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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IS] Reyjkavik, Laugavegur und Halbinsel Snaefellsnes (Juni/Juli 2007)



zigzag
05.01.2008, 16:51
Land: Island
Reisezeit: Juni/Juli 2007
Region/Kontinent: Nordeuropa

1. Tag: Montag, 25.06.2007 (Anreise)
Den Flughafen Berlin-Schönefeld erreichten wir etwa 2 Std. vor Abflug. In der Warteschlange am Check-In-Schalter kamen wir mit einem deutschen Wahlisländer ins Gespräch. Dieser meinte, dass ER nicht auf Island wandern wollen würde – das Wetter wäre dort zu unbeständig – Lappland sei doch viel schöner, hätte eine üppige Vegetation und ein milderes Klima. Nun, gerade die klimatischen Unwägbarkeiten (auch im Sommer ist mit jedem Wetter zu rechnen) sehen wir als Herausforderung – außerdem werden wir jede Nacht ein festes Dach über dem Kopf haben. Für den Flug empfahl er uns einen Fensterplatz auf der rechten Seite. Wir folgten seiner Empfehlung und sollten belohnt werden. Beim Start bot sich uns zunächst ein toller Blick auf Berlin – später überflogen wir die Färöer-Inseln und schließlich entlang der Südküste Islands mit Blick auf den mächtigsten Gletscher Europas – dem “Vatnajökull“. Die Vulkaninsel empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Der Flybus brachte uns vom internationalen Flughafen in Keflavik in die etwa 50 km entfernte Landeshauptstadt. Nachdem wir unser Zimmer im Hostel bezogen hatten, erkundeten wir Reykjavik bei einem abendlichen Stadtspaziergang. Im alten Hafenviertel stärkten wir uns mit einer Hummersuppe sowie einem Walspieß (wollte ich mal probiert haben, schmeckt ähnlich wie Rindfleisch). Als wir gegen 22:00 Uhr den Rückweg antraten waren es noch immer 16 Grad – für Island nahezu subtropische Temperaturen. Für einen Montagabend war noch verhältnismäßig viel los auf den Straßen, und es waren viel hippe und hübsche Isländerinnen unterwegs!
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2. Tag: Dienstag, 26.06.2007 (Golden-Circle-Tour)
An unserem zweiten Reisetag sollten wir viel zu sehen bekommen. Bereits am Vorabend hatten wir eine etwa 8-stündige Bustour zu den bekanntesten Ausflugszielen der Insel gebucht. Die Tour führt u. a. zum mächtigen Gullfoss, dem “goldenen Wasserfall“, zu einem Hochtemperaturgebiet, der Heimat des weltbekannten Geysir, und zum Pingvellir-Nationalpark, einer etwa 7 km breiten Dehnungsspalte des Mittelatlantischen Rückens (zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte), die sich jährlich bis zu 1 cm senkt und weitet. Diese ebenfalls historisch bedeutsame Stätte (hier wurde zu Wikingerzeiten eine Art Parlament abgehalten) zählt zum UNESCO Weltnatur- und kulturerbe.
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3. Tag: Mittwoch, 27.06.2007 (Stadtleben)
Für heute stand “Wale-Watching“ auf dem Programm. Nach einem morgendlichen Stadtbummel fanden wir uns gegen Mittag am Hafen ein, um dort (zu unserer Verwunderung) zu erfahren, dass die Fahrten aufgrund starken Windes ausgesetzt werden. So schlenderten wir etwas verloren durch den Hafen und schließlich durch das kleine Regierungsviertel mit seinen Botschaften zurück in die Stadt, die doch größer ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. Nach gut 4 ½ Std. Lauferei erreichten wir dann ziemlich erschöpft unser Hostel auf der anderen Seite der Stadt. Den Nachmittag relaxten wir im gemütlichen Aufenthaltsraum, und am Abend hieß es dann bereits Rucksäcke packen, denn am nächsten Tag sollte es zeitig losgehen.
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4. Tag: Donnerstag, 28.06.2007 (Ein perfekter Tag)
