PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Svalbard (Spitzbergen)? Machbar?



MrLast
25.03.2007, 20:00
Hallo Zusammen!

Ich überlege gerade mal wieder, ob nicht noch eine kleine Tour auf Svalbard möglich wäre. Ich bin halt „in der Nähe“ und das wäre einfach eine gute Möglichkeit. Ab Tromsø gibt es nämlich schon Flüge für 600 kr.

Das Problem ist aber für die „Eisbärenzone“. Weder kann ich schießen, noch möchte ich das Risiko auf mich nehmen. Dafür bin ich zu unerfahren. Wie sieht es aber mit Touren in Stadtnähe aus? Soweit ich gehört habe, gibt es da ein Gebiet, was sicher ist? Stimmt das so? Und wenn, wie groß ist das? Und lässt sich da was machen? Mich würde es einfach reizen da mal hinzukommen.

Für geführte Touren hab ich leider kein Geld.

Vielleicht könnt Ihr mir ja weiterhelfen und habt ein paar Ideen.

Einen lieben Gruß,
Severin

Fjaellraev
25.03.2007, 20:15
Hallo Severin
So wie ich das hier (englisch) (http://www.svalbard.net/index.asp?intOpenID=41&action=category&catid=41) bzw. hier (norwegisch) (http://www.svalbard.net/index.asp?intOpenID=100&action=category&catid=100) lese sind Eisbären wohl überall auf Svalbard zu finden, so dass immer eine Waffe dabei sein sollte.
Klar ist es die Seite der Touristinfo und die wollen auf der sicheren Seite sein, aber ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen dass Eisbären sich einfach aus einem Gebiet "aussperren" lassen.
Ist wohl eher nichts mit einer unbegleiteten Tour, es sei denn du lernst noch schnell schiessen.

Gruss
Henning

Snuffy
25.03.2007, 20:21
Alleine is ja eh ungünstig, denn man muss ja auch mal schlafen, dumm nur wenn grad da der Bär neugierig wird.

Snuffy

Jakob
25.03.2007, 20:54
hallo

auf spitzbergen ist ab ortsrand waffenpflicht. eine sicheres gebiet gibt es nicht. es sind schon leute unweit des ortes von eisbären angefallen worden.
es wird dich zwar keiner daran hindern ohne waffe wandern zu gehen aber falls es zu einem vorfall mit einem eisbär kommt ist es deine schuld wenn dir was passiert.
wir sind vor paar jahren circa 20 km von longearbyen auf einen eisbär gestoßen und ich würde dir unbedingt davon abraten ohne waffe wandern zu gehen.
hier wurde das thema auch schon mal besprochen: klick (http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=15925&highlight=spitzbergen)
hoffe ich konnt ein wenig helfen.

der jakob

MrLast
25.03.2007, 21:07
Ok, dann hatte ich mich da verhört, bzw. verlesen.
Hatte mich auch gefragt, wie das gehn sollte mit so einer sicheren zone.

dann wird das wohl leider nichts. schade, die möglichkeiten wären halt gut.
dann in ein paar jährchen halt....

gruß,
severin

BubiBohnensack
26.03.2007, 22:44
Hey, ich würde das an deiner Stelle unbedingt machen. Mit so einem von dir angesprochenen 65€ Flug hin, Longyearbyen anschauen, nach Möglichkeit ein Auto mieten und n bisl durch die Gegend fahren. 2 Tage später wieder zurück.
Für einen ersten Eindruck wäre das sicher nicht verkehrt.

Christine M
26.03.2007, 23:02
Hey, ich würde das an deiner Stelle unbedingt machen. Mit so einem von dir angesprochenen 65€ Flug hin, Longyearbyen anschauen, nach Möglichkeit ein Auto mieten und n bisl durch die Gegend fahren. 2 Tage später wieder zurück.
Für einen ersten Eindruck wäre das sicher nicht verkehrt.

Ähem, weiter als Longyearbyen reicht das Straßennetz laut Reiseführer nicht, abgesehen wohl von ein paar Gruben. :wink:

Und selbst wenn es außerhalb Straßen geben sollte, stellt sich doch ab dem Ortsrand das gleiche Problem: Beim Anblick eines Autos denkt sich der Eisbär doch sicherlich "Lecker, heute zur Abwechslung mal eine Konserve". :bg:

At Severin: Ich vermute mal, deine einzige Chance wäre, dich einem professionellen Veranstalter anzuschließen. Das ist aber bestimmt nicht ganz preiswert.

Christine

tobiw
26.03.2007, 23:11
obs hier im forum noch mehr leute gibt, die nach spitzbergen wollen? das wäre mein großer traum für 2008. grönland wäre auch nett. meint ihr man muss sich ner professionellen expedition anschließen oder finden sich hier noch mehr menschen mit gleichem interesse?

BubiBohnensack
26.03.2007, 23:24
Nunja, mein Post ist sehr unfundiert ;) - aber ich schieß mal ins Blaue und vermute dass es Wege zu den alten Minensiedlungen gibt...

Und im Auto fühlt man sich ja doch noch mal ne Runde sicherer - im Zweifel fährt man halt weg ^^

lg

MrLast
27.03.2007, 01:39
Ich bin dabei! Möchte nächstes Jahr eigentlich nach Island oder gerne auch nach Grönland. Ganz toll wäre natürlich Spitzbergen. Norge igjen!
Vielleicht geht da ja was?

@ ja vincent: es leiht mir leider noch niemand ein auto. gibt so ne dumme 25/23er Regelung. und: wenn dann richtig und dann halt wann anders.

