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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hartschalenschuh



daywalker
01.04.2003, 16:04
Hallo !

Wer kann mir einen guten und leichten Hartschalenschuh für mittelschwere Gletschertouren und kombiniertes Gelände empfehlen ?

Viele Grüsse

Carsten

Saloon12yrd
01.04.2003, 16:10
Für mittelschwere Touren und kombinierte Sachen würde ich auf keinen Fall nen Hartschalenschuh nehmen. Zu schwer, zu klobig, zu unbequem, ...
In den Bereichen reicht ein gescheiter steigeisenfester Lederschuh locker aus. Davon ab, es gibt keine leichten Hartschalenschuhe.

Hartschalen werden bei Unternehmungen der "Himalaya" Klasse interessant, vorher finde ich sie albern.

Aber mal anders gefragt, was ist für Dich "mittelschwer"?


Sal-

Becks
01.04.2003, 18:48
Mit Hartschalenschuhe habe ich bisher leider keine Erfahrungen. Bislang reichte für alle möglichen Gletscher- und Wintertouren sowie zum Eisklettern meine Nepal extreme von La Sportiva. Ich persönlich mag die Dinger weil sie den Füßen immer noch relativ viel Bewegungsfreiheit geben. im Vergleich zu meinen Skitourenstiefeln ein riesiger Unterschied da ich mit den schweren Kloben kein Gefühl für den Untergrund hatte.

Fragen:
Wie lange dauern die Touren und wo übernachtest Du ? Ist interessant da Lederstiefel - wenn naßgeschwitzt am nexten Tag ziemlich kühl an den Zehen werden. Welche Sockenkombination möchtest Du in den Boots verwenden ? Ich hab von leuten gehört die dünnste Socken direkt auf der Haut tragen, gefolgt von Neoprensocken. Die Kombination kann dann leichter in einem Schlafsack mitgetrocknet werden als ein ganzer Stiefel.

Alex

daywalker
01.04.2003, 19:45
Hi !

Ich habe für den Herbst eine Elbrusbesteigung geplant und da es zu dieser Zeit dort schon empfindlich kalt werden wird, dachte ich an Hartschale wegen der besseren Thermoisolierung.

Bisher konnte ich alle Gletschertouren und Besteigungen in den Alpen mit meinem Hanwag Annapurna durchführen. Hatte immer die Kombination aus dünner Seidensocke und Trekkingsocke von Falke.

Nach Recherchen im I-Net bin ich nun überzeugt worden, dass für diesen Fall Hartschale angesagt ist. Falls Ihr anderer Meinung seid, überzeugt mich bitte ! :wink:


[/quote]Wie lange dauern die Touren und wo übernachtest Du ?

Mit Akklimatisierungsausflügen ca. 5 Tage im Zelt.

Viele Grüsse

Carsten

Becks
01.04.2003, 20:25
Nach Recherchen im I-Net bin ich nun überzeugt worden, dass für diesen Fall Hartschale angesagt ist. Falls Ihr anderer Meinung seid, überzeugt mich bitte ! :wink:

Carsten

Hmmm, das wird schwierig mit dem Überzeugen. Mir fehlen schlichtweg die Argumente da ich nur Lederstiefel habe.

http://www.reisepunsch.de/bergsteigen/elbrus/14.html - die Burschen ham wenn ich das Bild richtig interprtiere auch Lederstiefel an :)

Aber - mit welchen Temperaturen rechnset Du denn ?

Alex

daywalker
01.04.2003, 20:48
Hi !


Aber - mit welchen Temperaturen rechnset Du denn ?

Tagsüber ca. - 5- -25 Grad und nachts ...... !

Viele Grüsse

Carsten

Becks
02.04.2003, 09:22
Jo, da machen hartschalenschuhe dann schon sinn. Genaue Tipps kann ich wie gesagt nicht geben, ich würde aber darauf achten daß der Innenschuh herausnehmbar ist und mit in den Schlafsack kann.

Allerdings habe ich meine Nepal Extreme in Lappland auch verwendet - da hatten wir 2 Wochen lang zwischen -10 und -25 °C tagsüber. Spaßeshalber habe ich auch mal draußen geschlafen, da standen meine Stiefel dann bei -18°C auf freier Prärie rum. Ging erstaunlicherweise ganz gut, mit 2 Paar Socken (1x Trekking, 1x Wintersocken) hatte ich keine Probleme wegen kalten Füßen oder so. Nur beim Einsteigen nach der Nacht draußen kam ich mir vor wie eine Ballerina - nur die Fußspitzen im schuh drin, der Rest steckte fest *g*.

