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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutschlands höchster Gipfel - ein Zugspitz Erlebnis Bericht



Corton
23.06.2003, 10:53
So – Zugspitze wäre abgehakt. Ist schon ein Erlebnis der besonderen Art, aber Schritt für Schritt für die, die es nachmachen wollen:

Am Freitag gegen 14 Uhr letzter Wetter-Check beim DWD. Für den Kreis Garmisch ist eine Warnung orange, sog. „Warnung vor markantem Wetter“ ausgegeben. In Lagen über 1.000m ist mit Sturm zu rechnen, der in Böen 100 km/h erreichen kann. Da wir am Abend in gut 2.000m Höhe zelten wollen, lässt das eine unruhige kommende Nacht vermuten.
Gegen 14.30 Uhr fahren wir los und sind kurz nach 17 Uhr in Ehrwald. Zum Glück kann man an der Bahnstation der Ehrwalder Almbahn (1.108) problemlos und vor allem gebührenfrei parken. Da die letzte Bahn zum Alm (1.493) um 16.45 Uhr gefahren ist müssen wir den gesamten Weg hochlatschen.

Um 17.30 Uhr geht´s los, das Wetter ist optimal für einen Aufstieg: Bewölkt und ziemlich windig. Im Aufstieg kommen uns mindestens 100 Leute entgegen, die uns wahrscheinlich ob unserer großen Rucksäcke wie 2 Aliens begaffen. 3 mal müssen wir bzgl. unseres Vorhabens zu so später Stunde Rede und Antwort stehen. Na ja – da muss man durch...
50 Minuten später sind wir an der Ehrwalder Alm und ein paar Minuten später an der Pestkapelle auf 1.617m. Vom Tal bis hierher führt ein breiter Schotterweg, der nicht sonderlich abwechslungsreich ist. Kurz vor der Pestkapelle zweigt der Max-Klotz-Steig, der zur Hochfeldernalm (1.732m) führt links ab. Der Weg ist jetzt schmaler, steiler und schöner. Nach der Alm geht es beständig (wenig steil) weiter bergan bis man auf dem 2.120m hohen Brandjoch (AV-Karte "Am Brand") angekommen ist. Von dort geht es dann wieder runter in Richtung Feldernjöchl (2.045). Auf ca. 2.080m finden wir gegen 20 Uhr vor dem Feldernjöchl einen netten Zeltpaltz. Zelt aufbauen, mit Sturmleinen gut fixieren, futtern und gegen 21 Uhr pennen. Die Nacht ist aufgrund der teilweise sehr starken Böen nicht sonderlich gemütlich, mit Ohrenstöpsel schaffen wir es dann aber doch, einigermaßen zu schlafen.

Tag 2, gegen 5 Uhr wachen wir auf. Jetzt ist Packen angesagt. Zum Glück können wir in der Nähe unseres Zeltplatzes unser ganzes für den weiteren Aufstieg überflüssiges Zeug (Zelt, Schlafsäcke, TARs, Lampen, etc.) hinter einem großen Felsblock verstauen. Um 6.45 geht es dann übers Felderjöchl (gute Zeltgelegenheit!) weiter runter bis auf ca. 1.990m und dann wieder drahseilgesichert rauf zum sog. Gatterl, der dt.-österr. Grenze. Von hier sieht man bereits die Knorr Hütte (2.051), zu der man vom Gatterl noch eine ganze Stunde benötigt. Um 8.15 Uhr sind wir an der Hütte, haben also bis hierhin vom Tal ziemlich genau 4 Stunden gebraucht. Haben wir bis dort noch keine Menschenseele getroffen, wird es jetzt voller aber trotzdem nicht lästig (ca. 10 Leute steigen mit uns nach oben). Übers Zugspitzplatt geht es unschwierig und wenig steil weiter bergan bis man in einer Höhe von ca. 2.550m vor dem Schild „Klettersteig zur Zugspitze“ steht. Würden in der Nähe nicht etwa 10 riesige Baukräne rumstehen, wäre es hier oben bestimmt richtig schön. Jetzt führt der „Weg“ über steiles Geröll nach oben bis man auf ca. 2.650m den Beginn der Steiganlage erreicht. Was dann kommt, hat mit einem Klettersteig nicht viel zu tun, da man nie wirklich klettern muss. Sehr gut gesichert (Steiganlage in einwandfreiem Zustand) geht es in Kehren nach oben und gegen 11 Uhr stehen wir vor einer Stahltreppe, auf der jetzt nur noch ein paar Stufen zum Münchner Haus (2.964) hinauf zu bewältigen sind. Wir ahnen, was uns erwartet...

