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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit Kompass bestimmten Punkt wiederfinden?



Sorath
28.08.2007, 18:26
Hallo Leute !

Ich wollte wissen, ob (bzw. WIE) es funktioniert, mit dem Kompass eine bestimmte Stelle wiederzufinden.

Beispiel:
Ich stehe jetzt irgendwo und sehe ein Stück vor mir einen Baum, zu dem ich später wieder zurück will.

Nun laufe ich 3 Stunden ziellos durch die Gegend und denk mir dann, JETZT würd ich gern zurück.

Funktioniert das so einfach? Wenn ja, wie? :)


Anmerkung:
Ich hab hier einfach eine Armbanduhr mit - naja - "Kompass-Funktion".
Wenn ich die aktiviere, seh ich nur dir Gradzahl, mehr nicht - geht das auch damit?

Vielen Dank schon mal !


Gruß
Sorath

Christine M
28.08.2007, 18:47
Nun laufe ich 3 Stunden ziellos durch die Gegend und denk mir dann, JETZT würd ich gern zurück.

Funktioniert das so einfach?

Nein. ;-)

Orientierung beruht darauf, mehr oder weniger kontinuierlich zu wissen/prüfen, wo man ist oder anhand bestimmter Punkte oder Merkmale die Position in der Karte zu bestimmen (bzw. bei GPS anhand der Koordinaten).

Christine

Sorath
28.08.2007, 19:00
Ok, danke :)

derMac
28.08.2007, 19:10
Orientierung beruht darauf, mehr oder weniger kontinuierlich zu wissen/prüfen, wo man ist oder anhand bestimmter Punkte oder Merkmale die Position in der Karte zu bestimmen (bzw. bei GPS anhand der Koordinaten).
Das stimmt so allgemein nicht ganz. ;-) Es gibt Verfahren die absolut funktionieren (z.B. GPS, astronomische Navigation) und dann noch relative (z.B. Kompass, der aber im Zusammenhang mit einer Karte wieder absolut werden kann). Bei direkten Verfahren kann man seine Position direkt bestimmen, bei den relativen muss man sie "mittragen", also z.B. Richtung bestimmen und Schritte zählen. Praktich kombiniert man idealerweise beide.

Mac

Werner Hohn
28.08.2007, 19:22
[...]Anmerkung:
Ich hab hier einfach eine Armbanduhr mit - naja - "Kompass-Funktion".
Wenn ich die aktiviere, seh ich nur dir Gradzahl, mehr nicht - geht das auch damit?

Vielen Dank schon mal !


Gruß
Sorath

Du könntest mitkoppeln. Die Methode ist aber ungenau und erfordert Disziplin.

Du brauchst 2 Dinge: Uhr und Kompass und beim Gehen solltest du dich nach Möglichkeit immer gleich schnell bewegen. Es geht auch wenn du unterschiedlich schnell bist, aber dann wird es wieder aufwendiger.

1. Am ersten Messpunkt (da wo du den Baum gesehen hast) notierst du die Uhrzeit und die neue Richtung (Gradzahl auf dem Kompass).
2. Bei jedem Richtungwechsel wird das wiederholt.

Wenn du zurück willst (also auf Gegenkurs gehst) musst du nur die Gradzahlen umrechnen. Beachte das es 360° sind. Für jeden Streckenabschnitt hälst du die Zeit und das gleiche Tempo wie auf dem Hinweg. Das ist auch der Grund für ein gleichmäßiges Tempo. Ansonsten musst du für jeden Abschnitt das Tempo variieren oder mittels Umrechnung die Zeit anpassen.

So das war's im Groben. Wie schon geschrieben: Viel Aufwand und sehr ungenau. Vor Aufkommen der Funknavigation auf kleinen Booten haben wir das mal aus Langeweile auf einem Segelboot gemacht. Das Ergebniss war eine Katastrophe.

Werner

Werner Hohn
28.08.2007, 19:22
Mac war schneller!

derMac
28.08.2007, 19:27
Vor Aufkommen der Funknavigation auf kleinen Booten haben wir das mal aus Langeweile auf einem Segelboot gemacht. Das Ergebniss war eine Katastrophe.
Boot ist aber noch schwieriger, da man seitliches Abtreiben so nicht feststellen kann (wenn keine Sichtkontakt zum Land). Zu Fuß geht das schon besser, weil man sich fixe Zielpunkte suchen kann. Ohne die ist es aber hoffnungslos.

