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BubiBohnensack
23.08.2007, 23:23
Land: Schweden, Norwegen
Reisezeit: 29.07.2007 - 14.08.2007
Region/Kontinent: Nordeuropa

Moin allerseits,
da mir hier so viele fleißig bei der Planung unserer Reise geholfen haben, möchte ich mich hier mit einem Bericht und vielen Fotos revanchieren.
Ich hoffe ihr habt genausoviel Spaß beim Lesen, wie wir beim Wandern.

Aus Zeitgründen wird dies ein Episodenbericht. Ich versuche möglichst schnell weiter zu schreiben.
Los geits.
______________________

Ich kannte Schweden und Norwegen schon von diversen Besuchen, in denen ich die Länder mit dem Auto und Übernachtungen in Hütten kennengelernt hatte. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis mich das Hiking Fieber so richtig erfassen sollte und ich Ende Frühjahr 2007 anfing mich nach Informationen bezüglich gut geeigneter Wanderwege und dem nötigen Wissen umzuschauen.
Ursprünglich wollte ich zwei Wochen lang auf den Lofoten Wandern/Klettern. Nachdem ich jedoch eine National Geographic mit dem Artikel "Top 11 Trails of the World" in die Finger bekommen hatte, wurde die Inselgruppe im Nordmeer recht pronto durch den Kungsleden ergänzt.
Einige viele Abende Recherche ergaben dann, insbesondere auch mit Hilfe des outdoorseiten.net Forums, eine Vorstellung vom Weg und Unmengen wichtiger kleiner Details.
Nachdem wir -mein Grundschulkumpel Pempi und ich- unsere Kreditkarten im örtlichen Globetrotter arg strapaziert hatten, waren wir auch für alle Erdenklichen Situationen gerüstet und es konnte losgehen.

28.07.2007
Ich Reise aus Köln nach Hamburg an, wo wir letzte Besorgungen tätigen und unsere Rucksäcke Probepacken. Ohne Nahrung und Brennstoff sind wir beide bei etwa 15kg Gewicht.

29.07.2007
Gegen 14 Uhr geht es los zum Ryanair Flughafen in Hamburg Lübeck, wo wir uns noch spontan mit einer Flasche Glenfiddich eindecken und gegen 17 Uhr in die Luft gehen. Ein wenig Spaß darf auch bei einer Wanderung nicht fehlen ;)
Nach der Ankunft in Stockholm geht es mit dem Bus zum Hauptbahnhof. Auf der Fahrt stellen wir durch empirische statistische Methoden heraus, dass mindestens 33% aller Autos Saabs und Volvos sind. Unser Plan sieht vor in den 3h Zeit, die uns bis zur Abfahrt des Veolia Transport Zuges gen Norden um 22 Uhr bleiben
a.) Kultur Testen: BurgerKing
b.) Verpflegung kaufen
c.) Gas kaufen
Die Chronologie spiegelt die Priorität in diesem Fall recht gut wieder.
Ein Burger King ist zum Glück schnell gefunden. Fakt ist: Am Hbf gibt es so gut wie keinen Ort, an dem man nicht mindestens ein FastFood Restaurant erblicken kann. Wir müssen konstatieren: Die Schweden haben Kultur 
Die Grillfachkraft geht dann auch recht leisure an die Bestellungen und so brauchen wir von Sichtung des Schlemmertempels bis zum letzten Happen über eine Stunde Zeit.
Einen vernünftigen großen Lebensmittelladen können wir dann im Folgenden leider nicht mehr finden und so kaufen wir in einem TanteEmma Laden das allernötigste, um die Bahnfahrt gen Norden zu Überstehen. Manchmal muss man halt Prioritäten setzen.
Gas lässt sich allerdings überhaupt nirgends finden und die Spiritus-Anarchos können uns auch nicht so recht Auskunft geben, bis wir beide beim Anblick eines Engels in Uniform, Lederhandschuhen, Kanone und Pfefferspray am Gürtel für kurze Zeit ins Wachkoma fallen. Ein Polizistin wie es sie sonst nur auf Beteigeuze gibt, ist schon reichlich unverschämt und führt sicher zu der einen oder anderen Komplikation im Alltagsleben. Wir sind uns schnell einig: Von der Lady würden wir uns gerne mal verhaften lassen… Ich bin kurz gewillt sie um Erlaubnis für ein Foto zu bitten – rein aus professionellem Interesse selbstredend ^^
Schnell stellt sich jedoch heraus: „You can buy gas in Gas Stations but you won’t find any in the city. It’s forbidden and all other shops are closed”. ****!
Naja, im Probleme vertagen sind wir beide ungeschlagene Weltmeister und so hoffen wir auf mehr Glück in Kiruna.
Nach ein wenig Herumwandern im Bahnhof wird klar: Die Schwedischen Männer leben im Schlaraffenland. Ein Babe nach dem Nächsten und BurgerKing ohne Ende…Unterschwellig hoffen wir auf 4 blonde, blauäugige schwedische Grazien in unserem 6er Abteil. Zunächst sind wir allein, doch dann die Ernüchterung: Statt Eva Padberg steigt ein dicker Vater mit zwei dicken Kindern hinzu und eine Station später eine höchst unkommunikative Schwedin, deren Lebenssinn einzig und allein Schlafen zu sein scheint. Naja Latex.

30.07.2007

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/2.jpg
Ja, auch das muss sein :)

Der Zug sammelt 2h Verspätung auf der Fahrt gen Norden und so steigen wir nach 19 Stunden Bahnfahrt gegen 18 Uhr in Kiruna aus. Es ist am Pladdern und ein Geschäft, das Gas führen könnte ist so direkt auch nicht auszumachen. Auch ein BurgerKing fehlt hier gänzlich. Scheißkaff ;)
Bugger me, in Nikkaluokta wird es schon was geben. Wir verladen unsere Rucksäcke in einen der wartenden Busse und wollen gerade mit Plastik bezahlen, da gibt es den ersten Schlag straight in die Visage: Bezahlung nur per Cash. Cash haben wir nicht. Etwas enttäuscht und über uns selbst verärgert laden wir unsere Rucksäcke wieder aus und wollen uns gerade auf den Weg zu einem Bankomaten und einem Zeltplatz machen, als uns ein Fahrgast zurückpfeift: „I will pay for you guys“
Schwer relaxeter Kerl. Es soll in Nikkaluokta wohl die Möglichkeit geben Geld abzuheben, sodass wir es ihm dort zurückzahlen können.
Der Gute hat uns somit einen halben Tag Urlaub geschenkt und glücklich geht’s auf nach N. Zwei Busse fahren Kolonne. In unserem ist die komplette Frontscheibe einmal gerissen und der vordere Bus entscheidet sich nach 250m, dass er keine Lust mehr hat und macht einen auf Totalstreik. Es wird also recht kuschelig in unserem Bus.
In Nikkaluokta dann das freudige Erlebnis: Sie haben sowohl einige wenige Fertigsuppen als auch Gas! Allerdings ist in allem Essen Milch enthalten, was ich Lactoseallergiker eher weniger spannend finde. Brechdurchfall im Fjaell, ich kann mir geileres vorstellen. Naja in Kebnekaise wird es schon irgendwie was geben denken wir uns und laufen zum Helikopterstartplatz. Dort angekommen sind wir erstaunt über die Meute, die etwas missmutig vor dem Rezeptionshäuschen sitzt. „Is it possible to go tonight?“ „Oh well, probably not, they’re having technical problems. We’ve been waiting for hours”.
Hm, dann halt nicht. Reservierung für den nächsten Tag wird noch schnell erledigt und dann machen wir uns auf den Weg Richtung Kebnekaise, wo wir nach etwa 2km einen schönen Zeltplatz finden. Und Mücken. Dutzende, Hunderte, Tausende, Millionen, Milliarden. „Hilfeeeeeee“.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/3.jpg

Wir verkriechen uns in die Jacken, ziehen Schutzgaze über und Handschuhe an. Es ist ein sehr erhabenes Gefühl die kleinen Scheißviecher am Versuch einem etwas anzuhaben kläglich scheitern zu sehen. Dumm nur, dass nicht wenige Tiefflieger beim Überflug unseres heißen Kochtopfes den Sudden Death sterben und post mortem Punktlandungen in unseren Macaroni machen. Mhm, lecker Fleischbeilage…:motz:
Ab geht’s nach dem Essen ins Zelt. Eine Oase der Ruhe, des Friedens und der Glückseligkeit. Wir diskutieren noch ein wenig über die Lebensberechtigung von Mücken. Ein interdisziplinärer Disput, der über die reine Biologie weit hinaus geht, entbrennt und schnell wird das Thema philosophisch. „Warum haben sich Mücken entwickelt?“ „Worin liegt ihre biologische Funktion?“ "Was ist ihre soziologische Funktion?" "Haben sie eine Berechtigung diesen Planeten zu terrorisieren?" „Ist es moralisch grenzwertig beim Gedanken an eine Ausrottung der ganzen Rasse Mücke leuchtende Augen zu bekommen?“ „Tut man damit nicht der Menschheit und allen anderen Organismen einen großen Gefallen?“ „Ist es vertretbar das Leben einer Art zu opfern für das Wohlergehen des größeren Ganzen?“ Schwierig, schwierig :bg:
Wir schlafen ein und werden erst durch Beben des Zeltes und lautes Geflatter recht abrupt geweckt. Einmal mehr offenbart sich uns die Primitivität der uns umgebenden belebten Natur. Ein etwas übermotivierter Piepmatz auf XTC hat sich zwischen Innen und Außenzelt verirrt, ist bis nach ganz oben geflogen und macht großen Terror bei dem Versuch das Außenzelt mit Gewalt zu durchbrechen.
Nun ist guter Rat teuer. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Vögel bei Angst und in Stresssituationen instinktiv anfangen zu fäkieren, kann man das Viech ja auch nur in begrenztem Maße aktiv lenken. Doch es gelingt uns schließlich und wir versuchen wieder einzuschlafen, was mir wegen der Helligkeit nicht leicht fällt.

31.07.2007
Um 9:00 nehmen wir den Helikopter. Zunächst habe ich noch ein etwas mulmiges Gefühl, nachdem sie gestern technische Problem hatten und Mundil hier im Forum noch kundttat, dass beim letzten Mal ein Hubschraube nicht auf, sondern gegen den Kebnekaise geflogen sei…

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/4.jpg

Es stellt sich schnell als eine tolle Sache heraus. Knapp unter den tiefhängenden Wolken geht es das Tal zur Kebnekaise Fjällstation hinauf, wo wir entgegen allen Skeptizismen wohlbehalten landen.
Ich fühle mich wieder einmal in meiner verdrängenden Herangehensweise an komplexe Problemstellungen bestätigt, als es wir entdecken, dass es im Kebnekaise Shop diverse tolle Gerichte völlig ohne Milch gibt.
Für 90€ decken wir uns mit Fressalien für die nächsten paar Tage ein und machen uns dann ganz balante auf in Richtung Kebnekaise-Gipfel. Auffällig ist, dass wir die einzigen sind, die mit großen Tourenrucksäcken den Aufstieg wagen.

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Und 8,5 Stunden später wird uns knapp unter dem Gipfel bewusst warum. Wir sind an der Grenze unsere Leistungsfähigkeit angelangt. 18kg Gepäck, Nebel, Regen, starker Wind und dann auch noch Schneefall mit Sicht gegen 0. Wir entschließen uns die Nothütte aufzusuchen und empfinden sie als den einladensten Ort der ganzen Welt.

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Hier probieren wir auch zum ersten Mal „REAL TURMAT von Drytech.“ Ein ganz vorzügliches Produkt. Die Temperaturen liegen auch in der Hütte bei unter 0° und der Atem gefriert ganz leicht an den Mützen. Endlich habe ich mal Gelegenheit meinen Schlafsack vernünftig zu testen und tatsächlich ist es voll zugezogen mit einem t-shirt nach kurzer Zeit zu warm. :D
Völlig erschöpft schlafen wir im höchsten Gebäude Schwedens auf 1950m ü.NN. ein, bis wir mitten in der Nacht durch dumpfes Stampfen geweckt werden. Die Tür wird quietschend aufgestoßen und ein Mann steht mitten in der Nacht im Rahmen und ist so schnell wie er kam wieder verschwunden.
„Was war das?`“
“Da stand n Kerl in der Tür“
„Was wollte der?“
„Keine Ahnung, ist wieder gegangen“

"Nadenn. Gute Nacht."


________
to be continued

Jaerven
24.08.2007, 08:49
Ich fühle mich wieder einmal in meiner verdrängenden Herangehensweise an komplexe Problemstellungen bestätigt,

Schön geschrieben. Da geht noch was!!
Weiter. Ich muss morgen in den Nachtzug nach Kiruna ;-)

P.

schnuffiwuffi
24.08.2007, 14:35
Absolut genialst geschrieben :bg: Hatte gerade eine sehr spaßige Mittagspause! Auch die Fotos sind nicht von schlechten Eltern.

Also: mehr davon!


"Ist es moralisch grenzwertig beim Gedanken an eine Ausrottung der ganzen Rasse Mücke leuchtende Augen zu bekommen?"

Bedenke, dass schon Homer Simpson gewaltigen Schaden mit dem Zertreten einer einzigen Mücke angerichtet hat! Was soll dann werden, wenn die ganze Art ausgerottet wird :oldman:

:popcorn:
Schnuffiwuffi

derMac
24.08.2007, 14:38
Genau, weitermachen!

Mac

Christian J.
24.08.2007, 17:14
geil geschrieben!

Der Waldläufer
24.08.2007, 18:09
Ich freu mich auch schon auf die Fortsetzung!!

Aber meint Ihr nicht, dass man mit der Threadbewertung nicht noch ein bißchen warten sollte!? Jetzt schon die 5 zu vergeben ist doch ein klein wenig voreilig, oder nicht!?

Werner Hohn
24.08.2007, 19:03
Wenn er so weitermacht passen die Sterne schon. Es ist ja auch eine Ansporn.

Werner

kleinhirsch
24.08.2007, 22:10
Auch von mir eine sehr dickes Lob! Macht echt Spaß, deinen Bericht zu lesen.
Bei mir geht es am Montag das erste Mal Richtung Norden. Die wichtigste Erkenntnis für mich war der BurgerKing am Stockholmer Hbf. Das Abendessen am Montag ist ohne große Suche gerettet. :bg:

Uli

BubiBohnensack
25.08.2007, 00:49
1.8.2007

Ich stelle mir für irgendwann den Wecker, um zumindest mal aus dem Bullauge nach der Großwetterlage Ausschau halten zu können. Entweder hat sie mich nicht begeistert, oder meine Faulheit hat gesiegt. Genau weiß ich es nicht mehr – die Strapazen des Vortages ließen mich aber wohl recht pronto den Wecker ruhig stellen und so wache ich erst x+2h auf um festzustellen, dass es einige blaue Löcher gibt. Rausgestrazt. Morgentoilette. Blauen Löcher für real befunden. Reingestratzt. Pempi geweckt (Stichwort: „Los los los, blauer Himmel, Abmarsch in 5min“ - "wer wie was wo???")

Nachdem Pempi unter Ächzen und Stöhnen seinen Motor angeschmissen hat, machen wir uns ohne Gepäck auf zum Gipfelsturm. Wir verspüren die Pure Leichtigkeit des Seins, einen Hauch Savoir Vivre und Dolce Vita - so ganz ohne Lasten auf unseren Schultern gleiten wir Federn gleich gen Gipfel, welcher hübsch vereist ist.

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Ein schmaler Grat führt direkt am Abbruch des Gletschers hinauf und ein Fehltritt wäre sachte gesagt eine Grenzerfahrung.
Oben angekommen konstatieren wir, dass wir oben angekommen sind und gucken uns ein wenig um. Hier ist es wirklich schmal und zu beiden Seiten geht es bergab – und das nicht ohne.

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1/8 Schwedens sind heute tendenziell nicht ganz zu sehen...

Nach 200 obligatorischen Gipfelfotos (jaja immer diese HDRI Panoramas) machen wir uns wieder an den Abstieg. Voller Elan stiefelt Pempi voran und wird zum ersten Mal seinem althergebrachten Ruf gerecht, indem er auf 2/3 des vereisten Gipfels unter einem „Wuaaar“-Ausruf ausruscht, auf den Hintern knallt und gnadenlos anfängt zu rutschen.
Zum Glück! rutscht er in die richtige Richtung und fängt nachdem er es auch realisiert spontan an mit Grölen und Klatschen seine immer noch anhaltende, schwer beschleunigte Talfahrt akustisch zu untermalen.


10:46 – die Fjaellraven Barents Trouser hält

Wir kehren wieder in unsere Hütte ein, in der wir uns irgendwie schon fast wie zu hause wähnen und bereiten Frühstück.
In dem kleinen Tante Emma Laden in Stockholm haben wir Cafeafficionados uns eine Familienpackung Nescafe Espresso gekauft, welcher heute morgen auf 1950Hm seinen ersten Einsatz erfahren sollte. Doch eben die Höhe sollte zu einem großen Dilemma führen.
An dieser Stelle ein Appell an die Nescafe Produktentwicklungsabteilung:

Denkt doch bitte bei der Konstruktion eurer Produkte auch mal an Trekker, die ihren Espresso in etwas luftigeren Höhen zum ersten Mal öffnen wollen. Ein Druckausgleichsventil wäre z.B. eine schöne Sache. Denn dann würde die Packung beim Öffnen des Verschlusses nicht laut puffen und 30% des Inhalts der Familienpackung auf 2m² Raumvolumen vergasen und in einem braunen Niederschlag auf mich und alles um mich herum herabregnen lassen…
Ganz klarer Fall: Nicht expeditionstauglich. Aber die Lacher waren auf meiner Seite ^^

Irgendwann so gegen späten Mittag machen wir uns dann auf den Abstieg, der erstaunlich leicht fällt.

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Viele Schweden bezeichnen uns als „tough“ oder „cool“ für die Übernachtung oben. Ja, man könnte gar gewillt sein sich ein wenig etwas darauf einzubilden *g* - machen wir aber nicht. Vielmehr erreichen wir wieder das große Schnee/Eisfeld, welches mit einer Steigung von um etwa 20-30° 250Hm bis ins erste Tal zurücklegt.
Es fängt gerade an zu regnen, die Steine werden glatt und in Pempis Geiste materialisiert sich ein diabolischer Plan:

The Human Sledge…
Die Entscheidung ist recht schnell getroffen. Ich erkläre uns offiziell für total bescheuert und betrete das Eis während Pempi noch das Videoequipment klar macht. Wir zurren alles so fest wie die Leinen hergeben, schnallen die Regencapes über die Rucksäcke, Kapuzen zu, Ärmel zu, Hosen zu…und dann geht es los. Und wie es los geht…
Auf Hintern und Rucksack rutschen wir mit Affenzahn und Adrenalinturbo schneefräsengleich ins Tal.
Schwer zu schätzende 30 bis 45 Sekunden dauert die Fahrt auf der nur eine 0,5l Wasserflasche als Kollateralschaden zurückgelassen werden muss.
Nachdem wir heil! Unten ankommen, brüllt Pempi in einem Urschrei: „Das war die beste Idee meines Lebens!!!“. Dem kann ich beipflichten.


15:38 – auch das FourSeasons Imitat der Barents Trouser hält

Zitterig vom Adrenalin ahnen wir wieviel Zeit wir tatsächlich gespart und Risiko vermieden haben *räusper*. Vermutlich eine gute Stunde Klettern über nassen Stein an der schwierigsten Stelle des Aufstieges. Wir gratulieren uns zum Überleben und machen uns auf.
Ja, man könnte gar gewillt sein sich ein wenig etwas darauf einzubilden *g* - machen wir auch ;)
Nach kurzer Zeit erreichen wir das, was man beim Aufstieg als Flüsschen bezeichnet hat. Der viele Regen hat ihn allerdings über Nacht zu einem reißenden Strom anschwellen lassen, der uns die Passage nicht eben leicht macht.

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Der einzige Weg abseits des Weges geht über Altschneefelder, die einen halben Meter über dem tosenden Wasser liegen. Hier habe ich tatsächlich richtig Schiss. Wenn man hier einbricht heißt es mit Brief und Siegel Sayaonara. Zum Glück hält das Eis und wir erreichen das Tal. Das Wetter spielt uns aber übel mit. Dauerregen und gute 8Bft machen diverse kleinere Flussüberquerungen nicht eben leichter, dafür unsere Füße nasser.
Anmerkung: Der Lowa Vertex GTX mag ja Schuh des Jahres 2005 gewesen sein…Wasserdicht ist er aber leider überhaupt nicht!

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/11.jpg

Vollkommen erschöpft schlagen wir unser Zelt schließlich im Windschutz eines riesigen Monolithen etwas abseits des Kungsleden auf und genießen Real Turmat Lapskaus. Wir befinden es für das beste Mahl unseres Lebens und genießen die Wärme im Zelt.
Irgendwas müssen wir jedoch mit den Schuhen machen. Insbesondere Pempis Lederlatschis sind vollkommen durchnässt. Wozu hat man denn eigtl einen Expeditionsbrenner denke ich mir und schwups heizen wir unsere Schuhe mit 2200Watt. In meinem Eifer übertreibe ich es dabei natürlich leider ein wenig und verkokel den halben oberen Schaftabschluss meines linken Stiefels. Brennstoff ist kostbar (99 Kronen in Nikkaluokta um genau zu sein) – da muss man schon mal dichter ran mit die Treterli. Opfer muss man halt bringen…
Wir wollen noch gemeinsam ein wenig Tagebuch weiterschreiben, doch Pempi ratzt innerhalb von geschätzen 17,3 Sekunden tief und fest ein. Auch mit Stupsern auf die Nase ist er nicht mehr zu wecken. Ich bin dummerweise nicht im Geringsten müde, und schreibe daher das Tagebuch zu Ende und lese dann bis 00:45 ohne künstliches Licht im Zelt meinen Harry Potter zu Ende. Jawohl ich stehe dazu!
Der Wecker für den nächsten Tag ist auf 7:00 gestellt. Gute Nacht.

__________
to be continued (bin bis zum 3. September im Ausland. Dann geht es weiter. Vielen Dank für eure Anmerkungen bisher und weiterhin viel Spaß :) )

Der Waldläufer
25.08.2007, 11:13
Mit welchem Zelt wart Ihr unterwegs?

Pempi
25.08.2007, 19:09
Hatten das Marmot Bise 3P mit am Start. Super Ding und nicht zu teuer - ausserdem wesentlich wetter/sturm-fester als es uns der Globetrotter Verkäufer hat glauben lassen... aber dazu später sicher mehr ;)

Werner Hohn
25.08.2007, 21:35
[...]Unterschwellig hoffen wir auf 4 blonde, blauäugige schwedische Grazien in unserem 6er Abteil. Zunächst sind wir allein, doch dann die Ernüchterung: Statt Eva Padberg steigt ein dicker Vater mit zwei dicken Kindern hinzu und eine Station später eine höchst unkommunikative Schwedin, deren Lebenssinn einzig und allein Schlafen zu sein scheint.[...]
Auch als Leser kann man das nur bedauern. :ignore:

Werner

Christian J.
26.08.2007, 12:05
Bei unserer letzten Tour da oben (is schon paar Jahre her) war der running gag immer "Jungs, kämmt euch die Haare, hinter der nächsten Kurve wartet das schwedische Bikiniteam!"

BubiBohnensack
09.09.2007, 22:13
So sorry Mädels, ich hatte ein paar Internet Problemchen zu lösen, bevor es nun weitergehen kann. Hier jetzt auch erstmal nur ein kurzer Part. Morgen mehr.


2.8.2007

Ich schlafe wie immer recht schlecht und ahne irgendwann, dass es im Zelt unverhältnismäßíg hell ist, bin aber zu faul der Ursache auf den Grund zu gehen (man müsste dazu einen Arm aus dem Schlafsack bemühen, den Reisverschluss des Innenzeltes UND des Außenzeltes bewegen…) und dümpel noch ein paar Stunden im Halbschlaf herum, bis sich ein Klogang nicht mehr vermeiden lässt und mein Überlebenstrieb die Faulheit besiegt (ich glaube eine geplatze Blase ist mittelschwer unschön…)
Unter maximalem Krafteinsatz führe ich oben aufgeführte Prozedur durch und schiebe schließlich die Plane weg

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag3/1.jpg

*BÄM*
Knallt mir doch die Sonne einfach so genau mitten in meine beiden Netzhäute hinein. Kein Wölkchen, dass sich auf meine Seite schlägt, kein Dunst, kein Smog. Vollkommen überrumpelt von der Blendung muss ich erstmal die armen Äuglein schließen und mich wieder in den Schlafsack sinken lassen.
Nach vollzogener Adaption geht’s dann schließlich doch ’um Stein, wo die Sonne mir herrlich den Rücken wärmt während meine Blase Dankesgebete gen Himmel sendet.
Es ist keine einzige Wolke zu sehen. Der Himmel hat die typisch nordskandinavische tiefblaue Farbe angenommen und die Sonne hat selbst um 6:30 erstaunlich viel Kraft.

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Ich rekapituliere: Gestern liefen wir durch so ziemlich das beschissenste Wetter, hatten nur wegen der Anstrengungen kein Auge dafür, bloß nasse Füße. Heute: Wetter so schön wie –hm mir fehlt ein Vergleich- schön halt!
Wir trocknen unsere nassen Sachen und brechen langsam das Lager ab. Auf geht’s. Der erste richtige Tag auf dem Kungsleden ruft. Um ausreichend Zeit auf den Lofoten zu haben, haben wir uns vorgenommen jeden Tag ein wenig mehr als die normalen Etappen zu laufen. Wir kommen gut voran und laufen durch ein zauberhaftes Tal. Mit hochgekrempelten T-Shirts geht es an glasklaren Seen vorbei, über dutzende Bäche immer entlang des Flusses Richtung Singi Hütten.
Es ist herrlich kein Wasser mit sich herumschleppen zu müssen. Sobald wir Durst verspüren ist auch schon ein Bach zur Hand, der eiskaltes, äußerst leckeres Wasser serviert.

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Nach einer kleinen Pause in einem See (eiskalt, still und wunderschön wie Lyrics in einem HIM Song ^^) treffen wir schon bald auf ein Schildchen welches nur noch 3km Distanz bis Singi signalisiert. Aye, das ging ja mal recht fix denken wir uns und laufen ne Runde weiter. Die 3km strecken sich allerdings gewaltig. Als Singi schließlich in Sicht ist, tut Pempi sich ein wenig entleeren und fängt urplötzlich an zu brüllen und sucht wie n wilder den Boden um sich herum ab. Ich frag mich doch glatt was er sich gerade amputiert hat und beobachte ein wenig belustigt das Geschehen 20m von mir entfernt. Rufe mit der Frage was denn nun los sei, werden seinerseits völlig ignoriert so konzentriert werden Steine gewälzt.
Schließlich kommt er mit schwer erzürnter Miene auf mich zu:
„Die Wichser, die können so was doch nicht als Outdoorware verkaufen. Da willste Pissen und was passiert? Erstmal reiße ich mir hulkmäßig den Hosenknopf ab. 60€ für ne stinknormale Hose und beim ersten benutzen bricht alles auseinander. Wie sieht das denn jetzt aus???“
Ich stehe der Geschichte recht indifferent entgegen und studiere weiter die Karte während Pempi noch eine Weile vor sich hin flucht. Haha der hatte schon ziemlich schlechte Laune.
Recht fix erreichen wir dann schließlich die Singi Hütten und freuen uns schon auf einen gut sortierten Laden wie in Kebnekaise, wo wir unsere Vorräte aufstocken können. Hochmotiviert fragen wir den erstbesten Leidgenossen: „Hej, we wonder where the shop is. Do you know?“
„Yeah, it’s 12km away in Sälka. But it’s not that far you can make it in 2 to 3 hours“…
Hm, zum Glück haben wir noch genug Real Turmat. Nur das Müsli ist uns ausgegangen. Und so vernichten wir erstmal jeder 2 Portionen am Bach in Singi. Wir erklären die Welt unisono für eine gute Erfindung und genießen die wohl letzten Sonnenstrahlen, denn von Süden her kommt eine hübsche Suppe herangerollt.
So gegen 16:00 machen wir uns wieder auf und fangen aus irgendeinem Grund an alles und jeden Scheiß zu intonieren.
Angefangen bei Queens Don’t Stop me now über zweioktavige Duette von Robbies Angel bis zum Requiem d-moll KV 626. Hm ok letzteres eher nicht aber schön war es allemal und ich fürchte Don Pempone hat im wahrsten Sinne der Phrase hinter meinem Rücken einiges auf Band verewigt.
Hier wäre wohl auch der richtige Zeitpunkt um auf das Video hinzuweisen, was parallel am Entstehen ist. Ein Trailer ist schon online – (Pempi du könntest den hier mal posten. Die Domain ist registriert)
Bald fängt es wieder an zu regnen und wir laufen und laufen und wenn wir nicht in eine Hütten eingekehrt wären, liefen wir noch immer.
Hier gibt es natürlich wieder einmal Real Turmat (Das sind schon 25€ Dry Tech pro Person am heutigen Tage…aber wie Pempi so schön sagt: „Ich bin im Urlaub, da will ich doch auf nix verzichten“. Recht hat er!) Außerdem sind wir ein wenig erschöpft und haben uns damit das Mal verdient. Basta!
Dazu gibt es ne Runde Kaffe und Whisky und beides zusammen und ne Zigarre und eine Filmdiskussion. U.a. geht es um den emotionalsten Film; wir rekonstruieren die Chronologie der Ereignisse und Lebensabschnitte des Forrest Gump und parlieren über die Gemeinsamkeiten und Gegensätze von Serien und Filmen. Kurz gesagt: Eigentlich geht es uns recht gut :)
Immer mal wieder haben wir kurz Begleitung. U.a. 2 Finninnen, die kein Englisch sprechen und damit dem regen Meinungsaustausch über grundlegende Weltanschaungen sehr schnell das Wasser abgraben. Oder wie der Finne sagen würde: „Aahruooo hanaaatoui wooalmg“
Ja ne is klar. Wer die Sprache erfunden hat, sollte mal im Grab drüber nachdenken, wie er damit nachkommende Generationen vom Weltgeschehen ausgegrenzt hat. Praktisch ist das nicht. Und von purer Ästhetik kann man bei einer Sprache, die wie Japanisch und Russisch mit Schluckauf klingt auch nicht gerade sprechen.
Ebenso treffen wir eine französische Familie, die ihre zwei Töchter (13 und 15 wenn ich mich recht erinnere) durch die Pampa schleift. So richtig begeistert schienen die beiden nicht zu sein. Naja mir Latex.
Nachdem alle weg sind, befreien wir erstmal den Ofen von all dem Müll, den irgendwelche Vollspacken nicht mehr mit sich rumschleppen wollten und grübeln, wie wir das gute Stück möglichst schnell angefeuert bekommen.
Da hat der Pragmatiker in mir schließlich eine tolle Idee: Mit nem Gaskocher kann man nicht nur Schuhe trocknen und ein wenig Essen bereiten. Nein, man kann so auch mit ’ner Menge Wumms Feuer entzünden.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag3/6.jpg

So dachte ich zumindest. Ganz möchte es nicht klappen aber so lange wollen wir sowieso nimmer bleiben also packen wir unsere Sachen gegen 20:00 und marschieren noch eine Runde weiter.
Und wie wir marschieren. So ein Tempo haben wir bisher noch nicht hingelegt. Unsere bildprozessierenden Cortexe arbeiten auf Höchsttouren. Und wir laufen scheinbar mühelos bis kurz vor Sälka, wo wir irgendwann an einem hübschen Fleckchen unser Zelt aufschlagen, sodass wir am nächsten morgen innerhalb von einer halben Stunde in Sälka unser Frühstücksmüsli kaufen können. Unterwegs treffen wir noch auf einen todesmutigen Lemming. Der Regen hat aufgehört aber der Himmel ist noch immer schwer bedeckt.
Was auch ohne ND Filter ein paar längere Belichtungen zulässt.


http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag3/_MG_2001.jpg

Ach je Zeitsprünge. Dafür habe ich in der Schule schon immer einen Punkt Abzug bekommen. Also zurück zum Präsens: Wir liegen im Zelt, und eigentlich steht für mich das obligatorische Tagebuchschreiben und für Pempi das ins Koma fallen an, doch diesmal nicht. Ich tippe auf unterirdische Flüsse deren Magnetfelder eine unterbewusste Wirkung auf mein Biosystem haben. Will heißen: Ich spiele Pempi und bin in nicht mehr messbarer Zeit weggetreten. Ist schon geil so wie der schlafen zu können muss ich feststellen.