Jakob
27.03.2007, 10:48
man kann in longyearbyen auch fahrräder leihen und damit so ca. die 20-30 vorhandenen km abfahren wie wir es damals gemacht haben. du kannst dir aber auch eine waffe leihen, ist auch nicht zu teuer. weit schwieriger ist dann damit im ernstfall umzugehen.
http://bike-nord.de/groenland_spitzbergen/spitz33.jpg

oder du trainierst einfach intensiv um dann mit dem fahrrad vorm eisbären zu flüchten.... :)
auf grönland (vor allem im westen) gibts nicht so ein eisbärproblem. ist allerdings auch teurer hinzukommen.

der jakob

MrLast
27.03.2007, 19:42
Noch ne andere Idee: Findet sich vielleicht jemand für einen Trip im Juli oder August? Vielleicht jemand, der schon mal da war. Wäre ja auch noch eine idee. Hätte irgendwie schon echt Bock darauf.

MrLast
27.03.2007, 22:17
Mal ne dumme Frage. Kenne mich mit Waffen eher mal nichts so aus. Aber wie ist der Unterschied mit nem Luftgewehr und mit nem richtigen zu schhießen? Luftgewehr hab ich schon öfter mal gemacht.

Shirkan
27.03.2007, 23:06
Hey MrLast,

also nen Kumpel und ich überlegen auch ob für uns Svalbard in diesem Jahr machbar wäre. Wir wären dann vermutlich auch im Juli/August für 2 Wochen dort unterwegs. Ein Ex-Nachbar von mir ist dort auch Guide bei nem Anbieter für Trekking-Touren. Den werd ich diese Woche noch mit ner langen Frage-Mail nerven. Zunächst muss ich mich aber selbst noch umfassend informieren.

So ne Tour zu dritt oder viert wär schon cooler. Würde das Problem der nachtwachen ein bisl verringern, da man dann nicht die halbe Nacht wacheschieben muss.

Mit ner Waffe kann ich auch überhaupt nicht umgehen (Zivi) - vielleicht werd ich aber extra dafür noch nen Waffenschein o.ä. machen.

Gruß
Sebastian

MrLast
28.03.2007, 00:41
Hei Sebastian!

Das hätte schon echt was. Da wäre ich sofort dabei.
Ich schaue auch gerade wegen geführter Touren. Billig ist zwar was ganz anderes, aber es wäre schon machbar. 4 Tagestour 5000kr.
Aber da ist halt gleich immer alles dabei. Würde halt eigentlich nur jemanden brauche, der Weg kennt und Waffe hat und mit dieser umgehen kann. Ganz einfach ausgedrückt.

Schick mir auch gerne mal ne PN, wenns näheres gibt.

Lieben Gruß,
Severin

Ponki
28.03.2007, 10:05
Also ich bin auch echt begeistert von der Ecke da oben. Nur fänd ichs alleine auch nen bisschen mulmig. Falls also wirklich jemand was organisieren würde, wär ich gerne dabei.
(wenn man schon 5 Monate frei hat muss man die auch irgendwie sinnvoll verbringen)

Gruß
Dominik

tobiw
28.03.2007, 22:10
da wäre ich auch dabei! an ner geführten tour hätte ich aber weniger interesse. den weg findet man mit karten und gps schon alleine. habe aber auch schiss mit den bären. darf man da ne waffe mieten ohne schein, weiss das jemand?

MrLast
28.03.2007, 22:59
Hallo Allerseits!

Also Urheber des Treads möchte ich mich auch noch mal melden.
Meine Frage ist nun beantwortet. Es ist nicht möglich ohne Schießgewähr (;-)) auf Tour zu gehen. Es gibt also zwei Möglichkeiten:
1. auf eine geführte Tour gehen -> sehr teuer
2. selbst eine zu organisieren.

Mir scheint es nun so, als ob für 2.eres nicht nur bei mir Interesse besteht. Meiner Meinung nach sollten wir aber dann mal konkret werden. Sebastian plant ja schon eine Tour. Wie sollen wir also verfahren. Es sollten sich wohl erst mal alle melden, die Interesse haben. Dann könnte man ja mal weiterüberlegen. Was schlagt Ihr vor?
Bis Sommer 2007 ist es ja nicht mehr so arg weit und Flüge sollten dann wohl in den näcshten 8 Wochen gebucht werden. Und die Flüge sind ja noch das wenigste, wenn auch as teuerste.

Einen lieben Gruß und ich bin gespannt auf weitere Anregungen, wie wir verfahren.

Ich fände es genial in einem Jahr auf Svalbard gewesen zu sein.

Severin

Jakob
28.03.2007, 23:32
Hier (http://www.spitsbergentravel.no/igp/eng/show.asp?page=goxpage00000008.html) gibts Waffen zu leihen. Man brauch dafür auch keinen Waffenschein. Sinnvoll ist auch für die Nacht einen Stolperdraht fürs Zelt zu leihen. Ihr müsst aber unbedingt davor die Waffe und den Stolperdraht per mail reservieren.

der Jakob

Ponki
29.03.2007, 10:21
Man kann je nachdem direkt von Oslo nach Longyearbyen fliegen oder über Tromso -> häufiger
Preis für August liegt momentan bei ca. 300 Euro für hin u. Rückflug.

Sprich aus Deutschland wäre man für etwa 400 Euro Flugkosten dabei.
.....Ist doch erfreulich wenig!

Gruß
Dominik

PS: fände es trotzdem dufte, wenn jemand dabei wäre der ne Art Waffenschein besitzt. Einfach aufgrund der Tatsache, dass man sich das Gewehr vielleicht auch so leihen kann, aber ob ich damit auch so nen Vieh notfalls treffe, bevor es mich trifft sei mal dahingestellt.

hc-waldmann
29.03.2007, 16:39
Also ich bin seinerzeit auch mit einer dort oben ausgeliehenen
Langwaffe unterwegs gewesen (davon eine Tour allein). Als
ich damit zurückkam, haben mich einige Leute am Blockhaus
am Flughafen (der "Campingplatz") gefragt, warum ich nicht
einfach eine der großkalibrigen Signalpistolen mitgenommen
hätte.