Mac

Christine M
28.08.2007, 19:32
Das stimmt so allgemein nicht ganz. ;-) Es gibt Verfahren die absolut funktionieren (z.B. GPS, astronomische Navigation) und dann noch relative (z.B. Kompass, der aber im Zusammenhang mit einer Karte wieder absolut werden kann). Bei direkten Verfahren kann man seine Position direkt bestimmen, bei den relativen muss man sie "mittragen", also z.B. Richtung bestimmen und Schritte zählen. Praktich kombiniert man idealerweise beide.

Hm ja, ich hab's etwas verkürzt. Mein Verständnis von "ziellos durch die Gegend laufen" war, daß ich nicht darauf achte, wo ich hingehe, auch nicht auf die Himmelsrichtung. Dann hilft mir auch kein Kompass, den Rückweg zu finden. Das einzige, was mir bei so etwas helfen würde, wäre die Track Back Funktion vom GPS. Wenn ich natürlich vorher darauf achte, wohin ich gehe, kann mir auch der Kompass beim Finden des Rückwegs helfen. Danach war aber nach meinem Verständnis nicht gefragt, auch nicht nach anderen Orientierungsmitteln.

Christine

derMac
28.08.2007, 19:48
Wenn ich natürlich vorher darauf achte, wohin ich gehe, kann mir auch der Kompass beim Finden des Rückwegs helfen. Danach war aber nach meinem Verständnis nicht gefragt, auch nicht nach anderen Orientierungsmitteln.
Stimmt schon, dass danach nicht gefragt war.


Orientierung beruht darauf, mehr oder weniger kontinuierlich zu wissen/prüfen, wo man ist oder anhand bestimmter Punkte oder Merkmale die Position in der Karte zu bestimmen (bzw. bei GPS anhand der Koordinaten).
Ich bezog mich aber auf diesen Satz. Und der stimmt für absolute Navigation einfach nicht. ;-) Man braucht auch keine Trackback-Funktion am GPS, es reicht jederzeit seine absolute Position bestimmen zu können um zu einer gemerkten Position zurückzufinden. Ist nur etwas mühsam, aber intern macht ein GPS nix anderes.

Mac

Christine M
28.08.2007, 19:57
es reicht jederzeit seine absolute Position bestimmen zu können um zu einer gemerkten Position zurückzufinden. Ist nur etwas mühsam, aber intern macht ein GPS nix anderes.

Habe ich doch im zweiten Halbsatz gesagt: Position bestimmen, z. B. mit Kompass oder mit GPS. ;-) Wobei ich diese Positionsbestimmung im Beispiel mindestens zwei mal durchführen muss (am Baum und am Umkehrpunkt).

In der Regel ist es aber doch so, daß man hin und wieder auf der Karte schauen würde, wo man ist (vorausgesetzt, man bewegt sich in einem Gelände und unter Verhältnissen, die das zulassen; also z. B. nicht auf einem Gletscher im Nebel).

Christine

derMac
28.08.2007, 20:18
Können wir und darauf einigen, das man bis zum Zeitpunkt des Zurückwollens überhaupt nicht darauf achten muss, wo man sich befindet und das zu keiner Zeit eine Karte notwendig ist (bei GPS oder Astronavigation)? Dann wollten wir tatsächlich das Gleiche sagen. ;-)

Mac

Christine M
28.08.2007, 20:32
Können wir und darauf einigen, das man bis zum Zeitpunkt des Zurückwollens überhaupt nicht darauf achten muss, wo man sich befindet und das zu keiner Zeit eine Karte notwendig ist (bei GPS oder Astronavigation)? Dann wollten wir tatsächlich das Gleiche sagen. ;-)

Mac

Also wenn schon so genau: Nein, man muss auch vorher schon darauf achten, wo man sich befindet - nämlich um die Position von dem Baum zu bestimmen, sonst weiß man ja nicht, wohin man zurück muss. :grins:

Und meistens kann man im Gelände nicht einfach geradeaus auf einem Kurs gehen. Wenn man nach Kompass geht, muss man im Prinzip um jedes Hindernis in einem Rechteck herumgehen (also drei Seiten eines Rechtecks, sonst kommt man ja wieder zurück). Geht in der Theorie, aber je häufiger man solche Umwege vornehmen muss, um so mehr dürfte sich in der Praxis eine Abweichung einschleichen. Je extremer das Gelände, um so schwieriger. Im Absturzgelände in den Bergen nützt mir die Kompaßrichtung z. B. nur noch sehr bedingt etwas.

