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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IT], [FR] Dynamite Trails: MTB Tour auf den Mont Chaberton



RSous
16.09.2007, 21:59
Land: Italien / Frankreich<br />Reisezeit: Tagestour<br />Region/Kontinent: Mitteleuropa<br />
Nachdem ich schon viele Berichte genossen habe, möchte ich auch mal was beitragen:


Anfang diesen Jahres ergab sich die Idee nochmal einen Alpencross zu fahren, nachdem ein Freund mich zum Trauzeugen seiner Hochzeit auserkoren hatte, die in Italien stattfinden sollte.

Leider hat es der Zeitplan nicht zugelassen eine ganze Woche zu investieren und so blieb uns nur Zeit für ein paar Touren in der Provinz Verbano Cusio Ossala - westlich vom Lago Maggiore, wo auch die Hochzeit stattfand.

Dennoch wollten wir es uns nicht nehmen lassen wenigstens eine Tour zu starten, die etwas mehr bieten sollte.

Ich hatte die Tour auf den Mont Chaberton ausgesucht, da man so nochmal ein wenig Höhenluft schnuppern konnte, ein toller Ausblick möglich sein sollte, und ein Gipfel erreichbar ist, was bei der Höhe mit dem Mountainbike nicht immer möglich ist. ;-)

Die Tour wird auf sogenannten Dynamite Trails gefahren. Alte Militärstraßen, die aus dem Fels gesprengt wurden und über den Hang mit Stein- und Stahlbauten befestigt waren. Ziel ist die Ruine eines Gipfelforts mit 8 schweren Backsteintürmen auf einem begradigten Gipfelplateau. König des Susatals nennt man den Berg, da die Türme an die Zacken einer Krone erinnern.

Die Jahreszeit (Mitte-Ende Juli) stimmte nach dem laschen Winter, um nicht mehr auf Schneefelder zu treffen.

Wir starteten an einem Dienstag gegen 6.00 Uhr morgens und fuhren von Verbania aus etwa 2h mit dem Auto bis zum Ausganspunkt in Fenils, einem kleinen Bergdörfchen am Fuße des Chaberton.
Ein älterer Mann erklärte uns, dass unser Vorhaben mit dem MTB recht sinnlos wäre, da viel Fels über den Winter runtergekommen ist, und man unweit hinter dem Ende der Forststraße nicht mehr im Sattel bleiben könne. Ähnliches prophezeite die Sonderausgabe der Mountainbike "Alpenspecial Sommer 07", in der es hieß, der Wege seien seit der Sperrung für Endurofahrer die letzten Fahrrillen entnommen.

Mein Freund als erfahrener Alpencrosser und Alpencrossmarathonbezwinger und ich als langjähriger EX Downhill-Amateur, blieben dennoch optimistisch und starteten die Tour auf einem breiten Schotterweg, der als Hauptroute bis zur letzten Alm "Pra Claud" gut ausgebaut hinauf führt.

Joschi guten Mutes auf den ersten Kilometern der Tour im warmen Wald:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/1.Wald1.JPG



Von diesem Weg aus eröffneten uns die abziehenden Wolken zum ersten mal einen Blick auf das Ziel:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/2.Wald2.JPG



Nun war der Gipfel frei und man kann das Fort mit den alten Geschütztürmen erkennen (dazu später mehr)

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/3.Wald3.JPG



Nach den ersten etwas steileren Stücken und ein paar Serpentinen kamen wir zur letzten Alm "Pra Claud", von wo aus die Weiterfahrt für Autos und Motorräder verboten ist.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/4.Wald4.JPG

Der Weg bis hierher war leicht zu fahren und eine ideale Aufwärmung für das, was nun folgte.

Nach ein paar weiteren gut ausgebauten Kilometern durch recht geordneten Lärchenwald wurde es zunehmend wilder. Die Schotterpiste wurde zu einem Felspfad und es wurde steiler. Fahrtechnisch war es nun schon recht anspruchsvoll und aufgrund der nun "sportlicheren" Atmung waren Pausen für Unterredungen unumgänglich.

Die Muren-gezeichnete Trasse:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/5.Schlucht1.JPG



Hier ging es nun auch die ersten male aus dem Sattel. Hangrutsche und ausgespülte Felsrippen lassen sich zwar auch im Sattel bezwingen, aber im Nachhinein war es sinnvoll sich diese Kräfte für später zu sparen.

Joschi auf der anderen Seite der Schlucht:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/6.Schlucht2.JPG




Den steilen Weg ging es nun langsam hinauf. Man ist ständig konzentriert grobe Hindernisse weitläufig zu umfahren und gleichzeitig auf dem losen Geröll das Gleichgewicht und den Grip zu halten.

Währenddessen wird die Landschaft langsam karger und der dichte Wald wird lichter, bis nur noch ein paar Baumkrüppel da sind, die sich im merklich kälter gewordenen Wind noch am Fels halten:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/7.Baumgrenze1.JPG



Zwischenzeitlich wird der Weg nochmal ein wenig "fahrbarer" und die angelegten Serpentinen lassen sich wieder problemlos durchfahren:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/8.Baumgrenze2.JPG



Nach ein paar sehr steilen und langen Auffahrten erreichen wir eine Felswand an der es nun weiter geht. Die Beschaffenheit der alten Militärstraße wird immer schlechter und aufgrund der häufigen und länger werdenden Schiebepassagen wurden die Radschuhe gegen Trekkingstiefel getauscht.

Die steilen Passagen blieben dabei meist fahrbar, da grobes Geröll hier anscheinend keinen Halt findet. Auf flacheren Teilstrecken wiederum ist fast kein Durchkommen und teilweise bereits Tragen angesagt:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/10.ImFels2.JPG



Von hier aus (ca. 2300m) bot sich nun zum ersten mal ein recht guter Ausblick in Richtung Osten, wo in etwa das Gebiet der olympischen Spiele von Turin 2006 liegt. Die Bobbahn war von dort oben recht gut zu erkennen.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/9.ImFels1.JPG



Die Felswand des Nachbarberges zu unserer Rechten war sehr beeindruckend. Wir hielten hier die Ohren auf, da es schonmal zu Steinschlag kommen kann und fuhren/schoben recht zügig weiter.