Ich weiss nicht, wie qualifiziert dieser Rat ist. Nochmal:
es ist NICHT mein Rat. Ich gebe das nur wieder:

Das Argument lautete in etwas so: bis du die waffe wirklich
schussbereit hast, dauert. Ob du dann (Angst, Übung) auch
noch richtig schiessen und treffen kannst: noch ne Frage. Auf
größere Entfernung schießen, können nicht alle, und es ist dann zu
klären, ob es nötig war, denn die Gefahr als Rechtsgrundlage
des Abschusses wächst halt mit der Nähe. Schließlich geht's
ja nicht primär darum Bären zu schießen, sondern darum
ihn zu verjagen bzw. unmittelbare Gefahr abzuwenden. Die
Leute haben gemeint, wenn der Bär so nah ist, dass ein Ungeübter
schießen UND treffen kann, wär die Signalpistole effektiver.
Macht dicken Bumm, macht hell, brennt, erschreckt, und
wenn man sogar trifft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Bär
so weit "beschädigt" ist, dass die unmittelbare Gefahr gebannt
ist, größer als bei einem vergleichsweise kleinen Projektil (das
schon richtig "sitzen" muss, um ihn zu bremsen.

Wie gesagt: kein Rat aus eigener Erfahrung, sondern kolportiert
als Diskussionsgrundlage.

Ansonsten bin ich grün vor NEID :-).

mfg
Hans-Christian

Shirkan
29.03.2007, 18:45
Hey,

also ich hab bislang auch an einigen Stellen davon gelesen, dass es als Gruppe auf jeden Fall sinnvoll ist neben einer Waffe auch eine Signalpistole dabei zu haben.

Ob ich nach Spitzbergen fahre, hängt jedoch auch noch von beruflichen Dingen ab. Erstens muss ich für 2 Wochen Urlaub in dem Zeitraum bekommen, zweitens auch noch mein Kumpel. Vorher werden wir halt auch noch nichts buchen.

Ich werd am Wochenende meinem Bekannten auf Spitzbergen ne lange Mail mit Fragen schicken und dann mal sehen, ob es für mich noch vorstellbar ist 2007 schon ne Tour dort zu machen.


Viele Grüße
Sebastian

MrLast
29.03.2007, 21:24
@ Sebastian: kannst du die Mail mit den Fragen mal posten?
Bzw. auch dann, wenn sie beantwortet sind? Wäre cool. Wäre nämlich auch interessant, welche Gedanken DU dir machst.

Lieben Gruß,
Severin

Shirkan
29.03.2007, 22:10
Jo, werd ich dann machen - aber erstmal selbst schon genügend recherchieren, bevor ich da dumme Frage über den Polarkreis schicke ;)

MrLast
29.03.2007, 22:14
ich sag nur: „da gibt es so eine großstadt, wo es die hälfte des jahres dunkel ist. irgendwo beim nordpol. weiß jemand, wo das ist“ ;-)

MrLast
02.04.2007, 22:44
WIE SIEHT JETZT AUS LEUTE?

Angst vor den Eisbären.
Gestern wieder Elch, Rentiere und Seeadler gesehen. Ich bin gut vorbereitet ;-)

Gruß und meldet Euch Ihr Interessierten!

SEVERIN

tobiw
12.04.2007, 12:56
ich bin immernoch dabei. gibts was neues? vielleicht zum zeitraum?

Philipp
12.04.2007, 12:58
Was Sicherheit auf und Regeln für Tour anbelangt am besten www.sysselmannen.no studieren. Da steht eigentlich alles.

Sollte man sich oben eine Waffe leihen (meistens alte Wehrmachtskarabiner und ähnliche Veteranen), dann sollte man unbedingt klären, ob auch Probeschießen möglich ist (da gab's mal merkwürdige Ansichten seitens Verleihern). Nur ein Gewehr, mit dem man umgehen kann, stellt einen wirklichen Schutz dar.
Hat man sich "technische" Übung verschafft, sollte man auch seine Psyche darauf einstellen, im letzten Notfall einen Eisbären auch töten zu können (die Wirkung eines Gewehres ist ziemlich digital - 0 oder 1 ;-) ). Für viele vielleicht ungewohnt, aber in meinen Augen unabdingbar.

Vorsicht bei Signalpistolen: sollte man Blitz-Knallkörper verschießen, dann unbedingt darauf achten, daß diese nicht hinter dem Bären landen und detonieren. Das treibt den Teddy nämlich einem dann direkt in die Arme - muß ja nicht sein.

Mittlerweile schreibt die Überverwaltung da oben auch die Mitnahme von Notpeilsendern vor. Klär mal ab, ob das sogar für die "Anfängerzone" gilt.

Gruß und viel Spaß bei der Planung und der Tour.

Philipp

Moltebaer
12.04.2007, 14:26
Generell wäre ich an Spitzbergen interessiert, kann auch mit Waffen umgehen (Bund). Nur gibt's ein Geld&Zeit-Problem.
Schiessen ist nicht wirklich schwierig, kann man genauso üben wie Zeltaufbauen, sind halt nur gleich ~5kg Extragewicht, welche man nicht täglich verwendet.
Laßt euch beim Planen nicht aufhalten, ich lese derweil still mit und halt mich zurück :wink:

tobiw
12.04.2007, 21:58
weiss jemand, ob man ne erlaubnis braucht um eine nichtgeführte tour zu machen? Zelten dürfte erlaubt sein, nehme ich an...

gruß

Shirkan
12.04.2007, 23:17
wie schon von Philipp erwähnt - auf www.sysselmannen.no steht alles wichtige was man beachten muss, wenn man auf Spitzbergen ne Tour machen will (z.B. über die "Management Area 10")

Ich habs immer noch nicht geschafft, alle Fragen die mir schon im Kopf rumschwirren in ne Mail an meinen alten Nachbar zu verpacken. Werd mich aber langsam mal bemühen müssen.
Der Zeitpunkt richtet sich bei Tempic und mir nachdem Zeitraum in dem wir beide Urlaub bekommen, wobei ich Ende Juli/Anfang August bevorzuge.