Oben angekommen kann man nur noch Bauklötze staunen: Hunderte von Leuten in Turnschuhen oder Sandalen, die bereits vormittags Bier in sich reinschütten und mit heiterem Gesang das Gedudel der Musikanlage begleiten. Fehlt nur noch DJ Ötzi. Mein erster Gedanke: „Hier sind wir irgendwie falsch“... :ill:

Das Betonplateau, auf dem u.a. das Münchner Haus steht, ist aber noch nicht der Gipfel. Um diesen zu erreichen muss man über eine Treppe ein paar Meter absteigen um dann über Trittstufen und eine schätzungsweise 5 – 10 m hohe Leiter darahseilgesichert zum Gipfel zu kommen. Hier herrscht das absolute Chaos. Wir müssen ca. 15 Minuten unterhalb der Leiter warten bis der Strom derer abreißt, die vom Gipfelkreuz kommen. Asiaten, Amerikaner, Franzosen, etc. – hier ist alles vertreten. Dazu noch Väter mit schätzungsweise 6-8 Jahre alten Kindern - fehlen nur noch die Holländer. Natürlich sind alle ordnungsgemäß mit Sandalen oder Turnschuhen ausgerüstet – es kommt einem das kalte K..... und die Väter der Kinder würde man am liebsten verprügeln. Ein Bergsteiger, der vom Höllental hochgekommen ist, meint treffend: „Das hier oben ist gefährlicher als der gesamte Klettersteig.“ Wie wahr!

Nachdem wir uns ca. 30 Sekunden auf dem Gipfel aufgehalten machen wir uns schnellstmöglich wieder auf die Socken, raus aus diesem Irrsinn. Zum Glück ist das Wetter den ganzen Tag absolut traumhaft, wenn auch ziemlich windig. Runter gehen wir den gleichen Weg, den wir auch nach oben gegangen sind. Irgendwann am Abend sind wir nach zahlreichen und ausgedehnten Pausen gegen 20 Uhr wieder am Auto und fahren ziemlich geplättet ob des laaaangen Abstiegs nach Hause.

So – das wars. Hoffe, ein einigermaßen anschauliches Bild vermittelt zu haben. Eigentlich ist die Tour recht schön, wenn man die Massen auf dem Gipfel mal ausblendet. Im Aufstieg haben wir von der Ehrwalder Alm bis zur Knorr Hütte keine Menschenseele getroffen. Viel Spaß beim Nachmachen wünscht

Corton :)

Saloon12yrd
23.06.2003, 11:00
Netter Bericht! Danke :).

Ein Berg den ich sicherlich nicht besteigen werde - es sei denn jemand bezahlt mich.

Sal-

Menelaos
23.06.2003, 11:28
@Corton
Hörst Dich ja teilweise ziemlich gefrustet an, aber denkste nicht, dass sowas im Vorherein schon klar war?
Also Zugspitze, das is halt nun mal der höchste Berg von D und die Touris finden das eben sehr anziehend.

Becks
23.06.2003, 11:50
Falls jemand ähnlichen Gipfelfrust haben will empfehle ich den Säntis im Frühjahr. Hinten über Blaueis rauf und rein in die warme Bude.
Mit Eisbeil, Steigeisen, Gamaschen usw. bewaffnet in eine Bahnhofshalle treten dürfte sich ähnlich anfühlen und ähnliche Blicke hervorrufen.

Zugspitze muß ich damit nicht haben. Wenn der Steig so einfach ist gibt es ja gar keine Herausforderung und den Kampf am Gipfel spar ich mir gerne.

