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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messer und (ausländische) Waffengesetze



rumtreiberin
17.11.2007, 17:08
Da hier immer mal wieder das Thema Messer im Flugzeug oder auch Berichte von beschlagnahmten Messern auftauchen, denke ich daß es durchaus wichtig sein kann, sich über die Waffengesetze seines Reiselandes zu informieren. Ich bin ohnehin kein Fan von großen Messern für unterwegs, da ich Messer überwiegend zum Zubereiten von Lebensmitteln benutze, ich frage mich immer wieder was man eigentlich mit Bowie-knives mit 18cm Klingenlänge anfangen will. Die Dinger sind groß, schwer, blöd zu verstauen wenn man sie nicht am Körper trägt...und je größer die Klinge desto schwieriger wird nach dem was ich bisher so verstanden habe die rechtliche Situation.

Wo ich mich mal etwas kundig gemacht habe ist die Situation in Großbritannien. Dort werden Messer die als militärisch, taktisch, special forces... etc vermarktet werden, unabhängig davon ob sie Klapp-Spring- oder sonstige Mechanismen haben oder feststehend sind grundsätzlich als Waffen aufgefaßt. Außerdem das was bei uns unter Springmesser läuft oder durch irgendwelche anderen Arten von "drück das Knöpfchen und das Ding öffnet und verriegelt"-Messer und be Taschenklappmessern ("pocket folding knives") darf die Klingenlänge nicht über 3inch liegen. Das sind gerade mal knapp 8cm, ich hatte bei einer Fahrzeugkontrolle im Hafen von Dover eine mittlere Grundsatzdiskussion um ein Opinel mit 10cm langer Klinge das zusammen mit Messer Gabel und ähnlichem Zeug in meiner Küchenkiste lag. Ich bin letztlich mit der Erklärung "das ist mein Käsedolch und zum Brot schneiden taugt das Ding auch" sowie dem Hinweis daß ich in einer solchen Kiste kein Messer mit scharfer Klinge ungeschützt liegen haben möchte, da ich mich bei unbedachtem Hineingreifen und Suchen ja auch selber daran verletzen könnte durchgekommen, aber es hat mir doch zu denken gegeben und ich habe daraufhin für die weiteren Touren auf die Insel ein kleineres Messer besorgt um dem Ärger aus dem Weg zu gehen.

Es wäre wohl recht nützlich wenn wir hier einfach mal Infos über "Messergesetze" in anderen Ländern zusammentragen könnten, ich denke daß die gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse genützt werden können damit man beim Ausrüstungskauf auch solche Dinge berücksichtigen kann.

Peter1960
17.11.2007, 18:57
Bevor hier viele einzelne Tips kommen, kann jeder noch schnell einen Blick auf die Zusammenfassung hier (http://www.messermagazin.de/infothek/messer_und_recht/messer_und_recht_im_ausland.pdf)werfen :cool: (Ratgeber Messer und Recht im Ausland)

Christine M
17.11.2007, 19:00
Mist, Peter war schneller. Ergänzend dazu findet sich noch das eine oder andere im Messerforum.

Christine

rumtreiberin
18.11.2007, 15:36
Der Artikel ist gut gemacht, sollte eigentlich jeder lesen der hier über die Anschaffung von "Rambomessern" und ähnlichen Geräten diskutiert, gibt einen schönen Überblick - ein Messer das mir im Ausland abgenommen wird nützt mir schließlich gar nichts.

derMac
18.11.2007, 19:38
Der Artikel ist gut gemacht, sollte eigentlich jeder lesen der hier über die Anschaffung von "Rambomessern" und ähnlichen Geräten diskutiert, gibt einen schönen Überblick - ein Messer das mir im Ausland abgenommen wird nützt mir schließlich gar nichts.
Naja, eigentlich steht in dem Artikel, das man in manchen Ländern mit fast jedem Messer Probleme bekommen kann. :-?

Mac

rumtreiberin
18.11.2007, 20:11
Der Artikel erklärt mir aber auch, wie ich mit der Argumentation "Das ist mein Käsedolch" mit dem eigentlich zu großen Messer durchgekommen bin - nämlich über diese "legal reason" Geschichte, ein Messer das direkt zusammen mit sonstigem Besteck verpackt war in einer Kiste mit weiteren Kochutensilien war dem Zöllner offensichtlich als "nicht zu waffenmäßigem Gebrauch beabsichtigt" nachvollziehbar. Diesen Artikel früher zu kennen hätte mir das Anschaffen eines kleineren Messers erspart - immer unter der Voraussetzung daß ich das Messer sinnvoll verpackt und in den richtigen Kontext gestellt dabei habe. Und das kleine Messer ist beim Schneiden von Brot mitunter absolut nervig weil zu kurz...Ist auch ein deutlicher Hinweis ein zu großes Messer eben nicht wie es manche Leute gerne tun am Gürtel oder in der Hosentasche mitzuschleifen, das dürfte die Argumentation deutlich erschweren.

RoJo
22.11.2007, 12:08
Moin,
im Canadierforum wird ein deutscher Gesetzentwurf zur Verschärfung des Waffenrechts in Bezug auf Messer diskutiert.

Zum Gesetzentwurf geht es hier: http://www.umwelt-online.de/cgi-bin/parser/Drucksachen/drucknews.cgi?texte=0701_2D07

Dieser betrifft auch viele im Outdoorbereich übliche Messer. Das schlimme dabei (soweit ich den Text verstehe) ist, das das Argument, "das ist mein Käse-, Brot-, etc. Messer" explizit nicht zählt!
Betroffen sind ebenfalls feststellbare Klappmesser (z.B. auch das am Leatherman) und Sicherheitsmesser beim Tauchsport, Seilarbeiten, usw.

Christine M
22.11.2007, 12:16
Zu dem Gesetzesentwurf und auch zu Initiativen gibt es sehr viele Infos im Messerforum. Betroffen wäre ein großer Teil in Deutschland üblicher und verbreiteter Messer. Erfaßt werden mitnichten nur martialische Kampfmesser à la Rambomesser (oder meinetwegen auch Glock ;-) ), sondern z. B. auch Opinels oder verschiedene Rettungsmesser.