Heute ging es ins etwa 50 km entfernte Selfoss – so zumindest meine/ unsere Annahme. Der Bus dort hin sollte um 8:30 Uhr vom Zentralen Busbahnhof abfahren. Eine ¾-Stunde vorher verließen wir die Jugendherberge. Dies war jedoch reichlich knapp bemessen, denn wir erreichten den Busbahnhof gerade mal 2 Minuten vor Abfahrt. Die Fahrt dauerte etwa eine knappe Stunde. Die Farm, auf der Ruth (eine Freundin) seit Februar dieses Jahres lebt und arbeitet, liegt jedoch etwa 25 km außerhalb der Stadt (auf halber Strecke zum Nachbarort Hella). Der Busfahrer war so freundlich und ließ uns an einer Zufahrtstraße raus – von dort aus waren es dann nur noch etwa 2,5 km bis zur Farm, die wir gegen halb Elf erreichten. Als Unterkunft diente uns das kleine Waldhäuschen – eine sehr gemütliche Gartenhütte direkt hinterm Haus. Nachdem wir die nähere Umgebung erkundet hatten, gab’ es Mittagessen, später Kaffee und Kuchen (u. a. Apfelstrudel mit Vanilleeis). Danach relaxten wir ein gutes Stündchen draußen in der Sonne. Der Wind hatte mittlerweile nachgelassen, und am Abend, als es nicht mehr ganz so heiß war (O-Ton Christiane), unternahmen wir einen gut 2-stündigen Ausritt auf Islandpferden. Nach dem Vertrautmachen mit den Tieren und einer kurzen Einweisung ging es zusammen mit Oli und Ruth in herrlich milder Abendsonne bis zum Wasserfall und zurück. Nach einem schmackhaften Abendessen lies ich es mir im Hofeigenen “Hot-Pot“ gut gehen. Gegen 01:00 Uhr – es war eigentlich immer noch taghell – war dann Schlafenszeit.
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5. Tag: Freitag, 29.07.2007 (Beginn der Hochlandtour – 1. Etappe, ca. 11 km)
Nach einem reichhaltigen Frühstück – es sollte das Beste und Üppigste für die nächsten sechs bzw. sieben Tage sein – brachte Ali, ein schwedischer „Gastarbeiter“ uns bis nach Hella. Dort stiegen wir in den Bus nach Landmannalaugar zu. Von dort fuhr der Bus gute 2 Stunden – anfangs noch über asphaltierte Straßen, später nur noch über grobe Schotterpisten. Gegen 12:30 Uhr erreichten wir „die heißen Quellen der Leute vom Land“ – so die Übersetzung. Von dort startete unsere 6-tägige Tour durch das Hochland. Die erste Etappe sollte etwa 4 Std. dauern – eine falsche Anzeigung verlängerte die Gehdauer jedoch um eine halbe Stunde. Auf dem ersten Teilstück mussten viele Schneefelder passiert werden, was recht kraftraubend war. Der Wettergott war uns jedoch gut gesonnen, und so erreichten wir gegen 18:00 Uhr trockenen Fußes unsere Herberge – die Hrafntinnusker-Hütte. Diese hatte erst wenige Tage zuvor den Betrieb aufgenommen, und war z. T. noch eine Baustelle. Wir nächtigten mit nur vier weiteren Gästen im Matratzenlager auf dem Dachboden – im Untergeschoss war eine größere Jugendgruppe einquartiert, die uns die nächsten 3 Etappen begleiten sollte!
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6. Tag: Samstag, 30.06.2007 (2. Etappe, ca. 14 km)
Erst gegen 8:30 Uhr erwachte ich aus meinen Träumen – stolze 10 Std. geschlafen! Die Morgenwäsche viel wg. nicht vorhandener bzw. nicht funktionierender sanitärer Anlagen aus. Zum Frühstück gab es süßes Schwarzbrot, einen Päckchencappuccino sowie eine Banane. Gegen 10:20 Uhr starteten wir zu unserer 2. Etappe. Es hatte mittlerweile aufgeklart und die Sonne ließ sich mehr und mehr blicken. Nach einer Weile änderte sich die Landschaft, und vor uns eröffnete sich uns eine weite Ebene mit dem See Alvatan. Dort befand sich eine Hütte, bei der wir jedoch nur eine Rast einlegten. Unser Etappenziel – die Hütte in Hvanngil – lag jedoch etwa 1 Std. weiter. Auf dem Weg dort hin mussten wir den ersten größeren Flusslauf furten (die Bachläufe zuvor ließen sich entweder mit Schuhen durchwarten oder überspringen). Dort trafen wir auf unseren Zimmergenossen Walter aus dem Hostel in Reykjavik, der den Treck in anderer Richtung geht. Gegen 17:00 Uhr erreichten wir schließlich unsere Herberge. Zum Abendbrot gab es eine Portion Instant-Nudeln. Anschließend bestiegen wir noch den Hausberg, von dem aus sich uns ein tolles Panorama und ein Blick auf die morgige Etappe boten.