...Morgen gehts weiter

Glen S.
09.09.2007, 22:30
Klasse geschrieben! Macht Spaß :bg:

BubiBohnensack
11.09.2007, 16:06
3.8.2007

Am morgen wieder allerbestes Wetter. Stahlblauer Himmel und Sonnenschein weckt uns nach gestrigem Grau in der zweiten Hälfte des Tages.
Im Fluss starten wir unsere erste große Waschaktion. Vincent wäscht 2 Socken und eine Shorts, Pempi diverses und unter pussyhaftem Gekreische seine Haare.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag4/1.jpg

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag4/2.jpg
*gähn*

Mit den nassen Klamotten draußem am Rucksack geht es nach Sälka wo wir nach wenigen Minuten ankommen.
Wir sind also gestern tatsächlich fast zwei Tagesetappen (knapp hinter Kebnekaise Fjällstation bis kurz vor Sälka) gestiefelt. Naja wir sind halt jung und fit und generell total toll :cool: Mal abgesehen davon ist der Kungsleden was die Kondition betrifft ziemlicher Kinderkram gegen die Kebnekaise-Erfahrungen am ersten und zweiten Tag ;)
In Sälka angekommen finden wir den Shop geschlossen vor. Wir sind wohl eine Stunde zu früh. Im Vorraum sitzen drei naja so um und bei 35 Jährige Weibchen rum, die auf unsere Frage woher sie denn kämen: „from da wes coas“ antworten. Herrlich diese Amerikaner; schieben erst nach ein paar Sekunden: "USA" hinterher, als ob es vollkommen selbstverständlich ist. Naja über Amiland in toto könnte ich hier sowieso seitenweise schreiben, lasse es aber um nicht ins politische unkorrekte abzudriften…:motz:
Nundenn, auffällig war dass die Guten mit Turnschuhen, kurzen Hotpants und 30 Liter Rucksäcken unterwegs waren. „Yeah you know, we have a sort of ultra-ultra-light tent“
Na denn mal Prost Mahlzeit denke ich mir. Eine Nacht mit ein bisl Wind und Wetter und die kommen in Bodybags nach Hause ^^
Im Shop bezahlen die Amis vor uns und verlassen den Laden, woraufhin die Stugvartin uns erstmal klarmacht, dass sie Deutsch viel lieber spricht als Englisch. Sie hat ein paare Jahre in Deutschland gelebt/studiert und liest immer noch viel deutsche Literatur. Schon witzig so mitten in der Pampa.
Wir gönnen uns hier zum ersten Mal eingelegte Früchte zu etwa 6€/250g Dose zu unserem Müsli. Real Turmat haben sie hier leider nicht mehr, sondern nur noch irgendwas mit „Blä“, was nicht annähernd so gut schmeckt.
In weiser Voraussicht kaufen wir auch noch 4 Dosen Cola und Sprite. Denn heute Abend erreichen wir mit dem Tjäkta Pass den höchsten Punkt des Kungsledens und der Plan sieht vor dort oben aus rein pragmatischen Gründen der Gewichtsreduktion den Whisky zu leeren *g*
Die neuen Cereals werden für „mhm mjam mjam legga müsli“ befunden und so geht es gestärkt auf in Richtung Pass, den wir schon seit einiger Zeit sehen können.
Auf dem Weg dorthin diskutieren wir stundenlang über alles was wichtig ist: Frauen und Autos. Letztere werden für gut, erstere für so lala befunden. Nach einer Pause am See geht es dann auf den Tjäkta Pass zu und hinauf. Der Aufstieg stellt sich als recht steil heraus und nach 2 Metern hat Pempi keine Lust mehr :bg: Angenehmerweise ist es jedoch ein gefühlt kurzes Stück und so stehen wir um und bei 16 Uhr vor der Topstugan, die richtig einladend aussieht. In den Reiseberichten heißt es immer, dass der Blick von hier ins hinter uns liegende Tal der schönste Ausblick des Kungsledens sein soll, aber so richtig können wir das noch nicht nachempfinden.
In der Hütte braten wir uns erstmal was zu essen und stoßen mit Whisky-Cola auf die Reise an. In der Zwischenzeit sind zwei junge Schweden eingetroffen, die einen lässigen Eindruck machen. Wir kommen schnell ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass sie aus Fallun und Stockholm kommen und gerade dabei sind ihr eigenes Land kenennzulernen. Ihr Plan sieht vor den Kungsleden von Abisko bis Nikaluokta in 14 Tagen zu wandern und fallen aus allen Löchern, als wir offenbaren, dass wir bis hier gerade 2,5 Tage unterwegs sind.
Beide sind äußerst weltoffen und so unterhalten wir uns die nächsten 6 Stunden über unterschiedlichste Themen. Vom deutschen Sozialsystem bis zu schwedischen Autos und globaler Umweltproblematik.
Wir trinken Whisky, rauchen Cigarren, kauen Kautabak und überhaupt: Es geht uns mal wieder saugut in der kleinen Hütte bei um und bei 35° dank auf Maxkraft laufendem Holzofen.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag4/4.jpg

Mittendrin machen Pempi und ich uns noch mal auf das Tal zu fotografieren/filmen woraufhin die Jungs uns verklickern den Berg im Osten zu besteigen. Zwei Gründe: Von dort hat man die beste Sicht überhaupt und zweitens können wir ihnen dann Klopapier aus dem Zelt mitbringen, was sie dort oben direkt am Abhang aufgebaut haben.
Ohne Gepäck läuft es sich recht einfach den Berg hinauf auf etwa 1300Hm und schließlich offenbart sich vor uns ein gigantisches Panorama.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag4/3.jpg

Von hier aus kann man bis weit hinter die über 20km entfernten Singi Hütten sehen. Wir sind sprachlos. Das Wetter spielt perfekt mit und wir chillen nach getaner Arbeit am warmen Stein zur wohl faszinierendsten Aussicht seit langem. O-Ton Pempi: „So eine geile Aussicht hatte ich noch nie, selbst in den Rockies nicht“. Jup, hat schon was :cool:

Mit ner Rolle Klopapier wieder unten angekommen werden wir mit der Frage empfangen: „Guys what do you think? Camping Place with the worlds best view tonight for us?“
Wir können nur bejahen und kauen noch ein wenig Tabak. Das scheint generell ein Riesentrend hier in Schweden zu sein, der völlig an mir vorbeigegangen ist. Die Schweden haben dazu den Tabak in kleinen 1x1cm Päckchen mit einer rauen glasfaserigen Oberfläche verpackt. Man schiebt sie sich hinter die Oberlippe, wo die sie leichte Kratzer ins Zahnfleisch reißen, wodurch der Tabak schnell in den Blutkreislauf aufgenommen werden kann, was bei uns Nichtrauchern erstmal zu nem dicken Nikotinflash geführt hat.
Der Grund für die Popularität soll wohl ein generelles Rauchverbot in Schweden zu sein. Mit diesen kleinen Packungen kann man als Nikotinjunkie auch im Restaurant und in der Bar seinem Laster nachgehen. Soweit so gut.
Gegen 0:00 schaffen wir schließlich nach Austausch der email Adressen den Abschied und machen uns gen Norden über die Geröllfelder hinab in Richtung Tjäkta Hütten und Alesjaure.
Im Osten geht ein herrlich klarer, flimmernder Vollmond überm Fjäll auf und wir laufen (wohl immer noch etwas beschwippst *g*) noch etwa 4km, vorbei an den Tjäkta Hütten bis wir einen herrlichen Platz gefunden haben. Weiches Moos, aber nicht matschig. Links und Rechts von Bächen umrahmt. Wir stellen uns vor William Wallace zu sein und in der Ferne eine englische Armee anmarschieren zu sehen, erstmal muss n Schlachtplan ausgearbeitet werden. Doch vorher gibt es unser Abendessen um 2 Uhr morgens. Draußen ist es bitterkalt, es scheint ein wenig zu frieren. Dank warmer Klamotten und heißem Essen ist uns trotzdem nicht kalt nur im Gesicht beißen die Temperaturen ein wenig, was ich aber als sehr angenehm empfinde.
Voll zufrieden geht es in die Heia.

Coenig
11.09.2007, 17:24
Super geschrieben! Geile Bilder! Da werden Erinnerungen wach!!

KuchenKabel
11.09.2007, 23:10
Hab gerade mal nachgeschaut, bei welchem Datum du jetzt bist. Gott sei Dank kommen da noch ein paar Tage, die du bitte weiterhin so erstklassig nacherzählst ;)!

BubiBohnensack
12.09.2007, 00:43
4.8.2007

Mit schöner Regelmäßigkeit haben wir nun jeden Morgen perfektes Wetter. So auch an diesem Beginn des 4.8.2007. Einem alles in allem sehr denkwürdigen Tag, denn ich verliere im weiteren Verlaufe zweimal im Schach gegen Don Pempone…und wir erobern Pemponia!!
Doch dazu später mehr.
Als wir vor einigen Stunden das Zelt aufgebaut haben, war es schon wolkenlos, sodass sich zum ersten Mal die Möglichkeit anbot ohne Zelt im freien zu Schlafen. Aus Komfortgründen (arger Wind), habe ich es dann allerdings gelassen. Doch nun verlagere ich mein Lager zumindest für die letzten 2 Stunden Schlaf nach draußen in die pralle Sonne und lasse Pempi verwundert und mit schweren Selbstzweifeln zurück. Mir gehen langsam die Superlative aus, was soll ich sagen: Herrlich war es. Die Sonne wärmt das Gesicht, während die Luft noch immer arktische Frische besitzt und feucht-klar und kühl Nase, Bronchien und Lungen von scheinbar allem Dreck befreit. Dazu der subtile Geruch der subpolaren Vegetation. Schon schön so :)
Irgendwann mache ich mich zu der Stelle auf, wo die zwei Bäche, die unseren Zeltplatz einrahmen ineinanderfließen und finde eine interessante, zerklüftete von Wasserfällen geprägte Szenerie vor. Natürlich suche ich mir zum Zähneputzen die exponierteste Stelle aus: Auf einem Monolithen, 10m über dem entstehenden Fluss. Schön Füße baumeln lassen und sich mit Zahnpasta vollkleckern, weil man zu faul ist zum Spülen wieder runter zu klettern ;)

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Blick nach unten vom Zahnputzfelsen


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Pempi hat schon mit dem Zeltabbau begonnen. Sodass hier nur noch das weiße Innenzelt zu sehen ist. Das Marmot Bise 3P hat sich im übrigen super geschlagen. Doch dazu später mehr


Danach geht es ganz balante an den Zeltabbau und anschließend ab in Richtung Alesjaure.
Das fiese an offenem Fjäll ist, dass man Ziele teilweise schon viele Stunden bevor man sie erreicht sehen kann. So auch die Alesjaure Hütten.
Glücklicherweise sind wir beide heute ziemlich fit und nutzen die Etappe entlang des Flusses („er mäandert vor sich hin wie der Strom des Lebens. Mal schlägt er links aus, mal rechts aber er fließt doch immer weiter“), um über Zukunftspläne und Investitionsobjekte fachzusimpeln.

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Alesjaue ist dann doch recht fix erreicht und wir decken uns in der großen Hütte (warum zum Teufel musste man die auf einen Hügel bauen???) mit Essen. Tragischerweise gibt es auch hier keinen Honig, mit dem wir immer unser Müsli garnierten, bis er aufkonsumiert war. Sodass wir hier auf Himbeercreme ausweichen müssen. Naja, es wird uns schon nicht umbringen ;)
Aus einem mir schleierhaften Grund erleide ich jedoch alsbald eine Art Schwächeanfall und bin eigentlich zu gar nichts mehr zu gebrauchen außer paralysiertem-nach-draußen-starren. Pempi ergreift die Initiative und schafft ne Menge Coladosen heran, was mich in dem Moment stark an „Long way Round“ mit Ewan McGregor und Charlie Borman erinnert. („You know, he’s me mate, he cares for me“)
Tatsächlich hilft es und durch einen glücklich Zufall erblicke ich in der Spiegelung des Coladosenöffners ein Schachspiel im Nachbarraum, an dem wir die nächsten Stunden verbringen. Leider Gottes kann ich nur einmal gewinnen, sodass Pempi gleichzieht und den Rest des Tages in Feierlaune verbringt ;)

______
Folks, ich bin zu Müde. Ich schreibe morgen weiter.

rumtreiberin
12.09.2007, 10:08
Hauptsache du schreibst überhaupt weiter. Macht Spaß zu lesen.

BubiBohnensack
12.09.2007, 22:58
So, dann bringe ich den Tag noch eben zu Ende:

Nach vollendetem Duell wagen wir einen Blick auf die Fjällkartan BD6, um unser Tagesziel abzustecken. Wir sind erst etwa 8km gelaufen, da ist also noch einiges drin. Wir entdeckem am westlichen Ufer des Alesjaure etwa auf halber Höhe eine Nothütte auf der Karte, die wir uns als Tagesziel setzen.
Die Landschaft hat sich hier schon deutlich gewandelt, wir kommen aus dem Hochfjäll raus in tiefere Gebiete und mit dem Wechsel geht Vegatation und Mücken einher.
Nach verlassen der Alesjaurehütten werden wir regelrecht verfolgt. Über jedem unserer Köpfe schwebt eine dunkle Wolke Scheißviecher. Das kann uns jedoch nicht davon abhalten Pemponia zu erobern und einen empirischen Bruchbelastungstest der schwedischen Holzbohlen zu konduktieren (siehe Trailer) Der Boden wird hier auch sumpfiger und es geht teils auf Holzbohlen, teils ohne durch reichlich Matsch. So richtig Spaß macht das nicht, denn nach den landschaftlichen Höhepunkten, die hinter uns liegen wirkt diese Gegend hier geradezu ein wenig langweilig. Der Himmel ist mittlerweile wieder grau und noch dunklere Wolken ziehen auf. Schon bald beginnt es zu regnen, was uns wenigstens die Blutstöpsel vom Hals schafft. Wir machen uns schon lange keine Mühe mehr Schlamm und Pfützen zu umgehen, sondern stiefeln mitten durch. Unglücklicherweise kann man Morastlöchern nicht ansehen, wie tief sie sind, sodass beide das ein oder andere Mal unter lautem „uaaargh fuck“ bis weit über die Knöchel versinken. Das ganze hüft- bis mannshohe Gestrüpp rechts und links des Weges nässt unsere Hosen vollkommen durch. Ich habe angesichts der sich laut Karte nahen Hütte auch keine Lust noch einmal in Regenklamotten zu schlüpfen und so laufen wir beide mit einfachem Fleece weiter, immer in der Hoffnung hinter der nächsten Biegung die Hütte zu sehen. Die Stimmung sinkt ganz eindeutig bis wir beide sicher sind in wenigen hundert Metern eine Hütte mit Schornstein und Begleithäuschen zu erkennen. Sogar der Türrahmen ist klar und deutlich auszumachen. Na endlich denke ich mir. Noch 5min und ich bin klitschnass. Der Weg führt um eine Biegung und die Hütte gerät außer Sicht. Als wir kurze Zeit später wieder in Richtung See blicken können ist die Hütte verschwunden. Völlig verdutzt gucken wir uns um. „Das kann doch nicht wahr sein“ „Sag mal spinn ich oder was?“
„Ich schwör hier war die scheiß Hütte“ – Fakt ist, wir haben irgendwie hallusziniert, anders ist es wohl nicht zu erklären, dass zwei Häuser plötzlich verschwinden. Wir beide zweifeln alsgleich auch schwer an unserem Verstand, doch was will man machen, wir müssen weiter.
Mir ist kalt, ich bin jetzt klitschnass und habe überhaupt mal gar keinen Bock mehr. Pempi geht’s wohl keinen Deut besser und so laufen wir schweigsam noch gute 2h weiter, bis wir endlich am See in weiter Ferne ab des Weges eine erneute Hütte ausmachen. Wir laufen den Pfad noch ein ganzes Stück weiter, doch es will einfach kein Pfad zur Hütte abgehen, sodass wir gezwungen sind querfeldein durch das Moor und den Morast die 500-1000m zur Hütte zurückzulegen. Dieses Stück ist eine weitere Steigerung von Beschissen. Der Hauptweg war zwar matschig und nass und glitschig, aber es gab zumindest einen klar gekennzeichneten begehbaren Pfad. Hier und jetzt geht es eher darum nicht als Moorleiche zu enden. Doch es ist nicht nur die physische Belastung. Eine Hütte so fernab des Weges, nicht in der Karte eingezeichnet und überhaupt…wer garantiert uns, dass das gute Stück offen ist!?
Ich gehe insgeheim davon aus, dass eine verschlossene Tür die Quälerei durchs Moor gleich vollkommen ad absurdum führt. Ein schon ziemlich deprimierender Moment…
…bis Pempi die Tür erreicht und öffnet…
Ich kann es nicht glauben und werde von Endorphinen durchströmt. Wir haben eine Bleibe gefunden, wir können uns aufwärmen, unsere Klamotten trocknen und überhaupt…müssen nicht erfrieren ;)
Was für ein unglaubliches Glück. Die Hütte ist modern und sauber. Während ich den Kocher klarmache, zündelt Pempi am Kamin herum und bekommt ihn auch tatsächlich angefeuert. Draußen ist es mittlerweile recht dunkel für mitternachtssonnige Verhältnisse und so ist die Hütte in warmes, gelbflackerndes Licht vom Feuer getaucht.
Vor lauter romantischen Gefühlen kippe ich meinen gerade fertig gewordenen Essenstopf um und verbringe die nächsten Minuten damit etwas zum aufkehren und sauberfeudeln zu finden während Pempi seine Doppelportion Kötbullar mit Nudeln futtert *grr*
Nach getaner Arbeit begeben wir uns in die horizontale Erfrischungslage und schalten auf Standby.

____
Der übernächste Tag bringt wieder einen richtigen Bericht mit sich (dann geht es auf die Lofoten)

Pempi
13.09.2007, 00:46
an dieser Stelle schmeiss ich mal den trailer rein. Das Gesamtwerk befindet sich noch im Aufbau, aber sobald der komplette Film fertig ist, sollte der Vollendung nichts mehr im wege stehen:

Longwaynorth-trailer (http://www.freidenker.net/memberdata/longwaynorthtrailer.wmv)

pepe-hh
13.09.2007, 00:49
Longwaynorth-trailer (http://www.freidenker.net/memberdata/longwaynorthtrailer.wmv)

:D klasse. Macht weiter so !

Onyx
13.09.2007, 10:19
Sehr super weiter so.

Symion
13.09.2007, 18:17
einfach Geil der Bericht. *AuchWiederHochWIll:bg:*
Und der Trailer einfach endklasse. Wann isser fertig *chipsTütePackUndAufCouchLeg*

barleybreeder
13.09.2007, 19:16
Super Filmchen! :bg::bg::bg:

BulleT
13.09.2007, 20:48
Dieser Film muss einfach gut werden. :popcorn:

Ari
14.09.2007, 19:50
Cooler Bericht, schöne Fotos und wenn der Film auch nur anähernd hält was der Trailer verspricht, wird er ein Knaller (die letzte Einstellung war zum kugeln).
Aber was in aller Welt hattet Ihr mit dem gigantischen Pilker (samt sonstiger geheimnisvoller Konstruktion) vor :o:bg:?

Skollvaldr
14.09.2007, 20:21
sehr geil!!!! :D
ihr solltet drüner nachdenken ein kabarett aufzumachen. quasi outdoor-comedy oder sowas :grins:

KuchenKabel
18.09.2007, 09:36
Die Massen warten :bg:!

Roene
18.09.2007, 11:08
Sehr, sehr feiner Bericht, sehr schöne Fotos....und der Trailer erst! Wo kann ich den Film vorbestellen?

Gruß, René!

BubiBohnensack
18.09.2007, 22:52
Hehe danke folks für das ganze Lob :)

Ich habe derzeit ziemlich viel zu tun. Morgen kommt der nächste Teil. Versprochen :)

KuchenKabel
20.09.2007, 15:36
Hier stimmt was nicht :gosche: ;-).

Snuffy
20.09.2007, 15:50
Hier stimmt was nicht :gosche: ;).
Genau. Hulk hatte immer seine Hose an.
Das war das einzige was ihm auch in "grün" gepasst hat.




Snuffy

ich
20.09.2007, 20:03
ICH WILL DIESEN FILM!!!!!!!:wohoo:

42929
23.09.2007, 21:54
Abgesehen von den weiteren Teilen des Reiseberichts, bin ich auch echt auf den Film gespannt. WIE LANGE NOOooooOOoOOOOOCH?!?!?

Poldi
23.09.2007, 22:11
*ebenfalls ungeduldig wart*

BubiBohnensack
24.09.2007, 00:00
Tut mir wirklich leid Jungs. Der Umzug macht mir ne Menge mehr Arbeit als ich dachte...und in ner neuen Stadt wollen schließlich auch erstmal die Bars erkundschaftet werden.
Nun ists schon wieder zu spät, aber ich habe es nicht vergessen ;)

Der Film wird noch ne ganze Weile brauchen fürchte ich. Soll schließlich gut werden :)

BubiBohnensack
25.09.2007, 00:43
5.8.2007

Der Tag beginnt mit der Erkenntnis, dass Fliegen Hohlbratzen sind und im Gegensatz zu Mücken, die wenigstens Malaria übertragen können, zu nichts zu gebrauchen sind außer uns zu wecken, indem sie stundenlang immer wieder mit Vollschub gegen die Fensterscheibe knallen. Nach dem Abwasch im See geht es bei nur mittelmäßigem Wetter auf die mit 20km längste Etappe des Kungsleden (wenn man den Hütten folgt) von Alesjaure bis Abiskojaure.
Da wir gestern Abend auf der Unterkunftssuche schon ein gutes Stück bis hinter Alesjaure gekommen sind, mögen es für uns nur noch um und bei 15km sein. Das Wetter klart teilweise etwas auf, aber die Landschaft ist verglichen mit dem, was hinter uns liegt ein wenig langweilig weil schon wieder richtiggehend „zivilisiert“. Wir merken, es geht raus aus dem Hochfjäll. Der Bewuchs nimmt zu, die Berge werden sanfter und flacher. Die gesamte Landschaft ist lieblicher.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag6/1.jpg

Außerdem kommen nach einiger Zeit wieder Mückenschwärme hinzu. Mir wird erst jetzt wieder klar, was für ein Hochgenuss das Fjäll mit seiner Vampirabstinenz ist. Es geht langsam und beständig weiter bergab und der nur sporadisch vorhandene Wind zwingt uns zum Dauerlauf (Thema Mücken). So richtig anstrengend finden wir es bisher aber nicht. Irgendwann geht es steiler abwärts und wir erkennen ein wenig unter uns die Baumgrenze und in der Ferne die Abiskojaure Hütten. (siehe Zeitraffer Sequenz am Anfang des Trailers)
Die Wälder sind eine willkommene Abwechslung zur rauen, unnahbaren Schroffheit des Fjälls und duften herrlich süß nach frischen Grün oder was auch immer.
Was hier wirklich nervt sind allerdings nicht die Mücken, sondern Wanderer mit Bärenglocken. Es ist mir schleierhaft, wie man dieses Dauergebimmel aushalten kann – wahrscheinlich Amerikaner mit nem ultra lightweight bear defending device :/
Das Wetter ist mittlerweile wirklich hübsch geworden. Die Sonne scheint durch die Blätter der Birken und Kiefern hindurch und sorgt für ein schönes Farbenspiel. Nichtsdestotrotz machen sich langsam Ermüdungserscheinungen bemerkbar, was ich zum größten Teil auf die Psyche schiebe – Wandern mit Mücken im Nacken ist irgendwie unangenehm und stressig. Das nervt einfach und macht nicht wirklich Spaß. Hinzu kommen unangenehme Schmerzen auf Pempis Seite…ich will das hier nicht weiter ausführen lol.

Die Strecke bis zu den Hütten zieht sich subjektiv sehr und die Beinchen und Bläschen zwingen uns zur (Pinkel-)Pause. Ich verkrieche mich bei vollem Sonnenschein und hübschen Temperaturen in mein Fleece, wo zumindest Oberkörper und Kopf bedeckt sind. Sauna pur und auch nicht gerade erfrischend. Im weiteren Wegverlauf kommen uns zwei Mountainbiker entgegen, die auf den 1a+ Wegen hier (verglichen mit dem was kommt), ihre Bikes tragen. Mir scheint denen hat jemand falsche Informationen gesteckt. Kurz vor den Hütten kommen wir schließlich etwas vom Weg ab und stehen mitten in der Pampa. Die ganze Landschaft ist hier recht sumpfig und wieder heißt es aufpassen wo man hintritt, um nicht in 2000 Jahren als Moorleiche exhumiert zu werden. Schließlich erreichen wir die Brücke. Hier über dem Fluss weht ein wenig Wind, das Wasser strahlt angenehme Kälte ab und wir lassen die verfluchten Krabbelviecher hinter uns.
Wir erreichen so auch die Abiskojaure Hütten am späten Nachmittag und trauen den Augen kaum…hier mäht jemand Rasen.
Im Shop kaufen wir unser Standardrepertoire aus Fruchtcocktails, Müsli und Fertigfraß und machen es uns auf einer Bank gemütlich. Die Erschöpfung kommt jetzt voll durch und mir wird trotz noch immer scheinender Sonne kühl. Selbst mit Thermojacke, die mich in Island im Februar recht warm gehalten hat, ist mir jetzt kalt ^^
Dafür beobachten wir mit einem Grinsen im Gesicht einen Vater mit seinem wie sich später rausstellt sechsjährigen Jungen, die auf Männertour im Fjäll sind. Sohnemann ist schon ganz der Outdoor’ler und schlägt versiert die Heringe in den Boden, wuselt umher und guckt verschmitzt in der Gegen herum. Niedlich³.
Die zwei kommen später zu unserer Bank und man kommt ins Gespräch. Es stellt sich raus, dass die zwei Berliner sind und schon eine ganze Woche im Zelt unterwegs sind. Der kleine Stöpsel trägt ein Daypack, dass etwa so groß ist wie er selbst aber wie uns versichert wird außer seinem Schlafsack nichts enthält. Papa hingegen schleppt 28kg mit sich rum. Uff. :o
Pempone hat neben seinen nicht weiter besprochenen Schmerzen noch ne blöde Blase an der Verse und auch bei mir scheint sich was untercuticulares abzuzeichnen. Naja, kommt Zeit kommt Rat. Wir verarzten Pempi mit Betaisodonna und Blasenpflaster und grübeln über unseren weiteren Tourverlauf. Fakt ist: Wir haben heute unser Soll noch nicht erfüllt – wir sind immer ein ganzes Stück mehr gelaufen, als die Etappen es vorschlagen, und so sollte es eigtl auch bleiben, damit wir genug Zeit auf den Lofoten haben.
Von hier bis Abisko sind es um 15km...
Ich male mir die Optionen für die nächsten Tage im Kopf aus. Wir wissen, dass der Veolia Zug einmal morgens um 9 und nachmittags um 16 Uhr (so war es glaube ich, bitte nicht drauf verlassen) in Abisko Turiststation hält. Das bedeutet: Wenn wir hier blieben und morgen mal nicht erst um 11 aufständen, wären wir auf jeden Fall morgen Abend in Narvik in Norwegen.
Noch geiler wäre es natürlich wenn wir schon morgen Mittag in Narvik wären und noch am selben Tag die Fähre nach Svolvaer auf den Lofoten kriegen würden, deren Fahrplan wir nicht kennen. Ich grübel still vor mich hin und traue mich nicht den Vorschlag zu machen, als Pempi „…oder wir sind ganz hart und laufen noch heute Nacht bis Abisko…“ verlautbaren lässt.
Man guckt sich an und die Entscheidung ist mit einem Grinsen getroffen. :cool:
Einzige Einschränkung: Pempis Schmerzen ("Und es burnt burnt burnt…[censored]“) dürfen nicht weiter zunehmen. So wild ist das aber auch nicht, denn im Zweifel sind bluti….öh Wunden … sicher ein legitimer Grund auch im Nationalpark irgendwo versteckt das knallorange Zelt aufzustellen und doch erst am nächsten Tag nach Abisko zu marschieren.
Also packen wir unseren Kram zusammen, verabschieden uns von den zwei Berlinern und wollen uns gerade auf den Weg machen, als uns das Mückenspray einfällt, dass wir in Nikkaluokta gekauft haben. Es wird kritisch begutachtet…“Kampfstoffklasse 3, nicht in der Nähe von Kindern benutzen…“ aha naja, wenn wir demnächst Hautkrebs kriegen, wissen wir ja warum. Auf der anderen Seite…lieber Hautkrebs in 10 Jahren als jetzt Mücken -> immer wieder die verdrängende Herangehensweise ;)
Also pusten wir uns ordentlich mit dem Zeugs ein, welches erstaunlich gut schnüffelt und machen uns dann auf den Weg. Johnny Cash’s Ring of Fire erleidet im Folgenden schwere, situationsbezogene Umdichtungen aber immerhin kommen wir fix vorran. Das liegt wohl hauptsächlich an Pempi: „Ja ne, wenn wir langsamer laufen tuts beschissen weh, also Gas“
Nuja, ich will mich nicht beschweren und so rennen wir quasi auf dem wirklich gut ausgebauten Weg entlang, überholen nach kurzer Zeit wieder die Bärenglockenfraktion und pausieren schließlich an einem schönen Fleck am Fluss. Hier wimmelt es mal wieder nur so vor Mücken und anderem Gekreuchs, doch, ich kann es anderes nicht sagen – das Kampfstoffmittelchen ist zum Niederknien! Keine gottverdammte einzige Mücke wagt sich in unsere Nähe. Eine einzige ist so blöd es doch zu wagen, landet inmitten meiner Armhaare, erkennt den Fehler ihres Lebens und gerät dermaßen in Panik, dass sie sich völlig verheddert.
Sie kämpft sich mit aller Kraft aus den Härchen frei und eiert davon ohne meine Haut auch nur berührt zu haben.
Dieses Mittel ist genial!
Wir genießen auf diese Weise gänzlich entspannt die letzten Sonnenstrahlen auf dem warmen Stein und freuen uns regelrecht auf das letzte Wegstück.
Noch eine Abendessenspause folgt, ansonsten laufen wir durch. Wir laufen und laufen und laufen und irgenwann…“piep piep“ – Hallo Welt, hier sind wir wieder – Handyempfang. Schon komisch irgendwie.
Die Chance wird natürlich genutzt, um den zu Hause gebliebenen unsere Unversehrtheit mitzuteilen. Es stellt sich heraus, dass meine Eltern samt Schwester erst gestern mit dem Auto von Norden kommend in Abisko waren und versucht haben uns zu erreichen. Knapp verfehlt will man meinen.