Christine

Komtur
22.11.2007, 12:41
Das sind gerade mal knapp 8cm, ich hatte bei einer Fahrzeugkontrolle im Hafen von Dover eine mittlere Grundsatzdiskussion um ein Opinel mit 10cm langer Klinge das zusammen mit Messer Gabel und ähnlichem Zeug in meiner Küchenkiste lag.

Na immerhin war es noch in der Kiste.
Ein Klappmesser oder auch Feststehend in der Hosentasche bei sich führen (also mit schnellem Zugriff) ist in Großbritannien innerhalb geschlossener Ortschaften grundsätzlich verboten - auch wenn es kleiner als 3 Zoll ist.
Dann kann man schnell mal eine Nacht "Indoor" verbringen.
Ausserdem Messer futsch und empfindliche Geldstrafe oder längere Zeit "Indoor".

Nachtrag:
Messer mit arretierbarer Klinge, auch kleiner als 7,6cm, sind ebenfalls verboten.

Gruß

Dirk

Roene
23.11.2007, 04:26
So, als erste Amtshandlung habe ich das Thema mal oben verankert, da es ja auch in Zukunft für alle Reisenden wichtig sein wird.

Gruß, René.

Shuya
23.11.2007, 08:53
Ich empfehle allen hier mal die Lektüre des Recht-Unterforums im Messerforum. Dort hat man sich schon über mehrere Jahre mit diesem Problem auseinander gesetzt. Ausführlicher gehts kaum.
Vor allem die angepinnten Themen sind gut und wichtig.

http://www.messerforum.net/forumdisplay.php?f=25

Grüße
Micha

RSous
26.02.2008, 11:12
Hi

Nachdem der Entwurf nun genehmigt ist, verschafft dieses Zitat ein wenig mehr Klarheit darüber, was uns ab April genau erwartet. Soviel vorweg: Für unser Hobby hat sich im Grunde nichts geändert. :wohoo:



Am Mittwoch, den 20.02.2008, hat sich die Firma Böker als Vertreter der Solinger Messerindustrie zusammen mit Vertretern des Industrieverbands IVSH, des Schneidwarenfachhandels und der Fachpresse in einem persönlichen Gespräch mit dem Initiator Dr. Körting, Innensenator von Berlin, über den anstehenden Gesetzentwurf und die Folgen für den Messermarkt ausgetauscht.

In diesem Gespräch wurde von Dr. Körting eindeutig betont, dass die Motivation zur Gesetzesänderung nur in der Bekämpfung der hohen Jugendkriminalität in den deutschen Großstädten zu suchen ist. Die Politik möchte den vor Ort eingesetzten Polizisten verbesserte Möglichkeiten einräumen, Messer zu beschlagnahmen, die potentielle Gewalttäter mit sich führen.

Ausdrücklich wurde von Dr. Körting darauf hingewiesen, dass rechtschaffene und gesetzestreue Bürger, die ein Messer aus (Zitat) "legal reasons" mit sich führen, auch weiterhin nicht in den Focus der Polizei rücken werden.

Die Politik ist sich darüber im Klaren, dass die anstehende Gesetzesänderung eine große Verunsicherung im Messermarkt verursachen wird. Es ist nun die Aufgabe von Herstellern, Importeuren, Verbänden, Handel und Fachpresse gemeinsame Aufklärungsarbeit zu leisten und den eigentlichen Sinn und Zweck des Gesetzes zu kommunizieren.

Folgende Gesetzesänderung wurde am 22.02.2008 vom Deutschen Bundestag zum Thema Messer beschlossen (Auszug aus dem Gesetzentwurf):


--------------------------------------------------------------------------------

"Es ist verboten

- Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.

Dies gilt nicht

- für den Transport in einem verschlossenen Behältnis
- sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt

Ein berechtigtes Interesse liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient."


--------------------------------------------------------------------------------

Was bedeutet der Entwurf in der Praxis?

Der Erwerb und der Besitz der betroffenen Messer bleiben vollkommen legal. Die Messer werden bewusst nicht als Waffe eingestuft, "da sie auch nützliche Gebrauchsgegenstände sind" (Begründung im Gesetzestext) und oft auch begehrte Lifestyle-Accessoires und Sammlerobjekte darstellen. Sie unterliegen weiterhin nicht dem Altersgebot ("ab 18 Jahre").

Es handelt sich bei dem Gesetzentwurf eben nicht um ein generelles Führungsverbot - mit ähnlicher Wirkung wie bei einem Totalverbot.

Das in dem Text erwähnte "Führen" von Messern meint konkret ein "zugriffsbereites Tragen" am Körper. Bei Aufbewahrung in einem Behältnis, wie einer Tasche oder auch in einem PKW-Handschuhfach, greift die Neuregelung nicht.

Die Gesetzesänderung greift aber auch überall dort nicht, wo Messer aus "legalen Gründen" eingesetzt oder eben auch nur geführt werden. Es geht hier um den so genannten sozial-adäquaten Gebrauch von Messern, sei es nun aus beruflichen Gründen oder auch bei Ausübung des Hobbies oder in der Freizeit, wie dies zum Beispiel bei Wanderern, Pfadfindern, Campern, Anglern, Jägern, Motorradfahrern, Mountainbikern, Messersammlern etc. der Fall ist.

Selbst der normale, private Einsatz und das damit verbundene mit sich Führen bei einem Picknick oder auch zur Vesper in einem Biergarten wird auch in Zukunft ohne Einschränkung möglich sein.

Den Initiatoren der Gesetzesänderung geht es nach eigenen Worten einzig und allein darum, gegenüber Risikozielgruppen gegebenenfalls eine Handhabe zum Einschreiten und auch zur Beschlagnahmung zu haben.

Selbst in diesem Fall wird es bei einer reinen Ordnungswidrigkeit bleiben und auf keinen Fall ein Straftatbestand gegeben sein.

Zusammengefaßt: Die neue Gesetzesregelung ist nicht mit einem Verbot der hier behandelten Messer verbunden und selbst das Führen wird im Grunde genommen erlaubt bleiben. Nämlich dann, wenn es aus beruflichen, sportlichen oder anderen, legalen Gründen, wie in der Freizeit, geschieht. Genau dies ist in der Regel der Fall.