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7. Tag: Sonntag, 01.07.2007 (3. Etappe, ca. 12 km)
Gegen 8:30 Uhr wurde es unruhig in unserem Matratzenlager, dass wir mit vier Leuten der Bergrettung teilen mussten. Wenig später beschloss auch ich aufzustehen. Nach einem spärlichen Frühstück (weiter zwei Schnitten Schwarzbrot und einen Cappuccino) – während die anderen Gäste unter in der Küche Frühstücksspeck brieten, bis der Feuermelder auslöste – starteten wir gegen 10:20 Uhr zu unserer 3. Etappe. Nach etwa einer halben Stunde musste abermals ein Flusslauf gefurtet werden, danach sollten wir aber für den Rest des Tages trockene Füße behalten. Der heutige Tourabschnitt war recht monoton und führte durch eine nicht enden wollende Wüstenlandschaft. Die Sonne schien ungehindert auf uns herab, jedoch wehte ein kühler Wind über die weite Ebene. Gegen 14:00 Uhr erreichten wir unser Etappenziel – die Hütte in Emstrur. Nach einer Regenerationsphase unternahmen wir noch einen Fußmarsch zum nahe gelegenen und mehr als hundert Meter tiefen Canyon. Dann zogen Wolken auf, und es wurde schlagartig empfindlich kühl, so dass ich fürchten musste, mich zu erkälten, und so eilte ich/ eilten wir schnell zur Hütte zurück.
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8. Tag: Montag, 02.07.2007 (4. Etappe, ca. 15 km)
Heute wurden wir gegen 8:30 Uhr wach. Das Frühstück fiel mal wieder (mangels Appetit auf den mitgeführten Proviant) sehr spärlich aus – lediglich eine Aprikosen-Mendel-Schnitte die nicht schmeckte (und von denen ich alle weiteren später verschenkt habe), 50 g Vollkornbrot sowie eine Tasse Tee. Kein Wunder dass ich den Morgen kraftlos war, und so mussten wir bereits eine halbe Stunde nach dem wir aufgebrochen sind eine erste Rast einlegen. Nach einer Mini-Salami und weiteren 50 g Vollkornbrot fühlte ich mich dann besser, wenig später folgte noch eine Haselnuss-Schnitte, die noch mal 470 kal. lieferte. Die heutige Etappe war wesentlich abwechslungsreicher als die gestrige. Sie führte an dem Canyon entlang, und die Vegetation wurde zunehmend üppiger. Es musste erneut ein Flusslauf gefurtet werden. Danach führte der Weg durch einen lieblichen, grünen Wald. Das Wetter spielte noch immer gut mit – nur hin und wieder schob’ sich eine vereinzelte Wolke vor die Sonne, die ansonsten gut wärmte. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir die anvisierte Hütte in Porsmörk. Dort gönnte ich mir nach vier Tagen eine warme Dusche (5 Min. für umgerechnet 3,50 Euro). In einem kleinen Kiosk erweiterte ich meinen Proviant um Cola, Apfelsaft, H-Milch und heiße Schokolade (Pulver). Zum Abendbrot gab es Risi-Bisi. Draußen hatte es sich zwischenzeitlich (wie auch die Abende zuvor) zugezogen. Für den morgigen Tag ist etwas Regen prognostiziert, einen Wetterumschwung soll es jedoch nicht geben. Den Abend tankten wir Kraft für die morgige, vorletzte Etappe.
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9. Tag: Dienstag, 03.07.2007 (5. Etappe, ca. 10 km)