Viele Grüße
Sebastian

tobiw
20.04.2007, 11:37
falls ihr das buch "Das Spitzbergen Experiment" von Hauke Trinks noch nicht kennt, kann ich es euch sehr ans Herz legen. Das macht Lust auf mehr...!

nilsonsium
20.04.2007, 13:51
hallo MrLast,
nun wollte ich auch noch meinen Senf dazu geben:
Wenn du/ihr auf eine geführte Tour mit einem hoffentlich kompetenten Guide verzichten wollt, dann fangt vorher mit dem Schiessen üben an - sehr ernst gemeint, denn treffen will wirklich geübt sein! Zum Stolperdraht siehe Ende meines Beitrages.

Am besten erkundigt ihr euch bei dem Verleiher auf Spitzbergen, was für eine Art Waffe (Schrotflinte oder Karabiner, Kaliber) ihr bekommt und geht dann in den örtlichen Schützenverein und schaut, dass ihr dort mit einem vergleichbaren Modell üben könnt. In einigen Vereinen gibt es Leihwaffen - schaut euch mal um. Vielleicht kennt ihr ja auch einen Jäger, der mit euch mal auf den Schiessstand geht.

Falls ihr im Verleih auf Spitzbergen wählen könnt:
Pump-Guns mit Brennecke/Flintenlaufgeschossen: sind meiner Meinung am besten geeignet, weil
- zuverlässig, einfach zu zerlegen und zu reinigen (Flussquerungen, Nieselregen), relativ weicher Rückschlag (für Anfänger gut), schnell nachzuladen. Mit den teilen trifft man bis auf 150m ganz gut (diese Distanz wäre bei einem Eisbär allerdings Wilderei und keine Notwehr). Das Kaliber sollte mindestens 12 - besser 10 sein (bei Schrotkalibern nimmt der Laufdurchmesser mit kleinerer Kaliberbezeichnung zu).

Jagd/Militärkarabiner: sehr präzise und je nach Kaliber meist stärker als ne Pumpflinte. Sehr beliebt ist z.B. das Kaliber .308 Winchester (7,62mm durchmesser). Dafür sind Jagd- aber auch alte Militärkarabiner meist fisseliger zu zerlegen/reinigen, schwerer, langsamer nachzuladen und wegen des starken Rückstosses nicht für ungeübte Leute in hektischen Situationen geeignet. Falls jemand von euch beim Bund war und noch mit dem G3 geschossen hat: das Teil hat einen vergleichsweise weichen Rückstoß, da ein großer Teil der Rückstoßenergie für das automatische Nachgeladen genutzt wird (Halbautomat). Jagdkarabiner tun das nicht und haben daher einen sehr viel härteren Rückstoß.

NICHT geeignet sind Pistolen und Revolver jeglicher Art und Gewehre mit einem Kaliber kleiner als: .300/7mm bzw. Kaliber 12 Schrot. Darüber würde ein Eisbär nur lachen bzw. ihr würdet nicht treffen (Pistolen/Revolver).

Signalpistolen (Beitrag von Waldmann) halte ich für ungeeignet. Richtig ist sicherlich, dass ungeübte Leute damit besser umgehen können als mit einem Gewehr aber folgendes soll die Flinte vor allem leisten: Die zwischen 300 und 800 Kilo, die auf dich zurennen bremsen. Das schaffst du nur mit einer Aufschlagskraft von mehreren Tausend Kilojoule. Und auf 20-30 Meter ist eine Signalpistole so ungenau (vielleicht noch Seitenwind dazu), dass es nicht schwer ist, selbst an einem Eisbär vorbeizuschiessen.

Vergleichsweise unwichtig ist die Magazinkapazität eines Gewehres. Wie schon angemerkt wurde, können Eisbären kurzzeitig seeehhr schnell rennen. Mehr als 2-3 Schuss bei einem Angriff aus 50-100 Metern sind da sowieso nicht drin.

In dem Spitzbergenreiseführer von Thomas Umbreidt findet ihr mehr Infos.

Ich habe mir für meine Tour vor 8 Jahren (zusammen mit meinem Vater & Bruder) ein Futteral aus Leder beim Sattler nähen lassen, dass seitlich am Rucksack befestigt wurde. Das hatte den Vorteil, dass man die 5-6Kilo-Flinte nicht am Riemen um den Hals tragen oder am Rucksack verschnüren musste (wo man sie im Fall des Falles nicht so schnell wieder losbekommt).

Andere Leute mögen anderer Meinung sein aber wir hatten zwei Gewehre dabei - nicht aus Waffenvernarrtheit, sondern damit einer Hilfe holen kann und nicht ohne Flinte los muss. Flussquerungen dauern mitunter auch ihre Zeit und eine Flinte lässt sich nunmal nicht gleichzeitig zuverlässig auf zwei Flussseiten eines 1 Kilometer breiten Tales einsetzen.

Wie die Qualität der Leihwaffen auf Spitzbergen ist, kann ich nicht beurteilen, da wir unsere eigenen Gewehre dabei hatten. Ich habe allerdings Leute mit geliehenen Militärkarabinern gesehen (Modell K98 - deutscher Wehrmachtskarabiner zw. 1898-1945). Die sind i.A. sehr gut (bei guter Pflege) - aber auch sehr schwer.