Heinr. Böker Baumwerk GmbH, Solingen
Carsten Felix-Dalichow
Geschäftsführer



Schönen Gruß,
Raoul

Quelle: http://www.boker.de/index.php?c=1015

Christine M
26.02.2008, 11:18
Hi

Nachdem der Entwurf nun genehmigt ist, verschafft dieses Zitat ein wenig mehr Klarheit darüber, was uns ab April genau erwartet. Soviel vorweg: Für unser Hobby hat sich im Grunde nichts geändert. :wohoo:


Genau. Und wenn du trotzdem dein Messer abgenommen und ein Bußgeld aufgebrummt bekommst, zeigst du dem netten Polizisten oder Richter einfach den Schrieb von Böker. Die sind davon bestimmt total beeindruckt und sehen dann darüber hinweg, daß ein großer Teil von dem, was Böker da schreibt, nicht im Gesetz steht. Das im übrigen immer noch nur ein Entwurf und noch nicht endgültig beschlossen ist - es kann sich also immer noch etwas ändern.

Christine

RSous
26.02.2008, 11:21
Ja - genau:roll:

Klotczek
26.02.2008, 20:51
Hi, bin bei der Recherche nach dem neuen WafG auf Euren Beitrag gestoßen. Hier meine Gedanken zu dem Thema:


In diesem Gespräch wurde von Dr. Körting eindeutig betont, dass die Motivation zur Gesetzesänderung nur in der Bekämpfung der hohen Jugendkriminalität in den deutschen Großstädten zu suchen ist. Die Politik möchte den vor Ort eingesetzten Polizisten verbesserte Möglichkeiten einräumen, Messer zu beschlagnahmen, die potentielle Gewalttäter mit sich führen.

Unabhängig von der "Motivation zur Gesetzesänderung" wird sicherlich nicht zwischen dem "Normalsterblichen" und dem "potentiellen Gewalttäter" unterschieden.
1. Steht niemanden auf der Stirn ob er zur letzteren Gruppe gehört
2. In den Entwürfen die ich bisher gesehen habe steht nix drin von gilt nur für potentielle Gewalttäter. Wäre auch lustig: Tschuldigung wollen sie gleich gewalttätig werden? Dann dürfen Sie dieses Messer nämlich nicht bei sich haben.:baetsch:


Ausdrücklich wurde von Dr. Körting darauf hingewiesen, dass rechtschaffene und gesetzestreue Bürger, die ein Messer aus (Zitat) "legal reasons" mit sich führen, auch weiterhin nicht in den Focus der Polizei rücken werden.

Auch das steht auf keiner Stirn geschrieben.


- Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.

Das halte ich für die wichtigste Aussage des Entwurfes...
Alles andere sind AUSNAHMEN und damit nicht die Regel.


Dies gilt nicht

- für den Transport in einem verschlossenen Behältnis
- sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt

Ein berechtigtes Interesse liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient."

1. Bin ich mal gespannt was hier unter verschlossenes Behältnis fällt. Der mit Klettverschluss verschlossene Rucksack auf dem Rücken sicher nicht. (Aber dazu komme ich noch beim Führen)
2. Dieses Interesse gilt es zu begründen, um unter eine Ausnahme aus der Vorschrift zu fallen. Hierbei reicht es sicherlich nicht aus zu sagen, das es zum Wandern, Jagen, Arbeiten, Biken (kann ich eh nicht verstehen) gehört ein Messer bei sich zu tragen und gelegentlich zu benutzen. Vielmehr muss hier begründet werden, warum es dabei ein Messer von mehr als 12 cm Länge bzw. ein Einhandmesser sein muss. Das dürfte in der Vielzahl der Fälle schwer fallen, wo man doch die Wurst beim Wandern auch mit nem Schweizer Taschenmesser mit 5 cm Klinkenlänge schneiden kann.


Der Erwerb und der Besitz der betroffenen Messer bleiben vollkommen legal.

Stimmt, aber bereits jetzt diskutieren Politiker die sich in der momentanen Diskussion offenbar noch nicht ausreichend hervortun konnten über eine weitere Verschärfung, die auch den Erwerb/Verkauf unter Strafe stellt. :grrr:


Sie unterliegen weiterhin nicht dem Altersgebot ("ab 18 Jahre").

DAS hätte ich für Sinnvoll erachtet.


Das in dem Text erwähnte "Führen" von Messern meint konkret ein "zugriffsbereites Tragen" am Körper.


Bei Aufbewahrung in einem Behältnis, wie einer Tasche oder auch in einem PKW-Handschuhfach, greift die Neuregelung nicht.

Diesen Teil des Beitrages habe ich bewußt in 2 Zitate getrennt.
Der erste Teil ist die Definition von FÜHREN, die es auch schon vorher im WafG gab (z.B. beim Führen von Schusswaffen).

Das zweite Zitat ist eine Deutung dieser Definition. Leider geht aus dem Beitrag nicht hervor von wem diese Deutung stammt.
Allgemein ist nicht ersichtlich, ob eine Aussage von Dr. Körting von Böker oder von sonst jemandem stammt.
Bisher waren mit FÜHREN nunmal die Möglichkeit des Zugriffs auf die gebrauchsbereite Waffe gemeint.
Dies dürfte sich auch nicht geändert haben, womit die Aufbewahrung im Handschuhfach oder auch im Rucksack sicherlich einen Fall des Führens darstellen dürfte.

:hahaa:
Selbst der normale, private Einsatz und das damit verbundene mit sich Führen bei einem Picknick oder auch zur Vesper in einem Biergarten wird auch in Zukunft ohne Einschränkung möglich sein.

Klar dann setz ich mich demnächst irgendwo in einer deutschen Innenstadt mit meinem 16 cm langen Bajonett in die Eisdiele.:o Denn zwischen Biergarten und Eisdiele besteht kein rechtlicher Unterschied.


Den Initiatoren der Gesetzesänderung geht es nach eigenen Worten einzig und allein darum, gegenüber Risikozielgruppen gegebenenfalls eine Handhabe zum Einschreiten und auch zur Beschlagnahmung zu haben.

Selbst in diesem Fall wird es bei einer reinen Ordnungswidrigkeit bleiben und auf keinen Fall ein Straftatbestand gegeben sein.

