PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bergtouren Sommer/Herbst 2003



Corton
21.05.2003, 14:25
Hallo,

meine bessere Hälfte und ich arbeiten z. Zt. an einer Liste, was unsere gemeinsamen Bergtouren im Sommer/Herbst 2003 angeht.
Wir haben uns folgende Berge in die Köpfe gesetzt:

Hochvogel, 2.592m, Allgäu, Aufstieg von Hinterhornbach (österr. Seite) geplant

Hohe Geige, 3.395m, Pitztaler Alpen, über Chemnitzer Hütte

Südl. Hochwilde, 3.482m, Ötztaler Alpen, Aufstieg von der italienischen Seite über Stettiner Hütte

Schrankogel, 3.497m, Ötztaler Alpen, von Gries

Piz Linard, 3.411m, Silvretta, vom Engadin

Hochfeiler, 3.510m, Zillertaler Alpen, Aufstieg von St. Jakob oder vom Neves Stausee – was ist leichter?

Vertainspitze, 3.545m, Ortlergruppe, von Sulden

Piz Palü, 3.905m, Berninagruppe, von der Diavolezza aus

Ortler, 3.902m, Ortlergruppe, Normalweg oder Hintergrat – was ist besser, eindrucksvoller, einfacher?

Alphubel, 4.206m, Walliser Alpen, von Saas-Fee

Signalkuppe, 4.556m, Walliser Alpen, von Alagna, wie sieht´s mit Spalten besonders nach der Gnifetti-Hütte aus?

Diese Berge sollten meiner persönlichen Einschätzung nach für uns beide machbar sein. Vor der Signalkuppe haben wir aufgrund der extremen Höhe allerdings schon gehörigen Respekt! Dennoch möchte ich mich nicht alleine auf Angaben aus Karten und Führern verlassen. Es wäre daher super, wenn uns jemand, der schon auf einem oder mehreren dieser Berge war, seine Erfahrungen mitteilen könnte.

Grüße,

Corton

ej64
22.05.2003, 11:37
Piz Palü, 3.905m, Berninagruppe, von der Diavolezza aus
Ich würde die Überschreitung mit Abstieg über Fortezza empfehlen. Vom Piz Spinas zur Fuorcula runter ist ein netter Felsgrat (bei Vereisung etwas heikel). Beim Übergang zur Fortezza sehr auf Spalten achten! Im Fels der Fortezza zunächst etwas links halten. Den Abstieg auf den Gletscher nicht verpassen (unterhalb P. 3186 rechts rum oder spätestens bei knapp 3100 rechts halten) sonst gibts einen unangenehmen Gegenanstieg zur Diavolezza zurück. Schwierigkeit etwa wie Ortler Hintergrat.

Ortler, 3.902m, Ortlergruppe, Normalweg oder Hintergrat – was ist besser, eindrucksvoller, einfacher?Hintergrat, definitiv besser und eindrucksvoller. Von der Payer-Hütte kommen haufenweise Leute, die dann auf der (Normalweg-)Schlüsselstellenplatte rumrobben und alle aufhalten :x Der Hintergrat lässt sich leicht entschärfen wenn man weiss, dass sich die markante Graterhebung (die fast alle überklettern) leicht links umgehen lässt (über so'ne Art Kanal). An zwei, drei kurzen Stellen ist richtiges Klettern gefragt (II, III) dafür gibts einen phantastischen Ausblick auf die Königspitze bei Sonnenaufgang. Runter dann Normalweg. Spalten IMHO unproblematisch.

Alphubel, 4.206m, Walliser Alpen, von Saas-Fee
Auch hier ziemlich spaltiges Gelände. Schnelle Leute können vom Alphubel kommend den Feechopf überschreiten (etwas brüchig) um dann den Alphubel über die IMO harmlose (Pickel und Steigeisen sollten natürlich scharf sein) Eisnase zu ersteigen. Abstieg dann über Normalweg.

Wenn Ihr schon in der Gegend seid: Rimpfischhorn Normalweg ist dann auch Eure Hutgröße, hat oben ein wenig hübsche Kletterei.

Gruß ej

Corton
22.05.2003, 13:49
Hi ej!

Danke für die Hinweise!