Für die Überführung nach Norwegen (Auto bis Tromsö) brauchten wir dazu einen europäischen Waffenpass, den man auf Antrag bekommt. In Deutschland braucht man für den rechtmäßigen Besitz einer Jagdwaffe bzw. deren Transport zum/vom Schützenverein eine Waffenbesitzkarte (keinen Waffenschein - der berechtigt zum tragen einer geladenen Waffe in der Öffentlichkeit). Die Formalitäten dazu sind Ländersache. Beim Ordnungsamt oder Schützenverein erfahrt ihr mehr.

Stolperdraht: es geht darum, den Bären zu erschrecken/verunsichern und euch zu wecken.

Zutaten:
- 10 Aluminiumstäbe (Kreuzprofil, damit sie fest stehen und bei Zug nicht verbiegen)
- NICHT elastischen aber sehr flexiblen Draht
- eine billige Schreckschusspistole mit Platzpatronen - oder was anderes was knallt und per Draht und Zug ausgelöst werden kann - z.B. Blend/Knallkörper - keine Ahnung woher man die bekommt.

und so rührt mans an:
An die Stäbe lötet man runde Ösen, durch die der Draht laufen soll (Löcher reinbohren geht auch - aber die müssen sehr gut entgratet werden). Die Stäbe steckt ihr rund um euer Lager. Durch die Ösen führt ihr den Draht. Ein Ende des Drahtes wird an einer der Stangen festgeknotet. Das andere Ende kommt an den Abzug der Schreckschusspistole (alternativ des Knallkörpes). Die Pistole wiederum an den Stab, wo das erste Ende des Drahtes angeknotet ist. Rennt nun der Eisbär (oder einer auf dem Weg zum Klo - so wurde ich liebenswerterweise von meinem Papa geweckt :x ) durch den Draht durch, gibts nen Knall und ihr seid wach. Fall jemand alternative Vorschläge zum Stolperdraht hat, dann her damit.

Hoffe das hilft weiter. Viel Spaß und Erfolg bei der Tour.

Grüsse, Nils

Moltebaer
20.04.2007, 14:21
]NICHT geeignet sind Pistolen und Revolver jeglicher Art und Gewehre mit einem Kaliber kleiner als: .300/7mm bzw. Kaliber 10 Schrot. Darüber würde ein Eisbär nur lachen bzw. ihr würdet nicht treffen (Pistolen/Revolver).Eine Faustfeuerwaffe ist jedoch leichter (~1kg statt ~5kg), weniger sperrig und handlicher mitzuführen bzw. im Notfall anzuwenden. Ein Revolver ist ähnlich wie ein Karabiner auch weniger anfällig gegenüber Wasser, Schmutz o.Ä. als eine Pistole.
Insofern das Kaliber für den Bären ernstzunehmend ist (>= 9mm) würde ich von der Verwendung eines Revolvers nicht abraten.
Da ja nicht auf 150m gejagt, sondern auf wenige Meter selbstverteidigt werden soll und der Bär schnell im Nahfeld auftauchen kann, kommt man doch auch mit einem kurzen Lauf aus. Bis die Waffe einsatzbereit ist, ist der Bär wahrscheinlich schon näher als 50m dran.


[...] wir hatten zwei Gewehre dabei [...] damit einer Hilfe holen kann und nicht ohne Flinte los muss.Das ist eine sehr sinnvolle Überlegung, da die Gruppe eventuell nicht immer auf engstem Raum beisammen bleibt.

Was hälst du von einem Revolver pro Person und einer Langwaffe für die Gruppe? So ist jeder wehrbereit, trägt nur ~1kg mit sich rum und die große Waffe kann abwechselnd getragen werden.

Zum Stolperdraht:
Wir haben als Jugendliche unser Lager im Wald auch mal "gesichert" (Hehehe, unser Onkel ist auch voll reingedappt als er uns erschrecken wollte, wir haben ihm aber verziehen: er hat nen Kasten Bier mitgebracht :))
- es gibt mechanisch (oder auch elektrisch) auszulösende Blitzwürfel für alte Kameras. Wir haben den gespannten Zünder mit einem Nagel arretiert, der durch den Stoplerdraht rausgezogen wird.
- 2 gebogene und dadurch aneinanderpressende Blechstreifen als elektrischer Schalter für eine kleine Sirenen/Piepser (gibt ziemlich laute, kleine Dinger für 9V-Blockversorgung). Zwischen die Blechstreifen wird ein Stück Plastik am Stolperdraht geschoben.
- Der Schlagbügel einer Mausefalle eignet sich auch hervorragend, um Aufschlagszünder auszulösen.

nilsonsium
20.04.2007, 15:20
Hallo Moltebaer,



NICHT geeignet sind Pistolen und Revolver jeglicher Art und Gewehre mit einem Kaliber kleiner als: .300/7mm bzw. Kaliber 12 Schrot. Darüber würde ein Eisbär nur lachen bzw. ihr würdet nicht treffen (Pistolen/Revolver).Eine Faustfeuerwaffe ist jedoch leichter (~1kg statt ~5kg), weniger sperrig und handlicher mitzuführen bzw. im Notfall anzuwenden. Ein Revolver ist ähnlich wie ein Karabiner auch weniger anfällig gegenüber Wasser, Schmutz o.Ä. als eine Pistole.
Insofern das Kaliber für den Bären ernstzunehmend ist (>= 9mm) würde ich von der Verwendung eines Revolvers nicht abraten.
Da ja nicht auf 150m gejagt, sondern auf wenige Meter selbstverteidigt werden soll und der Bär schnell im Nahfeld auftauchen kann, kommt man doch auch mit einem kurzen Lauf aus. Bis die Waffe einsatzbereit ist, ist der Bär wahrscheinlich schon näher als 50m dran.

Also von der Energie her hätte ich gegen einen .44er Magnum prinzipiell nichts einzuwenden (.357er Magnum ist für den Zweck etwas schwach auf der Brust, geschweige denn 9mm-Pistolen).