Und nochmal: Worum es den Initiatoren geht ist unerheblich. Natürlich will man durch dieses Gesetz in erster Linie nicht den Wanderern, Campern etc. an die Wäsche. Nur gilt das Gesetz trotzdem für alle.
Verstöße gegen das Waffengesetz stellen in der Regel Straftaten dar.
Damit bleibt einem Polizeibeamten kein Ermessensspielraum, da für ihn der Strafverfolgungszwang gilt. Eine Anzeige muss somit gefertigt werden, da sonst der Beamte selbst eine Straftat (Strafvereitelung) begeht. :motz:


Heinr. Böker Baumwerk GmbH, Solingen
Carsten Felix-Dalichow
Geschäftsführer

Das man sich als Geschäftsführer einer Fa. nicht mit den Feinheiten des Waffengesetzes auskennt ist nachvollziehbar, aber dann sollte man doch bitte auch kennzeichnen was eigene Deutung und was Gesetz bzw. Kommentar von Dr. Körting ist.
Im Zweifel gilt: Wenn man von irgendwas gar keine Ahnung hat, einfach mal...:ignore::ignore:

RSous
26.02.2008, 21:06
Ich hätte halt nicht den gesamten Text sondern nur die entsprechenden Auszüge zitieren sollen, damit die Achterbahn nicht wieder losrollt.

Es ist halt die erste halbwegs sachliche Stellugnnahme in der Klipp und Klar zu lesen ist was läuft und das ohne Stunden lang Texte in Messerforen oder auf der Bundestags Homepage zu lesen.
Ich freue mich, da es nicht zu einem generellen Verbot gekommen ist, dass entsprechende Messer zu verbotenen Gegenständen macht. Ein Verstoss gilt laut Entwurf als Ordnungswidrigkeit und nicht gleich als Straftat, so dass wie in den meisten anderen europäischen Ländern der Ermessensspielraum des jeweiligen Beamten eine große Rolle spielt. Da muss ich sagen, hab ich bei Kontrollen im Ausland, wie hier immer gute Erfahrungen gemacht.

Also nochmals. Es tut mir leid den Post gemacht zu haben. Ich werde von nun an :ignore::ignore: und dann hoffentlich nicht weiter stören ...

Christine M
26.02.2008, 21:24
Es ist halt die erste halbwegs sachliche Stellugnnahme in der Klipp und Klar zu lesen ist was läuft und das ohne Stunden lang Texte in Messerforen oder auf der Bundestags Homepage zu lesen.

Eine solche schöne sachliche Stellungnahme könnte ich auch schreiben. Das hätte in etwa den gleichen rechtlichen Stellenwert.


Ein Verstoss gilt laut Entwurf als Ordnungswidrigkeit und nicht gleich als Straftat, so dass wie in den meisten anderen europäischen Ländern der Ermessensspielraum des jeweiligen Beamten eine große Rolle spielt.

Jein. Hinsichtlich des Verstoßes sieht der *krächz* Entwurf keinerlei Ermessen vor. Wenn du ein solches Messer führst und kein berechtigtes Interesse vorweisen kannst, verstößt du gegen das Gesetz und begehst eine Ordnungswidrigkeit. Dies steht in niemandes Ermessen. Lediglich hinsichtlich der Rechtsfolge - ob und in welcher Höhe eine Geldbuße verhängt wird und ob das Messer eingezogen wird - steht im Ermessen der Verwaltungsbehörde.


Also nochmals. Es tut mir leid den Post gemacht zu haben. Ich werde von nun an :ignore::ignore: und dann hoffentlich nicht weiter stören ...

Was ist denn heute mit euch allen los? Wenn jemand eine Meinung zu einem Thema hat, dann kann er sie doch posten und soll sie dann entweder auch vertreten oder revidieren, aber dieses Prinzessin-auf-der-Erbse-Verhalten hier neuerdings im Forum ... :roll:

Christine

Klotczek
26.02.2008, 21:56
das ohne Stunden lang Texte in Messerforen oder auf der Bundestags Homepage zu lesen.

Bin grade dabei und kann anschließend hoffentlich klären ob´s Owi oder Straftat ist.

Wollte auch nicht als Klugscheisser da stehn. Ich fand den Beitrag nur n bißchen sehr optimistisch. :roll:

RSous
26.02.2008, 22:06
Berlin: (hib/HAU) Der Weg zur Neuregelung des Waffenrechts ist frei. Sämtliche Fraktionen mit Ausnahme der FDP stimmten in der Sitzung des Innenausschusses am Mittwochvormittag dem durch einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen modifizierten Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Novellierung des Waffengesetzes
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/077/1607717.pdf
zu, der am kommenden Freitag vom Bundestag in dritter Lesung behandelt wird. Der Entwurf sieht vor, das Mitführen von so genannten Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit zu verbieten. Als Anscheinswaffen sollen sämtliche Waffen gelten, die in ihrem äußeren Erscheinungsbild mit echten Waffen zu verwechseln sind. Außerdem ist ein Mitführverbot von Einhandmessern und Messern mit feststehender Klinge ab einer Länge von 12 Zentimetern vorgesehen. Der Verstoß gegen diese Vorschriften soll als Ordnungswidrigkeit gelten und mit einem Bußgeld geahndet werden. Als einen "guten Kompromiss" sieht die Union die Regelung an. Das Gesetz schaffe ein "Mehr an Sicherheit". Gemeinsam mit dem Koalitionspartner habe man auch in Folge des Erkenntnisgewinns durch die öffentliche Anhörung am 13. Februar den Gesetzentwurf durch ein Verbot gefährlicher Messer erweitert. Einhandmesser, so die Union, hätten seit dem Verbot der Butterfly-Messer diese als Statussymbole bei gewaltbereiten Jugendlichen abgelöst. Nun habe die Polizei eine Handhabe, um Jugendlichen diese Messer zu entziehen. Für die SPD ist der Gesetzentwurf ein Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung und ein auch Beispiel dafür, dass man "mit gutem Willen auch etwas Vernünftiges zustande bringen kann". Das Messerverbot sei nötig, da räumliche Verbote, wie sie eine Hamburger Initiative vorsieht, angesichts der Verlagerung von Kriminalitätszentren "nicht weiterführen". Auch die Linksfraktion stimmte dem Entwurf zu, da er viele sinnvolle Regelungen beinhalte. Es sei gut, dass die Erkenntnisse der Anhörung so schnell in den Entwurf eingeflossen sind. Dennoch bestehe weiterhin die Forderung nach einem zentralen Waffenregister. Zustimmung gab es auch von den Grünen. Da man auf Bundesebene in der Messerfrage umgedacht habe, betrachte man den eigenen Antrag http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/069/1606961.pdf als erledigt. Er habe "seinen Zweck erfüllt". Die FDP hingegen kritisierte den Entwurf. Waffenrechtsänderungen brächten nichts bei der Kriminalitätsbekämpfung, weil damit nicht das Problem der illegalen Waffen entschärft werde. Zweifel am zusätzlichen Sicherheitsgewinn seien daher angebracht. Auch das Messerverbot bringe aus Sicht der Liberalen nichts. Während der Anhörung hätten Experten bestätigt, dass erst durch ein Verbot derartige Messer zu Statussymbolen bei Jugendlichen würden.