Wir laufen vorbei am „Canyon“ des Abiskojäkka und trauen unseren Augen nicht, als wir es erreichen:

Das Tor, das den Anfang des Kungsledens markiert und das Ende unseres Abenteuers.


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So richtig fassen können wir es nicht. Tausende Eindrücke strömen gleichzeitig auf mich ein, und von Pempis Gesichtsausdruck zu schließen geht es ihm nicht anders. Wir haben es geschafft. Wir sind 86km zu Fuß durch Lappland gelaufen. Auf den höchsten Berg Schwedens, auf einem Schneefeld wieder runter. Sind über Flüsse gesprungen und in selbigen ungewollt baden gegangen. Wir haben uns keinerlei Verletzungen zugezogen, haben es konditionell geschafft und stehen nun hier.
Das Tor gleicht einem Stargate. Hinter uns liegt eine völlig andere Welt. Keine Autos, kein Strom, kein Lärm. Wir empfinden die zwei Autos, die in den nächsten 30min an uns vorbeifahren als äußerst eigenartig. Ebenso die Straßenlaternen. Wir blicken zurück und schwelgen in Sentimentalitäten. „Weißt du noch…“ „…und als wir da oben waren…“ „…alter ja war das krass…“
Wir liegen eine gute halbe Stunde einfach nur auf dem Rücken vor dem Tor und sind wie betäubt.
Schließlich raffen wir uns auf, machen das obligatorische Zielfoto und packen dann langsam unsere Rucksäcke und bewegen uns wie auf rohen Eiern zur Turiststation.

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Jetzt, wo das Adrenalin nachlässt, merke ich, dass meine Füße ziemlich schmerzen. Naja kein Wunder nach 30km an diesem Tag.
Wir erreichen wenige Minuten die Turiststation, wo um diese Uhrzeit (2:10) niemand mehr wach ist. Wir finden einen Hinweis, dass es im Keller einen Raum gibt, in dem Matrazen und Bettwäsche bereit liegt. Das ist ja ganz nett – doch vorher…vorher geht es auf die Suche nach etwas, was ich herbeisehne – erstaunlicherweise jedoch erst, seit wir wieder in der Zivilisation sind – eine Dusche.
Die folgenden 25 Minuten unter diesem geilen heißen Wasser gehören wohl zu den schönsten unseres Lebens. Wäre jemand am Duschraum vorbeigekommen, er hätte angesichts der Geräusche wohl vermutet, dass hier eine dicke Orgie läuft :bg:
Wir fühlen uns wie neu geboren, frisch, sauber. Die ganze Welt ist toll, bloß meine Füße schmerzen ;)
Jetzt zeichnet sich auch ab warum – unter beiden Füßen liegen großflächig mit Blut geflutete Blasen unter der Hornhaut. Ajo, mir ist es jetzt in diesem Moment der Freude ziemlich wurscht. Wir haben beide noch ein Set komplett neuer Klamotten und schlurfen mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 0,02km/h in Badelatschen zum Aufenthaltsraum im Keller, wo wir herrliche Matrazen mit dicken Daunendecken in einem warmen, mit Parkettboden ausgelegten Raum vorfinden. Das ist schon fast nicht mehr zu fassen.
Wir stellen uns noch schnell die Wecker, um morgen den 9:00 Zug auf keinen Fall zu verpassen und lümmeln uns dann in diese unverschämt samtigen, weichen, wolkigen Betten.
Wir haben es geschafft. Wie geil!





Hier noch einmal zum Nachvollziehen 3 kleine Karten:

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/map1.jpg

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/map2.jpg

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/map3.jpg





Der zweite Teil des Urlaubs kann kommen: Die Lofoten in Norwegen

_____
PS: Copyright der Karten: Google(Earth)

Roene
25.09.2007, 01:49
Na das hört sich doch ganz nach 'nem fiesen Wolf bei Herrn Pempi an...:bg:

Danke für den Nachschub an Lektüre!

Gruß, René.

Jaerven
25.09.2007, 10:50
Na das hört sich doch ganz nach 'nem fiesen Wolf bei Herrn Pempi an...
Vaseline in d... gut geschmiert läuft besser :grins:

Peter

X-13
25.09.2007, 23:15
Ich schliesse mich meinen Vorrednern an einer der besten Breichte die ich je gelesen habe.
Bitte mehr davon :bg:

BubiBohnensack
27.09.2007, 21:38
6.8.2007

Den Wecker haben wir uns auf quasi unmenschliche 7:45 gestellt, um auch ja nicht die Bahn nach Narvik zu verpassen. Nach dem Aufstehen, überlege ich noch kurz, ob es moralisch vertretbar ist nachdem wir alles wieder perfekt weggeräumt haben, ohne Bezahlung zu türmen. Erkenntnis: Dem ist nicht so. Immer diese Moral. :motz:
Nachdem wir dem Kassenpersonal dann verklickern konnten, dass wir de fakto nur ein paar Stunden dort waren, haben sie uns auch irgendwie nur den halben Preis abgebucht, was ich als recht zuvorkommend empfinde.
Im angeschlossenen Shop kaufen wir noch schnell alles, was wir so fürs Überleben in Norwegen brauchen und machen uns dann auf den Distanztrek zur Eisenbahnstation (100m ^^):cool:
Um 8:54 soll die Bahn planmäßig ankommen. Soll. Um 9:00 tritt eine Dame in perfektem Deutsch an uns heran und verklickert, dass das Zügli erst um 12 führe, da sie irgendwelche Gleisprobleme hätten, und der 9 Uhr Zug komplett ausfiele.
Ich höre meine Fußsohlen durch die Trekkingstiefel hindurch Anfeindungen der übelsten Art an mich höchstpersönlich senden. :grrr:“Ey du Arsch, 30km Gewaltmarsch gestern Nacht..wofür? Um jetzt hier am romantischen Bahnsteig von Abisko Turiststation 3h zu warten!? Schwachmat.“:grrr:
Tjoar…bisl blöd gelaufen, aber was gibt es in so einer Situation besseres als…Essen? Also packen wir unsere kompletten, gerade gekauften Vorräte aus, und schmeißen auf dem Bahnsteig den Brenner an.
Auf eine 500g Packung Müsli für zwei folgt eine Doppelpackung Ravioli pro Person – wir äh - wachsen halt noch. :cool:
Doch schon nach einer halben Stunde wird Pempi unruhig und tut etwas, was mir unter dieser Sohlensituation so gar nicht einfallen würde: Auf dem Bahnhof rumtappern. Wie ein kleines Kind tüdelt er mal hier mal da herum, verschwindet für ne Zeit, kommt wieder und entdeckt schließlich das Wartehäuschen des Bahnhofs für sich, in dem außer einigen Bänken, einem Monitor und einem geschlossenen Schalter eigtl nicht viel ist.

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Nach ein paar Minuten folgt unmittelbar auf einen undefinierbaren Knall ein ungläubig geschrienes: „Alter…..!!!“ Dann ist Stille.
Kurze darauf kommt der Don etwas wackelig aus dem Gebäude rausgestolpert und kann sich vor Lachen und Schock kaum artikulieren.
„Man, da drin hängt so n goldenes Ding an der Wand. Und noch so’n goldenes Ding direkt daneben.“ Je nach Auslegung -kindliche Neugier oder planloser Leichtsinn- erforderte natürlich eine genauere Untersuchung dieses so wunderschön schimmerenden güldenen Dings an der Wand, was mit einer Öffnung des selbigen unabdingbar verbunden ist.

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Der wissenschaftliche Entdeckergeist förderte auch schon bald die Erkenntnis zu tage, dass es sich dabei um einen 230V Thermostaten von um die Jahrhundertwende handelt. „Beim Widerzusammenbau kamen jedoch leider erhebliche Mängel bzgl. Der Abisolierung, die keiner TÜV Norm entspricht, in Form einer plötzlichen Schockentladung durch meinen Körper zum Vorschein.“
„Ich habe gerade in eine Steckdose gefasst und lebe noch – wie geil ist das denn!!!“

Irgendwann kommt dann auch der Zug und die 1,5h Fahrt nach Narvik verlaufen bei mittelschlechtem Wetter (grau, diesig) recht Ereignislos da tendenziell schlafend.
In Narvik angekommen springt der ganze Zuginhalt wie durch Kommando auf den Bahnsteig und entert die Bahnhofshalle, die mit nur einer armen Seele besetzt ist.
So dauert es auch etwas, bis wir zu unserer Info kommen. „Wo gibt es denn hier n BurgerKing?“ und so Nebensächlichkeiten a la „Wie kommen wir auf die Lofoten?“
BurgerKing gibt es mal wieder nicht, aber dafür ein Speedboat mit Studentenrabatt. :grins:
Wir bekommen eine Karte von Narvik, in die er uns sogar noch den genauen Weg zum Hafen einskizziert und machen uns auf den Weg.
Zwischenstopp machen wir im Einkaufszentrum, wo wir nach unserer frühmorgendlichen Mampfaktion erstmal wieder die Vorräte aufstocken müssen und tatsächlich einen Händler für MiniDV Bänder finden.
Weiter geht’s gen Hafen, wo wir an einer ortsansässigen Tanke noch ein wenig BurgerKing Substitut zu uns nehmen, bevor es aufs Schiff geht. Schiff mag hier leicht hochgestapelt sein – um die 20m ist es lang und macht einen teils etwas runtergekommenen Eindruck. Sorgen mache ich mir allerdings keine – die Norweger, ihre Schiffe und Sicherheitsstandards zählen wohl zu den besten der Welt. Also ab unter Deck, wo wir 15€ pro Person für 3,5h Speedboat Fahrt zahlen. Das kann sich sehen lassen!?
Es geht recht bald los und sofort nachdem wir die Hafenbereiche von Narvik verlassen haben, legt der Herr Kaläu auch die Hebel auf dem Tisch. Das gute Stück macht tatsächlich mächtig Dampf – Bug Hoch, Heckfontäne und schon bald ist die Gleitphase erreicht.
An der Tür nach draußen steht ein dickes Schild: „Under no circumstances leave the cabin during the journey“ – mhm fragen kann man ja trotzdem mal denk ich mir und tatsächlich: Wir werden rausgelassen.
Wir flitzen mit geschätzten 35 Knoten über den Nordatlantik Richtung Lofoten und halten uns dabei mächtig an der Reling fest, um nicht selber über Bord zu flitzen.

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Der Wind ist eiskalt und wirbelt alles weg, was nicht niet und nagelfest ist.
Die ersten Wellen setzen ein und unser Herr Kapitän sieht überhaupt keinen Grund die Geschwindigkeit zu reduzieren, sodass das Boot knallt und scheppert wenn es in Wellentäler fällt.
Ich entere die „Brücke“ und frage ob der Geschwindigkeit nach der Motorisierung: „It’s a german engine. Two of them to be precise. 6 cylinder intercooled turbo diesel with 1000hp each“
Nice :cool:

Drinnen lernen wir zwei Holländerinnen kennen, die eine größere Skandinavientour inkl Finnland machen. Die eine schläft sofort ein, die andere will Sport studieren, um dann als Ausbilderin beim Militär oder in Schulen zu arbeiten…anfangs gibt sie sich noch vollkommen locker, ob der stampfenden Schiffsbewegungen, doch das ändert sich, als wir den Schutz der vorgelagerten Landzungen verlassen und die Nordatlantikwellen aus West-SüdWest ungebremst direkt auf uns zurollen.
Ich bin sehr froh auf einem Gleiter zu stehen. Da gehen solche Wellen zwar auf die Gelenke, aber nicht auf den Magen, denn Geschwindigkeit nimmt der Gute nicht zurück. Zunächst langgestreckte, dann immer kürzere Wellen mit Höhen um 3m werden einfach durchheizt.
Ganz getreu dem Motto: Das Boot wird’s schon halten!

Die Sonne kommt raus und Pempi und ich haben auf dem Deck, das einer BullRidingMachine gleichkommt Höllenspaß. Mittlerweile müssen zwei Hände und gespreizte Beine zum festhalten her, sonst hauts dich um.

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Bei besonders großen Wellen bohrt sich der Bug nach dem Freifall ins Tal regelrecht in die nächste Welle und das Boot knarzt und ächzt während wir fast vornüber kapeister gehen.
Nun stößt auch die Holländerin zu uns und bleibt auch während der restlichen Fahrt oben obwohl es anfängt zu regnen und das Klima an Deck eher unangenehm gestaltet. *gnaha*
Nichtsdestotrotz ist die Lofotwand auch bei diesem Wetter eindrucksvoll. Majestätisch erheben sich die schroffen Felsen fast senkrecht aus dem Wasser.
Nach ziemlich genau 3,5h erreichen wir dann auch Svolvaer und genießen, nicht bevor wir einen Waalbeobachtungskutter abdrängen, eine malerische Hafendurchfahrt und landen schließlich wohlbehalten auf dem Pier, wo sich uns als erstes die elementarste Frage aufdrängt. Die Philosophische Urfrage: „Wo ist hier n BurgerKing?“
Die Antwort war nach dem Prinzip der reinen Vernunft schon fast a priori antizipierbar ^^
Als nächstes folgt eine von Pempis typischen nonverbalen Gefühlsäußerungen: „Uuuaaäääargh“
„Was’n los?“
„Guck mal meine Hose an, da ist irgendwas glibberiges, bäh, alles voll, is ja eklig“
Lol und tatsächlich. Alles was er aus seiner linken Hosentasche holt ist mit einer schleimigen bräunlichen Sabsche überzogen, die sich auch langsam von innen nach außen durch das G1000 durchdrückt. Nach dutzenden Objekten wie…Leatherman, Portmonnaie etc kommt der Übeltäter zum Vorschein….Betaisodonna Creme :hahaa:
Der Gute hat die Creme seit der letzten Benutzung in Abiskojaure (naja ok das war gestern) in seiner Hose gehabt und anscheinend die Verpackung über ihre Belastungsgrenze strapaziert. Gnaha Schadenfreude ist was schönes :baetsch:
Nach provisorischem Abwischen folgen wir den Mädels in die Turistinformationer wo erstmal die Frage nach dem BurgerKing wiederholt wird. BK gibt’s nicht, aber irgendeinen lokalen Griller. Wir kriegen eine Karte, wo sie uns den Laden und einen hübschen Campground einzeichnet. Versprochen wird uns ein Streifen Grün zwischen Steinen und Fischkuttern. Schwer romantischer Ort. Also verabreden wir uns für heute Nacht mit den Mädels dort und wollen uns gerade auf den Weg zum Griller machen, als mir was dickes weißes ins Auge fällt. Nope, keine Möwenkacke. Ne Hurtigrute :)
Also hin gestratzt und erstmal von unten angeguckt. Schon kein kleines Schiffchen so. Scheinbar sind alle Passagiere bereits von Board und so wagen wir einen Blick in die Hauptluke. Es ist niemand da, der uns aufhalten würde und im Geheimen wollte ich immer schon mal so ein Schiff von innen sehen (hatte mal geplant im Winter mit einer zu fahren…)
Wir gucken uns kurz an und eigtl ist sofort klar, dass wir da rein müssen. Also Hop, keine falsche Scheu. Drinnen kommen wir dummerweise direkt an der Rezeption heraus, wo wir von einem Leutenant etwas schief angeguckt werden.
„Yeah well, hi. Öhm we’d like to have a look inside if it’s possible. You know, we’ve been planning a trip and It would be quite cool…!?”
“Sure, no problem. Here you go: A visitors card”
Öööhm…
Das ging ja jetzt fast ein wenig zu einfach denken wir uns als wir mit vermatschten Stiefeln und kompletter Hikermontur im wurzelhölzernen goldumrahmten Fahrstuhl die Wahl zwischen Panorama lounge, Sonnendeck etc haben. :cool:
Wat solls. Wir laufen einmal quer durchs Schiff, müssen aber leider feststellen, dass auch die Hurtigrute kein BurgerKing an Board hat ;)
Besonders schön sind die Blicke der Rentner, die bei 25° ihren Tee mit Keksen in der geschniegelten PanoLounge einnehmen, als wir einmal quer durch marschieren :bg:
Haben wir das also auch mal erlebt. Jetzt aber fix zum FastFood Laden. Pempi nimmt die Karte ansich was natürlich prompt dazu führt, dass wir uns in der Millionenstadt Svolvaer und ihren 5 Straßen verlaufen.
Als wir den Laden endlich gefunden haben, stehen wir vor der Auswahl: Burger für 10, 12 oder 14€ … oder einfach nur Pommes mit Fleisch. Sowas geht dann in Hamburg als Pommdöner durch – kostet aber auch nur ein Fünftel.
Die Bedienung spricht quasi kein Englisch, was uns sehr erstaunt, da wir doch aus Schweden perfektes Englisch gewohnt sind. Generell scheint es aber in Norwegen deutlich weniger ausgeprägt zu sein.
Die Zubereitung des FASTFoods dauert so seine 10 Minuten, was mich auf die Idee bringt die gute Frau nach ihren Empfehlungen für eine CampSite auszufragen bzw. ob es Möglich sei auf das Svolvaergeit zu steigen. Oh mein Gott was habe ich losgetreten. Das gute Ding, total überfordert mit der Frage und der Antwort in Englisch hört nichtsdestotrotz gar nicht mehr auf zu reden. Viel verstehen tue ich nicht. Nicken und lieb gucken kommt aber immer gut an denke ich mir. Sie scheint es eher als: „Rede bitte weiter“ aufzufassen und redet und redet und redet und ich verstehe immer weniger. Zum Glück sind bald unserer Burger fertig und ich hab n Argument sie abzuwürgen. Puh.
Lecker sind die Burger aber auf jeden Fall. Dem direkten Vergleich mit BurgerKing sind sie zwar nicht gewachsen, aber ein wenig Abwechslung ist ja auch mal nicht so schlecht. Außerdem sind sie noch richtig handgemacht.
Nach vollzogenem Essen geht’s auf gen Norden zum designierten Treffpunkt mit den Mädels.
Wir finden hier jedoch weder n hübschen Platz, noch irgendwelche Mädels. Tatsächlich sind wir in einem Villenvorort von Svolvoaer angelangt. Prächtig weiße Häuser mit gepflegten Gärten und jeder Menge Trampoline im Garten.
Tjoar nun ist guter Rat teuer. So viel Lust zu laufen habe ich nimmer also suchen wir uns einen klenen Fleck Grün auf einem Minihügel zwischen zwei Häusern und schlagen dort unser Zelt auf ;)
Das ist mal etwas völlig anderes. Hier kann man nicht mal eben so ne 90° Drehung machen und lospinkeln…Quasi der totale Stress für uns. Dazu der ganze Lärm der Stadt – wir sind audiovisuell überfordert und außerdem muss ich mal…Shit, kannst ja nicht einfach mal bei den Eigentümern anklopfen und fragen, ob du kacken darfst…Mache ich jedenfalls nicht. Lieber schnell einschlafen und Probleme vertagen – Gute Nacht.

Symion
28.09.2007, 09:30
Weiter, weiter, weit :bg:

libero
02.10.2007, 00:41
tatsächlich großartige sache, der bericht, um mich mal in die reihe der lonhudeleien einzureihen! ;-) bin schwerst gespannt wies weitergeht!

Der Entenmann
02.10.2007, 11:31
Sehr geiler thread bis jetzt, und der Trailer lässt auch auf mehr hoffen :)

Also, wenn du jetzt plötzlich daherkommet, und einfach so die nächste Folge postest... ich würd mich echt nich wehren!

hikingharry
02.10.2007, 12:03
Also, wenn du jetzt plötzlich daherkommet, und einfach so die nächste Folge postest... ich würd mich echt nich wehren!

Ich freu mich auch schon auf den nächsten Teil. :D

Gruß hikingharry

BubiBohnensack
03.10.2007, 00:33
ok, dann poste ich einfach mal so ohne Gegenwehr:

7.8.2007

Wir nehmen um 9:00 den Bus nach Leknes (I pfui schon wieder so früh aufstehen). Hier fährt der Bus nach kurzem Aufenthalt weiter bis zu einem Örtchen, dessen Kuriosität schon im Namen steckt: A just plain A. Ausgeprochen wie eine Mischung aus A und O.
Dort kommen wir um 12:30 an, nachdem uns ein forscher Busfahrer einmal in Rekordtempo über die halben Lofoten gefahren hat. Bremsen? Für Kurven? Wofür hat man denn die Hupe – dann kann man gleich mal zwei Spuren nutzen…Pempi verschläft 90% der Fahrt mit seinem berühmt berüchtigen PowerNapping und brabbelt nur bei kurzen Wachphasen immer mal wieder was von „beeindruckend“ und „hammer“.
In A angekommen sind wir von der Zivilisation richtiggehend geschockt. Der kleine, ansich recht malerisch-verträumt-pittoresque Ort erstickt an Busladung über Busladung, die hier zumeist aus Deutschland und Italien ankommen. Wie Lemminge wuseln die Touris durch die Gassen und knipsen und filmen ohne Gnade alles was ihnen vor die Linse kommt. In dem kleinen TanteEmma Laden des Ortes wurden wir dann auch Zeuge einer fast unaussprechlichen Grausamkeit, die uns schlussendlich den Impuls dazu gab den Ort schnellstmöglich wieder zu verlassen. „Erna, hast du das gesehen – hier sind die Äpfel aber 12 Cent teurer als beim Aldi“
O…M…G…!...!...!
Wir informieren uns nur noch schnell über Bootsmieten: „jo könn ihr habe für tösend die größä und sechsisch de klene“ – ah ja. Die Globalisierung demonstriert am Beispiel eines kleinen Fischerdörfchen am äußeren Ende einer Inselgruppe im Nordmeer: Das Bootverleihmonopol liegt bei einem Landsmann aus Dresden.
In der Jugendherberge erfragen wir den Weg zur Stockvikka. Ich hatte mich ja vorher schon informiert über Wander bzw besser Kletterwege, aber wir haben weder Karten noch wissen wir wo es losgeht. Also ist ein wenig Hilfe vom lokalen Dienstleister nicht schlecht.
„An den Busladungen vorbei unterm Stockfischgestell durch und rechts bleiben…“
Das Wetter könnte besser nicht sein – 20+° keine Wolke am Himmel und eine sanfte Brise.
Wir finden den Beginn des Pfades und beschließen nach 10min erstmal ein Päuschen am See einzulegen. Es ist sowieso irgendwie Mittagszeit und überhaupt…wir haben genug Zeit.
Aus dem Kaffepäuschen wird schnell eine Müslipause dann eine Turmat Pause und dann noch eine Turmat Pause gefolgt von Kaffe und in der Sonne rumliegen. Direkt am klaren See liegen wir auf den warmen Steinen und es geht und mal wieder so richtig gut. Der Trubel von A ist hinter dem letzten Hügelchen versteckt und alles was wir hier hören sind die Möwen.
Aus 20min Pause sind 4h Klönen und Sonnen geworden, als wir uns entschließen die Gunst der Stunde (Wasserzugang, Top Wetter) zu nutzen, und unsere Sachen zu waschen. Gesagt getan – jetzt müssen wir uns erstmal wieder erholen ;)

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Die menschliche Gardena Kreiselpumpe


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Eine Coolness, die nur Mustang Fastback Fahrer ausstrahlen können ;)


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...ihm fehlt Benzin...jede Menge Benzin


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Meine Wenigkeit...


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...und nochmal weil es so schön ist

Auf ein kleines, mittelschweres, großes Malheur bei der Abfahrt gehe ich jetzt ohne ausdrückliche Genehmigung des Pempis nicht weiter ein…gnaha ich werds nie vergessen :bg:
Weiter geht’s. Der Weg erweist sich als äußerst matschig, was man bei dieser Landschaft mal so gar nicht vermutet und wohl auch selten vorkommt. Anscheinend hat der Regen von gestern so einiges aufgeweicht. Egal. Irgendwann steigt unser Pfad den Berg zur linken hinauf an und wird mit jedem Meter bedeutend einsamer. Wir sind ein wenig verwundert, warum 99% der Leute scheinbar ab einem gewissen Punkt nach 15min der Wanderung aufgeben und kämpfen uns weiter. Kämpfen ist hier im wahrsten Sinne des Wortes der richtige Ausdruck. Es geht auf äußerst engen, glatten, von Moos bewachsenen Graten vorbei an überhängenden Felsformationen. Trekken ist das hier nicht mehr. Wir brauchen durchgängig alle viere, um weiter vorwärts zu kommen, bis wir schließlich ungläubig vor einer quasi-senkrechten Wand stehen. Es ist zu erkennen, das mal jemand auf die Idee gekommen ist da hochzukraxeln aber ein kurzer Blick an der Wand hinab (8-10m enge Schlucht) lässt selbst bei uns arge Zweifel aufkommen. Der Stein ist nass, wir haben 20kg auf dem Rücken und Bauchtaschen vor der Brust. Pempi wagt sich schließlich doch an die Kletterpassage, die im Endeffekt nur um die 3m hoch ist…und schafft es. Oben schmeißt er als erste Amtshandlung die Kamera an, verkündet der Welt, dass er überlebt hat und filmt mich beim Aufstieg.
Das war schon eine selten dämliche Geschichte, inbesondere wenn man mal die Todesfälle auf den Lofoten im Hinterkopf hat, die –so denke ich mir- bei genau solchen Situationen eintreten. Naja drauf geschissen, wir sind ja nicht tot :) sondern klettern stattdessen weiter an der Felswand entlang bis ich bei einer kurzen Verschnaufpause (mittlerweile gute 200Hm über dem See) unten direkt am Ufer zwei Punkte entdecke, die sich bewegen. Ein genauerer Blick offenbart außerdem…Holzbohlen…
Aha – das lässt zwei Schlüsse zu: a.) Wir haben den falschen Weg genommen b.) unser Weg ist cooler.
„Be sure to stay on the right side…“ Ja öhm – damit meinte der JH-Wart wohl „am See bleiben“.
Egal – dieser Weg hier ist pures Abenteuer und Adrenalin. Als wir schließlich gegen Ende des Sees wieder von unserem Höhenweg absteigen zittern die Knie. Der Körper verliert mit Erreichen von halbwegs humanem Terrain auf einen Schlag seine Spannung und prompt mault sich Pempi n paar Mal hin. Naja, ich würds hier mal nicht auf nachlassende Kräfte schieben…Schließlich macht er das eigentlich ständig :baetsch:
Trotz unseres kleinen Abstechers sind wir beide noch fitomat und beschließen den Stockvikka Pass anzugehen. 400 Höhenmeter über doch recht steiles Gelände mit auf großen Strecken guten 100% Steigung. Da wir vermuten, dass man oben auf dem Grat nicht zelten kann bedeutet diese Entscheidung, dass wir heute noch bis zur Stockvikka laufen oder zumindest den Abstieg auf der anderen Seite machen, um irgendwo einen Zeltplatz zu finden.