Aber es ist verdammt schwer mit so nem Ding zu treffen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es zwar sehr wohl möglich ist, auf bis 50m (Profis vielleicht auch mehr) mit einem starken Revolver zu gut treffen - aber nur mit Konzentration, Ruhe und Vertrautheit mit Waffe und Munition - also Idealbedingungen, die für eine Notwehrsituation nicht zutreffen. Ich persönlich würde IMMER ein Gewehr nehmen und immer zu einem raten. Egal wie ungeübt du bist, die Chance dass du triffst ist damit um ein Vielfaches größer als mit einem Revolver.

Abgesehen davon kenne ich das norwegische Waffenrecht bezüglich Faustfeuerwaffen nicht (Spitzbergen untersteht ja norwegischer Rechtshoheit). Zudem wird es erheblich schwieriger sein, in Dt. mit einem Revolver zu üben, denn mit einem Gewehr, wenn man niemanden kennt, weil in den letzten Jahren das Waffenrecht erheblich verschärft wurde. Gewehre sind in Dt. (mit Besitzkarte) relativ problemlos zu bekommen, die Norweger haben damit kein Problem weil sie leidenschaftliche Jäger sind - und auf Spitzbergen ausserhalb der Ortschaften ist die Knarre sowieso Plicht.

Ein dritter Punkt ist die eigene Sicherheit. Bei einem Gewehr kann ich das Magazin voll machen ohne eine Patrone in die Kammer zu schieben. Macht je nach Modell 3-5 Patronen an Bord. Das Gewehr ist dann erst schussbereit, wenn ich das erste mal den Verschluss betätige und eine Patrone in die Kammer schiebe. Aus Versehen kann sich vorher kein Schuss lösen. Ein Revolver ist immer scharf! Ok, um wirklich sicher zu gehen, könnte die ersten beiden Plätze in der Trommel leer lassen und hätte immer noch 4 Schuss. Aber wenn ich ihn dann brauche würde es erst beim dritten mal Abdrücken bums machen - zu spät.

Wie gesagt, alles meine ganz persönliche Meinung. Theoretisch kommt man bei einem Eisbär mit ner Schiessbudenflinte durch die Nase direkt ins Hirn - rien ne va plus. Aber das würde dann doch in die Kategorie Wyatt Earp, Billy the Kid oder Jesse James fallen - und die sind schon lange tot.




[...] wir hatten zwei Gewehre dabei [...] damit einer Hilfe holen kann und nicht ohne Flinte los muss.Das ist eine sehr sinnvolle Überlegung, da die Gruppe eventuell nicht immer auf engstem Raum beisammen bleibt.




Was hälst du von einem Revolver pro Person und einer Langwaffe für die Gruppe? So ist jeder wehrbereit, trägt nur ~1kg mit sich rum und die große Waffe kann abwechselnd getragen werden.


... also man soll es ja net übertreibe. Die meisten Leute schleppen den ganzen Kram völlig umsonst mit durch die Gegend, weil sie entweder keine Bären sehen oder die Viecher sich wieder verziehen. Obendrein gilt hier wieder die eigene Sicherheit - je mehr Knarren in ungeübten Händen, umso mehr kann passieren. 2 Gewehre in einer Gruppe von drei oder mehr Leuten - mehr brauchts glaube ich nicht.



Zum Stolperdraht:
Wir haben als Jugendliche unser Lager im Wald auch mal "gesichert" (Hehehe, unser Onkel ist auch voll reingedappt als er uns erschrecken wollte, wir haben ihm aber verziehen: er hat nen Kasten Bier mitgebracht :))
- es gibt mechanisch (oder auch elektrisch) auszulösende Blitzwürfel für alte Kameras. Wir haben den gespannten Zünder mit einem Nagel arretiert, der durch den Stoplerdraht rausgezogen wird.
- 2 gebogene und dadurch aneinanderpressende Blechstreifen als elektrischer Schalter für eine kleine Sirenen/Piepser (gibt ziemlich laute, kleine Dinger für 9V-Blockversorgung). Zwischen die Blechstreifen wird ein Stück Plastik am Stolperdraht geschoben.
- Der Schlagbügel einer Mausefalle eignet sich auch hervorragend, um Aufschlagszünder auszulösen.


Gute Ideen, muss ich mir merken (wobei ich Version drei nicht mit scharfer Munition ausprobieren würde - Querschläger!).

Grüsse, Nils

MrLast
20.04.2007, 17:01
Hallo zusammen!

Ich möchte mich nun noch mal melden.
Ich bin nämlich draußen. Ich hab mir das jetzt mal gut überlegt und habe beschlossen die Planungen nicht weiterzuführen. Im Juni geht es für einen einwöchige Tour auf die Lofoten und im August auf den Nordkalottenveien.
Spitzbergen kommt aber. Auf jeden Fall. Vielleicht klappt es ja schon nächstes Jahr.

Ich habe mich über alle Postings gefreut. Ihr anderen könnt ja eh weiterüberlegen. Werde es gespannt verfolgen.

Einen lieben Gruß,
Severin

nilsonsium
20.04.2007, 20:47
na ich hoffe, ich habe dir da mit meiner Vorsicht nicht die Tour vermasselt. Ich finds nur wichtig zu wissen worauf man sich (meiner Meinung nach) einlässt.