Alex

MaMa
23.06.2003, 12:10
Hähä, das ruft Bilder aus meiner Höllentaltour vor ein paar Jahren hervor :bg: Die letzten Meter zum Gipfel hab ich mir damals geschenkt, das war wirklich zu gefährlich! Wie ertrinkende haben se sich um die paar Meter Seil gebalgt und sich gegenseitig schier runtergeschmissen. "Zum Glück" zog damals schlechtes Wetter auf, so dass ich im Abstieg ab dem SonnAlpin wieder völlig alleine war.

Corton
23.06.2003, 12:53
@ Menelaos

Wir wussten ja von anderen Seilbahn-Gipfeln schon in etwa, was auf uns zukommt und waren daher wegen der Menschenmassen nicht gefrustet, obwohl es da oben schon ziemlich extrem ist.
Richtig wütend war ich persönlich nur auf die absolut idiotischen Väter, die ihre kleinen Kinder da ungesichert und mit Sandalen an der Leiter und am Gipfel rumkraxeln lassen. Ein falscher Tritt und aus is...
IMO sind die Zustände auf den letzten Metern zum Gipfel völlig unhaltbar. Ohne festes Schuhwerk sollte man niemanden auf den Gipfel lassen, womit wieder ein Arbeitsplatz geschaffen wäre... :wink:

Corton

Flachlandtiroler
23.06.2003, 12:59
Vorsicht, bevor die da einen Wärter hinstellen wird wahrscheinlich gleich 'ne Treppe mit Geländer betoniert. :kotz:

Martin

Finn
23.06.2003, 13:14
Moin!

Na die Tour hörte sich ja.... voll an :)
Wie sieht es denn aus, würde man da mit nem Einrad hoch kommen? Hast du ein paar Bilder gemacht?

Gruß
Finn

Corton
23.06.2003, 14:32
Hoch nicht aber ganz sicher runter! Bilder haben wir gemacht.

Finn
23.06.2003, 15:36
Stellst du die online oder kannst du mir die per e-mail schicken?

Gruß
Finn

Corton
23.06.2003, 16:59
Klar, kann ich machen, wenn die Bilder halbwegs ok sind. Der Film muss aber erst noch voll werden, was noch ein paar Tage dauern kann.
Nur noch mal zur Klarstellung, falls Du mich ev. falsch verstanden haben solltest: Du kommst auf den Berg mit dem Einrad natürlich weder rauf noch (lebendig) runter. Die letzten 300 Höhenmeter sind ein Klettersteig, zwar ein sehr einfacher aber trotzdem bleibt es einer. Ich kenne (bis jetzt) niemanden, der auf nem Klettersteig mit nem Fahrrad rumgurkt.

Corton

Menelaos
23.06.2003, 18:11
Gabs schon. War vor 3 Tagen im TV:
Die härteste Transalp die es bis jetzt gibt. Die Freaks sind echt Klettersteige gefahren ... muss mal schaun wie die Reportage hies.

HTH

Finn
23.06.2003, 23:43
Ja, mit zwei Rädern ist das ja auch nicht so schwierig wie mit einem Rad :).

Rauf und runter... ja, so sollte es eigentlich laufen. Wenn ich irgendwo klettern muss, kommt das Muni auf den Rücken. Werde mir aber mal deine Bilder ansehen, damit ich weiß, auf was ich mich vorbereiten kann/muss/soll.

Gruß
Finn

Corton
07.08.2003, 12:19
Hier nun noch 2 Bilder vom Zugspitzaufstieg. Kann man da Radfahren? Also ich jedenfalls nicht...

http://www.bilder.de/talk/images/original/41648.jpeg



Warten kurz unterhalb des Gipfels
Irgendwie bin ich hier falsch...

http://www.bilder.de/talk/images/original/41650.jpeg

Corton

Becks
07.08.2003, 13:56
Schreck laß nach, da geh ich nicht hin. Warum halten denn die sich da alle fest ? Da hat es doch soooo viele Griffe im Fels - tstststststs.

