstehen wir neben Weg und Lagerplätzen auch einen Vorschlag für eine dauerhafte Betreuung der Lagerplätze, sollte hier weiterarbeiten. Vorschläge, Ideen und Meinungen die sich verwenden lassen, gibt es ja reichlich in diesem Thread.

Werner

OliverR
04.11.2008, 15:59
Vielleicht ist AndreasGG Vorschlag mit dem Verein nicht ganz so abwegig. Aber das würde meines Erachtens halt nur relativ flächendeckend Sinn machen und entsprechend vieler auch aktiver Mitglieder bedürfen, sowie der engen Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen/Behörden. Mit einem einzigen Gelände, das noch dazu nicht gerade an einer gängigen Wanderroute liegt, ist der Sache wahrlich nicht gedient. Was macht der Wanderer auf dem Rest der Strecke? Wieder illegal wildcampen.

Gruß
Oliver

lina
26.02.2010, 00:48
Habe gerade einen interessanten Artikel (http://www.christownsendoutdoors.com/2010/02/loch-lomond-roadside-camping-problems.html) gelesen zum Campen außerhalb von Campingplätzen (in GB, hier speziell Schottland/Loch Lomond).

Hier wird unterschieden zwischen wild camping (LNT-camping) und informal camping (regelwidrig, vandal camping). Interessant bei letzterem ist, dass Nachforschungen ergaben, dass diejenigen, welche ihren Rastplatz relativ verwüstet hinterlassen, meist nicht weiter als 29 m (!) laufen.

Eigentlich wäre das auch ein brauchbarer Teil einer Definition für die Lage von Naturlagerplätzen :bg:


Desweiteren soll wohl in GB eine Art vandalismusfreies "informal camping" durchaus möglich sein können, auf Plätzen, die ein bisschen Infrastruktur bereit stellen, also Toilette, Feuerstelle, Mülltonne.

derjoe
26.02.2010, 10:46
mal ganz ehrlich: ich finde es klasse daß sich der Verein engagiert! Aber ich glaube nicht daß es wirklich gedankt wird, wenn mit viel Aufwand solche Lagerplätze eingerichtet, gepflegt, verwaltet... werden. Das verlangt sicherlich mehr Pionierarbeit als man vielleicht denkt.

Imo würde das am Ende darauf hinauslaufen, daß die Plätze als günstiger Campingplatzersatz genutzt werden - vor allem von Gruppen, die recht zielgenau planen müssen, wann sie wo sind und von solchen, die dann eben doch nur Party im Wald machen wollen. Wo zieht man die Grenze? Im Griff wird man es nicht haben.

Zudem ist es meine persönliche Einschätzung, daß die meisten Individualisten (die wir hier wohl zum Großteil sind), sich doch viel lieber spontan einen Platz suchen, morgens nicht wissen wo sie abends sein werden und sich gar nicht nach festen Plätzen richten wollen. So geht es mir zumindest: wenn ich einen Lagerplatz aussuche werde ich mich überall hinlegen aber nicht dort, wo ein Plätzchen bereitet ist, ich gesehen werde, schon Jemand anders war, ein Schild steht... .

lina
26.02.2010, 11:46
Nee, es geht nur um eine Möglichkeit, hinzubekommen, dass Wildcampen nicht automatisch illegal ist, und zwar auf der Grundlage, dass "Lagerfeuerbesäufnisse mit reichlich Müll" (Zitat aus Posting #5) laut der zitierten Untersuchung wohl hauptsächlich bei kurzen Anschlepp-Wegen vorkommt (wie schön, dass es dazu nun mal eine offizielle Untersuchung gibt! :bg: )

Weitwanderwege z.B. führen über lange Strecken durch Gebiete, wo solch kurze Anschlepp-Wege gar nicht gegeben sind.


Es gibt ja schon eine Spannbreite von


Wildcampen ist verboten

Naturlagerplätze, die von Privat angeboten werden (z.B. wie in Dänemark: es gibt ein kleines Heftchen, in dem diese verzeichnet sind. Dort ist auch vermerkt, ob Wasserzugang, rudimentäre sanitäre Einrichtungen, etc. vorhanden sind oder nicht. Man muss sich kurz vorher telefonisch anmelden. Ansonsten gilt LNT)

Wildcampen wird toleriert (wie in meinem vorherigen Beitrag bzgl. GB verlinkt), aber nur in einiger Entfernung von Häusern, LNT wird vorausgesetzt.

Jedermannsrecht

Naturschutzbereiche, die besonderen Schutz genießen, sind natürlich nach wie vor ausgeschlossen