Grüße, Nils

Zecke
20.04.2007, 23:59
ist kein tummelplatz fuer clows, die sich als bärenfutter verkleiden wollen (krasse formulierung, ich weiss, aber sie gefällt mir...()...ich war noch nie da, und bevor ich nicht mindestens eine geführte tour mit einem der vielfältigen tour operateure gemacht habe, werde ich nicht im traum dran denken auf eigene faust los zu ziehen. UND: zelten ist auch auf svalbard NICHT ueberall erlaubt!! ( kulturdenkmäler) Die arktische flora ist extrem empfindlich und wächst sehr langsam nach.Ich persönlich bin an einer geführten kajak tour am meisten interressiert. 10000 Kronen fuer 5 tage. Nächstes jahr steht definitiv ein besuch auf svalbard an

Ich bin generell an geimeinsamen unternehmen interessiert, aber dann nur mit lokalem guide.Gruss aus Tromsö, daniel :D

Zecke
21.04.2007, 00:02
[.... :bg:

tobiw
21.04.2007, 12:14
als student hab ich keine 1000€ einfach so übrig. und das auch noch für nur 5 tage. ich mein, es kann gerne jeder ne geführte tour machen, kein problem. allerdings sind die preise meiner meinung nach nicht angemessen. das kommt mir schon vor wie der tourismus am everest: ich zahl 60.000 dollar und lasse mich dafür von den sherpas hochtrage...!
natürlich sollte man das mit den bären nicht auf die leichte schulter nehmen doch panikmache ist nicht angebracht. in 99,9% der fälle reicht schon ein schuss in die luft wenn die situation doch mal ernst werden sollte. bären sind keine monster die einen ausspähen und sofort zum angriff ansetzen. in den sarek rennt auch jeder und denkt nichtmal an bären! gut da sind sie auch seltener...

nilsonsium
21.04.2007, 12:51
[...] natürlich sollte man das mit den bären nicht auf die leichte schulter nehmen doch panikmache ist nicht angebracht.


hatte ich auch nicht vor



in 99,9% der fälle reicht schon ein schuss in die luft wenn die situation doch mal ernst werden sollte. bären sind keine monster die einen ausspähen und sofort zum angriff ansetzen. in den sarek rennt auch jeder und denkt nichtmal an bären! gut da sind sie auch seltener...

ok, da gibts wohl einen gewaltigen Unterschied zwischen einem gemütlichen Braunbären im Sarek (und in vielen anderen Gebieten Skandinaviens), der Menschen scheut und nicht als Beute ansieht und einem Eisbär, dem größten Landraubtier der Erde, welches auch Menschen in seinem Beuteprogramm hat. Das Verhalten von Eisbären gegenüber Menschen spielt sich nicht nur zwischen spielerischer Neugier und Territorialaggressivität ab, sondern erstreckt sich auf Jagd auf Beute. Zu unser aller Beruhigung, ein Menschenschädel ist größer und stabiler als der einer Robbe (Eisbärs Leibgericht) ... :D

Ich halte weder was von Panikmache, noch übertriebenem Sicherheitsgehabe oder Bewaffnung bis an die Zähne. Aber als Reisender in einem Eisbärengebiet ist man halt nicht mehr der Topcarnivor und man sollte sich daher, wie das hier mehrfach angemerkt wurde, entsprechend ausrüsten - materiell, vor allem aber moralisch.

Grüße, Nils

MrLast
21.04.2007, 15:01
@ Nils: du hast mich nicht „verschreckt“. zu meinem entschluss bin ich schon vor einiger zeit gekommen.

das mit der geführten tour hatte ich mir auch schon mal überlegt. aber das geld habe ich defitiv gerade mal nicht.

was mich an den geführten touren besonders stört: da ist alles inklusive. Zelt, kocher, essen und so weiter. das brauch ich doch alles nicht. das einzige was ich brauche ist ein guide, der sich mit dem gebiet und mit der sicherheit auskennt. und so, wie ich das einschätze bieten das anders auch die wenigsten an. so wie hier vor ort auch.

ich denke für svalbard braucht es gute vorbereitung, aber man sollte nicht hysterisch werden. werde mich wenn ich wieder in d bin wohl irgendwie im schützenverein anmelden o. ä.

lieben gruß
severin

Snuffy
21.04.2007, 15:30
Zumal man selber sicher bessere Ausrüstung hat :bg: :ignore:


Snuffy

Zecke
21.04.2007, 17:22
ein guter freund von mir hat mir eben seine bilder von svalbard gezeigt. Er ist gestern abend von einem 5 tages trip zurück gekommen. Er hatte das glück bei bekannten wohnen zu können.Sie haben mit hundeschlitttentour und skooter ausleihe fuer 4 tage 8000 kronen inkl. flug ausgegeben. Das ist sehr billig fer svalbard. Sie hatten auch ne huette am kapp laila fuer zwei tage zur verfügung. Bären haben sie keine gesehen, dafuer aber gut 150 km am tag auf dem skooter gesessen. sowohl bei den hundeschlitten als auch bei den skootertouren, hatten sie einen "eingeborenen" dabei. das mit den K98 karabienern stimmt. Konnte eben welche auf den bildern bewundern. Es ist uebrigens ne stelle frei auf longyearbyen: als Pizzataxifahrer...Wer also interesse hat: Gruss aus tromsö von daniel :sleep:

Coenig
21.04.2007, 17:56
Eine nette Möglichkeit in Spitzbergen ohne teure geführte Touren auszukommen, ist übrigens ein Studium an der UNIS dort. Man erhält neben einer Waffeneinführung auch die Möglichkeit sich Scooter und Waffen vor Ort recht günstig zu leihen.
Sicherlich bietet sich dann auch häufig die Möglichkeit, sich kleineren Gruppen anzuschliessen.

Und auch wenn ich jetzt vielleicht Euren Neid auf mich ziehe:
Wahrscheinlich gehts für mich ab August 2008 für ein Jahr nach Svalbard an genau diese Universität.