Lightfoot
17.04.2008, 14:30
Ich kann mich eigentlich nur Christine M und Klotczek anschließen, was die Warnung vor zu viel Optimismus hinsichtlich der Gesetzesfolgen angeht.

Abgesehen mal von der Frage, wieso ein bundesweites Verbot nötig war, wenn großstädtische Jugendbanden Hauptzielgruppe waren (verlagern die ihre Aktivitäten dann in den Schwarzwald?), begründet das Gesetz analog zur Situation in Großbritannien und anderen europäischen Ländern eine erhebliche Rechtsunsicherheit.

Die Beurteilung der Gesetzesverletzung wird nämlich letztlich dem Beamten vor Ort (bzw. später den Strafgerichten) überlassen, in einem Ausmaß, wie es bisher im deutschen Recht kaum bekannt war. Wenn ich die Episode der TE über die Diskussion mit dem englischen Beamten lese, rollen sich mir die Fußnägel auf. Je nach Lust und Laune kann man in den Knast wandern (2 Jahre für unberechtigtes Führen in GB).

Das wird in Deutschland ähnlich sein (ohne Knast allerdings, noch), denn zunächst muß das "berechtigte Interesse" vom Kontrolleur bewertet werden. Das ist zwar kein Ermessensbegriff, sondern ein unbestimmter Rechtsbegriff (= nur ein richtiges Auslegungsergebnis), aber ein verdammt schwammiger. Man weiß also vorher nie genau, was passieren wird. Ich frage mich z.B., wie man beim Wandern, Fischen, Campen in Deutschland ein berechtigtes Interesse am Führen eines festen Messers mit mehr als 12 cm Klinge oder eines Einhandmessers begründen sollte? Vielleicht, weil man kein anderes besitzt oder nur einen Arm hat, ähmm?

In Deutschland ist ein Verstoß gegen die neuen Vorschriften "nur" eine Ordnungswidrigkeit, das war ja in den Posts vorher noch nicht ganz klar. Maximales Bußgeld, soweit ich weiß, 10000,- €, wobei in der Regel weit niedrigere Bußgelder als das Höchstmaß verhängt werden.

Cornholio
18.04.2008, 14:01
Jemand zufällig ahnung von Vorschriften in Frankreich, griechenland und Italien mit der Einreise? Was kann ich denn da mitnehmen? Geht mein Ka-Bar USMC noch?

Arctic-Fox
18.04.2008, 14:24
@Cornholio: Schaust Du hier:

http://www.messermagazin.de/infothek/messer_und_recht/messer_und_recht_im_ausland.pdf

Cornholio
18.04.2008, 14:36
@Cornholio: Schaust Du hier:

http://www.messermagazin.de/infothek/messer_und_recht/messer_und_recht_im_ausland.pdf

Hm, mist... trotzdem danke. Muss ich mir wohl ein klappmesser vesorgen.

doubleT
10.11.2008, 17:33
Kleine Anekdote:
Als ich 2000 nach Ibiza geflogen bin, hatte ich - weiß der Geier warum - ein Opinel Nr. 8 und ein Leatherman in der Hosentasche. Ich hab's brav in den Korb gelegt, bin durch den Detektor gegangen und der Beamte hat mir beides auf der anderen Seite wiedergegeben - ohne auch nur fragend zu gucken.

Ich war 16 und es war eine sehr dumme Idee. :roll: Auf dem Rückflug wurde überhaupt nicht kontrolliert.

Shorty66
10.11.2008, 19:37
hehe nicht schlecht. Wobei es auch selten dämlich wäre als "Terrorist" seine messer nicht nur mit ins flugzeug zu schleppen sondern dem sicherheitsdienst damit vor der nase rumzufuchteln ^^

Wie siehts denn generell mit leathermans in europischen ländern aus?
Hab gehört, dass die häufig mehr als werkzeug als als messer angesehn werden und dadurch keine probleme zu erwarten sind?
Wobei son charge mit den feststellbaren einhandklingen (eine davon mit wellenschliff und zwei schneiden) sicher auch als waffe gedeutet werden kann...

Grashalm
16.12.2008, 20:09
Es ist wichtig zwischen Werkzeugen und Waffen zu unterscheiden.

Vom Anwendungsbereich eines Waffengesetzes werden, wie der Name schon sagt, zunächst mal "Waffen" erfasst.

Eine Machete oder ein langes Messer ist nicht unbedingt als Waffe anzusehen, wenn ich sie im Wald dabei hab um in den Blättern rumzufuchteln oder damit meinen Leib Brot schneiden will. Es kommt auf den bestimmungsgemäßen Gebrauch an.

Oft ist auch nur das Führen von Waffen verboten, also das zugriffsbereite Tragen.

Rotä
19.03.2009, 00:37
ja wie ist denn das mit der einteilung in "waffen"?

ich beschäftige mich damit auch n klein wenig, da ich eigentlich kein bock hab, dass mir mein arschteurer leatherman einfach so abgenommen wird...

desweitern denk ich gerde spontan an ein richtiges brotmesser.
jeder depp erkennt es als brotmesser, aber subjektiv betrachtet ist es ein feststehendes messer mit sicher über 15cm klinge und wellenschliff.... was für eine kranke waffe wenn man mal drüber nachdenkt.... :o

gibts da irgendwelche angaben ob das von fluglienien definiert wird was diese einteilung betrifft?

