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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tarp selber bauen



Voitsberg
05.03.2007, 07:24
Hallo Leute!

Nach langem hin- und her, machen mein Kolege und ich unser Tarp für die Hängematte selber.
Wir haben jetzt einen Stoff gefunden, ich weiß momentan noch nicht die Bezeichnung hat aber 1500mm Wassersäule, der für uns passt.

Da wir das Ding nicht nähen, sondern kleben wollen, haben wir am WE einige Tests gemacht und ich bin total begeistert.
An einem Stück, etwa 20cm breit haben wir 2 Klebestellen etwa 3cm Kleberand gemacht und versucht zu zweit diese zu zerreissen: war nicht möglich!!!

Wir wollten unbedingt kleben, weil beim nähen sehr schnell ein Verzug eintreten kann (ausser es kann einer gut nähen, nur ich - äh...).
Die Form wird 6eckig, mit eingeklapten Seitenkannten in denen eine Rebschnur umlaufend eingelegt wird. Die Seitenkannten sind aber nicht wirklich gerade, sondern etwas zum Mittelpunkt hin gekrümmt.
Spannt man nun an den Ecken (an der Rebschnur) entsteht eine natürliche Spannung auf der Fläche und das Ding ist straff. Weiters kommen an den Ecken noch Taschen angeklebt in denen man den Griff des Paddels reinsteckt und schon hat man eine einfache Stütze. Abgespannt wird mit Zeltspannern die am Ende einen kleinen rostfreien Haken bekommen, den hängt man nur noch ein und schon kanns losgehen.

Hat noch wer andere Ideen?????

Voitsberg

Tomscout
05.03.2007, 08:19
Moin Voitsberg!

Ahhh - klingt gut! Womit habt ihr den Stoff geklebt? Hatte nämlich eine ähnliche Idee, da meine Nähkünste wohl eher albern sind... :-?

Gruß, Tomscout

Voitsberg
06.03.2007, 19:28
Das Zeug sieht aus:
Oberseite: Ripstop Nylon
Unterseite: Schwarze PU Beschichtung.

Diese PU Beschichtung haben wir mit Teichfolienkleber geklebt.
Also die beiden Bahnen nebeneinander gelegt (Stoß an Stoß) und dann einen Streifen ca 6cm breit darüber geklebt (wie wenn Du 2 Blatt Papier mit etwas Dixo zusammenklebst). Immer schwarz auf schwarz.
Das Zeug hält wie die Sau.
Unser Material hat 1500mm Wassersäule, das reicht für uns.

Was willst denn Du bauen?

Voitsberg

XoSoX
06.03.2007, 19:57
Hallo,

Das hört sich ja wirklich interessant an!
Wie ist das dann mit der Klebstelle, bleibt diese elastisch? Kann man die dann noch gut biegen (z.B. beim Zusammenfalten)? Wird das ganze durch den Kleber viel schwerer?

Gruss

PS: Woher hast Du eigentlich das Material (sowohl Gewebe wie Kleber)

Voitsberg
06.03.2007, 21:12
Ja, die Klebestelle bleibt unerwartet weich, also beinahe wie wenn´s nur der Stoff alleine wäre.
Natürlich wird´s ein wenig schwerer, ich kann aber nicht sagen wie viel.
Ich denke das Gewicht kann man vernachlässigen.
Die Stoffbahnen sind 1,6m breit. Die kleben wir dann mit einer weiteren Bahn mittels einen 6cm Streifen zusammen. Dabei wird der Kleber ca 0.5mm dick aufgetragen.

Der Kleber: Heissner Teichfolienkleber, ist durchsichtig, gibts im Baumarkt.
Das Gewebe weiß ich noch nicht, da mein Kolege Geschäftsmann ist hat er das Zeug irgendwo aufgetrieben. Aber er wird´s mir sicherlich bald mal sagen.

Voitsberg

Tomscout
07.03.2007, 08:08
Moin!