Auf dem Bild ist gut zu erkennen wie breit der Ausbau der Piste einst gewesen sein muss. Der gespaltene Fels auf den ich zufahre ist ein prägnanter Punkt der Tour und auf etwa 2350 m Höhe:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/11.ImFels3.JPG



Der Trail ist stellenweise nur noch etwa Lenkerbreit und es geht links hunderte Meter in die Tiefe. Aufgrund meiner Verpflichtung gegenüber der Braut, den Bräutigam heil nach hause zu bringen, wurde bereits im Vorhinein vereinbart, an gefährlichen Stellen kein Risiko einzugehen und so wurde hier und da auch das ein oder andere eigentlich fahrbare Stück geschoben:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/12.ImFels4.JPG



Eigentlich hatten wir mit mehr anderen Menschen gerechnet. Es blieb aber bei ein paar Wanderern, die ungläubig den Kopf schüttelten und uns lächelnd begrüßten:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/13.ImFels5.JPG



Den Pta. Gardiol halb umrundet kamen wir nun in das Hochtal zwischen Rer. des Grds. Becs im Norden und dem Mont Chaberton im Süden. In Richtung Westen bewegten wir uns auf den Sattel zwischen den beiden Bergen zu.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/14.ImFels6.JPG



Blick vom Hang am Nordsattel in das Tal Richtung Osten. Ja - das war äusserst anstrengend :ill:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/15.AuffahrtNordsattel7.JPG



Von dem Sattel aus hat man nun zum ersten mal einen herrlichen Ausblick auf die Westalpen und die umliegenden Berge und Täler. Leider konnte ich hier keine Bilder machen, da ich die Kamera zwischenzeitlich nicht im Rucksack, sondern in der Windwestentasche hatte. Aufgrund der Temperaturen um die 0°C war beim herausnehmen der Schweissdunst sofort auf der Linse gefrohren :bang:

Am Sattel machten wir ein paar Minuten Rast und stillten den Hunger mit einem Powerbar und etwa einem Liter Wasser pro Nase. Joschi hatte ziemliche Probleme mit der Luft und es wurde wirklich richtig kalt. Im Tal hatten wir ca. 25 °C und hier oben gefrohr mir das Wasser an den Stiefelrändern, das aus einer kleinen Schneepfütze, in die ich zuvor getreten war, noch am Schuh haftete ;-)

Von hier an geht es nun in Richtung Süden einen wahnsinnig steilen Serpentinentrail hinauf zum Gipfel. Die letzten 500 Höhenmeter haben es in sich. Ich denke der Vergleich ist ein wenig an den Haaren herbei gezogen, aber ich zitiere mal den Achim Zahn von der Mountainbike:

(...)der wieder gute Bodenbelag erlaubt zumindest konditionsstarken Mountainbikern, die auch in der großen Höhe ausreichend Sauerstoff in die Lungen pumpen können, ein Fahren auf dem Bike bis zum Gipfelfort.(...)Weitere etwa 400 (Höhenmeter) gleichen einem Kampf wie bei der Besteigung eines Achttausenders.(...)"

Hier ein Blick richtung Westen auf den letzten, flachen Teil des Serpentinentrails vor dem steilen Part auf den Gipfel. Man sieht die Eisriesen hier sehr schön:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/16.Gipfelsturm7.JPG



Hier ein Blick in Richtung NordOsten ein Stück weiter oben aufgenommen:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/17.Gipfelsturm2.JPG



Am Gipfelplateau angekommen bot sich nach Südwesten dieser Blick ins Tal hinab auf die Stadt Montgenevre. Das Wetter hätte kaum besser sein können:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/18.Summit5.JPG




Blick nach Nordwesten mit Stilleben :bg:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/20.Summit9.JPG




Das ehr unspektakuläre Gipfelkreuz am Südende des Plateaus:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/21.Gipfelkreuz.JPG




Der Ausblick vorbei an zwei der Backsteintürme nach Osten:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/22.Festung3.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2433)




Von dem staubtrockenen, eiskalten Plateau sind wir dann auf die Ostseite hinter die Wand an den Geschütztürmen gekrakselt , um dem Wind ein bischen zu entgehen. Hier oben ist vorsicht geboten. Entgegen normaler alpiner Beschaffenheit sind hier überall baulich bedingte Löcher und Abhänge, Stacheldrahtreste und irgendwelche Leitungen und Gestänge die aus dem Boden kommen.

Die Anlage ist riesig und verläuft auf und rund um den Gipfel. Die Festung wurde zwischen den beiden Weltkriegen errichtet und es ist unglaublich was damals fast ausschliesslich von Hand geschaffen wurde. Ich bin im Grunde nicht an Museen, Denkmälern oder historischen Bauten interessiert, aber das was die italienischen Alpisti hier geleistet haben ist trotz der miesen Umstände des Baus schlicht und einfach beeindruckend. Es wurden für die Geschütztürme 8 Stahlkuppeln zu je 4 t Gewicht und einem Durchmesser von 5,50 m hier hochgebracht.
Es grenzt an Ironie, dass ein paar Tage nach Mussolinis Kriegserklärung an Frankreich, alles sofort zerstört wurde - und das wenige Tage nach der Fertigstellung:rolleyes:


Hier ein Bild von unterhalb des Plateaus. Die Schneehaufen sind mind. 2 m hoch und aufgrund des Schattens noch nicht der Sonne erlegen:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/23.Festung6.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2435)




Noch ein hastiges Bild vom Hauptteil des Forts. Die Türme sind weitaus größer als es die Bilder vermuten lassen:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/24.Festung10.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2436)




Hier ein Bild, das in Richtung Norden aufgenommen wurde. Man sieht, dass auch weiter unterhalb des Gipfels noch Gebäude von Turnhallengröße in den Fels gebaut sind. In der Mitte des Bildes der Weg, den wir auf den Nordsattel gefahren sind und der Rer. des Grds. Becs (3044m) dahinter :
http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/25.Festung11.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2437)




Nun ging es an die Abfahrt. Hauptaugenmerk lag hier bei meinem Versprechen, den Bräutigam heil zurück zu bringen. Ein paar für den Rheinländer nicht so alltägliche Punkte waren nun zu beachten. Als Verfechter des klassischen MTBs mit Felgenbremse muss man hier und da Pause machen, damit die heisse Felge den Reifen nicht anfrisst. Zudem sollte man seinen Handgelenken ab und zu trotz moderner Federung mal eine Pause gönnen. Die Abfahrt ist technisch äusserst schwierig. Es ist wahnsinnig steil, der Boden scharf und wechselhaft grob oder sehr grob steinig und es gibt viele Absätze und große Brocken unterwegs, die man nicht sofort sieht.

Für den größten Teil der Abfahrt habe ich wieder Radschuhe getragen, aber weiter unten hieß es wieder "Dem Meindl/HanWag sei Dank":

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/26.AbstiegMontgenevre9.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2438)




Wir sind über die Westseite hinunter. Hier ist es wesentlich steiler, dadurch aber auch schneller. Es musste wieder stellenweise geschoben und durch Felsspalten getragen werden.