Am heutigen Morgen fühlte ich mich nicht besondern wohl. Eine Erkältung und Magenverstimmungen schwächten mich. Daniel war ebenfalls gesundheitlich angeschlagen, dennoch starteten wir gegen 10:15 Uhr zu unserer vorletzten Etappe. Gut 1.000 Höhenmeter galt es zu überwinden. Der Aufstieg machte und beiden zu schaffen, später setzte dann auch noch etwas Regen ein. Auf dem Pass zog es sich mehr und mehr zu – die Sichtweise betrug stellenweise nur geschätzte 30 m. Glücklicherweise konnten wir noch die Hütte sichten, die etwas Abseits vom “Weg“ stand und nicht ausgewiesen war. Wir erreichten diese gegen 16:15 Uhr und teilten diese mit einer Alleinreisenden aus den Niederlanden. Zum Abendessen gab es Spirelli-Bolognese, die ich jedoch nicht aufgegessen habe (schmeckte einfach zu widerlich)!
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10. Tag: Mittwoch, 04.07.2007 (6. und letzte Etappe , ca. 13 km)
Als wir gegen halb acht wach wurden stellten wir fest, dass sich zwei weitere in der Hütte eingefunden und genächtigt hatten. Diese waren, wie wir später erfuhren, erst gegen 20:00 Uhr von Skogar (der Gegenrichtung) aus gestartet und hatten die Hütte gegen 01:00 Uhr erreicht. Wir sich später herausstellte waren beide gebürtige Deutsche und eine sogar gebürtige Detmolderin (Lipperin). Nach einem “gemeinsamen“ Frühstück (Daniel durfte sich über getrocknete Aprikosen und Vollkornbrotkrümel mit Marmelade freuen) verließen wir die Hütte gegen 9:15 Uhr. Die Sicht war klar und die Wolkendecke lag weit unter uns. Nach einigen letzten Schneefeldern erreichten wir eine Jeepspur, die zwar nicht immer leicht zu gehen war, aber uns den Weg zurück in die Zivilisation wies. Zahlreiche schöne Wasserfälle säumten unseren Weg. Unser Etappenziel Skogar erreichten wir überglücklich gegen 14:15 Uhr. Dort ergoss sich der mächtige Skogarfoss aus 62 m Höhe. Als Herberge diente uns heute eine Schlafsackunterkunft in einer Sporthalle, die zu einem Edda-Hotel gehörte, das in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Internats untergebracht war. Diese mussten wir zunächst nur mit einem Deutschen teilen, später mit weiteren 18 Franzosen. Auf dem Weg zum einzigen Shop im Ort wurden wir dann zum ersten Mal richtig Nass (ich hatte für den kurzen Weg natürlich keine Regenhose mitgenommen). Dort harrten wir etwa eine Stunde aus, bis es aufgehört hatte zu regnen. Eine Alternative bot der Ort mit gerade mal 20 Einwohnern nicht.
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11. Tag: Donnerstag, 05.07.2007 (Zurück nach Reykjavik)
Bereits um 6:30 Uhr wurde ich wach, was jedoch nicht sonderlich tragisch war, da wir eh’ beschlossen hatten früh aufzustehen. Ich hatte bis dahin auch recht gut geschlafen (wenn auch mit Ohropax und Augenbinde) – im Gegensatz zu Kollege Ortmann, der trotz Ohropax angeblich wg. starker Schnarcherei (der Franzosen und mir) die ganze Nacht kein Auge zubekommen hat. Das Frühstück fiel mal wieder dürftig aus, und wurde bei einem Zwischenstopp auf dem Weg nach Reykjavik um eine Käsestange und eine Banane ergänzt. Gegen 11:15 Uhr erreichten wir Reykjavik, und der Busfahrer war so serviceorientiert, uns bis zum Hostel zu bringen. Nachdem wir uns unseres Gepäcks entledigt hatten, suchten wir den Bonus – einen größeren und verhältnismäßig günstigen Discounter auf, um uns für die restlichen drei Tage mit Lebensmitteln einzudecken. Aus diesen bereitete ich mir anschließend ein leckeres Chili con Carne zu, dass ich mir auf der Sonnenterasse des Hostels schmecken ließ. Der Nachmittag/ Abend plätscherte so dahin, und es war auch schön, einfach mal „nichts“ zu unternehmen. Daniel hat sich recht früh ins Bett verabschiedet um sein Schlafdefizit auszugleichen, während ich mich im Fernsehraum durch die verschiedenen Kanäle gezappt habe. Um 21:45 Uhr wollte ich mich im Heute Journal“ über die Geschehnisse in der Heimat informieren, hatte aber nicht berücksichtigt, dass es in Deutschland schon zwei Stunden später ist.