Komtur
19.03.2009, 09:05
gibts da irgendwelche angaben ob das von fluglienien definiert wird was diese einteilung betrifft?

Um welches Land handelt es sich denn?

z.B. England: Wenn das Ding gut verpackt im Koffer oder Rucksack ist, kein Problem.

Wenn Du damit in der Jackentasche durch die Innenstadt gehst, bekommst Du bei einer Kontrolle ein großes Problem. Das Mitführen solcher "Waffen" ist dort nicht gestattet. Hast Du es gerade gekauft und bist auf dem Weg nach Hause, ist es nicht schlimm. Aber abends um 23:00 damit angetroffen werden - dann wirst Du die Nacht bei den Bobbys verbringen.

Ein kleines Klappmesser mit weniger als 3 Zoll Länge in der Hosentasche mitten in Glasgow - auch eine schöne Nacht in der Zelle. Solch ein Messer darfst Du mitführen, aber nicht im schnellen Zugriff in der Stadt.
Also dann in den Rucksack packen.

England hat ein sehr strenges Waffengesetz. Vor einiger Zeit wurden normale Messer verboten, dann haben sich entsprechende Teile der Bevölkerung mit Leathermans und Brotmessern eingedeckt. Nun wurden mit diesen "Waffen" Menschen getötet (erst 2006 eine Frau mit einem Leatherman) und dann auch diese verboten. Inzwischen laufen die entsprechenden Gestalten mit Nagelfeilen durch die Gegend ...

Dirk

Rotä
19.03.2009, 13:04
ach das is wie einbrechen... wenns sichs jemand in den kopf gesetzt hat zieht er das auch durch. egal ob mit dietrich oder abrissbirne.

ich mein kein land speziell. ich werd ein jahr versuchen ein zwischending zwischen work and travel und sehr viel outdoorleben zu finden und hoffentlich genießen.
ich werd ein atw ticket haben, somit mehrer stationen/länder anfliegen.
aber ich seh schon, das ich etwas auf glück spekulierne muss...

aber vieleicht kann jemand der letztens mit em atw unterwegs war oder zeitnah verschiedene länder bereist hat n bissl was erzählen.
speziell denk ich jetzt mal an ein größeres feststehendes messer like F1 o.ä. ich weiß nicht ob ich mit dem leatherman alles machen kann. aber bevor ich mit dem wissen loszieh, das es mir irgendwann auf einem der zig flughäfen/städte abgenommen wird, investier ich das geld fürs messer lieber wo anders und versuch es irgendwie so...

rumtreiberin
19.03.2009, 13:46
@Rotä

Waffengesetze und das was es an Sicherheitsbestimmungen beim Fliegen gibt sind aber ein Riesenunterschied.

Für Fluggepäck gibts Bestimmungen die mit der Situation in einem Flugzeug zu tun haben - da hat ein Messer NIE was im Handgepäck zu suchen, zu den Flugbestimmungen findest du einiges bei den Themen rund um die Mitnahme von Kochern - hier (http://http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=29714&highlight=kocher) zum Beispiel oder hier (http://http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?p=462016#post462016). Da gibts auch Links zu kompletten Listen, und hier (http://http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=29462&highlight=outdoor+flughafen) gibts etwas allgemeiner witzige bis unerfreuliche Erlebnisse beim Fliegen wegen/mit Outdoorzeugs. Dürfte also clever sein sich über die Bestimmungen kundig zu machen und auch entsprechend zu handeln - wenns dumm läuft sitzen die Kontrolleure, egal ob bei Zoll, Polizei oder Airline am längeren Hebel.

Bei den Waffen kocht jedes Land sein eigenes Süppchen - was bei uns verboten ist juckt in Österreich keinen und für Großbritannien ist es schon grenzwertig, außer du kannst es gut erklären und hast obendrein besonders in Städten keinen direkten Zugriff auf das "böse" Gerät. Da bleibt dir also nur gezielt nach Waffengesetze/Land XY zu suchen, allgemein läßt sich da keine Aussage machen.

sanders
20.03.2009, 08:56
Kennt jemand die aktuelle Situation für Einhand-Klappmesser in Frankreich?

In der Schweiz ist ja das Tragen/Benutzen auch ohne "berechtigtes" Interesse, sprich zum Grillen, Angeln, Jagen etc. seit Schengen/Dublin (November 2008) von einhändig manuell bedienbaren Klappmessern (ohne automatischen Mechanismus) wieder erlaubt, bzw. gilt nicht mehr als Waffe im Sinne des Waffengesetzes - im Gegensatz z.B. zu Deutschland.

Peter83
11.02.2011, 09:53
Hier eine Kurze Zusammenfassung des Schweizer Waffengesetzes:

http://www.ejpd.admin.ch/content/dam/data/sicherheit/waffen/Broschüre/waffenbroschuere-d.pdf

Grüsse

Peter

ralfalfa
29.05.2011, 20:57
Nachdem hier schon mehrmals gefragt wurde was ins Handgepäck darf.
Nichts spitzes. D.h. auch keine Messer.
Mir haben sie mal eine Nagelfeile abgenommen.:motz:
Keine Ahnung ob dann Bleistifte(auch spitz) erlaubt sind.:D Vielleicht ja nur ungespitze.
Eigentlich könnte ich ja jemanden mit einem Blatt Papier die Halsschlagader aufschneiden.

Villeman
31.05.2011, 18:02
darf man ein Metallstück und eine Feile eigentlich mitnehmen? Bei nem Interkontinentalflug durchaus eine gefährliche Kombination :o

WolfvanEden
20.06.2011, 14:37
???????

GHL
23.06.2011, 17:43
Gut ich kann mein Messer hier in Deutschland zum Campen nutzen und nun stellt sich die Frage wie bringe ich es dorthin??
Da ist schon Positiv das die Polizei es auch nicht immer so genau weis grins. Als sie mal meine Schreckschusswaffe überprüft hatten, haben die blöd geguckt als ich sie im Revier zum Ordnungsgemäßen transport vorbereitet hatte ("zerlegt" und verpackt). Sie wussten gar nicht das man das so machen muss^^. Ich hatte ja keinen Waffenschein und nutze sie nur an Neujahr.