Das Bild vermittelt einen ähnlichen Eindruck wie im wahren Leben: Das Flussbett sieht klein und nah aus, aber selbst die Durchquerung des weichen sandigen und sicherlich 200m breiten Flussbetts dauerte ca 10 bis 15 minuten... Die gesamte Abfahrt bis dahin war ein Abenteuer und kostete fast 2 h!

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/27.AbstiegMontgenevre4.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2439)



Eine Aufnahme der Stufe die aus der Ferne aussieht wie eine Traktorspurrille:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/AbstiegMontgenevre7.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2445)




Hier ein Blick nach getaner Arbeit in Gegenrichtung :bg:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/28.AbstiegMontgenevre12.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2440)



Ich hatte eine ganze Menge Material dabei, für den Fall einer Panne. Gebraucht wurde aber nur gegen Ende der Tour ein Schlauch für mein Hinterrad. Nachdem wir in atemberaubendem Tempo breite, steile Waldautobahn hinabgeschossen waren, hatte ich genau bei erreichen der asphaltierten Passstraße bei Montgenevre einen Platten...:kotz:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/29.AbstiegMontgenevre16.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2441)




Nach dem Schlauchtausch ging es die Asphaltstraße runter und man musste wieder auf die Felgentemperatur achten... Die Italiener, wie die Franzosen fahren zudem nicht zimperlich Auto und man muss beim Überholen vorsichtig sein!

Hier noch ein letztes Bild des Chaberton von der Straße aus aufgenommen, bevor uns der Berg im Vordergrund, auf dem Weg weiter zum Ausgangspunkt, die Sicht nahm.

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/30.AbstiegMontgenevre18.JPG (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2442)



Die ganze Tour ist sehr anstrengend und macht nur Sinn wenn man Fahrtechnisch fit ist. Ansonsten lohnt sich der Trip ehr zufuß. Die Höhe ist in sofern problematisch, da man knapp 2000 Höhenmeter innerhalb von ein paar Stunden macht.

Aus Gründen des Urheberrechtes musste ich die Karten leider wieder entfernen. Schöner Bericht. Gruss, Nam ;-)

Das Copyright für Diagramm und Karte wird derzeit angefordert. Hier aber die Info als Text:


Habe das Copyright von Jochen Fischer persönlich erhalten.
Also: Das Bild für euch mit freundlicher Genehmigung von JF Kartographie:

http://fotos.outdoorseiten.net/data/26/medium/Karte.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/2533)

http://fotos.outdoorseiten.net/data/500/medium/321.jpg (http://fotos.outdoorseiten.net/showphoto.php/photo/4453)



33 km Gesamtstrecke von ca. 1000 m üNN hinauf auf 3130 m üNN und wieder zurück...

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Hoffe ich konnte was sinnvolles Beitragen!

Schönen Gruß,
Raoul

PS: Vielen Dank an:

__________jf-kartographie_____________
Ingenieurbüro für Computerkartographie

jf@computerkartographie.de


www.mountainbike-magazin.de/

...und natürlich an Zaffer vom MTB Store! www.mtb-store.de

satch73
16.09.2007, 23:06
Als begeisterter Mountain-Biker gefällt mir Dein Bericht sehr gut. Und zur Abwechslung mal was völlig anderes hier im Forum.

Gruß,
Satch

Fernwanderer
17.09.2007, 08:35
Die Jahreszeit stimmte nach dem laschen Winter, um nicht mehr auf Schneefelder zu treffen. Welche Jahreszeit?

Meine Traumtour hier mit Bildern zu finden: ist das jetzt ein Geschenk oder eine Strafe? :roll:
Es ist aber auf jeden Fall gut zu lesen, daß sie überhaupt noch möglich ist, ich hatte schon öfters gegenteiliges gehört.
Das Biwakieren auf dem Gipfel ist verboten?

Grüße
Fernwanderer

RSous
17.09.2007, 10:09
Hi

Die Jahreszeit...Ich mein damit eigentlich genauer den Hochsommer. Im späten Juli.:D

Hab auf einer französischen Seite entziffern können, dass es Jahre gab, in denen sich auch noch im August ein relativ großes Schneefeld an der Nordseite klammerte.

Die Bilder schildern höchstens grobe Eindrücke. Was die Augen vor Ort sehen, was das Fahrgefühl angeht und das Erfolgsgefühl, so lohnt sich die Anreise :bg:

Ich weiss leider nicht wie das dort mit einem Biwak aussieht. Ich denke aber aufgrund der Tourlänge ist es sowieso nicht nötig. Einige Meter oberhalb des Flussbettes war aber eine offene Schutzhütte. Da ist man dann auch nicht ganz so hoch und hat etwas bessere Luft und nicht ganz so kalt.

Schönen Gruß,
Raoul

gardener
17.09.2007, 17:48
Hallo Raoul,

tolle Tour & einen sehr schönen Tourbericht - DANKE

Viele Grüsse,
Walter

Fernwanderer
17.09.2007, 20:39
Ich weiss leider nicht wie das dort mit einem Biwak aussieht. Ich denke aber aufgrund der Tourlänge ist es sowieso nicht nötig.Nötig nicht, aber die Idee ist bei Sonnenuntergang eine Pulle Wein zu leeren und bei Sonnenaufgang einen heißen Kaffee zu schlürfen.

Danke
Fernwanderer

RSous
17.09.2007, 21:32
die Idee ist bei Sonnenuntergang eine Pulle Wein zu leeren und bei Sonnenaufgang einen heißen Kaffee zu schlürfen.



Klingt nach einer verdammt guten Idee.

Kleiner Einwand der zumindest bedacht werden sollte: Ich hatte ein Minimumgepäck dabei, und selbst das erschwerte das Fahren erheblich was die Technik angeht, sowie die rein körperliche Beanspruchung. Es gibt da kein Wasser und der Schnee der oben liegt ist sehr dreckig. Von daher muss volle Verpflegung mitgenommen werden.
Der Nachbarberg war mit steilen Pfaden geschmückt und momentan kommt mir der Gedanke einer Überschreitung mit Biwak auf dem Chaberton - natürlich alles ohne Bike! :bg:

Mit dem Radel hab ich sogar das Frieren in Kauf genommen um auf das Gewicht weiterer Klamotten zu verzichten.