12. Tag: Freitag, 06.07.2007 (Blaue Lagune)
Als ich gegen 7:00 Uhr frühstücken ging, war Daniel noch tief und fest am schlafen. Wir waren in einem anderen Gebäudetrakt des Hostels untergebracht und hatten am Vorabend eine weitere Küche (mit Fernseher und Sat.-Empfang) entdeckt. So nutzte ich die Zeit beim Frühstück, um mich nach sechs bzw. sieben Tagen in der Wildnis über die aktuellen Nachrichten zu informieren. Gegen halb Zehn gesellte ich schließlich auch Kollege Ortmann dazu. Etwa zwei Stunden später – gegen halb Zwölf – machten wir uns auf den Weg zu AVIS. Wir hatten für das Wochenende einen Mietwagen gebucht und nahmen einen fast neuen Toyota Yaris in Empfang. Auf dem Weg zurück zum Hostel legten wir einen Zwischenstopp im Einkaufszentrum ein. Direkt gegenüber befindet sich die Universität, die zwar geöffnet war, jedoch nicht frequentiert wurde. Am späten Nachmittag sind wir dann zur sog. „Blauen Lagune“ – ein geothermal beheiztes Naturfreibad mit (ursprünglich) bläulich schimmerndem Wasser – gefahren. Daniel ist aufgrund seiner nicht mit rein gegangen und hat sich die zwei Stunden im Bistro und im Shop vertrieben, in dem neben touristischem Schnickschnack auch maßlos überteuerte Pflegeprodukte erworben werden konnten.
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13. Tag: Samstag, 07.07.2007 (Halbinsel Snaefellsnes 1. Tag)
An den beiden verbleiben Tagen wollten wir mit dem Auto die Halbinsel Snaefellsnes im nordwestlich von Reykjavik erkunden und umrunden. Theresa, eine im Hostel arbeitende Deutsche, hat sich uns angeschlossen. Das Wetter war leider nicht viel versprechend – die Wolken hingen tief und vereinzelt regnete es. Dabei war es jedoch nahezu windstill. Wir fuhren zunächst die Nordküste entlang bis zum größten Ort “Olafsvik“. Dort nahmen Daniel und ich an einer 3-stündigen Walewatching-Tour teil. In den Küstengewässern der Halbinsel soll man besonders häufig auf Großwale treffen – sogar den seltenen Blauwal soll man dort hin und wieder sichten können. Nachdem sich uns anfangs Delfine und Zwergwale zeigten, bekamen wir später prächtige Buckelwale zu Gesicht. Zwei Mal ist ein solcher sogar in unmittelbarer Nähe des Bootes senkrecht aus dem Wasser empor. Leider konnte ich diese wirklich imposanten Momente nicht mit meiner Kamera festhalten. Tief beeindruckt (und von Theresa beneidet) fuhren wir dann zu unserem Hostel in den Nachbarort Grundarfördur. Nach einem kurzen Abendspaziergang verabschiedete sich Daniel, der wohl immer noch unter Schlafdefizit leidet, ins Bett, während Theresa und ich in einem Bistro einkehrten und dort – neben Livemusik – eine wirklich leckeren frischen Salat serviert bekamen.
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14. Tag: Sonntag, 08.07.2007 (Halbinsel Snaefellsnes 2. Tag)
Heute setzen wir die Umrundung der Snaefellsnes-Halbinsel fort. Wir fuhren zunächst einen Küstenabschnitt an, an dem man hin und wieder Orcas (Schwertwale) sichten kann, doch leider blickten wir vergebens auf die ruhige See. Als nächstes bestiegen wir einen der vielen Krater im Gebiet des Nationalparks. Leider hingen die Wolken am Vormittag noch tief, was sich aber im Laufe des Tages ändern sollte. An einem anderen Küstenabschnitt boten sich uns bizarre Fels- bzw. Lavaformationen sowie ein auseinander gebrochenes Schiffswrack. Bei weiteren Zwischenstopps im Hellnar und Arnarstapi besichtigten wir die Klippen, auf denen tausende von Seevögeln nisteten, die z. T. auch recht angriffslustig waren. Das Wetter wurde zunehmend besser, so dass sich und doch noch ein Blick auf den berühmten Snaefelljökull – einem vergletscherten Vulkankegel – bot, den Jule Verne in seinem Roman als Eingang zum Mittelpunkt der Erde beschrieben hat. Später bekamen wir dann auch noch Robben zu Gesicht, die sich strandnah aufhielten.
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15. Tag: Montag, 09.07.2007 (Heimreise)
Unser Rückflug war für 7:00 Uhr angesetzt. Das bedeutete für uns um 4:00 Uhr aufstehen, da wir noch eine gute Stunde für die Fahrt zum Flughafen sowie das Auftanken und die Rückgabe des Mietwagens einplanen mussten. Wir waren jedoch beide schon gegen 3:20 Uhr wach, und so nutze ich die Zeit für einen Duschgang. Eine Stunde später machten wir uns dann auf den Weg. Kurz vor dem Flughafen steuerten wir eine Tankstelle (mit Self-Service) an, die jedoch zu unserem Ärgernis weder Daniels Mastercard noch unsere Maestrokarten akzeptierte (und dass, obwohl man in Island sonst jede Busfahrt und jedes Kaugummi mit Plastikgeld bezahlen kann)! So mussten wir unseren Mietwagen halbvoll abgeben und eine gesamte Tankfüllung bezahlen. Der für 7:00 Uhr angesetzte Flug verspätete sich um etwa 1,5 Std. Diesmal saßen wir auf ganz billigen Plätzen in der hintersten Reihe (ohne Fenster) direkt neben den Triebwerken! Dort war es nicht nur laut und warm, es mussten auch alle an uns vorbei, die zur Toilette wollten. Heute war irgendwie nicht unser Tag! Der Blindflug (wir hatten keine Möglichkeit irgendetwas zu sehen) und die lauten Triebwerksgeräusche der in die Jahre gekommenen Maschine ließen mich nervös werden – leichte Turbulenzen verstärkten diese Nervosität noch! Ich versuchte mich mit Schreiben abzulenken, was mir aber nur bedingt gelang. Noch nie habe ich mich auf einem Flug so unwohl gefühlt. Ich war erleichtert und heilfroh, als die Boing in Berlin gelandet war!!! Unsere Züge erreichten wir problemlos (zum Glück hatten heute keine Lockführer gestreikt), und so waren wir gegen 19:00 Uhr wieder zu Hause!