...ein Gipfel weniger auf den ich will/muß

Alex

Nicht übertreiben
07.08.2003, 15:03
War am WE mit meiner kleinen Schwester, die mich hier in Ravensburg besucht hat, aufm Säntis. Da gehts ähnlich zu wie auf der Zugspitze.
Der erste Schock kam als ich mit dem Auto an der Schwägalp ankam. Eine einzige Blechlawine parkender Autos...

Von der Schwägalp(1352m) gehts dann über Trampelpfade hoch. Sehr angenehm bei den Temperaturen: Man kommt von Westen, nur das letzte Drittel des Weges liegt gegen 11:00 Uhr in der Sonne. Gegen Ende der Tour und auf kurzen Abschnitten unterwegs geht das Gelände in kurze Klettersteige über, die aber sehr leicht sind und nur bei Kindern Sicherung erfordern).

Zum Glück ist der Großteil der Autobesitzer mit der Seilbahn unterwegs, so dass der Weg relativ ruhig ist. Nur am letzten Gipfelaufschwung staut es sich dann, hier ist das erste Mal ein längerer Eisenstieg zu überwinden, in Sichtweite schon der :kotz: Gipfel (2502m) des Säntis, der in einem riesigen Kunststoff/Beton-Gebäude verschwindet.

Also rein "in" den Berg, gestaunt wieviele Bars, Restaurants und Hotelzimmer man auf so einen Gipel quetschen kann und wieder runter.
Leider jetzt nicht mehr im Schatten, aber zumindest ein paar Wolken helfen ein bisschen.

Unten angekommen nichts wie ins Auto, vorbei an ein paar Bikern und Ferraris, die immer wieder den Parkplatz hoch und runter fahren :bash:
und ab nach Hause, davor aber noch kurz durch Bregenz (Sonntag abend, irgendwo scheinen die Ferien zu Ende zu sein...)

Zum Schocken: Die Preise der Seilbahn (sind die überall so hoch?)
Hoch/Runter: 23,50€, Eine Fahrt 16,60€

Also doch laufen :lol:
Thorben

Flachlandtiroler
07.08.2003, 15:22
War von 8...10 Jahren sowohl auf der Zugspitze als auch auf dem Säntis. In beiden Fällen war der Aufstieg (vom Gatterl im Juli / via Schwägalp Anfang Oktober) durchaus schön, genußreich und wenig bevölkert. Höchstens etwas speckig. In Anbetracht der schönen Rundsicht finde ich den Auflauf oben noch akzeptabel.

Die Seilbahn kann eigentlich garnicht teuer genug sein...

Gruß, Martin

Corton
07.08.2003, 15:36
Zum Schocken: Die Preise der Seilbahn (sind die überall so hoch?)
Hoch/Runter: 23,50€, Eine Fahrt 16,60€


Zugspitzbahn

Berg und Tal 43 EUR, einfach 24,50 EUR :wink:

Corton

Nicht übertreiben
07.08.2003, 16:55
Was würde Winnetou jetz sagen: "UFF"

Flachlandtiroler
07.08.2003, 17:09
Winnetou wußte doch, wo der Mammon zu finden ist...

Die Seilbahnpreise sind jedenfalls leicht zu toppen (retour):

Grindelwald-Jungfraujoch 106,80 Euro
[@Nicht übertreiben: so viel kostet die Eintrittskarte zum Mönch]

Das nenn' ich Japanerpreise...

Gruß, Martin

Corton
07.08.2003, 17:28
Man könnte meinen, das wär ein Witz - isses aber leider nicht --> www.jungfraubahn.ch

Es gibt aber zum Glück das ermäßigte "Good Morning Ticket", der "besonders günstige Fahrausweis für nur 87,20 EUR (aktuell Wechselkurs-bedingt etwas weniger)" :bg:

Wieso nennt sich das Jungfraujoch eigentlich "Top of Europe"? Die Bahnen in Chamonix und Zermatt fahren fast 400 Meter weiter rauf, dazu noch wesentlich günstiger (Zermatt - Klein Matterhorn, 3.820 m, ca. 50 EUR retour)