Teichfolienkleber...coole Idee ;-)
Na, will mir im Prinzip das gleiche bauen wie Ihr, den Stoff hab ich schon länger zuhause.
Bin mir nicht sicher, ob ich das genau so verstehe, wie ihr es gemacht habt - könntest Du mal ein Foto der Klebestelle reinstellen?
Wär super!

Gruß, Tom

Pero
07.03.2007, 18:46
Wir benutzen zum "kleben" von Teichfolie sogenanntes Quellschweißmittel. Soviel ich weiß löst es die Zellstruktur des Kunststoffes auf und verbindet sie wieder. Versteht man das? :-?
Ich weiß nicht ob es das im normalen Baumarkt gibt, kann aber gut sein.
Das zeug bedarf allerdings zur Verarbeitung einer bestimmten Technik. Ist übrigens auch nicht ganz ungefährlich. Auf keinen Fall dabei rauchen!
Wenn´s jemanden interessiert, kann ich mal versuchen die Verarbeitung genauer zu erläutern. Ist aber vielleicht einfacher bei der Bezugsquelle nachzufragen.

:bg:
Gruß Pero

Shorty66
07.03.2007, 20:20
Ja, mit dem kleben wollte ich auch mal anfangen... nru wie macht man das bei Silnylon? da gibts ja quasi keinen ordentlichen kleber wenn man mal von der drecksarbeit mit Silnet absieht.

Allerdinsg wäre so ein Ultraschallschweißgerät schon was feines... nicht kleben sondern schweißen ^^

Nur ists als privatperson wohl wirklich unnötig.

ekke
07.03.2007, 22:29
"Wir benutzen zum "kleben" von Teichfolie sogenanntes Quellschweißmittel. Soviel ich weiß löst es die Zellstruktur des Kunststoffes auf und verbindet sie wieder. Versteht man das?
Ich weiß nicht ob es das im normalen Baumarkt gibt, kann aber gut sein.
Das zeug bedarf allerdings zur Verarbeitung einer bestimmten Technik. Ist übrigens auch nicht ganz ungefährlich. Auf keinen Fall dabei rauchen!
Wenn´s jemanden interessiert, kann ich mal versuchen die Verarbeitung genauer zu erläutern. Ist aber vielleicht einfacher bei der Bezugsquelle nachzufragen."

Wahrscheinlich handelt es sich um ein klebstoff auf tetrahydrofuranbasis (THF). kunststoffe werden angelöst und beim trocknen verbinden sich die aufgeweichten flächen (anwalzen).
entsprechend sollte man auch geignete handschuhe tragen.
THF bildet mit luft peroxide und sollte deshalb vor luft, hitze und licht geschütz werden (gut versclossen und dunkel lagern).
ansonsten halt noch feuergefährlich und reizend.

Voitsberg
08.03.2007, 07:35
Langsam Leute:
Dieser Kleber ist nicht so furchtbar wie Ihr alle tut.
Einfach mit dem Pinsel auftragen, zusammenlegen und mit einer kleinen Walze anpressen - fertig!
Beim Arbeiten wird sowieso nicht geraucht!!!
Wer will schon ein Loch in das teure Material brennen.

Anbei noch die Zeichnung zum kleben: http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/klausbrunner/detail?.dir=/e7aare2&.dnm=b2a6re2.jpg&.src=ph


Übrigens: Silnylon kann man natürlich nicht damit kleben!

Voitsberg

Tomscout
08.03.2007, 08:10
Moinsen!

Link zum Foto funktioniert nicht :o

Pero
08.03.2007, 20:12
Danke für die Ergänzungen. Das mit dem Rauchen war nur ne Vorsichtsmaßnahme. Man weiß ja nie. Wir pinseln es allerdings nicht einfach auf.
Die beiden z.B. Folienstücke werden auf einem Brett an der zu verbindenden Stelle überlappend hingelegt. Der flache Pinsel wird zwischen die zu verbindenden Lappen geschoben und das Quellschweißmittel wird durch hin und her bewegen des Pinsels aufgetragen. Gleichzeitig wird von oben mit der Hand draufgedrückt, damit so wenig Luft wie möglich ans Mittel kommt. Das Zeug ist halt sehr flüchtig. Danach wird angewaltzt.
Na ja, so machen wirs zumindest bei Teichen. Gut, da muß natürlich auch ziemlich gründlich gearbeitet werden. Ist halt doof, wenn alles fertig ist, der Teich voll ist und der wasserstand langsam wieder sinkt.