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Da müssen wir rüber

Wird scho klappen mit den Kräften. Auf geht’s. Bzw…nein. WO geht denn der Weg lang? Es scheint ein paar Möglichkeiten zu geben, die nicht annähernd in der gleichen Richtung laufen und schon gar nicht über den gleichen Pass. Eine Karte wäre vielleicht hilfreich (jaja ich weiß. Unverantwortlich. Schlechtes Vorbild,…) Ene Mene Muh – der rechte Weg hat gewonnen.
Oh ja. Ein wenig anstrengend ists schon so. Nach recht kurzer Zeit überwinden wir die Straugrenze und kämpfen uns weiter bergan. Hinter uns kommt irgendwann wieder A in Sicht. Mittlerweile laufen wir im Schatten – die Sonne geht genau auf der gegenüberliegenden Seite des Passes unter. Daher dränge ich auch ein wenig vorwärts und höre von hinten nur noch Fluchen und Stöhnen. Nach 400Hm und 10xE^100 Herzschlägen pro Minute erreiche ich den Pass (so 3m breit und auf beiden Seiten derart steil) und trete Out of the dark and into the light. So ein Erlebnis scheint Falco auch mal gehabt zu haben. Es ist absolut überwältigend. Hier, auf der Höhe ist Tag, die Sonne wärmt und mir fällt auf, dass mein Hemd keine Schweißflecken aufweist – sondern sehr vereinzelt gestreute Trockenflecken ;) Außerdem bläst mir hier eine steife Brise von Norden her entgegen, die auf der Aufstiegsseite durch vollkommene Abstinenz glänzte.
Oben stoße ich dann auch erstmal den Vincentschen Urschrei aus und beobachte wie sich Pempi in den nächsten paar Minuten von unten nähert.
Die letzten Meter nimmt er auf Band auf und bei Erreichen der Spitze ertönt plötzlich von über uns leises Klatschen. Völlig verdutzt gucken wir uns um und entdecken tatsächlich rechterhand auf dem weiteren und höheren Verlauf des Grates ein Zelt mit zwei Menschleins davor.


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Erstmal gibt’s n Foto und Videodreh, dann wurschteln wir uns ohne Rucksäcke wie junge Gämsen den Weg hinauf.
Er ist aus NewZealand und sie aus Österreich. Sie sind mit einem Daypack bestehend aus Futter und Zelt hier oben und genießen die grandiose Aussicht vor dem Zelt auf dem Grat, der gerade mal n Meter breiter ist als die Zeltplane. Wir sind aufrichtig neidisch und überlegen kurz zu kapern. Sie erweisen sich jedoch dank diverser Wanderführer als nützlicher alive und die Touren der nächsten Tage konkretisieren sich.
Schnell werfen wir noch ein Müsli ein und machen uns dann auf den Abstieg gen Norden.
Der verkieselte Weg oben ist rutschig und der vermatschte Weg weiter unten ist glitschig. Wie es Pempi dabei ergeht sollte mittlerweile wohl jedem klar sein ;)
Unten am See angekommen ergötzen wir uns am frischen Wasser und machen uns nach kurzer Rast weiter zur Bucht an der Küste.
Mittlerweile ist die Sonne untergegangen (Ja, wir sind fortgeschritten im Zirkel des Jahres) und es ist ungewohnt dunkel in dem Tal. Der letzte Teil am See entlang kann ja jetzt nicht so schwer sein – weit gefehlt.
Der Regen hat den ausgetretenen Pfad über die Steine weggewaschen oder zumindest so brüchig gemacht, dass er keinen Menschen mehr trägt. Wegen des ganzen Gestrüpps und der Lichtsituation ist kaum auszumachen wo wir hintreten, was 2x dazu führt, dass einer von uns bis zur Brust einbricht…Mit den Kräften sind wir jetzt auch so ziemlich am Ende und so gerät dieses Wegstück zur Tortour. Wegen des entfallenen Weges stehen wieder einige haarsträubende Klettereien an, die zwar nicht unbedingt lebensgefährlich sind, aber doch den Urlaub auf einen Schlag beenden können. Am tollsten finde ich mit 30° geneigte, glatte Felsflächen 5m über dem See auf denen vor Wasser glitzerndes Moos wächst…super!
Wir wurschteln uns weiter – aber Spaß macht das nicht mehr. Wir haben überall Kratzer von Notgriffen und die Gelenke schmerzen vom ständigen Einbrechen in Löcher oder Umknicken an lockeren Steinen.
Schlussendlich erreichen wir das Ende des Sees von wo aus wir einen schönen Blick auf die etwa 50Hm unter uns liegende Bucht Stockvikka haben, deren Strand das eigentliche Ziel unserer Reise ist. Ein einsamer toller weißer Sandstrand sollte es laut einigen Publikationen sein…was wir hingegen sehen ist ein kleiner Streifen Kies, der gnadenlos von der Atlantikdünung bearbeitet wird und oberhalb ein Nazi Bunker.
Doch nicht der geeignete Zeitpunkt, um Pempi einen Heiratsantrag zu machen – so ein Ärger :bg:
Aber egal, hier oben ist die Sicht toll. Hinter uns der See und der Pass, links und rechts die steilen Wände des Tales und vor uns das weite Nordmeer. Hier bleiben wir.
Eine moosige, aber trotzdem trockene Stelle ist schnell gefunden und wir machen uns fix dran das gute Stück aufzubauen und den Kocher anzuwerfen.
Es ist immer wieder ein überwältigend schönes Gefühl nach einem kacke-anstrengenden Tag körperlich ausgepowert und zu keinem Schritt mehr fähig im Windschatten des Zeltes eine große Portion Müsli und Spaghetti zu futtern, sich danach in die Fleeceunterhosen und Isojacken zu stopfen und den Tag noch einmal revue passieren zu lassen, um sich dann in die Daunen zu wälzen und Gute Nacht zu sagen (letzteres entfällt bei Pempi - der knackt schon vorher ein)

PS: Bevor jetzt hier die großen Fragen losgehen - wir sind nicht schwul und der Partnerlook ist rein pragmatischer Natur (billisch bei Globi) ^^

Magonline
03.10.2007, 02:46
Diesen Reisebericht zu lesen macht einfach nur Spaß.

Tolle Fotos, super geiler Trailer, keine noch so schmerzhaften Kleinigkeiten ausgelassen.

Bin erst seit kurzer Zeit in diesem Forum, aber schaue jeden Abend nach einem neuen Eintrag eurer Tour.

Von mir gibts ganz klar verdiente 5sterne.

Michael

rumtreiberin
03.10.2007, 09:27
Was für eine angenehme Überraschung - kurz nach Feierabend heut früh nochmal ins Forum geguckt und da stand die Fortsetzung als hübsche Gutenachtgeschichte. Ich hatte schon länger drauf gelauert. Macht Spaß! Weiter so!

Sam
03.10.2007, 19:59
Feine Poser-Fotos :bg:
Weiterhin ein toller Bericht.
Welche Hüte von Fjällräven habt ihr da?

Jaerven
03.10.2007, 21:34
Sehr schön.
Poser- Fotos stimmt, aber gute... :grins:

Peter

Nammalakuru
03.10.2007, 22:01
Sehr schön.
Poser- Fotos stimmt, aber gute... :grins:

Peter

Richtig. Dazu muss man erst mal fotogen sein. Ich versuch das ja auch immer mit dem posen ... das Ergebnis ist aber immer erschüttert. Verdammt! :motz:

Besonders dieses hier ist nett:

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag8/3.jpg

Nam

Jaerven
03.10.2007, 22:09
ja... aber es fehlt noch mehr Bartwuchs. Dann wäre es perfekt :bg:

Peter

BubiBohnensack
03.10.2007, 23:43
hrhrhr - na klar, posen muss auch mal drin sein :)
Es lief inoffiziell unter: "Globetrotter Katalog 2008" :)

PS: Später in der Nacht habe ich mich noch mal zum Pass hochgeschlichen - da kam doch tatsächlich n verrückter Landrover Fahrer an und meinte den Trail als Teststrecke für seinen neuen Defender nutzen zu müssen:

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag8/fun.jpg

kuhtreiber
04.10.2007, 09:11
:bg::bg:

Klasse! (photoshop mach möglich!)

Sam
04.10.2007, 09:17
Hey, die Fotos sind wirklich gut!

Handelt es sich bei den Hüten um "Fjällräven Hatfield Hat"?

BubiBohnensack
04.10.2007, 09:28
Jup - qualitativ übrigens nicht so der Bringer: Die Schnur ist gleich in der ersten Woche gerissen und diente fortan als Gummibandersatz für das Topfset ;)

Onyx
04.10.2007, 09:53
Das war mal wieder ganz großes Kino :D


So ein bischen gepose ist doch Ok
http://www.sniperfans.org/wcf/images/smilies/pump.gif

Pempi
04.10.2007, 10:50
...wenn ich das so lese...

Gibts ne Liste auf der steht wie viele Müslis wir uns in der Zeit reingedrückt haben? Inzwischen liegen wir doch sicher bei 3/Tag :popcorn:

Der Entenmann
04.10.2007, 11:15
Ah, der andere Schuldige ;)
Och, son Bisschen Müsli geht doch... wenn irgendwann der Hüftgurt vom Rucksack nich mehr zu will, sollte man aber anfangen sich sorgen zu machen!

BubiBohnensack
06.10.2007, 03:35
8.8.2007

Am nächsten morgen träumt Pempi vom DDay – die nahe Dünung, der Nazi Bunker und das extrem laute MG42 direkt neben dem Zelt –STOP- MG42 auf den Lofoten?
Vorsichtig ein Äuglein auf.
Auge an Hirn: Brauch Verstärkung.
Zweites Auge auf.
Hirn an Sehnerv: Raport!
Sehnerv an Gehirn: Das Zeltdach wackelt.
Gehirn an äußere Augenmuskeln: Glubschis schwenken!
Sehnerv an Gehirn: Die Apsis flattert, bebt und fliegt hin und her.
Gehirn an Sehnerv: Gute Arbeit. Ursache entdeckt. Augen schließen.
[10min später]
Trommelfell an Gehirn: Zu Hilf, mich zerreißts gleich
Gehirn an Sprachorgan: Vincent wecken. Soll der sich drum kümmern…

So in etwa deute ich aus Amateursicht die Vorgänge in Pempi – ansich schlüssig. Vielleicht reichts ja für den nächsten Nobelpreis. Insbesondere auf dem Feld der Oneirologie liegt noch einiges im Dunkeln…

Fakt ist: Dat is ganz schön laut. Tatsächlich so laut, dass wir Hardcorechiller und PowerNapping-Meister das Problem nicht verdrängen können.
Gestern Abend haben wir uns mal jegliche Verankerung gespart und über Nacht scheint der Wind ganz massiv aufgefrischt zu haben, sodass das ganze Zelt einen auf Anfall macht und mit Mörderlautstärke in allen Tonhöhen Beats von sich gibt.
Ach Gott, dann stehen wir halt Ausnahmsweise mal nicht erst zu einer Zeit auf, wo viele andere bereits ihr Nachtlager suchen. Draußen fällt sofort auf, dass es tierisch warm ist. Trotz des doch sehr wie der Schwede so schön sagt blasigen Windes ist es Topless bzw mit Shirt super angenehm und der Zeltabbau führt bereits zu ersten Transpirationserscheinungen. Wir schätzen die Temperaturen einstimmig auf knapp unter 30° was allerdings vollkommen daneben sein könnte, da wir in der letzten Woche gelernt haben, wie schnell sich der Körper tatsächlich auf Temperaturen einstellt. Wie auch immer: Warm ist es. So warm wie noch nie in diesem Urlaub. Wieder ist kaum eine Wolke am Himmel und ohne den Wind wäre es richtiggehend unangenehm.
Los geht es also auf den Weg zurück. Bei Tage ist der Weg etwas leichter zu gehen. Auf der anderen Seite treten jetzt einige haarsträubende Passagen zu Tage, über die wir gestern einfach so rübergestolpert sind.
Die Sonne macht den anschließenden Aufstieg auf den 406 Meter hohen Pass nicht gerade zum Zuckerschlecken. Inbesondere auch der matschigen Pfad, in den man immer wieder tief einsinkt oder wegrutscht macht es nicht eben leicher. Pempi steht vor der totalen Resignation und auch mir grauts – allerdings mehr vor dem Wiederabstieg auf der anderen Seite, der meine armen Knie immer etwas übers Limit belastet.
Ich höre Pempi immer wieder irgendwas von: "warum tue ich mir das an" nuscheln, und bin äußerst froh darüber selber gut im Training zu sein. Doch der gute hält durch und erreicht schließlich mit scheinbar allerletzter Kraft die Passhöhe, von der wir nach 10 Minuten Pause in der anderen Richtung wieder absteigen.
Auf dieser Seite weht überhaupt kein Lüftchen mehr, die Sonne hingegen ist schon so weit rumgewandert ist, dass sie die ganze Zeit auf unsere Rüben brennt. Die Luft steht und ich sende Dankgebete gen Himmel, dass wir hier im Norden sind und nicht bei gleichen Temperaturen in Südeuropa, wo sich zu Staub und Dreck auch noch jede Menge Industrieabgase hinzugesellen würden. Hier ist es einfach nur zu warm.
Doch irgendwann kommen auch wir unten an und dort wo wir ankommen befindet sich auch sofort der klare See an dessen anderen Ende wir gestern Nachmittag unser Fotoshooting hingelegt haben (1).

Da ich auf der kompletten Etappe heute kein einziges Foto geschossen habe, versüße ich den Bericht mal mit einem Bildchen vom Aufstieg gestern, um mal ein wenig die Lage zu erklären:
http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag9/1.jpg

Hier gibt es auch einen pittoresquen Sandstrand (3). Ich bin schon gewillt den Ort zu einem veritablen Badesee auszurufen, als ich den ersten Schritt ins Wasser wage und Bekanntschaft mit dem Gefühl mache von tausenden Nadeln in die Treterchens gestochen zu werden. Scheiß die Wand an ist das kalt. Der Temperaturgradient ist natürlich an heißen Tagen wie diesem hier noch krasser, aber auch einreden a la: „Das wirkt nur so kalt, weil es draußen heiß wie selten ist“ bringt nichts. Weiter als bis zum Knie kommen wir nicht rein. Stattdessen machen wir uns bis auf Shorts nackisch und hauen uns auf den schönen Sand zum Nickerchen. Die Sonne brennt unerbittlich aber eine ganz sanfte Brise über dem Boden gestaltet den Aufenthalt äußerst angenehm. Entspannung pur. Nach langer Zeit lässt Pempi dann auch mal zur Abwechslung den Vernünftigen raushängen und appelliert ans Sonnenbrandbewusstsein. Also machen wir uns langsam wieder fertig, was so leicht gar nicht ist. Denn Rucksacktragen mit Sandkörnern auf der Haut kommt nur suboptimal. Irgendwie ist der Sand jedoch recht widerwillig, sodass es einige Zeit braucht alles weich wie n Babypopo zu kriegen.
Der Weg hier unten am Wasser entlang ist dann auch in no time gemacht (2 ist gestriger Kletterpfad) und so stehen wir gegen Mittag wieder in A – umgeben von Italienern mit Foto und Videokameras immerhin aufgelockert durch ein paar deutsche Rentner. Im Tante Emma Laden kaufen wir schnell noch Äpfel, Pflaumen, Tomaten, Findus Bauernpfanne und jede Mänge Fruchtsäfte ein.
Wir sind uns einig, dass eine Dusche heute Abend eine tolle Sache wäre. Zum einen sind wir gestern und heute einmal vollkommen durchgeschwitzt gewesen, außerdem hängen noch an allen möglichen und unmöglichen Stellen Sandsteinchen rum.
Das YouthHostel bietet neben einigen kleinen Zimmern auch reguläre Rorbuer an. Doch den Luxus einer renovierten Fischerhütte können wir uns bei bestem Willen nicht leisten.
„Do you want a Rorbu or do you prefer the youthhostel?“
“How much is it?”
“Youth Hostel is 180 p.P. Rorbu is 900”
“Well, considering our budget, we will stick to the hostel”
“Ok, I’ll give you a Rorbu anyhow. We don’t have any rooms left at the Hostel. It’s for six persons, so you probably have to share it with others to come.”

Hey, coole Sache. Jeder, der schon einmal in einem modernen Rorbu genächtigt hat kann bestätigen, dass diese vollausgestatteten, sauberen ehemaligen Fischerhütten das Ultimativste an Komfort darstellen, was hier oben zu bekommen ist. Große Bäder mit modernen Garnituren, heißes Wasser, mit dem nicht zimperlich umgegangen wird. Und natürlich der große Aufenthaltsraum mit vollausgestatteter Küchenzeile, Esstisch, Stühlen, Wohnzimmer mit Fernseher und Polstermöbeln etc etc. Das ist Luxus pur. Wir suchen uns also erstmal eines der drei Doppelzimmer aus und machen uns breit. Darauf folgen zwei sehr sehr lange Duschen bis es schließlich an die Bauernpfanne geht.
Diese Findus Bauernpfanne, das muss hier mal gesagt werden, ist im übrigen eine superleckere Erfindung und es ist mir schleierhaft, warum es sie nicht auch in Deutschland zu kaufen gibt. Zum ersten mal habe ich sie 2005 in Norwegen gegessen. Das nächste Mal dieses Jahr auf Island und jetzt endlich wieder. Sie ist jedes Mal ein Hochgenuss und gemessen an der 750g Portionsgröße geht der Preis von 8€ für norwegische Verhältnisse mehr als durch.

Während ich also den Fortschritt der Braterei bewache, geht Pempi zum Fred aus Dresden und macht für den nächsten Tag ein Motorboot klar.

Nach der wieder einmal herrlichen Pfanne hauen wir uns in die Betten und chillen einige Zeit herum. Der Komfort, den dicke, weiche Matrazen bieten wird leider im alltäglichen leidlich unterbewertet. Ihren wahren Wert kann man erst erfahren, wenn man ansonsten über Steinen und Wurzeln auf einer 1cm dicken Therm-A-Rest zu pennen hat.
Es geht uns kurz gesagt wieder einmal perfekt.
Gegen Abend raffen wir uns noch einmal auf, um die einlaufenden Angler mit ihren enormen Fängen zu begutachten. A scheint mittlerweile kein Geheimtip mehr zu sein. Hier direkt am Moskenestraumen werden Unmengen Kapitale gefangen und dann direkt im Hafen zerlegt, was ich immer wieder sehr interessant finde. Darunter ist diesmal u.A. ein fast mannshoher Heilbutt.
Wir kommen mit einem Angler aus Düsseldorf ins Gespräch, der mir durch seine verantwortungsvolle und respektvolle Herangehensweise an die Angelei, die Fische und das Ökosystem sehr positiv auffällt.
Wir unterhalten uns lange über Fanggründe und Anglerethik mit ihm, während er uns erklärt, wie man Dorsch idealerweise filettiert, wie man Würmer erkennt, rausschneidet etc etc. Er ist eine Woche zum Angeln hier oben und hat für die ganze Zeit ein Motorboot, auf dem er von morgens bis abends draußen ist. Er rät uns unglücklicherweise davon ab morgen ein Boot zu mieten, da das Wetter sehr schlecht werden soll und tatsächlich zieht sehr schnell Nebel auf und bald sind die umliegenden Berge nicht mehr zu sehen. Unser Plan erlaubt jedoch nur morgen ein Boot. Wir hoffen auf’s Beste.
Früher hatte ich außerdem immer eine Meeresangel dabei, was bei diesem Urlaub nicht so direkt der Fall ist. Ich bin richtiggehend ein wenig traurig, dass ich auf den Lofoten bin und kein einziges Mal nen Pilker ins Wasser bringen kann, als ich von meinem Vater am Telefon den Tip bekomme, dass es in vielen kleinen Läden hier kleine Haspeln gibt, die inklusive Köderschnur für 100 Nkr weggehen.
Bevor es also hoffentlich morgen aufs Boot geht, werden wir uns die wohl noch besorgen - Inbesondere weil Pempi noch nie im Leben eine Angel in der Hand hatte, geschweige denn einen Fisch.
Nach dem langen langen Weg (10m) zurück zu unserer Rorbuer geht es erneut unter die Dusche (jaja man muss es ja schon ausnutzen gell) und schließlich in die Heia.

____
Morgen gibts wieder einen Bericht mit Fotos

PS: 13.000 Wörter, 18 Seiten bei 10pt - Ich glaub ich mach mir n Bilderbuch draus :)

Rainer Duesmann
06.10.2007, 07:12
Fetten Respekt!
Ich bin beeindruckt von der Schreibe als auch von den Fotos!

Vielen Dank,
Rainer

BubiBohnensack
06.10.2007, 17:09
9.8.2007

Wir stehen grob drei Stunden nach Weckerklingeln auf, was so in etwa 11 Uhr sein müsste. Der Nebel hat sich gelichtet aber das Wetter ist trotzdem beschissen. Grau, regnerisch und ziemlich windig.
Mit Unglauben müssen wir feststellen, dass wir kein Müsli mehr haben, also mache ich mich zum Tante Emma Lädchen auf, wo ich mittlerweile mit einem freundlichen Lächeln begrüßt werde, während Pempi Tisch deckt und warmes Wasser macht.
Es gibt heute für uns zum Frühstück eine Riesenschüssel Cereals mit Äpfeln, Pfirsichen und Kirschsauce. Dazu heißen Kaffe. Das absolute Lodderleben :cool:
Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, gönne ich mir noch eine wunderschöne Dusche. Danach geht’s auf zum Bootsverleih wo Fred nirgends zu finden ist. Irgendwo ist eine Handynummer angeschlagen, die wir auch gleich anrufen: „Jöä bün öm dröei wid döar“
Naja, was macht man bei solchen Wartezeiten ohne Hütte zum verkriechen bei schlechtem Wetter? Richtig, man kauft im Tante Emma Laden etwas zu Essen, zu trinken und zu rauchen und macht es sich unter einem großen Überdach bequem.
Wir haben Ciabatta, Kavli Baconost, Marylands Chocolate Cookies, Bier und ne Packung Tabak mit Papers. Wir haben also drei Stunden Zeit Zigarrettendrehen zu lernen bzw wieder zu erinnern. Die ersten Versuche sind desaströs. So ab der 5. Zigarette ist es möglich sie anzuzünden und einmal zu ziehen, bis sie sich in Wohlgefallen auflöst…
Um 15:00 bekommen wir dann aber das Boot inkl kurze Einweisung gegen Pempis Perso.
6,20m lang mit 75PS Außenborder und Kabine. Keine Rennziege, aber mit schön viel Platz.
Innen ist es vollausgestattet mit Echolot und großem GPS Seekartenplotter. Letzterer scheint mir hier auch eine gute Idee zu sein. Wenn man bedenkt wie schnell gestern der Nebel aufgezogen ist, sitzt man ohne so ein Ding inkl seiner Wegaufzeichnungen und Wassertiefenangaben ziemlich in der Patsche. Eingespeichert sind auch diverse Fanghotspots und wir machen uns auch sogleich auf zu 007. Sobald wir den Hafen verlassen haben, treffen uns die ersten Vestfjordwellen mit voller Breitseite. 007 liegt etwa 4km vor der Küste. Auf der Fahrt können wir die enormen Fischschwärme (vermutlich Schellfisch) auf dem Echo beobachten, während die Lofotwand langsam im Dunst verschwindet und schließlich nicht mehr zu sehen ist.
Wir stoppen die Maschine und blicken uns um. In alle Richtungen ist außer dem Nordmeer nichts zu sehen. Ein wenig komisch ist das Gefühl schon – inbesondere da ich Außenbordern generell nicht traue.
Wir basteln also unsere Haspeln zusammen und lassen sie in die blauen Tiefen unter uns absinken. Die Köder sind mehr als ungeeignet für die Art Fischerei, die ich hier gerne betreiben würde: Auf den letzten 5 Metern der Schnur sind in 50cm Abständen weitere Schnüre angebracht, die mir kleinen Haken und Gummischwänzen verschiedener Farben bewährt sind. Tendenziell also etwas für Schwarmfische a la Hering und Schellfisch aber nichts für große Dorsche oder gar Heilbutte 
So haben wir dann außer einigen Rucklern, die genauso gut Grundberührungen des Gewichts sein könnten kein Erfolgserlebnis. Das Boot hingegen wird übel hin und her geschleudert und wankt von 30° Neigung nach Backbord zu 30° Neigung an Steuerbord.
Wir entschließen uns ob dieser Wellensituation lieber zurückzufahren und später noch einmal rauszufahren, wenn eventuell besseres Wetter ist. Die 6km Rückfahrt zum Hafen von A sind dann auch eher anstrengend. Mehr als 13Knoten sind trotz Vollgas nicht drin und das Bötchen hat so seine liebe Mühe den Kurs zu halten. Äußerst praktisch ist der GPS Plotter, der ähnlich wie in Hubschraubern die vollkommene Blindnavigation erlaubt. In A angekommen können wir dank ungünstig parkierter anderer Boote und Ebbe nicht anlegen und fühlen uns den Elementen ein wenig schutzlos ausgeliefert. Selbst hier im Hafen driftet das Boot im Wind immer wieder ab und macht es unmöglich zu entspannen bzw sich einfach mal zurückzulehnen.
Das ist keine Lösung denken wir uns, und machen uns noch einmal auf, um im Nachbarhafen Tind unser Glück zu versuchen. Fehlanzeige. Nächster Hafen ist Sorvagen. Fehlanzeige. Schließlich landen wir in Moskenes, wo wir uns im großen Hafenbecken treiben lassen, bis uns auch das zu doof wird und wir weiter nach Reine tuckern. Tuckern ist hier etwas verharmlosend. Der Wind hat noch mal deutlich zugelegt und es ist ein wenig unverantwortlich so raus zu fahren. Es liegen um 6Bft an, was grobe See bedeutet und kombiniert mit Regen eine Sicht um 50m bedingt.
Im Hafen von Reine wiederum ist alles herrlich ruhig und ich übergebe Pempi nach kurzer Einweisung das Steuer. Er soll mich zu einem Ponton fahren, wo ich zum Pinkeln kurz an Land gehen kann.
Das klappt soweit auch ganz gut und so gehe ich beruhigt hinter den nächsten Busch. Als ich wiederkomme probiert Pempi im Hafenbecken auch schon die maximale Rückfahrgeschwindigkeit bei gleichzeitigem Steuereinschlag aus. :o
Was für ein Glück, dass das Boot untermotorisiert ist, ansonsten hätte der gute sich gleich erstmal versenkt (Gleitrümpfe bohren sich bei Rückwartsfahrt sehr schnell ins Wasser und saufen schneller ab als man es glauben würde wollen). Aber was soll ich sagen – man geht halt gewisse Risiken ein, wenn man Pempi irgendeine Form von Schlüssel in die Hand drückt ;-)


http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag10/1.jpg

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag10/2.jpg

Wir machen uns dann auch irgendwann wieder auf nach A. Der Wind hat noch einmal deutlich zugenommen und beträgt jetzt gute 7Bft, was mit sehr grober See und weißem Schaum von den brechenden Wellenköpfen einhergeht.
Das GFK knackt und schreit bei jedem Schlag und Sturz in die Wellentäler. Abwärts in ein Wellental steigt die Geschwindigkiet auf teilweise 12 Knoten. Der drauffolgende Berg bremst das Boot abrupt auf häufig unter 5 Knoten runter. Ich danke Gott, dass wir einen Suzuki Außenborder haben und keinen Amerikaner wie Mercury, Evinrude o.ä. Denn ein Motoraussetzer käme hier alles andere als geil.
Pempi hat derweil ein Dauergrinsen auf der Visage, was ich so noch nie von ihm gesehen habe. Wie ein König sitzt er mit der rechten am Gas und der linken am Steuer und jagt das Boot über beide Ohren grinsend und jubelnd in die Dünung. Ich habe es nicht gerade leicht mich festzuhalten. Nachdem ich ne Viertelstunde bei Pempi im Führerhaus gestanden habe und sehe dass er mit dem Boot zurecht kommt, schnappe ich mir die Videocam und purzel damit nach draußen, wo ich mich ans Heck setze und das ganze Drama um uns herum filme – hierbei sei erwähnt, dass diese Sony HDR Kamera erstaunlich wasserdicht ist und auch nach vielen dutzenden Litern Seewasser klaglos weiterfilmt.
Im Hafen von A angekommen, stellt sich heraus, dass unser Tante Emma Laden bereits geschlossen hat. Im Nachbarort soll es wohl einen Shop geben, der länger offen hat. Da wir kein Abendessen mehr haben, lässt das nur einen Weg offen. Wir müssen mit dem Boot einkaufen fahren :bg:
Also geht es noch einmal raus ins Unwetter. Pempi geht von Bord und sucht den Laden, während ich im Hafenbecken Stellung halte. Er soll neben Lebensmitteln auch zwei große Schwedenpilker (Chromkeil+Drilling+Blutfahne) kaufen. Das Nonplusultra hier in der Gegend. Es gibt sie in diversen Größen und als er eine halbe Stunde später wiederkommt, präsentiert er auch gleich seinen Kauf. 750g und 30cm lang ;)
Na Prost Mahlzeit denk ich mir. Das Ding alleine wird ja mit ner Haspel schon schwer zu „drillen“ geschweige denn der Fisch, der an so’n Köder geht.
Aber das soll uns erst morgen kümmern. Nun geht’s zurück nach A, wo wir im Hafen festmachen und im Boot gemütlich Nudeln mit Speck und Tomatensouce machen. Draußen regnet es immer noch und so richtig Lust jetzt rauszutreten und einen Zeltplatz zu suchen haben wir nicht. Also bleiben wir im Boot bis es Mitternacht ist. Lange wird diskutiert, wie so ein Urlaub mit nem Mädel aussähe bis wir zu dem Schluss kommen, dass es in dieser Form gänzlich unmöglich ist. Angesichts des anhaltenden Wetters draußen kommt Pempi irgendwann mit dem Vorschlag doch hier in der Kabine zu pennen. Nach zunächst einigem Widerstand beuge ich mich schließlich und so basteln wir uns zwei kommode Schlafgemache. Etwas eng zwar, aber eigentlich ganz gemütlich. Um und bei zwei Uhr kommen wir schließlich zum Schlafen. Der Wecker ist morgen schon um 7 gestellt. a.) Um bei gutem Wetter noch mal ausgiebig das Boot nutzen zu können (24h Miete) und b.) Wer weiß, ob Fred es gut findet, dass wir in seinem Boot pennen…
Gute Nacht.