Beim Piz Palü ist mir offen gesagt nicht ganz klar, wo der „Normalweg“ verläuft. Diavolezza bis Fuorcla Trovat ist klar, von der Ostschulter (P. 3726) zum Gipfel auch. Dazwischen vermute ich mal:

-Gletscherquerung bis zum P. 3011
-Weiter zur Fuorcla Pers-Palü (P. 3453)
-Auf dem Grat bis zur Ostschulter

Möglicherweise auch eine direkte Gletscherquerung von P. 3011 bis zur Ostschulter? Wie bist Du gegangen? Weißt Du ob der Grat über Piz d`Arlas und Piz Cambrena machbar ist? Dürfte allerdings wesentlich anstrengender und zeitaufwändiger sein...

Zum Ortler: Ja, vom Stau am „Wandl“ habe ich auch schon gehört. :) Was ist das Problem an dieser Stelle? Ist dies die einzig anspruchsvolle Stelle des Normalwegs?


Schnelle Leute können vom Alphubel kommend den Feechopf überschreiten (etwas brüchig) um dann den Alphubel über die IMO harmlose (Pickel und Steigeisen sollten natürlich scharf sein) Eisnase zu ersteigen. Abstieg dann über Normalweg.


Schätze Du meinst vom Allalinhorn kommend, oder? Auf dem waren wir schon. Vom Mittel-Allalin über das Feejoch und dann nach oben, wenn auch der Weg vom Felskinn über Britannia-Hütte und Hohlaubgrat wesentlich schöner sein soll.
Wir überlegen allerdings noch, ob wir zum Alphubel wieder vom Mittel-Allalin aus starten sollen, oder ev. doch von der Täsch-Hütte. Der Weg vom Längfluh erscheint mir persönlich zu heikel.

Rimpfischhorn: Vom Saas- (über den Allalinpass) oder vom Mattertal aus? Auf welchem Gipfel warst Du? Westkuppe (P. 4001), P. 4108 oder ganz oben? Der Grat zwischen P. 4108 und dem Gipfel soll ja relativ spannend sein... :-?

Gruß,

Corton

ej64
22.05.2003, 15:32
Palü: F. Trovat zum Gletscherbruch zw. P.3011 u. P.3146. Durch den Gletscherbruch (wenn keine Spur: viel Vergnügen!). Wenn mich nicht alles täuscht dann links ausholend (also erst SW orientiert und dann SO) um eine Spaltenzone zwischen 3300 u. 3400 m (NW v. P.3458) zu umgehen und das Gletscherbecken WSW v. P.3458 zu erreichen. Dann auf die Schulter P.3726 zuhalten. Ich überprüf das aber nochmal im SAC-Führer.

Ortler: Das Problem auf dem Normalweg ist, dass sich da jede Menge Peiler tummeln, die auf den Wanderweg gehören ... ist halt etwas ausgesetzt, ja sonst einfach.

Alphubel: ja, ich meinte natürlich vom Allalinhorn kommend. Der Abstieg zur Längfluh war hübsch sulzig und ich hing dann auch bis zur Hüfte in einer Spalte ... Wenns nicht so warm wird und nicht erst Ende August ist sollte es aber ganz gut gehen.

Rimpfischhorn: vom Mattertal aus, über Flue und die Pfulwe und dann über den Westsüdwestrücken zum Westgipfel 4009 m, dann über die Westwand und ein kurzes Stück des obersten Südgrat zu Hauptgipfel 4199. Kann man auch gut allein machen, keine Spalten.
Die Gratüberschreitung spielt allerdings in einer anderen Liga. Wenn du damit liebäugelst, solltet Ihr solide alpine Klettererfahrung und eine starke Moral haben, um nicht jede ausgesetzte Stelle absichern zu müssen. Da würden sich aber auch erstmal andere Unternehmungen anbieten (Breithorn-(Teil-)Überschreitung, Zinalrothorn, Wellenkuppe -> Obergabelhorn usw.)