Wie auch immer ;)

Schönen Gruß,
Raoul

Sam
17.09.2007, 23:32
Super Tour und tolle Fotos! Respekt!
Habe die Tourbeschreibung in irgendeiner Fachzeitschrift gesehen und da schon für spektakulär gehalten.

RSous
26.09.2007, 15:18
Habe das Copyright für die Bilder bekommen und diese wieder mit entsprechender Angabe in den Bericht eingefügt!

Schönen Gruß,
Raoul

RSous
08.03.2008, 19:21
Nachdem mich ein paar Anfragen darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die Bilder nicht mehr zu sehen waren, habe ich diese neu hochgeladen.

Schönen Gruß,
Raoul

NRWStud
08.03.2008, 19:58
Schöne Bilder, klasse Tour. Da bekommt man ja direkt Lust sein Bike auch mal wieder zu nutzen ;-)

dooley242
08.03.2008, 21:59
Nachdem mich ein paar Anfragen darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die Bilder nicht mehr zu sehen waren, habe ich diese neu hochgeladen.

Schönen Gruß,
Raoul

Zu sehen sind sie leider trotzdem nicht. :motz::grrr:;-)

NRWStud
08.03.2008, 22:37
Zu sehen sind sie leider trotzdem nicht. :motz::grrr:;-)

Also vorhin waren ca 20 Bilder sichtbar, vielleicht wurde der falsche Bilderhost genutzt.

RedOrbiter
09.03.2008, 02:08
Ich sehe leider auch keine Bilder

cu RedOrbiter
www.Trail.ch


.

RSous
09.03.2008, 09:17
Bei mir funktionieren die Bilder jetzt wieder. Gestern abend waren sie eine Weile weg. Seltsam.:motz:

Hoffe es geht jetzt bei euch auch wieder!


Ein Link war noch tot. Hoffe es geht jetzt wieder richtig - Sorry, Computer sind nicht unbedingt meine Leidenschaft :D :D
Gruß,
Raoul

RedOrbiter
09.03.2008, 10:54
Hurra - Jetzt kommen die Bilder

Genial - Danke für deinen ausführlichen Bericht.

Der Mont Chaberton steht bei mir ganz oben auf der ToDo.
Dein Beitrag hier war mir eine grosse Hilfe bei meiner Planung. :bg:
Jetzt muss nur noch der Sommer kommen.

cu RedOrbiter
www.Trail.ch


.

RSous
09.03.2008, 11:17
Hi

Wenn du noch Fragen hast, dann meld dich einfach hier. Das kann anderen dann auch noch helfen.

In der Gegend sind noch einige andere schöne Touren. Der le Janus und ein paar der anderen Berge sind herrlich mit Trails ausstraffiert :D

Gruß,
Raoul

dooley242
10.03.2008, 22:32
Jetzt sind die Bilder zu sehen.:roll:
Echt klasse. Danke.

RedOrbiter
12.03.2008, 21:46
Hi

Wenn du noch Fragen hast, dann meld dich einfach hier. Das kann anderen dann auch noch helfen.

In der Gegend sind noch einige andere schöne Touren. Der le Janus und ein paar der anderen Berge sind herrlich mit Trails ausstraffiert :D

Gruß,
Raoul
Hallo Raoul

Wie steht es mit Wasserstellen.
Gibt es da irgendwo einen Brunnen / Wasserhahnen nach oben an der Strecke wo man nachtanken kann.

Evtl. hast du in der Nähe auch eine gute Unterkunft die du empfehlen kannst als Basispunkt oder Etappenort?

Danke

cu RedOrbiter
www.Trail.ch

RSous
13.03.2008, 10:19
Hi

Als wir dort waren gabs kein Wasser. Auf der Route waren im oberen Teil schlammige Schneepfützen und halt der schmutzige Schnee auf dem Gipfel.

Ich denke die letzte Wasserstelle ist an der Alm Pra Claude.

Ich hatte etwa 3,5 L Wasser dabei, und das hat gerade gelangt. Haben auf der Rückfahrt dann direkt eine Tanke angesteuert und pro Kopf noch einen Liter Gatorade nachgekippt...

Eine Unterkunft suchst du vieleicht in Montgenevre. Das scheint eine Art Touristenstädtchen zu sein.
Von dort aus sind auch alle anderen Touren in der Ecke gut zu erreichen.

In Fenils gibts vielleicht auch etwas, ist aber wirklich ein winziges Dorf.

Gruß,
Raoul

Rajiv
13.03.2008, 10:48
Zum Wasser:
Kommt auf die Jahreszeit bzw. den Winter und der daraus resultierenden Schneemenge und der dann daraus resultierenden Schmelzwassermenge an.;-)
In Pra Claud wird man bei den paar Leuten die dort wohnen schon Wasser bekommen. Weiter oben sieht es im Hochsommer/August mit ziemlicher Sicherheit schlecht aus. Mir fallen nur zwei nennenswerte Punkte ein. Am Ende der gut befahrbaren Schotterstraße (die Leute von Pra Claud fahren bis dorthin mit ihrem 4x4 und wenden wenige Meter davor) macht die nun nicht mehr gut befahrbare "Piste" eine Linkskurve und diese Linkskurve ist gleichzeitig die Bachüberquerung (dieses Wasser kommt von den Osthängen der Berge um d. Pointe Rochers Charniers). Vielleicht fließt im Riu Fenils aber noch Wasser und dan kann man an der verfallenen Alm "Grange Quagliet" (ist am unteren Ende der Serpentinengruppe welche unterhalb des Gespaltenen Felses ist) runter zum Bach gehen und auf Wasser stoßen.

Zur Unterkunft:
Ein Zimmer (=Pension) wird man in Fenils kaum finden, aber dort gibt es einen Kanuverleih/Raftingtouranbieter und der kann wohl irgendein Quartier vermitteln. Weiß aber nicht, ob es dann auch direkt in Fenils ist.
Zimmer in Montgenevre oder Claviere würde ich nicht empfehlen, da es relativ teuer ist (meistens ja Hotel oder Hotel garni), vom Straßenlärm (und Touristenrummel) abgesehen. Dann eher in Cesana Torinese umschauen, einfach in eine Trattoria (oder in die Eisdiele {sehr empfehlenswert, da preisgünstig und riesiges Sortiment} an der Straße nach Bousson/Sauze di Cesana) gehen und nach 'nem preiswerten Zimmer fragen. An "Camere"-Schilder kann ich mich nicht bewußt erinnern, aber ich habe auch nicht danach gesucht.
Im Juli oder August ist es aber häufig auch nachts verdammt warm in den Tälern, selbst weiter oben kann es nachts fast unerträglich warm sein (logisch, daß es auch verdammt kalt werden kann).
Im Juli 2005 war es an der Alm "Pra Claud"(ca. 1600m) nachts >10°C, da hätte man fast auf den Schlafsack verzichten können.