Gerade wenn die Polizei etwas nicht genau weiß, dann besteht die Gefahr, daß sie übers Ziel hinausschießen und schon mal ein legal geführtes Messer abnehmen. Den Ärger hat ja schließlich auch nur der Bürger, der dann sein Messer wieder, natürlich auf eigene Kosten, abholen muß.

Für Schreckschußwaffen braucht man heute schon den kleinen Waffenschein. Der berechtigt aber nur zum Führen der Schreckschußpistole in der Öffentlichkeit. Das Abfeuern der Pistole in der Öffentlichkeit ist jedoch verboten. Auch zu Silvester. Einzige Ausnahme ist die berechtigte Notwehr.
Ansonsten darf man die Schreckschußpistole auch ohne kl. Waffenschein auf seinem eigenen Grundstück führen und zu Silvester damit schießen. Jedoch dürfen die Leuchtraketen dabei das eigene Grundstück nicht verlassen.

So die Aussage des hiesigen Ordnungsamtes.

Gruß
Gerhard

cast
23.06.2011, 17:55
Ne im ernst ich finde die Waffengesetze undurchschaubar.

Nicht nur du, auch wirklich betroffene wie Jäger und Sportschützen.

Allerdings ist der Grund für den Wahnsinn einfach, man macht sich nicht allzu viele Gegner als Politiker wenn man sich da profiliert, denn wer ist schon FÜR Waffen.

Im übrigen werden ein paar Fragen durch die neue WaffVwv geklärt.
Wen es interessiert.

http://www.bundesrat.de/nn_8694/SharedDocs/Drucksachen/2011/0301-400/331-11,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/331-11.pdf

Der Bundesrat muss noch beschließen, vielleicht kommen noch ein paar Änderungen, aber im Prinzip klärt dieselbe ein paar Fragen, die das Gesetz offen lässt

WolfvanEden
23.06.2011, 22:13
????

kirsche2903
30.06.2011, 23:48
Hey Ich hab ne Frage wegen einem Columbia Messer, und zwar wollte ich fragen ob das Columbia Messer mit einer Gesamtlänge von 16cm und eine Klingenlänge von 7cm ein Klapp- oder ein Einhandmesser ist?
Ich bitte um schnelle Antworten
Danke schonmal im Voraus!

smeagolvomloh
01.07.2011, 07:23
Hey Ich hab ne Frage wegen einem Columbia Messer, und zwar wollte ich fragen ob das Columbia Messer mit einer Gesamtlänge von 16cm und eine Klingenlänge von 7cm ein Klapp- oder ein Einhandmesser ist?
Ich bitte um schnelle Antworten
Danke schonmal im Voraus!

Bitte genaue Produktbezeichnung oder Link nachliefern. Sonst kann dir nämlich keiner was sagen.

Lobo
03.08.2011, 09:40
Hallo,

das neue Gesetz gibt es jetzt schon eine Weile, deswegen wollte ich mal nachfragen ob schon mal jemand Probleme bekommen hat.
Also ich meine jetzt natürlich beim "berechtigten Führen". Sprich beim Trekking, Klettern o.Ä.
Daß man mit großen feststehenden Messern, oder mit einhändig zu öffnenden Klappmessern nicht abends in die Disco geht sollte klar sein.

Also wurden schon Geldbußen verhängt, oder Messer eingezogen von Usern hier im ODS?

Grüße
Thomas

P.S.: Wenn dafür ein neues Thema gemacht werden soll einfach verschieben ;-)

smeagolvomloh
03.08.2011, 11:17
... Wenn dafür ein neues Thema gemacht werden soll einfach verschieben ;-)

Hier wurde das Thema doch schon angesprochen:

Schon kontrolliert worden? (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?31817-Neues-Waffengesetz-Schon-kontrolliert-worden)

Lobo
03.08.2011, 13:41
Hier wurde das Thema doch schon angesprochen:

Schon kontrolliert worden? (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?31817-Neues-Waffengesetz-Schon-kontrolliert-worden)

Sorry hab ich nicht gesehen ;-)
Danke für den Link...

Ditschi
14.08.2011, 17:52
Hallo,
wer über das deutsche Waffenrecht in Bezug auf Messer schimpft ( ...typisch deutsch), wird bei genauer Betrachtung feststellen, daß es noch relativ liberal ist.

http://www.haller-stahlwaren.de/fileadmin/user_upload/inhalte/dokumente/messer_und_recht_im_ausland.pdf

Gruß Ditshi

Huna
14.08.2011, 17:59
Informativer link, danke Ditschi. Bleiben doch genügend Messeroptionen über, um eine Salami legal zu schneiden.

Ditschi
14.08.2011, 18:05
Hallo,

übrigens ist dem Autor bei den Springmessern ein kleiner (!) Fehler unterlaufen,
denn grade das gezeigte Böker Speedlock ( Klingenlänge 8,5 cm) ist zwar ein Springmesser, aber in Deutschland keine verbotene Waffe, wegen folgender Ausnahme
( Hervorhebung durch mich):

1.4.1
Spring- und Fallmesser nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 2.1.1 und 2.1.2. Hiervon ausgenommen sind Springmesser, wenn die Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff herausragende Teil der Klinge

-
höchstens 8,5 cm lang ist und
-
nicht zweiseitig geschliffen ist;

Es geht um die Liste der verbotenen Waffen, die man also auch nicht erwerben und besitzen darf.

Gruß Ditschi

cast
14.08.2011, 18:11
wegen folgender Ausnahme


weißt du auch warum es diese Ausnahme gibt?








Nach dem Krieg gab es Kriegsversehrte denen eine Hand fehlte, genau für die wurde die Ausnahme geschaffen, damit sie einhändig ein Messer öffnen konnten.

Ditschi
14.08.2011, 18:32
weißt du auch warum es diese Ausnahme gibt?








Nach dem Krieg gab es Kriegsversehrte denen eine Hand fehlte, genau für die wurde die Ausnahme geschaffen, damit sie einhändig ein Messer öffnen konnten.