____
Diese Tage habe ich wenig bis gar nichts fotografiert. So ein Motorboot kommt auf Film einfach besser. Es bleibt uns also nur übrig auf longwaynorth zu warten :)

KuchenKabel
06.10.2007, 17:33
Jetzt gehts aber los... Könnt ihr das Tempo halten, mit dem ihr jetzt den Bericht fortsetzt? Nicht das irgendwer rauchende Finger bekommt und es erst in ein paar Monaten weitergeht :bg:! Trotz des genialen Textes will ich jetzt endlich den Film sehen. Ich möchte nicht mehr, sondern ich will! Ich will, ich will, ich will! :bg:

Mr.Sunrise
08.10.2007, 12:25
Was für ein genialer Reisebericht!:bg:
Da kann man das Warten zwischen den einzelnen Tagen gar nicht aushalten.

Zu dem Film kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen, ich WILL den Film sehen!

Gruß,
Daniel

Mika Hautamaeki
09.10.2007, 08:57
Nu hab ichs auch endlich mal geschafft den Trailer zu sehen. Goiles Ding! Wie lange müssen wir noch auf den Film warten???

BubiBohnensack
10.10.2007, 01:11
10.8.2007

Korrektur: Der Wecker ist bereits für 6:30 gestellt. Groß was ändern tut das allerdings nicht und so machen wir uns erst um halb Zehn daran die Reisverschlüsse zu öffnen. Ein Landgang zur Blasenentleerung später tuckern wir auch schon bei heute deutlich besserem Wetter in den Vestfjord. Hat schon Stil einfach so aufzustehen und losfahren zu können :)
Mit den neuen Schwedenpilkern geht es pronto zu den Fanggründen. Die Sonne kommt durch die etwas diesige Luft und wärmt angenehm, wohingegen die Wellen noch immer ihre Späßchen mit dem Boot treiben. Zum Glück aber ein ganz anderes Kaliber als gestern.
Nach Stoppen des Motors schmeiße ich dann auch sogleich den Unterwasserteil meiner Angelaparatur über Bord und warte bis zur Grundberührung bei nur gut 60m Tiefe. 5 Sekunden später habe ich auch schon hübsch spürbaren Widerstand. Ahja, entweder etwas kleineres oder ein Dorsch vermute ich und fange an mit der Haspel die Schnur einzuholen. Das geht zwar ansich ganz gut, ist aber auf Dauer schwerst anstrengend. Die Schnur scheint kein Ende nehmen zu wollen als endlich in der Tiefe der Pilker aufblinkt. Dahinter blinkt in regelmäßigen Abständen ein respektabler Bauch auf.
Schließlich kommt das gute Stück an die Oberfläche und ich bin doch etwas erstaunt was für Fischlein man mit einer Haspel handeln kann. Von unten begrüßt mich ein 60-70cm langer Dorsch. Das kann sich doch sehen lassen für den ersten Auswurf. Schnell an Bord geholt und kaputt gemacht - das wird ein hübsches Essen abgeben.
Vom ersten Fang motiviert pilkern wir in den nächsten 45min bis die Arme lahm werden – Fangen tun wir nichts. Sehr enttäuschend. Zudem steigt mir der Fischgeruch so langsam in die Nase (ich bin kein Fan davon) und so fahren wir erstmal zurück nach A, wo uns Fred beim Filetieren hilft.
Wir nehmen nur das vollends grätenfreie Rückenfleisch doch selbst das könnte eine vierköpfige Familie ernähren.
Im Tante Emma Laden unseres Vertrauens kaufen wir schnell noch ein bischen Gemüse und Souce bevor wir uns ans Braten machen.
So richtig haben wir es nicht raus – der Fisch zerbröselt eher in der Pfanne, als das er schön knusprig werden würde. Naja egal. Gesund ists trotzdem und das Selbstversorgerprinzip ist befriedigend.
Nach dem Essen geht es sofort wieder ins Boot. Das Wetter hat sich in der Zwischenzeit grandios verbessert: Sonne pur und so gut wie gar kein Wind mehr. Das nutzen wir natürlich sofort zum Benzin-Verblasen und Filmen desselben. Schließlich kreuzt unseren Weg ein kleines Paddelboot, mit raushängenden Angeln. Aha denke ich mir – ansich keine schlechte Idee mit den mitgelieferten Ködern durch einen Köhlerschwarm zu ziehen. Gesagt getan, Pempi hält seine Leine über Bord, während ich uns per Echolot zu größeren Schwärmen lenke. Wir fahren direkt über eine große Anhäufung rüber und ich denke mir noch, jetzt müsste aber bald mal was kommen, als Pempi von hinten ruft: „Öhh Meister, ich glaub, vielleicht, also vielleicht auch nicht, aber eventuell hab ich was“
Also Motor aus und n bisl fachmännisch an der Zwibbel gezupft. Ja, da ist tatsächlich was dran. Ein denkwürdiger Moment: Pempis erster Biss, sein eventuell erster Fang. Das muss natürlich auf Video festgehalten werden. Während ich in der wüsten Kabine nach der Cam buddel holt der Don seine Schnur ein. Nach 30sek wird ihm das spontan zu anstrengend und er legt ne kleine Pause ein. Ich krieg fast n Herzanfall, als ich das sehe und spiele fortan CheerLeader. Es fruchtet – an der Schnur hängen zwei Köhler in typischer Schwarmgröße. Ein doch respektabler Fang. Gegessen haben wir heute schon genug, also versuch ich die Guten von den Haken zu lösen. Beim Ersten klappt es gut und er schwimmt etwas bedröppelt taumelnd wieder in die Tiefe. Der zweite hat den Köder zu tief geschluckt und verspürt nur noch einen dumpfen Schlag. Selbst aus dem toten Fisch kriege ich den Haken so ohne weiteres nicht raus und so schmeißen wir ihn einfach mit den anderen Ködern wieder rein. Das scheint zumindest einen weiteren Köhler aus dem nächsten Schwarm nicht weiter zu stören, als er direkt an den nächsten Haken geht. Auch diesen kriegen wir klaglos wieder frei, wobei sich allerdings die Schnur hoffnungslos verkneult und die Anglerei für diesen Urlaub beendet. Wir konstatieren: Fische sind auch nicht sonderlich klüger als Mücken und Fliegen. Immerhin kann man sie essen, was ihnen immerhin eine Daseinsberechtigung schafft.
Irgendwann hebt Pempi den toten Köhler –Gott habe ihn gnädig- auf, blickt mich grinsend an und holt aus. Das ist für mich der Moment in allergrößter Not die Kabinentür zuzuknallen als von draußen auch schon ein feuchter, glibberiger Fisch gegen das Fenster sprötzelt. Super! Jetzt stinkt nicht nur das Heck nach Fisch – aber Pempi der Grobolfaktoriker riecht das ja sowieso nicht...

Ich setze mich noch einmal auf den Bug und wir düsen eine letzte Runde bei grandiosem Wetter über die See.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag11/1.jpg


Direkt vorne vor der Windschutzscheibe festgeklammert kann ich ein gewisses Titanic gemischt mit Death Proof Gefühl nicht abstreiten. Dann geht es leider wieder zurück in den Hafen. Die Mietzeit ist vorbei und 70 Liter verblasener Sprit wollen bezahlt werden.

Nach allen Formalitäten machen wir uns auf gen Reine. Ich habe mir für den Urlaub auf jeden Fall den Blick vom Reinebringen vorgenommen, den ich zum ersten Mal in einem Geo Sonderheft über Nordskandinavien gesehen habe…und natürlich begeistert war.
Nach 20min Asphalttreten und Daumen raushalten, hält ein mitfünfzigjähriger Norweger mit seinem vollkommen zugeräumten alten 80er Opel an und fragt wohin wir möchten. Er kann uns nur bis nach Sorvagen/Moskenes mitnehmen, welches etwa auf halber Strecke liegt. Wir fahren natürlich gerne mit und sofort fängt er an diverses Gerümpel von den Rücksitzen in den schon vollen Kofferaum zu verfrachten etc. Mit Mühe und Not quetschen wir uns in den völlig überladenen Wagen und sind doch sehr glücklich. Gerade jemand, dessen Auto sowieso zum Bersten voll ist, nimmt uns mit. In den letzten 20min sind diverse große Geländewagen an uns vorbeigefahren, die mit nur einer Person besetzt waren. Das spricht definitiv für unseren norwegischen Kollegen…
…welcher anscheinend einmal Rallye Rennfahrer war. So zumindest fetzt er seinen Opel um die Kurven. Nur wenige Milimeter vom Bordstein entfernt und mit enormer Geschwindigkeit düsen wir also quietschenden Reifens auf der einzigen Straße nach Moskenes. Das Ortszentrum liegt etwa 500m abseits der „MainRoad“ und wir signalisieren ihm, dass wir gerne schon an der Kreuzung aussteigen würden, um nicht den Weg wieder zurücklaufen zu müssen So hätten wir immerhin 5km gespart. Er brabbelt nur was von „soke, s’ok“ vor sich hin und hält vor dem Restaurant/Imbissladen/Laden am Fähranleger, steigt aus, geht in den Shop und lässt völlig ungeniert den Motor laufen und die Schlüssel in der Zündung. Wir zwei gucken uns etwas blöde an und erkennen mal wieder wie kultiviert die nordischen Länder so sind.
Nach 2min kommt er wieder raus, setzt sich in die Karre und düst weiter – „to Reine you want!? – ok“
In Rekordtempo werden wir also im Eiltaxi nach Reine gefahren und können unser Glück noch gar nicht so recht fassen. 10km von A nach Reine Zentrum in guten 30min, davon 20 zu Fuß. Unterwegs frage ich ihn noch nach dem Reinebringen. In dem Bergführer der Stokkvika-Pass-Bekanntschaft stand etwas von wegen sehr schwieriger Weg etc. „Well it’s no problem form e – but I’m norwegian you see!“ Hrhr ja auf ein paar Dinge sind die Norweger wirklich stolz. Er meint aber, dass wir es auch gut packen können und zeigt uns im Vorbeifahren noch den Einstieg, der wirklich nirgends markiert ist und im Endeffekt nur ein Minitrampelpfad in die Büsche ist. Besser hätte es also nicht laufen können.
In Reine angekommen steht natürlich als erstes Essenfassen auf dem Programm. Das wird auch gleich zufriedenstellend im Tankstellenshop erledigt (u.a. endlich wieder die Findus Bauernpfanne). Hier im Dorfzentrum von Reine ist eine kleine Grünfläche mit Bänken drum herum. Also bauen wir erstmal unsere Fressalien auf und starten den Primus Multifuel MFS. Hier, in der Zivilisation fällt mir zum ersten Mal wirklich auf wie laut das gute Stück doch ist. Das Zischen ist schätzungsweise bis zum anderen Ende der Grünfläche zu hören und wir sammeln einige verwunderte Blicke ein. Immerhin wird die Findus Mahlzeit mit 2,2kw Leistung schnell warm. Dazu brutzeln wir uns noch richtig schön fettigen Bacon und verpesten den halben Platz mit Bratgeruch ^^
Während so alles vor sich hinköchelt verputzen wir erstmal unsere Vorspeise bestehend aus 800g Fruchkonservendosen.
Nachdem wir alles aufgegessen haben, überschlagen wir einmal die auf den Verpackungen aufgedruckten Gewichte und kommen auf 1,6kg pro Person. Oh yeah – that’s manly!
Nach ner Runde Verdauen holen wir uns noch einige Informationen an der Tankstelle. „It is impossible to go up there with backpacks“…“no way to put up a tent up there“
Ahja, naja wollen wir doch mal schauen. Wir müssen uns jetzt auch langsam aufmachen, denn die Sonne steht schon sehr tief und wenn wir den Sonnenuntergang noch erleben wollen, müssen wir uns etwas beeilen.
Der Aufstieg gestaltet sich bis auf wenige „Wo ist der Weg?“-Momente leichter als erwartet. Die ersten 200Hm geht es im dichten Urwald bergan, sodass pieksende und festhängende Zweige die meisten Gedanken an schmerzende Oberschenkel verdrängen.
Mit Verlassen der Baumgrenze wird der Weg schließlich steiler. An vielen Stellen müssen wir jetzt die Hände aktiv hinzunehmen und ein wenig klettern. Soweit aber kein Problem.
Irgendwann wird es natürlich dennoch anstrengend, was mich zunächst mal eher weniger stört, da ich unbedingt zum Sonnenuntergang oben will. Komme was Wolle. Ich laufe also ein wenig voran und versichere mich durch periodische Zurufe, dass bei Pempone alles ok ist.

Endlich zeichnet sich der Gipfel mit seinen 442 Metern ab und die Füße werden leicht. Vor mir öffnet sich ein atemberaubendes Panorama. Denn auf der anderen Seite des Passes fällt der Reinbringen quasi senkrecht die 400+ Meter hinab, sodass man aus der Vogelperspektive auf die kleinen Häuser von Reine direkt unter sich blickt. Die Sicht ist schlichtweg gigantisch. Die Luft ist stahlblau und am Horizont zeichnet sich das 60-80km entfernte norwegische Festland klar und deutlich ab. Zudem kann man von hier aus einmal an fast der gesamten Küstenlinie der Lofoten entlangblicken. Hinzu kommt der Sonnenuntergang zur Linken hinter den rauen und gewaltigen Bergen der Lofoten. Schlechthin fantastisch.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag11/3.jpg

Irgendwann stößt auch Pempi hinzu. Schwer vom Aufstieg gezeichnet und mit sichtlich genervt-verzweifelten Gesichtszügen. Doch beim Erblicken der Szenerie vor ihm, weichen alle Strapazen herrlich sichtbar vom Gesicht – als würde auf einen Schlag alle Lebensenergie wieder zurückkehren. Und ja, er hat wirklich allen Grund dazu…
Nach diversen Fotos und nachdem der Adrenalinschub etwas nachgelassen hat, fällt mir auf, wie beschissen kalt es hier oben ist. Von unten hoch weht ein beständiger Wind und die Temperaturen sind nach Sonnenuntergang bei funkelnd klarem Himmel arg gefallen. Ein Zelt aufbauen kann man hier leider tatsächlich nicht, dazu ist der Grat zu schmal. Aber die Aussicht entschädigt für alle Mühen des Auf- und kommenden Wiederabstiegs. Um auch nichts auszulassen, machen wir uns noch an den Trampelpfad, der den Grat bergan schmückt. Wir erreichen einen Zwischengipfel, begeistern uns für die noch einmal bessere Aussicht als mir so beim Umgucken auffällt auf was wir hier gerade stehen. Hier verbreitert sich der Grat ein klein wenig zu einem winzigen Plateau: Grasbewachsen und ohne sichtbare Steine. Oh yeah baby. Schnellcheck: Passt das Zelt? Könnte gehen. Oh man wie geil wäre das. Pempi brauche ich natürlich nicht überzeugen also überlegen wir kurz gemeinsam, ob es verantwortbar ist. Logisch isset. Vorsichtig holen wir das Zelt hervor. Alle Teile müssen beschwert werden, damit der Wind sie nicht davonrafft. Zum ersten Mal bauen wir das Zelt „nach Vorschrift“ auf. D.h. nach Ermittlung der Windrichtung spannen wir das Innenzelt mit allen verfügbaren Heringen auf so gut es überhaupt geht. Vorsichtig geht’s an das Gestänge. Einer sichert das Zelt, während der andere sich um den weiteren Aufbau kümmert. Nachdem auch das Außenzelt gespannt ist, dass man drauf trommeln könnte, spannen wir so gut es geht ab und vertäuen noch im Zelt das Gewebe mit dem Gestänge.
Ich bin richtig gehend ein bischen stolz auf das Zelt. Wie ein futuristischer Panzer kauert das Marmot Bise 3P auf dem Grat. Scheinbar alle Muskeln spannend und allem trotzend, was die Natur so in Petto hat. Nichts kann es wegwehen oder auch nur das Gestänge ein bischen verrücken. Das ist wirklich mal genial.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag11/4.jpg


Vor allem, da es jetzt hier draußen wirklich saukalt geworden ist. Meine Hände frieren arg…an einem Sommertag von bestem Wetter Anfang August. Man merkt dann halt doch wo man ist. Hier oben hilft auch der Golfstrom nicht mehr viel ;)

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag11/2.jpg

Also ganz fix noch ein Foto von unserem Plätzchen und dann ab ins Zelt, wo es zumindest windstill ist. Draußen rauscht der Wind über das Moos und unser Zelt, drinnen in der Apsis tut der Kocher beim Bereiten von Cafe dasselbe. Mit heißem Cafe im Berghaferl ist die Welt schließlich perfekt. Die Hände werden prima gewärmt und wir genießen auf der windabgewandten Seite den guten alten Nescafe, wie wohl nur wenige Leute je Cafe genossen haben ;)
Heute Nacht, das steht mal so fest wie ein Doppel-T-Träger, haben wir den geilsten Zeltplatz der Welt erwischt. Es ist einfach nur noch genial. Insbesondere auch, da die Lichtstimmung aufgrund des hier nur sehr langsam vonstatten gehenden Sonnenuntergangs sehr lange anhält. Es ist schließlich schätzungsweise Mitternacht als wir uns in die Dauen verkriechen und noch eben das Tagebuch schreiben. Ich stelle mir den Wecker auf 3:00 – der Sonnenaufgang entlang der Küstenlinie der Lofoten müsste ebenso atemberaubend sein…Gute Nacht.

Onyx
10.10.2007, 09:40
:o Das ist mal wirklich ein geiler Zeltplatz.

kuhtreiber
10.10.2007, 09:51
WOW!!!!!!

seit langem die schönsten bilder die ich gesehen habe!!
dazu eine lockere schreibe - gratulation!!!

ich war noch nie im norden - aber ihr habt es geschafft -
ich bin vom nordvirus infiziert!!!!

bitte bitte mehr davon!

Poldi
10.10.2007, 09:52
Der Profi kanns halt :grins:

doesse
10.10.2007, 10:12
UUUUNGLAUBLICH guter Bericht, unglaublich gute Fotos ! Macht bloss den Film fertig, mir läuft schon der Sabber im Munde zusammen...

Ach ja, danke für eure Mühen (sowohl bei der Materialbeschaffung als auch beim Schreiben des Berichts) und nicht aufhören.

Gruss,
/doesse

stefN
10.10.2007, 13:29
Tja, was kann man zu diesem Bericht noch sagen? Fast so, als wäre man selbst dabei.

Habe erst jetzt angefangen zu lesen und kann mir so eine ziemlich große Dröhnung reinziehen :bg:. Zu groß, denn ich muss mich auch noch um andere Sachen kümmern :grrr:.

Grüße von
Stefan

Christian J.
10.10.2007, 17:37
Geiler Bericht, saustarke Fotos! Macht mal ordentlich weiter in dem Stil!

Sam
10.10.2007, 23:54
Die letzten zwei Photos könnten in einen Katalog oder Bildband aufgenommen werden. RESPEKT!

Schoolmann
11.10.2007, 08:39
Könnte echt das Titelblatt vom MARMOT Katalog werden. Die Bilder und Bericht sind echt toll!

Jogi
13.10.2007, 09:50
Applaus, Applaus, Applaus!
Ich erlebe ein Wechselbad der Gefühle bei der Rezeption Eures Berichtes:
Ergriffenheit ob der super Bilder, Fernweh, dann gibt's auch noch was zu lachen (klasse Humor) - also rund rum super!

Danke dafür!

Yogi

PharmazieFlip
14.10.2007, 16:25
sehr guter bericht

jetzt mal eine frage, nach dem lesen eurem bericht hätt ich auch interesse an einer tour in dieser art

was glaubt ihr, wie erfahren man für den teil in schweden sein sollte ?

X-13
15.10.2007, 21:26
Du hattest geschrieben dass du durch eine National Geographic Ausgabe inspiriert worden bist bei der Wahl des Reiseziels, weißt du vielleicht noch welche Ausgabe das war?

Der Waldläufer
15.10.2007, 21:55
Wieso hast Du denn eigentlich mit den Fotos nicht am Fotowettbewerb teilgenommen?!?!!? :o

KuchenKabel
15.10.2007, 21:59
Weil er ganz sicher unter den Top 3 gewesen wäre ;-) :bg:

PharmazieFlip
16.10.2007, 17:37
ich hab noch drei frage
aber an denen seid ihr selbst schuld :baetsch: ;-)
euer bericht hat richtig lust auf mehr gemacht, und daher habe ich jetzt fest vor, mich nächstes jahr nach dem abi auch mal in den kungsleden aufzumachen :cool:
also, diese fragen stellen sich mir aktuell, vielleicht werden es auch noch mehr ;-)

1. mit welcher karte wart ihr auf der tour bzw habt sie geplant?

2. wieviel war auf eurer route los?

3. was habt ihr für den heliflug gezahlt?

4. wo hattet ihr die infos zu der bahnfahrt nach kiruna/der bustour nach nikkaluokta her?

thx schonmal für antworten, es eilt auch nicht, es geht frühestens im juni/juli 2008 los

Pempi
20.10.2007, 22:48
du hast also drei fragen von 1-4 nummeriert. okay ^^


1. geplant hat vincent die reise, eigentlich ziemlich allein - und auch eigentlich nur mit hilfe des forums hier. von der kungsleden region gibt es nur eine karte, und die ist in deutschland wohl nur schwer erhältlich. gekauft haben wir sie erst vor ort.

2. Alle 1-2 stunden kommt einem mal ein wanderer oder ne gruppe entgegen. manchmal mehr

3. 55€

4. outdoorseiten.net - die haben da n ganz gutes forum ;)

Rainer Duesmann
21.10.2007, 00:59
Hab mir mal erlaubt eines Eurer beeindruckenden Fots leicht zu bearbeiten:

http://img91.imageshack.us/img91/8272/77620435mv0.jpg (http://imageshack.us)

Ich hätte gerne die Originaldatei um mal alles zu geben. Biete Euch beiden einen kostenlosen Ausdruck auf Plakatformat an. Rechte des Fotos bleiben bei Euch, ich möchte nur einen Abzug ins Büro hängen um den Kollegen mal zu zeigen warum ich mit Zelt wandern gehe.

Na, wie wärs??

Rainer

PharmazieFlip
21.10.2007, 01:12
@ rainer

respect :o

mit diesen verbesserungen is jetzt echt auch einer titelseiten würdig :cool:



du hast also drei fragen von 1-4 nummeriert. okay ^^


das liegt daran, das mir immer noch eine frage mehr eingefallen ist, und beim letzten editieren hab ich dann die zahl vergessen^^

normalerweise kann ich schon zählen: 1, 2, 4, viele

:bg: ;-)

Snuffy
21.10.2007, 01:28
Staune das das euch soo gut gefällt. Gerade der Hintergrund sieht aus als ob er von digitalblasphemy kommt, find ich. Rechts unterhalb vom Zelt erkennt man ein Dorf und auch links neben dem Zelt sieht man an der Fjordwand nen Kreis von der Nachbearbeitung
Heißt nicht, dass ich es besser kann... ;-)



Snuffy

Rainer Duesmann
21.10.2007, 08:32
Staune das das euch soo gut gefällt. Gerade der Hintergrund sieht aus als ob er von digitalblasphemy kommt, find ich. Rechts unterhalb vom Zelt erkennt man ein Dorf und auch links neben dem Zelt sieht man an der Fjordwand nen Kreis von der Nachbearbeitung
Heißt nicht, dass ich es besser kann... ;-)

Snuffy

Guten Morgen Snuffy,

ich finde den Ort atemberaubend. Am liebsten würde ich da sofort hinwollen.

Klar hat das Bild Mängel. Wo Du allerdings rechts unterhalb vom Zelt ein Dorf siehst, ist mir schleierhaft. Oder was verstehe ich da falsch? Der Kreis in der Fjordwand ist wohl eine Randabschattung des verwendeten Objektives. Da ginge sicherlich noch was.

Für eine Minidatei ist wohl bei der Nachbearbeitung nicht mehr drin. Ist halt quick and dirty. Gerade deswegen habe ich ja nach der Originaldatei, bestmöglich RAW, gefragt. Würde mich reitzen da mal mehr herauszuholen.

Beste Grüße,
Rainer

Flieger
21.10.2007, 11:14
Hallo!
Der Bericht ist sehr gut! Hat viel Spaß gemacht ihn zu lesen.
Über einige Bilder bzw. deren künstlerischen Ansprüchen lässt sich vortrefflich streiten... Ich bin auch der Meinung, daß man es manchen Bildern ansieht, mit was für einem Medium sie aufgenommen wurden, und danach dementsprechend mißhandelt wurden...Ich finde das von Rainer behandelte Bild zu künstlich, die Wärme fehlt. Das Motiv ist schon sehr gut, aber die knalligen Farben und die Überschärfe...Ist schon arg OT oder wie das auch immer heißt...:lol:
Will endlich mal das Video sehen!!!
Flieger

Mika Hautamaeki
22.10.2007, 10:51
1. geplant hat vincent die reise, eigentlich ziemlich allein - und auch eigentlich nur mit hilfe des forums hier. von der kungsleden region gibt es nur eine karte, und die ist in deutschland wohl nur schwer erhältlich. gekauft haben wir sie erst vor ort.


Also die Fjellkarten gibts in Hamburg z.B. bei Dr. Götze Land und Karte und bei Globetrotter. Kosten ca. 15 €. Die haben auch einen online-Laden für Leute die nicht in dieser schönen Stadt wohnen ;-)




3. 55€



Wie lange dauerte denn der Flug, und waren das die Kosten pro Pers oder pro Flug?
Mußtet ihr euch dafür längere Zeit vorher anmelden oder ging das auch kurzfristig?

Waidmann
25.10.2007, 14:00
wasn jetzze hier los?

zumindest mal nen stand der dinge wie lange es noch dauert wäre ganz toll. wir gehen wir aufm zahnfleisch!

:popcorn:

kleinhirsch
25.10.2007, 16:31
Also die Fjellkarten gibts in Hamburg z.B. bei Dr. Götze Land und Karte und bei Globetrotter. Kosten ca. 15 €. Die haben auch einen online-Laden für Leute die nicht in dieser schönen Stadt wohnen ;-)


oder auch bei nach-norden (http://nachnorden.shop.t-online.de/)

uli

Mika Hautamaeki
25.10.2007, 17:04
Haaaaaalllllllooooooooooooooooooo!!!!! Los jetzt hier, weiterschreiben. Sonst komm ich da mal rum. :gosche:

Schoolmann
25.10.2007, 19:30
Staune das das euch soo gut gefällt. Gerade der Hintergrund sieht aus als ob er von digitalblasphemy kommt, find ich. Rechts unterhalb vom Zelt erkennt man ein Dorf und auch links neben dem Zelt sieht man an der Fjordwand nen Kreis von der Nachbearbeitung
Heißt nicht, dass ich es besser kann... ;-)



Snuffy
ist doch scheißegal, ob die bearbeitet sind oder nicht! Finde die echt gut! Nörgelverein hier!

BubiBohnensack
25.10.2007, 23:37
Tagchen allerseits,

so, ich melde mich nur schnell mal, um keine Schadensersatzklagen wegen aufgeriebenen Kiefern zu bekommen. Ich war letztes WE, die komplette Woche jetzt und das kommende WE komplett eingeplant. Da ging nix und wird nix gehen.

Aber seid ohne Sorge, auch ich bin schon ganz heiß aufs Weiterschreiben. Bis Mitte nächster Woche müssen wir aber warten :/

Dann nehme ich eventuell auch mal Stellung zu der Diskussion, die hier angelaufen ist ;)

Bis dahin - haut rein und lasst et euch jut gehe.

KuchenKabel
05.11.2007, 15:48
*immer ungeduliger wird* :popcorn:

Mika Hautamaeki
13.11.2007, 19:53
Hey, die Frist ist abgelaufen ;-)
Wo bleibt die Fortsetzung???
Bin doch so ungeduldig.