Christine

derMac
28.08.2007, 20:41
Also wenn schon so genau: Nein, man muss auch vorher schon darauf achten, wo man sich befindet - nämlich um die Position von dem Baum zu bestimmen, sonst weiß man ja nicht, wohin man zurück muss. :grins:
Das ist trivial. ;-)


Und meistens kann man im Gelände nicht einfach geradeaus auf einem Kurs gehen. Wenn man nach Kompass geht, muss man im Prinzip um jedes Hindernis in einem Rechteck herumgehen (also drei Seiten eines Rechtecks, sonst kommt man ja wieder zurück). Geht in der Theorie, aber je häufiger man solche Umwege vornehmen muss, um so mehr dürfte sich in der Praxis eine Abweichung einschleichen. Je extremer das Gelände, um so schwieriger. Im Absturzgelände in den Bergen nützt mir die Kompaßrichtung z. B. nur noch sehr bedingt etwas.
Irgendwie hab ich doch das Gefühl, wir reden aneinander vorbei. Ein Kompass ist nicht notwendig und man muss auch nicht direkt auf das Ziel zulaufen. Es reicht, wenn man jederzeit seine absolute Position bestimmen kann (und natürlich die Position des Ziels kennt :cool: ). Weitere Hilfsmittel sind nicht notwendig (aber erleichtern die Sache natürlich).

Mac

Christine M
28.08.2007, 20:51
Irgendwie hab ich doch das Gefühl, wir reden aneinander vorbei. Ein Kompass ist nicht notwendig und man muss auch nicht direkt auf das Ziel zulaufen. Es reicht, wenn man jederzeit seine absolute Position bestimmen kann (und natürlich die Position des Ziels kennt :cool: ). Weitere Hilfsmittel sind nicht notwendig (aber erleichtern die Sache natürlich).

Mac

OK, da haben wir tatsächlich aneinander vorbeigeredet. Ich ging von der Situation aus, daß ich meinen Ausgangs- und meinen Endpunkt kenne und den Weg dazwischen mittels Kompaß finden muss. Mit GPS ist das ja fast schon langweilig. :grins:

Christine

Fjaellraev
28.08.2007, 20:51
Ich versuche mal zusammenzufassen und meinen Senf dazu zu geben ;-)
1. Man muss mit Hilfe des Kompasses (oder wie auch immer) seine Position feststellen können. Peilung auf mindestens zwei Punkte und Übertragen der entsprechenden Richtungen auf die Karte, Schnittpunkt ist die Position. (Sehr, sehr rudimentäre Erklärung...)
2. Dann peilt man die Richtung zum vorher auf die gleiche Weise festgelegten Ziel an und läuft los.
3. Wenn man sich unsicher fühlt oder zu einem Umweg gezwungen wird, fängt man wieder bei Punkt 1 an.

Gruss
Henning

Werner Hohn
28.08.2007, 20:56
Leider is keine Karte vorhanden:


Anmerkung:
Ich hab hier einfach eine Armbanduhr mit - naja - "Kompass-Funktion".

Werner

rumtreiberin
28.08.2007, 20:59
Um die Frage nach dem Wie zu beantworten ohne das Rad neu zu erfinden schau mal auf diese Homepage (http://www.gs-enduro.de/), unter dem Punkt ->Navigation->Kompass ist recht schön erklärt was ein Kompass kann, was er nicht kann und wie man ihn richtig benutzt. Übrigens erklärt die Seite auch einiges wichtige Drumrum zum Thema Karten, Koordinaten etc was man so als Grundlage für den Umgang mit egal welchen "Navigationsmitteln" vielleicht mal gehört haben sollte sowie grundsätzliche Handhabung von GPS-Geräten ganz brauchbar.