Corton

Flachlandtiroler
07.08.2003, 17:40
Wieso nennt sich das Jungfraujoch eigentlich "Top of Europe"? Die Bahnen in Chamonix und Zermatt fahren fast 400 Meter weiter rauf, dazu noch wesentlich günstiger (Zermatt - Klein Matterhorn, 3.820 m, ca. 50 EUR retour)
1. Grund: Seilbahnen sind halt kostengünstiger, sowohl im Unterhalt als auch die Investition (wiewohl die am Jungfraujoch abgeschrieben sein sollte). Chamonix-Ag. du Midi kostet sogar nur 35 Euro retour.
2. Grund: Angebot und Nachfrage, Stichwort Japaner. Die Jungfraubahn ist von Zürich etc. leicht zu erreichen und das Berner Oberland hat (im Gegensatz zu Cham) den gesuchten Heidi-Charme.
3. Grund: Wer von Norden auf die Berner Alpen will, hat kaum eine Alternative. Zu Fuß sind entweder mehrere Tage fällig oder man muß schon ein ganz passabler Bergsteiger sein. Mit der Bahn ist der Mönch 'ne Tagestour, Konkordia 'n kurzer Gletscherhatscher.
4. Grund: JJ ist kein Skigebiet, die Wintersaison wahrscheinlich bescheiden.

"Top of Europe" kommt evtl. davon, daß es der höchste Bahnhof ist; ursprünglich war ja sogar eine Station Jungfraugipfel geplant.

Martin

Thomas
07.08.2003, 18:51
Höchstgelegene Eisenbahn Europas => "Top of Europe".
Ganz anderes technisches Kaliber als 'ne Gondel!

Corton
08.08.2003, 08:43
Höchstgelegene Eisenbahn Europas => "Top of Europe".
Aha - interessant. Hängt am höchsten Kuhstall Europas auch so n "Top of Europe" - Schild?


Ganz anderes technisches Kaliber als 'ne Gondel!
Mag sein. Nur... warum kostet dann die Gornergratbahn in Zermatt, die ja immerhin auch bis auf 3.100m rauffährt und die auch ein Zug ist, nur 45 EUR retour?


Urspünglich war ja sogar eine Station Jungfraugipfel geplant.
Das wusste ich nicht. Wieso wurde dieses Projekt denn nicht realisiert? Ich habe mich schon öfters gefragt, warum sich eigentlich keine Gemeinde mit der ersten 4000er-Bahn der Alpen schmückt.

Corton

Flachlandtiroler
08.08.2003, 09:01
Mag sein. Nur... warum kostet dann die Gornergratbahn in Zermatt, die ja immerhin auch bis auf 3.100m rauffährt und die auch ein Zug ist, nur 45 EUR retour?
Wie schon geschrieben:
Gornergrat ist ein Skigebiet, das Geld kommt im Winter von den Skifahrern. In Zermatt gibt es zahlreiche konkurrierende Bahnen.
Ok. die Baukosten dürften mittlerweile vergessen sein, aber die Strecke zum Gornergrat verläuft bis auf ein paar Lawinengalerien kpl. über Tage, während es zum Jungfraujoch nur durch Tunnel geht.

Wieso wurde dieses Projekt denn nicht realisiert? Ich habe mich schon öfters gefragt, warum sich eigentlich keine Gemeinde mit der ersten 4000er-Bahn der Alpen schmückt.
Bei der Jungfraubahn war's wohl einfach zu teuer. Davon ab sind wahrscheinlich auch medizinische Probleme mit den Beförderungsgästen zu befürchten. Bei Seilbahnen Ausfallzeiten wg. Wind. Davon ab finde ich's ohnehin widerlich. :kotz:

Nicht übertreiben
08.08.2003, 09:06
Sauerei, dann lass ich den Mönch, was man von dem Geld alles an Ausrüstung kaufen kann...oder ich bin halot 20h unterwegs statt 6h, mein Geld kriegen die nicht!

Oder halt doch über Chamonix-Ag. du Midi, da hab ich eh noch ein Projekt ausgeguckt :P :

http://www.mountainarea.com/maudit/gousseault.hmtl

Ausserdem ist das ja im Moment das ideale Wetter für Routen mit Biwak, da braucht man eh keine Seilbahnen.