Rajiv

SabineBade
13.03.2008, 11:12
Hi,

was ist denn mit dem ‚Rifugio Chaberton‘ in Pra Claud? Wollte mir das immer mal anschauen, bin aber nie dazu gekommen, weil ich bisher immer von Frankreich aus auf den Chaberton gegangen bin.

Gruß
Sabine

RSous
13.03.2008, 13:20
Hi

In Montgenevre gibts mittlerweile vor dem Ort selber eine recht neue Anlage mit Campingplatz. Preise weiss ich nicht, sollten aber online in Erfahrung zu bringen sein. Vielleicht ist es dort ein wenig günstiger. Ob es in Cesana Torinese günstiger ist weiss ich nicht, ist aber ein feines Örtchen ;)
Ich denke man kann auch wie Rajiv beschrieben hat ohne vorherige Buchung im Sommer hier anreisen. Ein Platz findet sich mit Sicherheit.

Was die Alm angeht, so war diese eine halbe Baustelle als wir dort waren. Sah nicht sehr einladend aus, kann sich jedoch durchaus geändert haben.

Was das Wasser aus dem Bach an der Linkskurve um die Schlucht am Ende der befahrbaren Straße angeht, so war dieses "Bett" (es war ehr ein Schutthang) mitte Juli bereits trocken. Der Riu Fenils führte in Fenils selber minimalst Wasser. An beschriebener Stelle war nichts zu sehen.

Mit dem Bike habe ich bis dahin aber auch vom Frühstück gezehrt und auch nichts trinken müssen. Bis hierher ist das Fahren wirklich nicht schwer und die Steigung aufgrund des normalen Schotterweges kein besonderes Hindernis.

Ab den Serpentinen zum gespaltenen Fels bis zu dem Sattel zwischen den beiden Bergen sah es dann anders aus. Da war die Hälfte vom Wasser weg und nach der Quälerei bis auf den Gipfel hab ich dann bis auf einen 1/2 Liter den Rest getrunken...

Ich muss dazu sagen, dass ich mit relativ wenig Wasser auskomme und auf Touren in heimischen Gefilden Freunde von mir wesentlich mehr trinken.


Auf jeden Fall genug mitnehmen :D

Gruß,
Raoul

Rajiv
14.03.2008, 09:36
Hi,

was ist denn mit dem ‚Rifugio Chaberton‘ in Pra Claud? Wollte mir das immer mal anschauen, bin aber nie dazu gekommen, weil ich bisher immer von Frankreich aus auf den Chaberton gegangen bin.

Gruß
Sabine

Bin jetzt nicht auf dem neuesten Stand, es kann sich also im letzten Jahr etwas geändert haben.
Aber ein öffentliches "Rifugio Chaberton" gibt es in Pra Claud nicht (vielleicht steht es an irgendeinem Haus aber als Schriftzug dran, ist mir aber nicht aufgefallen). Dort stehen ein paar Häuser und in denen wohnen wohl zwei Familien (mit einer größeren Anzahl Wachhunde:-?) den ganzen Sommer (die übrigen drei Wohnhäuser werden wohl nur als Ferienhäuser benutzt). Im Jahr 2005 wurde auch oberhalb von Pra Claud die Wasserzisterne erneuert, damit sollte jetzt für die Bewohner von Pra Claud auch die dauerhafte Trinkwasserversorgung gewährleistet sein. Gebaut wird an den Häusern in Pra Claud auch öfters, aber an einen Neubau eines Rifugio kann ich mich nicht erinnern, vielleicht wollte da jemand ein bestehendes Haus umbauen, aber wenn es nicht im Sommer 2007 deutliche Baufortschritte gegeben hat, dann dürfte ein Rifugio in Pra Claud eher ein Plan als ein realisiertes Projekt sein.
In einigen italien. Berichten wird auch darauf hingewiesen, daß es in Pra Claud nicht möglich ist, daß man im Rifugio Chaberton übernachten kann (die Formulierung war für mich nicht eindeutig, also ob es ein Rif. Ch. gibt, aber in dem kann man nicht übernachten oder ob es ein Rif. Ch. überhaupt nicht gibt). Es gäbe aber wohl eine Planung für ein Rifugio Chaberton (auch als GTA-Übernachtung, obwohl meines Wissens dort gar keine GTA-Variante entlangläuft, aber da könnte sich ja auch etwas getan haben und mittlerweile verläuft vielleicht sogar auch ein GTA-Abschnitt am Chaberton entlang).
Die Leute in Pra Claud sind aber recht freundlich (waren sie zumindest zu uns), wenn man fragt, dann lassen die einen auch auf einer Wiese zelten und die Hunde "bekommen die Anweisung":grins: die Schlafsackschläfer in Ruhe zu lassen. Na ja, Ruhe ist relativ (ein Vertreter bellte recht intensiv), aber trotz zahlenmäßiger Überlegenheit (bei 7 oder 8 habe ich aufgehört zu zählen) ließen sie uns wirklich in Ruhe, anscheinend wollten die wirklich nur spielen.:grins:

Zum Wasser noch: Ja, kann ich mir gut vorstellen, daß es in manchen Sommern oberhalb von Pra Claud kein Wasser mehr in den Bächen ist. Scheint aber auch jedes Jahr anders zu sein, deswegen meine Vermutung, daß es irgendwie mit der Schneemenge zusammenhängt. Auf jeden Fall sollte man mehrere Liter Wasser pro Chaberton-Bezwinger im Sommer mitschleppen, da man an heißen sonnigen Tagen sonst sich selber das Leben schwer macht.

Rajiv

SabineBade
14.03.2008, 12:18
Hallo Rajiv,

vielen Dank für die Info:
das besagte ‚Rifugio Chaberton‘ (auf circa 1600 m) ist im AsF-Band 10 (Alpes sans frontieres/ alpi senza frontiera) aufgeführt. Entweder dann aber bereits wieder geschlossen oder nie eröffnet.

Gruß
Sabine

RSous
14.03.2008, 15:12
Es war kurz unterhalb von Pra Claude übrigens ein recht großer Neubau in Areit als wir dort waren. Sah mir nicht nach Landwirtschaft aus, und wäre als Privatgebäude sehr dekadent. Vielleicht wird da was gebaut.