Fjaellraev
28.08.2007, 21:05
Leider is keine Karte vorhanden:
Die kann man sich ja im schlimmsten Fall auch selber zeichnen, wobei dann die anzupeilenden Punkte möglichst weit weg liegen sollten, denn um weiter zu kommen muss man sie ja auch an der nächsten Stelle wieder als Fixpunkt verwenden können. Aber auf jeden Fall sollte man da vorher schon kräftig mit (fertiger) Karte UND Kompass geübt haben.

Gruss
Henning

Christine M
28.08.2007, 21:09
Möglicherweise ein Denkfehler, aber bekomme ich denn ohne Karte über eine Kreuzpeilung meine Position bestimmt?

Christine

derMac
28.08.2007, 21:11
Ich versuche mal zusammenzufassen und meinen Senf dazu zu geben ;-)
1. Man muss mit Hilfe des Kompasses (oder wie auch immer) seine Position feststellen können. Peilung auf mindestens zwei Punkte und Übertragen der entsprechenden Richtungen auf die Karte, Schnittpunkt ist die Position. (Sehr, sehr rudimentäre Erklärung...)
2. Dann peilt man die Richtung zum vorher auf die gleiche Weise festgelegten Ziel an und läuft los.
3. Wenn man sich unsicher fühlt oder zu einem Umweg gezwungen wird, fängt man wieder bei Punkt 1 an.
Nee, so nicht, du hast schon wieder unlautere Hilfsmittel (siehe Werner).

Ich versuch es mal anders zu erklären. Nehmen wir an, du kannst während deiner ganzen Wanderung zwei Fixpunkte (z.B. Berggipfel) permanent sehen. Dann bestimmst du am Startpunkt die Richtung zu diesen 2 Punkten. Damit ist dein Standpunkt eindeutig relativ zu diesen Fixpunkten festgelegt (Fehler vernachlässigen wir mal, sie stören aber auch nicht sooo sehr, da sie sich nicht addieren). Also, Richtungen gemerkt und losmarschiert. Irgendwann willst du zurück. Also bestimmst du wieder die Winkel zu dein 2 Fixpunkten. Dann läufst du ein Stück und bestimmt die Winkel erneut. Jetzt schaust du, ob du deinen Ursprungswinkeln näher gekommen bist oder nicht. Danach legst du so halbwegs die neue Richtung fest (muss nicht perfekt sein). Dieses Spiel wiederholst du, bis du am Ausgangspunkt bist. Wenn du zwischendrin einen Umweg machen musst, macht das nix. Mit nem GPS machst du prinzipiell das Gleiche, nur das deine Fixpunkte die Satelliten sind.

Mac

Werner Hohn
28.08.2007, 21:12
Nein.

Mitkoppeln könnte man ja mal beim nächsten Treffen austesten. Alle tragen einen Kasten Bier zu einem festen Punkt und entfernen sich in unterschiedliche Richtung ohne Karte. Je weniger den Rückweg schaffen ...

Werner

derMac
28.08.2007, 21:13
Möglicherweise ein Denkfehler, aber bekomme ich denn ohne Karte über eine Kreuzpeilung meine Position bestimmt?
Die Kreuzpeilung ist deine Position (relativ zu den Fixpunkten). ;-)

Mac

Christine M
28.08.2007, 21:15
Je weniger den Rückweg schaffen ...


Wegen des Bieres oder wegen der Navigation? :grins:

Christine

Christine M
28.08.2007, 21:17
Die Kreuzpeilung ist deine Position (relativ zu den Fixpunkten). ;-)

Ja, so wie in deinem vorhergehenden Post ist schon klar, dann geht es auch ohne Karte. Du hast aber eine weitere Bedingung eingebaut, nämlich daß ich zu Beginn meine Position in Relation zu den Fixpunkten bestimme und die gleichen beiden Fixpunkte quasi permament (oder oft genug) sichtbar sind.

Christine

derMac
28.08.2007, 21:27
Ja, so wie in deinem vorhergehenden Post ist schon klar, dann geht es auch ohne Karte. Du hast aber eine weitere Bedingung eingebaut, nämlich daß ich zu Beginn meine Position in Relation zu den Fixpunkten bestimme und die gleichen beiden Fixpunkte quasi permament (oder oft genug) sichtbar sind.
Ja, ich wollte auch nur noch mal den Unterschied zwischen absoluter (ich orientiere mich nach "außen" liegenden Fixpunkten) und relativer (ich orientiere mich nach meiner Position bezogen auf das Ziel) Navigation erklären.