Entrüstet und geschockt
Thorben

Flachlandtiroler
08.08.2003, 09:17
@Nicht übertreiben:
:o
Also wenn solche Routen für Dich in Frage kommen findest Du auch am Mönch eine Anstieg ohne Bahn.

Gruß, Martin

Corton
08.08.2003, 09:34
Wie schon geschrieben:
Gornergrat ist ein Skigebiet, das Geld kommt im Winter von den Skifahrern. In Zermatt gibt es zahlreiche konkurrierende Bahnen.
Ok. die Baukosten dürften mittlerweile vergessen sein, aber die Strecke zum Gornergrat verläuft bis auf ein paar Lawinengalerien kpl. über Tage, während es zum Jungfraujoch nur durch Tunnel geht.


Hattest Du ja schon geschrieben. Einen geringfügig höheren Preis halte ich daher auch für gerechtfertigt, aber 110 EUR???

Besonders ärgerlich finde ich solche Preise für Familien mit Kindern. Kleiner Sonntagsausflug zum Jungfraujoch, oben noch ordentlich Souvenirs kaufen und gemeinsam futtern gehen --> macht für eine Durchschnittsfamilie mit 2-3 Kindern grob 500 EUR.

Dafür kauf ich mir dann doch lieber einen Schlafsack oder ein Zelt. :wink:

Gruß,

Corton,

der Zermatt/Breuil-Cervina für das geilste Skigebiet der Alpen hält. Klein Matterhorn (ca. 3800) - Valtourneche (ca. 1500): 23 km Abfahrt ohne Pause - die längste der Alpen *schwärm*

Flachlandtiroler
08.08.2003, 09:56
Besonders ärgerlich finde ich solche Preise für Familien mit Kindern. Kleiner Sonntagsausflug zum Jungfraujoch, oben noch ordentlich Souvenirs kaufen und gemeinsam futtern gehen --> macht für eine Durchschnittsfamilie mit 2-3 Kindern grob 500 EUR.
Vorab: Ich gönne jedem seinen Spaß, der das Geld dafür übrig hat.
Wer seinen Kindern mal einen Gletscher zeigen will (das Panorama interessiert die Kleinen eh' nicht), der gehe zum Grindelwaldgletscher oder in den Trümmelbachfall. Auf dem "Top of Europe" gibt's nur flachen Sulz zu sehen, sonst nix. Und dafür stundenlang Bahnfahren...

Dafür kauf ich mir dann doch lieber einen Schlafsack oder ein Zelt. :wink:
Meine acht Tage Dauphiné haben etwa die Hälfte gekostet...

Gruß, Martin
[Zu Zermatt/Breuil sag' ich jetzt nix, meine Meinung ist hoffentlich hinlänglich bekannt.]

Saloon12yrd
08.08.2003, 10:13
Das hier war mal ein Thread über die Zugspitze. Für Seilbahnen generell gibt's einen anderen Thread -> Suche.

Back on Topic please.

Sal-

Flachlandtiroler
08.08.2003, 10:23
ACK. Wenn noch jemand was über Seilbahnen außer der auf die Zugspitze schreiben möchte, geht's weiter unter
http://forum.saloon12yrd.de/viewtopic.php/t.2296/start.20/

Martin

Nicht übertreiben
08.08.2003, 15:44
Naja, ich find die Tour sieht einfach schick aus! Und bei den Wetterbedingungen könnte man die gut mit Kletterschuhen klettern, liegt halt ganz schön hoch das ganze, wenn man die an einem WE machen will muss man wohl die ähhh Gondel nehmen :roll:
Gruss
Thorben

Becks
08.08.2003, 17:58
Bei der Tour bin ich dabei :)

Alex

maro
08.08.2003, 18:51
Ok ich knüpf noch mal an die Zugspitze an...

Eine Überlegung wäre gewesen, von der Knorr-Hütte über den sogenannten Notabstieg hoch zum Jubigrat zu gehen. Dauert ca. 1,5h bis zum Grat. Von da aus ca. 3-4h zum Zugspitzgipfel (je nach Kondition).