Zu Rußland hätte ich noch ein paar Fragen die aber nicht sooo eilen. Da wären z.B. Visum (wie lange vorher beantragen), Versorgung vor Ort mit Lebensmittel und Brennstoffen sowie der Transport des Materials. Ich will nämlich auch mal da rüber, allerdings in die Bezengi-Region.

Alex

daywalker
02.04.2003, 12:50
Hi !

Dann will ich wohl mal hoffen, dass meine Hanwags die Kälte von mir abhalten.

Zu Deinen Fragen:


Da wären z.B. Visum (wie lange vorher beantragen),
Entweder schriftlich beantragen bei der Botschaft mittels dieses Antrages:
http://www.russlandinfo.de/gfx/visaantrag.gif
Die Bearbeitungszeit beträgt einige Wochen. Das Visum darf jedoch nicht früher als ein halbes Jahr vor Einreise ausgestellt worden sein.
Ich werde direkt zum Konsulat fahren und das Visum dort beantragen. Bei einer Bearbeitungszeit von 15 Tagen kostet das 35 Euro. Die Preise sind nach Bearbeitungszeit gestaffelt. Das Schnellste ist das Touristenvisum innerhalb von 3 h; kostet allerdings 120 Euro.

Du benötigst den Visumantrag (wie oben), 2 Passbilder und eine Kopie der Police deiner Auslands KV.

Wenn Du nach Moskau, ins Moskauer Gebiet, nach St. Petersburg oder ein paar andere Grossstädte einreisen willst, benötigst Du eine offizielle Einladung des russischen Aussenministeriums. Im Internet gibt es einige Agenturen, die Dir für unter 20 Euro eine Gastreferenznummer von dort besorgen. (Ein Reisebüro in unserer Stadt möchte satte 134 Euro dafür haben).


Versorgung vor Ort mit Lebensmittel und Brennstoffen sowie der Transport des Materials
In meinem Fall der Elbrusbesteigung ist die Versorgung recht einfach. Im Ankunftsflughafen Mineralny Vody hat letztes Jahr ein "westlicher" Supermarkt eröffnet, der sich auf Bergsteigerbedarf spezialisiert hat. Dort gibt es alles an "Bergsteigerfutter" wie hier auch (angeblich).

Brennstoffe ? Das könnte ein Problem werden. Ich werde mir einen Benzinkocher zulegen, da man an Benzin auf jeden Fall leichter drankommt, als an Gaskartuschen. Am Elbrus ist ein grosses Skigebiet mit Pistenraupen auf 3700 m Höhe. Dort (an den Botschki Hütten) soll man auch an Benzin kommen.


sowie der Transport des Materials
Meinst Du den Transport am Berg ? Soweit ich informiert bin gibt es in ganz Russland keine Träger. Somit ist man für den Transport der Ausrüstung selbst zuständig (Ausnahmen sind sicherlich einige kommerzielle Expeditionen im Pamir).

Viele Grüsse

Carsten

Corton
02.04.2003, 13:17
Hallo daywalker!

Würde mich mal bei Hanwag erkundigen, ob es nicht einen speziellen Thermo-Innenschuh für besonders kalte Regionen für den Annapurna gibt.
Ich nenne die Scarpa Matterhorn (absolut geile Teile...) mein eigen und kann daher sagen, dass es von Scarpa solch einen Innenschuh gibt. Nennt sich „High Altitude“ und kostet schlappe 150 EUR. Zu besichtigen bei www.schuh-keller.de. Vielleicht passt der auch für Deine Schuhe, falls Hanwag nichts zu bieten hat.
Zu Schalenstiefeln kann ich Dir leider nicht viel sagen. Hatte vor etlichen Jahren in Sölden mal ein Modell von Koflach ausgeliehen. Ergebnis: Nie wieder solche (extrem unbequemen) Schuhe!

Corton

Becks
02.04.2003, 14:00
Dieser innenschuh sieht witzig aus. Wie wird der getragen ? Anstelle der Socken oder zusätzlich ? Wie dick ist der Innenschuh, kann man den auch z.B. als Sockenersatz /-ergänzung in andere Schuhe anziehen ?