Viel Spass
ej

Becks
24.05.2003, 09:54
Piz Linard:

Sehr schöner Berg aber tw. kann er heftig sein. Im Normalzustieg muß man etwa 50-100 m eine stile Rinne rauf (ich schätz mal 45° Gefälle, stellenweise mehr). Ist se mit Schnee gefüllt braucht man Steigeisen und Eispickel, ist se abgetaut muß man klettern. Helm ist da eine sehr gute Sache denn alle Leute die oberhalb rumturnen werfen automatisch jeden Stein die Rinne runter. Weiter oben muß ein ebenfalls steileres Schneefeld begangen werden was - nicht unbedingt Anfängergeeignetes Gelände. Mich hat es beim Abstieg direkt oben am Gipfel mal eben gelegt was einen 5 m Rutscher und 2 m Vollbremsung auf dem Hintern in nem Geröllfeld zur Folge hatte - also aufpassen.
Sehr schön finde ich da die alternativen Zustiege über die Grate. Dazu braucht man Sicherungsmaterial und sollte wohl ne IV im Fels klettern können. Ich hab den Abstieg über den leichteren Grat (muß noch raussuchen ob es der SW-Grat war, hab keine Karte da. Von der Hütte aus gesehn ist es derlinke Grat der zu einer Scharte runterführt wo man ins westlich gelegnene Nebental absteigen kann) frei ohne Sicherung gemacht. Sehr adrenalinfördernde Kletterei bis III- (meist II bis II+). Im Aufstieg habe ich auch eine Variante gemacht - ich bin den Normalweg rauf bis nach der angesprochenen Rinne und dann anstelle des Schneefelds rauf einfach in östliche Richtung die Wand rauf zu dem dort gelegnenen Grat. Sehr schöne Kletterei (II+ bis III, je nach Routenwahl) in tw. etwas bröseligerem Fels.

Signalkuppe:
Abgesehn von der Höhe eine völlig problemlose Tour. Dank der vielen Leute ist die Spur bei gutem Wetter problemlos erkennbar, ebenso die Spalten (welche nicht sehr häufig sind). Seilsicherung ist natürlich Pflicht, aber das wars. Steileisgeräte oder Steigeisen zum Eisklettern braucht man nicht. Wetterlage beachten, setzt sich ein Gewitter fest ist der Rückweg oben am Lisjoch abgeschnitten - dann "darf" man zur Signalkuppe rauf und dort übernachten. Tourenbericht gibt es auf saloon12yrd (Wallis August 2001), ebenso ne Reihe Bilder.


Alex

Becks
24.05.2003, 17:52
Sodala, ich hab noch weitere Tipps:

Linard: 1:25k-Karte Silvretta (Nr. 1198) kaufen, da ist der Berg druff. Anstieg erfolgt von Lavin aus, parken kann man dort am Ausgang wo der Weg Richtung Hütte hochführt bzw. im Ortskern selbst. Der Anstieg zur Linardhütte ist einfach und dauert weniger als 3 h - also Zeit lassen, nicht zu früh lostingeln denn außer dem Linard kann man nicht viel machen. Die Hütte ist frisch renoviert und entsprechend schön und sauber, wird allerdings nur in der Saison am WE bewirtschaftet. Erkundig Dich ob der Hüttenwirt oben ist, sonst nimm Material für Selbstverpflegung mit (macht nix bei dem Anstieg).
Wo der Einstieg zum SO-Grat ist weiß ich nicht, ist auf der Karte auch nicht erkennbar. Soweit ich mich erinnern kann sieht man es wenn man am Berg steht da der Einstieg zum Grat über eine Scharte im Grat selbst beginnt. Laut Aussage zweier Ulmer die ich am Gipfel wieder traf soll die erste Kletterstelle in dem Grat die schwerste sein (IV), danach ist es recht einfach. Ob gebohrte Haken drin sind ist mir nicht bekannt - nachfragen bzw. entsprechendes Material mitnehmen.
Der andere Grat (SW-Grat, manchmal auch fälschlicherweise S-Grat bezeichnet) geht etwa 50 m unterm Gipfel los und führt zur Furcla da Glims. Anfangs hat man ein paar Türme im Grat zu bezwingen, keine Ahnung wo der Weg da langgeht, ich bin frei Schnauze einfach auf Grathöhe um die Türme rumgeklettert. Guter Fels mit vielen Griffen und Tritten, aber mit viel Luft unterm Hintern. ne reine Nervensache da durchzusteigen, Bohrhaken, Wegmarkierungen etc. konnte ich keine finden. Nach den Türmchen wird es einfacher, man muß dann nur noch den Grat absteigen. Teilweise geht der Weg auch ein paar Meter in die Westwand rein um kurze felsstufen im Grat zu umgehen. Ich tipp mal auf ne II bis II+ im Abstieg. Ab der Furcla kann man entweder zur Hütte runter oder noch mit n paar Meter rauf zum Piz Glims raus und von dort aus frei Schnauze Richtung Hütte absteigen. Weg hat es in der Wand keine, braucht man aber auch nicht unbedingt.