Also Severin wenn Du mal Arctic Biology oder Arctic Technolgy studieren willst ;-)

Philipp
23.04.2007, 12:21
Zum Stolperdraht:
Wir haben als Jugendliche unser Lager im Wald auch mal "gesichert" (Hehehe, unser Onkel ist auch voll reingedappt als er uns erschrecken wollte, wir haben ihm aber verziehen: er hat nen Kasten Bier mitgebracht )
- es gibt mechanisch (oder auch elektrisch) auszulösende Blitzwürfel für alte Kameras. Wir haben den gespannten Zünder mit einem Nagel arretiert, der durch den Stoplerdraht rausgezogen wird.
- 2 gebogene und dadurch aneinanderpressende Blechstreifen als elektrischer Schalter für eine kleine Sirenen/Piepser (gibt ziemlich laute, kleine Dinger für 9V-Blockversorgung). Zwischen die Blechstreifen wird ein Stück Plastik am Stolperdraht geschoben.
- Der Schlagbügel einer Mausefalle eignet sich auch hervorragend, um Aufschlagszünder auszulösen.

Ich würde auf elektrischen Kram eher verzichten, da der bei niedrigen Temperaturen (Spannungsabfall) schnell versagt. Wir hatten seinerzeit damit auch mal herumexperimentiert (mit so einem Bewegungsmelder für Türklinken), und das System hat natürlich mit Pauken und Trompeten versagt. Wenn überhaupt, kam noch ein zaghaftes Wimmern aus dem Teil.

Aber auch die pyrotechnische Lösung is kein Sicherheitsgarant. Knattert mal der Wind ordentlich in der Zeltplane, hört man schlafend einen Knall oder Schuß auch nicht unbedingt.

UNIS ist sicherlich eine Lösung, wenn man deren Angebot ins eigene Studium integrieren kann. Leider hat meiner Ansicht diese Institution dazu beigetragen, Longyearbyens Flair und Reiz weitestgehend zu zerstören.

Statt Guides zu mieten kann man auch den Weg wählen, einfach selbst Guide zu werden (werden ja auch Leute ohne jegliche Ahnung von Wirschaft Wirtschaftsminister). Einfach mal Kontakt zu den lokalen Veranstaltern aufnehmen und nach Beschäftigung oder Praktikumsmöglichkeit fragen. Für Norwegischsprechende mal Spitra, ansonsten "Uns Andreas" (--> Spitzbergenhandbuch) antickern und sich und sein Anliegen vorstellen. Eignet sich besonders gut für Leute, die über ihre Zeit frei verfügen können, also u.a. Studis.
Nach Ende der Saison kannst Du ggf. vom Veranstalter mal eine Wumme für Deine eigene Tour leihen und losziehen. Das erspart Dir dann den beschwerlicheren Weg über die eigene Grüne Waffenbesitzkarte oder die Waffenausleihe mit evtl. eingeschränkter Schießübung.

Viel Freude da oben und Gruß
Philipp

„Å Svalbard, Svalbard, når eg ser deg slik…!“

volker1
10.05.2007, 14:03
man kann sich durchaus mit kräftigen Fausfeuerwaffen gegen Bären verteidigen, ABER das ist nur was für Leute, die wirklich mit so Waffen Rutine haben. .454Casull sollte da schon her. Und damit in einer Stresssituation zu treffen ist nich mal eben so zu üben. Übrigens moderne Revolver sind sehr sicher, da der Hammer nicht mehr direkt auf die Patrone haut, da braucht keine Kammer mehr leergelassen zu werden.

Gewehre sind eine bessere Lösung, und wohl auch leichter legal zu führen. Aber auch hier muss ein ausreichendes Kaliber her. 7,62 tut es da nur, wenn man ein halbautomatisches Gewehr hat um im Zweifel einen anstürmenden Eisbären ein ganzes Magazin reindrücken zu können. kleinere Kaliber sind ehr kontraproduktiv. Karabiner mit Ladehebel halte ich für zu problematisch (bis man geladen und wieder korrekt angelegt hat vergeht für nicht Profis zu viel Zeit, die Viecher können verdammt schnell rennen). Dann lieber Doppelbüchsen, wo man wenigstens 2 Schuss in Folge abgeben kann. Dann aber besser gleich in einem kompromisslosen Kaliber z.B. .338 Lapua Magnum. Das legt bei einem richtigen Treffer auch einen Eisbären mit dem ersten Schuss sicher um. Die Projektile müssen für Bären auch die richtigen sein. Es braucht Tiefenwirkung, also keine Zerleger die an jedem Knochen hängen bleiben, sondern z.B. Vollkupfer.

Solche Waffen halte ich aber nur als Selbstschutz gegen Eisbären sinnvoll, die den Menschen wirklich als Beute betrachten können. Und es sollte unbedingt damit vorher geübt werden.

Bei Braunbären und erst recht Schwarzbären, kommt man i.d.R. auch ohne Waffe aus. Man sollte einige Verhaltensregeln befolgen insbesondere hin hinsicht auf Nahrungsmittel und Nachtlager, bzw. im Wald entsprechend Geräusche machen um keinen Bären zu überraschen. Braun und Schwarzbären weichen einem i.d.R. aus, wenn sie einen rechtzeitig bemerken und einen Fluchtweg haben, bzw. nicht von Essensgeruch angezogen werden.
Als zusätzliche Sicherheit für den Ernstfall reicht dort auch mal eine große Pfefferspraydose (ca. 400ml) welche auch ein paar Meter weiter sprüht als die kleinen Zersteuber.

MrLast
10.05.2007, 16:13
Gehts hier jetzt eigentlich nur noch um die Waffen, oder planen auch noch Leute einen Trip nach Svalbard?

Gruß,
Severin

P.S.: Aber nichts gegen deine fundierte Kenntnis Volker!

Shirkan
10.05.2007, 18:09
Hallo Severin,

ich hab momentan kaum Zeit eine Reise zu planen - von daher wird's bei mir dieses Jahr vermutlich eher was spontaneres und leider nichts mit Spitzbergen. Falls ich doch noch was planen kann, melde ich mich hier.

Gruß
Sebastian

tobiw
10.05.2007, 23:09
ich bin an sich schon noch dran