BubiBohnensack
14.11.2007, 22:28
Tröt Tröt da bin ich. Es hat etwas länger gedauert als veranschlagt war, aber was rede ich, los gehts:



11.08.07

…um 3:00 klingelt der Wecker tatsächlich und ich schaffe es unter schlimmsten Qualen den Kopf aus dem Zelt zu recken. Von der Lichtstimmung hat sich nichts verändert; vielmehr ist das Epizentrum weiter gen Osten gewandert. Ich stelle mir für 30min später noch einen Wecker – gleiche Situation. Noch einmal pack ich’s net und versuche zu schlafen. So richtig einfach gestaltet es sich nicht, da Pempi mich in eine fiese Kuhle abgedrängt hat und mal wieder seelenruhig vor sich hinvegetiert.
Um 8:00 klingelt schließlich der Wecker, der den Tag einleiten soll. Wir wollen heute von Reine aus mit einer kleinen Personenfähre den Reinefjord hochtuckern und El Capitan bitten uns außerplanmäßig bei einem Wasserkraftwerk abzusetzen, welches ansonsten nur durch den Wanderweg, der Moskenesoya durchquert zu erreichen ist. Der geneigte Leser ahnt wohl schon, das dieser auch unser Ziel ist.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag13/2.jpg


http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag13/3.jpg

Nundenn, erstmal gilt es das Lager zu räumen, die 440Hm wieder rückgängig zu machen und zum Kai in Reine zu gelangen. Unterwegs kaufen wir noch schnell alles Nötige für die nächsten 3 Tage ein, während derer wir von der Zivilisation abgeschieden sein werden.
Es drängen sich beängstigend viele Passagieranwärter auf dem Kai rum und das Deck ist nach kurzer Zeit vollkommen überfüllt. Wir können glücklicherweise einen Platz ergattern und genießen die herrliche Sonne und die klare Luft. Nach ner Zeit kommt der Kassierer wieder und fragt, ob es unter den Passagieren Freiwillige gibt, die wieder von Board gehen und bei der zweiten Runde mitfahren würden. Tatsächlich erklären sich genug Leute dazu bereit und so kann es losgehen. Das kleine Bötchen macht gut fahrt und der Kapitän hat uns zugesichert, das Kraftwerk anzusteuern. Wir lehnen uns zurück und lassen die Fjordlandschaft bei bestem Wetter an uns vorbeigleiten. So gestaltet sich die Fahrt denn auch recht kurzweilig und wir kommen am regulären Halt der Fähre an, wo alle Passagiere von Board gehen. Keine Sekunde zu spät macht das Schiff wieder kehrt und fährt zurück nach Reine. Auf Nachfrage erklärt Herr Kaläu uns, dass jetzt erstmal die wartenden Passagiere in Reine Priorität haben. Er wird uns aber ganz sicher bei der nächsten Fahrt an unserem Ziel absetzen.
Ajo, auch nicht verkehrt noch einmal 40min zu entspannen.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag13/4.jpg
Zur Illustration der Wasserfarbe


Nachdem alle zufriedengestellt sind geht es dann tatsächlich in Richtung Fjordende. Ein bischen komisch sieht es schon aus. Hier stürzen die Felswände steil direkt in den Fjord. An den einzig möglichen Platz, vom Seeweg abgesehen vollkommen unnereichbar bauen die Norweger einen Betonbunker, der nur wegen der großen Pipelines, die sich die Berge runterstürzen keine Area51 zu sein scheint. Für dieses Gebäude wurde eigens ein Kai auf dicken Stahlträgern in den Fjord gebaut. Anlegen tut der Kapitän nicht. Wir hüpfen von Deck an die rostige Leiter, die die letzten Meter zum „Erdboden“ überbrückt. Hier stehen wir nun. 5m über dem Wasser auf einem Anleger, dessen einziger Sinn und Zweck wohl zu Bauzeiten bestand. Zur scheinbar nicht erklimmbaren Fjordwand sind es nur gute 20 Meter und auf dieser Fläche drückt sich das Wasserkraftwerk an den Berg.
Wir haben vor der Reise gelesen, dass das Fischerdorf an dem wir vorhin per Boot vorbeigekommen sind schon lange verlassen sei und langsam verrottet. Ein Geisterdorf quasi. Der einzige Weg soll ein Trampelpfad von diesem Punkt aus sein. Also los. Der „Trampelpfad" läuft zunächst auf einem soliden Damm, am Wasser entlang, den an der Bergseite dutzende völlig verrostete Metallteile säumen. Es scheinen zum größten Teil Maschinenteile sein, Eisenbahnräder usw. Der Weg ist zudem gepflastert mit abertausenden langen Nägeln, die eine feste Oberfläche bilden. Das ist alles schon sehr eigenartig und wir fragen uns, wer hier mal eine Eisenbahn bauen wollte und nach 200m Dammbauen abgebrochen hat ;)
Nach eben diesen 200m wird der Weg unangenehm. Teilweise läuft er recht schräg am Fels entlang, doch das Hauptproblem ist, dass hier alles völlig versumpft ist. Die gesamte Felswand zu unserer Rechten glänzt und glitzert. Hier und da überqueren wir kleine Bäche. Wo kein Stein zum Ausrutschen und in den Fjord schliddern ist, dienen widerliche Matschlöcher dem Unbehagen. Wir sinken mehr als ein paar Mal knöcheltief ein und erreichen schließlich das verlassene Dorf.
[Dramaturgische Pause]
Denn verlassen war es ganz und gar nicht. Wir beide sind etwas irritiert und skeptisch, als wir Menschen erblicken, die zwischen den Häusern rumwuseln. Eine puritanisch nationalistische, ob unseres Eindringens gewalttätige Kommune, die sich das alte Dorf ausgesucht hat, brauchen wir jetzt nicht unbedingt. Nach einigem Beobachten scheinen die Leute jedoch recht normal und so marschieren wir hinein. Auch wir werden ein wenig misstrauisch beäugt, bis ich einen Jungen frage, ob dieses Dorf doch nicht verlassen sei. Nein erwidert er. Es wurde als Hauptsitz vor einiger Zeit aufgegeben, als die Fischer nach Reine an die Küste gezogen sind. Aber einige Familien richten sich die Häuser als Sommerdomizile wieder her, daher der ganze Trubel.
Aha, nundenn. Das ist ja ein wenig enttäuschend. Wenn das Dorf schon nicht mit dem Prädikat Verlassen aufwarten kann, hätte ja wenigstens eine Satanistische Sekte zu einer spannenden Flucht geführt doch so bleibt uns außer eine kurzen Pause nur der unangenehme Rückweg zum E-Werk.
Dort angekommen sind wir beide ein wenig erschöpft und lassen uns auf der Bank, die mitten auf dem Kai ihres stillen Daseins weilt nieder. Wir chillen uns eine ganze Zeit hin und beobachten unter uns die Fischschwärme. In dieser Klarheit habe ich es selten erlebt – deutlich sind die verschiedenen Arten auf unterschiedlichen Tiefenniveaus zu erkennen. Kleine Einjährige blödeln oben an der Wasseroberfläche in direkter Ufernähe rum, während zwei Etagen tiefer schon kapitalere Genossen immer mal wieder hell aufblitzen und langsam und majestätisch ihre Bahnen ziehen. Schwarmverhalten ist schon etwas eigenartiges.
Nundenn, wir sollten irgendwann los. Doch wohin eigentlich. Von hier soll der Pfad abgehen, doch nirgends ist irgend etwas zu sehen. Erst als wir ums E-Werk herumgehen, sehen wir den „Pfad“, der sich an den Pipelines entlang über fiese, hohe, schräge und nasse natürliche Treppenstufen anschickt die Fjordwand zu erklimmen. Na Prost Mahlzeit. Dieser Weg hat von den Norwegern die höchste Schwierigkeitsstufe zugeschrieben bekommen und es wird recht schnell klar warum. Gestrüpp oder ähnliches gibt es hier nicht, wir kraxeln an der schieren Wand hoch, auf allen Vieren unter Pipelines durch immer höher bis wir das E-Werk steil unter uns haben, direkt gefolgt vom faszinierenden Fjord.
Einen Weg gibt es auf mittlerer Höhe dann auch nicht mehr. Mit etwas Glück erkennt man karg gestreute rote Markierungen auf Steinen, die grob die Richtung weisen. Auf diesem Stück gibt es auch so gut wie keine Erde und Gras oder Moos. Stattdessen müssen wir glatt geschmiergelte Flächen erklimmen, die zu allem überdruss komplett mit Wasser benetzt sind. Hier gibt es absolut nichts zum Festhalten oder irgendwelche Vorsprünge um die Füße darin zu verkeilen und sicheren Tritt zu erlangen. Es sind schlichtweg schiefe, glitschige Wände. Das wäre ja alles nicht ganz so wild, wenn wir hier von einer Wiese sprächen aus der sie entwüchsen. Für den Fall des Ausrutschens kann man eigentlich nur beten noch nicht zu schnell zu sein, wenn man an einen der Vorsprünge gelangt, an denen man zum Halt kommen kann. Ansonsten hieße es 200 Hm an der nassen Wand herabrutschen und in den Fjord plumpsen. Sehr unglückliche Vorstellung, wenngleich ein sehr spektakulärer Abgang ;)
So pumpt das Adrenalin auch ganz prächtig, bis wir diese Passage überwinden können. Weiter oben ist der Weg zwar steil, aber treppenstufenartig, sodass außer Kondition und Handeinsatz keine weitere Gefahr droht.
Schließlich stehen wir vor einer Felswand, an der ohne Kletterequipment unter keinen Umständen zu rütteln ist. Ansonsten gibt es hier nur noch die rostige, nasse Pipeline. Wir können beim besten Willen keinen Weg weiter nach oben entdecken und grübeln, ob wir auf dem Weg hierher auf eine falsche Fährte gekommen sein könnten. Doch dann fällt uns in einiger Entfernung eine provisorische per Drahtseil befestige Holzleiter auf, die an der vom oberen Rand betrachtet gut 2,5m über dem Boden thronenden Pipeline lehnt. An der Pipe dann ein roter Punkt…
…das kann doch jetzt nur ein Scherz sein oder? Vollbeladen besteigt Pempi die Leiter zuerst und krabbelt ein wenig verunsichert und wackelig auf das Rohr. Steil steigt sie an und besonders breit und trittsicher ist so ein Metallrohr auch nicht eben…:(

[Pempi, poste doch mal bitte n Screen aus dem Film. Ich habe kein Foto gemacht]

So geht es ein ganzes Stück auf der Pipeline bergan, bis unter uns wieder gehbares Terrain ein Abspringen ermöglicht.
Schlussendlich kommen wir oben an. Oben ist hier keine Bergspitze, sondern ein See, aus dem das Kraftwerk 400m unter uns gespeist wird. Wow. Hier gibt es keine spitzen Steine. Hier gibt es eigentlich überhaupt keine Steine, sondern nur einen sanft geschwungenen naja…öh massiven Steinboden, der sanft in den See übergeht. Herrlich. Hier machen wir Rast und genießen das Erreichte. Beim Händewaschen im See bekommt Pempi dann schließlich dieses funkeln in den Augen, was mir bedeutet: oh je, nun heckt er wieder was Diabolisches aus. Und tatsächlich. Die Wurst will tatsächlich in diesem wunderschönen, klasklaren aber auch ebenso eiskalten arktischen See BADEN!!! So scheinheilige Argumente wie: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ werden mir entgegen geschmettert, auf die ich für mich nur stumm „warum überhaupt?“ antworte. Ach Gott was solls. Man ist nur einmal Jung und kriegt nicht gleich n Infarkt (hoffentlich^^) bei -500.000° kaltem Wasser.
Also, Videocam an, Klamotten aus und rein da. Schon an den Füßen tut es irgendwie weh. An ein langsames Reinwaten ist bei den Temperaturen nicht zu denken und so macht Pempi es vor…Knietief auf einem Stein stehend wagt er unter Gekreische und Gepruste den Sprung in die Kryogenie. Dann folge ich etwas zögernd. Es ist so eiskalt, dass die Augen kurz flimmern und die Brust so eng wird, dass ich kaum noch atmen kann. Um es mit den heiligen Worten der Jungfrau Maria zu sagen: Scheiße Kalt!
So bleiben wir auch nicht die nächsten Stunden drin, sondern verkriechen uns recht schnell wieder ans Ufer, wo Pempi für die Dramaturgie des Filmes gleich noch mal reinspringt. Die spinnen die Krabbenkamper. Wieder draußen an der warmen Sonne, auf den warmen Steinen fühlt es sich jedoch herrlich an. Die Haut ist perfekt durchblutet, kribbelt und pulsiert vor sich hin während wir uns Skorpa mit Himbeermarmelade beschmieren und zum Überleben beglückwünschen. Im Nachhinein bin ich dem Don und seinen Überredungskünsten durchaus dankbar. Im Kopf habe ich so ein eigenartiges Gefühl der Leere, was sonst ganz gerne nach dem Abkühlen nach Saunagängen auftritt (kennt das jemand?) Alles ist schön!

In der Zwischenzeit sind die völlig verschwitzten Klamotten auch schon wieder gänzlich trocken, sodass wir uns nach längerer Pause an den weiteren Aufstieg machen müssen. Es sieht nach Schlechtwetter aus und wir sollten noch ein Stückchen weiter kommen.
Heute scheint entweder Pempis Hochtag zu sein, oder das Wasser hat ihn irgendwie gedopt. Anyways, der geht ab wie Schmitz Katze und wuselt den Berg in ungeahnter Geschwindigkeit hoch.
Auf der anderen Seite des Berges geht es dann die selben 200Hm wieder bergab bis wir über doch ziemlich schwieriges Terrain die andere Seite des Sees erreichen.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag13/5.jpg

Das Wetter ist mittlerweile zugezogen und so schlagen wir hier unser Zelt auf. In Anbetracht der Tatsache, dass ich für die Strecke viel mehr Zeit veranschlagt habe, liegen wir perfekt im Zeitplan.
Kaum steht das Zelt, fängt es auch schon an zu regnen und wir machen es uns frisch und glücklich aber erschöpft im Zelt gemütlich. Es gibt den letzten Kaffe und dazu große 750g Portionen Ravioli aus der Dose (Oh Gott haben wir das wirklich hier hochgeschleppt???)
„Wir“ machen uns ans Tagebuchschreiben und wie könnte es anders sein, ist Pempi auch schon wieder eingeschlafen, bevor ich den Kuli zücken kann. So, jetzt muss ich das einfach mal dokumentieren. Also Kamera rausgekramt und mit etwa 5cm Abstand vorm Gesicht ausgelöst. Dabei sei angemerkt, dass die 20D einen Spiegelschlag hat, der in diesem Moment wohl von einem US Spionagesatelliten als unangekündigter norwegischer Atomtest aufgefasst wird…
Der Kerl ist einfach nicht wachzukriegen. Aber lustig sind die Bilder schon…


http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag13/6.jpg

Gute Nacht.

Pempi
14.11.2007, 22:43
SCHNAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRCHHHHHHH!!! - Das Beste Bild der Reise

http://www.freidenker.net/memberdata/pipe02.jpg

http://www.freidenker.net/memberdata/pipe01.jpg

rumtreiberin
14.11.2007, 23:02
Endlich gehts weiter! ist ja schon fies wie ihr uns hier nach jedem Häppchen Story betteln laßt!:grrr:

KuchenKabel
14.11.2007, 23:16
Noch fieser ist es Screenshots aus dem Film zu posten :motz:! Ob daraus ein Weihnachtsgeschenk wird :bg:?

Mika Hautamaeki
15.11.2007, 10:29
Danke!!!Du hast mir de heutigen Tag gerettet!
Gibt es das auch irgendwann in gedruckter Version oder als pdf zum runterladen?

Werner Hohn
15.11.2007, 11:14
Mit der Druckfunktion des Forums lässt sich das ganz komfortabel ausdrucken oder abspeichern. Dann kann man vor dem Druck die Kommentare entfernen. Habe ich auch schon gemacht.

Werner

BubiBohnensack
18.11.2007, 19:09
12.8.2007

Wir wachen auf und hören: Regen. Also locker bleiben, ne ruhige Kugel schieben und weiterschlafen. :cool:
Einige Stunden später nutzen wir eine Regenpause zum Aufbrechen. Im Zelt wird noch eine Packung Skorpa mit Himbeermarmelade verputzt bevor es an den letzten größeren Anstieg vom Grat zur Munkebu Hütte geht. Es ist immer noch regnerisch, der Pfad recht glatt und matschig aber verlichen mit dem, womit wir am Vortag zu tun hatten vergleichsweise leicht. Nach einer Stunde wandern kommen uns Tagesausflügler entgegen, die anscheinen bis zur Munkebu Hütte laufen wollen. Es sind eine Menge Italiener dabei, die mit T-Shirt und Turnschuhen unterwegs sind. Kann man machen, muss man nicht. :(


http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag14/1.jpg

Es geht von hier nur noch bergab bis hinab nach Sorvagen an der Küste. Es hängt ständig auf Regen und immer mal wieder setzt es ein Schauer. Der Weg kommt uns zwar mittlerweile recht einfach vor, ist aber objektiv betrachtet noch immer ein ganz anderes Kaliber als z.B. der Kungsleden.

http://www.vincent-kleine.de/kungslofoten/tag14/2.jpg

Mit Sorvagen schon in Sicht, und 200m vor Pfadende wird Pempi ein letztes Mal seinem Ruf voll und ganz gerecht, rutscht aus und mault sich einen hübschen Stein hinab. Zum Glück fällt man bei so was immer auf den federnden Rucksack, sonst hätte Pempi wohl schon einige Wirbelsäulenbrüche davongetragen ;)
Wir freuen uns schon auf einen dekadenten Festschmaus und machen uns auf den Weg zu Jokers, den Pempi ein paar Tage vorher ja bereits vom Boot aus konsultiert hat. Dort angekommen müssen wir dummerweise feststellen, dass Sonntag ist, und der Laden geschlossen hat. :motz:
Die Strapazen von gestern und ein wenig von heute stecken in unseren Muskeln und so machen wir uns ein wenig schlapp und frustriert auf dem Weg nach Moskenes in der Hoffnung dort auf eine Tankstelle mit angeschlossenen Shop zu treffen. Doch es kommt viel besser. Am Anleger (Moskenes ist einer der wenigen Möglichkeiten auf die Lofoten zu gelangen) treffen wir auf Menschenmassen, die auf die Fähre warten und ein ausgebuffter Norweger hat hier ganz marktorientiert einen Imbissladen/FastFood Restaurant von der größe eines mittleren Burger King hingestellt. Die Preise sind vergleichsweise human und so ist der Laden auch vollkommen überlaufen. Alle Tische sind belegt und die niedliche Aushilfskraft, mit ihren Nerven völlig am Ende, bedeutet uns, dass die Burger mindestens eine halbe Stunde dauern werden. Wie auf Kommando gesellt sich ein Mann zu uns an den Schalter und moniert, dass er nun schon seit über 40min auf sein Essen warte. Uns ist es jedoch egal. Hier ist es mollig warm und trocken. Außerdem ist ein Tisch frei geworden und so chillen wir uns mit unseren Getränken hin und blühen nach dem 3h Marsch im mehr oder minder Dauerregen wieder auf.
Unsere beiden Burger bekommen wir 5min zeitversetzt aber latex – das lässt sich essen! Danach kredenzen wir uns noch jeder einen Riesenschokomuffin und machen uns auf zum Campingplatz, wo wir für gut 12€ unser Zelt aufschlagen dürfen. Mir ist schleierhaft wieso manche freiwillig auf Zeltplätzen übernachten, mein Ding zumindest ist es nicht. Immerhin gibt es eine Dusche (gegen Geld), eine Waschmaschine und einen Trockner, die jeweils 4€ kosten. Wir nutzen den letzten Rest Outdoorseife von Globi als Waschmittel und freuen uns schon auf frische, saubere und warme Klamotten.
Mit Keksen und IceTea fläzen wir uns an die Kaimauer und lassen nun, da der aktive Teil des Urlaubes vorbei ist zum Sonnenuntergang unsere Reise nicht ohne eine gewisse Sentimentalität noch einmal revue passieren.

Am nächsten Vormittag geht es auf die Fähre nach Bodö. Das Wetter hat wieder einmal komplett umgeschlagen und so genießen wir zum Abschied von den Lofoten noch einmal bestes Wetter auf dem Panoramadeck der Fähre. Wir setzen uns nach hinten und beobachten in den nächsten 1.5 Stunden, wie die Lofoten langsam kleiner werden und schließlich ganz verschwinden. Danke für alles und bis zum nächsten Mal!
Auf der Fähre bekommen wir mit, dass die Jugendherberge in Bodö seit einiger Zeit geschlossen hat und grübeln, wie wir den Abend und die Nacht verbringen wollen, bis wir am nächsten morgen ganz früh um 7:00 den Flieger gen Heimat nehmen.
Bodö stellt sich als nicht zu kleine Stadt heraus. Sofort flammt der in den letzten 2 Wochen so schmerzlich unterdrückte Wunsch nach einem BurgerKing wieder auf und wir laufen los. Am Anleger kein BurgerKing. Am Bahnhof kein BurgerKing. Die Norweger wissen eventuell gar nicht was sie kulturell und kulinarisch verpassen. :grrr:
Wir treffen irgendwann auf einen privaten Burgerladen, der sehr einladend und lecker ausschaut und beschließen hier unser Mittagessen zu uns zu nehmen. Nach anfänglichen Verständnisproblemen seitens des Burgerbratmeisters genießen wir schließlich unsere Whopper und beobachten das Geschehen auf der Hauptstraße vor uns.
Wir müssen Feststellen: Auch hier im hohen Norden Norwegens ist man nicht vor Spackos in tiefergelegten alten BMWs mit Blondine auf dem Beifahrersitz gefeit. Doch auch die anspruchsvollere Art des Posens wird zelebriert. In unserem Fall von einem Kerl, der mit einem 50er Jahre Chevy Impala Convertible (das Ding mit den Heckflossen) seine Runden dreht und alle 5-10 Minuten an unserem Laden vorbeiblubbert…
Nachdem wir aufgegessen und zu ende gechillt haben, frage ich im Aufbruch noch die Bedienung, ob es denn hier gar keinen Burger King gäbe. Und was sie da sagt kann ich ihr zunächst nicht glauben. Es ist als spräche Jesus durch ihren Mund in mein Ohr als sie mir verkündet, dass der nächste Burger King quasi gleich um die Ecke liegt. Ich höre Engel ein Hallelujah anstimmen und Posaunen lassen die himmlische Fanfare erklingen.
Das müssen wir verifizieren. Man lotst uns in das lokale Einkaufszentrum und tatsächlich: ein weiß-rot leuchtendes Schild kommt dem heiligen Gral gleich.
Wir stehen vor einem Dilemma – gerade erst haben wir zwei dicke Burger verdrückt und Pempi merkt ganz richtig an, dass wir in diesem gesättigten Zustand einen DoppelWhopper gar nicht richtig genießen könnten. Ich muss ihm zustimmen und so trotten wir weiter nicht ohne vertraglich festzuhalten, dass wir in wenigen Stunden hier unser Nachtmahl verzehren werden.
Wir schauen uns noch ein wenig im EKZ und in der Fußgängerzone um und grübeln gerade an einer Tourist Information wie wir unseren Abend verbringen wollen, als uns auf dem Stadtplan ein Kino ins Auge fällt. Keine 200m von hier und in der Nähe von BK. Hallelujah hin da. Zur Auswahl stehen Ewan Allmighty, Fantastic Four, Harry Potter V und noch einige kleinere Filme.
Wir können uns auf Harry Potter einigen und wollen gerade die Karten kaufen, als uns mitgeteilt wird, dass nur noch ein Platz frei ist. Och nö das kann doch jetzt nicht deren ernst sein. Also muss ein wenig Überzeugungsarbeit geleistet werden. „We don’t need a chair, we can sit on the stairs or on our rucksacks you know!!!“ – kritische aber freundliche Blicke. Man hält Absprache untereinander und nach ein paar Minuten: “ok, ok it’s possible” Yehaw. Das Kino akzeptiert jedoch weder EC noch Kreditkarten und so muss ich erst noch zu einer Bank rennen, um Bares anzuschaffen, doch dann steht dem Abenteuer „Kino in Norwegen“ nix mehr im Wege. Die Leinwand von Kino 1 ist etwa so groß wie zwei Schultafeln und irgendwie scheint jeder jeden zu kennen. Kennen tut Pempi von Harry Potter übrigens überhaupt nichts. Weder Buch noch irgendeinen Film. Also verklicker ich ihm kurz die Handlung bis Teil 5 und dann geht’s auch schon los. Die norwegische nationale und insbesondere die lokale Werbung von irgendwelchen kleinen bodöischen Läden ist einfach herrlich und der Hauptfilm geht in Ordnung.
12€ haben die Karten im Endeffekt pro Person gekostet, aber das war es Wert so als Abschluss der Reise.
Nach dem obligatorischen BurgerKing geht es dann zu Fuß zum Flugplatz, wo wir die wenigen verbleibenden Stunden auf einer Couch verbringen werden, bis wir am nächsten Tag früh morgens in den Flieger nach Oslo steigen. Hier haben wir eine Stunde Aufenthalt bis der nächste Flug nach Kopenhagen geht und wir vergnügen uns in diversen Kiosken und Elektroniklädchen. Wie üblich vergessen wir völlig die Zeit und stellen irgendwann fest, dass unser Flieger schon am Boarden ist. Im Eiltempo stratzen wir von einem Ende des Flughafens zum anderen und erreichen zum Glück noch den Flieger. In Kopenhagen geht es recht pronto weiter nach Hamburg, wo wir schließlich von einem Freund abgeholt werden und unseren heimischen anvertrauten BurgerKing besuchen, bevor sich unsere Wege schließlich trennen… :roll:


Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen noch einmal rückblickend etwas zum Urlaub generell, zur Ausrüstung etc schreibe. Aber der Bericht über die zwei Wochen sei hiermit nach fast 20.000 Wörtern abgeschlossen. :p

Ich bedanke mich noch einmal für die Hilfe, die ich hier im Forum bekommen habe. Ohne sie wäre die Reise in der Form nicht möglich gewesen. Danke!

Waidmann
18.11.2007, 19:41
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Respekt und eines der größten Dankeschön welches ich je losgeworden bin!!!!!!!!

Wenn der Film nur halb so gut wird wie der Bericht erkläre ich euch zu meinen persönlichen Helden auf Lebenszeit!

KuchenKabel
18.11.2007, 19:48
Ich hätte nie gedacht, dass es noch größere BurgerKing Fanatiker gibt als uns. Hut ab dafür :bg:! Ich ziehe ebenfalls den Hut vor diesem genialen Bericht. Bleibt nur noch eine Frage. Wann kommt der Film :grins:?

Roene
18.11.2007, 21:36
12.8.2007

Am Anleger (Moskenes ...) ...Imbissladen/FastFood Restaurant von der größe eines mittleren Burger King ...die niedliche Aushilfskraft,...




Wenn das die gleiche wie im Sommer 2006 war, kann ich das "niedlich" unterstreichen... ;-)


Sehr schöner Bericht!

Gruß, René.

Mika Hautamaeki
19.11.2007, 09:33
Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

doesse
19.11.2007, 10:09
Vielen, vielen, vielen Dank an euch. Absolut grossartiger Bericht mit wundervollen Fotos, macht schnell den Film fertig, ja ?
Ansonsten kann ich nur sagen: Fahrt schnell wieder in einen Urlaub, damit ihr einen neuen Bericht schreiben könnt/müsst ;-)

Gruss,
/doesse

Sam
19.11.2007, 11:02
Toller und sehr kurzweiliger Bericht! Vielen Dank :bg:
Weitere Infos zur Planung, Ausrüstung, Kosten etc. wäre sehr willkommen!

PharmazieFlip
19.11.2007, 14:24
super bericht

respekt!


aber das mit der ausrüstung hättest du nicht sagen sollen, jetzt warten wir nämlich schon darauf :bg: :baetsch: ;-)

svenio
19.11.2007, 22:47
Vielen Dank, es war mir ein Fest!!!

BubiBohnensack
20.11.2007, 23:04
Post Scriptum

So, da ihr nun alle über den Verlauf des Urlaubes informiert seid, wollte ich noch einmal auf Herangehensweisen, Vorbereitung, Ausrüstung etc zu sprechen kommen.

Planung:
Ich hatte mir irgendwann mal in den Kopf gesetzt eine „Wildnistour“ zu machen. Also aus Sicht des zivilisierten Stadtmenschen so richtig outlawmäßig unterwegs sein ;)
Wie Anfangs erwähnt, bin ich schon mehrmals mit dem Auto durch die Gegend gefahren, jedoch meistens nur zur Durchreise (Lofoten, Nordkap etc). Zu Schweden und Norwegen habe ich seit ich das Land 1997 zum ersten Mal besucht habe eine Affinität und so war ich sicherlich an die 50x dort und habe das Land lieben gelernt. Zivilisiert, wohlhabend, offen freundlich, einfache kommunikation, hoher Lebensstandard (u.a. auch medizinisch) etc sind alles Wohlfühlfaktoren, die man bei Schweden und Norwegen auf der Haben Liste verbuchen kann.
In einer Geo habe ich dann eine Fotoserie gesehen und bin so auf den Kungsleden aufmerksam geworden. Ich konnte mir zunächst einmal überhaupt nichts drunter vorstellen und so ging die Recherche los (nur Internet). Schnell kamen noch andere Möglichkeiten in Frage z.B. Nordkalottleden, Padjelanta, Sarek etc
Der Kungsleden ist es im Endeffekt geworden, da ich viele halbwegs ausführliche und scheinbar zuverlässige Reiseberichte finden konnte, die den Weg als landschaftlich schön und wild aber mit dem letzten bischen Zivilisation (Hütten, Shops, Notruf) beschrieben – also Punkte, die nicht so verkehrt sind, wenn man das erste mal mit Rucksack in der Gegend unterwegs ist und Erfahrungswerte was z.B. Essensrationen angeht fehlen.

Wie beschrieben sind wir mit Ryanair von Hamburg Lübeck nach Stockholm geflogen. Das lief wie immer unkompliziert, ist nur recht juckelig. Von Hamburg nach Lübeck, dort lange warten und in Stockholm auch noch mal gute 1,5h bis in die City.
Mit Hilfe dieses Forums habe ich alle notwendigen Links zu Transportunternehmen gefunden. Also den Bustransport von Stockholm Flughafen zum Bahnhof und den Veolia Transport Nachtzug gen Norden. Ebenso von Kiruna nach Nikkaluokta.
Es bestand auch die Möglichkeit mit Flynordic hochzufliegen, aber die günstigen Termine hätten zu ein paar Tagen Urlaubsausfall geführt, da sie für meine Urlaubszeit nicht optimal lagen.
Nach einigen langen Abenden Fahrplankunde (Rynair -> Bus -> Nachtzug) haben wir dann eine sehr passable Möglichkeit gefunden, die nahezu perfekte Anschlüsse und einen zeitlich optimalen Start der Wanderung ermöglicht.
Alle Tickets haben wir ausnahmslos online gebucht und ausgedruckt. Das geht mit Kreditkarte klaglos und spart jede Menge Stress durch Zeitnot.