Mac

barleybreeder
28.08.2007, 21:37
Mit dem Kompass genau einen Punkt im Gelände (respektive Wald, z.B. schwedische, finnische Wälder = Sogut wie 0 Fixpunkte :o) anzusteuern ist sogut wie unmöglich.

Als Jäger in einer Erkundergruppe beim Bund standen bei uns fast jeden Monat Orientierunsmärsche auf dem Programm. (Kellerwald und Umgebung bei Kassel, tolle Gegend:grins:).
Als Aufgabe gabs meist mehrere Kartenschnipsel und dann gings alleine oder zu zweit für 2 Tage in den Wald.

Um die Entfernung im Wald abzuschätzen haben wir uns meist mit der Doppelschrittzahl beholfen. Die Entfernungsmessung klappt dabei recht gut, es sei denn das Gebiet ist zu bergig.
Wenn man aber stur nach Kompass läuft sagen, wir mal 1000 Meter, hat man zu dem angepeilten Punkt locker eine seitliche Abweichung von 100 Meter. Mit nem ganzen Zug getestet.
Im offenen Gelände irrelevant, im Kellerwald bedeutet das -> verlaufen.

Grundfehler ist einen Punkt direkt anzusteuern. Das erreicht man im unübersichtlichen Gelände nie.
Eine Möglichkeit ist sich eine "Auffanglinie" im Gelände zu suchen. Das kann ein Weg ein Fluss, Bahnlinie, Strommasten zu suchen. Anstelle den Punkt direkt anzusteuern geht man absichtlich zuweit rechts oder links am Punkt vorbei. Trifft man dann auf die Auffanglinie weiß man in welcher Richtung der gesuchte Punkt liegt. Abb1

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3762306261633439.jpg

Oder man läuft absichtlich zu zu weit rechts oder links und weiter als man denkt. Dann schwenkt man auf die Auffangline.Abb2

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/12/3165312/400_3931373332336561.jpg

akonze
28.08.2007, 22:36
Zunächst einmal sei gesagt, daß derMac recht hat, aber sich sehr umständlich ausdrückt. :bg:

Ich wage auch mal einen Versuch:

Ein Kompass ist nichts anderes als ein Winkelmesser! Als im Grunde nix anderes als ein Geodreieck, das wir alle aus dem Mathe Unterricht kennen. Man mißt mit dem Kompass den Winkel zwischen der Linie "Eigene Position---Mag. Nord" und "Eigene Position---anvisierter Punkt".

Um sich eine Position im Gelände zu merken, reicht es mindestens zwei dieser Winkel zu bestimmen! Dazu benötigt man zwei gut sichtbare Fixpunkte im Gelände (etwa Berg, Kirchturm, etc.). Die Kombination dieser beiden Winkel ist der eigene Standort.

Rennt man im Gelände hin und her, so muß man später nur die Kombination dieser beiden Winkel wieder herstellen und man hat die Ausgangsposition wiedergefunden.

Hasenfuss
11.09.2007, 14:23
Ne kleine Ergänzung noch hierzu (ich hoffe, ich habs nicht überlesen ;-)) - der Winkel zwischen den gewählten Fixpunkten sollte nicht im Bereich von 180° liegen, weil dann die eigene Position mit den Fixpunkten eine Linie bildet. Dies erzeugt dann einen s.g. "schleifenden" Schnitt auf dieser Linie, der nur durch das Einschalten eines unabhängigen 3. Fixpunktes eliminert werden kann. Ohne dem ist in dieser Konstelation ein genaues Zurückfinden recht unwahrscheinlich. Idealerweise sollte der Winkel zwischen den 2 Fixpunkten also im Bereich zwischen 60° und max. 130° liegen.

Einen dritten Punkt mit einzubeziehen bringt übrigens immer noch eine Genauigkeitssteigerung und hat außerdem noch den Vorteil, dass ich mich auch wenn mal ein Punkt verdeckt ist, immer noch gut orientieren kann. Das funktioniert natürlich nur, wenn am Ausgangspunkt auch genug Fernziele zur Verfügung stehen ... :lol:.

Gruß von Hasenfuss.