Signalkuppe:
Karten: 1:50 k (1:25 gibt es nicht für die ganze Tour da Grenzgebiet) 284 Mischgabel und 294 Gressoney

Wir sind damals viel zu spät losgefahren und erst gegen 15 Uhr am Zielort angekommen. Fahr möglichst früh weg, schnapp die erste Kabinenbahn die Du kriegen kannst und fahr damit rauf. 2x Umsteigen unterwegs ist angesagt, da würde ich dann jedesmal einiges an Zeit verstreichen lassen und mich etwas bewegen.
Die Gnifetti ist recht groß, das Abendessen ok aber verzichte auf das magere Frühstück. Ist ziemlich karg und vgl.weise teuer. Nimm lieber selber was mit, der Weg von der Bahn zur Hütte ist nicht all zu weit.
Am zwoten Tag würde ich nen einfachen 4000er hinter der Hütte machen (Akkl.tour) und nicht gleich zur Kuppe raufrennen. So haste mehr Zeit um Dich an die Höhe zu gewöhnen. Daß man auf der Hütte und bei der Tour so viel trinken soll wie es nur irgendwie möglich ist muß ich wahrscheinlich nicht erwähnen.
Tag 3 wäre dann gut für die Besteigung. Möglichst früh raus und rauf. Nimmt man nur die Signalkuppe mit (und verzichtet auf die restlichen machbaren Berge) hat man an dem Tag noch locker Zeit um abzusteigen und wieder heimzufahren. Haben wir damals auch gemacht.

Alex

Flachlandtiroler
25.05.2003, 11:22
Hallo Corton,
schöne Liste :-) aber ganz schön lang... der Ortler, v.a. über Hintergrat dürfte in Deiner Liste der "härteste" Brocken sein.
Was ich pers. kenne:

Hochwilde von Süden wahlweise aus dem Pfelderer Tal (Zufahrt via Timmelsjoch oder Meran, Passeiertal) oder aus dem Schnalstal/Pfossental. Landschaftlich beide gleich schön, gleich weit: 4h bis zur (ziemlich neuen) Hütte, MTB-fähiger Wanderweg. Ab da 1.5h zum Gipfel: Meist schneefrei, quasi Wanderweg mit 50m auf dem Langtaler Ferner (imho ohne Eisausrüstung) und zwei kurzen Stellen I- (Drahtseil). Als Tagestour schon ziemlich lang (bei mir 9.5h retour ab Vorderkaser), Horizontalentfernung nicht unterschätzen.

Hochfeiler von Südwesten (St.Jakob) ab Pfitscher Joch - Straße vielleicht 3h zur H.hütte, schönes Tal. Ab da 2h zum Gipfel, einfacher Firnanstieg. Von Osten direkt ab Eisbruggjoch(?)hütte deutlich weiter, sonst via Weisszintscharte zur H.hütte (Gletscherquerung normal aper & harmlos), vom Nevessee vielleicht 4-5h zur H.hütte.

Alphubel für 2er-Seilschaft am besten via Täschhütte und Süd"grat", kaum Spaltengefahr, Steilheit am Südgrat vielleicht 40°, allerdings gelegentlich blank; wenn das nix für Euch ist zum Osthang queren (Umweg .5h). Vom Mittelallalin als Tagestour machbar (Seilbahn, bääh), durch die kurze Kletterei am Feekopf interessanter. Längflüe kenn' ich nicht, man liest oft negatives über diese Unterkunft; spaltig, Gletscherhatsch.

Signalkuppe-Weg hat Spalten, die ersten direkt hinter der Gnifettihütte, also Seil etc. Spur praktisch immer vorhanden, außer bei Sturm :-( Technische Schwierigkeiten keine (Wanderung), eigentlich nur die Höhe. Bei Bedarf findet man sicher ohne Probleme Anschluß an größere Seilschaften. Mehrere Gipfel zum Mitnehmen (z.B. Zumsteinspitze). Besser auf Rif. Citta di Mantova übernachten als auf der Gnifettihütte. Falls ausgebucht Warteschleife zur Col d'Olen Hütte machen, ab da etwa 3h zur Gnifettihütte.