Wir wurden übrigens an der Schranke ebenfalls freundlich von der Familie und einem riesigen dunkelbraunen Hund begrüßt, der Interesse an unseren Rucksäcken hatte ;)

ich überlege ende des Sommers den Freerider da hoch zu schieben und die gesamte Abfahrt vielleicht mit Helmcam zu filmen.
Mal sehen obs mit dem Urlaub hinhaut...

Gruß,
Raoul

Linksflieger
20.05.2008, 20:51
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und bin durch meine Recherche bezüglich des Chaberton hier drauf gestoßen.
Da ich im Juli zu Fuß auf den Chaberton möchte, hier einpaar Fragen:

Wie weit kann ich gefahrlos und (geduldet) mit meinem kleinen 4x4 von Fenils aus die Streche befahren um dann das Auto sicher abzustellen und zu Fuß weiter zu gehen ?
Wieviel Zeit wäre dann für den Fußweg einzuplanen bzw. Wieviel Höhenmeter wären das dann noch ?

Ich würde gerne die alte "strada ex militare" gehen, bin aber aucch am Überlegen ob es von der anderen Seite (Claviere) besser bzw. leichter wäre.

Wer kann mir da Tips geben ?



Herzlichen Dank und Grüßle

Lifli

RSous
03.06.2008, 17:00
Hi!

Die einfachste Route ist mit Sicherheit die alte Militärstraße von Fenils aus. Unsere Abfahrt ist auch zufuß nicht leicht. Wenns eine "Überschreitung" sein soll, dann empfehle ich das Auto in Fenils zu parken, mit Bus oder per Anhalter nach Montgenevre und von da aus unseren Weg in entgegen gesetzte Richtung bis Fenils zufuß.

Parken würd ich in Fenils. Als wir dort waren, war am Ende des Orts eine kleine Schranke. Diese war zwar offen, und die Bewohner von Pra Claude sind an uns vorbei gefahren, jedoch weiss ich nicht, ob das Stück nicht schon -Anlieger frei- ist. Ab Pra Claud ist dann jegliches motorisiertes Vehicle verboten.

Gruß,
Raoul

Linksflieger
03.06.2008, 23:20
Hallo,

ich bin noch unschlüssig wie ich gehen soll, der Übergang ist reizvoll, einen Teil der "strada exmilitare" möchte ich auf jeden Fall gehen, am "gespaltenen Fels" will ich auf jeden Fall irgendwie vorbei.

Der "Act" mit Bus oder per Anhalter (mache ich in meinem Alter eher nicht so gerne) ist mir eigensdlich zu aufwändig, zumal ich keine Ahnung wie lange ich zu Fuß brauche, wie weit ist es den von Fenils bis Pracloud ?

Wieviel Zeit benötigt man deiner Schätzung nach für die einzelnen Abschnitte ?

Danke und Gruß

Lifli

Rajiv
03.06.2008, 23:52
Von Fenils (1276m) bis Pra Claud (1589m) sind es ca. 300 Höhenmeter und die Schotterstraße zwischen diesen beiden Orten ist ca. 2km lang. Bergwärts muß man da schon eine Stunde Gehzeit einplanen.

Wenn sich diese Jahr nichts geändert hat, dann sollte es möglich sein, daß man legal bis Pra Claud fahren kann. Dort kann man auch parken, am Straßenrand finden sich einige Möglichkeiten.

Ende Juli 2005 haben wir von Pra Claud bis auf den Gipfel ziemlich genau fünf Stunden gebraucht (da sind einige Pausen aber schon mit eingerechnet); wir sind gegen 6.30 Uhr in Pra Claud losgegangen, waren ungefähr gegen 9 Uhr am Gespaltenen Fels und dann gegen 11.30 Uhr auf dem Gipfel und haben dort eine knappe Stunde verbracht und sind dann gegen 12.15 Uhr wieder abgestiegen und waren gegen 15.15 Uhr wieder in Pra Claud.
Da es an diesem Tag sehr schwül war und von Pra Claud bis zur Grange Quagliet keinerlei Wind ging war es recht anstrengend.

Wir sind damals deswegen von Pra Claud auf den Gipfel und auf dem gleichen Weg wieder zurück, weil ich unbedingt die alte Schotterstraße laufen wollte (und damit auch d. Roccia Tagliata sehen wollte). Habe wegen des großen Aufwandes bezüglich Transport eine Rundtour verworfen.

Allgemein gesagt, die Chaberton-Tour war eine der anstrengendsten Hochgebirgswanderungen die ich gemacht habe. Die 1600 Höhenmeter sind es nicht allein gewesen, viel mehr strengte mich das Wetter (schwül und heiß, kein Wind) damals an und auch die verfallene Schotterstraße läßt sich oft nicht sonderlich gut laufen, ist schon irgendwie einem Bahndamm ohne Gleis sehr ähnlich auf einigen Abschnitten. Gute Bergstiefel sind deswegen aus meiner Sicht angeraten (mein Hanwag "Yukon" leistete mir da gute Dienste).
Wenn es sehr warm wird, dann sollte man auch nicht über die Mittagszeit den Aufstieg angehen (ich weiß, leichter gesagt als getan). Außerdem ausreichend Trinkwasser mitführen.

Vermutlich würde ich heute entweder am späten Nachmittag in Pra Claud losgehen oder aber sogar noch eher als 6.30 Uhr morgens. Wenn man abends am Gipfel ist und dort übernachtet (muß man dann aber noch mehr Gepäck mitschleppen), dann hat man am Morgen eine gute Sicht. Gegen Mittag muß man leider immer befürchten, daß wenigstens eine Richtung durch Wolken "verbaut" ist.

Rajiv

Linksflieger
04.06.2008, 13:32
Herzlichen Dank für die Antworten,

ich hoffe jetzt nur, das das Wetter auch mitspielt.