Hallo,

klingt überzeugend. Aber das WaffenG stammt vom 01.04.2003. Da ist 58 Jahre nach dem Krieg. Gab es eine solche Regelung mit Ausnahme schon in einem älteren Waffengesetz ? Und warum hat man dann eine Ausnahme gemacht für alle und nicht explizit für Menschen mit nur einem Arm?
Ich weiß es nicht. Woher hast Du Deine Information? Einen Beleg könnten eigentlich nur die Gesetzesmaterialien liefern.
( Info: zu fast jedem Gesetz gibt es eine offizielle Begründung, mit der ein Gesetz vom Innen-und Rechtsausschuß ins Parlament geht. Diese Begründung, meist als Bundestagsdrucksache veröffentlicht, ist eine wichtige Info-Quelle für die Motive des Gesetzgebers, aber nicht immer leicht zu finden.)
Gruß Ditschi

cast
14.08.2011, 18:39
Springmesser mit entsprechender Beschränkung stehen seit Anfang der Bundesrepublik im WaffG, wobei es erst seit 1972 ein bundeseinheitliches gibt..

Deswegen ja eine gewisse Beschränkung.
Als Gebrauchstaschenmesser reicht eine 8,5 cm Klinge, einseitig geschliffen.

Alles was nach Stillet und Dolch aussieht war schon immer als Springmesser verboten.
Also auch Verhältnis Klingenlänge und Breite spielt eine Rolle.

Ditschi
14.08.2011, 18:45
Springmesser mit entsprechender Beschränkung stehen seit Anfang der Bundesrepublik im WaffG.

Deswegen ja eine gewisse Beschränkung.
Als Gebrauchstaschenmesser reicht eine 8,5 cm Klinge, einseitig geschliffen.

Alles was nach Stillet und Dolch aussieht war schon immer als Springmesser verboten.
Also auch Verhältnis Klingenlänge und Breite spielt eine Rolle.

Danke, cast,
ich schau trotzdem mal, ob ich in der Gesetzesbegründung was finde? Kann aber dauern.
Wieso spielt auch das Verhältnis Klingenlänge und Breite eine Rolle?
Ich habe die Norm doch oben vollständig zitiert. Ich lese da nichts davon.
Wo sollte das stehen?
Gruß Ditschi

loewe
14.08.2011, 18:56
Ich könnte mir vorstellen, dass obiges Verhältnis das Stechpotential widerspiegelt.
Eine breitere Klinge hält mehr aus und bricht nicht so schnell ab, wie eine Dünnere. Kann mir allerdings kaum vorstellen, dass dies in den Gesetzen berücksichtigt wird.

loewe
14.08.2011, 19:28
Zu den Springmessern:
Ist dann der Besitz uU erlaubt, die Nutzung ("Führen") jedoch nicht ?!

Huna
14.08.2011, 19:57
Hallo,

übrigens ist dem Autor bei den Springmessern ein kleiner (!) Fehler unterlaufen,
denn grade das gezeigte Böker Speedlock ( Klingenlänge 8,5 cm) ist zwar ein Springmesser, aber in Deutschland keine verbotene Waffe, wegen folgender Ausnahme
( Hervorhebung durch mich):

1.4.1
Spring- und Fallmesser nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 2.1.1 und 2.1.2. Hiervon ausgenommen sind Springmesser, wenn die Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff herausragende Teil der Klinge

-
höchstens 8,5 cm lang ist und
-
nicht zweiseitig geschliffen ist;

Es geht um die Liste der verbotenen Waffen, die man also auch nicht erwerben und besitzen darf.

Gruß Ditschi


Zu den Springmessern:
Ist dann der Besitz uU erlaubt, die Nutzung ("Führen") jedoch nicht ?!

Nein! Man könnte zu der Ausnahme noch editieren das ausdrücklich alle 3 Eigenschaften zutreffen müssen.

Ditschi
14.08.2011, 20:30
Zu den Springmessern:
Ist dann der Besitz uU erlaubt, die Nutzung ("Führen") jedoch nicht ?!

Hallo,
Huna hat`s gesagt. Grundsätzlich sind Springmesser verbotene Waffen, die man nicht besitzen darf.
Ein Springmesser, daß in allen drei Eigenschaften ( kumulativ) der Ausnahme siehe oben entspricht, ist keine verbotene Waffe. Man darf es besitzen.
Aber es ist als Springmesser immer qua Definition eine Waffe mit der Folge, daß z.B.
Minderjährigen der Umgang verboten ist.
Und es immer ein Einhandmesser, daß man nach § 42 A WaffG nicht oder nur ausnahmsweise führen darf. Ist leider kompliziert.
Und zur Erinnerung: hier geht`s um ausländische Waffengesetze! ( Halt Dich dran, Ditschi)
Gruß Ditschi

loewe
14.08.2011, 21:40
Wie ist denn das jetzt eigentlich in England ? Haben die sogar nicht noch schlimmere Verbote als wir, was das Messertragen angeht ?
Wie sieht es mit der Mitnahme von gewöhnlichen Taschenmessern (Schweizer*, Leatherman, ....) im Fluggepäck aus ? (Nicht das Handgepäck)

Ditschi
15.08.2011, 11:15
weißt du auch warum es diese Ausnahme gibt?








Nach dem Krieg gab es Kriegsversehrte denen eine Hand fehlte, genau für die wurde die Ausnahme geschaffen, damit sie einhändig ein Messer öffnen konnten.


OT:

Hallo,
cast hat recht. Das war der Grund für das sogenannte "Taschenmesserprivileg".

Belegt wird das durch diesen Auszug aus der Bundestagsdrucksache 14/763 vom 14.04.1999:

Mißbrauch des Taschenmesserprivilegs
Das Taschenmesserprivileg war ursprünglich dafür gedacht, für
Personen, die wegen einer Behinderung nicht mit beiden Händen arbeiten
können, sowie für bestimmte Tätigkeiten, bei denen nicht beide Hände
zum Öffnen des Messers eingesetzt werden können, eine Ausnahme von dem
sehr weitgehenden Verbot des § 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Waffengesetz
zuzulassen. Es hat sich allerdings als Einfallstor für Messer
herausgestellt, die nur zu Zwecken des Angriffs oder der Verteidigung
eingesetzt werden.

Diese Bundestagsdrucksache ging der Waffenrechtsnovelle vom 11.10.2002 voraus, die zum Waffengesetz vom 01.04. 2003 in heutiger Form führte, natürlich noch ohne die Änderungen von 2008.
Das frühere " Taschenmesserprivileg" blieb nur noch in der schon zitierten Ausnahme für die Springmesser erhalten.
Gruß Ditschi