barleybreeder
14.01.2008, 15:34
Ja Spitze, das Wetter war ja wohl die Kröhnung. Die Woche davor wars noch durchwachsen.
Ihr tragt keine Mützen? Bei uns war noch Mützenpflicht!

Toll wenn man viele Ecken wiedererkennt. Scheint ja nicht viel losgewesen zu sein in Hrafntinnusker. Bei uns waren waren ganze Kiddi-Scharen unterwegs, zum Glück in der Gegenrichtung.
Den Hot Pot in Landmannalaugar habt ihr wohl ausgelassen?

Die Hälfte der Bilder funzt net. :(
Dabei habe ich so drauf gewartet.

Atog
17.01.2008, 15:33
Moin,

Wir waren letztes Jahr im August dort, und hatten auch traumhaftes Wetter für den Laugavegur Trek. Einzig der erste Tag war nebelig und nass, so dass wir etwas Mühe hatten die erste Hütte zu finden. Ich habe das Gefühl wenn ich die Fotos so sehe, dass bei euch noch deutlich mehr Schnee lag.

Fotos von unserer Tour gibt es übrigens hier (http://www.freiluft-blog.de/foto-galerie?album=2&gallery=2).

Grüsse,
Sven

zigzag
24.01.2008, 19:36
Habe den Bericht um ein paar Bilder ergänzt. Freue mich über Kommentare!

barleybreeder
24.01.2008, 20:20
Ja sauber! Jetzt funzen die Bilder. Schön das alles mal aus einer anderen Perspektive zu lesen. Ist schon echt ein tolles Land!

Ich habe im Outdoor Wiki einen Artikel zum Laugavegur reingestellt. Wenn du willst kannst du was korrigieren oder ergänzen.