Es gibt ja noch ein paar wenige Alternativ-Strecken, Ich habe mir mal die Wegbeschreibungen der Chaberton-HP www.fortechaberton.com übersetzen lassen, da scheint mir diese auch ganz interressant für den Aufstieg:

4) Eine Alternative/ Auswahl auf die ersten drei Strecken ist der Saumpfad des Schwarzes Grates – la mulattiera della Cresta Nera, die Strecke beginnt unmittelbar ab Cesana, hinter der Kaserne der Militärpolizei (Carabinieri) von FENILS. Schwierige und kaum begangene Strecke bis zum Beobachtungsstand (Observatorium) vom CRESTA NERA , die Strecke geht weiter über die militär-strecke 1.
(4/5 Stunden - Höhenunterschied 1600 m)


Grüßle,

Lifli

Rajiv
04.06.2008, 22:27
Wäre da etwas skeptisch.
Dieser Weg ist an einigen Stellen nicht so ganz einfach zu finden und auch manche Stelle läßt sich nicht gerade gut begehen, von den verlorenen 150 Höhenmetern ganz zu schweigen. Bei heißem bzw. schwülen Wetter vermute ich, daß man mindestens 5 Stunden von Cesana aus bis auf den Gipfel über den Beobachtungsposten an der Cresta Nera (2268m) auf diesem Weg braucht. Der Aufstieg aus dem Grand Vallon hinauf in Richtung Cresta des Aiguilles soll 2005 nicht so leicht gewesen sein, kann aber diese Information nicht belegen, da ich mir besagte Stelle nicht selber angesehen habe, außerdem kann es sich mittlerweile auch wieder geändert haben (egal ob zum Positiven oder Negativen).
Die 1600 Höhenmeter schätze ich als zu wenig ein. Man geht in Cesana an der Carabinieri-Kaserne doch auf höchstens 1500m Höhe los, vermutlich eher bei 1400m oder 1450m Höhe. Da kommt man schon auf ca. 1700 Höhenmeter bis zum Gipfel und rechnet man noch die 150 "verlorenen" Höhenmeter dazu, dann kommt man auf ca. 1850 Höhenmeter und da würde ich mal von 6 Stunden Gehzeit ausgehen.

Rajiv

Linksflieger
06.06.2008, 11:16
Herzlichen Dank für die Antworten,

ich denke ich versuche bis PraClaud zu fahren und dann die Militärstrasse hoch und auch wieder runter wandern.

Die "Überquerung" ist mir vom Transportaufwand zu umständlich, ich bin bei dieser Tour als Alleinreisender mit eher ungenügenden Fremdsprachkenntnissen unterwegs.

Wenn das Wetter mitmacht, werde ich mich in der kw 28 oder 29 auf den Weg machen.

Natürlich werde ich an dieser Stelle berichten,

Grüßle,

Lifli

Rajiv
06.06.2008, 15:55
Viel Erfolg! Hoffentlich hast du nicht so schwüles Wetter, aber trotzdem dann auch keinen Dauerregen.

Nimm gute Wanderschuhe/Bergstiefel mit und falle nicht in einen der 8 Türme auf dem Gipfel.;-) Die "Riesenspielzeuge" laden ja den Interessierten zu neugierigen Blicken ein (Stirnlampe ist dann aber in den dunklen Ecken sinnvoll).

Wünsche dir eine schöne Tour und 'nen schönen Blick vom Gipfel.

Rajiv

SabineBade
06.06.2008, 19:51
Hallo Linksflieger,

Für eine optionale ‚Überquerung‘, die ja doch irgendwie attraktiver wäre, als auf gleichem Weg zurück zu müssen, hier doch noch ein kleiner Hinweis:
An Samstagen und Sonntagen verkehrt ein Bus zwischen Oulx und Briancon (über Cesana/ Claviere/ Monginevro) und zurück.
Zurück ab Monginevro 16.00 Uhr, ab Claviere 16.10 Uhr - und dann den Busfahrer bitten, Dich in Fenils aussteigen zu lassen.

Gruß
Sabine

RSous
07.06.2008, 12:14
Hi

Mach schöne Bilder ;) Ich wünsche gutes Wetter und viel Spaß!!!

Gruß,
Raoul

Linksflieger
07.06.2008, 20:50
Hallo,

natürlich werde ich mit Fotos hier berichten. Ab dem 01.07. könnte es losgehen, hängt dann von der Großwetterlage ab.

Danke auch für den Hinweis mit dem Bus, fährt der auch Wochentags ?

Grüßle,

Lifli

SabineBade
07.06.2008, 23:34
Hallo Lifli,

Bis zum Pass (und darüberhinaus) fährt der Bus wirklich nur Sa/ So, ansonsten von Turin kommend immer nur bis Claviere.
Der Wanderweg vom Chaberton mündet kurz vor Monginevro in die Passstraße. Wenn Du also werktags die Überquerung in Betracht ziehst, hättest Du von dort bis Claviere ca. 2,5 km auf Asphalt zurückzulegen. Abfahrt ab Claviere auch werktags 16.10 Uhr.

Aber auch Trampen klappt (mit Italienern) erfahrungsgemäß wunderbar, wenn man ersichtlich als Wanderer unterwegs ist.

Gruß
Sabine

RSous
11.08.2008, 13:24
Wenn das Wetter mitmacht, werde ich mich in der kw 28 oder 29 auf den Weg machen.

Natürlich werde ich an dieser Stelle berichten,

Grüßle,

Lifli


Hi

Gibts schon was neues? :popcorn:

Linksflieger
14.08.2008, 19:55
Hallo,

nein leider nicht, als ich die Zeit hatte war in Cesana das Wetter nicht gut, daher ist der nächste Anlauf in der kw 35 geplant.

Habe jetzt vor über das "Vallone Rio Secco" aufzusteigen, weiß jemand ob und wie weit man da mit dem kleinen 4x4 reinfahren kann bzw. darf ?

Ich wollte abends da rein fahren, soweit eben möglich, das Auto abstellen dort übernachten und am sehr frühen Morgen dann los.

Evtl. dann die "strada ex militare" talwärts laufen, mindestens aber bis zum gespaltenen Fels.

Grüßle,

Lifli

Rajiv
14.08.2008, 20:23
Mit "Vallone Rio Secco" meinst du vermutlich das Vallon des Baisses?
Das ist die Schotterstraße die nahe am östl. Ortsausgang von Montgenevre nach Norden abzweigt (ich glaube der GR 5 verläuft da auch) und bis zu dem Sessellift (genauer der Talstation) hinauf z. Le Rocher Rouge führt.
Keine Ahnung wie es jetzt aussieht, aber vor ein paar Jahren war da gleich am Abzweig an der N94 eine Sperre, also Fahrverbot. Aber vielleicht haben die frz. Behörden da etwas verändert mittlerweile (auch wenn ich es nicht so recht glaube).

Rajiv

Linksflieger
14.08.2008, 20:40
Hallo,

du hast Recht, der GR5 führt auch da lang. Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, das ein Fahrverbot zurückgenommen wird, warum auch?

Dann wäre der Parkplatz vom "Club du Soleil" der Ausgangspunkt, lt. Google Earth geht es da über einen Hang auch auf den GR5;


Wie streng sind die Französischen Behörden denn wenn man trotzdem reinfährt ?