Gruß, Martin

Corton
26.05.2003, 07:58
@ ej

Danke! Habe mich bzgl. des Rimpfischhorns auch mal schlau gemacht. Bis zur Westkuppe scheint das Gelände ja wirklich easy und praktischerweise sogar spaltenfrei zu sein. Möglicherweise noch ein Kandidat für dieses oder das nächste Jahr.
Was hast Du denn schon alles so im Alpenraum verbrochen?

@ Alex

Danke für Deine Tipps! Kletterer sind wir eigentlich keine. Hier im Forum habe ich neulich gelesen, dass angeblich für jeden sportlich fitten Menschen ein VIIer auch ohne Klettererfahrung (mit Mut sogar im Vorstieg) machbar ist. So einen Blödsinn habe ich wirklich schon lange nicht mehr gelesen – der absolute Brüller! :D Schwierigkeitsgrad III/IV komme ich gerade noch hoch (und auch wieder runter), mein Madl aber wohl eher nicht. Wir werden folglich den Normalweg am Linard vorziehen und natürlich gut aufpassen. :wink:
Signalkuppe: Nach meinen Infos soll´s nach der Gnifetti am gefährlichsten sein, da viele Spalten.
Wir sind übrigens (wie inzwischen immer) mit dem Zelt unterwegs. Wie sieht´s denn da oben mit geeigneten Stellen aus?
Noch was: Könntest Du für mich bei Bedarf eventuell ein paar LKS-Blätter organisieren und sie mir dann (gegen Vorkasse) zuschicken? In der Schweiz sind die Karten billiger als hier und nach Kreuzlingen hast Du es ja nicht sonderlich weit.

@ Flachlandtiroler


Hallo Corton,
schöne Liste :-) aber ganz schön lang...
Hallo Martin! Ja, die Liste ist lang, stellt aber auch kein „Muss“ dar. Von Schwabenländle ist man zum Glück relativ (bezogen auf Duisburg) schnell in den Alpen, so dass wir eigentlich jedes wettermäßig geeignete WE dort verbringen.
Was hast Du eigentlich gegen Seilbahnen? Glaubst Du im Ernst, wir tun uns diesen in jeder Hinsicht bescheidenen Weg von Saas-Fee zum Mittelallalin an? Nee, danke!
Ich habe nur was gegen Seilbahnbenutzer, denen die Bahnen Terrain ermöglichen, das sie ohne die Bahnen sonst nie erreicht hätten – ansonsten find ich die Dinger wirklich praktisch!


Besser auf Rif. Citta di Mantova übernachten als auf der Gnifettihütte.
Wie oben schon erwähnt, übernachten wir eigentlich immer im Zelt. Der Monster-Rucksack muss sich ja schließlich lohnen :D

Danke für Deine Tipps!

Grüße,

Corton

Flachlandtiroler
26.05.2003, 08:44
Was hast Du eigentlich gegen Seilbahnen? Glaubst Du im Ernst, wir tun uns diesen in jeder Hinsicht bescheidenen Weg von Saas-Fee zum Mittelallalin an? Nee, danke!


Also der Weg zur Britanniahütte bzw. zum Felskinn über Plattjen und Heidefriedhof ist wunderschön. Von da zum Mittelallalin ist allerdings eine richtige Gletschertour, wogegen von Mittelallalin via Feekopf bis zum Alphubel (Südgrat) Spalten nur noch in homöopatischen Dosen vorkommen.

Wenn Ihr zeltet, eine gute halbe Stunde über der Täschhütte sind geeignete Plätze. Auf der Saaser Seite ist halt das Skigebiet, nur in dem Kar unter der Britanniahütte hab' ich mal Zelte gesehen -- da war die Hütte aber noch zu (Renovierung).

Wie man sich zu Seilbahnen stellt muß jeder selber wissen, wäre ein eigener Thread. Ich versuche, Seilbahnen zu meiden weil das [tm] eine Pest ist, die irgendwann den gesamten Alpenraum überwuchert. Skifahrer (die gibt es ja auch unter den Bergsteigern) sehen das vermutlich unverkrampfter.