Alternative (aus DRA):
Kombination aus Neoprensocken und darüberliegend dicke Trekkingsocken (groups.google.de -> in de.rec.alpinismus nach neoprensocken suchen). Verwendet wurden im dem Fall wohl Socken der Firma Camaro ("Camaro Thermo-Socks").
Wär jedenfalls auch noch ne Idee.


Alex

maro
02.04.2003, 15:15
Moin Moin,


@daywalker

kann mich Deiner Planung nur anschließen, hier einen Schalenschuh zu verwenden. Schau Dir doch mal den Scarpa Vega bzw. Alpha oder den Degre von Koflach an.


@all

Warum favorisiere ich einen Schalenschuh in der Höhe? Er durch nässt schlicht und ergreifend nicht so schnell wie ein Lederschuh (weniger von Außen als viel mehr von Innen durch Fußschweiß (auch wenn der Mensch ab 3.000m nicht "mehr" so viel schwitzen soll)). Gekoppelt mit einer Dampfsperre à la VBL (Socke oder eine einfache Plastiktüte) bleibt auch der Innenschuh definitiv trocken. Das Gewicht ist mit Sicherheit nicht zu vernachlässigen. Allerdings trage ich gerne einen etwas schwereren Schuhe und habe am Ende der Tour dafür auch noch alle Zehen (ohne schwarze Blasen *g*)

Gruß Mark

Becks
02.04.2003, 15:29
@Maro:

Schon mal die Kombination Lederschuh / Neoprensocken probiert ? Damit liebäugel ich auch etwas, hab aber keine Ahnung ob sowas sinnvoll ist.
Das mit dem Schwitzen ist imo weniger eine Höhen- als mehr eine Temperaturfrage. Letztes WE im Glarner Land war es so unerträglich heiß daß ich am Sonntag am Ziel in meinen Schuhen schwamm. Schweißtreibenderweise kamen noch die Gamaschen dazu - mit solchen Dingern werden die Füße schneller feucht, ich wäge daher schon ab ob ich Gamaschen anziehe oder nicht.

@Daywalker:
Das mit dem transport war unglücklich formuliert. ich meinte damit die An- und Abreise. Was sollte man auf den deklarationszettel draufschreiben wenn man einreist, gibt es Probleme am Zoll mit scharfen Sachen (Eisbeile etc.) und wie sichrt man das teure Material unterwegs vor Diebstahl.

Alex

maro
03.04.2003, 10:35
Moin,

@Becks
So direkt mit einer VBL-Socke habe ich noch nicht rumhantiert. Bisher habe ich kleinere Mülltüten oder einfache Plastiktüten verwendet. Das Ergebnis war nicht immer ermunternd. Im Aufstieg hielten alle bisher verwendeten Modelle. Im Abstieg jedoch habe ich wiederum alle Modelle aufgearbeitet, so das sich der ganze Siff in einem über die bis dahin noch trockenen Socken und Schuhe ergoß - das steigert keineswegs den Spaßfaktor. *g*

In der Märzausgabe der Outdoor wurde eine neue VBL-Socke (ich glaube von exped) vorgestellt. Die hat zwar einen stolzen Preis, aber ich möchte sie mal bei Gelegenheit gerne ausprobieren. Bei GT gibt es doch die »SealSkinz Water Blocker Sock«, abgesehen das sie ein Vermögen (für eine Socke kostet), soll sie auch nicht ganz ohne sein.

Hast Du bereits Erfahrugnen (sprich die Steigerung von Liebäugeln *g*) in die Richtung gesammelt...?

Ja ja den Schuh als Schwam mißbrauchen... Kommt mir irgend wie bekannt vor das Problem. Uns ging es am vergangenen Wochenende im Karwendel ähnlich. Hatten wir Freitagsnachmittag noch mit Schneefall (auf dem Kramer (etwas über 1900m)) zu tun. Lag am Samstagmorgen die Temperatur gegen 06:00 bereits bei 11°C...! War wahrsten Sinne eine schweitreibende Partie, begleitet von unzähligen durch Eigengewicht ausgelöste Naßschneelawienen. In Kombination triefendnaßer Schnee & unmengen von Schweiß (der Spitzname Transpirator kommt ja nicht von ungefähr) waren die Schuhe schließlich auch schön aufgeweicht...


@Daywalker
In der akutellen Ausgabe der Outdoor wird übrigens noch ASOLO als Schalenstiefel empfohlen (Seite 86 rechts unten).


Gruß Mark