Etwas verschätzt habe ich mich zugegebnermaßen mit der Gas-Situation in Stockholm. Da war ich im Prinzip ein wenig leichtgläubig weil ich dachte, dass 2h Aufenthalt in Stockholm reichen, um Abendzuessen, komplette Verpflegung einzukaufen und Gas zu besorgen.
Das Abendessen ging gut, Lebensmittel waren um die Uhrzeit an einem Sonntag schon schwierig und so haben wir nur einen kleinen Laden gefunden, wo wir das nötigste kaufen konnten, um die nächsten 1-2 Tage zu überbrücken. Gas wurde auf Kiruna vertagt.
Der Zug gen Norden ist ansich auch völlig unkompliziert. Einmal muss man umsteigen – dies war meine größte Sorge. Doch der Anschlusszug wartet immer und geht direkt vom gegenüberliegenden Gleis, sodass alles nach Plan lief.
Im Zug hörte ich dann eine Gruppe schwedischer Wanderer von dem Helikopter reden, den auch Järven mir hier im Forum genannt hatte. Ich hatte bloß vergessen mir die Nummer rauszusuchen (zum Reservieren!?), und habe die Nummer von den Schweden bekommen und auf Drängen Pempis aus der Bahn heraus gleich für den nächsten morgen den Flug klargemacht, was recht entspannt war.
Das einzige Ticket, was wir nicht online gebucht hatten war das Busticket von Kiruna nach Nikkaluokta aber auch dies ging glücklicherweise flutschig wie im Reisebericht beschrieben.
Wir waren da natürlich ein wenig blauäugig – denn hätte es in Nikkaluokta kein Gas gegeben, wären wir reichlich gefickt gewesen ;)
Aber es ist ja alles gutgegangen und so kamen wir schon am Ende des 2. Reisetages am Startpunkt der Reise an. Ohne Stress, ausgeschlafen und fit.
Wir haben beide für die Reise gesagt, dass wir nicht jeden € umdrehen, sondern das kaufen, wonach uns ist und was halt nötig ist. Mann kann sich über die hohen Preise in den Hütten ärgern oder sie als tolles Angebot für Menschen, die weniger schleppen wollen, sehen. Wir gehören zur letzteren Spezies und haben uns bis auf eine Packung Müsliriegel ausschließlich von den Hüttenshops ernährt. Wo wir gleich beim Punkt Nahrung sind.

In Stockholm haben wir uns neben Fertigdosen für den nächsten Tag in weiser Voraussicht Honig, Instant Espresso und öh noch was? Achja, Wasserflaschen gekauft.

In dem großen Shop der Kebnekaise Hütte haben wir uns dann für die nächste Woche jeder jeweils eine Trekkingmahlzeit pro Tag + 1 Reserve gekauft. Dazu dann eine Packung Müsli. Der Einkauf hat alleine fast 100€ gekostet, war aber eine der besten Entscheidungen des Urlaubes, denn die rot-orangen Trekkingmahlzeiten von Real Turmat gibt es nur hier und nicht auf dem Kungsleden selbst!!! Dort gibt es nur so mittelmäßige Blaband Dinger, die man natürlich auch essen kann.

Je nach Lust und Laune haben wir also morgens den Tag mit Frühstück eingeleitet, oder sind erstmal losgelaufen, um dann nach 1-2h unser Müsli einzunehmen. Fruchmüsli mit Honig und Wasser aus dem Bach schmeckt einfach einmalig lecker und gibt enorme Power.
Ich habe mir vor der Reise ein Berghaferl gekauft und muss sagen, dass es eines der besten Ausrüstungsgegenstände war. Grundsolide, leicht und perfekt in der Handhabung. Es passt viel mehr rein als man denkt, und die anatomische Form macht es so super griffig, dass überhaupt keine Gefahr eines Umsturzes o.ä. besteht. Bei heißen Getränken (Kaffe, Müsli mit heißem Wasser <-mjamjam) fungiert das Berghaferl zudem als prima Handwärmer. Also rundum perfekt und eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Meist sind wir dann so gegen Mittag zu den Shops gekommen und haben uns dort immer eine neue Packung Müsli und Fruchtcocktails in ner Dose (425ml) gekauft. Man mag das Luxus nennen bei Preisen um 3-6€ aber so what. Es schmeckt superlecker, bringt Energie und ein bischen frische Gemüse und Obstgeschichten sind bei ansonsten Fertignahrung und Müsli keine verkehrte Sache. Und wenn es nur für die Psyche ist.

Also gab es dann Mittags Müsli mit Fruchcocktails (Birne, Pfirsich oder Multivitamin).
An besonders harten Tagen (z.B. Kungsleden Besteigung haben wir alle 2h eine Müslipause gemacht. Die stärkende Wirkung hätte ich nie so stark eingeschätzt und wir waren richtiggehend traurig, als uns oben die erste Packung ausgegangen ist ;)

So am späten Nachmittag haben wir uns gelegentlich an gemütlichen Plätzen eine Fertigmahlzeit reingezogen und dann Abends noch einmal, was uns nach 3 Tagen dazu zwang Fertigmahlzeiten nachzukaufen. Das ist natürlich mit etwas über 20€ Nahrung pro Tag nicht ganz billig aber eine leckere Sache. Und das letzte was ich will ist mir einen so geilen Urlaub durch Magengrummeln kaputt zu machen.
Die Köchelei in irgendwelchen Nothütten waren auf jeden Fall ein Höhepunkt der Reise. Äußerst gemütlich, sehr kommunikativ und entspannend.

Die Trekkingmahlzeiten am Abend waren jedes Mal ein Ereignis und schmeckten uns nach den anstrengenden Tagen besser als jedes 3 Sterne Menue.

Zu unseren Wanderzeiten sei gesagt, dass wir zwar prinzipiell immer einen Wecker gestellt hatten, aber nie dann aufgestanden sind, wenn er geklingelt hat, sondern tendenziell 2-3h später :bg:

Skandinavien bietet im Sommer einfach den unschätzbaren Vorteil, dass es nie dunkel wird und damit nicht vor Einbruch der Nacht ein Zeltplatz gefunden sein muss o.ä.
Wir sind beide tendenziell Nachtmenschen und so sind wir nur sehr selten vor 11 Uhr losgekommen.
Wir haben recht schnell festgestellt, dass Nachmittags ein Leistungstief herrscht und das Problem gelöst, indem wir uns in der Zeit faul irgendwo hingehauen haben. Meistens mit ner Trekkingmahlzeit, Kaffe und Whisky.
Nach dem Aufbruch am Morgen sind wir also gute 10km gegangen und dann für 1-5h an schönen Plätzchen hängengeblieben und einfach nur genossen.
Danach fällt das Weitergehen erstaunlich leicht, da insbesondere die Füße während der Lüftungsstunden herrlich entspannen können, sodass wir je nach Abfahrt (19-21:00) zur späten Stund am schnellsten vorrankamen und häufig weit übers eigentliche Ziel hinaus geschossen sind. Meist war es dann gar keine Müdigkeit oder Schmerzen, die uns zum Zeltaufbau zwischen zehn und Mitternacht brachten, sondern einfach nur Appetit auf die geilen Real Turmats :cool:
Außerdem ist das Licht zu diesen späten Stunden schöner, was nicht zu vernachlässigen ist.

So, was gibt es noch zu sagen – die Ausrüstung bzw mitgenommenes Zeug.

Ich hatte mit:

Bach Slim Mac 2 (65+ Liter)
Therm A Rest Classic Standard Lite
Marmot Sawtooth

1x FourSeasons G1000 lang
1x FourSeasons G1000 ZipOff
1x FourSeasons lange Fleece Unterhose
3x reguläre Baumwoll Boxershorts

1x TNF KuFa T-Shirt
1x Tchibo KuFa T-Shirt
1x FourSeasons G1000sc Hemd

1x Falke Wolle/Kufa Socken
1x Woolpower Socken

1x Marmot Hybrid Jacket (Goretex XCR+Paclite)
1x Marmot TR6 Kufa Isolationsjacke
1x BlackBear Fleece (100-200)

1x Lowa Boots

Zahnputzzeug, Berghaferl, Lexan Besteck, Minideo, Notfallbox, Blasenpflaster, Betaisodonna etc
1x mini Handtuch

Noch was? Öhm ich glaub nicht. Mein Pfefferspray haben mir die Penner von der Flughafensicherheit aus dem aufgegebenen Gepäck gefischt…

Achso Photo:
Brusttasche mit Canon DSRL + Superweitwinkel + 4 Akkus (1,5 benutzt) + 12gig Speicherkarten + Telezoom (quasi gar nicht benutzt) + kleines Stativ (selten)

Zelt: Marmot Bise 3p


Beobachtungen zu den Dingen:
Der Rucksack ist grundsolide und nicht klein zu kriegen. Aber auch recht schwer und im Endeffekt knapp bemessen was das Volumen anbelangt.
Ich hatte Anfangs so einige Probleme mit Scheuerstellen an der Hüfte, die sehr unangenehm wurden. Das hat sich zum Glück nach 3-4 Tagen gegeben. Danach war er sehr angenehm zu tragen. Mir fehlen Vergleichswerte deshalb kann ich hier nichts weiter sagen.

Die Therm-A-Rest gehört zu den billigen und dünnen Derivaten und ist dementsprechend recht hart aber hübsch klein zusammenpackbar (geht zusammen mit dem Schlafsack ins Schlafsackfach des Rucksacks!) Keinerlei Probleme zu vermelden. Solides Ding und nach nem Trekkingtag brauchts eigtl gar keine Matte um zu Pennen ;)

Marmot Sawtooth Schlafsack: Schönes Ding. Wobei ich auch hier wieder sagen muss, dass mir die Vergleiche fehlen, da es mein erster besserer Schlafsack (220€ UVP) ist.
Ich habe sehr gut in ihm geschlafen. Das Klima ist wunderbar, er ist sehr geräumig (ich schlafe tendenziell in Embryohaltung) und hat einen schönen Griff. Bedenklicher stimmt mich, dass jede Nacht ein paar Dauen rausgekrochen sind und dass er bei Feuchtigkeit sofort tierisch zu müffeln beginnt. Er hat mich mehr als warm genug gehalten. Außer Shorts hatte ich auch bei den nächten um 0° nichts weiter an.

Die zwei FourSeasons Hosen haben ich aus Kostengründen gekauft. Es sind beides dreiste Kopien von ziemlich genau doppelt so teuren Fjällraeven Hosen. Gleiches Material, identischer Schnitt, identische Taschen. Bis auf das Logo und 1-2 Knöpfe sind die Hosen gleich.
Die lange Hose habe ich vorher nicht gewaschen, sodass das Wachs des Herstellers für besseren Windschutz drin bleibt, die ZipOff habe ich 3x gewaschen, damit sie luftig locker und leicht ist für die warmen Tage.
Zum Material und Tragekomfort muss man nichts weiter sagen. Das ist top. Kaputt zu kriegen ist der Stoff nicht so leicht und ich kann gut verstehen, warum G1000 im schwedischen Fjäll entwickelt wurde – hier gehört er hin. Nur gegen Funken ist er allergisch. Die führen sofort zu kleinen Brandlöchern.
Beide sind gegen leichtes Nieseln gut dicht und trocknen in Rekordschnelle.
Beide Hosen haben durchgehalten – allerdings ist bei der einen nach der Reise der Verschluss abgerissen…

Die lange Fleece Unterhose hatte ich nicht im Gebrauch. Aus Island kann ich aber sagen, dass sie solide und warm ist. Punkt aus.

Obenrum hatte ich meist das TNF Kufa Shirt aus irgendeinem Polartec Derivat an. Es ist federleicht, luftig, anscheinend robust genug und überhaupt – toll. Ich habe es mir nach dem Urlaub gleich noch 2x für Fotojobs gekauft.

Das Tschibo Dingen ist nicht ganz so geeignet, weil es weiß ist ;) – aber ich hatte halt kein Geld mehr für andere Oberteile und ich wollte mit mehr als einem T-Shirt loslaufen.
Damit sah ich tendenziell immer n bisl schlampig bedreckt aus hehe.
Außerdem ist es nicht so schnell trocknet wie das TNF.

Das FourSeasons Hemd hatte ich nur 2x an. Ich mag Hemde nicht so gerne. Hinzu kommt, dass es sich schnell nass anfühlt, keinen Windschutz bietet und man überall drin verhakt (Rucksack z.B.)
Sieht natürlich irgendwie ganz expeditionlike aus aber…naja.

Die Socken haben sich beide super geschlagen. Sehr bequem, erstaunlich müffelarm und überhaupt. Die Falke mochte ich dabei n Tick lieber.

Die Marmot Hybrid Jacke hat gut funktioniert. Ich hatte ein wenig bedenken, ob des Rucksackeinsatzes etc. Aber eine Jacke ist halt ein Gebrauchsgegenstand und die 4 Wochen im Jahr, an denen ich sie anhabe sollten schon in Ordnung gehen.
Das Material ist ein wenig stumpfer geworden aber was solls. Sie passt mir perfekt, die Kapuze ist super, der Kragen ist bis über die Nase zu schließen. Regen ist keiner durchgekommen und im direkten Vergleich zu Pempis Blackbear Jacke hat sich doch gezeigt, dass es sich lohnen kann in was teureres zu investieren. Vom Schwitzen abgehalten hat sie mich im Endeffekt natürlich überhaupt in keinster Weise, sodass bei Regen und Laufen trotzdem Nässe herrschte – aber Pempi war meist schon nach wenigen Minuten durch wie nach nem Tauchgang.

Die Tr6 habe ich für Pausen und Lagerabende mitgenommen und wollte sie da auch nicht missen. Es ist herrlich in eine warme, trockene Jacke zu steigen und so, mit den Beinen im Schlafsack steckend das Essen zu Bereiten. Daunenjacken sind sicher wärmer, aber zusammen mit nem Fleece und ner Hardshell hat sie auch auf Island im Februar -20 abgehalten. Schönes Ding.

Das BlackBear Fleece ist mein inoffizielles Lieblingsstück. Für 29€ bringt es tolle Passform, Wärme und eine Dauerhaltbarkeit die kaum besser sein könnte. Hinzu kommt, dass das Ding einfach nicht anfangen will zu müffeln.
Ich habe es jeden Tag getragen. Auf den Kebnekaise hoch und an kalten Tagen ständig (und ständig durchschwitzt) und an warmen Tagen bei Stops. Abends im Zelt hat es einen prima Kopfkissenersatz abgegeben. Einfach perfekt.

Lowa Boots:
Ich habe irgendwo geschrieben wie sie heißen, jetzt habe ichs vergessen und bin zu faul nachzugucken ;)
Sie bieten tollen Grip, sind extrem Kippstabil aber bieten gleichzeitig schön Bewegungsfreiheit. Die Sorge vor irgendwelchen Abknickern an Steinkanten entfällt völlig.
Massiv negativ fällt auf, dass sie nicht komplett dicht sind. D.h. ich hatte zu Beginn der Reise nach den schweren Regenfällen am Keb und den Furten ständig feuchte Füße. Ebenso auf den Lofoten wo wir häufiger durch Matschpfützen mussten.
Das suckt wirklich. Ich wollte sie auch zurückgeben, aber meine Faulheit hat mich dann davon abgehalten :cool:

Zelt: Marmot Bise 3p
Ich bin 1,88 groß, habe also einen 2,20 langen Daunenschlafsack, der nicht sonderlich wasserresistent ist. Ich habe lange nach einem Zelt gesucht, dass eine Liegelänge aufweist, die es mir ermöglicht ausgestreckt zu liegen, ohne oben und unten ans Innenzelt zu stoßen. Damit fiel z.B. jede Form von Hilleberg Zelten, die es für den Zweck gut getan hätten weg.
Genauer gesagt ist mir nur ein Zelt aufgefallen, was wirklich massiv Platz hat in dieser Beziehung…und nicht nur in dieser.
Das Zelt kann man mit 3 Personen nutzen – aber das würde ich nur mit zwei Mädels tun. Zu zweit bietet es luxuriösen Platz. Mit 2,70m Innenzeltlänge gibt es mehr als ausreichend Platz alle wichtigen Dinge wie Photoequipment etc mit reinzunehmen und breit genug ist es allemal. Die Höhe reicht auch für große Leute zum entspannten aufrechten Sitzen und führt zu einem enormen Platzgefühl.

Es hat zwei Eingänge und zwei Apsiden. Die auch fast der einzige Schwachpunkt sind. Denn sie sind für meinen Geschmack zu klein. Zu klein, weil die Trekkingrucksäcke immer viel Berührung mit dem Außenzelt hatten und dementsprechend gerne mal Kondensfeuchte, die dort herunterläuft aufgesogen haben. Das ist wirklich etwas unschön.

Der Aufbau ist ein Kinderspiel und gelingt in kürzester Zeit. Viele Abspannmöglichkeiten hat es jedoch nicht. Wir haben jedoch auf der ganzen Reise kein einziges Mal eine Abspannung benötigt und nur zweimal wirklich gespannt – nur damit wir uns wohlfühlen.
Das Zelt steht allein durch die Bodenverankerung wie ne eins.
Viele Detaillösungen wie z.B. die Höhe des AZ über dem Boden sind sehr pfiffig.

Alles in allem: Top!


So, jetzt mache ich Schluss. Bei konkreten Fragen -> Fragen!
Ich meld mich später noch mal.

X-13
21.11.2007, 14:40
Ich kann mich nur wiederholen aber der Bericht ist so etwas von

Wundervoll!!!
Wundervoll!!!
Wundervoll!!!

Auf den Film warte ich auch gespannt :bg:

Und den ganzen Bericht einmal zusammenhängend wäre toll (besser zum lesen(PDF oder co))

PharmazieFlip
21.11.2007, 18:35
hast du mal einen link zu den fjällrävenkopien von four seasons?

Mr.Sunrise
21.11.2007, 19:31
Vielen, vielen Dank für diesen großartigen Bericht! Es war eine wahre Freude zum lesen. Und jetzt heißt es dann noch - sich auf den da noch kommenden Film freuen.

Gruß
Daniel

Onyx
22.11.2007, 10:43
@Komi$ch
Es gibt mehrere "Fjallraven Kopien" von Four Seasons aus Mischgewebe das ist nicht exakt das G1000 das es bei Fjallraven gibt aber vergleichbar weil sie das gleiche mischverhältniss aus BW/Polyester benutzen z.B:

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=sk_41405&k_id=0004&hot=0

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=sk_41551&k_id=0004&hot=0

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=sk_41604&k_id=0007&hot=0

Die Robustheit der Four Seasons Hosen ist meiner Erfahrung nach etwas geringer, aber dem Preis immernoch sehr angemessen. Die Fjallraven Hosen sind teilweise doch etwas überteuert. ;-)

PharmazieFlip
22.11.2007, 11:35
@Komi$ch
Es gibt mehrere "Fjallraven Kopien" von Four Seasons aus Mischgewebe das ist nicht exakt das G1000 das es bei Fjallraven gibt aber vergleichbar weil sie das gleiche mischverhältniss aus BW/Polyester benutzen z.B:

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=sk_41405&k_id=0004&hot=0

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=sk_41551&k_id=0004&hot=0

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=sk_41604&k_id=0007&hot=0

Die Robustheit der Four Seasons Hosen ist meiner Erfahrung nach etwas geringer, aber dem Preis immernoch sehr angemessen. Die Fjallraven Hosen sind teilweise doch etwas überteuert. ;-)

von der letzten hab ich schon 2 und bin sehr zufrieden mit ihnen, bloß eine ist ein bischen eng/klein

drum&drum
13.12.2007, 20:11
Der Bericht ist einfach genial!!! :D

Und der Trailer zum Film ist einfach SAGENHAFT :bg:

Nicht gelogen: Ich habe den Bericht bereits 2 Mal komplett gelesen und stellenweise noch ein drittes Mal.

Daher bin ich nun extremst gespannt auf den Film ;-)

Wann wird es den geben? Vlt sogar schon fertig?

Wird es die Möglichkeit geben den online herunterzuladen, oder darf man den bei euch bestellen? :D

Bin schon richtig gespannt.

Marmotte
13.12.2007, 23:22
Voll krass der Bericht! Die Fotos gefallen extremst. 5sterne
Bitte, bitte, jetzt will ich das Video sehen!

KuchenKabel
13.12.2007, 23:37
Ich hoffe einfach mal auf ein schönes Weihnachtsgeschenk hier im Forum :bg:.

Jochen87
14.12.2007, 13:01
Diese 6 Seiten hier haben mich gerade 2 Stunden vom lernen abgehalten.. grausam :motz:

Pempi
21.12.2007, 22:16
Hallo meine freunde des schwielentreibenden Wanderns,

ich bin gerade dabei das Video fertig zu machen (Ja, es wird hier ein kleines Weihnachten geben ;) jedoch fällt mir jetzt schon auf, dass die ganze Geschichte sehr groß & lang werden könnte. Wenn also einer von euch in dem Besitz von übermäßig viel Webspace mit Traffic sein sollte und ihr euch für ein paar Wochen erbarmen könntet das Video zu hosten wäre ich euch doch sehr dankbar. Schreibt mir dann bitte eine PM hier übers Forum :)

- Eventuell werd ich den Kram in Episoden hochladen, da das komplette Video ein wenig länger wird.

Mika Hautamaeki
21.12.2007, 22:21
JUhuuuu!!!!!
Hab zwar leider keinen Web-Platz, aber ich freu mich auf Weihnachten!!!

Waidmann
21.12.2007, 22:49
YES!!! wie geil ist das denn?!

wird wohl das schönste weihnachten ever!!

drum&drum
22.12.2007, 13:25
Yippie-Ya-Yeah.

Weihnachten kann kommen :-)

Mhh Webspace, ich habe keinen, habe auch nicht sonderlich viel Ahnung davon.

Vlt mit einem Premium Account bei Rapidshare?

oder super einfach:

Vlt sind Outdoorseiten.net e.V. so freundlich und hosten es für dich. Dann wäre es direkt hier erreichbar. Freundlich anfragen kann man ja mal... ;-)

Wie groß ist der Film eigentlich?

Poldi
22.12.2007, 16:40
Wie wärs denn mit Veoh? Das sollte doch funktionieren.
I frei mi narrisch! :bg:

benedikt j.
22.12.2007, 19:19
Hallo meine freunde des schwielentreibenden Wanderns,

ich bin gerade dabei das Video fertig zu machen (Ja, es wird hier ein kleines Weihnachten geben ;)

Juchuuu! Ein weiteres Weihnachtsgeschenk :D
Der Bericht war klasse und der Trailer macht Lust auf mehr. Ich freu mich jetzt schon riesig

mfg bene

KuchenKabel
24.12.2007, 00:12
Was ist mit YouTube? Oder uploaded.to? Bei Rapidshare gibts dieses doofe Limit. Macht keinen Spaß da irgendwas zu laden.

Symion
26.12.2007, 18:43
wann komts denn nu? Wie alle warten ungeduldigst .............. :bg:

Pempi
29.12.2007, 21:28
Sodele...

also Ich hab die letzten Tage vergeblich versucht das video bei den freehostern hochzuladen, was aber aus unerklärlichen gründen nicht klappen wollte. Hoffe jetzt auf derklaus, der mir vielleicht das hosten vom video abnehmen kann. Wenn, dann wird er hier vielleicht nen link reinstellen. Ich bin jetzt erstmal bis mitte Januar nicht im lande, also werd ich mich dann wieder melden. ;-)

KuchenKabel
29.12.2007, 21:54
Aaahhhh, das ist fies! Absolut fies :motz:! Ich will, ich will, ich will *aufdenBodenstampft*!!

:bg:

drum&drum
13.01.2008, 15:26
Nur noch wenige Tage, dann ist es Mitte Januar. :D Freue mich jetzt schon riesig auf den Film! :cool:

Thunderbird
17.01.2008, 19:21
Es ist mitte Januar! *sabber*

Pempi
18.01.2008, 02:32
So, Ich befinde mich nun wieder auf Deutschem Boden.
Mit Fettem Respekt an SwissFlint knall ich euch jetzt einfach mal ohne großes gelaber den Link vor die Füße


Longwaynorth - Part 1 (http://uploaded.to/?id=01zhgi) - 114 MB, ca 15 min

Der Entenmann
18.01.2008, 03:03
Ja, doch sehr geil muss ich sagen!

An dieser Stelle 2 Sachen:

1) Ein riesiges DANKE für den Reisebericht, der (wie schon geschrieben) neinfach wunderbar ist, genau so, wie man sich es halt wünscht.

2) Ein riesiges RESPEKT für den Film, sowas hat es in der Form noch nicht gegeben!

Ich tue, was fast nie vorkommt, und ziehe vor euch Freaks den Hut ;)

Bleibt nur noch eins: Part2-? :)

Osray
18.01.2008, 07:36
Wow, vielen Dank. Da steckt viel Arbeit drin. Super gemacht.

barleybreeder
18.01.2008, 08:35
Mal noch ne Frage.

Was hattet ihr für Filmmaterial und wie habt ihr eure Kamera geschützt?

Scheint ja das ein oder andere Mal recht feucht, und wild geworden zu sein. :bg:

KuchenKabel
18.01.2008, 09:43
Sehr schön :bg:. Ein klasse Filmchen. Werden es mehr als zwei Teile?

Blueface
18.01.2008, 11:47
Tolle Arbeit!

Das waren sehr unterhaltsame 15 Minuten.

Weiter so und viele Grüße

Tobi

Schoolmann
18.01.2008, 14:00
Sehr, sehr geil! Will meeehhrrr sehen!!!

cgoeth
18.01.2008, 14:59
:shock:
Sehr, sehr geil! Will meeehhrrr sehen!!!

:shock: :shock: :shock:

dem kann ich mich nur anschliessen. absoluter hammer. bin mega gespannt auf die kommenden teile.

cd
18.01.2008, 15:17
Toller Film. Ich freu mich auf die nächsten Teile.:D

Das Schneefeld bin ich 2001 übrigens auch schon auf dem Hosenboden runtergerutscht - und andere auch. ;-)

chris

Freak
18.01.2008, 15:52
Echt klasse Film! http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/89.gif

Hoffe es kommt bald die Fortsetzung.

Der Entenmann
18.01.2008, 15:55
Toller Film. Ich freu mich auf die nächsten Teile.:D

Das Schneefeld bin ich 2001 übrigens auch schon auf dem Hosenboden runtergerutscht - und andere auch. ;-)

chris

Dazu fällt mir ja glatt noch was ein: In dem Film ist am Ende der Rutschpartie kurz ein Unbeteiligter zu sehen... was der wohl dachte:grins:

Pempi
18.01.2008, 16:52
Haha, freut mich. Werd die nächsten Tage mal weiterschneiden.
Schätze mal, dass noch so 2-3 Teile kommen.

Kameraschutz ist für uns übrigens ein Fremdwort - verschlechtert alles nur die Qualität ^^

BubiBohnensack
18.01.2008, 16:57
hrhrhr sauber pempi - die svcd version war doch etwas krüppelig ;)

Mach dich mal auf n Telefonat heute abend gefasst...

Isildur
18.01.2008, 17:14
Geil. Mehr. Ich auch.:bg:

barleybreeder
18.01.2008, 17:30
Kameraschutz ist für uns übrigens ein Fremdwort - verschlechtert alles nur die Qualität ^^

Ne mal ehrlich, die "Abfahrt" auch ohne Schutz. Aber ihr hattet doch mal ne Linse drauf, oder?
Mit welchem Modell habt ihr gefilmt.

Ansonsten sehr feines Filmchen. Respekt! :bg:

ich
18.01.2008, 17:51
Haben ja eigentlich schon genug Leute gelobt, aber trotzdem:

Echt klasse, macht Spaß zu gucken und macht auch ordentlich Fernweh!

Bin gespannt, wie es weitergeht...

pepe-hh
18.01.2008, 18:44
Ein epochales Werk... :cool:
Bringt mich zu der Überzeugung dass KuchenKabel und Ich auch ne Cam für den Sarek mitnehmen sollten.

Gruß,
Enrico

Waidmann
18.01.2008, 18:52
Amazing!!!

ja leute, da kann man sich wirklich nur bedanken!! absolut geil!

sehr witzig ist auch das easteregg am anfang des films.

meine freundin hats übrigens sofort gesehen :D; ich erst beim zweiten gucken...

Waidmann
18.01.2008, 18:55
hehe, ich war mir nicht sicher ob der begriff "easteregg" nicht etwas falsch war. hab also mal bei wikipedia geguckt und siehe da, ich denke es passt:


Easter Egg (engl. für „Osterei“) ist ein Begriff für eine versteckte und undokumentierte Besonderheit in Medien und Computerprogrammen. Es dient der Anerkennung des Urhebers, tut dies aber meistens auf eine unterhaltende Art. Man kann es als die persönliche Handschrift des Urhebers bezeichnen.

Symion
18.01.2008, 18:58
sehr sehr klasse. Mehr mehr :-).
Ich muss dieses Jahre definitiv wieder dahin. *Träum*

BubiBohnensack
18.01.2008, 19:11
Man kann es als die persönliche Handschrift des Urhebers bezeichnen.

- muss ich mir jetzt Gedanken machen? ;)

Isildur
18.01.2008, 19:15
Wie habt ihr das eigentlich mit dem Strom für die Kamera gemacht? Einer schleppt Batterien der andere den Rest oder Solarpanel bei Nebel? Dürfte ja reichlich Energie verschlingen.

Onyx
18.01.2008, 20:22
So jetzt bin ich aber zutiefst enttäuscht .... :bg:

Kleiner Scherz ich finde es ist echt super geworden und freue mich schon auf den 2. Teil. ;-)


Gruß

Christian

Mika Hautamaeki
18.01.2008, 20:27
Daaaaaannnnnnnkkkkkkkkkkkkkkeeeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Rainer Duesmann
18.01.2008, 21:43
Hammergeil!

Danke.

Rainer

X-13
18.01.2008, 22:05
Ich sag nur MCLMM MegaFroce style alter :bg::bg::bg::bg:
Bitte doch sehr um mehr
Bist du in irgendeiner Form Filmtechnisch beruflich unterwegs Pempi?

€ Zum dem Thema Ryanair sag ich nur selber schuld, es ist und bleibt was es ist.
Ich bin selber Vielflieger aber mit den bin ich einmal geflogen und niewieder.

Wenn Interesse besteht kann ich gerne mal die IATA ( International Air Transport Association) bestimmung hochladen auf deutsch

Onkel Tom
18.01.2008, 23:29
Yepp, einfach nur geil!:bg:
Gruß
TOM

doesse
19.01.2008, 10:07
Weltklasse ! Danke ! Weiterarbeiten und die nächsten Teile hochladen, aber zack, zack ! ;-) :bg:

Gruss,
/doesse

SwissFlint
19.01.2008, 17:29
@Pempi
100 Downloads! Das ging ja heiss her und zu...

rumtreiberin
19.01.2008, 18:35
Inzwischen mindestens 101!:cool:

Klasse Film freue mich schon auf die Fortsetzung!

Waidmann
19.01.2008, 23:26
@ pempi:

mich würde mal interessieren mit welchem programm du das filmchen erstellt hast!?