Gruß Pero

LuNAtiC
09.03.2007, 14:18
habt ihr getestet wie beständig der kleber ist wenn ihr die klebestelle mal häufiger faltet?
also daß der kleber uvbeständig ist kann gut sein, da er für den außeneinsatz gedacht ist.. aber wer faltet schon seinen teich einmal täglich.

ich fand das nähen von silikonisiertem nylon nicht schwierig, auch als anfänger. probleme bereiten nur stellen die diagonal zu den ripstop fäden verlaufen. bei einem einfachen tarp konnt das nicht vor da man höchstens senkrecht oder wagrecht näht. bei den diagonalen nähten hab ich die erfahrung gemacht hilft es enorm wenn man nicht so viel druck mit dem füßchen ausübt und die führung mehr mit der Hand unterstützt. Dann statut sich das material nicht und es bilden sich keine falten. generell helfen natürlich nähnnadeln die naht quer zusammenhalten. über diese kann man dann einfach hinwegnähen.
mein tarptent zu nähen war nur eine sache von wenigen stunden.. das silikonisiren davor war aber ne drecksarbeit

ich bin aber gespannt welche ergenisse ihr erziehlt

Pero
09.03.2007, 16:21
Also soviel ich weiss, löst es ja die Struktur des Kunststoffes auf und verbindet sie wieder. Angeblich ist es hinterher so miteinander verschweißt, dass es aus einem Stück sein könnte. Ich denk knicken ist kein Problem. Aber vielleicht könnte zu dünnes Material problematisch werden. Ich weiss es nicht.

mahyongg
17.03.2007, 01:04
Beim Lösungsmittelschweißen (worum es sich bei dem erwähnten Teichfolienkleber handelt) verbinden sich tatsächlich die beiden angelösten Fügeflächen nach abdampfen des (höchst giftigen, umweltschädlichen, Pfui!) Lösungsmittels zu einem Stück, geschweißt eben. Das ist dann aber bei dünnen Geweben auch eventuell empfindlicher, außer ihr habt lediglich eine Oberflächenbeschichtung verschweißt, was natürlich auch geht.

Ich empfehle ja für Tarps das verkleben zweier Silinylon-Bahnen.
Bei der Firma:
VVB - Birzer Flächenschutz GmbH, Ziegelstr. 65, 85276 Pfaffenhofen
(Bayern) Tel: 08441/84438 Fax: 08441/76938
bekommt man dafür ein aus einem hochviskosen 1-Komponentigen unter Hitze (60 sek. >140-160°C) additionsvernetzenden Silikon (von Wacker) hergestelltes Klebeband, welches Zugfestigkeiten von 500N /5cm erreicht. Kannste dich also dranhängen oder sogar reinspringen, in das Tarp. Der Vorteil: es verklebt neben Silikonbeschichteten Geweben auch die meisten andere Stoffe :-D

Birzer stellt das z.B. für die Verklebung von Dachmembranen im Architekturbereich her, die schicken gerne eine 10m Rolle für 15 Euro oder so raus, ich sage Euch es lohnt sich.. Dicke und Breite kann man angeben, dabei ist es empfehlenswert nicht zu dünnes Band zu wählen... ich habe mal drei verschiedene Stärken ausprobiert (auch mit Silinylon, so 40g/m2 Zeug) und es kam nicht wirklich auf die Breite an, 8-12mm reichen völlig aus, vorher geht das Ripstop drauf. Die beste Dicke war die mittlere von den dreien, aber fragt bloß nicht welche das war.. 0.7 mm oder sowas. Ruft doch einfach mal dort an.. und berichtet von eventuellen Erfahrungen auch wieder hier. Ist bei mir jetzt 2 Jahre her, daher die Erinnerungslücke. Und so lange lagerfähig ist das Zeug auch nicht.

Gruesse

Jan