Gruß, Martin

Becks
26.05.2003, 09:11
Etwa 50 Hm unterhalb der Gnifetti befindet sich ein Biwakplatz (in der Nähe der Rif. Citta di Montona). Man kommt automatisch daran vorbei wenn man von der Bergstation der Bahn aus zur Gnifetti watschelt. Befindet sich direkt am Rand eines Felsbandes welches (mit Fixseilen gesichert) durchstiegen werden muß. Als wir oben waren standen da auch zwei Zelte rum, alle Teilnehmer bis auf Dominqiue konnten gar nicht verstehn warum ich fast losgeheult hab (hätte sofort Hütte gegen Zelt getauscht).
Nimm aber einen Hammer und ein paar Haken zum einschlagen mit, Erde findest Du auf 3600 m keine mehr.

Welche Karten brauchste ? Kosten 13.50 SFr (außer Sonderkarten) bzw. glaub ich so um die 10 oder 11 Oiro.


Alex

Corton
26.05.2003, 09:25
Hab Deine Idee mit dem Seilbahn-Thread gleich mal aufgenommen. Mal schaun, was das Forum für eine Meinung hat.

Alphubel: Der Weg von der Täsch-Hütte übers Alphubeljoch erscheint mir mittlerweile auch reizvoller als die Mittelallalin Variante. Auf ca. 3.150m ist in der LKS in der Nähe (südlich) des Weges ein kleiner See eingezeichnet. Wäre (u.a. zwecks Trinkwasserversorgung) ein sehr günstiger Zeltplatz, wenn das Gelände nicht zu uneben ist. Kannst Du mir dazu etwas sagen?
Weißt Du vielleicht auch noch, ob mit dem Auto in Täsch definitiv Schluß ist (wie in Richtung Zermatt), oder ob man noch ein paar Meter in Richtung Täsch-Hütte hochfahren kann (bspw. bis Täschberg oder Eggenstadl)?

Unter www.swissgeo.ch kann man sich übrigens die gesamte Schweiz in allen möglichen LKS-Maßstäben (sogar 1:25.000) anschauen. Ist zwar nur ein kleiner Ausschnitt möglich, dafür ist es aber kostenlos. :wink:

Gruß,

Corton

Flachlandtiroler
26.05.2003, 09:37
@Becks: Zelte hab ich auch schon mal oberhalb der Gnifetti gesehen, allerdings schon so in 3800m Höhe. Dazu kommt das Problem, ob man sein Zelt direkt an dem Hordenweg unbeaufsichtigt stehenlassen will.
In dem Kar südwestlich unterhalb der Citta-di-Mantova*-Hütte (Fußweg vom Gressoneytal) ist es wahrscheinlich angenehmer und ruhiger. Höhe so zwischen 3100m und 3400m.

@Corton: Straße bis zur Täschalp fahrbar (2200m; schmale Straße, Parkplätze vorhanden). Dort nette, günstige Unterkunft; im hinteren Talgrund wunderschöne Zeltplätze.
Oberhalb der Täschhütte findet sich schon was ebenes, wenn man nicht gerade ein Hauszelt hat ;-) Bei uns war letztes Jahr Neuschnee bis zur Täschalp 'runter, aber der Gletscher fängt bereits wenig oberhalb an, da gibt es also in jedem Fall Wasser.

Gruß, Martin
--
* Mantova ist übrigens eine Stadt (Citta) in Norditalien.

Corton
26.05.2003, 09:56
@ Becks

Muss mir erst noch genau überlegen, welche Karten wir wirklich brauchen. Am liebsten sind mir ja die 1:25.000 Zusammensetzungen für CHF 24.50 (der aktuelle Kurs beträgt gut 1,52 CHF für einen Euro). Leider gibt es für das Wallis nur die Zusammensetzung Nr. 2515 (die haben wir), ansonsten lediglich Einzelkarten. (www.swisstopo.ch)

@ Flachlandtiroler

Dass man bis 2.200m hochfahren kann, ist klasse!
Warst Du zufällig auch schon auf dem Dom?

Corton

Flachlandtiroler
26.05.2003, 10:02
jepp, zwei Tage später:
Tag 1 Auto zur Täschalp, 1h zur Täschhütte
Tag 2 Alphubel
Tag 3 Abstieg Täschalp 3/4h, Europaweg zur Europahütte 3-4h, Aufstieg Domhütte etwa 2h
Tag 4 Dom (Festigrat rauf & runter, Normalweg war noch nicht gespurt), Europaweg zur Täschalp zurück -- waren etwa 13h Gehzeit...

Ach so, für Monte Rosa eignet sich auch die italienischen IGC-Karte 1:25k, deckt mit einem Blatt alles ab.