Der Weg vom Blatt hoch zum Plateau ist grausam! Alternativ bietet sich an übers Höllental bis zum Ferner aufzusteigen. Über den Spaltengürtel rüber, ca. zehn Minuten nach Osten gehen. Da ist auch ein netter Biwakplatz. Runter später in Richtung Wienerneustätter Hütte. Entweder nach Ehrwald oder rüber zum Eibsee.

Naja Möglichkeiten gibt es unzählige da hinten. Wenn man früh oder spät genug aufbricht sind sie auch ganz gut zu gehen (alleine zu erleben-ohne Menschenmassen). Übrigens das Münchner Haus ist nicht auf dem Betonplateau, sondern dieses Betonplateau ist um das Haus herumgebaut worden. Sieht man ganz gut wenn man auf die Toilette bzw. zu den Schlafräumen der Hütte will (die Treppe links neben der Hütte ein Stück runter dann rechts).



Den Leuten die man da oben antrifft, kann es unserer Wirtschaft nach gar nicht so schlecht gehen bei den gesalzenen Preisen (Seilbahn, Hüttenpreise). Erschreckend finde ich auch wie die Stadt GAP die Zugspitze verharmlost. In einer GAP-Zeitung war im vergangenen Sommer ein Artikel über die Zspitze - Haarsträubend. Mit Turnschuhen, kurzer Hose, kleinem Rucksack (Windjäckchen, klein Trinkflasche (schließlich kann man ja in der Höllentalanger Hütte was zu Essen und Trinken kaufen)) auf die Zugspitze so die einhellige Meinung, das wäre das Maß der Dinge für den Touristen *koootz*

Vor kurzem kam im BR3-Zeitspiegel ein Bericht über den ganz normalen Wochenendwahnsinn an der Zspitze. Den Abschuss lieferte ein Hundebesitzer der über das sogenannte Brett gegangen ist. Der Hund hat gewinselt sowie Todesängste ausgestanden - während Herrchen an Halsband und Leine gezerrt hat. Vielleicht kurz zur Erklärung: das Brett, eine ca. 30m lange Felsplatte mit über 60° Neigung, gesichert durch Eisenstifte (Abstand 0,8-1,5m) und einem Stahlseil), Luft unterm Hintern 120 Höhenmeter! Was soll der normal Mensch dazu schon sagen... *noch mehr koootz oder besser Herrchen verprügeln!!!*

Anders herum Sport Conrad ("das Sportgeschäft" am Ort) freut sich über die Zugspitze. Absatzschlager für Touris welche die Zspitze erklimmen wollen: Leichtsteigeisen, Tourenpickel, Gurtzeug + Klettersteigset...

Glücklicher weise gibt es noch andere schöne Gipfel in der Gegend - ohne Seilbahn...
Tschüß Mark

Corton
09.08.2003, 15:23
Den Abschuss lieferte ein Hundebesitzer der über das sogenannte Brett gegangen ist. Der Hund hat gewinselt sowie Todesängste ausgestanden - während Herrchen an Halsband und Leine gezerrt hat. Vielleicht kurz zur Erklärung: das Brett, eine ca. 30m lange Felsplatte mit über 60° Neigung, gesichert durch Eisenstifte (Abstand 0,8-1,5m) und einem Stahlseil), Luft unterm Hintern 120 Höhenmeter! Was soll der normal Mensch dazu schon sagen... *noch mehr koootz oder besser Herrchen verprügeln!!!*


Das (http://www.bergzeit.de/klettersteig/zugspitzeh/bbrett.htm) ist die besagte Stelle, das "Brett"

Corton

Andrea1
09.08.2003, 19:55
@Corton: War Wuschel denn auch mit?
Bin gerade aus der Lüneburger zurück, dort scheinen die Leute alle gegen 15:00-16:00Uhr Gassi zu gehen, ja sogar Fahrrad zu fahren-total krank. Oder die armen Würstschen mit in den Heide-Park zu zerren...
Gut, falscher Thread, aber mußte mich mal aufregen :grrr: .