Thunderbird
20.01.2008, 03:17
Echt geilo ;) Weiter so!!!

vince
20.01.2008, 13:23
:o genial! Vorallem der Hamburger-Schnack gefällt mir :grins: ´Macht weiter so, ich freu mich schon auf den nächsten Teil.

Pempi
20.01.2008, 14:43
- muss ich mir jetzt Gedanken machen? ;)

ey, komm... Ich sehe uns da noch vor dem rechner sitzen und auf einmal kommt ein "Jaaa, geil - lass uns da nen dicken penis reinmalen" :bg:


...ach ja

Marmotte
20.01.2008, 18:03
Oh, was für ein krasses Video! Genial, ich hab fast auf dem Boden gelegen! Die Abfahrt auf dem Hinterteil - ich hab gedacht, ich werd nicht mehr!
Mehr! Mehr! Mehr!

Lotta
20.01.2008, 22:46
Einsame Spitze!! Das Video ist echt klasse :popcorn:

lg Lotta

Mr.Sunrise
21.01.2008, 11:43
Ganz großes Kino!:bg:

Ich will mehr!

Gruß,
Daniel

drum&drum
24.01.2008, 21:38
Ich habe mir das Filmchen jetzt schon das vierte mal angeschaut - Einfach super.

Aber nicht nur die Doku ist super, auch ihr seid super drauf. Total witzig, lustig, freundlich einfach cool! :D

Aber noch 2 GANZ WICHTIGE FRAGEN:^^

Wie konntet ihr den Heli beim Abflug filmen, wenn ihr doch drin saßet?

Und noch viel wichtiger: Wann geht es weiter? Ich dachte ihr postet die Teile nun mit immer 2 Tagen Abstand, aber nein man wartet und wartet :(

barleybreeder
24.01.2008, 21:47
Aber noch 2 GANZ WICHTIGE FRAGEN:^^

Wie konntet ihr den Heli beim Abflug filmen, wenn ihr doch drin saßet?



Schon mal was von Schnitttechnik gehört? :baetsch:

Roene
24.01.2008, 22:04
Schon mal was von Schnitttechnik gehört? :baetsch:

Nix Schnitttechnik...Hollywood hat vor einigen Jahren das Paralleluniversum erworben. Seitdem sind solche Aufnahmen möglich.

Isildur
24.01.2008, 22:40
Wie konntet ihr den Heli beim Abflug filmen, wenn ihr doch drin saßet?

Ich meine gelesen zu haben, dass sie einen Tag auf den Heli gewartet haben, dann könnte es der Heli vom Vortag gewesen sein.

Ich hoffe der zweite Teil kommt bald in die ODS-Kinos.:bg:

schlump
24.01.2008, 22:50
Auch von mir erstmal ein riesiges Lob für den Bericht und das Video.
Auch ich warte gespannt auf den zweiten Teil.

Auch ne kleine Frage habe ich noch: Welchen Aufstieg habt ihr zum Kebnekaise genommen? Den Vestra Leden (Westweg) oder den Östra Leden (Ostweg)?

Fjaellraev
24.01.2008, 22:52
War der Västra Leden, der Östra Leden hat keinen Zwischenabstieg.

Gruss
Henning

schlump
24.01.2008, 22:52
Hui. Super. Das ging schnell.
Danke Henning

sash
25.01.2008, 00:49
richtig richtig hammer video!!! vielen vielen dank dafür!:)

Dethix
25.01.2008, 23:11
Hey super bericht, super bilder, super video. Hat viel spaß gemacht das zu lesen und anzuschauen. wirklich klasse. Hat mich nun endgültig dazu gebracht den kungsleden diesen sommer in angriff zu nehmen :-)

was für eine fotoausrüstung hattet ihr denn dabei? habe auf dem einen bild nen stativ gesehen....da interessiert es mich schon was alles mit dabei war und diese super bilder produziert hat.

schlump
26.01.2008, 00:18
Achso Photo:
Brusttasche mit Canon DSRL + Superweitwinkel + 4 Akkus (1,5 benutzt) + 12gig Speicherkarten + Telezoom (quasi gar nicht benutzt) + kleines Stativ (selten)

Auf Seite 6 (Beitrag 112) gibts ne Packliste

tornet
28.01.2008, 07:31
Auch von mir ein ganz großes Dankeschön für den tollen Bericht,super Fotos und ein klesse Video (sehr witzig gemacht).
Beim lesen juckt es einem ja schon unter den Sohlen und man möchte gleich wieder los.
also vielen Dank sagt
tornet

kurze Frage: Gab es im Flieger Probleme mit dem MFS, oder ging er einfach so als Gasbrenner durch? Wolltet Ihr den Kocher aus dem Grund (Flieger) nicht als Benziner nutzen, oder warum Gas?

KuchenKabel
28.01.2008, 07:32
kurze Frage: Gab es im Flieger Probleme mit dem MFS, oder ging er einfach so als Gasbrenner durch? Wolltet Ihr den Kocher aus dem Grund (Flieger) nicht als Benziner nutzen, oder warum Gas?

Zu dieser Frage findest du einige Beiträge im Forum. Kann dir aber sagen, dass man mit dem Kocher keine Probleme bekommt, solange kein Brennstoff dran hängt ;).

tornet
29.01.2008, 07:09
Hi,
die Beiträge kenne ich, mich hat nur interessiert ob es bei den Beiden und Raynair Probleme gab und ob sie sich aus dem Grund (Flugzeug) für Gas entschieden haben.
Gruß
tornet

KuchenKabel
29.01.2008, 08:42
Auch wenns vllt nicht gerade für meine Planung spricht: Ich habe schon öfters Brennstoff mit RyanAir transportiert. Hat noch nie jemanden interessiert. Und auch einzelne Kocher waren denen völlig egal.

Symion
29.01.2008, 09:41
Wann kommt denn der nächste Teil, bin schon ganz begierig. .......ich allein ? :bg:

hc-waldmann
29.01.2008, 11:41
Auch wenns vllt nicht gerade für meine Planung spricht: Ich habe schon öfters Brennstoff mit RyanAir transportiert. Hat noch nie jemanden interessiert. Und auch einzelne Kocher waren denen völlig egal.

Find ich beunruhigend (Ryan-Air) und uncool (Kuchenkabel).

Hans-Christian

Coenig
29.01.2008, 17:22
Find ich beunruhigend (Ryan-Air) und uncool (Kuchenkabel).

Hans-Christian

Ich denke da hat er ganz viel Glück gehabt. Ich musste bereits extrem häufig meinen Rucksack vor dem Flughafenpersonal auspacken, da ich Flaschen dabei hatte, die nach Ansicht des Personals Brennstoff enthalten konnten - und ich hatte nichts dabei. Sogar am Brenner geschnüffelt haben sie. Also die Kontrollen sind durchaus vorhanden...

KuchenKabel
29.01.2008, 17:59
2 mal bei RyanAir und 1 mal bei Lufthansa. Hat niemanden auch nur ansatzweise interessiert. Weder Kocher, noch Flaschen noch sonst irgendwas. Bei RyanAir erwarte ich das auch nicht... nicht mehr.... Lufthansa hat mich dann doch überrascht.

Coenig
29.01.2008, 18:07
2 mal bei RyanAir und 1 mal bei Lufthansa. Hat niemanden auch nur ansatzweise interessiert. Weder Kocher, noch Flaschen noch sonst irgendwas. Bei RyanAir erwarte ich das auch nicht... nicht mehr.... Lufthansa hat mich dann doch überrascht.

Habe 12 Flüge letztes Jahr hinter mir und musste mindestens 5 mal meinen Rucksack öffnen....

pepe-hh
08.02.2008, 21:40
Wo bleibt das zweite Video ?

:o

matzen
08.02.2008, 22:30
Ahhh wie geil das Video ist. Die schneeabfahrt ist ja mal geil, ich kann nicht mehr. ^^

Dethix
08.02.2008, 23:14
japp her mit dem nächsten video!!
muss sagen das ist das optimale propagandamittel womit man familie und freunde überzeugen kann warum man so einen urlaub machen will und um zu zeigen was es da so gibt ;-)
amüsiert hat sich bisher jeder der das video gesehen hat :-)

Pempi
09.02.2008, 00:07
Jo, is in Arbeit

Ich sitz hier auch selber ein wenig auf Kohlen, weil meine cam im moment in der reparatur ist (jaaa, ich will gar keine kommentare, ist in nem anderen urlaub passiert ;-))

Hoffe das ich sie ende kommender Woche wieder in den händen halte, dann kommt der nächste teil bald :D

matzen
09.02.2008, 12:39
"Natürlich hab ich 'ne Mütze dabei"
"Weisst du wie dick die is' "

Ahhhhh einfach zu geil :bg:

matzen
09.02.2008, 23:24
Sag mal, hattet ihr bei der Fahrt die Schneezunge runter keine Bedenken bezüglich Steine die eure Klamotten aufschlitzen oder wohlmöglich euren Allerwertesten eine Schnittwunde zufügen?

BubiBohnensack
11.02.2008, 09:15
schon ^

Pempi
20.02.2008, 10:59
Alle von Euch, die gerne ungewaschen, unrasiert durch die Gegend wandern und das auch noch Urlaub nennen:

Das Zweite Video ist fertig. Ich halte meine Kamera inzwischen wieder in den Händen und hab in der letzten Nacht den zweiten Teil unseres Abenteuers zuendegeschnitten. Viel spaß beim gucken

Long Way North Part 2 (http://uploaded.to/?id=1x2nj0)

KuchenKabel
20.02.2008, 11:05
Sehr gut. Das macht den Morgen gleich deutlich angenehmer :cool:.

barleybreeder
20.02.2008, 11:07
Hallo Pempi

Ich muss noch mal nachhaken. Was für ne Kamera hattet ihr dabei???

matzen
20.02.2008, 11:29
Der schmale Pfad ist ja krass. Und dann noch mit Kamera in der Hand da herlaufen.
Wann kommt denn der 3. Teil? :D

BubiBohnensack
20.02.2008, 12:25
:)

Ich meld mich heut Abend mal

NRWStud
20.02.2008, 13:08
perfekt,
schöne Fotos, super Videos und perfekter Bericht.
Schließe mich den anderen an... wann kommt der 3. Teil? ;)

tornet
20.02.2008, 13:24
Moin,
dank an Euch!
Super klasse Sache das.

Respekt!!

Gruß
tornet

schnuffiwuffi
20.02.2008, 13:49
Yeeeaaahhaaaa :wohoo:

Wenn man euren Film schaut wird einem sofort wieder bewusst, warum man all die "Strapazen" - Riesenrucksack, Geröll, Mücken, Geröll, spitze Steine und Geröll - auf sich nimmt. Echt super geniale Aufnahmen. Mir krabbelts direkt in den Füßen!

Schnuffiwuffi

Jochen87
20.02.2008, 14:24
geil :D

Mika Hautamaeki
20.02.2008, 16:58
Danke! Ihr habt meinen tristen Tag im Zeichen der Schnodderseuche gerettet!

cgoeth
20.02.2008, 17:18
MEGA 5sterne 5sterne :wohoo:

super gelungenes video. würde am liebsten direkt meinen rucksack packen und los ziehen. ich WILL WIEDER IN DIE NATUR RAUS. :-P

und ich freue mich schon richtig auf teil 3 :popcorn:

Isildur
20.02.2008, 17:35
geil
mehr
:bg:

Dieser Pfad zu geil, wenn man unten den gut ausgebauten Weg sieht...

Freak
20.02.2008, 17:41
Was soll man dazu noch sagen?
:wohoo:
5sterne

barleybreeder
20.02.2008, 18:54
Ich würde sagen das gibt nen Oskar für Regie, Darsteller und Schnittechnik. :bg:

Ich habe das Gefühl man merkt eine qualitative Weiterentwicklung zum Part I, der auch schon geil war. Ich kann mir vorstellen wieviel Arbeit da drin steckt.

Weiter so.

Harry
20.02.2008, 20:36
Respekt,
wie viele Stunden Filmmaterial waren das?
Ich glaub jetzt steht Nordeuropa an.

Gruss

Harry

Pempi
21.02.2008, 00:35
Meine Kamera ist ne Sony HC1. Auf der Reise hatte ich außer fetten Akkus und einem Weitwinkel nichts dabei, also doch recht basic das ganze. Gefilmtes Material haben wir knappe 3 Stunden.

barleybreeder
21.02.2008, 07:14
THX @ Pempi!:bg:

bestärkt mich in meinem Vorhaben die Kamera doch öfters einzupacken.

Onyx
21.02.2008, 10:33
Hi,

schöner Film mal wieder :D bin schon auf Teil 3 gespannt. Die Musikalische untermalung ist euch echt gut gelungen.


Gruß

Christian

cd
21.02.2008, 12:16
Weiter so!
Echt nen nettes Filmchen. 5sterne

sash
27.02.2008, 22:43
wieder ein super video! weiter so :);-) danke!
@jan vincent: welche kameratasche hast du benutzt? hat die cam regen gut überstanden?
gruss sash

matzen
27.02.2008, 23:12
wieder ein super video! weiter so :);-) danke!
@jan vincent: welche kameratasche hast du benutzt? hat die cam regen gut überstanden?
gruss sash

genau würd ich auch gerne wissen.

BubiBohnensack
28.02.2008, 08:32
http://globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=lh_36022&GTID=653ca730e5f08ecb345ec0077f68b22ba33

Keine Probs mit Feuchtigkeit und Kamera

KuchenKabel
05.03.2008, 10:49
Ich will ja nicht quängeln... Aber wo bleibt der nächste Teil des Films :bg:?!

Isildur
05.03.2008, 14:29
Zustimm-Wart;-)

drum&drum
05.03.2008, 22:50
^^ Warte auch schon ganz gespannt auf den dritten Teil, aber möchte auch mal konstruktive Kritik hierlassen ;-)


Den ersten Teil fand ich bereits klasse, doch zum 2ten Teil merkt man einen deutliche Unterschiede. Die musikalische Untermalung ist deutlich besser genutzt worden, doch lasst es nicht zuviel werden. Das Bildmaterial an sich ist auch besser und besser zusammengeschnitten worden. Kürzere Sequenzen geben dem ganzen mehr Spannung irgendwie.

Auch wenn mir der zweite Teil noch besser gefallen hat als der erste gibt es doch 2 ganz deutliche negative Aspekte: Beim zweiten Teil seit ihr meist deutlich weiter von der Kamera entfernt, was das die sprachliche Verständlichkeit teilweise zum Problem macht. Und die verschiedenen "Aktionen" sind direkt aneinandergepackt. Teilweise ohne ausreichende Erklärung, sodass es mir so erging, dass ich eure Unternehmungen und deren Abfolge erst beim 2ten mal schauen richtig verstanden habe. War an einer Stelle irgendwie nen bissel sehr flott.


Ansonsten wirklich DAS BESTE was ich je gesehen habe!!! MACHT WEITER SO!!! :D

pl24.de
06.03.2008, 13:45
Mmh, wieso bin ich erst jetzt auf diesen Thread gestoßen?

Die Videos sind ja grandios, geradezu ein epochales Meisterwerk im Genre Urlaubsvideos!

Später werde ich mir dann noch das Buch zum Film gönnen :bg:!

Herzlichen Dank schon mal!

schnuffiwuffi
03.04.2008, 11:20
*schiiieeeb*

:bg:

Isildur
05.04.2008, 18:35
Wie schauts mit dem dritten Teil aus?:bg:

BubiBohnensack
06.04.2008, 23:05
Don Pempone ist die Tage gerade in das dicke B oben an der Spree umgezogen und wird wohl noch ne Weile brauchen, bis alles wie gewohnt läuft und genug Zeit zum Schneiden vorhanden ist. Ärgerlich aber wahr :/

pepe-hh
06.04.2008, 23:47
Don Pempone ist die Tage gerade in das dicke B oben an der Spree umgezogen und wird wohl noch ne Weile brauchen, bis alles wie gewohnt läuft und genug Zeit zum Schneiden vorhanden ist. Ärgerlich aber wahr :/
Mein Beileid...

Magonline
07.04.2008, 09:52
still waiting, will haben, jetzt :motz:





Muss allerdings gestehen, dass ich mich durch euren Film habe anstecken lassen. Bin übers Osterwochenende aufm' Rheinsteig gewesen, mit Camcorder und hab' jetzt angefangen meine "15 Minuten" Rohmaterial zu schneiden. Jetzt weiß ich auf jeden Fall wieviel Arbeit dahinter steckt.:o
--- Respekt ---

NRWStud
07.04.2008, 10:12
still waiting, will haben, jetzt :motz:





Muss allerdings gestehen, dass ich mich durch euren Film habe anstecken lassen. Bin übers Osterwochenende aufm' Rheinsteig gewesen, mit Camcorder und hab' jetzt angefangen meine "15 Minuten" Rohmaterial zu schneiden. Jetzt weiß ich auf jeden Fall wieviel Arbeit dahinter steckt.:o
--- Respekt ---

von wo bist du denn gelaufen? von Bonn oder von Wiesbaden aus?

Fotos, Video, Reisebericht...ist hier immer willkommen ;-)

LG
Chris

casper
16.04.2008, 22:02
Ich bin vor 2 Tagen über diesen megahammerspitzenobergeilenphänomenalensüchtigmachenden Reisebericht gestolpert :wohoo:
Beim Lesen hab ich mich sowas von köstlich amüsiert :bg: :bg:
Bin heut früh deswegen erst um 01.45 h ins Bett gekommen. :bg:
Meine Frau ist kurz wach geworden und hat mich gefragt, ob ich nicht das Grinsen aus dem Gesicht nehmen könne.

Megaklasse auch die Bilder und die Videos !!!!

Kann man auch mehr als die 5 Sterne vergeben??
Verdient hättet ihr´s!!!

drausl
17.04.2008, 16:53
Super starker Bericht. Von dem Video brauchen wir gar nicht erst zu reden. Das hat sogar meine Hiwis dazu gebracht, über eine Tour in Norwegen nachzudenken.
BTW, wenn Ihr Webspace braucht für euer Video (oder andere Tourvideos), kann ich euch ein Plätzchen auf einem Server in unserer FH einrichten.
Viele Grüße
Dirk

drum&drum
24.04.2008, 21:56
Hi, ich hoffe der Umzug hat problemlos funktioniert.

Ich muntere mich derzeit noch mit Lesen der lustigsten Stellen aus dem Reisebericht auf, aber irgendwie kommt einem bereits alles so bekannt vor. ;-)

Ich hoffe einfach mal, dass es in den nächsten Tagen frisches Filmmaterial für meine Augen und Ohren gibt. :grins:

Ach und ihr müsst natürlich dieses Jahr wieder gemeinsam in den Urlaub fahren und dokumentieren. Eure Reiseberichte sind echt die Besten um andere von einer Tour zu überzeugen.


Euer kleiner Fan, Tim ;-)

casper
25.04.2008, 15:28
Huhu!

Ich warte auch schon auf die Fortsetzung :bg:
WANN KOMMT SIE?????

Im übrigen für die beiden:

MEGALOB für die Bilder und die bisherigen Videos 5sterne5sterne !

BubiBohnensack
25.04.2008, 16:29
Joho allerseits,

ich wollte mich nochmal für eure gesammelten Kommentare bedanken. Danke!
Und ja, wir sind bereits am Planen der nächsten Tour - wann es jedoch soweit sein wird steht unter einem anderen Stern...

Vorher werden wir aber noch den 3. und letzten Teil des Videos zu sehen bekommen gell Pempi? ;)
Es sind auf jeden Fall einige sehr coole Szenen dabei wie ich finde...das Warten lohnt sich :)

casper
05.05.2008, 23:51
Joho allerseits,

Es sind auf jeden Fall einige sehr coole Szenen dabei wie ich finde...das Warten lohnt sich :)


WANN IST ES SOWEIT :motz::grrr::motz: :bg: :bg: :bg: :bg:
BITTE DEN 3. TEIL!!!!:gosche::bg::bg:

Ich kann euren Reisebericht und die beiden ersten Teile schon auswendig!!!

Waldwichtel
05.05.2008, 23:58
Ohja, her mit der Fortsetzung

http://www.smilies.4-user.de/include/Draussen/smilie_out_023.gif (http://www.smilies.4-user.de)

Jenny
18.05.2008, 14:21
Der Reisebericht ist ja wirklich der Hammer und das Video auch. Da kann man nur sagen Wo bleibt der dritte Teil. =0)

Ich habe noch eine kleine Frage zu den Unterkünften:

1. Waren die Notfallhütten abgeschlossen bzw. brauchtet ihr einen Schlüssel dazu oder konnte man diese einfach so nutzen.

2. Habt ihr die Unterkunft auf den Lofoten vorgebucht?

Vielen Dank im voraus

BubiBohnensack
18.05.2008, 18:00
Moin Jenny,
die Hütten auf dem Kungsleden sind alle offen. Die bewirteten großen Stationen wollen eine Gebühr. Soweit ich weiß soll man in den Notunterkünften auch nicht schlafen - das einzige Mal war denn auch eine Winterhütte weit ab des eigentlichen Weges. Es gibt in diesen Notunterkünften keinerlei Betten. Nur einen Ofen, eine Sitzbank und einen Tisch.

Auf den Lofoten haben wir nur eine (oder zwei?) Nacht in einer Hütte geschlafen. Im Zelt, abseits der Zivilisation fühlt man sich doch eindeutig besser aufgehoben.
Hütten heißen auf den Lofoten Rorbuer und sind alle Fischerbehausungen, die meist aufwendig und geradezu luxuriös renoviert worden sind. Übernachtungspreise liegen wohl etwa auf dem Niveau eines deutschen 4 Sterne Hotels. Es sind halt keine Wandererhütten, sondern Touristenunterkünfte mit allem drum und dran. Wir sind nur so günstig dran gekommen, weil die Jugendherberge voll war und Rorbuer angemietet wurden, um den Bedarf zu decken.

BigKahuna
20.05.2008, 14:20
Ich war Ende September 2007 (Nachsaison auf den Lofoten) in Å und habe dort ohne vorherige Anmeldung in der JuHe logiert. Wir waren insgesamt 3 Gäste. Der Touristenstrom war da offenbar schon versiegt, denn mehr als 3-4 Touristen habe ich dort in 3 Tagen nicht gesehen. Die Robuer waren dem Anschein nach auch alle frei und das Restaurant hatte schon geschlossen. Es kommt also darauf an, wann man dort aufschlägt.

Lynness
21.05.2008, 13:17
Hallo .....

ich bin über die Suchmaschine über Euren tollen Reisebericht mit noch tolleren Bildern:D gestoßen

Wahnsinn...Und Euer Video hat mir echt gute Eindrücke gezeigt, wie´s Fjäll so aussieht bzw. wie wunderschön die Landschaft dort ist... mit Euren Witzen gespickt gleich dreimal...

jetzt noch ne Frage weil Teil 2 so schön war,

und den Teil 1 kann ich über Euren alten Link nicht hochladen....

Könnt ihr da wieder was dran ändern, dann kann man ja vielleicht auch mal gleich alle drei Teile sehen ;-)

Echt macht mega viel Spaß Euch auf m Trek zuzuschauen

Danke nochmal :bg::bg::bg::bg::bg:

Lynness

Pero
22.05.2008, 13:00
Moin Jan Vincent,

Von mir natürlich auch ein ganz großes Lob für Bericht und Film. Wir saßen echt schon mit ein paar Leuten davor und haben uns kaputt gelacht.

Brauche wohl nicht zu sagen, dass ich sehnlichst auf Teil 3 warte :D.

Was ich noch fragen wollte, was für ein Objektiv hast du verwendet (Modell, Brennweite...)? Hoffe du hast es noch nicht irgendwo erwähnt. Hatte nur Super weitwinkel gelesen. Je nach dem was du jetzt für eins mit hattest, hast du einen bestimmten Brennweitenbereich auf der Tour vermisst?

Dank dir schonmal für die Antwort.

Schönen Gruß
Pero

killerfinger-jack
23.05.2008, 14:34
hallo!
ich habe mal ne Frage:
Wie seid ihr denn von den wieder nach hause gekommen? von den Lofoten aus per Flugzeug oder wie?

danke schonmal

mfg

Fjaellraev
24.05.2008, 13:39
@killerfinger-jack http://forum.outdoorseiten.net/showpost.php?p=305886&postcount=103
Der Thread ist aber auch schon verdammt lang ;-)

Gruss
Henning

killerfinger-jack
24.05.2008, 15:04
danke
da habe ich wohl den Überblick verloren.

aber kann man nicht ab Leskes bis nach Bodö fliegen? wäre das nicht kürzer und vielleicht sogear billiger?
mfg

BubiBohnensack
25.05.2008, 13:07
Ahoi,
ich hatte zwei Objektive mit:
Canon 10-22
Canon 70-200 f/4

Letzteres habe ich einzig für die "Poser"-Portraits zu Beginn der Lofoten genutzt. Alles weitere ist mit dem Superweitwinkel aufgenommen.
Vermisst habe ich dabei eigentlich nichts :)

Jenny
25.05.2008, 17:35
Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort Jan Vincet. Ich habe noch eine kleine Frage. Und zwar ich bin noch nicht so erfahren was Trekking Touren angeht ist erst meine zweite habe vorher nur eine kleine in Hadangervidda gemacht. War der Aufstieg auf den Kebnekaise und den Reinebringen den vom Gefühl her schwer? Habt ihr euch irgendwie besonders darauf vorbereitet etc.? Schonmal im voraus Vielen Dank. Bis bald.

Ach ja ich will n icht nerven aber wie sieht es mit dem 3tem Teil des Super Videos aus?

Neo
25.05.2008, 18:02
leider ist der erste Teil nicht mehr online (zumindest habe ich nur einen link gesehen und der funktioniert nicht mehr) :(
Ansonsten: ein riesen Lob für den richtig genialen Bericht.

BubiBohnensack
25.05.2008, 23:54
Ahoi Jenny,
Kebnekaise und Reinebringen sind miteinander nur schwerlich vergleichbar.

Beide sind streckenweise recht steil, aber mit ein wenig Trittsicherheit ohne Probleme ohne jegliche alpinen Vorkehrungen wie Seile o.ä. anzugehen.
Bis zum Kebnekaise Gipfel sind es wohl 4-5x so viele Höhenmeter wie auf den Reinebringen.
Mit vollbeladenen Trekkingrucksäcken ist das schon sehr anstrengend, aber technisch nicht weiter verzwickt. Natürlich gibt es überall Stellen, an denen du mit etwas Unachtsamkeit Maladien davontragen kannst, aber mit ein wenig Aufmerksamkeit und guter Koordination ist es kein Problem.
Wie im Bericht erwähnt waren wir die Einzigen, die den Kebnekaise mit kompletter Ausrüstung angegange sind. Üblicher ist es die Rucksäcke in der Fjällstation zu lagern und eine Tagestour hoch und runter zu unternehmen - dann entfällt jedoch die chillige Übernachtung oben.
Der Reinebringen ist ohne weiteres Gepäck aus meiner Sicht (22, sportlich) in 1h zu erklimmen. Mit voller Ausrüstung haben wir vermutlich um die 2h gebraucht, da kann ich jetzt aber auch gnadenlos daneben liegen ^^
Insbesondere auf dem Reinebringen jedoch war das Zelten ein Höhepunkt, den ich nicht missen möchte.
Besondere Vorbereitungen gab es eigentlich nicht. Im Gegensatz zu Pempi bin ich regelmäßig im Fitnessstudio und jogge, was sich zwar deutlich bemerkbar gemacht hat, aber im Endeffekt - genug Biss und Motivation vorausgesetzt - belanglos ist.
Innerhalb der ~10 Rucksacktage, die dem Reinebringen vorausgingen, hat sich natürlich die komplette Physis an die Belastung angepasst, was die Sache um einiges einfacher gemacht hat, als wären wir direkt zu Beginn dort hinaufgelaufen.

Für das Video ist der Berliner zuständig - ich hoffe ebenso dass es da bald mal weitergeht ;)

RenéS
26.05.2008, 08:40
Hallo,

auch von mir noch ein riesiges Kompliment für diesen genialen Bericht! Das hat erstens Spaß beim Lesen und zweitens Lust auf eine ausgedehnte Tour durch Schweden gemacht.

Eine Frage habe ich allerdings noch. Falls ich die Antwort in diesem Mega-Thread überlesen haben sollte: Asche und Haupt und so...

Also: Welche Küchenausstattung hattet ihr denn mit? (Kocher, Kochgeschirr,..) Zufrieden wart ihr ja offensichtlich damit, wenn ich das anhand der beschriebenen Essgewohnheiten beurteilen kann... :)

Gruß,
René

BubiBohnensack
26.05.2008, 09:49
Moin ReneS,
Wir hatten einen Primus Multifuel MFS dabei, den wir mit Gas befeuert haben.
Dazu hatten wir zwei Schüsseln/Kochtöpfe und ein Berghaferl.
Pempi hatte Messer und Gabel aus Stahl, ich aus Lexan.

Vorgehen war immer das gleiche: Doppelte Portion im großen Topf kochen und zur Hälfte auf den kleineren abfüllen und schlabbern.

Müsli gab es bei mir im Berghaferl, bei Pempi in der kleineren Schüssel.
Ich kann das Berghaferl nur empfehlen!

Pempi
30.05.2008, 02:15
Hallo zusammen.

Dachte ich melde mich mal wieder von der Videofront zurück - Ich habe euch nicht vergessen ;-). Einige von euch haben vielleicht mitbekommen das ich gerade einen Umzug hinter mir habe und damit verbunden auch einen neuen Job in Berlin. Urlaubsvideos schneiden stand die letzten Wochen ganz hinten auf der Liste. :sad:
Zu Eurem Glück bin ich besoffen von ner Leiter gefallen und sitze jetzt mit Bänderdehnung krankgeschrieben zuhause rum... Grund genug den Schweinehund zu überwinden und das dritte und somit auch letzte Video zu schneiden. Sobald es online ist werd ich es hier reinstellen :cool:

Das erste Video was ja vielleicht vom Ein oder Anderen vermisst wurde, hab ich nochmal neu hochgeladen und steht hier für euch bereit:
Longwaynorth - Part 1 (http://uploaded.to/?id=01zhgi) - 114 MB

so long, Pempi