Grüßle,
Lifli

Rajiv
15.08.2008, 09:05
Läßt sich schwer vorhersagen, hängt von diversen Umständen ab.
Habe in Frankreich (ich spreche nur wenige Worte französisch) mich kaum mit Polizisten oder anderen Behördenvertretern unterhalten; kann deswegen nicht sagen wie es in Montgenevre dann sich abspielen könnte.
Dummerweise habe ich kein Foto gemacht von der Stelle dort, deswegen kann ich nicht genau sagen, ob dort sogar eine Schranke den Schotterweg versperrt (ich kann mich nicht an einen Schlagbaum erinnern, aber da es dort nach Süden andere Schotterstraßen gibt, wie in Richtung Janus, die mich mehr interessiert haben, kann ich da auch einiges verwechseln).

Der Termin 35. KW ist noch in der Ferienzeit und entsprechend viel Betrieb ist da auch in Montgenevre (und auch in Claviere und den anderen Orten beiderseits der Grenze dort). Wenn also das Fahrverbot überwacht wird, dann besonders im August und auch im Juli. Ich weiß nicht, wie genau die Strafen aussehen bzw. aussehen können, die die frz. Behörden verhängen würden; auf ital. Seite gibt es da rechtliche Grundlagen die sehr drastische Strafen ermöglichen (bis zur Beschlagnahme des Fahrzeuges bei Ausländern).
Auf frz. Seite habe von einem Fall erfahren, wo die frz. Behörden Motorradfahrer mit hohen Bußgeldern belegt haben, die vom Siebenfarbensee auf frz. Seite talwärts gefahren sind; das war noch nicht einmal in einem Nationalpark (also ähnliche Situation wie in Montgenevre) und oben am Lago die Sette Colori steht auch kein richtiges Fahrverbot an der Staatsgrenze.
Deswegen traue ich mir in den frz. Alpen nicht bei einem Fahrverbot so ohne weiteres weiterzufahren, sieht natürlich anders aus, wenn offensichtlich niemand das Fahrverbot beachtet und reihenweise Leute (am besten noch mit Kennzeichen nicht aus Dept. 05; oder wenigstens nicht Dept. 03, 04, 05, 38, 73 und 74) da langfahren.

Auf ital. Seite ist es ja klar, wenn unter dem Sperrschild eine Zusatztafel angebracht ist, auf der auf irgendeine Verordnung (bspw. L.P. XY für Provinzverordnung XY) erwähnt wird, dann sollte man keinesfalls weiterfahren.
Normales Sperrschild ohne weitere Information ist in Italien ja als Haftungsausschluß zu interpretieren (von einigen Ausnahmen abgesehen).

Rajiv

RSous
21.08.2008, 13:22
Hi

Die breite Straße vom Lift nach Montgenevre ist am unteren Ende mit einem Schlagbaum versperrt gewesen. Zudem war die Zufahrt nicht möglich, da eine neue Straße gebaut wurde, deren Baustelle die Durchfahrt unmöglich gemacht hätte. "Forstfahrzeuge" nutzen anscheinend eine andere Zufahrt.
Dies wird sich mittlerweile wahrscheinlich geändert haben, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass man dort mit dem privaten Fahrzeug hoch fahren darf.

Ich würde immernoch empfehlen über die italienische Seite hoch und auch wieder runter zu gehen. Das ist weniger steil, nicht so schroff und bietet insgesamt mehr Ausblicke, da die Strecke ein wenig länger und verzweigter ist. Es gibt Bachläufe (auch ohne Wasser recht interessant) Blicke auf die schwierigeren Hänge, wo manche in Seilschaften den Gipfelsturm wagen und die langsam wechselnde Vegetation. Zudem ist das Fort zu sehen und man bewegt sich eben auf den alten Dynamite Trails!

Auf der Seite von Montgenevre ist man zunächst lange im Wald, dann in einem recht steilen Tal, und ab Hälfte des Aufstiegs zum "Nordsattel" vorm Gipfel, sieht man nicht mehr als ein und die selbe Perspektive nach Westen.


In meinem Bericht siehst du anhand der Bilder die Verschiedenen Ausblicke auf den Berg und aufs Umland von der Ostroute aus. Den Blick richtung Westen bekommst du natürlich auch auf diesem Weg.

Von Montgenevre aus bekommst du Teile des Gipfelforts erst ab dem "Nordsattel" zu sehen und die hinteren Teile des Forts garnicht.

Ich denke der Zeitaufwand des Aufstiegs über die italienische Seite (ab Pra Claud) ist unwesentlich, aber die Anstrengung hält sich mit sicherheit in kleineren Grenzen, als über die steile Seite hinauf zu krakseln ;) Davon abgesehen ist der Weg vom Sattel aus bis zum gespaltenen Fels recht weit, und schätzungsweise 300 HM! Diese runter und wieder hoch zu gehen kosten einen ganzen Batzen Zeit und Kraft!

Schönen Gruß,
Raoul

Linksflieger
22.08.2008, 19:41
Hallo,

nochmals Danke für eure Beiträge. Ich werde mich nun definitiv am Dienstag früh auf den Weg machen um dann am Mittwoch früh dann aufzusteigen. Ich gehe davon aus, das ich mir am Dienstagnachmittag vor Ort beide Ausgangspunkte anschauen kann und werde dann kurzfristig entscheiden, wobei 300 Hm zum gespaltenen Fels vom Sattel aus ist ein "schweißtreibendes" Argument. Auf alle Fälle gibt es dann Bilder und einen Bericht hier.

Grüßle,

Lifli

Rajiv
22.08.2008, 19:55
Drücke dir die Daumen! Hoffentlich ist das Wetter dann auch erträglich und auch eine gute Sicht vom Gipfel möglich.

Rajiv

RSous
23.08.2008, 07:12
Drücke dir die Daumen! Hoffentlich ist das Wetter dann auch erträglich und auch eine gute Sicht vom Gipfel möglich.

Rajiv

Das selbe auch von mir!

Gruß und viel Spaß!
Raoul

(Trinken nicht vergessen :) )

Linksflieger
28.08.2008, 10:50
Hallo,

nun war ich auch oben, ausführlicher Bericht mit Fotos folgt in einem neuen Thread.

Grüßle,

Lifli:D

RSous
28.08.2008, 16:15
Hi

Das sind ja gute News! Und? Wie hats gefallen? Welche Route? - nur kurz gefragt ;)

Linksflieger
28.08.2008, 18:29
Hallo,

von Pra Cloud aus hoch und dahin auch wieder zurück, war anstrengend aber sehr schön.

Gruß

Lifli :D

RSous
08.09.2008, 22:27
Kleiner Verweis:
Hier der entsprechende Bericht :)

http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=26762