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papillon
09.04.2007, 19:37
Hi, Ihr Kletterer da draußen!

Wen treibt es bei diesem Wetter nicht an Fels...

Region/Kontinent: Mitteleuropa


Fontainebleau, 15.-18. Juni 2006

Fontainebleau – ja, schon mal gehört. Ist aber nichts für mich, beim Bouldern zieht man sich eh nur die Finger lang, da bin ich ja gleich platt. Hab’ ich nichts davon...

Fontainebleau?? – Was, Ihr ward dort? Tolle Landschaft? Bouldern macht süchtig?!?...

In diesem Moment bietet M. eine Sektionstour an. Voraussetzung: „Spaß an der Bewegung“. Na, die habe ich doch allemal. Also schnell anmelden, Fahrt abstimmen, Klamotten einpacken – los geht’s. pof.

Donnerstagmorgen fahren wir los gen Paris, irgendwann regnet es, gegen Mittag bauen wir unsere Zelte in der schönsten Ecke des Zeltplatzes auf. Und dann fahren wir ins erste Gebiet „Diplodocus“ - eine Mischung aus Lüneburger Heide, Felsenmeer an der Kalmit und Ostseedüne. Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, nach denen die Felsen markiert sind – gelb: „schwer“, rot: „noch schwerer“, blau: „ganz schön schwer“. Nach drei Stunden reicht es uns. Die Arme sind lang, die Schuhe drücken und Hunger meldet sich. Pännel mit Salat, ein kaltes Bier und irgendwann ist es Nacht auf dem Zeltplatz bei Milly-la-Foret. pof.

Am nächsten Tag fahren wir zum Snoopy, dem markantesten Felsen am Eingang des Boulderparcours „Cul de chien“. Dieser sieht aus, als hätte ein Riese einen großen Sack voller Felsen in die Landschaft gestreut. Der helle Sand vermittelt die Illusion, dass hinter dem nächsten Hügel das Meer beginnt. Das Bouldern geht heute schon viel besser. Man hat sich an den Stein gewöhnt und hat mehr Mut zum Ausprobieren. Es macht riesig Spaß, die verschiedensten Bewegungen und Züge auszubouldern. Und überhaupt ist uns wie Urlaub. pof.

Am dritten Tag erbouldern wir das nächste Gebiet „95,2“. Hier ähnelt die Verteilung der Felsen eher einem Labyrinth. Die Routen reichen von Zweizugbouldern über Lochkletterei bis hin zu schönsten Reibungsplatten. Und so ziehen wir uns noch mal die Arme lang, dehnen die Achillessehnen und üben dynamische Einstiege. Und dann geht es leider schon wieder nach Hause. Ein langes Wochenende – viel zu kurz. „Au revoir!“. pof.

PS: „pof“ – das ist fein gemahlenes Harz, eingepackt in ein ausgedientes Geschirrtuch, mit dem man dann Tritte „pudert“ - pof, die Schuhe – pof und man steht leicht und elegant auf jedem noch so abgespeckten Tritt. POF.